
Wieder wurden die Gebeine eines der nationalen „Helden“ der Ukraine in die Ukraine überführt und mit großem Pomp begraben – vorläufig, weil alle toten Helden in einem erst zu errichtenden Pantheon versammelt werden sollen, um die nationale Identität zu zementieren. Dieses Mal handelte es sich nach Andrij Melnyk (Ukraine holt ihre Nationalhelden heim) um Jewhen Konowalez, den Gründer und Führer der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) von 1929 bis 1938, aus der OUN-M von Melnyk und OUN-B von Bandera hervorging, die zeitweise mit den Nazis kollaborierten und an Massakern an Polen und Juden beteiligt waren. Man darf gespannt sein, wann Bandera aus München heimgeholt wird. Konowalez arbeitete wie Bandera und Melnyk mit dem deutschen Geheimdienst gegen Polen und den Bolschewismus zusammen. 1938 wurde er durch einen Anschlag getötet
Wieder war die Spitze der Regierung beim Begräbnis anwesend. Präsident Selenskij hielt die Rede, in der von den dunklen Seiten der OUN und der Folgeorganisationen, also von nicht die Rede war, sondern nur vom edlen Kampf für die Unabhängigkeit und der Souveränität der Ukraine: „Mit ihm hat die Ukraine einen Teil ihrer selbst zurückgewonnen – ihr Gedächtnis, die ukrainische Erfahrung, unsere nationale Geschichte – die Geschichte all jener, die zu verschiedenen Zeiten für die Ukraine, für unsere Unabhängigkeit und unseren souveränen Staat gelebt und gekämpft haben. Oberst Jewhen Konowalets ist eine solche Persönlichkeit. Sein Schicksal – zugleich heldenhaft und tragisch – ist wie ein Symbol für diese gesamte Epoche unserer Geschichte.“
Gefeiert wird eine gesäuberte Geschichte, die es erlaubt, die Helden der Gegenwart direkt mit den nationalistischen, aber von ihren rassistischen und auch faschistischen Ideologien befreiten Organisationen und Kämpfern für Unabhängigkeit im 20. Jahrhundert zu verbinden (Die Heldenverehrung der ukrainischen Nationalisten: „Ob es jemandem passt oder nicht – scheiß drauf“). Treibende Kraft hinter dieser nationalistischen Inszenierung scheint der ehemalige Militärgeheimdienstchef Budanov und jetzige Leiter des Präsidialamts zu sein.
Gut erkennbar ist auch, dass damit die rechtsextremen Freiwilligenverbände geehrt und stärker auch mit ihrer politischen Ausrichtung von der Selenskij-Regierung eingebunden werden sollen. Denn es ist klar, dass ohne die kriegsmotivierten Freiwilligenverbände die Situation auf dem Schlechtfeld schon längst anders aussehen würde, ähnlich wie dies bereits 2014 der Fall war. Und Selenskij, der besonders nach Entlassung von Fedorov politisch geschwächt ist und von der Forderung nach Wahlen bedroht wird, muss, getrieben von den europäischen Geldgebern und den Freiwilligenverbänden, den Krieg weiterführen, trotz des personellen Notstands. Er muss auch fürchten, dass die auf Krieg ausgerichteten und schwer bewaffneten Kampfverbände nach einem Friedensschluss putschen könnten. Überhaupt wird die Frage – auch in Russland – sein, wie nach einem Ende des Kriegs die von der Front zurückkehrenden Soldaten/Kämpfer/Freischärler in die Gesellschaft integriert werden können. Selenskij hatte ja schon mal die Idee, dass man sie doch in der EU nach Abzug der Amerikaner stationieren bzw. entsorgen könne.

Bieltsky, Prokopenko, Jarosch
Dementsprechend waren denn auch führende Vertreter von Asow anwesend: der Kommandeur des 1. Korps der Asowschen Nationalgarde, Denys Prokopenko, und der des 3. Angriffskorps, Andrij Biletsky, der auch wieder politische Ambitionen hat. Dabei war auch der weiterhin gefeierte Gründer des Rechten Sektors und jetzige Kommandeur der Ukrainischen Freiwilligenarmee (UDA) Dmytro Jarosch. Er bezeichnete die Asow-Kommandeure als „Brüder in Ideen und Waffen“. Jarosch hatte den frisch gewählten Selenskij, der noch einen Frieden mit Russland anstrebte, den Tod angedroht, wenn er das Minsker Abkommen umsetzen sollte. In dem Bericht auf der Präsidentenseite werden die rechtsnationalistischen Kommandeure nicht erwähnt, nur Yevhenii Khmara, der amtierende Verteidigungsminister.
Das dritte Armeekorps meldete, Kommandeur Biletsky habe die Zeremonie am Abend zuvor geleitet. Die Asche von Konovalets wurde in einem Austin-Panzerwagen aus dem Ersten Weltkrieg , der zuvor von Soldaten des Dritten Armeekorps restauriert worden war, zur Kathedrale in Kiew gebracht. In seiner Rede betonte Biletski, dass die Nationalisten der Freiwilligenverbände, die aus dem Maidan und der anschließenden „Antiterroroperation“ (ATO) gegen die dem Maidan zunächst vergleichbaren Proteste in der Ostukraine, das Werk der Vorgänger fortsetzen und erfüllen. Da man aber mit keinem Wort auf die dunklen Seiten der Nazi-Kollaborateure eingeht, übernimmt man auch dieses Erbe: „Heute treffen hier zwei Generationen aufeinander. Oberst Jewhen Konowaletz verkörpert die Generation der Sich-Schützen, der Schwarzen Saporoger Sich, der UVO-Kämpfer, der OUN und der UPA. Wir sind die Generation der Maidan-Revolutionen, der ATO und des großen russisch-ukrainischen Krieges. Jede vorherige Generation hat die ukrainische Sache unvollendet übernommen. Wir sind die Ersten, die eine echte Chance haben, die schwere Kette zu durchbrechen und die Sache des Obersts und aller großen Vorgänger zu Ende zu führen“, brüstet sich Biletsky
Konovalets wird als Gründer der nationalistischen ukrainischen Bewegung gefeiert und direkt eine Verbindung zu Asow und Biletsky gezogen: „Auf der Grundlage der Prinzipien von Konovalets gründete Kommandant Andrij Biletsky das ‚Asow‘-Regiment, die nach Oberst Jewhen Konovalets benannte Militärschule, die Dritte Sturmbrigade, das Dritte Armeekorps, den Chornzh-Dienst, den Patronatsdienst ‚Engel der Drei‘, das Veteranenkorps und die Jugendbewegung ‚Centuria‘. Wir bewahren die Kontinuität der ukrainischen Militärtradition, um das zu vollenden, was Konovalets begonnen hat. Das Imperium, das ihn getötet hat, wird zerstört werden!“

Gewürdigt wird die Beisetzung als „Ereignis von nationaler Reichweite“ natürlich auch Brigadegeneral Denis „Redis“ Prokopenko, Kommandeur des 1. Korps von Asow. Dort heißt es: „Für die Nationalgarde Asow ist Jewhen Konovalets von zentraler Bedeutung. Seine Worte sind zu unserem Motto geworden: ‚Im Feuer wird Eisen zu Stahl, im Kampf wird ein Volk zur Nation.‘“
Und Jarosch schreibt, dass er mit seinen „Brüdern“ an der Beisetzung teilnahm: „Die ukrainische Nation ist unbesiegbar!“ Am 5. August hatte er seine Position zur Geopolitik noch einmal dargelegt und prophezeit, dass Europa, von dem er nicht viel hält, ein großer Krieg bevorsteht: „Einerseits eine arabisch-asiatisch-afrikanische Invasion, die bereits begonnen hat… (Dafür müssen wir uns bei den Linken und Toleranten Europas bedanken); andererseits eine russisch-chinesische Invasion. Europa steht vor einem großen Krieg! Anstatt sich zu verfressen und pazifistisch zu sein, sollten sie darüber nachdenken, wie sie sich verteidigen können… nein, nicht Freiheit und Unabhängigkeit (die wurden ihnen schon fast ohne Krieg genommen); sie müssen darüber nachdenken, wie sie ihr Leben und ihre Gesundheit schützen können, und auch, wie sie Deutsche, Franzosen, Italiener, Spanier, Norweger, Schweden, Polen usw. bleiben können … wie sie Europäer bleiben können …“
Es geht also um Nationalismus als Kern der Kriege. Da soll die Ukraine Vorbild sein, die Jarosch offenbar auch zu dem verweichlichten Europa nicht zählt, das nicht in den Krieg ziehen will, das aber seiner Ansicht nach muss: „Wir – die Ukrainer – müssen solche (nationalen) Bestrebungen unterstützen. … Die Ukraine wird nicht ewig die östlichen Grenzen der Europäischen Union verteidigen … Nur die Ukraine ist mit Gottes Hilfe in der Lage, die östliche Horde aufzuhalten! Mit den anderen Gefahren sollen die Europäer selbst fertig werden…“
Schließlich droht er auch noch den Ukrainern, die aus dem Land geflohen sind, dass sie bestraft würden und sich nicht sicher fühlen könnten: „Übrigens sollten unsere ukrainischen Flüchtlinge und die kriminellen Wehrdienstverweigerer, die ihr Leben riskiert und die ‚Theiß überquert‘ haben, darüber nachdenken, wohin sie als Nächstes fliehen sollen… Allerdings kann man vor sich selbst und vor dem Schicksal nicht fliehen…“
Wahlen lehnt Jarosch während des Krieges, wie das der von Selenskij als Verteidigungsminister entlassene Fedorov, seine Verbündeten und Demonstranten auf dem Maidan fordern, entschieden ab, weil sie die durch den Krieg geschaffene und immer mühsamer aufrechterhaltene nationale Einheit zerstören würden. Tatsächlich zeigen Umfragen, dass Selenskij wohl keine Chancen hätte, wiedergewählt zu werden. Jarosch liegt nichts an Selenskij, er will aber das Land im Kriegszustand halten, was Selenskij noch gelingt, während der Wahlkampf natürlich Verwerfungen verstärken würde, zumal wenn Vertreter des Militärs wie Saluschnyi, Budanov, Fedorov oder Biletsky gegen Selenskij antreten: „Denn Wahlen während eines Krieges bedeuten eine Spaltung des Volkes, eine Zersplitterung der Verteidigungskräfte, eine Demoralisierung des Hinterlands, eine Anheizung der imperialistischen Bestrebungen und so weiter… Denn Wahlen sind derzeit eine groß angelegte antiukrainische Sabotageaktion.“ Es geht halt ums Ganze, um die Nation und den Staat, den die Rechtsnationalisten natürlich auf ihre Weise auch haben wollen: „Es geht um die Ukraine – die heilige Mutter der Helden! Deshalb: Bis zum Ende der Kampfhandlungen – keine Wahlen.“
Die ganze Entwicklung, die ja offen vor aller Augen stattfindet, scheint bei den Regierungsverantwortlichen in der EU, die für eine unverbrüchliche Solidarität mit der Ukraine eintreten, ausgeblendet zu werden. Wollen wir eine solche rechtsnationalistische Ukraine unterstützen und vielleicht auch noch in der EU haben? Das rechtsnationalistische Lager in Deutschland ist allerdings zerrissen zwischen den Vorbildern Ukraine und Russland, zumal Russland den Nachteil hat, zwar auch anti-woke, aber doch ein multiethnischer Staat zu sein.
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@Theo Noestonto
Es wurden die Namen ermordeten Kinder im palästinensischen Fernsehen vorgelesen. Diese Aktion war vor einigen Monaten und hat sich über evtl. drei Tage hingezogen. Sie sind darüber informiert, dass es sich um einen Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit handelt. Diese Kriegsverbrechen und das Kriegsverbechen der Vertreibung werden mit Unterstützung der Länder durchgeführt. Die Konventionen der Vereinten Nationen werden nicht erfüllt.
Die von Amnesty International bereitgestellte Unterschriftenaktion zur Befreiung von Dr.Safiya geht anstatt an ein Ministerium an die Entität der Juden. Das war auch auf der deutschsprachigen und amerikanischern Webseite so und ist deswegen nicht zu empfehlen. https://www.es.amnesty.org/actua/acciones/israel-hussam-abu-safiya-ene25/
Auf der folgenden Unterschriftenaktion wird der Petitionsinhalt nicht aufgeführt sondern nur die Unterschriften eingesammelt. Aber vielleicht können Sie mal nachfragen.
https://www.es.amnesty.org/actua/acciones/israel-cisjordania-limpieza-etnica-jun26/
Zu der Aussetzung des Abkommens der EU gibt es eine aktuelle Unterschriftenaktion. Es geht darum dass die Besatzung die Menschenrechte nicht einhält und auch noch von der EU gefördert wird. Wenn Sie oder die anderen an dem Text etwas auszusetzen haben können Sie etwas eigenes schreiben und an den Kanzler abschicken.
https://www.amnesty.de/mitmachen/petition/kanzler-merz-eu-israel-abkommen-aussetzen
Mitmachen bei der Einforderung der Menschenrechte für Palästina.
Über den Völkermord sprechen.
[1] Zu dem Artikel wo mein Kommentar stand wurde diese Antwort nicht gepostet.
[2] Seit gestern wurden mindestens drei Brandanschläge auf die Zuhause der Palästinenser in der West-Bank verübt (die Inneneinrichtungen sind verbrannt, die Wände sind schwarz). Zwei in der Gegend von Masafer-Yatta im Süden und einer südlich von Hebron. Die Siedler haben im Nordwesten von Ramallah die Palästinenser in Ihrem Kraftfahrzeug angegriffen und dieses hat sich überschlagen. Die Siedler haben die Insassen dann geschlagen und später wurden die Verletzten zur medizinischen Behandlung gebracht.
Die Ukrainer werden eines schönen Tages noch den Adik (den Schicklgruber) wieder ausbuddeln. Oder???
Die Kallas Kaja von der Leyen-Union, die Arme, wird kein Ukrainisch verstehen und daher auch Dmytro Jarosch nicht folgen können.