Parolen und hohle Phrasen

Mauer im Westjordanland. Bild: L-BBE/CC BY-3.0

Von zweierlei “Befreiung Palästinas” geht die Hamas-Ideologie wie die ihr verschwisterte Großisrael-Ideologie der Nationalreligiösen Israels aus. Beide Gesinnungen erweisen sich als leere Parolen, wenn man sie auf ihre Verwirklichungsmöglichkeit prüft.

 

“From the river to the sea, Palestine will be free” tönt es seit dem 7. Oktober immer öfter auf propalästinensischen Demonstrationen. Bekanntlich kann diese Parole unterschiedlich ausgelegt werden: Von der Forderung, die israelische Okkupation im Westjordanland und Ostjerusalem sowie die Blockade im Gazastreifen zu beenden, über das Postulat der Gründung eines einzigen Staates für Israelis und Palästinensern bis hin zum Aufruf, den Staat Israel zu vernichten, um an seiner Stelle einen palästinensischen Staat zu gründen. Für die Hamas geht es bei diese radikalen Aufruf um die Etablierung eines islam-fundamentalisischen Staates.

Das komplementäre Gegenstück zu dieser Parole auf israelischer Seite findet sich in der Großisrael-Ideologie der Likud-Partei: Auch sie möchte eine Befreiung des Landes vom Jordanfluss bis zum Mittelmeer, freilich mit eindeutigerer Zielsetzung: “Befreit” soll das Territorium von jedweder souveräner politischer Präsenz der Palästinenser, namentlich die kategorische Verhinderung der Errichtung eines palästinensischen Staates garantiert werden. Die Radikalisierung dieser Forderung, dem Hamas-Postulat vergleichbar, formuliert sich in der Ideologie des nationalreligiösen, mithin messianisch beseelten Siedlerkolonialismus, dessen rechtsextremer Flügel sich im Kahanismus manifestiert (heute vertreten von der Partei Itamar Ben-Gvirs), welcher dezidiert von einem Transfer der Palästinenser aus dem Westjordanland geht (und wenn es geht, auch aus dem Kernland Israel), weniger euphemistisch ausgedrückt: von einer zu praktizierenden ethnischen Säuberung.

Was das Wesen dieser Ideologien auf beiden Seiten ausmacht, ist das Parolenhafte, also die kämpferisch sich gerierenden leeren Worthülsen, die eine nicht verwirklichbare Zielsetzung postulieren. Die Palästinenser sind nicht in der Lage, Palästina “from the river to the sea” zu befreien, wie immer prächtig sich der Traum davon für sie ausmalen mag. Dazu ist Israel (vor allem militärisch) zu mächtig. Selbst, wenn sich die gesamte arabische Welt gegen Israel stellen würde – eine Vision, die man vor Jahrzehnten zuweilen hegte, die sich aber stets realpolitisch als Chimäre erwies –, käme es dabei nicht zur Gründung eine palästinensischen Staates, sondern eher zur Verwüstung großer Teile des Nahen Ostens.

Israel wird nachgesagt, im Besitz eines immensen nuklearen Waffenarsenals zu sein (die kompetent Informierten sparen sich inzwischen längst das “nachgesagt”). Sollte es zur wirklichen Bedrohung der Existenz Israels kommen (der 7. Oktober war horrend, aber keine Existenzbedrohung des zionistischen Staates), dann wird sich der Einsatz der “Waffe des Jüngsten Gerichts” verwirklichen. Dass es bis zum heutigen Tag nicht dazu kam, bezeugt die nachhaltige Effektivität des sogenannten “Gleichgewicht des Schreckens” (wie er sich bereits zur Zeit des Kalten Krieges auf weltpolitischer Ebene bewiesen hatte).

Nicht zuletzt darin ist die über Jahre mit Verve verfolgte Politik Netanjahus, die Nuklearisierung Irans zu verhindern, letztlich als instrumentell eingesetzte Panikmache zu werten. Des Arguments, das Gleichgewichtsparadigma könne man im Falle des Mullah-Staates nicht aufrecht erhalten, zu “irrational” sei er und seine Politik, sollte man sich aufseiten Israels immer schon enthalten. Besonders aber seit dem 7. Oktober, im Grunde aber schon seit der intendierten “Justizreform” von 2023, die ja letztlich auf einen versuchten Staatsstreich hinauslief, dessen Folgen man dann am 7. Oktober erleben musste. Israels Politik kann nicht den geringsten Anspruch erheben, rational zu sein.

Auf der israelischen Seite sieht es mit der postulierten Ideologie der Etablierung eines Großisrael komplexer aus. Dem Anschein nach verwirklicht sie sich ja. Seit bald 57 Jahren betreibt der zionistische Staat ein Okkupationsregime im Westjordanland, in Ostjerusalem und auf den Golanhöhen. Der Gazastreifen, der demnächst vollständig unter israelischer Militärkontrolle gebracht werden dürfte, ist auch bereits von den Kahanisten und ihren nationalreligiösen fundamentalistischen Verbündeten (immer mehr stellt sich heraus, dass sie gar nicht voneinander zu unterscheiden sind) haben bereits den 2005 von Ariel Sharon geräumten palästinensischen Landstrich zum erneuten Objekt ihrer Besatzungs- und Besiedlungsbegierde erhoben. Anders ausgedrückt: Israel hat die Macht und Gewalt, seine Expansions- und Okkupationsbedürfnisse zu befriedigen.

Und dennoch darf behauptet werden, dass diese (letztlich verbrecherische) Ideologie keine Zukunft hat. Man lasse sich von der vermeintlichen Machtherrlichkeit Israels nicht blenden. Nicht nur hat sie am 7. Oktober einen empfindlichen Schlag erlitten; es gibt einen gerade nicht “von außen” kommenden Grund zur Bezweiflung des Bestands dessen, was diese Ideologie selbstherrlich zelebriert.

Denn zwar hat man in den letzten beiden Jahrzehnten (nach dem Zusammenbruch des Oslo-Prozesses) Israels Rechte mitsamt der ihr einverleibten radikalen Rechten politisch gewähren lassen und sich selbst in der Konvenienz eines Scheuklappen-Daseins eingerichtet, das sich vor allem durch die Annehmlichkeiten eines hohen Lebensstandards der bürgerlichen Liberalen speiste und rechtfertigte. Aber das hatte selbst für gestandene Zionisten nichts mit ihrer genuinen Grundgesinnung zu tun – man ließ sich gern einreden, dass es “keinen Partner” auf der anderen Seite gebe; jammerte sich gegenseitig süffisant an, wie fanatisch die Siedler in der Westbank seien, ohne sie gleichwohl wirklich bekämpfen zu wollen; nahm sogar Netanjahus Doktrin an, dass es nicht darum gehe, den Konflikt zu lösen, sondern lediglich zu verwalten, und dergleichen mehr an verblendeten Rationalisierungen und sich selbstberuhigenden Deutungen der Realität des Landes.

Im Moment verstärkt sich noch die eingefräste Grundhaltung der Kritiklosigkeit gegenüber Israels begangenen politischen Weg. Man befindet sich ja im Krieg, hat eine kollektive narzisstische Kränkung zu überwinden, hat gemeinsam mit jenen, denen man für gewöhnlich lebensweltlich nicht begegnet, an der Front gekämpft und sich patriotisch gestählt.

Aber das alles hat keinen längerfristigen Bestand, und vor allem keine Zukunft, an der man sich innerlich festhalten kann. Denn früher oder später wird die Fronteuphorie verfliegen, und die realen ökonomischen und psychischen Probleme der Nachhausegekehrten sehr plastisch die Privatsphäre durchwirken, mithin das Bewusstsein, für die “Sicherheit des Landes gekämpft zu haben”, sich als trügerisch erweisen. Und der große säkulare Teil der israelischen Bevölkerung wird sich der Frage stellen müssen, ob die Waffenbrüderschaft ausreicht, um die nationalen Ambitionen der nationalreligiösen Siedlerzionisten mitzutragen. Man wird sich früher oder später mit der fundamentalen Frage konfrontiert sehen, ob das, was aus Israel geworden ist und im Desaster des 7. Oktober kulminierte, der Zionismus ist, dem man angehangen hat.

Das hat sich bereits während der massiven Protestbewegung vor dem Krieg angedeutet, als man sich nicht mit der “Justizreform” Netanjahus abfinden mochte. Allerdings hat sich innerhalb dieser Protestaktivität keine ernstzunehmende Gruppe gebildet, die in ihrem Protest gegen die Politik Netanjahus und seiner Koalition auch die Okkupation thematisiert hätte. Dieses “Thema” ist weitgehend tabu geblieben. Man darf gespannt darauf warten, ob sich in der nach dem Krieg erwarteten Protestwelle das Althergebrachte wieder einstellen und in der Begeisterung der Anti-Netanjahu-Demonstrationen seine Befriedigung finden wird, oder ob die Schockwirkung des 7. Oktober vielleicht doch ein wie immer zögerlich-vorsichtiges Umdenken in Bezug auf die Auswirkungen der Besatzungsrealität auf Israels Schicksal zeitigen wird.

Aber selbst wenn das nicht eintreten sollte, wird sich der israelische Bürger fragen müssen, was für eine Zukunft ihm und seinen Kindern das Land biete, das sich an periodische Waffengängen und Kriegen gewöhnt hat, das nur noch der Gewalt in all ihrer Unmäßigkeit und ihren barbarischen Auswüchsen zu frönen vermag; ein Land, das auf dem besten Weg ist, als Paria in der Welt zu stehen. Auf langer Sicht bedeuten sowohl die tatenlose Hinnahme dieses Grundzustands als auch die Verzweiflung an ihm, die für viele auch die Emigration als individuelle Option des Auswegs aus der kollektiven Sackgasse plausibel machen wird, den selbst verschuldeten Niedergang dieses Landes.

Sollte sich der Faschismus durchsetzen, wird es sich nicht mehr lohnen (und im nachhinein vielleicht schon seit langem nicht gelohnt haben), in diesem Land zu leben zu wollen, geschweige denn, für diesen Staat zu kämpfen. Nur ein wirklich gemeinter, wie immer schwer zu erringender Frieden mit den Palästinensern als Ziel, würde den Kampf lohnen. Nur ein solcher Frieden könnte Israel noch retten.

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24 Kommentare

  1. Da stimmt überhaupt nichts. Angefangen damit, dass Israel immer der militärisch Stärkere ist. Hier mal die hierzulande völlig unbekannte Darstellung Israels, die durch die Untersuchung des Figaro verifiziert wurde. Der Iran ist mit seinen Poroxies inzwischen der wesentlich Stärkere:

    https://www.israelheute.com/erfahren/wie-die-hamas-irans-plan-fuer-israel-am-7-oktober-vereitelte/

    Zuckermann hat einen deutschen Pass und kann hierher fliehen, wenn es ernst wird. Aber die anderen halt nicht und da meint er nun, sich über diese lustig machen zu müssen. Unschön.

    Wo sich Zuckermann immer herumdrückt: wieso kommt er darauf, dass Israel nicht bereit ist, sich aus den 1967 eroberten Gebieten zurück zu ziehen? Es hat den Sinai komplett an Ägypten übergeben, mit dem Resultat, dass sich dort jetzt ein Terroristennest befindet. Es hat sich komplett aus dem Gazastreifen zurückgezogen. Und warum haben die das nicht genutzt, um einen eigenen Staat zu gründen?

    Erstens, weil sie dann Israel anerkennen müssten. Undenkbar für diese Fanatiker. Zweitens weil dann die UN-Hilfe für die Flüchtlinge weggefallen wäre, denn wer in einem eigenen Staat lebt, bekommt diese nicht. Und drittens, weil sich Terror rentiert. Die Hamasführer sind durchweg Milliardäre. Na, da machen wir doch Terror, wenn das so lukrativ ist. Auch noch tatkräftig unterstützt von Leuten wie Zuckermann, die das mit ihrem Eindreschen auf Israel tatkräftig unterstützen. So arg irrational ist die Hamas nicht.

    Was diese Siedler anbelangt, so ist es richtig, dass da einige merkwürdige Figuren dabei sind. Aber man muss auch sehen, was sie leisten. Warum konnte die Hamas nicht den Westjordan in gleicher Weise übernehmen wie den Gaza? Antwort: der Siedler wegen. Wir hatten neulich diese orthodoxe Christin aus dem Westjordan. Sie sollte mal in den Gaza schauen, dort lebteen 2006 noch mindestens 6000 Christen, jetzt sind es unter 1000. Da hoffen wir mal, dass die alle ausreisen konnten und nicht im Stil des 7. Oktober hingerichtet wurden. Dass dort im Westjordan ihre Zahl gleich bleibt, verdankt sie den Siedlern. Wenn das Mädel wenigstens ein klein wenig Realitätssinn hätte, wüsste sie das.
    Nun hat Joe Biden Sanktionen gegen Siedler erlassen, welche angeblich gewalttätig seien. Was sich dann nicht halten ließ, weil niemand so etwas behauptet hatte. Er hatte halt dem Hamasgebrüll nachgegeben. Dann waren die Siedler am Ende nur noch radikal. Ja dann bitte auch den Höcke sanktionieren, der ist auch radikal.

    Wie diese Kampagne läuft, hier:

    https://www.israelheute.com/erfahren/wie-die-siedlergewalt-kampagne-funktioniert/

    1. Das ist alles kein Grund, mit faschistischer Überheblichkeitsansage tausende Kinder und Frauen wahllos zu töten und auszuhungern. Selbst wenn die Kinder als Kämpfer aufgezogen werden, kann man sie nicht einfach auslöschen. Es gibt Ursachen für diesen Konflikt, die sind politischer und religiöser Natur. Wenn man die Ursachen nicht ausschaltet, wird es auch in den nächsten 70 Jahren keinen Frieden geben. Das haben insbesondere Israel und die USA noch nicht begriffen. Im Interesse des Weiterbestandes des Staates Israel sollten alle Beteiligten Vernunft walten lassen und das gegenseitige Aufhetzen unterlassen. Es sei denn, man wünscht einen Flächenbrand, und ja, das Kräfteverhältnis ist derzeit anders als vor 20 Jahren.

      1. Och ja, da aus dem Gazastreifen kamen 10.000 Raketen, aber es leben da nur Frauen und Kinder. Und überhaupt waren die 28.000 Toten immer nur Zivilisten.
        Die Hamas selbst hat jetzt zugegeben, 6.000 Kämpfer verloren zu haben, Israel sagt, es sind 10.000. Das konnte man ja überhaupt nicht wissen.

        Zu den Ursachen: Zuckermann gibt drei Interpretationen für die Parole from the river to the sea. Die Zutreffende ist die im Sinne Adolf Hitlers. Das ist die Ursache.

        1. „Die Hamas selbst hat jetzt zugegeben, 6.000 Kämpfer verloren zu haben……“

          Artur, bitte mal eine Quelle dazu und zwar eine von der Hamas…..

    2. Es ist wertvoll, dass Du eine Quelle zitierst. Ich habe da jetzt etwas reingelesen. Auch über Deine Verlinkungen hinaus.
      Mein Fazit: israelheute.com ist in meinen Augen keine verlässliche Quelle. Grund ist die offensichtliche Parteilichkeit. Was nicht bedeutet, daß das dort Veröffentlichte nicht durch Fakten belegt wäre. Aber das mit den ausgewählten Fakten gezeichnete Stimmungsbild lässt eindeutig eine Schlagseite erkennen.

      1. Kein Frage, das sind die Zionisten und damit parteilich. Aber ist deren Aussage so völlig uninteressant? Die Journalisten im Gaza sind ausschließlich die, die die Hamas zulässt. Sind die etwa unparteilich?

        Aber nur deren Aussagen erreichen uns. Joe Biden offenbar auch.

        1. Mir fehlen die Möglichkeiten, mir von jeder politischen Situation durch Anhörung aller Seiten ein ausgewogenes Bild zu machen. Entsprechend fokussiere ich mich auf möglichst nur eine Quelle, die ich durch längeres – initial oberflächliches Verfolgen – danach bewerte, wie ausgewogen sie die Parteien darstellen und wie zutreffend – im zeitlichen Verlauf – ihre Aussagen waren und sind.
          Hinsichtlich Nahost präferiere ich daher Elijah J. Magnier. Mehr Informationen schaffe ich aus Zeitgründen nicht zu verarbeiten. Israel/Palästina ist dabei besonders ermüdend, da mMn zu viele Teilnehmer am Geschehen vom Dasein des Konflikts an sich profitieren.

          1. Mal etwas geopolitisch: der Iran sitzt nun in fünf Ländern in bestimmender Weise als de facto Besatzungsmacht. Dass die Iraner drin sind, merkt man daran, dass es keinerlei freie Presse gibt. Keine Tageszeitung, keine Nachrichtenagenturen. Aus diesen Ländern dringt so gut wie nichts nach außen.
            In jedem dieser Länder sitzt aber ein iranischer Agent. Auf den stürzt sich die internationale Presse, weil er die einzige Informationsquelle ist. Im Libanon ist das dieser Elijah J. Magnier.
            Die in Syrien kennst Du sicher auch: eine Frau Karin Leukefeld.

            1. Jetzt hört der Spaß aber auf! Schon mal vom Straftatbestand der Üblen Nachrede gehört? Karin Leukefeld ist eine hervorragende deutsche Journalistin, die im Nahen Osten unermüdlich eigene Recherchen betreibt und daher im Unterschied zu vielen „Kollegen“ weiss, worüber sie berichtet. Es ist eine bodenlose Unverschämtheit, sie hier en passant als iranische Agentin zu denunzieren.

              1. Artur ist, was Israel und die Palaestinenser angehen, voellig zugenagelt.
                Er unterstuetzt bedingungslos den israelischen Krieg und er kann nicht verstehen warum Israel vor dem IGH angeklagt wird.
                Und schon gar nicht, dass eine Frau Leukefeld aus Syrien
                frei und neutral berichten konnte/kann und niemals von den Syrern gezwungen wurde, ihre Berichte anzupassen, wie das im Moment in den „westlichen Werte-Demokratien“ geschieht.

              2. Wusste ich, dass ich da einen neuralgischen Punkt treffe. Aber lies doch mal ihre Seite, das ist völlig unverändert die Mullah-Propaganda aus dem Iran:

                https://leukefeld.net/

                Sie hat begonnen mit Reportagen über die Kurden. Aber die Kurden waren den Mullahs nicht genehm. Die sind einfach spurlos verschwunden.

                1. Weder ist Karin Leukefeld eine iranische Agentin noch betreibt sie Mullah-Propaganda, schon gar nicht auf ihrer Webseite, die ich durchaus kenne. Und was die spurlos verschwundenen Kurden betrifft: Meinen Sie die, gegen die Erdogan mit Leos vorgeht, oder die, die den Amis helfen, das Öl von den illegal besetzten Ölfeldern im Nordosten Syriens ausser Landes zu schaffen?

                  Mit mehr Verstand und weniger Schaum vorm Mund würden Sie begreifen, dass im Nahen Osten seit Jahrzehnten ein einziger großer Krieg ausgetragen wird, bei dem auf der einen oder auch auf beiden Seiten die einzig verbliebene Supermacht des Planeten zuverlässig mitschießt oder zumindest die Fäden zieht. Erzählen Sie mir nix von Religion: Der Iran war ein säkularer Staat, bis die Amis den demokratisch gewählten Präsidenten Mossadegh wegputschten und durch den Schah ersetzten. Als die Iraner sich von diesem astreinen Diktator endlich befreien konnten, ermunterten die Amis den astreinen Diktator im Nachbarland, die Iraner zu überfallen, bis der ihnen so unbequem wurde, dass sie schließlich sein Land überfallen mussten.

                  Übrigens: bis die Amerikaner Syrien (wie üblich mit einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg) überfielen, lebten dort die Religionen in friedlicher Koexistenz. Ich gebe allerdings zu: Gotteskrieger gibt’s auch – z.B. diese blutrünstigen Dschihadisten unter Firmennamen wie IS oder ISIS. Das sind die Söldner, die die USA erst für den Kampf gegen die Russen in Afghanistan rekrutierten, dann im Irak wiederfanden und schließlich als Verbündete gegen Assad instrumentalisierten. Die Gastspiele im Kosovo und Tschetschenien lasse ich mal aussen vor, das könnte Sie verunsichern.

                  Natürlich kann ich Sie nicht hindern, sich ihr Bild vom Nahen Osten mit Hilfe von Verschwörungstheorien zusammen zu nageln. Das machen die Amis schließlich auch, um uns begreiflich zu machen, wer – je nach Saison – Freund und wer gerade Feind ist. Mit Julian Assange haben sie demonstriert, wie das geht. Erinnern Sie sich: Erst war er Staatsfeind, dann Vergewaltiger, jetzt ein Spion. Erst wollten sie ihn ermorden, jetzt versichern sie mit treuem Augenaufschlag, ihn im SuperMax wie in einem Streichelzoo betreuen zu wollen. Indem Sie haltlose Gerüchte über Frau Leukefeld in die Welt setzen, begeben Sie sich auf die gleiche Ebene. Das, allerdings, empört mich.

            2. Ich verfolge Magnier’s Einschätzungen zum Thema Naher Osten seit Jahren. Im Moment des Lesens erscheint seine Sicht oftmals surreal. Erinnert man sich aber nach Wochen und Monaten daran, wird klar, wie tief und fundiert seine Einsicht ist.
              Ihn als „Iranischen Agenten“ zu titulieren sagt somit viel über Dich, aber nichts über ihn aus.

    3. »wieso kommt er [Zimmermann] darauf, dass Israel nicht bereit ist, sich aus den 1967 eroberten Gebieten zurück zu ziehen?«

      Weil alle Likud-Regierungen in Israel seit dem Krieg von 1967 unmißverständlich darauf beharren, dass die Gebiete, die die Israelis zu besiedeln beabsichtigen, ureigenes israelisches Gebiet sind und dass Israel diese Gebiete und die Golan-Höhen aus Sicherheitsgründen beansprucht.

    4. Nur mal unter uns: was haben Sie bloß geraucht? Wo kriegt man diesen Stoff? Ihr Beitrag ist dermaßen schräg, dass sich nichts gerade rücken lässt. Alleine schon die Unterstellung, Moshe Zuckermann mache sich über seine Landsleute lustig – immerhin: das Gegenteil stimmt.

      Gaza als Terroristennest zu beschreiben – lassen wir das. Spätestens mit der Frage, warum „die das nicht genutzt haben, um einen eigenen Staat zu gründen“, demonstrieren Sie völlige Ahnungslosigkeit. Die Gründe, die Sie dafür anführen, sind hanebüchen:

      Terrorismus – genau, das sagen die Amis auch immer, bevor sie einen Staat plattmachen. Die UN-Hilfsgelder, die im eigenen Staat wegfielen. Exakt! Deshalb sitzt der Obdachlose auch in der Bahnhofstraße – wegen der Bettelgroschen! Oder hier: „Die Hamasführer sind durchweg Milliardäre.“ Ich schmeiß mich weg! Reinstes Comedy-Gold, mehr davon!

      Sie liefern tatsächlich: Mosche Zuckermann unterstützt die Milliardäre durch sein „Eindreschen auf Israel“. Großartig! Nur, leider meinen Sie das ernst. Ich rate Ihnen daher dringend, sich einen anderen Dealer zu suchen. Bei israelheute.com haben Sie es mit den gleichen finsteren Zionisten der Rechtsaussen-Fraktion zu tun, vor denen Moshe Zuckermann uns unermüdlich warnt.

      Und, sie merken es ja selbst: Die tun Ihnen merkwürdige Substanzen in den Tee.

  2. „Der Gazastreifen, der demnächst vollständig unter israelischer Militärkontrolle gebracht werden dürfte,…“
    Nun ja, Sharons Manöver hatte einen durchaus triftigen Grund. Da es unwahrscheinlich ist, dass es den israelischen Faschisten – nicht Nazis, muss ich wohl jedes Mal wiederholen – gelingt, den Gaza-Streifen komplett zu leeren, wird er in einer schlimmeren Form des ‚Status quo ante Sharon‘ verfallen. Es wird laufend zu Attentaten kommen, die israelischen Besatzer werden laufend Verluste erleiden.

    Eine Bemerkung zur kompromisslosen Haltung der Hamas. Selbstverständlich weiss auch jedes zurechnungsfähige Hamas-Mitglied, dass der Staat Israel nicht aus der Welt zu schaffen ist, wie sehr man – nicht ich – sich das auch wünschen mag. Aber warum soll die Hamas Trümpfe aus der Hand geben, bevor Verhandlungen überhaupt in Sichtweite sind? Das Einschwenken auf eine realistischere Haltung soll mit Zugeständnissen der Gegenseite bezahlt werden.

    Noch ist nicht abzusehen, wie dieser Krieg endet, noch ist eine fatale Eskalation jederzeit möglich. Jetzt schon sieht man, wie gross der wirtschaftliche Schaden für Israel ist. Da unter Beibehaltung der aktuellen Marschrichtung kein Ausgang denkbar ist, den man als ‚Befriedung‘ oder gar als konsensuierten echten Frieden bezeichnen könnte, wird die ökonomische Last für Israel auch im Fall einer weitgehenden Erfüllung der Wünsche der zionistischen Extremisten sehr hoch bleiben. Das wird die Grundlagen des sozialen Friedens unter den Israelis endgültig zerstören.

  3. Israel und seine politische Agenda ist ein Pups in der Landschaft.
    Die Medien und gleichform konzentrierte Medien Audienz trägt dazu bei, das der Pubs aussieht wie ein grosser Drachenfurz.
    Der künstlich kreierte Staat, ohne Verfassung, mit seinem ‚Juden braindrain‘, als Siedler willkommen, soll irgendwie als Zentrum für etwas erscheinen, das die Realität nicht wiedergibt.
    Der Streit um Israel als Staat, ist ein Streit der für dieses Konstrukt keine Mehrheiten hinter sich binden kann,
    weder politisch noch militärisch!
    Die Atommacht Israel, falls diese wirklich einsetzten sollte, radieren sie automatisch ihren Gotterkorenen Staat selbst aus.
    Also die Parole war nochmal was bitte?

  4. Übrigens, für den Fall, daß das hierzulande noch nicht so recht angekommen ist: die WaPo hat der israelischen Behauptung, ein Dutzend UNRWA-Angestellte hätten an dem Überfall am 7.10 teilgenommen, gerade widersprochen. Immerhin führte das – ohne den Schatten eines Beweises dazu, daß mehrere westliche Länder ihre Zuwendungen für die Organisation aussetzten – mit fatalen Folgen für die Versorgung für die Bevölkerung in Gaza. Und Israel plädierte auch noch für die vollständige Auflösung der Oraganisation. Das Verhalten der betreffenden Regierungen ist verantwortungslos und unentschuldbar.

    “ The US intelligence community has “low confidence” in the veracity of the Israeli assertions. The Washington Post reports having evidence of a single UNRWA member in Israel.
    …..
    Israel had provided no evidence to back the claims that members of UNRWA are aligned with Hamas.
    …..
    Antony Blinken described the claims as “highly, highly credible.
    ….
    While Washington often accepts all Israeli claims of crimes committed by Palestinians, the White House ignores even well-documented reports of Israeli war crimes in Gaza. Recently, the UN found several credible reports of Israeli forces committing rampant executions and sexual abuse of Palestinian women and girls.“

    https://news.antiwar.com/2024/02/23/us-intel-has-low-confidence-in-israeli-claim-a-dozen-un-staff-participated-in-hamas-attack/

  5. Artur ist ein Rassist und Faschist, und bestenfalls grenzwertig besser als die Azow-Nazis, dadurch, dass er nur Maulheld ist. Er bepöbelt Moshe Zuckermann, aus dessen sämtlichen Beiträgen die tiefe Verbundenheit mit seinem Land und seine wachsende Verzweiflung darüber zu lesen ist. Artur hasst diesen Humanisten, weil er selbst ein Faschist ist. Das kommt auch in seinen Tiraden über Coronakritiker zum Ausdruck: Er macht Feinde aus und „bekämpft“ die mit allen verbalen Mitteln.

    Weitere Feinde sind das iranische Volk und sein „Mullahregime“, und kritische und mutige Journalistinnen wie Frau Leukefeld. Pogromsiedler auf der Westbank sind „etwas komisch“, wenn sie morden, foltern und plündern, sind ja nur Araber.

    Und in Gaza redet er die Massenverbrechen der IDF schön. Selbst wenn unter den fast 30.000 erfassten Opfern – eine ähnlich grosse Zahl liegt vermutlich unter Trümmern oder in nicht zugänglichen Gebieten – 10.000 Kombattanten wären, was sehr zweifelhaft ist, blieben um die 20.000 Nichtkombattanten, über die Hälfte davon Kinder. Es bleibt die systematische und kriegsverbrecherische Zerstörung, bleiben Entwürdigung, Folter und willkürliche Morde sogar vor Kameras.

    „Freunde“ wie Artur sind die schlimmsten Feinde Israels.

  6. Rugs, cosmetics, motorbikes: Israeli soldiers are looting Gaza homes en masse
    Soldiers describe how stealing Palestinian property has become totally routine in the Gaza war, with minimal pushback from commanders.
    https://www.972mag.com/israeli-soldiers-looting-gaza/?utm_source=972+Magazine+Newsletter&utm_campaign=c82609eb19-EMAIL_CAMPAIGN_9_12_2022_11_20_COPY_01&utm_medium=email&utm_term=0_f1fe821d25-c82609eb19-320792369
    Die moralischste Armee der Welt

  7. Israel, halt’s Maul!
    Das keilförmige shithole country hat mal schön Kontra bekommen bei der Berlinale.
    Doitsche Politiker haben genauso reagiert, wie es der Mossad vorgibt.
    Wir sind eben nicht souverän.

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