
Die Frage, ob sich mit dem Siegeszug der „new social media“ in den beiden letzten Jahrzehnten ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit vollzogen hat, kann nicht einfach beantwortet werden. Die Beantwortung der Frage hängt von der Perspektive ab, aus der man die Frage stellt. Meint man mit Strukturwandel die rein technische Transformation der Kommunikationsmittel – vom Telefon zum Handy und seinen sich zunehmend entfaltenden Gestaltungen und Versionen, von den konventionellen Print- und elektronischen Medien zum Internet hin –, so ist die Rasanz und Intensität des Wandels unabweisbar, selbst dann, wenn man nur von graduellen Unterschieden zum bereits Vorhandenen und Gängigen zu sprechen geneigt ist: irgendwann schlägt akkumulierte Quantität in eine neue Qualität um. Dies umso mehr, als Technologie ja nie allein für sich steht, sondern stets erst in ihrer Verwendbarkeit und deren Einfluss auf Formen der soziale Praxis begreifbar wird.
Meint man aber mit Strukturwandel eine wesentliche Veränderung althergebrachter Kommunikationsformen der Moderne, so gestaltet sich die Antwort komplexer. Es kommt darauf an, von welcher Blickentfernung dies Wesentliche anvisiert wird. Je näher man an den praktizierten Interaktionsformen des Alltags bleibt, wird klar, dass abgesehen von den immer öfter und geschwinder angebotenen technischen Neuerungen, vor allem die Zugänglichkeit (bzw. Zuhandenheit) der durch die Technik bewirkte Partizipation an öffentlicher Kommunikation und Interaktion einen in der Tat bemerkenswerten neuen Zustand hergestellt hat.
Entfernt man sich aber von der Rasanz dieser zum Alltag geronnenen Praktiken zur Vogelflugperspektive, stellt sich die Frage, ob besagte Unterschiede, etwa zwischen der klassischen Bibliothek und Wikipedia, zwischen traditionellen Formen öffentlicher Diskurse, Personalien-Rubriken der Klatschpresse und anderen Formen publiker Selbstsetzung und denen von Facebook, Twitter und Instagram wirklich so essentiell sind, oder nicht doch lediglich (wie immer sensationelle) Variationen einer normativen Grundmatrix der Moderne darstellen – die des oft vergeblichen Kampfes des modernen Subjekts um seine Individualität in einer massengesellschaftlichen Wirklichkeit, die es ebendieser Individualität strukturell immer schon beraubt.
Was einst wohlmeinende Volkaufklärer und andere Emanzipationssachwalter an freiheitlicher Demokratie einklagten, hat sich inzwischen – im Siegeszug westlicher Demokratien und der mit ihnen einhergehenden kapitalistischen Produktionsweise – solchermaßen in der Dialektik kapitalistischer Demokratie verfangen und verdichtet, dass sich die Frage nach ebendiesem Demokratischen von neuem stellt: Inhärierte formaler Demokratie nicht von Anbeginn ihre strukturelle Selbstaufhebung, solange sich ihre vermeintliche horizontale Gleichheit „des Alltags“ in einem eklatanten Widerspruch zur sozial-ökonomisch vorherrschenden vertikalen Ungleichheit befand und ideologisch zunehmend verdichtete und verfestigte.
Es geht aber über diese ideologische Verblendung hinaus. Dass das mobile Telefon der Bundeskanzlerin vom amerikanischen Geheimdienst angezapft wurde, kann nur für jene eine wirkliche, moralisierende Sensationslust überschreitende Überraschung sein, die weder Hegels Auffassung vom Naturzustand der Staaten noch John le Carrés illusionslose Darstellung des globalen Geheimdienstwesens im 20. und eben auch 21. Jahrhundert ernstgenommen haben. Als müsse man nicht davon ausgehen, dass jeder Geheimdienst sich genau solcher Praktiken und Technologien bedient, wenn er nur die Möglichkeit dazu hat – der deutsche Geheimdienst nicht ausgeschlossenen, auch nicht seinen „befreundeten“ Verbündeten gegenüber. Aber die Aufregung darüber bezeugt ja gerade das Spezifische dieser ideologisch präformierten Verblendung: Offenbar geht es den Entrüsteten um einen Vertrauensbruch, der nicht nur den Ethos vorgeblicher Freundschaft (zwischen Staaten) tangiert, sondern nicht minder das Verhältnis von Privatem und Öffentlichem.
Man hat sich – zugespitzt formuliert – darüber aufgeregt, dass Snowden das Private des Staates öffentlich hat werden lassen. Aber genau die Sphäre, in der sich dieses Staatsprivate akkumulierte, war immer schon darauf aus, das Private anderer Staaten insofern „öffentlich“ zu machen, als es sich das vorgeblich private Eigene der anderen Staaten (ihre Staatsgeheimnisse) aneignete. Dass diese Beraubung des staatlich „Privaten“ dann im unausgesprochenen Einvernehmen geheim (mithin Besitz des Geheimdienstes) zu bleiben hatte, war nichts als Teil einer allseits verlogen-akzeptierten Maskierung der vermeintlich real existierenden Trennung von Privatem und Öffentlichem. Die Aufregung darüber, dass diese Trennung bzw. das sich auf sie beziehende Tabu durchbrochen wurde, ist verständlich, zugleich aber auch beredt: Sie bezeugt den Fetischcharakter des Glaubens an diese Trennung in einer Welt, in der es schon lange keinen Anhalt mehr dafür gibt, an diese Trennung zu glauben.
Was aber auf staatlicher Ebene zur öffentlich debattierten Verärgerung bzw. auch Befürwortung geriet (Snowden, „Verräter, Hacker oder Held?“ – formulierten sich die Schlagworte im Feuilleton), darf als ein absolutes No-Go gelten, sobald von der individuellen, also dem Staat enthobenen Privatsphäre die Rede ist. Dass es sich dabei um eine bürgerliche Ideologie von „Grundwerten“ handelt, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie dennoch eine allgemeine Neuralgie anreizt. Was hierbei gleichwohl zuäußerst verwundert, ist die Tatsache, dass trotz des sloganhaft beibehaltenen Postulats einer Unversehrtheit des individuellen Subjekts eine Internetpraxis ihren Triumph feiert, bei der das ursprünglich anonymisierte Spiel mit einer Identitätsvielfalt, mithin der persönlich generierte Betrug übers eigene Private, mittlerweile in eine freiwillige Hingabe an die veröffentlichten Entblößung alles eigenen Privaten übergegangen ist. Parallel zu politischen Datenschutzdebatten gegenüber dem Staat findet eine bewusst betriebene private Selbstentmündigung in anderen, teils ausgesprochen intimen Bereichen des Datenschutzes statt, dessen man sich in euphorisiertem Exhibitionismus offenbar endgültig zu entledigen trachtet.
Facebook, Twitter und Instagram haben neben Aktivierung kollektiver politischer, sozialer und kultureller Diskurse und zunehmender Formierung öffentlich relevanter Informationsbestände auch das Privateste, Intimste, individuell Eigenste öffentlich werden lassen, und zwar unter aktiv gewollter Teilnahme der Protagonisten dieser neuen Kommunikations- und Interaktionssphären.
Ob es sich dabei um Warhols lapidar ausgerufenen „15 minutes of fame“ handelt, die schon zur Zeit ihrer Postulierung auf die Auflösung des souveränen Subjekts im Zeitalter seiner spätkapitalistischen Zurichtung zur entindividualisierten Arbeitskraft, zum massenhaft verdinglichten Wirtschaftskonsumenten bzw. zum anonymisierten Exemplar eines kulturindustriell eingefangenen Publikums der Unterhaltungssphäre verweisen mochten, sei hier dahingestellt. Was sich gern als postmoderne, das System subvertierende Selbstbestimmung des Einzelnen im Netz gibt, darf mit nicht minderer Triftigkeit als Ausdruck zunehmender Defizite und akkumulierter Ich-Schwäche des Subjekts, wie es sich die westliche Aufklärung und Moderne vorgestellt hatten, gedeutet werden.
Nun ließe sich denken, es handle sich bei der kritisch-neuralgischen Reaktion auf diese neuen Formen öffentlicher Kommunikation um „Rückzugsgefechte der letzten Vertreter des gebildeten Bürgertums, die jetzt ihre Felle auf den Wellen jener vom Wertgesetz regierten Produktionsweise davonschwimmen sehen, die sie einst selbst nach oben gespült hatte“. Eine als kapitalismuskritisch beseelte Reflexion zu begrüßende Einwendung.
Zu fragen bleibt allerdings, wie sie sich realiter begründet. Was genau am Siegeszug der „new social media“ kündet von einer Überwindung der Produktionsweise, die nicht zuletzt ebendiese Medienlandschaft „nach oben gespült“ hat und mit erschreckender Rasanz lernt, diese in eine vermeintlich amorph, de facto effizient kontrollierte Warenform umzusetzen und zu verfestigen. Es besteht kein Grund anzunehmen, daß der Kapitalismus es nicht fertigbringen wird, auch das „Chaos“ der Computerwelt seinen profitmaximierenden Strukturen zu unterwerfen, zumal sich die Protagonisten dieses Chaos zumeist nicht um Kapitalismuskritik scheren. Warum sollten sie auch? Sie können gerade in diesem System ihr „Chaos“ ausleben, meinen, dass sie einer „total verwalteten Welt“ entronnen sind, um sich dafür umso profunder in die Logik seines zugelassenen Spielraums zu integrieren.
Man muss die Privatsphäre gar nicht retten wollen; sie ist strukturell schon längst, in einem langen Prozess der Moderne, die sie vermeintlich hochhielt, untergegangen; ihr Untergang wird heute ganz bewusst, gewollt und begeistert zelebriert. Abzuwarten gilt es, wie sich der Kapitalismus auch diesen Aspekt gesellschaftlicher Arbeit, ja selbst deren ideologisch proklamierten Entprivatisierung, privat aneignen wird.



Seit fast 30 Jahren bekunde ich, das Google der Feind ist der hier gar nicht erwähnt wird und Googles Gründer Eric Schmidt jetzt im Pentagon sitzt und Palantir exzessiv bewirbt wohl auch nicht.
An die These der untergegangenen Privatsphäre sollte sich dann aber auch die Erkenntnis anschließen, das dieser Untergang auch das vermeintlich selbstbestimmte Individuum selbst betrifft, dieses Subjekt der Warenform, das doch eigentlich nichts anderes ist als die Form, in der sich diese Warenform vollzieht. Und auch nie etwas anderes gewesen ist.
Frankreichs Verfassungsrat stoppt Social-Media-Verbot für Kinder
Paris. Der französische Verfassungsrat hat das Gesetz der Regierung von Präsident Emmanuel Macron für ein Zugangsverbot von unter 15jährigen zu Social-Media-Plattformen gekippt. Es greife unverhältnismäßig in die Freiheit der Meinungsäußerung und Kommunikation ein, teilte der Conseil constitutionnel am Freitag in Paris mit. Der Verfassungsrat kritisierte unter anderem, dass die Regelung zu pauschal sei und auch Dienste erfassen könne, bei denen Risiken für Minderjährige nicht nachgewiesen seien. Zudem habe das Gesetz die Privatsphäre der Nutzer bei der notwendigen Alterskontrolle nicht ausreichend geschützt.“
https://www.jungewelt.de/artikel/528495.anonymit%C3%A4t-im-internet-frankreichs-verfassungsrat-stoppt-social-media-verbot-f%C3%BCr-kinder.html
Ist ja nun etwas abstrakt. Indes, derzeit wird es konkret. Alles, was unsere Gesetze von denen des Dritten Reichs unterscheidet, ist in Gefahr, Opfer eines Kahlhiebs zu werden. Was im Land der Schlafschafe unbemerkt geblieben wäre.
Und wem ist es dann doch noch aufgefallen? Moshe muss jetzt tepfer sein: es waren die Zionisten.
https://x.com/JuedRundschau/status/2085046506180993228
Drei Anmerkungen in Kürze.
Erstens. „(…) …schlägt akkumulierte Quantität in eine neue Qualität um. (…) Einfluss auf Formen der soziale(n) Praxis (…) … durch die Technik bewirkte Partizipation an öffentlicher Kommunikation und Interaktion einen in der Tat bemerkenswerten neuen Zustand hergestellt hat.“
In der Tat bemerkenswert. Durch den exorbitanten Einsatz von Kommunikationstechnologie, bei natürlich gleichzeitiger persönlicher Abwesenheit und damit der Kastration von weiteren Sinnenvermittlungen, der ebenfalls gleichzeitigen Ermutigung zur Flutung mit Nichtigkeiten ist eine Verluderung und Oberflächlichkeit von Kommunikation eingetreten. Und damit eine Entfremdung die geschichtlich wohl einzigartig ist. Ich merke bei den zusehends seltener werdenden Begebenheiten persönlicher Anwesenheit, immer mehr, daß Leute überhaupt nicht mehr zu einer reflektierten Kommunikation fähig sind und nur noch in familiären, oberflächlichen, popkulturellen Parallelwelten existieren.
Ich habe mal den Ausspruch vernommen, mir ist nicht geläufig wer ihn prägte; „Je ausgefeilter unserer Kommunikationsmittel werden, umso weniger kommunizieren wir.“
Zweitens. Es wurde ja bereits vermerkt. Die ohnehin bereits angewandte Praxis der Dienste wird formalisiert. Zur Popularisierung und Legitimisierung des Unrechts. Wie stets, schwammig genug formalisiert, um es bei Bedarf auf die jeweilige Situation anzupassen. Das erwähnt, nur um es nochmals gesondert hervorzuheben.
Drittens. „Abzuwarten gilt es, wie sich der Kapitalismus auch diesen Aspekt gesellschaftlicher Arbeit, ja selbst deren ideologisch proklamierten Entprivatisierung, privat aneignen wird.“ Ist bereits geschehen.
Die „Sozialen“ Medien sind schon lange zu Asozialen Medien mutiert. Vielleicht war das am Anfang mal so, Menschen zusätzliche technische Möglichkeiten zu bieten, überregional und sogar weltweit mit anderen Menschen kommunizieren und sich auszutauschen zu können, um einen Lerneffekt zu erzielen und dem Ziel, dass alle Beteiligten einen Erkenntnisgewinn daraus ziehen. Das trifft heute allerdings nur noch in sehr seltenen Fällen zu.
Ich kenne zum Beispiel noch das „politikforum.de“. Diese Plattform ist allerdings Geschichte, weil schon lange eingestellt worden und hat auch nichts mit den „Sozialen“ Medien von heute zu tun. Die „Sozialen“ Medien, wie sie heute existieren, verbinden weniger und spalten mehr ganz im Sinne ihrer Eigentümer/Besitzer nach dem uralten Herrschaftsprinzip: divide et impera (teile/spalte und herrsche). Filterblasen führen zu keinem Erkenntnisgewinn, sie verstärken lediglich eine bereits vorhandene Meinung und polarisieren statt Brücken zu bauen. Hinzukommen Probleme wie Datenschutz, Cybermobbing, Shitstorms, Suchtverhalten und psycho-soziale Abhängigkeit, soziale Isolation, Fake-News, gezielte Falschinformationen und KI-generierte Fehlinformationen.
Die Unterscheidung der Kommunikation im Internet und Sozialen Medien in „privat“ und „öffentlich“ (im Sinne von politisch) macht Sinn, denn von der Funktion her hat hier die private Kommunikation die Bedeutung wie etwa im antiken Römischen Reich „Brot und Spiele“ hatten: Die Beherrschten werden ruhig gestellt. Die Wirkung ist also System-stabilisierend und die Betreiber der Internet-Plattformen können sich zudem bereichern.
Anders sieht es mit der öffentlichen oder politischen Kommunikation aus. Sie kann Information und Propaganda aus allen Richtungen liefern. System-kritische Beiträge dürften hier grundsätzlich immer der Gefahr von Zensur und Verbot unterliegen (dem sich auch Overton nicht entziehen kann).
Ich verweise hier lieber mal auf die kluge Charlotte Wiedemann
Haben wir verloren?
Die Bewegung für palästinensische Rechte und Selbstbestimmung hat schmerzlich wenig erreicht. Darüber zu sprechen, ist nicht das Gleiche wie Resignation.
https://taz.de/Krieg-in-Nahost/!6203427/
„Nach einem meiner Vorträge bedankte sich die Leiterin einer Bildungseinrichtung, weil es „so zivilisiert“ zugegangen sei – niemand hatte geschrien oder den Saal verlassen. Erschöpft sich in der braven Nicht-Erregung deutsche Zivilisiertheit? Das liberale Establishment liebt die Sekundärtugenden, wenn es eigentlich um die Primärtugend, die ethische Substanz eigenen Handelns geht. Am schwersten zu ertragen ist die dreist auftretende Deutsch-Dummheit, wie jüngst in Gestalt der CDU-Generalin Franziska Hoppermann, die ohne jegliche Expertise in der Sache trötet, für ihre Partei existiere kein Völkermord in Gaza.
Die Dummdreisten können einfach losbehaupten, sie ficht kein Zweifel an, denn sie spüren nicht, wie klein sie selbst sind gegenüber der Größe des Leids, über das sie wegschwadronieren.
Anstatt zu fragen, ob wir verloren haben, wäre es vielleicht besser zu fragen, was verloren hat, was auf der Strecke geblieben ist? Bei mir ist es die Hoffnung in ein Minimum an Humanität. Binnen dreier Jahre durften gerade einmal zwei – in Worten zwei! – schwerverletzte Kinder aus Gaza zur Behandlung in Deutschland einreisen. Mehr würden, ach, unsere Sicherheit gefährden. Was tun wir uns an mit dieser Vorstellung von Sicherheit? Die moralische Selbstbeschädigung, über die ich immer wieder geschrieben habe – sie bekümmert einfach nicht.“
Und hierauf: https://www.nachdenkseiten.de/?p=154966
“ Am 21. Juni wurde der „Doktor der Armen“ genannte Dr. Mazen Rantisi in Ramallah von israelischen Sicherheitsbehörden verhaftet. Seitdem ist er im Ofer Gefängnis im besetzten Westjordanland inhaftiert. Ihm wird vorgeworfen, dass die Gesundheitsorganisation, der er vorsteht, eine terroristische Vereinigung unterstützt, was von seinem Anwalt zurückgewiesen wird. Dieser beschreibt hingegen, dass Dr. Rantisi in der Haft stark abgenommen hat und die medizinische Versorgung unzureichend ist. Moritz Müller hat mit Rita Amer, der Cousine von Dr. Rantisi, das folgende Interview geführt.“
Zu Ihrer Feststellung: „Die moralische Selbstbeschädigung, über die ich immer wieder geschrieben habe – sie bekümmert einfach nicht.“
könnte folgender Beitrag eine Erklärung liefern, warum dem so ist.
„Die Quelle aller gesellschaftlichen Übel: Wir sind einander herzlich egal – Featuring: Die Atombombe “
https://www.youtube.com/watch?v=F4esLj-1DY8
Das „Chaos“ der digitalen Sphäre unterscheidet sich in seiner Kloakenhaftigkeit nicht so sehr von seiner technologischen Vorstufe: die Printmedien. Auch jene befriedigten zu über 90% eher weniger anspruchsvolle Bedürfnisse.
Nur die notwendige physische Interaktion der Beschaffung wirkte im Vergleich zur digitalen Allgegenwart von allem einschränkend und die Leserschaft stärker nach Zielgruppen adressierend.
Die kommunikativen Mittel der „sozialen Medien“ neigen in ihrer selbstreferenziellen Blasenhaftigkeit dazu den Grund für Kommunikation, die Differenz, einzuebnen. Wo es nur um Selbstbehauptung geht und nicht mehr um Austausch, ist Kommunikation suspendiert.
Viele glauben nur noch zu kommunizieren, während sie in Wirklichkeit dabei sind, in einer schrillen Simulation derselben (endgültig) zu verstummen.
Auch wenn @A.F. einige wichtige Aspekte aufgegriffen hat, die ans Eingemachte gehen – das Dumm-Deutsche zuvorderst – betrachte ich doch den gut backstage gebunkerten Zweck von all dem was uns pünkltlich zum neuen Millenium beschert werden durfte als das größte Verbrechen an der Menschheit, Nein, nein – habe doch nichts zu verstecken, heißt es doch immer so schön. Ja, Herrschaftszeiten, warum muß dann alles was im Erdenrund auf der Scheibe so kommuniziert wird bis in alle Ewigkeit in Utah’s (Un-)Tiefen abgespeichert und für alle Zeiten parat gehalten werden? Warum müssen – nicht nur erst seit neulich – die reichsten mit Testosteron Ausgestatteten so gut wie auf der ganzen Welt der vorgenannten NSA – der National Security Agency – vom Hegemon nacheifern und uns’aller höchst knappstes Gut – Strom&Wasser – für ähnliche Zwecke kapern. Der Jeff, der Bezos bspw. – ist es ihm denn so wichtig, auch in seinem hohen Alter von paar Tausend Jahrhunderten noch zu wissen, wann ich bei ihm den Ohrenputzer zu $1,49 bestellt habe. Bestimmt nicht.
Was hätte denn der Buchhalter von einem gewissen Schindler, Oskar alles dafür gegeben, wenn er – statt mühsamst im Zweifinger-Suchsystem seine Liste der Landsleute zu tippen – einfach mit einer Anfrage an die allgegenwärtige AI/KI in Zehntelsekunden die – ganz sicher – stimmige Liste erhalten würde, mit der Kennung – versteht sich – auf wen von den ‚Angeführten‘ doch besser, wenn nicht tunlichst man alsbald verzichten würde können?
Will jetzt gar nicht kommen mit einem effizienteren Vorgehen der Herrschaften aus der Wannseekonferenz anno One/Twenty Zwoevierz’ge, wo die doch selbsrt schon mit ihrer ziemlich lückenlose Aufstellung wo und wieviele von der gesuchten Sorte Mensch aufzufinden und zu bearbeiten sind. Hatte man schon penible Informationen hie und da, von Estland oder war es Lettland ? – egal – in der später von Wiki zugänglichen Länderliste durfte schon bevor man richtig angefangen hatte das ‚judenfrei‘ gefl. zur Kenntnis genommen werden.
Ja, ja – man hat nichts zu verbergen? Wenn ihr wüßtet. Jeder hat etwas zu verbergen, muß ja nicht immer eine Leiche im Keller oder unter dem Geranienbett sein,. Vielleicht mal den Wurstmacher Uli fragen, wie es ihm zu widerfahren durfte? Schon Jahre zuvor gab es jedenfalls die Info, dass US-amerikanische ‚Zuständige‘ in Bern/Zürich zu Helvetien die ‚Bitte‘ ausgesprochen haben, man möge doch gefälligst zukünftig alle Transaktionen und Operationen im Lande des doch ach so streng gehüteten Bankgeheimnisses an den wohlmeinenden Hegemon liefern – und bitte bitte, schön hurtig. Zu welchem Zweck? Da wird sich schon etwas finden lassen! Ach was, das galt ja nur für die Schweiz? Ja sicher, da hat man wenigstens noch – fast höflich – darum gebeten. Für das Reichsprotektorat – Deutsch-Schland – ist das nich nötig, wer erinnert sich nicht gerne an unsere Erzkanzlerin, die mit ihrem „Das geht gar nicht“. Und ihr Freund für das , was dann doch zu gehen hatte, wurde – ertappt – nicht mal rot. Warum auch! Ein anderes Beispiel? Namen will ich mal nicht nennen. Es gab da mal einen, der ist wohl bei seinen Pflichten jemandem zu nahe gekommen, dem galt es doch besser mal kräftig heimzuleuchten. War es der US-Postal-Service oder Fedex – egal. Jedenfalls landete alsbald brühwarm eine Bestellung zu Bubenbildchen – nach Jahren noch – bei den, bei so gut wie einschlägigen Justizbehörden zu Hannover zur geflissentlichen Verwendung. Ja, sogar der Boris konnte nicht umhin, seinem ‚ehem.‘ Parteifreund eine Absage erteilen zu müssen. Soll ich weitermachen? Könnte schon, aber wen interessiert das alles schon!
Nee ne, jedem – ich sagte jedem – Bürger kann bei Bedarf an den Zwickel gefahren werden. Das Material ist da, es sind nur die richtigen Fragen zu stellen. Andere Frage: hat denn jemals schon seinen Desktop oder seinen Wischmob durchgesehen, ob da nicht – ohne es je bemerkt zu haben – irgendetwas Bedenkliches, Schlüpfriges oder auch nur Mißverständliches gelandet sein könnte. Was? Da vertraut ihr eurem Antivirenschutz? Hahaha….! Ihr habt alle Daten in der Cloud? Hahaha…Hahaha….Hahaha….! Aber da seit ihr ja nicht alleine! Der Großteil unserer Wirtschaft, selbst die Großen von den Großen nutzen – weils billiger sein könnte – die ganze Verwaltung auf diese Weise – gestatten, die Cloud, nicht nur die Daten auch die Verarbeitung, die Programme. Dabei haben sie gerade vorgeführt bekommen, wie es bzgl. Straße vom Hormus laufen könnte. Wenn da ein böser Mensch den Kommunikationskanälen nicht besonders wohlwollend wäre … könnte es sein, dass …. es nicht Tage sondern eher nur Stunden, wenn nicht …. dauern dürfte und es heißt … aus die Maus! Stimmt, einen Aufprall, einen gewaltigen ‚Baff‘ wie bei Nordstream würde man nicht hören oder sehen dürfen.
Ich höre jetzt besser mal auf …
Mancher denkt vielleicht, das gehöre nicht hierher, nicht in diesen Bezugsrahmen:
Vor lauter innerlinken Differenzierungen und Debatten ist weltweit der gestaltend wirksame Zukunftshorizont gesellschaftlicher Entwicklung einfach abgesoffen. Heimlich, – still – leise. Kaum einer hat´s gemerkt.
Spätestens mit der staatstragenden Einheitlichkeit der No oder Zero-Covid-Akteure begann der Trauermarsch zur tiefen Grube für die von Beginn an eher kümmerliche Demokratie in Deutschland. Angeleitet vom nicht gewählten größten Profiteur des Spektakels, dem die offentlich-rechtlichen Anstalten beispiellose Propagandazeiten überließen.
„Wir wollen die politische Lähmung in Bezug auf Corona überwinden. Wir wollen uns auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz für den nötigen solidarischen ZeroCovid-Strategiewechsel sammeln. Wie unsere Mitstreiter*innen in Großbritannien (https://zerocovid.uk) wissen wir, dass wir den Schutz unserer Gesundheit gegen kurzfristige Profitinteressen und große Teile der Politik erkämpfen müssen. Es gibt keinen Gegensatz zwischen Gesundheitsschutz und Pandemiebekämpfung einerseits und der Verteidigung demokratischer Rechte und des Rechtsstaats andererseits. Demokratie ohne Gesundheitsschutz ist sinnlos und zynisch. Gesundheitsschutz ohne Demokratie führt in den autoritären Staat. Die Einheit von beidem ist der entscheidende Schlüssel zu einer solidarischen ZeroCovid-Strategie.“ [ https://weact.campact.de/petitions/zerocovid-fur-einen-solidarischen-europaischen-shutdown%5D Selten so gelacht! Nach 9 Jahren war die Organisation von Notständen auf der Grundlage von Parlamentsbeschlüssen aus dem Jahr 2012 zu Fragen des Katastrophen- und Zivilschutzes schon wieder vergessen. Wenn in Deutschland von „Notständen“ die Rede ist, beginnt die Vorphase des nächsten Krieges, der einem natürlich wieder von den Russen aufgezwungen wird,
Spätestens seit dem unwürdigen Spiel eines sich selbst entmachtenden Parlaments und der Beauftragung der militärischen und zivilen Vertreter des von Angela Merkel einberufenen Ausschusses unter Leitung eines willfährigen Militärs und eines ebenso willfährigen Arztes konnte man wissen wie in D nach wie vor Demokratie gespielt wird. Wenn man schon den Weltkrieg I und seine nachwirkenden deutschen demokratischen Kräfte in Uniform mit einem „von“ vorm Namen vergessen hat.
Alle Protokolle des Ausschusses waren seinerzeit über den Webauftritt des RKI bis kurz nach der Absage der „Veranstaltung“ auffindbar und nachzulesen. Wer hat´s wenigstens ab und zu mal gemacht? Wer weiß welche Universitäten der Bundeswehr den Laden „Seuche und Notstand“ schmeißen? Inzwischen funktioniert in den Landkreisen aller Bundesländer die zivil-militärische Zusammenarbeit für die Notstände melden die lokalen Zeitungen. Wie hätten die Verantwortlichen des Ahrtals 2021 schon wissen können, wie man Notstände organisiert?
Der Artikel hüpft etwas eilig durch die Zeiten und verliert dabei die Hauptsache aus dem Korb. Die Hauptsache, wenn man sich die Geschichte der bürgerlichen Öffentlichkeit ansieht, ist die Antwort auf die Frage, gegen wen sich diese entstehende und jetzt untergehende Öffentlichkeit richtete.
Als der Absolutismus in Frankreich die Macht des Feudaladels stark einschränkte, verlor auch die Kirche ihre ideologische und weltliche Vormachtstellung. Diese „Lücke“ der herrschenden Ideologie füllten jetzt all jene, die im Adel und in den Kirchenmännern Schmarotzer, Taugenichtse und Tunichtgute sahen, die der Gesellschaft schwer auf der Tasche lagen. Die Salons in Paris, aber auch in anderen Metropolen, auch die Freimaurerei (1717 gegründet) bildeten geschützte Räume, in die der immer noch gefährliche Arm der Kirche und ihrer Verbündeten nicht hineindurfte. Sie warem dort nicht zugelassen, mussten vor der Tür bleiben.
Natürlich rannte die große Masse der Bevölkerung nach wie vor in die Kirche, wer es nicht tat, vor allem auf dem Land, lebte noch immer gefährlich (Bsp der Fall des am 1.7.1766 ermordeten Chevalier de la Barre in Abbéville).
Heute stehen wir vor einer Situation, in der solche Freiräume vor Überwachung eher noch abnehmen (wobei, wenn man will, kann sie auch heute herstellen – es ist aber etwas aufwendig – war es im 18. Jhdt aber auch).
Die digitale Überwachung als zentrale Kontrollinstanz ist eher noch im Aufbau, wird immer stärker perfektioniert,
Gleichzeitig werden nicht digitale Kommunikationsräume eingeschränkt zugunsten des Internets, wo sog. soziale
Plattformen die Illusion des Gesprächs und der Nähe verbreiten.
Aber was sind das für Gespräche? Es geht nur selten um wahr und falsch, das ist auch bei Overton nicht anders. Meist beschränkt sich die Kommunikation auf Platituden oder auf Statements, die von wenig Interesse an einem zielgerichteten Meinungsaustausch zeugen.
Den Platz der Kirche von damals nehmen heute Spindoktoren, ganze Heerscharen von Meinungsmachern ein, die sich der digitalen Medien (aber auch der anderen Medien) bedienen, um die herrschende Ideologie durchzudrücken. Sie sind durchaus der Kirche von damals und ihren Handlangern ähnlich. Im Italien des 18. Jahrhundert betrug der Anteil des Klerus und der von ihm Abhängigen ca. 2% der Bevölkerung, manchmal mehr (Für die Toskana beispielsweise wurden 1745 bei rund 891.000 Einwohnern 27.436 Geistliche gezählt – etwa 3,1 % der Bevölkerung. Darunter waren 8.095 Priester, 5.482 Mönche, 9.736 Nonnen sowie weitere Geistliche und Eremiten)!
Was Zuckermann beschreibt (worüber sich so viele aufregen), dass Jugendliche im Internet sich vollkommen nackig machen (sehr schön von dem Roman/Film The Circle von D.Eggers auf den Punkt gebracht), ist somit gar nichts Neues – oder meint er, dass ein Bauer, ein Arbeiter im 18 oder 19. sogar noch im 20. Jahrhundert irgendeine Art von Privatsphäre besaß? Das Neue ist, dass es keinerlei Gegenwehr gibt – fast keine ungefilterte kommunistische Partei, nur wenig bürgerliche Gesprächskreise, Freimaurer etc., die sich bewusst der Kontrolle entziehen wollen.
Sobald sich eine Opposition bildet, fallen die versammelten Individuen über sie her, organisiert der Staat pogromartige Aufmärsche, installiert Spitzel und Agenten, um sie einzudämmen.
Was Zuckermann beschreibt, ist die Oberfläche; was er nicht untersucht, ist aber die Hauptsache – die Akteure der Gleichschaltung und ihre Methoden –, die er nicht durchschaut oder nicht erwähnt …