Nach Umfragen steht noch immer eine große Mehrheit der Russen hinter Putin

Wladimir Putin auf dem CIS-Gipfel. Bild: Kreml

Im Dezember sind Zustimmung zu und Vertrauen in Putin trotz andauerndem Krieg, Niederlagen, Sanktionsfolgen und Mobilisierung wieder angestiegen.

 

Nach dem Ergebnis einer Umfrage des staatlichen Meinungsforschungsinstituts VTSIOM scheint das Ansehen von Wladimir Putin in der russischen Bevölkerung immer noch extrem hoch zu sein. Es kann geschehen, was will, Putin hat offenbar nichts damit zu tun. In Zeiten des Kriegs versammelt man sich auch in der Ukraine und in anderen Nationalstaaten erst einmal hinter der gerade aktuellen Führung und dem obersten Kriegsherrn.

74 Prozent billigten nach der VTSIOM-Umfrage die Aktivitäten Putins im Dezember, ein Jahr zuvor waren es nur 61 Prozent. Die Ergebnisse werden von den Umfragen des unabhängigen Levada-Instituts, das als ausländischer Agent bezeichnet wird, gestützt, das berichtet, die Zustimmung sei im Dezember auf 81 Prozent gestiegen. Das ist deutlich mehr als beim staatlichen Meinungsforschungsinstitut. Ob man den Umfragen trauen kann, ist eine andere Frage, auf jeden Fall dürften sie einen Trend spiegeln.

Bei Putin ist das Besondere, dass die Mehrheit der Russen während seiner gesamten Amtszeit als Präsident und kurz als Regierungschef ihm vertrauten und seine Arbeit schätzten. In Phasen wie 2006-2009 (Georgien-Krieg) oder 2014-2016 (Krim-Annexion, Krieg in der Ukraine und Bildung der separatistischen „Volksrepubliken“) sagten nach Umfragen des Levada-Instituts fast 90 Prozent, Putin mache seine Arbeit gut. Einen Tiefpunkt, an dem die Zustimmung bis auf 60 Prozent sank, gab es vor dem Ukraine-Konflikt 2013 und wieder 2020 bis Februar 2021 vor der Invasion.

Mit Ausbruch des Kriegs stieg die Zustimmung auf 83 Prozent. Der Wert blieb die nächsten Monate trotz Krieg und Sanktionen gleich, fiel im September wahrscheinlich aufgrund der ukrainischen Erfolge  und/oder der Mobilisierung leicht auf 77 Prozent, stieg aber im Oktober und November schon wieder auf 79 Prozent und im Dezember schließlich auf 81 Prozent. Auch die Zustimmung zum Regierungschef, zur Regierung, zur Duma und zu den Gouverneuren ist relativ hoch angestiegen. Zum Vergleich: Die Zustimmung zu Biden liegt bei 43 Prozent, die zu Scholz immerhin bei 58 Prozent.

Nach den VTSIOM-Daten ging die Anzahl derjenigen, die die Aktivitäten Putins während der letzten 12 Monate ablehnten, um 10 Punkte auf nun 16 Prozent zurück. Die oppositionelle Haltung zu Putin scheint demnach so zu sein, dass seine Macht gefestigt und kein Aufstand zu erwarten ist. Auch das Vertrauen in Putin stieg vom Dezember 2021 bis zum Dezember 2022 von 67 auf 78 Prozent um 11 Punkte.

Wenn die Umfrageergebnisse nur einigermaßen zutreffen, ist die hohe Zustimmung zur Person Putin und zu seiner (Kriegs)Politik erklärungsbedürftig. Sehen die Russen in Putin noch den Retter nach der Verarmung durch die westliche Liberalisierung? Sind die Russen noch in einem Selbstfindungsprozess nach dem Zerfall der Sowjetunion? Wächst das nationale Selbstverständnis durch die Konfrontation mit dem Westen? Sind die Russen mehrheitlich ausgerichtet auf eine autoritäre Führung? Ist der auf eine Person fokussierte Nationalismus eine Möglichkeit, eine nationale Einheit herzustellen? Es gibt sicher viele Erklärungen.

Allerdings waren mit der russischen Außenpolitik nur 51 Prozent der Befragten zufrieden, vor einem Jahr waren es allerdings mit 46 Prozent noch weniger. Im März und April waren es mal 64 bzw. 63 Prozent. Und für die Innenpolitik ist die Zustimmung erstaunlicherweise weitaus stärker von 28 Prozent im Januar auf 50 Prozent gestiegen.

Nach einer Leveda-Umfrage ist die Zahl der Russen, die für Friedensverhandlungen sind, mit 50 Prozent noch immer höher als die derjenigen, die für eine Fortsetzung des Kriegs sind (40%). Das scheint aber die Zustimmung zu Putin nicht zu trüben. Mit einer offenen Frage wurden die Menschen gebeten, ihre Position begründen. Bei den Verhandlungsbefürwortern  wurde gesagt, dass Menschen bzw. junge Menschen sterben, dass es schon zu viele Opfer gegeben habe, dass das Töten gestoppt werden müsse oder dass ein schlechter Friede besser sei als ein guter Krieg. Die Bellizisten waren der Meinung, dass man Begonnenes zum Ende bringen müsse, also zum Sieg, dass schon so viel gemacht wurde, dass man jetzt nicht mehr umkehren könne, das die Faschisten niedergeschlagen werden müssten oder dass die Ukrainer keinen Frieden wollen.

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94 Kommentare

  1. Zuerst ist zu bemerken, dass Russland keine „Niederlagen“ erlitten hat. Weder gab es Schlachten, die die russische Armee verloren hätte, noch wäre gar der Krieg mit negativem Resultat für Russland beendet. Und wird er auch trotz aller westlichen Propaganda nicht. Die Ukraine hat auch mit westlichem Doping keine Chance, sie blutet aus.

    „Die oppositionelle Haltung zu Putin scheint demnach so zu sein, dass seine Macht gefestigt und kein Aufstand zu erwarten ist.“ Eine bizarre Aussage. Ist anderswo jeweils ein „Aufstand“ zu erwarten, wenn die Zustimmungsrate zur politischen Führung niedrig ist? Dann müsste es von Aufständen nur so wimmeln.

    Die Erklärungsversuche für die hohe Zustimmungsrate zu Putin verraten nur eins – eine arrogante Besserwessi-Sicht, die Sicht von jemandem, der zu wissen glaubt, wie die korrekte Form ein Land zu regieren, aussieht, nämlich wie in seinem Land. Nicht, dass mir die politischen Taten eines Putin passen würden. Es gibt allerdings auch keinen anderen Politiker, der sich meiner uneingeschränkten Zustimmung erfreuen kann und ich bin definitiv nicht der Ansicht, dass die bürgerlichen Demokratien grundsätzlich in einer anderen Liga spielen, weil da vorgeblich die Menschenrechte geachtet würden etc. Insoweit sie es ihren Bürgern gegenüber tun, fusst das auf der eklatanten Nichtbeachtung anderswo. Das Kapital, auch westliche Konzerne haben, um es pointiert auszudrücken, eine Art 007-Lizenz. Zur ökologischen Katastrophe tragen die bürgerlichen Demokratien mindestens ebenso viel bei, wie offen autoritäre Regierungen. Kein Wunder, die Schwundform von Demokratie, die sich die parlamentarische nennt, macht an den Türen der Wirtschaft halt, in deren Innern gehts diktatorisch zu.

    Kurz, es gibt keinen Grund aus der hohen moralischen Warte den Bürgern eines anderen Staates politische Unreife zu unterstellen.

    1. Nur zum Verständnis: die krachenden Niederlagen bei Kiew, Isjum und Kherson waren überhaupt keine krachenden Niederlagen bei Kiew, Isjum und Kherson? Der Verlust der feinsten Luftlandedivisionen über Kiew und der 1. Garde Panzerarmee waren auch Teil des großen Plans?

      phz

      1. Ja sicher, die Armee Wenck wird spätestens am 2. Januar zu einer Offensive ansetzen. Am 1. haben sie noch keine Zeit, da ist Feiertag.
        Immerhin bist du in der Lage die mannigfaltigen Planänderungen des Zaren immer wieder nachzuvollziehen. Aus einem 3-Tagesspezialoperationsausflug wird jetzt eben ein 2-3 Jahreskrieg.
        Gratulation für deine flexible „Haltung“.
        Was du prima verstanden hast: „Das Territorium schießt nicht zurück, wenn es menschenleer ist.“

      2. Das einzige was als eine wirkliche Niederlage erscheint ist der abgebrochene „Sturm auf Kiew“

        Im Oblast Charkiw war der Abzug der Truppen schon zugange. Das hat die AFU ausgenutzt, für ihren „Blitzkrieg“ aber auch recht teuer mit Mensch und Material bezahlt.

        In Cherson gab es „nur“ das Problem, das sie im Frühjahr nicht über die Oblast-Grenzen hinaus gegangen sind und die Flussübergänge somit in Reichweite der neu gelieferten Fernartillerie waren. Scheinbar konnte sich zuvor in der RF niemand ernsthaft vorstellen, das die AFU das AKW und den Damm beschießen würde. (Wenn kein Wasser im Stausee = Reaktorkatastrophe)

        Daher war der geordnete Rückzug über den Fluss hinaus ein taktisches (kluges), wenn auch sehr unschönes Manöver. Eine krachende Niederlage wäre es geworden, wenn sie auf Gedeih und Verderb die Stellungen hätten halten wollen.

        So sind sie jetzt überall auf gesicherten Positionen und zermahlen langsam und methodisch die umfangreichen Befestigungen, Bunkeranlagen und Tunnelsysteme vor Donezk, insbesondere Bakhmut, wo man selbst in ukrainischen Militär-Chats mittlerweile nur noch vom „Fleischwolf“ schreibt.
        Militärische Siege und Niederlagen messen sich mMn. nicht nur in Geländegewinnen / -verlusten.
        Auch der pure Verlust von künftiger Kampffähigkeit kann eine (womöglich Verehrende) Niederlage sein.
        Wenn sie allerdings demnächst nicht mal sichtbar nach vorn marschieren, könnte die NATO noch auf dumme Gedanken kommen.
        Wie es dann aussieht, da wage ich keine Prognose.
        Wie würden Sie übrigens den Verlust der elektrischen Infrastruktur nennen? Einen Sieg? 😉

        1. Das einzige was als eine wirkliche Niederlage erscheint ist der abgebrochene „Sturm auf Kiew“

          Diesen „Sturm auf Kiew“ hat es noch gar nicht gegeben. Das haben westliche Propagandisten erfunden um den Abzug bei Kiew später als einen gescheiterten Sturm zu verkaufen.

          Hat jemals Putin, Lawrow, andere offizielle Vertreter oder die russische Medien einen „Sturm auf Kiew“ angekündigt oder überhaupt jemals erwähnt? Nein haben sie nie, sie haben es sogar stets dementiert.

          Ist es überhaupt plausibel, dass es angeblich einen „Sturm auf Kiew“ gegeben hat?
          Die russische Armee ist am 24. Februar mit ca. 150.000 Soldaten aus Drei Richtungen einmarschiert. Vom Süden von der Krim aus, vom Osten über Donezk und Lugansk und vom Norden vom Territorium Weißrusslands. Die nördliche Gruppe, welche unter Anderem auch bei Kiew aktiv war, bestand dabei aus nur 20.000 Soldaten und war dabei verteilt auf einem riesigen Gebiet von Kiew über Tschernigov, Sumy bis nach Charkiv. Also, mit 20 Tausend Soldaten geht man nicht eine 3 Millionen Metropole stürmen. Das geht einfach nicht, und das war auch nicht deren Aufgabe.

          Deren eigentliche Aufgabe war es für Verwirrung zu sorgen und eine Bedrohung für die Hauptstadt schaffen um Ukrainische Truppen zu binden und sie daran zu hindern organisiert größere Verbände in den Süden und Osten zu schicken wo die eigentlichen Ziele lagen. Chersonskaya Oblast konnte in Folge ohne einen einzigen Schuss besetzt werden, weil das Ukrainische Militär sich um Kiew kümmern musste.

          1. Kein Offizier aus dem Westen war bisher in der Lage, dieses Binden eines wesentlichen Teils ukrainischen Streitkräfte ganz klar zum Ausdruck zu bringen.
            Anscheinend war die Generalstabsausbildung umsonst und die Ausarbeitung größerer strategischer Operationspläne stand anscheinend auch nicht auf dem Lehrplan.
            Aber Domröse & Co. werden heuer ihr blaues Wunder erleben…

          1. Heuchler. Wie würdest Du den Überfall auf Jugoslawien nennen, mit kompletter Zerstörung der Strom- und Wasserversorgung?

            Natürlich völlig legitim, wie die Ermordung des Personals des Belgrader Fernsehsenders. Der IS hat sich bei Charlie Hebdo daran ein Beispiel genommen. Ihr Terroristen seid doch alle gleich.

          2. Ein Kriegsverbrechen.

            Am 25. Mai 1999 bei einer Pressekonferenz legitimierte der damalige NATO Generalsekretär Jamie Shea die Bombardierung der Strom- und Wasserversorgung in Jugoslawien wie folgt:

            Ich fürchte, Strom ist auch notwendig für Kommando- und Kontrollsysteme. Wenn Präsident Milosevic wirklich will, daß seine gesamte Bevölkerung Wasser und Strom hat, muß er nur die fünf Bedingungen der NATO akzeptieren, und wir werden diese Kampagne beenden. Solange er dies aber nicht tut, werden wir weiterhin die Ziele angreifen, die seine Streitkräfte mit Strom versorgen. Wenn dies zivile Folgen hat, muss er damit fertig werden, aber das Wasser und die Elektrizität werden für die Menschen in Serbien wiederhergestellt.

            Also, ukrainisches Militär benötigt natürlich auch Strom, insbesondere für den Nachschub der westlichen Waffen, da die ukrainische Eisenbahn zu 90% mit Strom fährt. Wenn dies Folgen für die Zivilbevölkerung hat, tja dann ist es Selenksiys Problem, und wenn er wirklich möchte, dass die gesamte Bevölkerung der Ukraine mit Strom versorgt ist, dann muss er einfach die folgenden vier Bedienungen akzeptieren, dann wird Russland die militärische Operation in der Ukraine beenden.

            1. Entmilitarisierung
            2. Entnazifizierung
            3. Verzicht auf territoriale Ansprüche gegenüber Krim und Oblasten Donezk, Lugansk, Zaparoschya und Cherson.
            4. Verpflichtung zum blockfreien Status

            Solange er dies aber nicht tut, wird Russland weiterhin die Ziele angreifen, die seine Streitkräfte mit Strom versorgen. Und macht euch keine Illusionen, die Raketen werden Russland niemals ausgehen, da sie schneller gebaut als verbraucht werden.

            Der Krieg könnte schon morgen beendet, die Stromversorgung könnte widerhergestellt werden und Niemand müsste mehr leiden. Selensky muss einfach die Bedienungen akzeptieren. Russland wird es ohnehin erzwingen, die Frage ist nur wie viele Ukrainer Biden zu opfern bereit ist. Denn es ist sonnenklar, dass Selensky nur so lange kämpft wie die finanzielle und militärische Unterstützung der Vereinigten Staaten und ihren europäischen Pudeln anhält. Das Selensky Regime kapituliert ohne Jeden Zweifel sofort und bedienungslos noch am selben Tag wenn USA es fallen lässt wie sie etwa die Afghanen, und davor die Kurden fallen gelassen haben.

            Wenn es dir also etwas daran liegt, dass der Krieg aufhört und die Ukrainer wieder Strom bekämen, müsstest du eigentlich die Einstellung der militärischen, politischen und finanziellen Unterstützung für die Ukraine fordern.

            1. > Am 25. Mai 1999 bei einer Pressekonferenz legitimierte der damalige NATO Generalsekretär Jamie Shea

              Jamie Shea war 1999 (ziviler) Pressesprecher bei der NATO, mithin also jemand ohne Einblick in die Operationsplanung.

              Die Angriffe auf die zivile Infrastruktur der Ukraine durch Russland sind und bleiben Kriegsverbrechen.

              phz (2000)

              1. Merke: Wenn die Nato zivile Einrichtungen angreift, ist das legitim (nach Ansicht von Nato-Zäpfchen wie PHZ), wenn Russland das tut, ist es ein Kriegsverbrechen.
                Dein ödes Geschwätz spottet jeder Beschreibung.

          3. Panzerschlaumütze,
            im neuen Jahr kannst du dich vielleicht weiterbilden, um weniger verbale Rohrkrepierer hier abliefern zu müssen.
            Dual-Use-Infrastruktur ist anders eingestuft, als du als der Weisheit letzter Schuss anzunehmen scheinst.
            Besonders Oberschlaue erscheinen dann mit Badehose an der Front unter ihrem Soldatenrock und glauben ganz fest daran, nicht beschossen werden zu dürfen, weil eine Badehose ja rein zivilen Charakter hat.

    2. Vielen Dank, „Zack15“, für diesen Kommentar, dem ich auf diesem Wege voll zustimmen möchte. Wer die Befindlichkeiten der russischen Gesellschaft im Jahre 2022 verstehen will muss sich zuerst mit der Gorbatschov- und Jelzinperiode auseinandersetzen – und zwar ehrlich und unvoreingenommen. Es ist kein Wunder, dass „Demokrat“ Ende der Neunziger, Anfang der Nullerjahre in Russland oftmals als Schimpfwort gebraucht wurde – es waren gerade die selbsternannten Demokraten („Jabloko“ fällt mir da gerade ein) im Verein mit den „Chicago-Boys“, welche den Russen anschaulich beibrachten, dass das ganze Gequake von Demokratie und Freiheit nur Blendwerk ist für die eigentlich betriebene Selbstbereicherung sowie die Raubzüge am gesellschaftlichen Eigentum. Die Russen haben gelernt: „Freiheit“ im Sinne westlicher Demokratie-Kreuzzügler meint nichts anderes als die Freiheit einiger Weniger ihre Mitmenschen ungestraft und ungehemmt bis aufs Letzte ausnehmen zu können.

      Manchmal wünsche ich mir den totalen Zusammenbruch der Strukturen in der westlichen Gesellschaft ähnlich den damaligen Vorgängen im Russland Jelzin’s – vielleicht kapieren dann mal so Einige, was es heisst, wenn die dünne Tünche der Zivilisation weggewaschen wird und erlangen einen klaren Blick auf das Wesentliche – allerdings: die Dekadenz ist mittlerweile soweit fortgeschritten, dass ich da keine Hoffnung mehr habe – zumindest solange die meisten nicht zwischen Sein und Schein unterscheiden können.

      1. Schon heuer wird es eine Freilicht-Veranstaltung unter dem Motto „Dekadenz trifft Wirklichkeit“ geben.
        Mal schauen, ob dann diese Warmduscher noch vom kalten Duschen schwärmen oder eine kalte Dusche zuviel war.

    3. Ein Putsch scheint einer der wenigen verbliebenen Hoffnungen der Nato-Follower zu sein. Ich halte es sogar für möglich, dass daran so fieberhaft gedacht wird, dass das bei uns zur konzertierten Polizei-Medianaktion gegen die Prinz-Heinrich-Reichsbürger führte. Auch Löschungen und Sperrungen in Internet-Foren werden gar nicht mehr diskutiert, sondern nur noch exekutiert: Denn da sind überall weitere potentielle Putschisten. —

      Fast hoffe ich, dass die Leute nur verzweifelt sind.

      Die Nato-Aktionen gegen Russland floppen einer nach der anderen. Nachdem die russische Armee nach dem Bombenangriff auf die Krimbrücke den Gentleman-Krieg erst mal beendet hat und die Infrastruktur unter Beschuss nimmt, nehmen sogar ukrainische Regierungsmitglieder wieder das Wort „Verhandlung“ in den Mund.

      Wie bei jedem Krieg gibt es überwiegend nur Verlierer. Wie sehr sich die Nato-Sympathisanten an Gebietsgewinne klammern, die selbst bei ruhigeren Gemütern der Nato-Seite als strategischer Rückzug angesprochen werden, zeigt so gut wie sonst kein Argument, wie winzig die Erfolge auf dem Weg zur „Ruinierung“ Russlands bisher sind.

      Ich denke, dass sich unsere Internet-Foren bald unübersehbar in die Richtung ändern werden, die sonst in Ländern wie Türkei, Iran oder China angeprangert werden. Der Ursprung der Arroganz der Leute, die sich zur Nato hingezogen fühlen, sorgt auch dafür, dass sie sich als Verlierer fühlen und keine Hemmungen haben, schlechte zu sein.

  2. Lawrow hat gestern laut dpa „Unterbrechung“ der Zulieferrouten für Waffen in der Westukraine angekündigt.
    Wollen wir hoffen, dass die offizielle Ankündigung Missverständnisse wenigstens innerhalb NATO-Stellen vorbeugt.
    Mit 10 Monaten Verspätung agieren die RU jetzt tw so wie das der Westen eigentlich von Anfang an erwartet hatte.

  3. Man spürt förmlich den Ärger des Autors, dass die Russen ja auch nicht seinen Intentionen folgen, wonach Putin so Schlimmes anstellt, dass er für zivilisierte Menschen wie ihn einfach abgesägt gehört.
    Wer das Anti-Rußland-Virus einmal bekam, wird es zeitlebens nicht mehr los.
    Iss dei Suppn, sonst kimmt der Iwan. Das ist für die Ewigkeit.

  4. „Einen Tiefpunkt, an dem die Zustimmung bis auf 60 Prozent sank, gab es vor dem Ukraine-Konflikt 2013 und wieder 2020 bis Februar 2021 vor der Invasion.“
    Dann gibt es wohl für Putin keinen Anreiz auf Aggression zu verzichten. Immer wenn er damit anfängt. steigen seine Zustimmungswerte.

    1. Sie steigen mit Sicherheit auch dort nur solange, wie er einen gewissen „Erfolg“ hat. Im übrigen s. meinen Post unten, der auf die groteske Dummheit und Primitivität des Westens hinweist. Auch gestern beim Skispringen (lauter junge Mädels), habe ich die Russinnen vermisst. Sie sind ja so mitschuldig am Krieg!

  5. Die Russen stimmen Putin in seiner Auseinandersetzung mit dem Westen vor allem deshalb zu, weil sie nicht vergessen haben, dass der Westen Russland unter Jelzin rücksichtslos ausgebeutet hat, anstatt Grobatschow dafür zu danken, dass er mithalf die Sowjetunion zu zerstören.

    1. Unter Boris Yeltsin waren es die Harvard Boys mit ihrer Schocktherapie, die den sozialistischen Staatskapitalismus in einen Oligarchen-Kapitalismus verwandelten. Hat aber so schlecht „geklappt“, dass Yeltsin seit 1993 nur noch durch massive Korruption zu halten war. 1998/1999 war die russische Föderation bankrott. Yeltsin musste W. Putin zum Ministerpräsidenten und bald darauf zum Präsidenten befördern.
      Eine Quelle dazu:
      https://arrangement-group.de/archive/23574

    2. Ein Artikel auf Consortium News, der den Coup von 2014 gut belegt, geht gegen Ende auch auf die Verdienste Putins nach dem Yeltsin-Desasert ein. Sehr lesenswert.
      Evidence of US-Backed Coup in Kiev (consortiumnews.com)

    1. Wie soll sich auch der Widerspruch bei uns kultivieren?

      Die Schwierigkeit Rassismus und Vorurteile zu überwinden trifft nicht nur zu auf Ressentiments gegenüber „klassischen“ Minderheiten, sondern eben auch auf Russen und Russland.

      Selbst wenn die Russen sagen 2+2=4 steht das erstmal unter Propagandaverdacht.

      It´ll be a long way to justice.

    2. Hmm.
      Eine Mehrheit wäre mindestens 51%. Da kommen sie aber nicht ganz dran.

      Nebenbei bemerkt, werden die Grünen zwischen den Wahlen scheinbar grundsätzlich ~5% zu hoch angegeben.
      Erkennt man daran, das die Forschungsgruppe Wahlen (die mit den besten Voraussagen) einen „Projektionsfaktor“ für tatsächliche Wahlen eingeführt haben. Der liegt für SPD bei +2%, FDP 0 und den Grünen bei bemerkenswerten -5%. CDU weiß ich gerade nicht.
      Wenn man den noch mit einrechnet, kommt die Ampel anstatt 50 auf 47%.

    3. Ist doch wunderbar, dann sollen die Deutschen aber bitte auch nicht über die hohe Inflation, das Abwandern von Unternehmen und hohe Energiepreise jammern, das ist nämlich Teil des Pakets.

      1. „…..dann sollen die Deutschen aber bitte auch nicht über die hohe Inflation, das Abwandern von Unternehmen und hohe Energiepreise jammern…..“

        Aber daran ist doch Putin schuld, wie wir dank unserer Freien Presse alle wissen. Von der wissen wir auch, daß Cherson von der ukrainischen Armee „zurückerobert“ wurde, die Russen mithin „zurückgeschlagen“ wurden. Woran sollte die Mehrheit hier denn merken, daß es sich etwas anders verhält, wenn sie regelmäßig mit ihren „15 minutes of hate“ versorgt weren?

    4. Hinter der Ampel kann je nach Sichtweise auch vor der Ampel sein. Und wenn sie vor dieser stehen, wird sie wohl rot zeigen.
      Wenn Grüne aber „rot“ sehen, rasten selbst ehemalige Wehrdienstverweigerer aus und werden (verbal) rasende Furien und machen sich dabei immer die Original-Version „Anna-Lena“ zum Vorbild.
      Selbst Gelb-Kröten wie Stramm-und-doch-kein-Mann steigen offensiv in diesen Wettkampf ein und scheuen kein Abseits. Der Trainer gibt schon die richtigen Anweisungen, auch wenn er sie (vorübergehend) immer wieder mal vergessen hat. Cum-Ex-Diäten haben als Nebenwirkung eben Teilzeit-Alzheimer zur Folge. Steht auf jedem virtuellen Beipackzettel, wenn die Bundesdruckerei nicht gepennt hat. Aber wer pennt schon mit dieser?

    1. Danke für den Link. Es tut gut, hin und wieder zu lesen, dass auch in den USA nicht alle Menschen ihren Verstand einer Ideologie geopfert haben.

      Zu Hornbergers Aussage, dass dieser Krieg von den Falken des militärisch-industriellen Komplex genau so geplant sei, ist mir wieder eine bemerkenswerte Meldung vom März aus dem deutschsprachigen Raum eingefallen, aus der hervorgeht, wie „gespenstisch genau“ der Selenskyj-Berater Olexij Arestowitsch diesen Krieg schon drei Jahre im Voraus beschrieben hat:
      https://www.krone.at/2656450

        1. wenn ich mit Kanonen auf Spatzen schieße treff ich früher oder später immer was.

          Das Verhalten der ukrain. Regierung war dermaßen provokant und verantwortungslos bzgl. Friedensinitiativen, dass klar war, sie würden alles tun um einen Krieg zu bekommen.

          Allein Minsk 2 hatte 4 Vorschläge (darunter auch den „Steinmeier-Plan“). Alle vier wurden jeweils abgesegnet von Frankreich, BRD, RU – und stets abgelehnt von der UKR.
          Ganze 4x „Nein“.
          Parallel verabschiedete die RADA Gesetze in absolutem Widerpruch zu Minsk 2.

          Melnyks bornierte Idiotie war also gar keine Inszenierung, wie ich angenommen hatte – der Mann ist so dumm.

          Wann immer die Russen deeskalieren wollten, Poroschenko/Zelenski griffen an in Worten/Taten.

          Und sie haben aus ihrem Russenhass nicht mal einen Hehl gemacht.
          Es wurde öffentlich mit Stolz verkündet.

          Wenn man sich die Historie seit 2014 detailliert durchliest, was ich jetzt das erste Mal über Weihnachten getan hab – man gönnt sich ja sonst nichts – wirkt es fast schon wie klinisch festgestellte Unzurechnungsfähigkeit bzw. Wahnsinn.

          übrigens auch wirtschafts/finanzpolit. Diese nationalist./rechtsradikale Politik hat das Land gegen die Wand gefahren.

          Alles in allem haben sie sich Mühe gegeben, die Kriegs-„deadline“ von Arestowitsch 2020-2022 zu erfüllen.

          Im Übrigen verrät natürlich der detaillierte milit. Plan auf Krone.at wie sehr Krieg als einzige „Erfüllung“ Kiews angesehen wurde. Man hat sich minutiös darauf vorbereitet.

          Ohne irgendwelche Alternativen jemals zu berücksichtigen. Weil absolut kein Interesse bestand.

          Der Außenminister hat auf Radio Svoboda schon 2020 klar gemacht, was Poroschenko und jetzt wieder Merkel zu Minsk verlauten ließen: VErzögerungstaktik zur Aufrüstung sei für die Ukrainer der einzige Sinn von Minsk 2 gewesen.

          Was tut man, wenn man Fanatiker als Nachbarn hat?

      1. Das gibt es auch live und in schwarz-weiß ab 19:30 Min hier:

        https://www.youtube.com/watch?v=9N8ezklMSn4&t=4274s

        Im Westen staunte man allerdings nur über die Wahrsagerqualitäten des Mannes. Der eigentliche Inhalt entging vielen Journalisten.
        Man fragt sich, ob ein Berater eines Präsidenten, der einen Krieg als Chance sieht, selbigen, wenn er denn ansteht, aus dem Weg geht oder ihn vielleicht auf Teufel komm raus, in Kenntnis der möglichen Schäden, provozieren wird. Ich tippe auf letzteres.

  6. Die Werte überraschen nicht. Das russische Volk bekommt schon mit, wie es europaweit ausgegrenzt und verunmenschlicht wird. Das verbindet. Bei westlichen Politikern wie vdL, Baerbock, Scholz usw. usf. wünschen sich die eigenen Völker (abgesehen von tumben Mitläufern) etwas ganz anderes.

    1. Die Russen bekommen vor allem die Kremlpropaganda um die Ohren gehauen. Wie will der Ottonnormalrusse unabhängige Informationen aus dem Westen mitbekommen?
      Putin hat soweit abgewirtschaftet, dass er ohne einen externen Feind keine erfolgreiche Politik mehr machen kann. Das übliche Ende von Diktatoren, das aber die nützlichen Vasallen nie wahrhaben wollen.

      1. Hi hi Ottonormal,

        bevor es der russische Hacker dir erklärt daß die Russen keine Informationssperren haben was die Regelbasierte Ordnung und Westlichen Werte betrifft. Da darfst, Du nicht immer von Dir selbst auf andere schließen!

        1. Klar, und Zitronenfalter falten Zitronen.
          Behalte dir dein „gesundes Gottvertrauen in Putin“ auch im neuen Jahr.
          Ich möchte deine „interessante“ Meinung nicht missen.

      2. Mir scheint, Sie leiden unter extremen Mangel an (unabhängigen) Informationen.
        Russland geht es seit 2000 jedes Jahr kontinuierlich besser. Das Land ist zu weiten Teilen kaum wiederzuerkennen, verglichen mit dem Schrotthaufen von 1999.

        Und wenn man sich mal die Russische Presse zu Gemüte führt, kann man erkennen, das dort 1. nicht diffamierend sondern erstaunlich Nüchtern und Sachlich berichtet wird oder 2. Keine Lügen verbreitet werden. Wenn es mal wirklich dazu kommt, bekommt der Verantwortliche auch Besuch vom Staatsanwalt oder wird suspendiert.
        Eigene Fehler werden natürlich nicht Breit getreten. Das ist für mich aber noch das harmloseste an Propaganda, was ich mir vorstellen kann.

      3. @Ottono: Der Ottonormaldeutsche bekommt seine eigene „Kremlpropaganda“ 24/7 um die Ohren geschlagen. Sie sind doch der lebende Beweis dafür, dass es funktioniert. Es kann ja nicht allein an den Scheuklappen liegen. Und „unabhängige“ Informationen bekommt jeder interessierte Russe aus dem Internet, ebenso wie jeder Deutsche. INTERESSIERT muss man aber schon sein. Das ist der normale BILD-„Nutzer“ oder Leyenvasall leider nicht.
        Trotzdem: Guten Rutsch und bleiben Sie dran!

      4. Du bist so ein bedauernswertes Medienprodukt. In Russland ist der Empfang westlicher Sender und Internetauftritte in keiner Weise eingeschränkt, nicht einmal das Satellitenfernsehen. An Kiosken in Petersburg, Moskau und anderen Grossstädten kannst Du NYT, WaPo, FAZ und Le Monde kaufen, ok mindestens am Flughafen und Zentralbahnhof, denn besonders interessieren tun sie nicht.

        Auch ukrainische Auftritte und Blogs sind unzensiert empfangbar, ausser ein paar besonders extremistischen wie Azow.

        Das ist anders als die Medienzensur bei uns. Es ist daher davon auszugehen, dass russische Bürger, die auch nachweislich mehr lesen als westliche, schon gut informiert sind. Und es gibt eben keine gleich.. geschaltete oder von mir aus gerichtete Propaganda wie in unsern Mainstreammedien, vielmehr ein sehr vielstimmiges Meinungsspektrum von Isborny Klub über die ER, die Kommunisten bis hin zu den Liberalen. Ja das „Jelzinzentrum“ gibt es noch, und Venediktov äussert sich sehr wohl öffentlich. Und die Sängerin Achedatschowa sagte in einer Rede im Vyborger Erholungs- und Kulturzentrum, dass sie sich für die Russen schäme und die Ukraine nach ihrem Sieg besuchen wolle. Damit findet sie nicht so viele Freunde, aber „Canceln“ und Auftrittsverbote gibt es nicht.

        Aber klar, das interessiert Dich nicht, verharre nur in Deinem stumpfen Fanatismus.

      5. Komisch, hierzulande werden immer russische Medien zitiert, wenn „Widerstand gegen den Kreml“ dokumentiert werden soll. Die Medien dort scheinen also doch nicht so gleichgeschaltet zu sein, wie Nato-Zäpfchen wie Du immer behaupten. Im Gegensatz zu uns, wo die MSM im Gleichschritt marschieren. Sie sind damit schlimmer, als die Propagandablätter und der Rundfunk unter den Nazis, denn diese wurden zu ihren Beiträgen von der Reichsrundfunkkammer und ähnlichen „segensreichen“ Organisationen zu diesem Verhalten gezwungen, bei uns sind die MSM aber (einem Gerücht nach) frei in ihrer Berichterstattung.

      6. Die Russen bekommen vor allem die Kremlpropaganda um die Ohren gehauen. Wie will der Ottonnormalrusse unabhängige Informationen aus dem Westen mitbekommen?

        Hier zum Beispiel die Sendung 60 Minut von heute, auf dem ersten staatlichen Kanal, die ich mir unter anderem regelmäßig reinziehe. Gehört zu den beliebtesten politischen Sendungen in Russland und läuft jeden Tag morgens und abends für jeweils mehr als zwei Stunden im ersten staatlichen Kanal Rossiya-1. Ein Mischformat zwischen aktuellen Nachrichten und Diskussionsrunde unter Experten.

        Kannst ja mal durchzappen. Dort werden ausgiebig aktuelle Berichte aus westlichen Zeitungen, westlichen Nachrichtensendungen und Reportagen gezeigt und thematisiert.

        Die „Kremlpropaganda“ besteht zu 90% aus „unabhängigen Informationen (sic) aus dem Westen“.
        Aus russischer Perspektive, außerhalb der westlichen Informationsblase erscheint die westliche Propaganda dermaßen plump und grotesk, dass die Kremlpropaganda gar nichts mehr machen muss als es ihnen einfach zu zeigen, um die Russen dazu zu bringen sich um die Flagge zu scharren.

        Und das ist jetzt nur ein Beispiel, das russische Staatsfernsehen ist fast nur Politik, es geht fast nur um den Krieg in der Ukraine und es werden dabei überwiegend Berichte aus der ganzen Welt, insbesondere aus dem Westen präsentiert.

        Unter anderem sind die Russen gut informiert darüber, dass man dem Deutschen Michel das Gehirn wäscht, dass die Russen angeblich über keinen Zugang zu s.g. „unabhängigen Informationen aus dem Westen“ verfügten.

        1. „Die „Kremlpropaganda“ besteht zu 90% aus „unabhängigen Informationen (sic) aus dem Westen“.“

          So ist es. Wer braucht „Kremlpropaganda“, wenn er westliche hat? Leider wissen immer die am besten, wie die russische Medienlandschaft aussieht, die kein Wort Russisch können.

        2. Noch zu erwähnen: Es gibt auch die Website inosmi.ru, die täglich eine Presseschau westlicher Mainstreammedien bringt, vor allem aus den USA, aber auch Le Monde, Welt, FAZ etc. , meist Vollzitat (russisch übersetzt),
          Ich nutze die mitunter, um hinter Paywalls zu linsen 🙂 . Der Builtin-Übersetzer von Yandex ist ziemlich gut, besser als Google, und keine Wanze.

          Alles in allem: die Russen sind besser informiert als die Schafherde im Westen. Und allemal besser als Ottono.

    2. Im Sachen Ausgrenzung sollte man differenzieren:

      Die Russen wurden in Europa von der europäischen Bevölkerung mit Sicherheit nicht ausgegrenzt. Eher das Gegenteil war der Fall. Sie waren immer gern gesehene Gäste und haben sich gerade zu Deutschland hingezogen gefühlt.

      Selbst auf der politischen Ebene gab es wenig Ablehnung, das hat sich in den vergangenen Jahren erst verändert und ist natürlich mit unserer jetzigen Regierung nochmal unverantwortlich schäfer geworden.

      Andererseits sollte man auch nicht vergessen, daß diese Ablehnung immer gegenseitig war. Man braucht nur nachzulesen, was die Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Moskau seit Jahren von sich gibt. Und man darf auch nicht vergessen, dass im russischen Fernsehen schon jahrelang gegen den Westen gehetzt wird. Und zwar in einer Form, die wir hier gegenüber Russland auch nach dem 24.2.2022 überhaupt nicht kennen.

  7. Wenn die Umfrageergebnisse nur einigermaßen zutreffen, ist die hohe Zustimmung zur Person Putin und zu seiner (Kriegs)Politik erklärungsbedürftig.

    Ich weiß, das geht einfach nicht in die Deutschen Köpfe wie das sein kann, dass diese „Untermenschen“ nicht nach der Peitsche des „Herrenmenschen“ tanzen wollen, wie man von „Niederen Wesen“ eigentlich erwarten würde. Egal wie sehr man ihr Land und ihre Wirtschaft auch stranguliert, wollen sie es einfach nicht lernen, dass wenn sie nicht das tun was der „Herrenmensch“ will und gefälligst einen Aufstand gegen Putin machen, dass sie dann nur noch mehr stranguliert werden. Als ob sie trotz ihrer „primitiven Natur“ sich nicht ausschließlich von von materiellen Werten und niederen Instinkten leiteten ließen. Man könnte fast meinen, dass sie den „Herrenmenschen“ durschaut hätten und das ist so etwas wie eine Trotzreaktion. Dass sie sich erst recht um die Flagge und um Putin scharrten, gerade weil der „Herrenmensch“ einen Aufstand gegen ihn provozieren möchte. Gerade weil der „Herrenmensch“ mit seinen Sanktionen dafür zu sorgen versucht, dass es ihnen schlecht geht . Gerade weil er ihr Land und ihre Wirtschaft ruinieren will.

    Ach neeee, soweit können solche „Niederen Wesen“ wie die Russen doch gar nicht denken. Sie können ja nicht einmal 2 und 2 zusammenzählen. Einfach weiter mit der Peitsche wie die letzten 10 Jahre. Irgendwann muss es doch klappen. Irgendwann müssen sie es ja lernen.

    1. Und es beeindruckte mich schon sehr früh nach der Wende, wie sehr die sich selber als links begreifende damalige Opposition dieses Herrenmenschentum teilte. Man konnte auch damals, und das blieb bis heute so, sich kaum halten vor Bekenntnis zum Antikolonialismus, Antirassismus usw. Aber sie waren uns gegenüber, also den neueingemeindeten Bundesbürgern, von einer maßlosen Arroganz. Ich hatte als restlinker Zoni, der aus dem Untergang der Bonzenherrschaft nicht folgert, dass Kapitalismus die letzte Antwort auf alle Fragen der Menschheit sei, immer Kontakte zur bundesdeutschen radikalen Linken. Bin da mit viel Klugem bekannt geworden. Texte, Gedanken, Analysen. Aber eben auch mit dieser bizarren Gedanken- und Gefuhlswelt von sich erleuchtet fühlenden, die frei von Zweifeln es nicht an Belehrung fehlen ließen.
      Auf Russland bezogen – und es ist eben kein neuer Reflex – teilte man letztendlich immer die gesamtdeutsche postfaschistische Bewaltigungsstrategie: das mit den Juden war nicht so Ordnung, aber die Russen…..
      Deshalb klammerte man die Bestialitäten gegen die Völker der Sowjetunion mehr oder weniger aus. Als ich meinen „Genossen“ mal vortrug, dass die ersten in den Gaskammern von Auschwitz ermordeten Menschen russische Kriegsgefangene waren, wurde das erkennbar widerwillig zur Kenntnis genommen und noch vor wenigen Jahren wurde in einem – ansich sehr gutem- Dokumentarfilm über die Sondereinsatzgruppen der Wehrmacht nur deren Mordterror gegen sowjetische Juden thematisiert. Nur in einer Einblendung eines schriftlichen Befehls wurde kurz sichtbar, dass sie den „Kommissarsbefehl“ ebenso vollstrecken.

      Was ich hier arg ungeordnet und episodisch zusammenschreibe, hätte ich kürzer machen konnen: Du hast Recht. Und die Liebe, mit der Linke und Liberale – zumindest in unserem Land – ukrainische Faschisten überhäufen, auch wenn sie sie zuvor trotz unendlich vieler Belege, die es beweisen, von diesem Vorwurf freisprechen, zeigt, dass unser Volk wieder zu seinen Wurzeln zurückkehrt. Herrenmenschen ist da ein zurückhaltender Vorwurf.

      Das geht auch diesmal wieder nicht gut aus. Ich bin sogar sehr davon überzeugt, dass es richtig übel wird, habe aber den Trost, dass die warpigs diesmal gemeinsam mit uns zur Hölle fahren. Und die Kreaturen, die in Bunkern überlebten, können das, was sie noch vorfinden, behalten. Ich möchte dann nicht mehr dabei sein müssen.

  8. Ich erlaube mir dir einen freundschaftlichen Hinweis zu geben:
    Ich kann gut verstehen, dass du einen riesigen Frust auf die westl. insbesondere auf die Deutsche Politik hast. Vielleicht solltest du, wenn`s auch in vielen Situationen schwer fällt, so wie mir auch, doch differenzieren.
    Es war leider zu erwarten, dass das Ergebnis der jahrelangen Gehirnwäsche in der Bevölkerung nicht einfach verschwindet, nur weil der „Feind“ nicht mehr existent ist. Das funktioniert evtl. bei Tieren aber eben nicht bei der „Krone der Schöpfung“.
    Für unsere ach so freie Einheitsmedien war es ein leichtes die im Unterbewusstsein lagernden primitiven Instinkte hervorzuholen.

    1. Aus dem „Buch der Memoiren von Großherzog A.M. Romanow“, 1933

      – Aber Sie haben mir noch nicht gesagt, was die französische Regierung gegen die Bolschewiken zu tun gedenkt?
      – Es ist ganz einfach, fuhr der junge Diplomat fort und zuckte mit den Schultern. Der Bolschewismus ist eine Krankheit der besiegten Nationen. Herr Clemenceau hat das russische Problem einer umfassenden Untersuchung unterzogen. Die vernünftigste Maßnahme wäre die Ausrufung eines Belagerungszustandes über die sowjetische Regierung.
      – Ein was?
      – Eine Blockade, ein Cordon sanitaire, wie Herr Clemenceau es nennt. Eine solche Blockade lähmte Deutschland während des Krieges. Die sowjetische Regierung wird weder importieren noch exportieren können. Es wird eine Art riesiger Drahtzaun um Russland errichtet. In kurzer Zeit werden die Bolschewiki zu ersticken beginnen, sich ergeben und die rechtmäßige Regierung wird wiederhergestellt werden.
      – Wird Ihr Chef die Verantwortung für das Leid übernehmen, dem Millionen von Russen durch eine solche Methode ausgesetzt wären? Ist ihm nicht klar, dass Millionen russischer Kinder durch ein solches System verhungern werden?
      Der junge Mann zog eine Grimasse:
      – Aber dadurch, Eure Kaiserliche Hoheit, wird das russische Volk einen Grund haben, sich aufzulehnen.
      – Sie, junger Mann, irren sich. Ich bin sicher, dass Ihre Blockade nur ein Werkzeug für die Propaganda des Bolschewismus sein wird und die Bevölkerung Russlands um das Moskauer Regime scharen wird. Es kann nicht anders kommen. Versetzen Sie sich in einen russischen Durchschnittsbürger, der nichts von Politik versteht und erfährt, dass Frankreich für die Hungersnot in Russland verantwortlich sei. So sehr ich die Autorität von Herrn Clemenceau respektiere, finde ich diese Idee sowohl leichgsinnig als auch äußerst gefährlich.

      Damals wurde auch versucht, das sowjetische Regime in Russland durch wirtschaftlichen Druck zu ändern, könnte man, wenn man wollte, gewisse Anspielungen auf den modernen Versuch der USA und ihren Pudeln sehen, die russische Politik durch Sanktionen zu ändern. Nach 100 Jahren hat man nichts über Russland gelernt.

      Die Memoiren eines Verwandten von Zar Nikolaus II. selbst sind recht interessant, denn er hatte in den 20er und 30er Jahren seine eigene Sicht auf die Revolution in Russland, die sich nicht in einer pauschalen Verunglimpfung der Bolschewiki erschöpfte. Der Großherzog versuchte im Exil sich über Klassengegensätze und persönliche Kränkungen seitens der Bolschewiki hinwegzusetzen und das wahre Wesen und Ausmaß der Veränderungen in Russland zu verstehen.

      1. Damals war Russland in der Defensive und stand unter dem Druck einer Restauration von außen.
        Heute ist Russland der Aggressor und versucht recht imperialistisch wenigstens ein Belarus 2.0 in der Ukraine zu installieren. Wenn das erledigt ist schaut man sich nach dem nächsten schwachen Nachbarn um, z.B. Kasachstan. Wenn das auch die russische Bevölkerung möchte, dann muss sie eben mit ernsthaften Widerstand rechnen.
        Möglicherweise ist es aber vor allem die Elite die das möchte, denen kann auch nichts passieren, inkl. der eigenen Familie.
        Selbst der Ottonormalrusse zahlt, einen geringeren Blutzoll, als die Minderheitenvölker in der RF. Putin hat das schon lange erkannt, dass er Städter schont und das Kanonenfutter vom flachen Land rekrutiert.
        Soviel zum nicht existierenden Rassismus in der RF.

        1. Das ist alles dummes Gefasel. Es gibt nicht den Schatten eines Anzeichens eines russischen militärischen Konflikts mit Kasachstan, auch wenn es unterschiedliche aussenpolitische Positionen gibt, die von Russland nicht in Frage gestellt werden.

          Was den Blutzoll der RF angeht, ist der allgemein überschaubar, jedenfalls wenn man Mediazona und BBC Russian glaubt, und nicht den ukrainischen besoffenen oder bekoksten Fantasien. Die Mobilisierung macht, nach allem was man weiss, keine Unterschiede nach Ethnien, Regionen, oder Stadt und Land. Soweit sie Leute mit technisch-wissenschaftlichen Spezialkenntnissen betrifft, dürfte es Städter eher mehr treffen, und Ethnien in weniger entwickelten Gebieten weniger.

          Bei den Freiwilligen und Vertragssoldaten war es dagegen so, dass da die recht grosszügige Besoldung für die Randgebiete eher eine Rolle spielte. Mit Rassismus hat das nichts zu tun. Du fantasierst wieder einmal uninformiert und Mainstream-verblödet.

          1. „Was den Blutzoll der RF angeht, ist der allgemein überschaubar, jedenfalls wenn man Mediazona und BBC Russian glaubt, und nicht den ukrainischen besoffenen oder bekoksten Fantasien“
            Sie dir mal die Seite https://www.oryxspioenkop.com/2022/02/attack-on-europe-documenting-equipment.html
            Dort sind zB ca. 1000 russische zerstörte Panzer aufgeführt, und alle mit Foto oder Video dokumentiert. Wieviele von den 3000 Mann die da drin gesessen haben nicht überlebt haben, ist für dich also überschaubar?
            Dazu kommen noch 450 zerstörte gepanzerte Kampffahrzeuge, 1150 Schützenpanzer (BPM), 170 Infanterie Schützenpanzer (BTR) usw.

            Bevor es jetzt wieder losgeht das die Ukraine viel mehr Verluste hat, die sind auch aufgeführt aber in wesentlich kleinerem Maßstab.

            Und hier sind nur zerstörte Ausrüstung aufgeführt, wieviele einfache Soldaten bisher den Heldentot sterben durften steht auf einem ganz anderen Blatt.
            Aber für dich auf deinem hohen Roß ist das ja alles überschaubar!

            1. Ich hab ne Reihe Posts gelesen, die sich über diese „Dokumentation“ im Bellingcat-Stil lustig machen, Panzer und gepanzerte Fahrzeuge mit der typischen „Pixel“-Tarnung der Ukraine, mit einem nachträglich aufgemalten „Z“, frische Farbe auf ausgebrannten Fahrzeugen .. aber sicher sind da auch russische drunter.

              Selbst 1000 zerstörte Fahrzeuge in 10 Monaten ist ja nicht so viel. Die Ukraine hatte anfangs 2500 Panzer und 12000 Schützenpanzer und Mannschaftstransporter, hat fast 800 weitere Panzer (überwiegend T72), 1500 Schützenpanzer/MTW und hunderte IFV bekommen und hat schon wieder keine mehr.

              Und nicht nur das. Ich habe reihenweise Videos gesehen, wo (in dem Fall meist, aber nicht nur ukrainische) gepanzerte Fahrzeuge getroffen werden, brennen, später explodieren und ausbrennen, aber die Mannschaft vorher aussteigt und wegrennt. Du lügst Dir mal wieder die Welt schön.

              Dass die Ukraine um eine Grössenordnung höhere Verluste an Soldaten hat, bestreiten nur Narren. Und das macht die russischen Verluste und die der Volksrepubliken nicht gering. Die Dokumentation aus westlichen Geheimdienstquellen, die BBC Russian etc. verbreiten, ist seriös, nur die Behauptung, es seien bestimmt viel mehr, ist es nicht., Denn in Russland ist niemandem verboten, den Tod von Verwandten oder Freunden in dem Krieg zu betrauern, auch öffentlich. Es ist die Ukraine, die Tote als Vermisste oder sogar Deserteure wegzuretuschieren versucht. Sie haben es nötig.

              Und Du auch: „Hohes Ross“, my ass. Von welchem Schaukelpferd oder Töpfchen postest Du? Wenn ich die Verlustangaben der westlichen Auftritte wie BBC für glaubwürdig halte (und „OSINT“, auch von russischer Seite, eher nicht), dann weil ich sicher bin, dass MI6 und CIA das russische Internet aufs Genaueste durchforsten, auch mit KI-gesteuerten Webcrawlern. Dazu kommen die zig Millionen Russen, die noch MS Windows, gmail etc, nutzen und sich damit zur Wanze machen. Gäbe es die 100.000 getöteten russischen Soldaten, dann hätten die Dienste das gemerkt.

              P.S. Schon mitgekriegt, dass Microsoft Downloads und Updates nach Russland wieder erlaubt? Honi soit qui mal y pense. Da hat wohl Burns dem Gates den Kopf gewaschen.

            2. Dort sind zB ca. 1000 russische zerstörte Panzer aufgeführt, und alle mit Foto oder Video dokumentiert.

              Man könnte ja meinen nicht Selensky, sondern Putin würde bei Jedem um immer mehr Panzer betteln. Oder, dass ein Laie wie du einen ausgebrannten russischen T-72 von einem ausgebrannten ukrainischen T-72 unterscheiden könntest.

        2. Kasachstan? Den eigenen Verbündeten?
          Wir haben erst letztes Jahr mit unserem Militär auf die Bitte der kasachischen Regierung Kasachstan vor einem westlichen Regime-Change Versuch gerettet.

          Warum überhaupt ausgerechnet Kasachstan? Eigentlich haben wir keine Probleme mit Kasachstan und die wollen eigentlich auch nicht ihr Territorium der NATO zur Verfügung stellen damit USA dort Stützpunkte einrichten und Raketen stationieren können die Russland bedrohen würden. Seit dem Putschversuch welcher auch in Deutschland bejubelt wurde haben sie auch überhaupt gar keine Illusionen über den Westen. Also schmink dir das schön ab.

          Ne, ich denke wenn den USA Alle Ukrainer ausgegangen sind schmeißen sie als nächstes wohl die Balten in den Fleischwolf. Und dann bestimmt die Polen. Und danach gut möglich sind vielleicht die Deutschen an der Reihe. Hauptsache Amerikaner müssen den Kopf nicht hinhalten und sind fein raus. Es gibt ja genug US-Pudel in Europa deren Bevölkerung man stattdessen verheizen kann.

        3. @Ottono

          sry, wenn ich mich hier so wortreich einmische:

          -„Damals war Russland in der Defensive und stand unter dem Druck einer Restauration von außen.“

          Die Situation ist heute im Kern unverändert. Die geopolit. Verwerfungen durch 1917 haben ja bis heute Bestand. Und damit auch der „Großkonflikt“ von damals.

          Dazu z.B. Prof.emer. von der Montreal Uni, Michael Carley:
          „An Interview with Michael Jabara Carley on Soviet Western Relations Before & During WWII“:

          https://natyliesbaldwin.com/2022/12/the-postil-magazine-of-collective-security-an-interview-with-michael-jabara-carley/

          * * * *

          -„Heute ist Russland der Aggressor und versucht recht imperialistisch wenigstens ein Belarus 2.0 in der Ukraine zu installieren.“

          Ich kann hier wiederholt nur auf das Buch von Nicolai Petro „The Tragedy of Ukraine“ verweisen (gibts zum Glück auch mehr und mehr zur Ausleihe).

          Petro ist Politik-Prof. an der University of Rhode Island.

          Sollte jeder lesen:
          https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/9783110743371/html

          Obwohl Petro große Empathie für die ukrainische Sache beweist, belegen die Quellen einen strukturellen Nationalismus/Rechtsradikalismus in der ukrain. Politik.

          Resultat ist Irrationalität (chaotisches Corona-Management der Regierung Selenski, suicide economics unter Poroschenko, neoliberale Finanzpolitik, die extrem zu Lasten der „Normalbürger“ geht und gehen wird), Rassismus, Militarismus.

          Und Hass nicht auf Putin.
          Hass auf das „Russische an und für sich“.
          In der BRD würde man diese Leute massiv vom BfV beobachten lassen.

          (Und denen will man schwere Waffen schicken? Oder am besten Atombomben???)

          Nicolai Petro stellt sogar fest, dass all diese internen Probleme, auch Donbas/Krim, unabhängig von russ. Einmischung zu beobachten wären.

          Diese Leute wollen keinen Frieden mit RU. Die sagen das seit Jahren ganz offiziell.

          Selbst als Minsk II, 4 mal versucht wurde, hat Kiew gleichzeitig Gesetze verabschiedet, im totalen Widerspruch zu Minsk II. (Verbote gegen russ. Ukrainer. Immer nur Verbote. Dazu Strom und Wasser absperren usw.)

          Man glaubt es kaum, wenn man es nicht selber liest.

          Und Nicolai Petro ist über „jeden Zweifel erhaben“.

          Ostküsten-Gelehrter, Fulbright Forscher, hat als Mitglied des Council on Foreign Relations begonnen, war Berater im State Department, spricht mal auch im Valdai Club.

          Er verfolgt keine polit. Agenda. Und war wohl selbst von dieser extremen Entwicklung überrascht.

          Hätte ich das Geld, würde ich das Buch ja verschenken. Aber 100 Euronen sind etwas viel.

          Auch eine friedfertige, integre Person wie Daniela Dahn ist skeptisch wie sehr ein Frieden möglich gewesen wäre im letzten Moment. (Natürlich stellt sich die Frage, was wäre wenn.)

          Harald Neuber mit Dahn im Gespräch:
          https://www.heise.de/tp/features/Putin-und-Lawrow-haetten-vor-die-UNO-gehen-muessen-7433382.html

          Dazu der Hinweis auf Ex-Diplomat von Sponeck, der seit 1968 in der UN war und damit einer der dienstältesten dort. Er ist extrem kritisch gegenüber der UNO und ihrer Unabhängigkeit.

          Von Sponeck hier, Telepolis, 18.12.:
          https://www.heise.de/tp/features/Eine-UNO-fuer-alle-7396574.html

          Überhaupt verstehe ich nicht, wie immer wieder Fanatiker als unterstützenswerte Demokraten verkauft werden und besonnene Menschen wie Dahn oder Trautvetter in der BRD beleidigt und angegriffen werden.

          * * * * *

          re: Ukraine & Putin.

          Putin hat seinen kontroversen Aufsatz zur Geschichte der Ukraine geschrieben. Darüber können Historiker gerne streiten.

          (p.s. hat jemals ein dt. Spitzenpolitiker einem US-Präsidenten Vorhaltungen gemacht, weil der Genozid an 10 Mio. Indian Natives stillschweigend hingenommen wird? Ohne sich jemals zu entschuldigen? In Frankreich wird bis heute verhindert, dass die Verbrechen in Algerien in der Schule als solche unterrichtet werden. Die zivilisatorischen Verbrechen der Briten in „Brit.Indien“ sind bis heute im offiziellen GB tabu…Wenn wir schon von „Geschichte“ und Geschichtspolitik sprechen.)

          Aber Putin hat ebenso geschrieben zur GEGENWART der Ukraine. Und er hat hier niemals irgendwas in Frage gestellt.

          Er hat im Sommer 2021 klipp und klar geschrieben, die Ukrainer seien ein souveränes Land usw.

          Die Behauptung die Russen wollten hier Eroberungspolitik betreiben ist eine Verleumdung. Mehr nicht.

          Überhaupt: wozu? wie?

          Das einzige Argument ist rassistisch: weil der Russe eben unzivilisiert sei und so von Natur aus.

          Da hört für mich aber die Diskussion auf.

          Vor allem wenn man sich die Parolen offizieller Minister und Diplomaten der Ukraine ansieht. Die umgekehrt genau das fordern. Zurückdrängen, Säubern, usw.

          Die Väter dieser ukrain. Ideologie sind nun mal Nazis aus dem 2. WK.

          Ob das einem passt oder nicht.

          Die Theoretiker des Rechten Sektor, der als „Speerspitze“ der Bewegung agierte, um rechtsradikale Ideen salonfähig zu machen, benutzen offizielle Schriften damaliger Nazi-Ideologen als Blaupause.

          Auch dies zu lesen bei Petro übrigens.

          dies noch – dann halt ich den Mund:

          eine umfassende Chronologie – Aufsatz: „The Origins of Putin´s Preventive War on Ukraine“, von Geoffrey Robert, History Prof. emer. University College Cork

          https://jmss.org/article/view/76584/56335

          1. „Und Nicolai Petro ist über „jeden Zweifel erhaben“
            Gut, du machst dir die Meinung von Herrn Petro zu eigen. Scheinbar ein kleiner Herrgott, wenn er über jeden Zweifel erhaben ist.

            „Die Behauptung die Russen wollten hier Eroberungspolitik betreiben ist eine Verleumdung. Mehr nicht.“
            Ist auch eine Meinung, kommt als Argument jetzt aber ein bisschen dünn daher. Sie stehen in einem fremden Land und wollen es nicht verlassen.

            „Obwohl Petro große Empathie für die ukrainische Sache beweist, belegen die Quellen einen strukturellen Nationalismus/Rechtsradikalismus in der ukrain. Politik.“
            Das reicht dir/euch als Begründung für einen Angriffskrieg, der auch definitiv ein Eroberungskrieg ist, denn es wurden sogar Gebiete die nicht erobert sind der RF einverleibt.

            „Das einzige Argument ist rassistisch: weil der Russe eben unzivilisiert sei und so von Natur aus.“
            Das ist Bullshit was du hier behauptest und das ist dir auch bewusst. Niemand ist aus diesen Gründen gegen die Bürger der RF. Die RF hängt sich in allerlei Nachbarländer rein und möchte dort die erste Geige spielen. Das passt nicht allen und daher verzichtet man gerne auf den Besuch dieses übergriffigen Nachbarn.

            1. Ottono,
              du stellst Behauptungen auf, die xyz niemals gemacht hat (über jeden Zweifel erhaben bedeutet ein kleiner Herrgott zu sein), anstatt dass du dich durch die Links arbeitest.
              Melnyk hat klargestellt, dass alle Russen seit dem 24.02. Feinde sind. Da braucht es keine Forderung nach Gleichberechtigung, was du als herrisches Auftreten interpretierst.

      2. Danke für den Hinweis auf dieses interessante Buch,

        Es ist bekannt, dass bei Druck von Außen, ein Großteil der Bevölkerung hinter die bestehende Regierung stellt, und zwar umso enger je Größer der Druck von außen wird.
        Das wollten die Russen vermeiden. Ging aber teilweise in die Hose, da gibt es nicht zu beschönigen. Wenn die Kolonnen im Stau stehen ist das ein Tontaubenschießen. Dies auch zu einer gewissen Euphorie innerhalb und außerhalb derUkraine. .
        Vergleich mit dem 3.Reich
        „Blitzkriege“ führten zu einer Euphorie und Legendenbildung
        Nach Rückschlägen wäre der Rückhalt in der Bevölkerung gesunken. Leider erreichten die Angloamerikaner mit ihrer rücksichtslose Bombardierung der Zivilbevölkerung und Zerstörung der Städte, dass die Bevölkerung noch stärker an die Führung rückte.
        Erst nachdem die Petrochemie z.B. in Dormagen vernichtete wurde und dadurch der Kraftstoff ausging, war die Kapitulation zu unserem Glück greifbar.
        Dass die erste Atombombe ansonsten auf das Rhein-Neckar Zentrum gefallen wäre, ist wahrscheinlich eine Mär, oder?

    1. Putin wollte doch nur zeigen, wie arm er ist und sich nichtmal ein Hemd leisten kann. Auch das gewählte Fortbewegungsmittel sollte „Grüne“ eigentlich zu Beifallsstürmen animieren. Der ökologische Fußabdruck ist besser als bei jedem Elektroauto. Und ein Teil der Emissionen kann als Dünger verwendet werden.

  9. Was soll das „noch immer“ in der Überschrift? Das impliziert, dass die Zustimmung gesunken, aber „noch immer“ hoch sei. Sie ist aber gestiegen, und anscheinend auf bisher höchste Werte.

    Die Überschrift ist also schon eine Manipulation. Mir gefällt so etwas nicht.

    ??

    1. Das „noch immer“ ist doch ganz offensichtlich an die deutsche Mainstream-Öffentlichkeit gerichtet, die doch seit langem darauf hofft und darauf baut, dass die Zustimmung zu Putin sinken würde.
      Also nix Manipulation, sondern eher eine etwas ungeschickte Formulierung.

    2. Das war auch mein erster Eindruck: wozu das noch?

      Aber vielleicht ist eine ironische Anspielung auf all die Dinge, die den Russen schon vor langer Zeit ausgegangen sein sollten aber immer noch nicht sind: Soldaten, Panzer, Raketen, Drohnen, Granaten, Flugzeuge, Chips, Waschmaschinen (weil die Computerchips ausgebaut werden müssen) Geld etc. pp.

      Und Putin sollte ja die Zustimmung abhanden kommen, weil unsere Sanktionen seinen Sturz herbeiführen sollten. Plan A. Hat aber nicht geklappt.

      1. Wobei ich, wenn es Ironie ist, die den Autoren diese Formulierung wählen ließ, wäre es ein neues Stilmittel, zu dem er greift. Ich lese seine Texte seit zwanzig Jahren und habe meinen Respekt für das, was er mit telepolis gestaltet hat, nie verhehlt.
        Aber Ironie – nee, das ist nicht seins. Jedenfalls nicht in seinen publizierten Texten.

  10. Ich denke, daß die Hoffnung des Westens auf einen Sturz Putins weniger auf der Bevölkerung ruht als vielmehr auf dem Teil der Eliten, der durch dauerhafte Konflikte mit dem Westen etwas zu verlieren hat. Für die Zerstörung der SU bedurfte es auch keiner Bevölkerungsmehrheit; das haben diejenigen, die sich davon Gewinn versprachen, ganz alleine (mit westlicher Unterstützung) geschafft.

    Die dauerhafte Verschlechterung der Beziehungen zum Westen wird 30 Jahre Neoliberalismus und Globalisierung (nicht nur in Russland) zu einem Ende bringen, was nicht jedem Wirtschaftsführer und dessen Anhang gefallen wird. Wir leben in interessanten Zeiten.

  11. Möglicherweise wird Wl.Putin – anders als Bo.Jelzin- eines Tages als „großer Sohn Rußlands“ in die Geschichtsbücher eingehen. Überraschen würde es mich nicht.

  12. 58% von 1001 Befragten sind für Scholz? Man sagt, Meinungsforschung sei die Kunst, die Meinung des Auftraggebers zu erforschen und sie durch unverdächtige Zeugen belegen zu lassen?
    Tyrannen, Despoten, Unterdrücker, sie müssen liefern. Xi Jinping wird nur so lange vom Volk geduldet, wie er Wohltaten verteilt. Das ist in jeder Diktatur so. Mageren Zeiten überleben Tyrannen nicht.
    Das gilt auch für Deutschland. Aber die Parteien sind schon kräftig dabei, die positiven wirtschaftlichen Aussichten zu relativen. Und schließlich sichern sie sich ihr Überleben durch Teile und Herrsche. Davon verstehen die was, das muß man denen lassen. Gegen die, gegen das, die Technik der Propaganda ist eine böse, denn sie erfindet ein Problem und unterstellt der Masse, sie wäre dafür. Wer mti einem Schild Gegen Nazis durch die Gegend läuft, ist schon aus seiner Natur provokant. Was ja heißt, entweder du schließt dich meiner herrischen Meinung an, oder du wirst öffentlich aus der Gesellschaft ausgestoßen.
    Der Westen versteht sich darauf, die Straße zu lenken. Die Woken, das sind nicht viele, die werden nur multipliziert von den Jubelmedien. Der Masse interessiert sich nicht die Bohne für das Woke Gebrabbel. Die finden die günen Haare und bunten Bändchen eher skuril.
    Bevor man weiter über die Russen die Nase rümpft, sollte man sich dieses Video ansehen. „Propaganda seziert. Wie das ZDF bei einer ARTE Doku die Zensurschere ansetzt“ – das ist von einem mit Preisen ausgezeichneten Dokumentarfilmer erstellt, dessen Filme regelmäßig bei Arte gelaufen sind.

  13. Und Herr Kellermann auf DLF Kulur informiert gerade, daß 93% der Ukrainer an den kommenden Sieg glauben und keinen Sinn in Verhandlungen sehen.

    Erinnert das nicht fatal an den seinerzeit prophezeiten „Endsieg“?

  14. Und bevor ich’s vergesse: Ich war sowohl zu Jelzin’s als auch zu Putin’s anfänglichen Zeiten in Moskau und auch anderswo zwecks Arbeit, und was mich, und wahrscheinlich auch die meisten Russen im ersten Augenblick positiv beeindruckt hat, war das Verschwinden der Obdachlosen aus der U-Bahn. Allerdings wurde sogar mir als Ausländer klar, dass es da kein Wunder gegeben hatte, ohne weiter in’s Detail gehen zu wollen.
    In dem Zusammenhang interessant der Artikel über das Entstehen der russischen OK in der Wikipedia, auch wenn es auch darin genug interessierten Unsinn gibt. Aber das erzählen einem auch gern die meisten Russen außer denen in Berlin, vielleicht.
    Und zu guter Letzt: Wenn ich die Zeiten nach Chruschtschow bis heute miterlitten hätte, würde ich mich wahrscheinlich in vollem Bewusstsein, dass es krottenfalsch ist, an Putin klammern in der irrigen Hoffnung, dass es schlimmer ja auch nicht werden könne. Schlimmer geht immer! Und es wird nicht der letzte sein, der davon lebt.
    Ein Narr, der keine Parallelen zieht, Parallelen, nicht Kopien!

  15. Und bevor ich’s vergesse: Ich war sowohl zu Jelzin’s als auch zu Putin’s anfänglichen Zeiten in Moskau und auch anderswo zwecks Arbeit, und was mich, und wahrscheinlich auch die meisten Russen im ersten Augenblick positiv beeindruckt hat, war das Verschwinden der Obdachlosen aus der U-Bahn. Allerdings wurde sogar mir als Ausländer klar, dass es da kein Wunder gegeben hatte, ohne weiter in’s Detail gehen zu wollen.
    In dem Zusammenhang interessant der Artikel über das Entstehen der russischen OK in der Wikipedia, auch wenn es auch darin genug interessierten Unsinn gibt. Aber das erzählen einem auch gern die meisten Russen außer denen in Berlin, vielleicht.
    Und zu guter Letzt: Wenn ich die Zeiten nach Chruschtschow bis heute miterlitten hätte, würde ich mich wahrscheinlich in vollem Bewusstsein, dass es krottenfalsch ist, an Putin klammern in der irrigen Hoffnung, dass es schlimmer ja auch nicht werden könne. Schlimmer geht immer! Und es wird nicht der letzte sein, der davon lebt.
    Ein Narr, der keine Parallelen zieht, Parallelen, nicht Kopien!
    OK gab es schon zu Zeiten der Sowjetunion, das scheint ein unverzichtbarer Bestandteil der menschlichen Zivilisation zu sein.
    Das „Verdienst“ Gorbatschows liegt in ihrer „Demokratisierung“, das bestätigen die meisten Russen gern. Lässt sich übrigens sogar in Berlin nachvollziehen.

  16. „Das Overton Magazin versteht sich als Stimme gegen Debatteneinengung und Moralismus. Es hinterfragt die allgemeinen Narrative und ist dezidiert kein ideologisches Sprachrohr oder Verlautbarungsorgan, sondern fühlt sich der Aufklärung verpflichtet…“

    Ist bis zu Herrn Rötzer offensichtlich noch nicht durchgedrungen.
    In jedem Fall hält er die Schlagzahl, Kommentare betreffend, hoch.
    Ist doch auch schon was…

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