„Nur die Ukraine ist mit Gottes Hilfe in der Lage, die östliche Horde aufzuhalten!“

Präsident Selenskij bei der Beisetzung der Gebeine des Nationalhelden Jewhen Konowalez, den Gründer und Führer der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN). Bild: president.gov.ua/CC BY-NC-ND-4.0

Wieder wurden die Gebeine eines der nationalen „Helden“ der Ukraine in die Ukraine überführt und mit großem Pomp begraben – vorläufig, weil alle toten Helden in einem erst zu errichtenden Pantheon versammelt werden sollen, um die nationale Identität zu zementieren. Dieses Mal handelte es sich nach Andrij Melnyk (Ukraine holt ihre Nationalhelden heim) um Jewhen Konowalez, den Gründer und Führer der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) von 1929 bis 1938, aus der OUN-M von Melnyk und OUN-B von Bandera hervorging, die zeitweise mit den Nazis kollaborierten und an Massakern an Polen und Juden beteiligt waren. Man darf gespannt sein, wann Bandera aus München heimgeholt wird. Konowalez arbeitete wie Bandera und Melnyk mit dem deutschen Geheimdienst gegen Polen und den Bolschewismus zusammen. 1938 wurde er durch einen Anschlag getötet

Wieder war die Spitze der Regierung beim Begräbnis anwesend. Präsident Selenskij hielt die Rede, in der von den dunklen Seiten der OUN und der Folgeorganisationen, also von nicht die Rede war, sondern nur vom edlen Kampf für die Unabhängigkeit und der Souveränität der Ukraine: „Mit ihm hat die Ukraine einen Teil ihrer selbst zurückgewonnen – ihr Gedächtnis, die ukrainische Erfahrung, unsere nationale Geschichte – die Geschichte all jener, die zu verschiedenen Zeiten für die Ukraine, für unsere Unabhängigkeit und unseren souveränen Staat gelebt und gekämpft haben. Oberst Jewhen Konowalets ist eine solche Persönlichkeit. Sein Schicksal – zugleich heldenhaft und tragisch – ist wie ein Symbol für diese gesamte Epoche unserer Geschichte.“

Gefeiert wird eine gesäuberte Geschichte, die es erlaubt, die Helden der Gegenwart direkt mit den nationalistischen, aber von ihren rassistischen und auch faschistischen Ideologien befreiten Organisationen und Kämpfern für Unabhängigkeit im 20. Jahrhundert zu verbinden (Die Heldenverehrung der ukrainischen Nationalisten: „Ob es jemandem passt oder nicht – scheiß drauf“). Treibende Kraft hinter dieser nationalistischen Inszenierung scheint der ehemalige Militärgeheimdienstchef Budanov und jetzige Leiter des Präsidialamts zu sein.

Gut erkennbar ist auch, dass damit die rechtsextremen Freiwilligenverbände geehrt und stärker auch mit ihrer politischen Ausrichtung von der Selenskij-Regierung eingebunden werden sollen. Denn es ist klar, dass ohne die kriegsmotivierten Freiwilligenverbände die Situation auf dem Schlechtfeld schon längst anders aussehen würde, ähnlich wie dies bereits 2014 der Fall war. Und Selenskij, der besonders nach Entlassung von Fedorov politisch geschwächt ist und von der Forderung nach Wahlen bedroht wird, muss, getrieben von den europäischen Geldgebern und den Freiwilligenverbänden, den Krieg weiterführen, trotz des personellen Notstands. Er muss auch fürchten, dass die auf Krieg ausgerichteten und schwer bewaffneten Kampfverbände nach einem Friedensschluss putschen könnten. Überhaupt wird die Frage – auch in Russland – sein, wie nach einem Ende des Kriegs die von der Front zurückkehrenden Soldaten/Kämpfer/Freischärler in die Gesellschaft integriert werden können. Selenskij hatte ja schon mal die Idee, dass man sie doch in der EU nach Abzug der Amerikaner stationieren bzw. entsorgen könne.

Die Freunde Jarosch, Prokopenko und Siletsky. Bild: Jarosch

Bieltsky, Prokopenko, Jarosch

Dementsprechend waren denn auch führende Vertreter von Asow anwesend: der Kommandeur des 1. Korps der Asowschen Nationalgarde, Denys Prokopenko, und der des 3. Angriffskorps, Andrij Biletsky, der auch wieder politische Ambitionen hat. Dabei war auch der weiterhin gefeierte Gründer des Rechten Sektors und jetzige Kommandeur der Ukrainischen Freiwilligenarmee (UDA) Dmytro Jarosch. Er bezeichnete die Asow-Kommandeure als „Brüder in Ideen und Waffen“. Jarosch hatte den frisch gewählten Selenskij, der noch einen Frieden mit Russland anstrebte, den Tod angedroht, wenn er das Minsker Abkommen umsetzen sollte. In dem Bericht auf der Präsidentenseite werden die rechtsnationalistischen Kommandeure nicht erwähnt, nur Yevhenii Khmara, der amtierende Verteidigungsminister.

Das dritte Armeekorps meldete, Kommandeur Biletsky habe die Zeremonie am Abend zuvor geleitet. Die Asche von Konovalets wurde in einem Austin-Panzerwagen aus dem Ersten Weltkrieg , der zuvor von Soldaten des Dritten Armeekorps restauriert worden war, zur Kathedrale in Kiew gebracht. In seiner Rede betonte Biletski, dass die Nationalisten der Freiwilligenverbände, die aus dem Maidan und der anschließenden „Antiterroroperation“ (ATO) gegen die dem Maidan zunächst vergleichbaren Proteste in der Ostukraine, das Werk der Vorgänger fortsetzen und erfüllen. Da man aber mit keinem Wort auf die dunklen Seiten der Nazi-Kollaborateure eingeht, übernimmt man auch dieses Erbe: „Heute treffen hier zwei Generationen aufeinander. Oberst Jewhen Konowaletz verkörpert die Generation der Sich-Schützen, der Schwarzen Saporoger Sich, der UVO-Kämpfer, der OUN und der UPA. Wir sind die Generation der Maidan-Revolutionen, der ATO und des großen russisch-ukrainischen Krieges. Jede vorherige Generation hat die ukrainische Sache unvollendet übernommen. Wir sind die Ersten, die eine echte Chance haben, die schwere Kette zu durchbrechen und die Sache des Obersts und aller großen Vorgänger zu Ende zu führen“, brüstet sich Biletsky

Konovalets wird als Gründer der nationalistischen ukrainischen Bewegung gefeiert und direkt eine Verbindung zu Asow und Biletsky gezogen: „Auf der Grundlage der Prinzipien von Konovalets gründete Kommandant Andrij Biletsky das ‚Asow‘-Regiment, die nach Oberst Jewhen Konovalets benannte Militärschule, die Dritte Sturmbrigade, das Dritte Armeekorps, den Chornzh-Dienst, den Patronatsdienst ‚Engel der Drei‘, das Veteranenkorps und die Jugendbewegung ‚Centuria‘. Wir bewahren die Kontinuität der ukrainischen Militärtradition, um das zu vollenden, was Konovalets begonnen hat. Das Imperium, das ihn getötet hat, wird zerstört werden!“

Asow zelebriert mit Pomp und Pathos und faschistoider Ästhetik. Screenshot aus Asow-Video

Gewürdigt wird die Beisetzung als „Ereignis von nationaler Reichweite“ natürlich auch Brigadegeneral Denis „Redis“ Prokopenko, Kommandeur des 1. Korps von Asow. Dort heißt es: „Für die Nationalgarde Asow ist Jewhen Konovalets von zentraler Bedeutung. Seine Worte sind zu unserem Motto geworden: ‚Im Feuer wird Eisen zu Stahl, im Kampf wird ein Volk zur Nation.‘“

 

Und Jarosch schreibt, dass er mit seinen „Brüdern“ an der Beisetzung teilnahm: „Die ukrainische Nation ist unbesiegbar!“ Am 5. August hatte er seine Position zur Geopolitik noch einmal dargelegt und prophezeit, dass Europa, von dem er nicht viel hält,  ein großer Krieg bevorsteht: „Einerseits eine arabisch-asiatisch-afrikanische Invasion, die bereits begonnen hat… (Dafür müssen wir uns bei den Linken und Toleranten Europas bedanken); andererseits eine russisch-chinesische Invasion. Europa steht vor einem großen Krieg! Anstatt sich zu verfressen und pazifistisch zu sein, sollten sie darüber nachdenken, wie sie sich verteidigen können… nein, nicht Freiheit und Unabhängigkeit (die wurden ihnen schon fast ohne Krieg genommen); sie müssen darüber nachdenken, wie sie ihr Leben und ihre Gesundheit schützen können, und auch, wie sie Deutsche, Franzosen, Italiener, Spanier, Norweger, Schweden, Polen usw. bleiben können … wie sie Europäer bleiben können …“

Es geht also um Nationalismus als Kern der Kriege. Da soll die Ukraine Vorbild sein, die Jarosch offenbar auch zu dem verweichlichten Europa nicht zählt, das nicht in den Krieg ziehen will, das aber seiner Ansicht nach muss: „Wir – die Ukrainer – müssen solche (nationalen) Bestrebungen unterstützen. … Die Ukraine wird nicht ewig die östlichen Grenzen der Europäischen Union verteidigen … Nur die Ukraine ist mit Gottes Hilfe in der Lage, die östliche Horde aufzuhalten! Mit den anderen Gefahren sollen die Europäer selbst fertig werden…“

Schließlich droht er auch noch den Ukrainern, die aus dem Land geflohen sind, dass sie bestraft würden und sich nicht sicher fühlen könnten: „Übrigens sollten unsere ukrainischen Flüchtlinge und die kriminellen Wehrdienstverweigerer, die ihr Leben riskiert und die ‚Theiß überquert‘ haben, darüber nachdenken, wohin sie als Nächstes fliehen sollen… Allerdings kann man vor sich selbst und vor dem Schicksal nicht fliehen…“

Wahlen lehnt Jarosch während des Krieges, wie das der von Selenskij als Verteidigungsminister entlassene Fedorov, seine Verbündeten und Demonstranten auf dem Maidan fordern, entschieden ab, weil sie die durch den Krieg geschaffene und immer mühsamer aufrechterhaltene nationale Einheit zerstören würden. Tatsächlich zeigen Umfragen, dass Selenskij wohl keine Chancen hätte, wiedergewählt zu werden. Jarosch liegt nichts an Selenskij, er will aber das Land im Kriegszustand halten, was Selenskij noch gelingt, während der Wahlkampf natürlich Verwerfungen verstärken würde, zumal wenn Vertreter des Militärs wie Saluschnyi, Budanov, Fedorov oder Biletsky gegen Selenskij antreten: „Denn Wahlen während eines Krieges bedeuten eine Spaltung des Volkes, eine Zersplitterung der Verteidigungskräfte, eine Demoralisierung des Hinterlands, eine Anheizung der imperialistischen Bestrebungen und so weiter… Denn Wahlen sind derzeit eine groß angelegte antiukrainische Sabotageaktion.“ Es geht halt ums Ganze, um die Nation und den Staat, den die Rechtsnationalisten natürlich auf ihre Weise auch haben wollen: „Es geht um die Ukraine – die heilige Mutter der Helden! Deshalb: Bis zum Ende der Kampfhandlungen – keine Wahlen.“

Die ganze Entwicklung, die ja offen vor aller Augen stattfindet, scheint bei den Regierungsverantwortlichen in der EU, die für eine unverbrüchliche Solidarität mit der Ukraine eintreten, ausgeblendet zu werden. Wollen wir eine solche rechtsnationalistische Ukraine unterstützen und vielleicht auch noch in der EU haben? Das rechtsnationalistische Lager in Deutschland ist allerdings zerrissen zwischen den Vorbildern Ukraine und Russland, zumal Russland den Nachteil hat, zwar auch anti-woke, aber doch ein multiethnischer Staat zu sein.

Florian Rötzer

Florian Rötzer, geboren 1953, war Gründer des Online-Magazins Telepolis und von 1996 bis 2020 dessen Chefredakteur. Seit 2022 ist er Redakteur beim Overton Magazin. Er ist Autor mehrerer Bücher, zuletzt In der Wüste der Gegenwart, das er zusammen mit Moshe Zuckermann geschrieben hat.
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39 Kommentare

  1. @Theo Noestonto
    Es wurden die Namen ermordeten Kinder im palästinensischen Fernsehen vorgelesen. Diese Aktion war vor einigen Monaten und hat sich über evtl. drei Tage hingezogen. Sie sind darüber informiert, dass es sich um einen Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit handelt. Diese Kriegsverbrechen und das Kriegsverbechen der Vertreibung werden mit Unterstützung der Länder durchgeführt. Die Konventionen der Vereinten Nationen werden nicht erfüllt.

    Die von Amnesty International bereitgestellte Unterschriftenaktion zur Befreiung von Dr.Safiya geht anstatt an ein Ministerium an die Entität der Juden. Das war auch auf der deutschsprachigen und amerikanischern Webseite so und ist deswegen nicht zu empfehlen. https://www.es.amnesty.org/actua/acciones/israel-hussam-abu-safiya-ene25/
    Auf der folgenden Unterschriftenaktion wird der Petitionsinhalt nicht aufgeführt sondern nur die Unterschriften eingesammelt. Aber vielleicht können Sie mal nachfragen.
    https://www.es.amnesty.org/actua/acciones/israel-cisjordania-limpieza-etnica-jun26/

    Zu der Aussetzung des Abkommens der EU gibt es eine aktuelle Unterschriftenaktion. Es geht darum dass die Besatzung die Menschenrechte nicht einhält und auch noch von der EU gefördert wird. Wenn Sie oder die anderen an dem Text etwas auszusetzen haben können Sie etwas eigenes schreiben und an den Kanzler abschicken.
    https://www.amnesty.de/mitmachen/petition/kanzler-merz-eu-israel-abkommen-aussetzen

    Mitmachen bei der Einforderung der Menschenrechte für Palästina.
    Über den Völkermord sprechen.

    [1] Zu dem Artikel wo mein Kommentar stand wurde diese Antwort nicht gepostet.
    [2] Seit gestern wurden mindestens drei Brandanschläge auf die Zuhause der Palästinenser in der West-Bank verübt (die Inneneinrichtungen sind verbrannt, die Wände sind schwarz). Zwei in der Gegend von Masafer-Yatta im Süden und einer südlich von Hebron. Die Siedler haben im Nordwesten von Ramallah die Palästinenser in Ihrem Kraftfahrzeug angegriffen und dieses hat sich überschlagen. Die Siedler haben die Insassen dann geschlagen und später wurden die Verletzten zur medizinischen Behandlung gebracht.

    1. @Kommentarium: Unerträglich, diese Trollerei!! Was hat das mit dem Thema des Artikels zu tun und wieso kommt das immer durch, während andere Kommentare hier ohne Rückmeldung im digitalen Nirwana verschwinden???

      1. Könnten meine Worte gewesen sein.

        Mir ist gestern eine Antwort auf einen Kommentar (Thema Arday) schon beim Absenden von der KU geshreddert worden. An dem war nichts falsch oder ein Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen. Aber dieser Troll kommt immer wieder durch, und seine „Kommentare“ werden auch nachgelagert nicht gelöscht, obwohl klar gegen die Regeln („bleiben Sie beim Thema“).

      1. „Warum regen Sie sich auf?“

        Zum 1. ist es deine Penetranz und zum 2. deine Einseitigkeit. Ermordung von Kindern ist nicht nur in Gaza ein NoGo, sondern überall zu benennen und idealerweise dagegen vorzugehen.

  2. Wie berichtet denn die Presse über das Ereignis? Die Ausgegrabenen seien „umstritten“ und dass Konowalez habe den polnischen Außenminister umgebracht. Nicht erwähnt wird Melnyk, das ist der der der Wehrmacht mit seiner „14. Waffen-Grenadier-Division der SS“ diente, was der Banderaflügel ablehnte.
    Soweit der Deutschlandfunk pars pro toto.
    Dass nun hier die übelsten Kriegsverbrecher des Zweiten Weltkriegs geehrt werden und dass das nun dies zur eindeutigen Einordnung der Ukraine völlig ausreichend ist, das bleibt natürlich unerwähnt.
    Wobei nur ein winziger Teil der Presse überhaupt etwas geschrieben hat.

    1. @Artur_C
      Auch das hier ist eine Untertreibung:

      „Selenskij versucht mit der Beisetzung der OUN- und UPA-Helden die „Rechtsnationalisten und Freiwilligenverbände wie Asow“, die sich in deren weißgewaschener Tradition sehen, auf seine Seite zu ziehen.“

    2. @Artur_C

      Merz, von der Leyen, Kiesewetter, Wadephul und ihresgleichen meinen, dass es ausreicht sich von der AfD abzugrenzen und Israel uneingeschränkt zu unterstützen, um nachzuweisen, dass man damit genug getan hat, um sich von den Verbrechen, die im Dritten Reich begangen wurden, zu distanzieren.

      1. Das nennt man „auf etwas zeigen, um (etwas anderes) zu verbergen“. Dass hier eindeutig braunes Gedankengut nicht nur gebilligt, sondern aktiv unterstützt wird, ist jedem klar, der noch etwas Grips in der Hirnschale hat und nicht gekauft ist.

  3. Warum werden eigentlich die Nazis aus anderen Länder in Putin-Russland so hofiert?
    Ist das so ein Spezial-Plan um diese Länder dann wegen der Nazis auch überfallen zu können?

    1. Urmel mit der an der Murmel: Könnten sie bitte einmal spezifizieren, welche Nazis
      Sie meinen. Vor Allem aus welchen Ländern sollen die stammen? Nazis aus dem Iran
      oder sogar aus China?

      1. Im September 2025 veranstaltete die Internationale Anti-Globalisierungsliga Paladins einen Kongress im Mariinski-Palast in St. Petersburg. Mehr als 50 Delegierte aus 15 rechtsextremen patriotischen Organisationen von drei Kontinenten nahmen an der Veranstaltung teil. Unter den Gästen befanden sich Vertreter rechtsextremer Organisationen aus Spanien, Mexiko, Frankreich, Belgien, Ungarn, Argentinien und Südafrika. Die Teilnehmer waren ausschließlich weiß.

        1. Ist diese „internationale Anti-Globalisierungsliga“ etwa eine staatliche Institution? Was hat das mit dem Staat Russische Föderation oder seiner Staatsführung zutun?

            1. Faschos gibt es freilich überall, selbst in Russland keine Frage. Auch wenn ich auf dem Bild außer Dugin – den ich nicht als Fascho bezeichnen würde, niemanden kenne.
              Der Vorwurf lautete jedoch in Putins Russland würden Nazis hoffiert werden. Das erwähnte Beispiel von diesem Treffen dieser komischen Anti-Globalisierungsliga unterstützt den Vorwurf in keiner Weise. Das ist irgendein privater Verschwöriker-Verein, wo sie unter sich sind und der auch noch international sein soll. Der Russische Staat hat damit nichts zutun.

    2. @ UvdM:

      Warum werden eigentlich die Nazis aus anderen Länder in Putin-Russland so hofiert?

      Das wäre doch einfach beantwortet: „Kenne deinen Feind“ oder „Halte deine Freunde nah und deine Feinde näher“. Was mich interessiert, wo denn dieses »Putin-Russland« ist, ich kenne nur die Russische Föderation. Ist das da, wo Merz-Deutschland, Macron-Frankreich, IrgendwerVorübergehendes-Großbritanien, Xi-China und die anderen Phantasie-Königreiche so sind?

    3. „Warum werden eigentlich die Nazis aus anderen Länder in Putin-Russland so hofiert?“

      Die gleiche Frage könnten Sie auch unserer Bundesregierung stellen, die sich zwar „offiziell“ gegen Nazis/Rechtsextremisten in Deutschland positioniert, aber in allen anderen Ländern mit vielerlei Rechtsextremen, sogar rechsextremen Massenmördern und Kriegsverbrechern verbündet, verbrüdert, freundschaftlich verbunden ist und diese wirtschaftich, militärisch und diplomatisch unterstützt.

  4. Die ganze Entwicklung, die ja offen vor aller Augen stattfindet, scheint bei den Regierungsverantwortlichen in der EU, die für eine unverbrüchliche Solidarität mit der Ukraine eintreten, ausgeblendet zu werden.

    Es ist das höhere Gut, das zählt: Russland muss vernichtet werden. Und so führen wir die gute deutsche Tradition weiter, Gehlen, Globke, Filbinger, Kiesinger, Annalenas Grossvater…

  5. Der Autor erlaubt es sich nicht, anzugeben, wer Jewhen Konovalets im Jahr 1938 getötet hat. Das positive Image der Sowjetunion darf nicht beschädigt werden.

    1. Roman: Warum klären Sie uns jetzt nicht auf, wer diesen Jewhen Konowalets 1938 getötet hat?
      Wurde ihr Kommentar etwa gelöscht? Bitte versuchen sie es noch einmal.

    2. Ich wüsste nicht auf welche Weise die gezielte Liquidierung von einem Faschistenführer ein schlechtes Licht auf die Sowjetunion werfen könnte.

  6. In Deutschland gilt richtigerweise: Nie wieder Faschismus. Aber Regime, die Faschisten aus früheren Zeiten verherrlischen, denen steht man unverbrüchlich an der Seite. Welch eine Doppelmoral.

  7. Herzlichen Dank sehr geehrter Herr Rützer für Ihre unermüdliche Arbeit!!

    …scheint bei den Regierungsverantwortlichen in der EU, die für eine unverbrüchliche Solidarität mit der Ukraine eintreten, ausgeblendet zu werden.

    Schlimmer noch: das nationalistisch-völkische Treiben und die Kriegsverlängerung wird mit 100en Milliarden an schwer erwirtschafteten Euro unterstützt. Und unser aller Wohlstand – und der zukünftiger Generationen – aufs Spiel gesetzt.

    1. … ‚Herr Rötzer‘ muss es natürlich heissen…

      Was mus ich den da lesen?:
      „+++ 20:38 Bericht: Mehr als 80 ukrainische Soldaten in Sachsen-Anhalt desertiert +++
      Mehr als 80 ukrainische Soldaten, die in Deutschland für den Krieg in der Ukraine ausgebildet werden, sind seit 2022 allein in Sachsen-Anhalt von ihrem Übungsgelände geflohen. Das zeigen aktuelle Recherchen der Wochenzeitung „Die Zeit“. Deutschlandweit sollen es demnach mehrere Hundert Fälle sein.
      Gefunden hier:
      https://www.n-tv.de/politik/22-00-Russisches-Flugzeug-koennte-Finnlands-Luftraum-verletzt-haben-id30859357.html

  8. Jarosch bezeichnet die Ukraine als „einzige Kraft, die die östliche Horde aufhalten kann“.
    Nur Aufhalten ist deutlich zu wenig für die NATO-Auftraggeber: Ihr müsst schon bis nach Moskau marschieren und der „östlichen Horde“ die Kapitulationsforderung auf den Schreibtisch knallen!

  9. Wenn Menschen sich auf Gott 🙏 berufen, um im Krieg ⚔️ massenhaftes Töten zu rechtfertigen, dann sollten logisch denkende und friedliebende Menschen ein Problem mit diesen Menschen und/oder mit diesem „Gott“ haben.

    Im Ersten Weltkrieg haben Deutsche 🇩🇪 gegen den „Erzfeind“ Frankreich 🇫🇷 Krieg geführt (und umgekehrt). Dabei wurden Millionen Menschen getötet 💀 ⚰️ 🪦 und beide Seiten haben dabei im Namen desselben Gottes gekämpft.

    Hier wird Gott missbraucht, um im Namen einer höheren moralischen Instanz, andere Menschen leichter töten zu können. In dieser Hinsicht waren die alten Römer allerdings cleverer. Diese Römer hatten bekanntlich nicht einfach „einen Gott für alles“, sondern ein ganzes System spezialisierter Gottheiten. Die alten Römer hatten nicht nur den Jupiter, den Merkur, den Saturn und die wunderschöne Venus, sondern auch den „Vaticanus“ aka „Vagitanus“. Dieser Spezialist war nur verantwortlich für den ersten Schrei von Neugeboren, weil das ein akustisches Zeichen dafür war, dass die Atmung funkioniert, sich die Lunge entfaltet und Sauerstoff aufnimmt usw.

    Eine römischen Gottheit war aber auch dieser „Mars“. Mars macht nicht nur mobil bei Arbeit, Sport und Spiel! Nein der Kriegsgott motiviert und beflügelt die Soldaten, Soldatinnen und die Zivilbevölkerung an der Heimatfront auch im Krieg.

    Was sagen denn studierte Theologen und die Gottesmänner und Gottesfrauen von der „C“DU/“C“SU dazu oder wofür steht das „C“ nochmal? Das mit der Theologie war allerdings noch nie so mein Ding.

    Mars, der Kriegsgott, macht das Töten leicht,
    wenn man die Moral aus der Religion streicht.
    Was sonst als Mord das menschliche Gewissen beschwert,
    wird im Krieg zu höheren Werten verklärt.
    (Rainer Reimer, Reimstadt am Rhein, Reimland 2026)

  10. Die Notwendigkeit der von Putin geforderten Entnazifizierung der Ukraine als Ergebnis des Krieges springt einem so deutlich ins Gesicht, daß man sie gar nicht übersehen kann – also schauen alle weg….

    1. Sie treffen den Nagel auf dem Kopf.
      Es öffentlich kritisieren hieße ja im Grunde ein Stückweit einzuräumen, dass Russlands Forderungen und Kriegsziele berechtigt seien. Eher schlagen sie sich selbst ein Bein ab.

  11. Wäre ich ein Kriegstreiber, ich würde es tunlichst unterlassen den Gegner verbal zu entmenschlichen.
    Denn damit würde ich ja zeigen dass ich nicht besser bin als der Gegner.

  12. [..] the historic mission of our nation in this critical moment is to lead the White Races of the world in a final crusade for their survival. A crusade against the Semite-led Untermenschen.

    Andriy Biletsky

    Das ist es auch was Jarosch unter seinem grossen Krieg versteht, in den Köpfen dieser selbst proklamierten „Übermenschen“ wird es immer 1941/42 sein. Deshalb wurden sie auch von den USA ausgewählt und, gemäss Nuland, vor dem Maidan mit 5 Mia unterstützt: Parubyi war der „Kommandeur“ (das Hotel „Ukraina“, von dem über 120 Menschen erschossen wurden, stand unter seiner Kontrolle) und Biletsky und Jarosch brachte die „Muskeln“ (Biletsky war der Führer der Neo-Nazi Organisation „Patrioten der Ukraine“, Jarosch leitete den „rechten Sektor“).

    Eine der „Omis gegen Rechts, Frank-Walter Steinmeier, schüttelte ihnen damals auf dem Maidan die Hände, und lässt sich (und Deutschland) seither freudig von ihnen durch den Dreck ziehen.

    Das Bataillon „Azov“ ist seither zur Armeekorps Stärke angewachsen, insbesondere auch dank westlicher Unterstützung. Ich weiss nicht mehr wer es war, aber Jemand hatte den ganzen Komplex „Nationalgarde“ mit der Entwicklung der SS verglichen, die ja im Verlauf des Krieges auch immer weiter ausgebaut wurde und teilweise einen Staat im Staat bildete.

    Eine relativ gute Zusammenfassung über diese ukrainischen „Helden“ aus dem Zeitalter vor der totalen Gleichschaltung (auf englisch): https://www.thenation.com/article/politics/neo-nazis-far-right-ukraine/

  13. da sich USA aus dem Ukraine Krieg verabschiedet hat, muss die (pseudo) UA Regierung dem Volk noch irgendwelche „Heiligsprechung“ präsentieren…

    „Michael Hudson: Im Grunde ist es Washington egal, ob Russland den Krieg [in der Ukraine] gewinnt, denn den USA ist es gelungen, ihre Konkurrenz in Europa, vor allem Deutschland, auszuschalten.“

    https://michael-hudson.com/2022/02/america-defeats-germany-for-the-third-time-in-a-century/

    und BlackRock schlägt, wie man sagen pflegt, den letzten Nagel in den Sarg…

  14. Es ist doch erstaunlich wieviel Einfluß in der ukrainischen Demokratie diese nationalistischen Parteien besitzen, die nur von marginalen 2-3% der Bevölkerung gewählt werden.

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