
Die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik: Für Adenauer waren Atomwaffen lediglich „eine Weiterentwicklung der Artillerie“, weshalb er seine Bundeswehr unbedingt mit diesen „beinahe normalen Waffen“ ausrüsten wollte.
Die Tinte auf der Kapitulation war noch nicht trocken, da setzte die US-Administration bereits auf den Kalten Krieg. 1949 wurde der Nordatlantikpakt gegründet. Laut seiner Präambel bekennen sich seine Mitglieder zu Frieden, Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit. Allerdings sahen sie vornehm darüber hinweg, dass die blutige Diktatur in Portugal nichts mit diesen hehren Prinzipien gemein hatte. „Die Vereinigten Staaten sind der festen Überzeugung, dass aus militärischer Sicht die frühe Wiederbewaffnung Westdeutschlands von grundlegender Bedeutung für die Verteidigung Westeuropas gegen die UdSSR ist“, so die US-Vereinigten Stabschefs (Joint Chiefs of Staff).
Konrad Adenauer war zu Diensten. Das Problem war nur: Die Bürger hatten genug vom Krieg. Sogar die SPD war gegen die Errichtung von Streitkräften, demonstrierte für den Pazifismus und schloss sich der weltweiten Bewegung gegen Atomwaffen an. Die Fotos von den Abwürfen der US-Bomben auf Nagasaki und Hiroshima waren nicht länger zu unterdrücken und machten die Runde. Die Menschen waren entsetzt; so etwas sollte nie mehr geschehen! Wissenschaftler reihten sich in diese globale Friedensbewegung ein, in den USA sogar die Demokratische Partei.
Die Sowjetunion hatte 1957 ihren ersten künstlichen Erdsatelliten ins Weltall geschickt und den sog. Sputnikschock ausgelöst. Er bewies, dass der angeblich rückständige Arbeiter- und Bauernstaat die Weltmacht USA in den Schatten stellen konnte. Stalin war 1953 gestorben, und sein Nachfolger Nikita Chruschtschow wusste, dass das Wettrüsten zwischen Ost und West Milliarden verschlang – Geld das er für die Modernisierung seiner Wirtschaft dringend brauchte.
Der Deutsche Bundestag hatte in seiner ersten außenpolitischen Debatte Ende November 1949 eine Wiederbewaffnung abgelehnt. Erst der Koreakrieg (1952) führte zum Eintritt der Bundesrepublik in die Europäische Verteidigungsgemeinschaft EVG und, ausgerechnet am 9. Mai 1955, in die NATO. Nur fünf Tage nach dem westdeutschen NATO-Beitritt unterzeichnete die DDR mit der Sowjetunion, Albanien, Polen, Rumänien, Bulgarien, Ungarn und der Tschechoslowakei in Warschau den „Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand“.
Bei dem Text handelt es sich um ein stark verkürztes Kapitel aus dem neuen Buch von Gaby Weber: Drei Kreise des Abgrunds. Wie der Bonner Staat kriegstüchtig wurde – Adolf Eichmann und der Zionismus – Die Machtergreifung des Militärisch-Industriellen Komplexes. Erschienen Oktober 2024. Verlag Die Buchmacherei, 16 Euro. ISBN 978-3-9826199-3-4
Die USA hatten bei der Gründung einer Bundeswehr keinen Anstoß daran genommen, dass sich diese aus „alten Kameraden“, darunter Mitglieder der Waffen-SS, zusammensetzte. Am 19. Oktober 1955 beschloss das Kabinett in seiner 99. Sitzung die Gründung eines Kabinettsausschusses mit dem Titel „Bundesverteidigungsrat“ (BVR), dem Vorgänger des „Bundessicherheitsrates“. Von Anfang an wurde er als „besonders geheimhaltungsbedürftig“ eingestuft, und Atomminister Franz-Josef Strauß (CSU) bestand darauf, nur „von Fall zu Fall“ zu protokollieren und alles Weitere mündlich zu paktieren. Federführend war das Verteidigungsministerium, Bundesnachrichtendienst und Verfassungsschutz sollten nur in Einzelfällen hinzugezogen werden.
Der Zeitpunkt für die rasche Aufstellung einer Wehrmacht „erfolge in einem psychologisch ungünstigen Augenblick“. Allenthalben herrsche die Auffassung, „die rasche Aufstellung einer Wehrmacht sei nicht notwendig. Es gelte, dieser Einstellung zu begegnen. Deshalb müsse den Fragen der psychologischen Verteidigung besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden.“ Der Rat rechnete vor: um den Verpflichtungen der NATO gerecht zu werden, brauche man in Westdeutschland eine Million Menschen. Diese müssen dem Arbeitsprozess entzogen werden, wo sie dringend für den Wiederaufbau benötigt wurden. Von den 480.000 Arbeitslosen sei die Hälfte „nicht mehr einsatzfähig“. Es bestehe ein Defizit bis zu 800.000 Menschen. Er zog einen Vergleich zum Jahr 1935, als der Nazi-Staat die Wehrmacht im Handumdrehen „kriegstauglich“ machen konnte.
Doch vor zwanzig Jahren, so bedauerte das Protokoll, habe es einen „ausgebildeten Truppenkern“ gegeben, beste Voraussetzungen also. Der sei heute nicht vorhanden, denn es habe zwischen 1945 und 1955 keine Streitkräfte gegeben. Außerdem lebten 1935 70 Millionen Menschen in Deutschland, 14 Jahre später sei das Land in BRD und SBZ (Sowjetische Besatzungszone, wie die DDR genannt wurde) geteilt worden. 1955 gab es nur noch 50 Millionen BRD-Bürger. Die Zuwanderung aus dem Osten reiche bei Weitem nicht aus, um diese Lücke zu füllen. Die peu à peu zurückkehrenden Kriegsgefangenen seien wenig hilfreich, die Wenigsten seien arbeitsfähig, viele opiumabhängig, ihre Seelen nicht verheilt. Unbrauchbar also.
Ausgerechnet Staatssekretär Hans Globke leitete den Bundesverteidigungsrat. Aber nicht einmal an ihm störten sich die NATO-Partner. Dabei war der Kommentator der Nürnberger Rassengesetze kein Militär, sondern hatte seine Erfahrungen in Hitlers Reichsinnenministerium mit der Entrechtung und Enteignung der europäischen Juden gesammelt. Adenauer vertraute ihm, er war seine rechte Hand.
Seine Aufgabe war, wie aus den Protokollen des BVR hervorgeht, die Skizzierung und Planung eines neuen Krieges: Wie sollte sich die Bevölkerung auf einen Krisen- oder Kriegsmodus vorbereiten? Wie sollten Lebensmittel und Arzneien bevorratet, die Versorgung der Industrie mit Öl, Kohle und Rohstoffen versorgt werden, wie sollte man das Informations-, Kommunikations- und Verkehrswesen auf den Ausnahmezustand vorbereiten? Bunker und Krankenhäuser müssten vorbereitet und die Zensur, auch die Vorzensur, eingeführt werden. Die Evakuierung von (deutschen) Flüchtlingen wurde geplant, man ging von zwei Millionen Binnenflüchtlingen aus. Der Notstand wurde durchgespielt. Die Elektrizitätswerke müssten vorbereitet, eine strahlensichere Lebensmittelbevorratung sichergestellt werden. Wasser und Luft sollten vor radioaktiver Verseuchung geschützt, Blutsammelstellen eingerichtet, Schutzräume gebaut werden.
Für Adenauer waren Atomwaffen lediglich „eine Weiterentwicklung der Artillerie“, weshalb er seine Bundeswehr unbedingt mit diesen „beinahe normalen Waffen“ ausrüsten wollte. Laut BVR-Protokoll waren eigene taktische Atomwaffen Voraussetzung für die Verteidigungsbereitschaft der BRD. Dies sei auch der NATO gegenüber zu vertreten. Eine ausschließlich konventionell ausgerüstete Armee hielt er für „völlig sinnlos“.
Das Pentagon befahl Adenauer, seine Haltung zur MC 70 zu klären. Diese Plandirektive bezog sich auf die NATO-Strategie einer Vorwärtsverteidigung samt eines nuklearen Erstschlages, wie man sich bei einem konventionellen Angriff aus dem Osten verteidigen würde, nämlich mit Atomwaffen. Ein Atomkrieg könne nur mit „sehr elastischen Verbänden“ geführt werden, daher müsse die Bundeswehr bei einer nuklearen Auseinandersetzung „in aufgelockerter Form kämpfen“.
Die MC 70 wollte der Sowjetunion die Möglichkeit verbauen, einen lokal begrenzten konventionellen Krieg zu gewinnen. Daher: Jeder Angriff, auch wenn dieser nur mit Panzern geschehe, werde atomar beantwortet, so die Direktive. Materielles Planungsziel müsse sein, die erste Phase eines Atomkrieges – 30 Tage – zu überleben.
General Lauris Norstad von SACEUR, dem Supreme Allied Commander Europe der NATO, behauptete, es gebe auch „begrenzte Kriege mit taktischen Atomwaffen“, die er sich allerdings nur auf europäischem Gebiet vorstellen wollte. Bonn müsse 12 Divisionen bereitstellen, um die Bundesrepublik „zur stärksten Raketenmacht des europäischen Kontinents“ auszubauen. Das Dokument trägt die höchste Geheimhaltungsstufe, „cosmic“.
Bedenken kamen aus dem Auswärtigen Amt. Es wollte „gewisse Untersuchungen zur Frage der Abwehrstrategie der Nato anstellen“ und den Einsatz von Atomwaffen durch die NATO „grundsätzlich überprüfen“. Das AA wollte wissen: „Wird sich der Gegner mit der Anwendung taktischer Atomwaffen begnügen oder strategische Nuklearwaffen einsetzen, wenn die NATO-Mächte einem konventionell vorgetragenen Angriff mit taktischen Atomwaffen begegnen? Wie hoch würde der Bevölkerungsverlust sein?“
Was bliebe von der Bundesrepublik übrig, wenn die Direktive MC 70 zur Anwendung käme, wie es das Pentagon wollte und Adenauer abnickte? Hätte dies damals eine Zeitung gefragt, wäre wahrscheinlich die Auflage einkassiert und die Redakteure wegen „Landesverrats“ verfolgt worden. Die Antworten fehlen in den Akten, aber ein Blick auf die NATO-Manöver jener Tage lässt keine Zweifel, dass die Direktive die vollständige Vernichtung bedeutet hätte.
Die erste große gemeinsame Übung „Carte Blanche“ fand sechs Wochen nach dem Beitritt Bonns in das Atlantische Militärbündnis statt. Ergebnis: Binnen sechs Tagen könnten 268 Atombomben auf die Bundesrepublik abgeworfen werden, die Folge: 1,7 Millionen Tote und 3,7 Mio. Verletzte. Zwei Jahre später bestätigte die NATO-Übung Lion Noir die Vermutung, dass die Mehrzahl der mindestens hundert auf die BRD niedergehenden Atombomben nicht von den Sowjets, sondern von den eigenen Verbündeten abgefeuert worden waren. Lion Noir ging von der Hypothese aus, dass der Osten zunächst zwanzig deutsche Häfen und 50 Brücken zerstören würde. Zehn deutsche Großstädte würden „nachhaltig zerstört“.
Realistisch wäre eine Verteidigungslinie westlich vom Rhein. Bonn würde also verteidigt, Bonn-Beuel am rechten Rheinufer den Russen überlassen werden. Rest-Deutschland wäre ein einziges Schlachtfeld.
Im November 1960 bekräftigte der Bundesverteidigungsrat unter dem Vorsitz des Bundeskanzlers, dass die Ausrüstung der Bundeswehr mit taktischen Atomwaffen eine unabdingbare Voraussetzung für die Verteidigungsbereitschaft der BRD sei. Adenauer beauftragte das Verteidigungsministerium und das Auswärtige Amt, „diesen Stand in den Verhandlungen mit den NATO-Partnern vertreten“.
Die Wiederaufrüstung hatte sich so schnell und fernab der Öffentlichkeit vollzogen, dass die zivile Gesellschaft kaum reagieren konnte. Die Kommunistische Partei war verboten, und die SPD sollte langsam von den parlamentarischen Wohltaten profitieren. Die Presse war in den Händen Weniger, die das „deutsche Wirtschaftswunder“ priesen. Die Gewerkschaften hielten still, die Löhne stiegen.
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Globke im Amt, das war dem Westen (USA) egal, denn der Feind meines Feindes ist mein Freund, so die Sicht und da waren Massenmörder uns Nazis sehr willkommen.
Atomminister Strauß: Strauß war für die direkte Aufrüstung der BW mit Atomwaffen aber es ist ein Irrglaube das die SPD-Führung dagegen war. Sie wollte die atomare Aufrüstung über den Umweg der „friedlichen“ Nutzung der Kernenergie erreichen.
1956, also 11 Jahre nach der
bedingungslosen Kapitulation
Deutschlands und dem absoluten Ruin steht die deutsche Armee schon wieder stramm ? Als der Mensch aus seinem bombardierten Haus
herausgezogen wurde, sagte er: Nie wieder ! Jedenfalls nicht
gleich, aber 11 Jahre später, das
geht schon …
Na ja, den Deutschen wurde ihr Nationalismus ausgetrieben. Stattdessen mussten sie die US-amerikanische Freiheit verteidigen. Und das ist heute immer noch so.
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Danke, lange Kommentare langweilen mich sonst schnell. Dieser hingegen war erfrischend.
Einen erfrischenden Sarkasmus legen Sie da an den Tag.
So lange Ihre eigene Laune besser bleibt als die allgemeine Lage, würde ich sagen, ist alles für Sie in Ordnung.
Leider bekomme ich weder beim Lesen des Buchauszugs noch der Kommentare eine Idee, wieso es die Leute so kräftig in die Feindschafts- und Kriegsbegeisterung zieht.
Sind das geborene Gewinner in erwartungsvoller Vorfreude?
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Man könnte den letzten Absatz mit ein paar kleinen Änderungen auch auf die heutige Situation anwenden
Die Wiederaufrüstung vollzieht sich so schnell und fernab der Öffentlichkeit, dass die zivile Gesellschaft kaum reagieren mag & kann, zumal kritische Stimmen konsequent zum schweigen gebracht werden.
Unliebsame Parteien werden verboten, und die SPD soll langsam von den parlamentarischen Wohltaten profitieren. Die Presse ist in den Händen einiger Weniger, die das „deutsche Wirtschaftswunder“ preisen. Die Gewerkschaften halten (wie immer) still
Fernab der Öffentlichkeit? Ich finde, dass ganz im Gegenteil die Öffentlichkeit mit vielerlei Mitteln auf genau diese Entwicklung „eingenordet“ wird. Es machen die sogenannten Verantwortlichen doch keinen Hehl daraus, dass Deutschland kriegstauglich zu werden hat, dass immer noch mehr Milliarden ins Militär gesteckt werden müssen und dass auch unsere Partnerländer da mitzutun haben. Hört man da irgendwoher relevanten Widerspruch?
Die Kriegstauglichmacherei findet nicht nur sehr öffentlich statt, nein, sondern der zuständige Obermotz, ein gewisser Herr Boris Pistorius, ist dann auch noch gleich mal der „Kanzler der Herzen“ in diesem unserem Volke!
Man gebe sich da keinen Illusionen hin: Die Behauptung, dieses Volk sei friedlich und nicht an Krieg interessiert, stimmt nicht für die Mehrheit. Vielmehr bewundert dieses Volk seinen obersten Kriegshetzer Pistorius und wünscht ihn sich als Kanzler. „Deutschland muss bis 2029 in der Lage sein, gegen Russland standzuhalten“, so wird das formuliert, und in Wahrheit weiß doch jeder, dass damit eigentlich die Angriffsfähigkeit gemeint ist – selbstnatürlich nur präventiv und zur Wahrung der westlichen Werte, die bekanntlich so viel wichtiger sind als ein Frieden oder so ein Quatsch wie diese Menschenrechte.
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Und trotzdem sind unisono nahezu alle Weicheier, wenn es wirkluch ums Verrecken, ums Verrecken wohlgemerkt und nicht ums Sterben, geht.
Wie war eine Rattenlinie überhaupt bei einem angeblich so tapferen Volk möglich?
Glaubt jemand wirklich, dass in der Ukraine die Rechtsextremisten ganz vorne mit fraglicher Bewaffnung stehen?
Wenn mam mit sich aber selbst derart im unreinen ist, und sich selbst nicht gestehrn kann, dass man nicht verrecken will, auch wenn man irgendwann sterben wird, dann ist das ein klares Zeichen von intellektueller und charakterlicher Unmündigkeit, was heißt, dass man nicht einmal das Mindestniveau erreicht, was einen Erwachsenen, zumindest nach einer Zeit der Reifung, eigentlich auszeichnen sollte.
Wenn man sich vergegenwärtigt, was für menschlich unreife, infantile Narzissten an den bundesdeutschen Schalthebeln sitzen, und das hat sich nie wirklich geändert, vielleicht kurzzeitig und nur sehr bedingt in der Ära von Brandt, der deswegen von den Schwarz-, Gelb- und Rotbraunen (heute müsste man Grün- und Blaubraun ergänzen) bis aufs Messer bekämpft wurde, wundert man sich nicht mehr, warum „wir“ wieder marschieren sollen. Ich werde mir Gabi Webers Buch jedenfalls zulegen. Die bundesdeutsche Nachkriegs-/wir-sind-wieder-wer-Zeit birgt noch so manche Überraschung mit Aha-Effekt.
Danke für Ihre herzerfrischend direkten Beiträge,denen ich,leider, selbst als ehemaliger Zeit(2 Jahre)soldat nichts entgegen halten kann. Stimmt alles. Lediglich kleine Einschränkung insofern,als ich die 6x,x% Zustimmungsraten für ebenso gefälscht halte wie praktisch alle von unserer Regierung gestreute Information. Für die Prozente der eingetretenen Verblödung unserer Menschen hier stimmts aber.
An der Stelle möchte ich meinen Dank an die unermüdliche Frau Weber nicht vergessen. Die Dame zeigt,als eine der wenigen heute,was Journalismus ist.
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Manche behaupten, dass die Plandemie ein Testlauf war, um zu sehen, wie viele der Bundeswehrsoldaten bereit wären, gegen die eigene Bevölkerung vorzugehen. Der eine findet das einen perfiden Schachzug und glaubt zu wissen, von der geringen Gegenwehr innerhalb der Bundeswehr ableiten zu können, dass die höheren Mächte nun dazu Gewissheit hätten.
Ein anderer sagt, dass der tiefe Staat gleichsam an einer Art geistigen Senilität leidet, weil einige Entscheidungen und politischen Figuren seltsam gegen sich selbst gerichtet scheinen. Da aber der tiefe Staat als Entität so nicht existiert – man kann ihm schließlich keinen Brief schreiben – bleibt es Kristallkugel-Leserei. Einzelne, die einem solchen Staat zuarbeiten, packt zuweilen ein Gewissen und sie whistle blowen in unverschämter Art, was niemand sagen darf. Die Geschichte hat mit so mancher Wild Card aufgewartet und etwa Figuren wie einen Trump als „schwer einzuordnend“ bezeichnet. Den närrischen Verstand freut es, dem nihilistischen ist es egal.
In jedem Fall aber produzieren die Republikaner das bessere Entertainment mittels männlicher Marvel-Helden. Die Russen können das nicht oder noch nicht. Scheinen aber auf dem Weg dahin zu sein. Aus einer Meta-Sicht könnte man fast glauben, dass da ein Rollenwechsel stattfindet. Die USA bekommt vielleicht den verhassten Kommunismus, wo sie ihres Kapitalismus verlustig zu gehen droht und die Sowjetunion hat gerade beides, wie es scheint (aber was weiß ich). Europa scheint den schwarzen Peter in der Hand zu halten und will ihn auf keinen Fall loslassen; oder darf es nicht.
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„Ja und was „äußerstes Mittel“ ist, ist dehnbar wie Kaugummi. Merkel hat sich ja auch immer bis zum Äußersten für Minsk I und II verkämpft. Zumindest medienwirksam in der Öffentlichkeit. Di Lorenzo gegenüber hat sie dann – wie Poroschenko und Hollande anderen Interviewern – zugegeben, um was es wirklich ging.“
Was Merkel wirklich wollte, hätte man sie besser vor dem Kriegseintritt Russlands gefragt.
Ich glaube auch, dass Steinmeier bis zum Vorabend der Putschs 2014 mit echtem Willen für vorgezogene Neuwahlen verhandelt und unterschrieben hat.
Die USA setzen ihren Willen recht häufig durch und Merkel ist es nicht gegeben, in offener Opposition zu den USA aufzutreten.
Es hilft einem letztlich selber nichts, wenn man sich dem Zynismus hingibt. Merkel hat auch bei Nord Stream 2 Widerstand geleistet und auch da hat letztlich die USA ihren Willen durchgesetzt.
Die eigentliche Tragik sehe ich ehe darin, dass jeder konstruktiv Denkende sich in der Pax Americana hinter Phrasen verstecken muss. Selbst bei Steinmeier, dem Phrasen-Jongleur-Meister, hat es lange gedauert, bis er sich, getrieben von der heimischen Presse, weil die Ukrainer ihn nicht staatsbesuchen lassen wollten, für seine Steinmeier-Formel öffentlich entschuldigte.
Ich denke, wer will, dass Widerstand sichtbar wird, sollte Zeichen gebe, dass er das anerkennt.
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Kriegseintritt (genannt militärische Sonderoperation) für Russland war der 24.2.2022. Russische Soldaten überschritten gegen den Willen der ukrainischen Regierung die Grenze und schossen.
Bis dahin bemühten sich Frankreich und Deutschland um Minsk I und II und Steinmeier noch länger eben mit der Steinmeier-Formel. https://de.wikipedia.org/wiki/Steinmeier-Formel
Girkin war weder Mitglied noch Beauftragter einer Regierung und handelte auch nicht als russischer Soldat.
Weder Deutschland noch die Nato sind in den Ukrainekrieg eingetreten, obwohl sie parteiisch sind und Unterstützung leisten. Sie verweigern öffentlich Diplomatie.
Die Sanktionen kommen von US- und EU-Seite. Sie haben etliche Ausnahmen, weil sie vor allem Russland schaden sollten.
Darüber könnte man sicher Bücher füllen.
Ich nehme das so wahr, dass Mützenich das Denken der friedfertigen SPD-Teile nach außen trägt, von Herrschaftsfraktion würde ich da nicht sprechen wollen, während der Regierungsteil und andere SPDler sich direkt der Macht der USA beugen (müssen) oder sogar wie Gabriel ihre Karriere an die transatlantische Beziehungspflege gebunden haben.
Auch die SPD ist kein monolithisch Block.
Eben Koalition.
Nunja, als Nato-Mitglied ist Deutschland ein Vasall der USA, wobei vertraglich im Kriegsfall keine unbedingte Kriegsteilnahmepflicht besteht. Zur Zeit der Nato-Gründung wollte sich die USA eine Machtprojektionsfläche in Europa schaffen und konnte die Europäer so am leichtesten Überzeugen.
Merkel wollte schon 2003 beim Irakkrieg mitmachen. Sie hat sich als Kanzlerin trotzdem lange und ausdauernd für die Interessen der deutschen Wirtschaft eingesetzt. Es wäre kindlich anzunehmen, dass die Interessen einer Bundesregierung aus einem Guss sind. Das kann sich ein Machthaber in der Führung eines Imperiums leisten. Als solche führte sich Deutschland beispielsweise in der EU bei der Finanzkrise gegenüber Griechenland auf. Sowas funktioniert aber gegenüber den USA nicht. Zum Vasall wird Deutschland immer dann, wenn die Regierung dem kriegerischen Drängen der USA nachgibt oder folgt.
Wie das System praktiziert wird, zeigte G.W. Bush 2001 anlässlich des Kriegs gegen Afghanistan öffentlich mit dem Spruch: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns.
Man tut sich selber (und in meinem Fall meiner Wunschvorstellung einer besseren Politik) keinen Gefallen, wenn man ehrliches Bemühen einer Regierung nicht anerkennt, weil eine größere Macht sich letztlich durchgesetzt hat und Regierungsmitglieder gegenüber radikalen Medien dadurch ihr Gesicht zu wahren versuchen, dass sie nicht mehr auf ihren gescheiterten Versuch beharren.
Das machen nur Politiker, die es sich sowieso leisten können, in Opposition zu den Hauptmedien zu stehen. Dazu gehört weder Merkel noch Steinmeier noch Scholz.
Steinmeier leistete erst Abbitte, als das ÖR-TV jeden Abend breit trat, dass alle bedeutenden EU-Politiker schon in Kiew waren, um den dortigen Helden ihre Aufwarten zu machen, nur er wegen der Steinmeier-Formel nicht kommen durfte.
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Sympathisch.
Ich lese das als „offizielle Entsendung“.
Es sind auch Nato-Soldaten in der Ukraine, um die komplizierteren Nato-Waffen zu bedienen. Trotzdem ist die Nato nicht in den Krieg eingetreten.
Bei Poroschenko würde ich auch annehmen, dass er schon während der Verhandlungen wusste, dass er die Maßnahmen ab Minsk-II-Schritt-4 im Parlament nicht wird durchsetzen können. Bei Frankreich und Deutschland überwog das Prinzip Hoffnung. So wie Merkel das gesagt hat, lässt sich das auch rein auf Poroschenko beziehen. Sie hat nicht gesagt: „Aller außer Russland wussten…“ oder „Selbst Russland wusste 2015, aber wollte für den Kriegseintritt 2022 noch mehr moralische und völkerrechtliche Rechtfertigung anhäufen.“
Totaler Nihilismus ist an der Stelle möglich, aber dann könnte man auch immer Krieg führen, weil so wenig Menschen auf der Welt echten Frieden im Herzen tragen.
Wer will das?
Als Indiz für das Wollen Merkels dient für mich die Ablehnung des Nato-Beitritts von Georgien und der Ukraine, den die USA schon 2008 forciert hatten. Mit dem Putsch 2014 – gegen den Willen Deutschland – und die Anti-Terroroperation, wenige Tage nach dem Besuch des damaligen CIA-Chefs in Kiew, trieb die USA die inoffizielle Natoisierung der Ukraine unaufhaltsam voran.
Ich mach‘ hier jetzt Schluss, weil so lange keine neuen Merkel-Interviews vorliegen, es sich nur noch um Meinung und Interpretation dreht.
Was passiert denn groß, Sie harzender Rebell?
Eine „Free palestine“ Demo ist doch von den Antifas und den verpeilten jungen Leuten Dauerbeschäftigung – oder wer nicht so gerne auf die Straße geht, schreibt als Informationskrieger irgendwo seinen Sermon. Den Linken und Antifas passiert gar nichts, außer sie legen es drauf an und provozieren ihre körperlichen Auseinandersetzungen mit der Polizei, weil ihnen die Rechtsradikalen fehlen, die sich ihnen in den Weg stellen.
Oder haben Sie irgendwelche „Glatzen“ und so weit man sie noch erkennen kann, „Braunen“ oder „Springerstiefel“ gegen „langhaarige Bombenleger“ kämpfen sehen?
Meinetwegen können sich die gerne die Köpfe gegenseitig einhauen, hätte nichts dagegen, aber leider lassen diese Horden auch das Umfeld nicht in Ruhe, was man an den eingeschlagenen Scheiben oder abgefackelten Autos sehen kann. Man sollte ihnen eine Arena geben, sozusagen eine Ordnung, die ihnen das disziplinierte Kämpfen beibringt. Mit Martial Arts Philosophie angereichert.
Ein schweißtreibendes und die Muskeln bildendes Bundeswehr-Training -warum eigentlich nicht? Täte denen ganz gut, vielleicht der einzige Ort, wo das Mannsvolk die Hierarchie akzeptieren würde. Wären da nur nicht so viele andere Interessen, bei denen die Soldaten nicht wissen, wer sie hat und wem sie dienen.
Aber so lang es keinen Zwang gibt, lässt sich immer noch Zivildienst machen, nicht wahr. Wo aber schon gezwungen wird, da ist es eine gänzlich andere Sache.
O Gott Erika, ich glaube du erkennst Faschisten nicht, wenn sie sich anders kleiden und anders nennen
Ihr Bild von „Linken“ ist ja auch irgendwo in den 80ern stehen geblieben. Dagegen ist ihr Faschismus-Radar frisch aus den 90ern. Nehme an mit letzteren ist der Kontakt später abgerissen.
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Ich möchte auf den … Inhalt? der „Erika“ gar nicht groß eingehen, nur ein paar Beobachtungen teilen:
Es sind heutzutage immer Frauen, die ganz genau wissen, was Männer so bräuchten – oder was einen „echten Mann“ ausmacht. Bonuspunkte gibt es für Frauen ohne positive Vaterfigur und Frauen, die nicht in der Lage sind langfristige, nicht toxische Beziehungen zu führen. Trifft beides zu entspricht das praktisch einem Ehrendoktor in Real Man Studies.
Es sind heutzutage auch immer Menschen, die noch nie eine Kaserne von innen gesehen haben, die absurde Fantasien über die charakterbildenden Vorzüge einer militärischen Grundausbildung zum Besten geben. Dabei gab es ja wirklich welche: Als noch der Großteil eines männlichen Jahrgangs eingezogen wurde war denen zumindest klar, dass ein Krieg sie höchst persönlich betrifft. Heute glaubt jeder, ihn würde es nicht treffen.
Gott sei Dank gibt es aber auch Dinge, die sich nicht ändern. Zum Beispiel waren es schon immer Menschen, die noch nie auf einer Demonstration waren, die ganz genau wissen, was da so passiert. Und weil das so tolle Hechte sind und waren, lassen die uns nicht nur an ihren Visionen teilhaben, sondern liefern die Lösung gleich mit.
Zum Glück gibt es diese Menschengruppen. Ohne sie müsste man Menschen fragen, die Ahnung haben.
Ein Blick in unsere Zukunft. Wenig erfreulich.
Mir kommt immer wieder mal der Satz eines polnischen Journalisten in den Kopf, der noch zu sozialistischen Zeiten vor dem Kriegsrecht in seiner Heimat in die USA floh. Sein Fazit: die USA sind genau so, wie die Kommunistische Propaganda sie beschreibt. Und bei dem hier vorliegenden Buchauszug zur Geschichte der (west)deutschen Wiederaufrüstung kommt mir genau diese Gedanke – so hat die DDR es beschrieben, genau so.
Gaby Weber ist eine großartige Journalistin und Autorin, eine wirklich außergewöhnliche und ich habe auch schon einige der hier beworbenen Bücher angeschafft. Das aber ist für mich zu beklemmend. Kann ich nicht mehr. Letztendlich kann man nicht umhin, die „antideutsche“ Vision vom vollkommen unbelehrbaren deutschen Militarismus bestätigt zu sehen. Zehn Jahre nachdem sie sich durch die SU metzelten, in der deutschen Trümmerwüste, phantasieren sie sich den nächsten Waffengang.
Wenigstens ist nach dem nächsten Mal endgültig schluss.
Jetzt weiß ich nicht, ob unter diesem uralten Artikel (schon vier Tage alt) noch jemand einen Kommentar liest. Aber ich möchte gerne etwas mitteilen:
Ich habe heute versucht, das Buch von Frau Weber zu bestellen, bei der örtlichen Thalia-Filiale. Kann ja kein Problem sein, ich hatte u.a. die ISBN-Nr. auf meinem Notizzettel stehen. Die Dame im Laden hat das Buch auch gleich in ihrem Computer gefunden – und mir dann erklärt, sie könne das nicht bestellen. Auf dem Monitor des PC war hinter dem Eintrag für das Buch irgend ein rotes Zeichen zu sehen, mehr war auf die Schnelle von meinen alten Augen nicht zu erkennen. Mehr erklären wollte die Dame auch nicht, nur: „Ich kann das nicht bestellen, geht nicht“. Sie hat nach dem Auftauchen dieses roten Zeichens den Bestellvorgang abgebrochen.
Jetzt habe ich es beim Verlag bestellt, das ist ja weiter kein Problem. Aber steht Gaby Weber hierzulande auf irgend einem Index?
hallo, kannst du mir bitte sagen, in welcher thalia-buchhandlung das war? und hast du irgendwas schriftliches dazu? ich möchte das gerne verfolgen, denn das wäre ja zensur hoch drei. wenn jemand einwände gegen mein buch hat, kann er mir das sagen oder zur justiz gehen, aber einfach auf den index setzen, finde ich irgendwie doof. danke, gaby.weber@gmx.net