Propagandakampf um Konstantinowka

Putin in Uniform beim Treffen mit dem Generalstab und Kommandeuren. Bild: Kreml/CC BY-SA-4.0

Offenbar ist die russische Führung überzeugt davon, im Abnutzungskrieg an der Front allmählich die Oberhand in Donezk zu erlangen (Aktuelle Entwicklungen im Ukrainekrieg). Dort versuchen die russischen Truppen seit langem auf die verbliebenen Festungsstädte Kramatorsk und Slawjansk vorzurücken. Aus russischer Sicht wäre ein wichtiger Schritt mit der Einnahme (und der damit einhergehenden Zerstörung) der Industriestadt Konstantinowka geschehen, einem wichtigen Eisenbahnknoten der Region. Wenn auch das umkämpfte Dobropillia eingenommen werden könnte, wäre der Weg nach Kramatorsk offen. Von Norden her wird versucht, über Lyman Slawjansk anzugreifen. Nach der eventuellen Einnahme der letzten im Donezk befestigen größeren Städte Kramatorsk und Slawjansk könnten die russischen Truppen schnell weiter etwa Richtung Kiew oder Charkiw vorrücken, möglicherweise wäre auch das Kriegsziel erreicht, ab dem der Kreml bereit wäre, in Verhandlungen einzutreten.

Wladimir Putin hatte, wohl um der Propagandakampagne entgegenzuwirken, dass die Ukraine derzeit die militärische Oberhand habe und die Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur und die Krim Russland schwächen, am Freitag behauptet, die Stadt Kostiantynivka (Konstantinovka) sei nun endlich eingenommen. Putin hatte in Uniform als Oberbefehlshaber einen Kommandoposten des Militärs besucht, um Erfolgsmeldungen zu verbreiten. Seit Beginn des Jahres hätten die russischen Truppen 300 Quadratkilometer im Donbass erobert – „befreit“ nach russischer Ansicht. Lugansk sei ganz unter russischer Kontrolle. Von Gerassimow, dem Chef des Generalstabs, wurde berichtet, dass im Juni mehr als 600 Quadratkilometer erobert worden seien. An der Front und in der breiten Killzone ist es allerdings schwierig, von kontrollierten Gebieten zu sprechen. Es sind oft Grauzonen, in denen russische und ukrainische Verbände aktiv sind.

Für Putin ist die Einnahme von Konstantinowka von großer Bedeutung

Gerassimow bezichtigte die Ukraine, eine Informationskampagne gestartet zu haben, um die Erfolge der russischen Truppen zu verdecken, die überall an der Front vorrücken würden, etwa im Donbass. Konstantinowka ist neben allen Erfolgsmeldungen nur eine kurze Erwähnung wert: „Die Befreiung von Krasny Liman, einem wichtigen Verwaltungszentrum und bedeutenden Eisenbahnknotenpunkt, steht kurz vor dem Abschluss. Die Einnahme dieser Stadt ist für die Fortsetzung der Offensive in dieser Richtung von großer logistischer und operativer Bedeutung. Die südliche Truppengruppe setzt ihre Offensivoperationen zur Befreiung der Volksrepublik Donezk fort. Einheiten der Gruppe haben die Stadt Konstantinowka befreit, eine der wichtigsten Verteidigungsstützpunkte des Feindes innerhalb des befestigten Gebiets Slawjansk–Kramatorsk–Konstantinowka. Darüber hinaus haben im Juni Teile der 3. Armee, die in Richtung Slawjansk und Kramatorsk vorrückten, die Kontrolle über vier weitere Ortschaften übernommen.“

Putin strich die Bedeutung der Einnahme heraus: „Ich möchte betonen, dass die Einnahme von Konstantinowka nur den ersten, aber einen äußerst bedeutenden Schritt auf dem Weg zur Niederlage der Einheiten der ukrainischen Streitkräfte darstellt, die derzeit das von Ihnen als ‚befestigtes Gebiet Slawjansk–Kramatorsk–Konstantinowka‘ bezeichnete Gebiet halten. Dort hat der Feind ein tiefes, mehrschichtiges System von Verteidigungsbefestigungen errichtet und damit die Städte Slawjansk, Kramatorsk, Druškowka und Konstantinowka effektiv zu einer einzigen Verteidigungsfestung gemacht.“ Und weiter: „Die Einnahme von Konstantinowka durch die südliche Truppengruppe eröffnet einen direkten Weg für weitere Vorstöße in Richtung Kramatorsk und Slawjansk sowie zu anderen befestigten Gebieten im Donbass. Dies ist zweifellos ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Befreiung der gesamten Volksrepublik Donezk.“

Video, die russische Soldaten mit Flaggen zeigen, sollen die Einnahme der Stadt belegen.

Um die Bedeutung der Einnahme der lange umkämpften, seit 2014 zur Festung ausgebauten Stadt Konstantinowka zu unterstreichen, werden von Tass auch die Ausführungen von Sergej Rudskoj, Leiter der Hauptoperationsdirektion des russischen Generalstabs und erster Stellvertreter des Generalstabschefs, zusammengefasst: „Die ukrainischen Streitkräfte in Konstantinowka errichteten mehr als 80 Sperrgebiete und über 50 befestigte Verteidigungsstellungen, darunter auch Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen. Die erste Verteidigungslinie in bestand aus einem System von 30 km langen Sprengstoffbarrieren. Die zweite Verteidigungslinie erstreckte sich über bis zu 35 km. Das Verteidigungssystem umfasste Schützengräben und Gräben, die von Minenfeldern gesichert waren. Konstantinowka war das am stärksten befestigte ukrainische Verteidigungsgebiet.“ Bei der Eroberung habe die Ukraine 13.500 Soldaten verloren, verteidigt sei sie von 15.500 Soldaten bzw. sieben Brigaden, darunter die Lyut-Brigade. Über die eigenen Verluste wird nicht gesprochen.

 

Selenskij reagierte auf die russischen Siegesmeldungen

Der ukrainische Generalstab bestätigte die Einnahme der Stadt nicht, sondern sprach nur von wiederholten Angriffen auf sie. Am Sonntag wurde weiterhin verlautbart: „Soldaten der Streitkräfte der Ukraine befinden sich in verschiedenen Gegenden der Stadt und bestätigen: Konstantinowka ist unter Kontrolle der Verteidigungskräfte der Ukraine.“ Die Russen würden versuchen, mit einzelnen Gruppen in die Stadt einzudringen, würden aber „systematisch“ vernichtet. Mit einem Video soll bestätigt werden, dass die ukrainischen Truppen weiterhin die Stadt halten. Der russische Militärblogger Rybar: „Als Reaktion auf die Aussagen des russischen Verteidigungsministeriums zur Befreiung Kostjantyniwkas versuchte der Feind, diese Informationen durch die Veröffentlichung eigener Aufnahmen aus dem Stadtgebiet zu widerlegen. Tatsächlich befinden sich noch immer kleine ukrainische Infanteriegruppen in der Stadt, was russische offizielle Quellen übrigens nicht dementieren und behaupten, die Säuberungsoperation dauere an.“

Man wird sich nicht wundern, dass der ukrainische Präsident auf solche Erfolgsmeldungen reagieren musste. Das tat er auch, bezeichnend in einem Gespräch mit Bundeskanzler Merz, jedenfalls in den Anmerkungen dazu. Die Einnahme von Konstaninowka sein eine Lüge. Provokativ, aber nicht ernsthaft lud er Putin am 3. Juli ein, sich doch in Konstantinowka zu treffen: „Am Vorabend des amerikanischen Unabhängigkeitstages, hat Putin beschlossen, die Welt und den amerikanischen Präsidenten über die Lage an der Front anzulügen: Er behauptet, die Russen hätten Konstantinowka im Donbass eingenommen. Natürlich ist das nicht wahr – es ist nur eine weitere russische Lüge, um Schlagzeilen zu machen… Wenn Konstantinowka jetzt unter russischer Kontrolle ist, wird Putin wohl kein Problem damit haben, mich dort zu treffen und diplomatische Lösungen zu finden, um den Krieg endlich zu beenden. Aber er wird die Front dennoch nicht überschreiten: Die Wahrheit sieht ganz anders aus als Putins Worte.“

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow antwortete darauf, Konstantinowka sei „vollständig unter die Kontrolle der russischen Streitkräfte gekommen“. Und er lud seinerseits Selenskij zu einem Treffen ein: „Wenn Herr Selenskyj damit seine Bereitschaft signalisiert, nach Russland zu kommen, begrüßen wir das. Wir möchten Sie jedoch daran erinnern, dass Putin seine Bereitschaft erklärt hat, ihn in Moskau zu empfangen. Schließlich ist Moskau und nicht Konstantinowka die Hauptstadt der Russischen Föderation.“

In der Stadt wird weiterhin gekämpft

Das für die Soldaten blutige Propagandaspiel geht weiter. Es geht beiden Seiten darum, sich vor dem Nato-Gipfel am 7. und 8. Juli als erfolgreich zu präsentieren. Für die Ukraine geht es um weitere Dutzende Milliarden an Militärhilfe und die Fortsetzung des Kriegs, während Russland beweisen will, militärisch Fortschritte zu machen und das Siegesnarrativ der Ukraine zu widerlegen. Das ist nicht das erste Mal so, man erinnere sich an Mariupol, Bachmut, Awdijiwka oder Pokrowsk.

Allerdings ist jetzt von russischer Seite nicht mehr die Rede davon, dass die Stadt völlig eingenommen sei. Das russische Militär sagte am Sonntag, Truppen würden den südwestlichen Teil der Stadt säubern, zuvor hieß es, die russischen Truppen hätten „das Gebiet um Krasny Oktyabr eingenommen, dort Truppen konzentriert, das Gebiet gesichert und damit den Feind daran gehindert, in die Stadt hinein- und aus ihr herauszukommen. Und nun läuft die Phase der Säuberung der Stadt.“

Man darf annehmen, die Stadt ist zumindest in Teilen eine sogenannte Grauzone, in der weiter gekämpft wird, wie das russische Militär auch bestätigt. Die proukrainische Website Deep State meldet am Sonntagnachmittag: „Derzeit toben in Kostjantyniwka erbitterte Kämpfe um die Stadt. Der Feind hat sich den Außenbezirken der Siedlung genähert, dort Fuß gefasst und dringt in das Stadtinnere vor.“ Aber die Stadt Hülyaipole in der Region Saporischschja sei vollständig eingenommen worden, was Russland seit Dezember 2025 angekündigt hatte.

Russische und ukrainische Propagandataktiken

Schon am Samstag berichtete Sergej Rudskoj vom russischen Generalstab, Kiew habe seinen Truppen angeordnet, die Stadt möglichst lange zu halten, um die westlichen Unterstützer davon zu überzeugen, dass man den Vormarsch der Russen stoppen könne. Das beinhaltet, dass die Stadt doch nicht bzw. nicht vollständig eingenommen wurde, was allerdings das russische Militär und Dmitry Medvedev gestern weiterhin behaupteten. Letzterer kündigte die Einrichtung neuer „Sicherheitszonen“ in den Regionen Sumy, Dnipropetrowsk und Charkiw an, es geht also um Erweiterung der territorialen Ansprüche.

Gleichzeitig wird versucht, eine andere Karte zu spielen. Russland schlug der Ukraine vor, den Beschuss von Konstantinowka am 6. Juli zwischen 12:00 und 18:00 Uhr Moskauer Zeit einzustellen, um nach der doch wieder behaupteten Einnahme die Überführung der Leichen der in der Stadt gefallenen ukrainischen Soldaten zu ermöglichen. Das wurde von Kiew abgelehnt, woraufhin Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, kommentierte: „Selenskij braucht keine Ukrainer – weder tot noch lebendig.“

Deep State weist den Vorschlag, den ukrainischen Beschuss zu unterbrechen, aus folgenden Überlegungen zurück: „Dies ist ein perfider Plan, dem unter keinen Umständen zugestimmt werden kann, denn es sind die Angriffs- und Aufklärungsoperationen unserer Piloten, die den Feind daran hindern, sich vollständig zu etablieren und die Stadt zu besetzen. Wie bereits erwähnt, erklärt sich die Infiltration durch die zahlenmäßige Überlegenheit des Feindes und die unzureichende Anzahl unserer Infanteristen.“ Wenn sechs Stunden reichen würden, die Kontrolle zu übernehmen, müssten sich tatsächlich nur noch wenige ukrainischen Truppen in der Stadt aufhalten.

Offenbar steht der Kreml unter Druck, jetzt Stärke zeigen zu müssen. Peskow erklärt, dass die „Spezialoperation“ jetzt in einem richtigen Krieg übergehe, was als Drohung verstanden werden kann. Allerdings sagte er, Russland werde ein „echter Krieg“ von der Nato-Ländern aufgezwungen: „Es herrscht Krieg, ein echter Krieg. Wissen Sie, warum es ein Krieg ist? Weil alles als spezielle Militäroperation begann. Er wird als Krieg fortgesetzt, weil Kiew Berlin, Paris, Den Haag, Oslo und leider auch Washington hinter sich hat. Denn sie werden durch ihre Satelliten dabei unterstützt, uns ins Visier zu nehmen, und durch ihre gesamte Infrastruktur wird ihnen geholfen, ausländische Waffen auf unsere Ziele zu lenken.“

Auch das ist im Kontext der Versuche zu sehen, dem Narrativ der stärker werdenden Ukraine entgegenzutreten: „Natürlich wehrt sich das Kiewer Regime und versucht, eine falsche Darstellung für seine Drahtzieher, für seine Komplizen im NATO-Bündnis, zu konstruieren. Es will den Eindruck erwecken, es sei in der Lage, Druck auszuüben“, so Peskow. Indessen propagiert Selenskj einen angeblich neuen Erfolg: „Die Seestreitkräfte der Ukraine haben gemeinsam mit anderen Teilen der Verteidigungs- und Sicherheitskräfte das geschafft, was viele für unmöglich gehalten hatten: Russland hat das Schwarze Meer verloren.“

Im Augenblick scheint wichtiger denn je, wer den Propagandakrieg gewinnen wird. Im Westen wohl die Ukraine, da unterstützt von den Medien. Zwar wird immer wieder die hybride Kriegsführung Russlands als gefährlich herausgestrichen, aber in der strategischen Kommunikation dominieren die Ukraine und der Westen.

Florian Rötzer

Florian Rötzer, geboren 1953, war Gründer des Online-Magazins Telepolis und von 1996 bis 2020 dessen Chefredakteur. Seit 2022 ist er Redakteur beim Overton Magazin. Er ist Autor mehrerer Bücher, zuletzt In der Wüste der Gegenwart, das er zusammen mit Moshe Zuckermann geschrieben hat.
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44 Kommentare

  1. Mal etwas voraus gedacht: die Einnahme der Symbolstädte Slawiansk und Kramatorsk ist nur noch eine Frage der Zeit. Dann hat Russland sein erstes Kriegsziel erreicht, nämlich den Donbass. Und dann? Lässt Putin dort abstimmen, wie schon in den damsals neu eroberten Gebieten im Süden. Diese Abstimmungen fürchtet der Westen wie der Teufel das Weihwasser. Er hat keineswegs behauptet, sie seien gefälscht, denn sie waren gut dokumentiert. Sie mussten als „Scheinreferenden“ bezeichnet werden, damit war alles gesagt. Patrick Baab wurde sanktioniert, obwohl er gar nicht dabei war.
    Die Russen haben die Abstimmungen mit überwältigender Mehrheit gewonnen. Die jetzigen Gebiete liegen weiter nördlich und die Bevölkerung ist nicht so von ethnischen Russen geprägt. Trotzdem wage ich zu prognostizieren, dass auch hier eine überzeugende Mehrheit zusammen kommt.
    Und dann? Wird eine internationale Mehrheit verlangen, das anzuerkennen, um den Krieg zu beenden.

    Das ist es, was sie in Berlin und Kiew so fürchten.

    1. @Artur_C
      „Das ist es, was sie in Berlin und Kiew so fürchten.“

      In Berlin fürchten sie mehr noch die eigene Bevölkerung, die die „Reformen“ als das ansieht was sie sind!

      Pöbelt Merz wieder gegen die eigene Bevölkerung?

      „Kulturpessimisten, Untergangspropheten, Nöler, Nörgler, empörte Berufskritiker: Wegtreten!“

      „Bundeskanzler Friedrich Merz hat Deutschland bei einem Beibehalten des Reformkurses eine erfolgreiche Zukunft vorausgesagt. „Die besten Jahre Deutschlands liegen nicht hinter uns.
      Es liegen, wenn wir es richtig machen, sehr gute Jahre vor uns“, sagte er beim Landesparteitag der nordrhein-westfälischen CDU in Düsseldorf.

      „Die Erfolgsgeschichte unseres Landes, der Bundesrepublik Deutschland, sie ist nicht auserzählt.“
      Quelle: Tagesspiegel https://www.tagesspiegel.de/politik/reformen-merz-vor-deutschland-liegen-sehr-gute-jahre-15797233.html

      Der Glaube an diesen Schwachsinn soll also Berge versetzen?

    2. @Artur_C

      Ich wage sogar zu behaupten, dass die wenigsten Ukrainer mit ihrer Regierung einverstanden sind, außer den Sympathisanten der extremen Rechtsradikalen in dem Teil der West-Ukraine, die seit dem Ende des 1. Weltkriegs bis 1939 zu Polen gehört haben.

      Die Bandera-Verehrer sind eine kleine, ukrainische Minderheit, die nur deshalb so einflussreich sind, weil sie von starken Verbündeten massiv unterstützt werden, zwischen 1941 bis 1945 waren es die deutschen Nazis, und seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs sind es die westlichen Staaten Großbritannien, Kanada, Australien und insbesondere die USA.

    3. Zelensky hat den faschistisch/nazionalistischen Fehler gemacht, die Russen in der Ukraine „unsichtbar“ zu machen:

      – oppositionelle Medien verboten
      – orthodoxe Kirche verboten
      – russische Sprache verboten
      – russische Geschichte ausgelöscht
      – russische Kultur unterdrückt
      – russische Teilhabe in Wirtschaft und Politik unterdrückt
      – russische Identität (Pässe…) ukrainisiert: (Vladimir -> Volodymir…)

      Zelensky hat damit schon vor längerer Zeit eine zweite Front im Inneren aufgemacht, die sich seit Beginn rächt. Die Russen erfahren es umgehend, wenn die ukrainische Armee Kisten in Supermärkten, Theatern und Schulen ablädt…

      Zelensky und Europa haben aber noch zwei andere schwere Fehler begangen:

      die Ukraine hat seit Belgorod angefangen, den Krieg von der Front ins russische Hinterland zu tragen. Ziel ist die russische Öffentlichkeit – mit der Hoffnung auf einen Vietnam-Effekt: nämlich den Verlust der Unterstützung der russischen Öffentlichkeit.

      Russland ist aber keine Medien-Demokratie, wie die USA – und Vietnam war nicht zu rechtfertigen.

      Amerikanische NATO-Raketen an Russlands Grenzen einigen dagegen die russische Öffentlichkeit. Insofern bezweifel ich jetzt schon die westliche Strategie…

      Nummer zwei:
      der Westen und die Ukraine setzen massiv auf Drohnen-Technik. Die Antwort haben die Russen längst fertig: russische Soldaten tragen inzwischen ein Handy-ähnliches Display am rechten Handgelenk, daß den unvermeidlichen Video-Stream der Drohne anzeigt. Dieser ist – und läßt sich nicht verschlüsseln. Der Russe sieht also dasselbe, wie der ukrainische Drohnen-Pilot – und das sehr früh, nämlich wenn die Drohne gestartet wird…

      Diese Geräte sind noch selten, werden im Herbst aber Standard sein.

      Ich hatte hier schon mal geschrieben, daß sich der Westen seines Artillerie-Radars rühmt – also anfliegende Granaten abschießen kann. Auch hier haben die Russen längst die Lösung: sie fertigen nicht-metallische Granaten aus Basaltfaser-Composit. Die müssen zwar noch recht dickwandig sein, was auf Kosten der Ladung geht – aber: sie sind auch da schon weiter…

      Am Ende wird das von den besseren Köpfen entschieden. Russland hat weltweit die meisten Akademiker pro Bevölkerung – noch weit vor China.

      Es ist das System, stupid!

      In Russland ist erfolgreich, wer etwas zur Gesellschaft beiträgt. Im Westen ist erfolgreich, wer zu Unterhaltung, Verblödung und Konsum beiträgt.

      Im weitesten Sinne ist es also ein Krieg zwischen Prosumenten und Konsumenten – jetzt ratet mal, wie da wohl die Prioritäten sind… ?

      Es ist meiner Meinung nach ökonomischer Suizid, die größte Rohstoffmacht der Welt in die Hände der größten Werkbank der Welt zu treiben.

      Wir sind weder das eine noch das andere. Wir sind bestenfalls Zuschauer…

    4. Patrik Baab war beim Referendum anwesend. Er bestätigte dies bereitwillig. Ich nehme an, Ihre übrigen Informationen beruhen auf derselben faktischen Grundlage.

    5. „Die jetzigen Gebiete liegen weiter nördlich und die Bevölkerung ist nicht so von ethnischen Russen geprägt. Trotzdem wage ich zu prognostizieren, dass auch hier eine überzeugende Mehrheit zusammen kommt.“

      Man muss sich nur die Unterschiedlichen Sozialleistungen zwischen Russland und der Ukraine ansehen. In Russland sind die Löhne und Renten deutlich höher. Das war auch auf der Krim ein Argument um für den Beitritt zu Russland als Autonome Region zu stimmen.

      Zudem würde ich behaupten, das die im Don Bas und den angrenzenten Regionen die Schnauze gestrichen voll haben von der Regierung in Kiew die seit 2013/14 die Bevölkerung mit einem Bürgerkrieg überzieht.

      Wenn es in Baden eine Abstimmung gäbe ob man sich dem Elsass , der Schweiz und Voralberg anschliessen wolle und dieses Angebot damit verbunden wäre, das die Renten und Löhne sich verdoppeln und es ein Vollkaskosystem im Gesundheitswesen gibt, für das man nichts bezahlt, dann könnte ich mir vorstellen das die Abstimmung auch nicht zu Gunsten der BRD ausgehen würde.

      Zumal ja Baden und die genannten Gebiete kulturell und sprachlich eine Einheit bieten. Ganz im Gegenteil zu Baden und etwa Friesland.
      Baden könnte man natürlich durch jede andere Grenzregion ersetzen.

      Die Nationalstaaten in der heutigen Form sind eigentlich überholt und entsprechen den Etnien. Gerade auch in Deutschland ist das deutlich sichtbar.
      Lasst die Völker und Regionen entscheiden wie sie sich zusammenschliessen wollen und beseitigt das Korsett der Nationalstaaten. Die Völker werden sich einig werden.

      In Spanien gilt das auch was hat Katalonien und das Baskenland gemeinsam mit Andalusien?

  2. Es gibt vielfältige youtube-Video-Blogs mit Frontanalysen.

    alle pro-russischen und neutralen Blogs sprechen von einer Eroberung Konstantinowkas.

    Die Festellung das Russ. Truppen Konstantinowka eingenommen haben ist durch vielfältige Videos dokumenteirt, also letztlich nicht abstreitbar.

    Die internationale Presse ausserhalb der „westlichen“ Medienblase berichtet gleichlautend, Zitate Hindustan Times und Times of India:

    „Russian Army STORMS Ukraine’s Kostiantynivka“ (schon vor 6 Tagen)

    „Putin Forces Hoist Russian Flag In Zelensky’s Bastion; Major Gains After Konstantinovka Win“ (heute)

    Usw.

    Richtig ist alleine:

    Der Krieg wird von beiden Seiten mit eher geringen Mann-Stärken direkt an der Front geführt und es wird immer-noch eingeschlossene „Trupps“ ukrainischer Soldaten in Konstantinifka geben.

    Wir leben hier in einer Medienblase aus Desinformation.
    Mich erinnert das an die 1944er und 1945 Wochenschauen im Dritten-Reich.
    Die haben der Bevölkerung auch ständig etwas vom „Endsieg an der Ostfront“ erzählt, bis wenige Wochen vor der bediungslosen Kapitulation.

    1. In den Jahren 1944 und 1945 eroberte die rote Armee im Schnitt rund 100.000 qkm pro Monat.
      Das kann man gerne mal vergleichen mit den Werten in der Ukraine:

      2023 ca. 50 qkm/Monat
      2024 ca. 350 qkm/Monat
      2023 ca. 450 qkm/Monat
      2023 ca. 40 qkm/Monat

      Die sowjetischen Geländegewinne im Jahr 1944 waren größenordnungsmäßig 200- bis 300-mal größer als die russischen Geländegewinne in 2024 oder 2025.
      Entsprechend wird das auch nix mit der bedingungslosen Kapitulation in naher Zukunft.
      Aber fest dran Glauben hilft der geschunden Seele auch schon. Putin wird’s nicht anders machen

      1. Sie haben die Art dieses Krieges anscheinend noch immer nicht wahrgenommen. Hier geht es nicht vordergründig um die Schnelle eines Vormarsches und das „Abhaken“ irgend welcher qkm- Zahlen. Der Donbass ist schon das Ziel der russischen Seite, die ganze Ukraine stand nie auf dem Plan. Es ist ein Abnutzungskrieg, irgendwann ist ein Schwächepunkt erreicht, ab dem das „Kilometer machen“ rapide ansteigen könnte.
        Die „Entnazifizierung“ schreitet wohl auch voran. Neben vielen unfreiwillig eingefangenen Soldaten nimmt auch die Mannstärke der eifrigsten, nationalistischen Kämpfer stetig ab (obwohl die oft in zweiter Reihe hinter den „freiwillig“ Rekrutierten stehen, um den „Kampfeswillen“ der ersten Reihe zu „stärken“.
        Ich denke, der Kipppunkt auf ukrainischer Seite könnte noch in diesem Jahr erreicht sein. Dann wäre ein Kriegsende hoffentlich noch in diesem Jahr erreichbar.
        Auch letzte Umfragen innerhalb der Ukraine zeigen, dass die Mehrheit (66%) endlich einen Verhandlungsfrieden will. Diese Zahl ist nicht hoch genug einzuschätzen. Jeder weiß, das man im Krieg immer sehr vorsichtig damit ist, eine von der Staatsführung abweichende Meinung gegenüber Umfrageinstituten preiszugeben.

        1. „die ganze Ukraine stand nie auf dem Plan. “

          Um die von Putin im Februar 2022 definierten Ziele der SMO, die in der Zwischenzeit bis heute von Putin. Lawrow und Peskow stets wiederholt bekräftigt wurden, zu erreichen: 1) „Entnazifizierung“, also der Sturz der Kiewer Regierung und Einsetzen einer pro-russischen Medvedchuk-Regierung und 2) „Entmilitarisierug der gesamten Ukraine“, muss Russland die gesamte Ukraine einnehmen.. Die vollständige Einnahme der Donbass-Region reicht nicht aus, um die eigentlichen Ziele der SMO zu verwirklichen.

          1. @ Cromwell um 16 Uhr 37 :
            Wenn Sie schon zitieren, soll- ten 1) wenigstens die Zitate stimmen und 2) die Schlüsse auch logisch sein.

      2. Der Vergleich ist wenig sinnvoll.

        1944 war die Rote Armee und die UDSSR in einem „totalen Krieg“, die Stärke der Streitkräft lag bei 13 Millionen Soldaten.

        Heute ist Russland nach eigenem Verfassungsrecht nicht-einmal „formal-juristisch“ in einem Krieg, es ist kein Verteidungsfall ausgerufen — normales Zivilrecht gilt weiterhin — Wahlen finden normal statt und es werden nicht allgemein Reservisten eingezogen (abgesehen von 300-tausend in 2023 nach einer Gesetzes-Änderung extra dafür).

        Die „Gesamtstärke“ der für den Krieg (ja, völkerrechtlich ist Krieg wenn ein Krieg statt-findet) angeworbenen Zeitsoldaten zusammen mit den 300-tausend gezogenen Reservisten liegt bei 1,3 millionen bis 1,7 Millionen.
        Russische Wehrdienstleistende nehmen nicht an dem Krieg teil.

        Der Militärhaushalt liegt bei 7% bis 8% des nominellen BIP, das ist mäßig viel höher als der US-Anteil der Militärausagen an derem BIP wären des Irak-Krieges und Besatzung mit 5% bis 6% des BIP.

        Auch die Kriegsstrategie und Kriegsziele sind kaum vergleichbar.

        Russland will heute einen Verhandlungsfrieden welcher Kernforderungen Russlands berücksichtigt mit Gewalt erzwingen — ähnlich wie „wir“ 1999 das „Abkommen von Kumanovo “ (und Teile des Rambouillet-Abkommens) mit Gewalt erzwungen hatten und damit auch das Recht zur Okkupation des Kosovo.

        Faktisch diente der „Siegfrieden“ (von Kumanovo) wohl dazu das Kosovo gegen dem Staate Jugoslavien mit Gewalt zu entreißen und dort ein defacto „Nato-Protektorat“ ein-zu-richten.
        Zumindest ist das die Entwicklung die dann eingetreten ist.
        Übrigen ganz ohne ein Status-Referendum — der „Werte-Westen“ braucht keine Referenden zur Bestätigung einens „Selbstbestimmungsrechts der Völker“ .

        1. Na dann ist ja gut, dass Sie selbst einsehen, dass der Vergleich mit 1944 / 45 wenig sinnvoll ist.

          Darauf wollte ich hinweisen. Sie hatten diesen „hinkenden“ Vergleich aus der Taufe gehoben.

          Schön das wir einer Meinung sind.
          Und im Feb 2027 geht es dann ins 6. Kriegsjahr, oder wie die Vatniks es nennen ins 6. MSO-Jahr. Zumindest wenn der Sprit reicht.

          1. Die Kriege sind nicht vergleichbar.

            Die Deutsche Propaganda damals und heute ist sich recht ähnlich.

            Zitat Hitler zur Russland in einer Denkschrit 1936 [1]:

            „I. Die deutsche Armee muss in 4 Jahren [1940] einsatzfähig sein.
            II. Die deutsche Wirtschaft muss in 4 Jahren [1940] kriegsfähig sein.“

            Göring ergänzend dazu Zitat [1]:

            „Sie [Hitlers Denkschrift] geht von dem Grundgedanken aus, dass die Auseinandersetzung mit Russland unvermeidbar ist.“

            Zitat Verteidigungsminister Boris Pistorius 2023 btr. Russland und der vorgebeblichen Russ. Bedrohung [2]:

            „„Wir müssen kriegstüchtig werden – wir müssen wehrhaft sein und die Bundeswehr und die Gesellschaft dafür aufstellen.“

            Pistorius über vorgeliche bevorstehende Angriff Russlands, Zitat Tagesschau 24.09.2025

            „Wir dürfen nicht glauben, dass Putin an den Grenzen der Ukraine, wenn er so weit kommt, haltmachen wird“, so der Minister damals in seinem Eingangsstatement. „Wir müssen bis 2029 kriegstüchtig sein. Wir müssen Abschreckung leisten, um zu verhindern, dass es zum Äußersten kommt.“

            Damit das angeblich Russland / die UDSSR unmittelbar davor war Deutschland an-zu-greifen war Juni 1941 die „Propaganda-Begründung“ für den Vernichtungskrieg gegen Russland, genauer die ganze UDSSR, Zitat Wikpedia [4]:

            „Alle diese propagandistischen Dokumente [des Dritten-Reichs] enthielten im Kern die Behauptung, Deutschland sei bloß sowjetischen Aggressionsplänen zuvorgekommen. Der Angriff auf die Sowjetunion sei ein Präventivkrieg. Die Sowjetunion sei „mit ihren gesamten Streitkräften an der deutschen Grenze sprungbereit aufmarschiert. Damit hat die Sowjetregierung die Verträge und Vereinbarungen mit Deutschland verraten und gebrochen ….“

            Fazit:

            Deutsche Poltiker argumentieren heute btr. Russland so wie im Dritten Reich — „Nazi-Lügenporpganda“ ist wider hoffähig.

            In Russland wird man solche Retorik zwangsläufig als Teil der Vorbereitung eines groß angelegten Angriffs gegen Russland werten.

            Quellenangaben:

            [1] Wikpedia-Artikel „Denkschrift zum Vierjahresplan“

            [2] Bundeszentral für Politische Bildung, „Kriegstüchtig? Zur Zeitenwende in Politik, Gesellschaft und Truppe“, Sönke Neitzl 15.11.2024

            [3] Tagesschau online, „Woher kommt die Russland-Prognose 2029? „, Florian Flade, 24.09.2025

            [4] Wikpedia-Artikel „Präventivkriegsthese“

  3. Witzig wie sich Overton und die Foristen an den paar qkm fest beißen die an der Front mit dem Blut und dem Leben der Russen erkauft werden, die so blöd waren sich für ihren Zaren zu opfern.

    Hinter der Front fällt die Logistik auseinander, die Versorgung der Krim ist eh schon ad acta gelegt und der Rohstoffnation RF geht der Sprit aus.

    Das sind strategische Veränderungen die den Krieg fundamental verändern werden, während sich die Autoren an de Beschreibung einzelner Schützengräben festhalten.

    Ja, ja, ich weiß, die Blase will bedient werden. Dann muss eben auch mal die Journalisten-Seele verkauft werden.

    1. Hinter der Front fällt die Logistik auseinander
      und der Rohstoffnation RF geht der Sprit aus.
      Das sind strategische Veränderungen die den Krieg fundamental verändern werden,

      Mensch Ottono du bist so naiv. Wie oft hast du das schon kommen sehen?

      Unser Land erstreckt sich über 11 Zeitzonen und nur ein winziger Teil unserer Kapazitäten liegt überhaupt in Reichweite der Drohnenangriffe. Die Probleme, die es in einigen wenigen Regionen gibt, sind örtlicher und vorübergehender Natur. Dort wo eine von 1000 Drohnen durch die Luftverteidigung durchbrechen konnte und hier und da mal ein Benzintank getroffen hat (welches nach wenigen Tagen repariert wird) kam es vielleicht zu Engpässen in der örtlichen Versorgung. Diese Probleme halten normalerweise nicht länger als ein Paar Tage an, bis aus anderen Gegenden Sprit geliefert wird und die betroffene Raffinerie repariert und wieder arbeiten kann. Ich selbst lebe in so einem Gebiet. Ich musste nur ein einziges mal 5 Minuten anstehen. Sprit war trotzdem verfügbar, zu einem Preis von dem ihr in Deutschland nur träumen könnt. Es wird nur in betroffenen Gebieten vorübergehend rationiert. 30 Liter pro Tag pro Fahrzeug. Das führt dazu, dass Leute öfter zu Tanke fahren als sonst und daher gibt es hier und da mal eine Schlange. Das ist wahrlich nichts dramatisches und das wird sicherlich nicht zu einer strategischen Veränderung führen die irgendeinen Einfluss auf den Krieg hat,. Zumal das Militär sowieso nicht an der Tanke anstehen muss.

      Außerdem beachtest du gar nicht die Vergeltungsschläge. Die Vergeltungsschläge Russlands sind zichfach schwerer. Wenn die Ukrainer es schaffen bei uns ein Treibstofftank in Brand zu setzen, brennen wir in der nächsten Nacht bei ihnen 5 Raffinerien, 30 Fabriken und ein Paar Kraftwerke komplett nieder. Jedes mal kostet es die Ukraine sehr viel mehr. Von daher, mach dir keine Illusionen – dann wird auch die Enttäuschung nicht ganz so groß wenn die von dir vergeblich erwartete fundamentale Veränderung auch diesmal nicht eintrifft.

  4. Echt jetzt. Schickt doch die FAFO-Schreier endlich in die Wueste; das ist ja sowas von offensichtlich, dass das nur Trolle sind…

    P.S.
    Und eine Bitte an die anderen Forenten: Trolle nicht fuettern, dann haben sie naemlich ihren Zweck nicht erfuellt.
    Ist zwar nur eine kleine Genugtuung, aber dennoch besser als die Alternative

  5. „Das ist nicht das erste Mal so, man erinnere sich an Mariupol, Bachmut, Awdijiwka oder Pokrowsk.“

    Oh ja, als „begeisterter“ Verfolger des Livetickers von unserem Entenkanal weiß man natürlich genau, wie das bei den Vorgenannten und weiteren nicht angeführten Marktflecken jeweils so abzugehen hatte. Über Monate, Viertel- und Hallbjahre dümpelte da doch ede von den genannten „bis zur letzten Natokugel“ zu haltenden „Festungen“ erfolgreich vor der schwarzen Linie, wo die Schergen von Putin – wie es meist hieß – verzweifelt kauerten. Irgendwann war dann der Nsme für `ne Weile entsorgt um dann doch wieder irgendwo aufzutauchen, als Milchkannen-Abholstation weit hinter der Front „beim Feind“ ausgewiesen, was zuvor noch der letzte „Fels in der Brandung“ zu sein hatte.

    Na ja, immerhin hat sie für den Zauberlehrling wenigstens immer wieder „zur vollsten Zufriedenheit“ funktioniert.- die tolle Geschäftsidee vom „How to get such much money – as long as it takes!“. Nun denn, wenn es den edlen Spendern zu helfen vermag, ihre seit Jahrhunderten schon schwärenden Traumatas – wie Beresina, Stalingrad nebst Seelower Höhen – vielleicht doch mal verklappen zu können, sei es ihnen gegönnt. Dumm nur, es ist ja unser Geld und das von etlichen nachfolgenden Generationen, dass sie ungefragt im wahrsten Sinne verpulvern und – wie es scheint – sogar willig und bereit, unsere ganze Existenz gleich mit.

    1. Der Propagandakampf um Konstantinowka scheint wohl beendet zu sein. Wie ich darauf komme? Nun, ich darf noch einmal den NTenkanal-Liveticker zitieren. Schon heute bewirbt man sich dafür, die (über) nächste Milchkannen-Abholstation sein zu dürfen.

      Der Ukro-Liveticker von heue am 6. Julei

      +++ 09:55 Lage in Kramatorsk „kritisch“ +++
      Die Lage in der frontnahen ostukrainischen Stadt Kramatorsk wird immer problematischer. Die Situation habe sich von „schwierig“ zu „kritisch“ verschlechtert, da die russischen Streitkräfte den Druck in der Region verstärkten, zitiert „The New Voice of Ukraine“ Ivan Petrichak, den Sprecher der 24. Separaten Mechanisierten Brigade. „Wir haben immer gesagt, die Situation sei komplex und herausfordernd, und jetzt ist sie kritisch schwierig“, so Petrichak. „Der Feind ist uns zahlenmäßig überlegen und rückt entlang der gesamten Kontaktlinie in unserem Verantwortungsbereich sowie in angrenzenden Frontabschnitten wie Kostjantyniwka vor.“

      Conclusio? Die Kasse wohl immer noch oder schon wieder knapp?

  6. Der Versailler Vertrag war keine bloße Nachkriegsregelung. Deutschland wurde nach dem Ersten Weltkrieg rechtlich, wirtschaftlich und militärisch festgelegt. Gebietsverluste, Reparationen, Abrüstung, Kriegsschuldartikel und internationale Herabsetzung bildeten zusammen eine Kränkungslage. Jeder Punkt ließ sich einzeln begründen. In der Summe entstand kein stabiler Frieden, sondern ein Sprengsatz.

    Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion wiederholt sich diese Struktur gegenüber Russland. Nicht als identischer Vertrag, sondern als Methode. Russland verlor Macht, Einflussräume, wirtschaftliche Stabilität, gesellschaftliche Ordnung und internationale Anerkennung. Der Westen behandelte diesen Zusammenbruch als Sieg der eigenen Ordnung. Aus dem Ende des Kalten Krieges wurde keine gesamteuropäische Friedensarchitektur, sondern die Ausdehnung der Siegerstruktur.

    Versailles 1.0 beruhte auf der Annahme, ein geschwächter Staat könne durch Druck, Kontrolle und moralische Festschreibung dauerhaft befriedet werden. Deutschland blieb formal Teil der internationalen Ordnung, wurde praktisch aber herabgesetzt. Formal Vertrag. Praktisch Diktat.

    Versailles 2.0 funktioniert ähnlich. Formal gibt es Kooperation, Diplomatie, Foren und Erklärungen. Praktisch wurde Russland immer weniger als Mitgestalter europäischer Sicherheit behandelt. Es sollte sich einfügen. Seine Sicherheitsinteressen wurden nicht gleichrangig geprüft, sondern als rückständig, imperial oder propagandistisch abgewertet. Die NATO rückte nach Osten. Russland blieb de jure Gesprächspartner, wurde de facto aber Objekt westlicher Sicherheitsplanung.

    Die Analogie liegt in der Methode. Damals: Schuldzuweisung, wirtschaftliche Belastung, militärische Begrenzung, politische Herabsetzung. Heute: moralische Fixierung, wirtschaftlicher Druck, strategische Einhegung, politische Entwertung. Damals wurde Deutschland als Problem behandelt, das kontrolliert werden müsse. Heute wird Russland als Problem behandelt, das eingehegt, geschwächt und belehrt werden müsse.

    Nach 1945 hatte man gegenüber Deutschland aus Versailles gelernt. Westdeutschland wurde wirtschaftlich aufgebaut, politisch stabilisiert und sicherheitspolitisch eingebunden. Das war machtpolitische Vernunft. Man hatte erkannt, dass dauerhafte Demütigung keine Ordnung schafft. Ein Staat braucht eine Zukunft, wenn er nicht in Revanche leben soll.

    Gegenüber Russland wurde diese Lehre nicht angewendet. Nach 1991 entstand keine Ordnung, in der Russland dauerhaft als notwendiger Sicherheitsakteur Europas anerkannt wurde. Es entstanden Gesprächsformate, aber keine Ordnung auf Augenhöhe. Die westlichen Strukturen wurden erweitert. Russland sollte die Richtung akzeptieren. Das ist der Unterschied zwischen Einbindung und Unterordnung.

    Auch Polen und die baltischen Staaten gehören in diese Analyse. Ihre Haltung ist historisch verständlich. Sie haben eigene Erfahrungen mit russischer und sowjetischer Macht. Ihr Sicherheitsbedürfnis ist real. Aber genau wie Frankreich nach dem Ersten Weltkrieg können Staaten aus verständlicher Angst eine destruktive Politik antreiben. Frankreich wollte Deutschland dauerhaft schwächen, weil es Deutschland fürchtete. Polen und die baltischen Staaten drängen heute auf eine harte Linie gegen Russland, weil sie Russland fürchten. Das ist erklärbar. Es bleibt gefährlich.

    Verständliche Angst ersetzt keine stabile Friedensordnung. Frankreichs Sicherheitsbedürfnis nach 1918 war nicht erfunden. Trotzdem trug die daraus folgende Politik dazu bei, Deutschland in einer Kränkungslage zu halten. Heute ist die Angst Osteuropas vor Russland nicht erfunden. Trotzdem kann daraus eine Politik entstehen, die Europa in dauerhafte Konfrontation treibt. Sicherheitsinteressen kleinerer Staaten sind ernst zu nehmen. Sie dürfen aber nicht die gesamte Ordnung in Richtung Eskalation zwingen.

    Versailles 1.0 war auch eine soziale Erfahrung. Es traf nicht nur Regierungen und Diplomaten. Es traf Menschen. Arbeiter, Familien, Veteranen, Beamte, Unternehmer, Jugendliche. Politische Demütigung bleibt nicht im Außenministerium. Sie geht in Preise, Arbeit, Lebensläufe, Schule, Medien, Familienerzählungen und Selbstbild über.

    Der Zusammenbruch der Sowjetunion war ebenfalls eine soziale Erfahrung. Der Westen nannte es Transformation. Für viele Betroffene war es Absturz. Biografien zerbrachen. Sicherheiten verschwanden. Eigentum wurde neu verteilt. Oligarchien entstanden. Millionen Menschen erlebten die 1990er als Entwertung, Armut, Chaos und Abhängigkeit.

    Diese Mechanik ist auch im Inneren sichtbar. In Deutschland bestehen formale Rechte, während praktische Anerkennung oft ausbleibt. De jure Rechte. De facto Kampf um Mindeststandards. De jure Gleichbehandlung. De facto Herkunft, Name, Akzent, Aussehen und Verdacht. Als äußerlich wahrgenommener Russe, Sowjet oder Osteuropäer erlebt man schnell, dass der Rechtsstaat formal versprochen und praktisch dosiert wird.

    Gerade in Bayern berichten Hotelgäste aus dem Osten, Handwerker aus der DDR und Osteuropäer von dieser Arroganz. Behörden- und Gerichtskontakt wird zum Spießrutenlauf. Niemand sagt offen, man habe keine Rechte. Man erlebt nur, dass jedes Recht erst erkämpft werden muss. Formal Leistungsgesellschaft. Praktisch Herkunftssortierung. Formal Rechtsstaat. Praktisch Vorbehalt. Genau so funktioniert auch die internationale Ordnung gegenüber Russland: formal Anerkennung, praktisch Herabstufung.

    Versailles 1.0 zeigte, wie gefährlich eine Ordnung ist, die sich selbst für rechtmäßig hält und ihre Wirkung auf Menschen ignoriert. Die Sieger sahen Verträge, Zahlungen, Sicherheit und Kontrolle. Die Betroffenen sahen Demütigung, Ungerechtigkeit und Entwertung. Versailles 2.0 zeigt dieselbe Blindheit. Der Westen sieht Bündnisfreiheit, Demokratie, Sanktionen, Werte und Verteidigung. Russland sieht Einhegung, Doppelmoral, wirtschaftlichen Angriff, strategische Bedrohung und politische Herabsetzung. Eine Analyse muss beide Wahrnehmungen aufnehmen. Eine Ordnung, die nur eine Wahrnehmung zulässt, erzeugt keinen Frieden.

    Versailles 1.0 wurde politisch ausgeschlachtet. Kränkung wurde in Propaganda, Feindbilder und Mobilisierung übersetzt. Der Vertrag lieferte Material für Radikale. Versailles 2.0 liefert ebenfalls Material. Jede NATO-Erweiterung, jede Sanktion, jede westliche Belehrung, jede Rede vom Schwächen Russlands, jede Doppelmoral im Völkerrecht stärkt jene Kräfte in Russland, die immer gesagt haben, der Westen wolle Russland kleinhalten.

    Der Kampf um Konstantinowka zeigt diese Logik im Kleinen. Es geht um Deutung. Russland braucht den Beweis militärischen Fortschritts. Die Ukraine braucht den Beweis des Widerstands. Der Westen braucht den Beweis, dass weitere Unterstützung sinnvoll ist. Aus Frontmeldungen wird Verhandlungsmunition. Aus Propaganda entstehen spätere Friedensbedingungen.

    Auch Versailles 1.0 wurde durch Erzählungen vorbereitet. Deutschland wurde als Schuldiger festgelegt. Frankreich verlangte Sicherheit. Bevölkerungen erwarteten Strafe und Entschädigung. Aus Stimmungen wurden Vertragsklauseln. Heute entstehen aus Kriegsnarrativen wieder politische Forderungen: Russland soll verlieren, zahlen, verzichten, sich zurückziehen, geschwächt werden und die westliche Ordnung akzeptieren.

    Das ist Siegerlogik. Sie stammt aus einer Welt, in der man glaubte, Staaten durch Niederlage, Gebietsordnung, wirtschaftlichen Druck und militärische Begrenzung dauerhaft formen zu können. Diese Methode hat bereits einmal versagt. Heute ist sie gefährlicher. Russland ist kein besiegtes Fürstentum. Russland ist ein moderner Staat mit Atomwaffen, Rohstoffen, Industrie, strategischer Tiefe, eigener Geschichtserzählung und globalen Ausweichräumen.

    Die Ukraine ist der Ort, an dem diese gescheiterte Ordnung explodiert. Sie ist Schlachtfeld einer europäischen Sicherheitsarchitektur, die Russland nie tragfähig eingebunden hat.

    Ein stabiler Frieden kann nicht aus Demütigung entstehen. Er braucht Sicherheitsinteressen der Ukraine, Russlands und Europas. Keine Seite darf ihre Sicherheit auf die vollständige Unsicherheit der anderen Seite bauen. Genau diese Grundregel wurde nach 1991 verletzt.

    Versailles 1.0 war die Überzeugung, dass ein besiegtes Deutschland durch Druck, Kontrolle und Schuldzuweisung dauerhaft beherrschbar bleibt. Versailles 2.0 ist die Überzeugung, dass ein geschwächtes Russland durch Druck, Einhegung und moralische Markierung dauerhaft beherrschbar bleibt.

    Beide Annahmen beruhen auf derselben Fehleinschätzung des Menschen. Menschen akzeptieren Demütigung nicht unbegrenzt. Gesellschaften verarbeiten Herabsetzung politisch. Staaten suchen Wege, verlorene Würde wiederherzustellen. Das kann aggressiv, gefährlich und zerstörerisch werden.

    Die Lehre aus Versailles müsste allgemein gelten. Sie dürfte nicht nur lauten: So hätte man Deutschland nicht behandeln dürfen. Sie müsste lauten: So darf man mit Menschen und Staaten nicht umgehen. Eine Ordnung, die Menschen demütigt, erzeugt Widerstand. Eine Ordnung, die Staaten entwertet, erzeugt Gegenmacht. Eine Ordnung, die Sicherheit gegen einen zentralen Akteur baut, erzeugt Unsicherheit.

    Europa hat nach 1991 keinen Frieden entworfen. Europa hat Versailles 2.0 entworfen und erwartet ein anderes Ergebnis als bei Versailles 1.0.

    Die Parallele ist sichtbar. Damals formaler Frieden, praktische Kränkung. Heute formale Ordnung, praktische Kränkung. Damals Sicherheitsordnung gegen Deutschland. Heute Sicherheitsordnung gegen Russland. Damals Druck statt Einbindung. Heute Druck statt Einbindung. Damals moralische Gewissheit der Sieger. Heute moralische Gewissheit des Westens.

    Wer Versailles verstanden hat, erkennt dieses Muster. Wer es nicht erkennt, hat aus Versailles nur eine nationale Beschwerde gemacht. Dann wurde nur gelernt, dass Deutschlands Demütigung gefährlich war.

    1. @Miri

      »Nach 1945 hatte man gegenüber Deutschland aus Versailles gelernt. Westdeutschland wurde wirtschaftlich aufgebaut, politisch stabilisiert und sicherheitspolitisch eingebunden. Das war machtpolitische Vernunft. Man hatte erkannt, dass dauerhafte Demütigung keine Ordnung schafft. Ein Staat braucht eine Zukunft, wenn er nicht in Revanche leben soll.«

      Das sehe ich nicht so, Deutschland konnte die bedingungslose Kapitulation weder auf einem »Dolchstoß im Rücken« schieben, noch die »Allein-Schuld« am Kriegsanfang abstreiten, und im Gegensatz zur »Kapitulation von 1918« war Deutschland heil froh, so glimpflich davon gekommen zu sein, auch Dank der sich abzeichnenden Spannungen der USA mit der Sowjetunion.

      1. @henio

        Der Einwand hält historisch nicht. Versailles wurde nach 1945 nicht ignoriert, sondern als politisches Problem erkannt, wissenschaftlich bearbeitet und praktisch verarbeitet. Die Lehre war: Eine reine Straf-, Demütigungs- und Niederhaltungsordnung schafft keinen stabilen Frieden.

        Das sieht man nicht nur an Westdeutschland. Dort ist es offensichtlich: Die anfänglich harte US-Besatzungslinie JCS 1067 behandelte Deutschland als besiegten Feindstaat und sollte verhindern, dass Deutschland wieder eine Bedrohung wird. Diese Linie blieb aber nicht dauerhaft bestehen; sie wurde 1947 durch JCS 1779/1 ersetzt. Es folgten Wiederaufbau, Marshallplan, wirtschaftliche Stabilisierung und sicherheitspolitische Einbindung. Der Marshallplan war ausdrücklich ein Wiederaufbauprogramm für Europa, nicht eine Fortsetzung der Bestrafung.

        Entscheidend ist aber: Selbst in der DDR lässt sich dieselbe Grundbewegung erkennen. Die sowjetische Besatzungszone wurde anfangs sehr hart behandelt. Es gab massive Demontagen und Reparationen. Die bpb verweist darauf, dass die Sowjetunion nach Schätzungen fast 3.000 Industriebetriebe demontierte und erhebliche Mengen aus laufender Produktion entnahm; die Reparationen aus der DDR wurden zum 1. Januar 1954 beendet.

        Aber auch dort blieb es nicht bei einer dauerhaften reinen Niederhaltungsordnung. Die DDR wurde 1950 in den Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe eingebunden. Das Haus der Geschichte beschreibt den RGW-Beitritt als für das wirtschaftliche Überleben der DDR notwendigen Schritt, insbesondere wegen Rohstoff- und Lebensmitteleinfuhren aus der Sowjetunion; zwischen 1950 und 1955 verdreifachte sich der Außenhandel der DDR mit den RGW-Staaten. 1955 wurde die DDR zudem in den Warschauer Pakt eingebunden; dieser war eine politische und militärische Allianz unter Führung der Sowjetunion.

        Das war keine freiheitliche Ordnung und keine Gleichrangigkeit nach westlichem Verständnis. Aber es war eben auch keine dauerhafte Versailles-Logik im Sinne eines zerstörten, isolierten, wirtschaftlich strangulierten und politisch perspektivlosen Deutschlands. Auch im Osten wurde Deutschland nicht dauerhaft nur als besiegter Feindkörper konserviert, sondern in eine ökonomische und militärische Blockstruktur integriert.

        Damit fällt die Behauptung auseinander. Die Nachkriegspolitik gegenüber Deutschland bestand nicht aus einer fortgesetzten Demütigungsordnung. In beiden deutschen Staaten wurde die reine Straflogik in eine Einbindungslogik überführt: im Westen in die westliche Wirtschafts- und Sicherheitsordnung, im Osten in RGW und Warschauer Pakt.

        Genau das ist der historische Punkt. Nach 1945 wurde praktisch umgesetzt, dass ein besiegter Staat nicht dauerhaft als bloßer Feind und Störkörper behandelt werden kann. Er braucht eine Rolle, eine Funktion, eine Zukunft und eine Einbindung in eine Ordnung.

        Gegenüber Russland nach 1991 wurde diese Lehre nicht angewendet. Dort wurde der Zusammenbruch nicht zur Grundlage einer gemeinsamen Sicherheitsarchitektur, sondern zur Ausdehnung der Siegerordnung. Genau darin liegt die Parallele zu Versailles 2.0.

    2. Der Text ist zu 100 Prozent KI-generiert und dementsprechend redundant und nichtssagend. Der Vergleich mit Versailles ist an einem brüchigen Haar herbeigezogen und zudem völlig unnötig. Das deutsche Gejammere um den Versailler Vertrag ignoriert stets den Diktatfrieden von Brest-Litowsk, der Russland aufgezwungen wurde. Die Bedingungen waren für Russland viel härter als der Versailler Vertrag für Deutschland. Deutschland war im und nach dem 1. Weltkrieg keine Atommacht. Russland mag der NATO konventionell waffentechnisch unterlegen sein, lässt sich aber nur um den Preis einer atomaren europäischen Wüste von der NATO bekriegen und schon gar nicht besiegen.

    3. Es geht um Deutung. Russland braucht den Beweis militärischen Fortschritts. Die Ukraine braucht den Beweis des Widerstands. Der Westen braucht den Beweis, dass weitere Unterstützung sinnvoll ist. Aus Frontmeldungen wird Verhandlungsmunition. Aus Propaganda entstehen spätere Friedensbedingungen.

      An der Stelle muss ich widersprechen. Diesen Fehler macht auch Herr Rötzer, dass er denkt Russland müsse irgendjemanden etwas beweisen. Russland muss Niemanden etwas beweisen. Wozu auch? Und das wäre auch völlig sinnlos. Das haben wir in den vergangenen Jahrzehnten zu oft getan als wir immer wieder versucht haben irgendwas zu beweisen – ob es um MH-17 ging, oder Nawalny oder Krim – wir versuchten immer etwas zu beweisen, aber egal was Russland auch zu beweisen versuchte, es wird eh nicht zugehört. Also warum überhaupt noch etwas beweisen? Die Zeiten in welchen Russland etwas beweisen wollte sind längst vorbei. Jetzt schaffen wir einfach Tatsachen. Auf dem Schlachtfeld. Mit dem Stiefel des Soldaten. Es ist uns dabei sowas von egal ob ihr glaubt Konstantinowka sei schon verloren oder doch noch nicht ganz. Glaubt wenn ihr wollt der Ukraine. Völlig egal, am Ende, wenn wir fertig sind, wird das sowieso keine Rolle mehr spielen. So wie heute auch keine Rolle mehr spielt ob Mariupol wirklich schon eingenommen wurde, oder doch noch nicht ganz.

      1. Jawohl, da spricht der Militarist, da spricht der Imperialist und der Propagandist.

        Mit den Stiefeln der Soldaten… so muss es sein.

        Zumindest wenn der Kerl der es sagt nicht mit seinen eigen Füßen in den Stiefeln drinsteckt.

        Das ist der absolute Offenbarungseid, der hier erbracht wird.
        Wenn uns die Völkergemeinschaft keine Eroberungen mehr erlaubt, dann werden wir bockig.
        Wir Russen hatten schon immer das Recht unsere Nachbarn zu erobern. Merkt euch das.
        Kindergarten as its best.

        Wenn’s nicht so traurig wäre, wäre es fast lustig.

        Lustig ist ja auch immer, dass die Russen nur den Waffenimport IN die Ukraine sehen.
        Das Nordkorea Waffensystem und Munition und sogar Truppen exportiert hat, interessiert da nicht.
        Das der Iran Drohnen und Drohnentechnologie bis zum Abwinken an Russland geliefert hat. Geschenkt.

        Und der Elefant im Raum, na wie heißt der? Ja klar, China. Ohne China würde in Russland bald nicht mal mehr eine Glühbirne angehen. Von der ganzen Elektronik für russische Waffensysteme ganz zu schweigen. Wenn Peking es will, steht in Russland alles still.

        Aber da misst der geneigt Vatnik natürlich wieder mit zweierlei Maß und empört sich.

        1. Beschwere dich doch bei Nordkorea, Iran und China.

          Zumindest wenn der Kerl der es sagt nicht mit seinen eigen Füßen in den Stiefeln drinsteckt.

          Bei uns nehmen sie nun mal nicht Jeden.
          Sagt auch grad der richtige – Dem Russen für die Schmach von 1945 heimzahlen, aber bluten sollen gefälligst die Anderen. Bis zum letzten Ukrainer wenn es sein muss, und notfalls erzwungen und völlig egal ob tauglich oder nicht gell?

        2. Und zum Thema auf dem Schlachtfeld und mit dem Stiefel des Soldaten.

          Verzeihung – aber ihr wolltet das doch selbst so. Das ist euere EU konforme Rhetorik.
          Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell zum Beispiel hat im April 2022 erklärt, dass dieser Krieg auf dem Schlachtfeld entschieden werden müsse. Borrell betonte, dass die Entscheidung militärisch auf dem Gefechtsfeld fallen werde. Auch Selenskyj wiederholte im Juni 2022 ein ähnliches Credo: Er stellte klar, dass ein Ende des Krieges nur militärisch möglich sei und der „Sieg auf dem Schlachtfeld errungen werden“ müsse.

          Wie bestellt so geliefert.
          Wir hatten zuvor auch andere Lösungen vorgeschlagen, aber nein – ihr wolltet eine Entscheidung auf dem Schlachtfeld. Auf dem Schlachtfeld, dann halt auf dem Schlachtfeld.

          Und eine Entscheidung auf dem Schlachtfeld kann nun mal eben nur mit dem Stiefel des Soldaten gefällt werden. Mit Drohnen alleine, geht das nun mal nicht.

          1. Migranten wie der russische Hacker neigen gerne mal zur Überanpassung, da wird dann gerne mal der Tausendprozentige Systembüttel rausgelassen.

      2. @Russischer Hacker

        Da sind Sie, glaube ich, etwas falsch abgebogen.

        Mit „Beweis“ meinte ich keinen Diskussionsbeweis gegenüber dem Westen. Es geht nicht darum, ob Russland noch jemanden überzeugen will. Es geht um einen militärischen Beweis auf dem Schlachtfeld: rote Linien werden nicht mehr nur erklärt, sondern praktisch durchgesetzt.

        In diesem Sinne bestätigen „Tatsachen schaffen“ und „mit dem Stiefel des Soldaten“ genau den Punkt. Frontmeldungen werden nicht deshalb wichtig, weil alle sie sofort glauben, sondern weil militärische Tatsachen später politische Tatsachen und Verhandlungspositionen werden.

  7. Rötzer oder war es seine KI erinnerte sich dann doch, dass dieser Propagandastrang nicht das erste Mal durch die Gassen gezogen wurde:

    „Das ist nicht das erste Mal so, man erinnere sich an Mariupol, Bachmut, Awdijiwka oder Pokrowsk.“

    Oh ja, als „begeisterter“ Verfolger des Livetickers von unserem NTenkanal weiß man natürlich genau, wie das bei den Vorgenannten und weiteren nicht angeführten Marktflecken jeweils so abzugehen hatte. Über Monate, Viertel- und Hallbjahre dümpelte da doch jede von den von ihm genannten „bis zur letzten Natokugel“ zu haltenden „Festungen“ erfolgreich vor der schwarzen Linie, wo die Schergen von Putin – wie es meist hieß – verzweifelt kauerten. Irgendwann war dann der Name für `ne Weile entsorgt um dann doch wieder irgendwo aufzutauchen, als Milchkannen-Abholstation weit hinter der Front „beim Feind“ ausgewiesen, was zuvor noch der letzte „Fels in der Brandung“ zu sein hatte. Na ja, immerhin hat sie für den Zauberlehrling wenigstens immer wieder „zur vollsten Zufriedenheit“ funktioniert.- die tolle Geschäftsidee vom „How to get such much money – as long as it takes!“. Nun denn, wenn es den edlen Spendern zu helfen vermag, ihre seit Jahrhunderten schon schwärenden Traumatas – wie Beresina, Stalingrad nebst Seelower Höhen – vielleicht doch mal verklappen zu können, sei es ihnen gegönnt. Dumm nur, es ist ja schließlich unser Geld und das von etlichen nachfolgenden Generationen, dass sie ungefragt im wahrsten Sinne verpulvern und – wie es scheint – sogar willig und bereit, unsere ganze Existenz gleich mit.

  8. Es hätte bereit 1945 ein Versailles 2.0 gegeben, wäre nicht der Systemgegensatz des westlichen Imperialismus gegen die protokommunistische UdSSR vorhanden gewesen.
    Die Pläne gab es (Morgenthau), allein war es dem Westen 1945ff interessengegensätzlich.
    Es wurde also ein westlicher Rumpfstaat abgespalten und unter Benutzung der alten Eliten des Nazistaats wieder instand gesetzt und aufgerüstet.
    Der westdeutsche Politpöbel bezeichnet das bis heute als „Geschichtsaufarbeitung“.

    1. Ähnlich die der Endsieg an der Ostfron 1943 bis 1945.

      Jedes mal wenn der Endsieg wider näher gekommen war — war die Front auch näher gekommen.

      Natürlich zog sich die deutsche Wehrmacht nicht zurück — es gab nur eine „Frontbegradigung“.

      Un so ist es heute wider.

      Seie März 2022 also seit gut 4 Jahren sind sich alle „Super-Experten“ in den Medien einig das Russland gleich Morgen zusammenbricht.

      Russland bricht laut „Experten“ jetzt seit 4 Jahre pausenlos zusaammen, die Krim wurde schon 2023 mit einem „Handstreich“ zurückerobert usw.

      Lange schon höhere und sehe ich mir die „Dauer-Lügenpropaganda“ unsere Medien kaum noch an.

      Für den täglichen Nachrichtenüberblick bin ich zu englischsprachigen Indischen Medien gewechselt.
      — Ich will nicht mal sagen das die wirklich qualitativ gut sind
      — aber es ist zumindest nicht unsere komplett gleichgeschaltete Lügenpropaganda.

  9. Warum sollte man euch helfen und spenden wo ihr doch genauso Kommentare zensiert wie woanders? Daher: NEIN DANKE. Ich streiche euch aus meinen Lesezeichen.

  10. Neuerlich behaupten Nato und Ukraine, die Raketen und sonstigen Waffen, mit denen Gebiete sogar tief in Russland angegriffen werden, würden nicht in Europa produziert, sondern in Lizenz in der Ukraine. Das ist natürlich absolut unglaubwürdig, da in der Ukraine alles, was für den Krieg gebraucht wird, von den Russen zusammengebombt wird. In der Ukraine gibt es mit Sicherheit keine Rüstungsindustrie mehr.
    Wenn die Front in der Ukraine nicht zusammenbricht, und die Ukraine weiter russisches Gebiet angreift, wird Russland gezwungen, diesen Krieg als Natokrieg anzuerkennen und Rüstungsfirmen und Raffinerien in Europa anzugreifen.
    Wie wird die große Schar der Kriegstreiberwähler von CDU, SPD, Grünen, Linken und BSW darauf reagieren? Werden sie erstrecht gegen die „Nazis“ und Putinfreunde von der AfD demonstieren?

  11. Ist diese armselige Auseinandersetzung überhaupt noch Wert zu kommentieren?
    Ja natürlich ‚müssen wir uns den Dreck von verrückten Idioten‘ antun, denn, das ist das Geld was der westliche Staatsbürger bezahlt.
    Warum hat Russland in der beginnenden Phase keinen radikalen Erfolgsieg durchgesetzt?
    Warum wird diese Welt gequält für Israel, Ukraine etcppff?
    Ist das ein Welt Problem, oder ein internes Problem? , aber diese Welt bezahlt für Streitigkeiten die niemanden was angehen aus der Peripheri, aber bezahlen dafür.
    Kein einziges Medium gönnt diesen Missstände einen Beitrag!
    Der heutige Kurs der Währungen, ist ein Indiz, für diese Welt, wer was wo wie kontrolliert…
    Der Westen hat sich in sich verselbständigt im System der die haben oder nicht haben.
    Wo wird diese Transformation enden?

  12. Rötzer ist militärisch ein wenig unterbelichtet. Es gibt noch Widerstandsnester in der Stadt, Soldaten, die sich verschanzt haben, aber dem Tod geweiht sind, weil sie je völlig isoliert sind. Die Russen haben freien Abzug angeboten, um sich der Aufgabe zu entledigen, jedes dieser Nester einzeln ausräuchern zu müssen. Die Ukrainer haben, zynisch wie sie sind, abgelehnt. Weitere bis zu 1’000 Mann sind nun so gut wie tot.

  13. Aktuell ist es ja in unseren Medien verdächtig ruhig, nachdem man schon den Zusammenbruch Russlands durch Benzinknappheit am Horizont gesehen hat.
    Nichtmal die unmenschlichen und völkerechtswiedrigen Angriffe auf Munitionslager, Waffenfabriken und Umspannwerke in und bei Kiew fanden die übliche Würdigung.

  14. Die Diskussion um Konstantinovka erscheint mir müßig. Selbst wenn es Russland gelingen sollte, die bereits aus seiner Sicht zu Russland gehörigen Regionen militärisch zu erobern, was dann?
    Die Kriegsziele „Demilitarisierung“ und „Entnazifizierung“ sind keinen Millimeter nähergerückt. Im Gegenteil: USA und EU produzieren, finanzieren, liefern und lenken Waffen mit immer höheren Reichweiten und machen keinerlei Anstalten, zugunsten einer für alle akzeptablen Friedensordnung damit aufzuhören. Und die als Helden verehrten Extremisten werden auch nicht an Einfluß verlieren.
    Wie will Russland sicherstellen, daß die Restukraine nicht permanente Plattform für Angriffe auf seine Infrastruktur und Bevölkerung bleibt?

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