Metapolitik statt Kampf für ein besseres Leben?

Bild: Josh Rose/unsplash.com/CC0 1.0

Die Hitze scheint vielen zu Kopf gestiegen sein. Dennoch wird der Kampf gegen die Klimakrise vertagt, und es wird auf technische Wunder der Tech Bros gewartet. Die rechnen allerdings ohnehin bereits mit der Apokalypse. Warum dementgegen jetzt Solidarität und Sorgearbeit wichtig sind, begründet die Politologin Birgit Sauer.

 

Die kaum erträgliche Hitze des Sommers 2026 macht nachweislich aggressiv. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Klimakrise, autoritären Affekten und der Bereitschaft zu Ausgrenzung und Gewalt?

Birgit Sauer: Zahlreiche Studien belegen in der Tat, dass ungewohnt lange Hitzewellen sich körperlich tatsächlich so auswirken, dass Menschen ungeduldiger und aggressiver werden. Dies ist allerdings nicht der einzige Zusammenhang, der zwischen der Klimakrise, Gewalt und autoritären Affekten erkennbar ist. Heutige Energiefragen wie die Nutzung von Verbrennerautos oder ein hoher Fleischkonsum, die ja die Klimakrise verursachen, sind wie die klimafreundlichere Stromproduktion aus Windkraft zentrale Elemente eines rechten „Kulturkampfes“. Rechtsautoritäre bezeichnen diese globalen Kämpfe um kulturelle Themen als „Metapolitik“. Sie betrachten sie als eine politische Strategie, die nicht durch Vorschläge zur Lösung materieller Problemkonstellationen wie Arbeitsplatzverlust, Wohnungsnot oder Teuerung Wählerstimmen gewinnen will, sondern versucht, mit konflikthaften Themen das Bewusstsein und die Herzen der Menschen zu erobern. Zu diesen Kulturkampfthemen zählt neben den Energiefragen auch Geschlechtergleichstellung, Impfen oder sexuelle Diversität.

Statt praktischer Lösungen also lieber „Cultural Wars“?

Birgit Sauer: Ja, diese metapolitischen Strategien sind nicht nur eine Verleugnung materieller Probleme, sie zielen darüber hinaus auch auf Polarisierung und die Verschärfung des populistischen Diskurses „Wir“ gegen „die da oben“ und „Wir“ gegen „die Anderen“. Polarisierung kippt im autoritär-rechten Diskurs in Gewalt, weil bestimmte Bevölkerungsgruppen ohne empirische Evidenz als „Opfer“ von jenen, die ausgeschlossen werden sollen, bezeichnet werden: Arbeitende als Opfer von Faulen oder von Menschen mit Migrationserfahrung, die Arbeitsplätze und Wohnungen stehlen; Männer als Opfer von Gleichstellungspolitik oder grüner Umwelt- und Ernährungspolitik; Frauen als Opfer migrantischer Gewalt. Aus dieser Opferdarstellung ergibt sich im rechtsautoritären Diskurs zweierlei: Erstens das Recht auf Notwehr, auch unter Einsatz von Gewalt, und zweitens der Bedarf an Führung – eben durch rechte Führungspersonen. Angesichts der Hitze am eigenen Leib zu spüren, dass das Beharren auf fossile Energie ein falsches Versprechen ist, macht besonders wütend – weil der Fehler nur schwer eingestanden werden kann und man sich schämt.

Allgemein scheint das Mitgefühl zu sinken. Ob Klimakrise, Covid oder die sogenannte Flüchtlingskrise: Zu Anfang gibt es allerorten Anteilnahme, aber die schlägt bald in Abstumpfung um. Warum?  

Birgit Sauer: Die neoliberale Umgestaltung von Ökonomie, Staatlichkeit und Gesellschaft haben Solidarität und Mitgefühl mit anderen, mit verletzlichen Personen, mit in Not geratenen Menschen verlernen lassen. Neoliberalismus zielte darauf, die Markt- und Wettbewerbslogik in allen gesellschaftlichen Bereichen zu verankern. Auch und vor allem in den Menschen selbst. Die neoliberale Subjektivierung machte Menschen zu Unternehmer:innen ihrer selbst: sie müssen mit anderen konkurrieren, sie müssen immer besser als die anderen sein, sie müssen in diesem Kampf gewinnen, sie dürfen nicht unterliegen oder Schwäche zeigen. Zum Glück betrifft dies nicht alle Menschen, denn Widerstand war und ist durchaus möglich. Was als Charaktermerkmale aber am meisten zählt, sind Stärke, Egoismus, Durchsetzungsfähigkeit, Souveränität. Dies in den vergangenen 30 Jahren als Lebensmaxime in allen Institutionen eingetrichtert zu bekommen – sei es Schule, Universität oder am Erwerbsarbeitsplatz – zerstört Solidarität. Darüber hinaus wurden die klassischen Institutionen der Solidarität am Arbeitsplatz sukzessive entmachtet – nämlich die Gewerkschaften.

Wir lernen: Mitgefühl ist Schwäche?

Birgit Sauer: Der neoliberale Mensch sollte und durfte nicht mehr empathisch sein, denn sonst hätte er oder sie ja zugegeben oder anerkannt, dass Verletzlichkeit, Bedürftigkeit und auch Abhängigkeit auf dieser Welt existieren. All diese Konstellationen sollen ausgeblendet – oder anders gesagt: externalisiert und nach außen verlagert werden. So ist auch das zuvor angesprochene kurzfristige Mitleid mit Geflüchteten oder mit vulnerablen Personen in der Covid-Pandemie erklärbar: Die Not kommt „von außen“, und ich kann mich mit einem kurzfristigen Empathiebeweis als ganzer Mensch inszenieren oder das vielleicht sogar auch so empfinden. Doch die neoliberale Beschleunigung lässt kein längerfristiges Abweichen vom egoistische-hartherzigen Homo-Oeconomicus-Pfad zu. Verletzbarkeit könnte ja ansteckend sein – will heißen: Die Angst oder gar Panik, im Wettbewerb zu versagen, ist allgegenwärtig, und der Umgang mit Menschen in Not führt diese Angst vor Augen, macht sie spürbar. Daher muss sie umso schneller verdrängt werden.

Weshalb wird in diesen Krisenzusammenhängen eigentlich so wenig über Geschlechterpolitik gesprochen?

Birgit Sauer: Es wird darüber gesprochen. Autoritär-rechte Akteur:innen sprechen ja gerade von einer „Krise des Geschlechts“, konkret von einer „Krise weißer Männlichkeit“. Im Rahmen der Metapolitik schüren sie eine Geschlechterpanik, in der Männer als Opfer von Gleichstellungspolitik dargestellt werden, als Opfer einer verfehlten Umweltpolitik, die ihnen Verbrennerautos verbieten oder wegnehmen will, als Opfer von Grünen, die ihnen den Fleischkonsum verbieten wollen (das behauptet auch Markus Söder), als Opfer von Frauen, die nur noch Alpha-Männer als Partner wollten (eine Erzählung der Incels), als Opfer von Anti-Gewalt-Maßnahmen und Anti-Gewalt-Erziehung, die sie zu „Weicheiern“ gemacht habe (so Björn Höcke).

Die Instrumentalisierung des Krisendiskurses für metapolitische Zwecke verhindert aber einen Blick auf den historischen Zusammenhang von einerseits fossiler Energienutzung und kapitalistischer Produktionsweise mit andererseits einer „Sorglosigkeit“, also die Negierung, dass Sorgearbeit für alle Menschen lebensnotwendig ist und sie nicht nur unbezahlte Frauenarbeit aus Liebe zu sein habe. Eine konsequente Umweltpolitik, die die Ausbeutung von Natur und Umwelt abschaffen will, sollte diesen Zusammenhang der „Petro-Maskulinität“ sichtbar machen. Geschlechtergleichstellung führt zwar nicht unmittelbar und auf schnellem Weg zur Beseitigung umweltschädigender Produktion – doch sie kann die kapitalistischen und patriarchalen Ausbeutungszusammenhänge kritisieren. Ein Fokus auf Sorge für andere Menschen, für das Leben, respektiert die Bedeutung von Frauen und Frauenarbeit in der Gesellschaft und erlaubt einen sorgsamen Umgang mit Naturressourcen.

Müsste somit soziale Gerechtigkeit, Geschlechtergerechtigkeit und Klimapolitik mehr zusammengedacht werden? 

Birgit Sauer: Der Begriff der Intersektionalität passt hier. Er stammt aus der US-amerikanischen Diskussion des Black Feminism und will darauf hinweisen, dass verschiedene Diskriminierungsstrukturen zusammengedacht werden sollten, um aufzuzeigen, wie sie sich verstärken oder wie sie bestimmte Gruppen privilegieren. In der Ursprungsdiskussion ging es um „Geschlecht, Klasse und Ethnizität“, beziehungsweise. „race“. Im deutschsprachigen Raum wurde der Zusammenhang von Klasse und Geschlecht – also soziale Ungleichheit und Benachteiligung aufgrund des Geschlechts – schon in den sozialistischen Arbeiter:innenbewegungen am Ende des 19. Jahrhunderts diskutiert. Auch die Frauenbewegungen des 20. Jahrhunderts debattierten den Verstärkereffekt von sozialer Ungleichheit, eben der Klassenlage und dem Geschlecht: Die Ausweitung sozialstaatlicher Rechte auf Frauen, sei es Bildung oder Gleichstellungspolitik, stand im Zentrum aller frauenbewegten Auseinandersetzungen. In der neoliberalen Ära wurde dieser Zusammenhang zerrissen, da Frauen in Erwerbsarbeit integriert wurden und nun nicht mehr auf den Sozialstaat, auf sozialen Ausgleich „angewiesen“ sein sollten. Diese Sicht ist aber völlig falsch, da die neoliberale Produktionsweise die Reproduktionsfrage einfach nicht mehr thematisierte und sie weiterhin Frauen aufbürdete. Geschlechtergleichstellung braucht Politiken der sozialen Gerechtigkeit, die vor allem den Sorgewiderspruch angreifen und auflösen.

Heißt das unterm Strich: Safe the nature with Feminism?

Birgit Sauer: Nun, die feministische Diskussion hat in diese intersektionalen Zusammenhänge allerdings erst spät und nur vereinzelt auch die Herrschaft über Umwelt und Natur als ein zentrales dem Kapitalismus eigenes Ausbeutungsverhältnis thematisiert. Freilich gab es seit den Anfängen materialistisch-feministischer Theoriebildung schon immer den Hinweis darauf, dass die kapitalistische Produktionsweise die Voraussetzungen, die sie benötigt, vernutzt und ausbeutet: Sorgearbeit und Umweltressourcen. Dieser Zusammenhang müsste heute deutlicher zum Ausgangspunkt von Gleichstellungs- und Umweltpolitiken gemacht werden, damit Sorge für das Leben und nicht nur das Überleben jenen Platz in gesellschaftlichen Zusammenhängen erhält, der ihr gebührt.

Es bräuchte in der Krise also offenkundig mehr Care-Arbeit und Einfühlungsvermögen. Stattdessen wird meist auf technologische Lösungen geschielt, die fast ausnahmslos von Männern angepriesen werden. Erliegen wir da teilweise Heilsversprechen von Männerbünden?

Birgit Sauer: Technologische Lösungen werden vor allem von den Tech Bros des Silicon Valley versprochen – allerdings nur für solche Krisen oder Probleme, die sie für sich selbst und ihre Profitinteressen relevant halten. Reproduktionstechnologien sollen ebenso wie Medikamente und Drogen für die Langlebigkeit, die sogenannte „Longevity“, sowie die weiße Demographie-Krise lösen. KI und fossile, energieintensive Technologie sollen Menschen besser mit Maschinen verbinden und auch so langlebiger oder am besten gleich ewig-lebend machen. Das wollen die Tech Bros schaffen, indem sie ihren Geist auf Plattformen hochladen und sich der leiblichen Existenz entledigen. So werden dann auch Frauen nicht mehr gebraucht.

Die Tech Bros wie Peter Thiel oder Elon Musk reden freilich die Apokalypse herbei, sie wollen die Apokalypse, die endgültige Katastrophe, um sich (und ein paar Wenige) mit ihrem Geld zu retten. Sei es auf dem Mars oder auf einer ihrer Technik-Plattformen. Diese machistischen Lösungen sollen keine Lösungen für die Menschheit sein, sondern sind der Versuch, jetzt möglichst viel Geld für diese Technologien zu bekommen und dann in der dystopischen Zukunft Rettung für eine auserwählte Elite zu ermöglichen. Empathie, sagte Elon Musk, ist eines der größten Probleme der modernen Welt. Sie soll durch Technik ersetzt werden. So lassen sich die Probleme der Menschheit nicht lösen und ein gutes Leben aller Menschen erreichen. Das wollen die Tech Bros auch gar nicht und sagen dies auch sehr deutlich.

Was kann nun getan werden, damit auf die Klimakrise solidarisch und nicht autoritär reagiert wird?

Birgit Sauer: Die durch den Neoliberalismus erzeugten Affekte, vor allem Ängste und Scham, die die autoritäre Rechte aufgreift und in Wut gegen „die“ Eliten und gegen „die“ Migrant:innen wendet, sollten politisch aufgegriffen und thematisiert werden. Dazu braucht es die antagonistische Mobilisierung gegen jene Gruppen von Menschen, die neoliberale Politiken durchgesetzt haben und davon profitieren. Auch in Europa sind die Reichen immer reicher geworden, die Zahl der Millionäre und Milliardäre steigt. Was macht ein Trillionär mit seinem sinnlos vielen Geld? Dies muss als Ursache der sozialen Probleme, seien es die Wohnungsprobleme, der Abbau von Arbeitsplätzen oder die Inflation, thematisiert werden.

Umverteilung sollte nicht mehr wie im Neoliberalismus von unten nach oben, sondern für alle erkennbar von oben nach unten erfolgen. Dies impliziert zunächst eine gerechte Steuerpolitik. Und die politischen Kräfte jenseits des rechten Spektrums sollten Sorge als lebensnotwendig anerkennen – Sorge für verletzliche Menschen, wie auch Sorge für die Umwelt. Dafür braucht es soziale Investitionen, die allerdings nicht zu Lasten von Menschen gehen dürfen, die wenig Geld besitzen. Vielmehr müssen jene Personengruppen zur Verantwortung gezogen werden, die vom kostenfreien Zugang zu Sorgearbeit und zu Naturressourcen am meisten profitieren – die Superreichen. Eine umverteilende Steuerpolitik ist unbedingt nötig und Unternehmen müssen einen größeren Beitrag zur Finanzierung von Sorgearbeit leisten.

Frank Jödicke

Frank Jödicke, Autor und Journalist. Studium der Malerei & Grafik, sowie der Philosophie in Wien und London. Chefredakteur des Magazins skug. Schreibt für verschiedene österreichische und internationale Magazine. Im Bündnis alternativer Medien (BAM!) bemüht er sich um die Vernetzung unabhängiger Journalist*innen in Österreich. Als Herausgeber zuletzt: „Bürokratiepolitiken“, Sonderzahl; Wien 2021.
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47 Kommentare

  1. “ Und die politischen Kräfte jenseits des rechten Spektrums sollten Sorge als lebensnotwendig anerkennen“
    warum nur die Kräfte jenseits des rechten Spektrums? Sind die per se intelligenter, oder empathischer oder was sonst?

    „– Sorge für verletzliche Menschen, wie auch Sorge für die Umwelt. Dafür braucht es soziale Investitionen, die allerdings nicht zu Lasten von Menschen gehen dürfen, die wenig Geld besitzen. Vielmehr müssen jene Personengruppen zur Verantwortung gezogen werden, die vom kostenfreien Zugang zu Sorgearbeit und zu Naturressourcen am meisten profitieren – die Superreichen. Eine umverteilende Steuerpolitik ist unbedingt nötig und Unternehmen müssen einen größeren Beitrag zur Finanzierung von Sorgearbeit leisten.“

    Nun, das fordere ich seit ca. 50 Jahren … und nicht ich allein. Komisch, dass genau das Gegenteil getan wird.

  2. Endlich wieder ein woker Artikel – ich hatte sie schon vermisst: „Kampf gegen die Klimakrise vertagt, und es wird auf technische Wunder der Tech Bros gewartet“ Was so anfängt, braucht kein Mensch.
    Weltweite, von der Mafia angezündete Waldbrände, größer als je zuvor, plus absichtsvoll entfachte Kriege in Ukraine, Palästina und Iran, aber der kleine Mensch soll empatisch das Klima retten. Besonders, wenn er BSW oder AFD wählt…
    No brainer.

    1. Ob es technische Verfahren geben kann, um mit dem Klimawandel fertig zu werden oder wenigstens die Menschheit dabei zu unterstützen, damit klarzukommen, weiß ich nicht. Aber nach allen Erfahrungen der letzten Jahre, in denen in vielen Ländern wokeschistischen Ideologen, so auch in Deutschland, regierten, haben diese bewiesen, dass sie ausnahmslos außerstande sind, praktische Aufgaben zu lösen. Wenn man – um nur plakativ ein Beispiel zu nennen – behauptet Klimapolitik zu machen und gleichzeitig den öffentlichen Nachverkehr und die Bahn verrotten lässt, braucht man über so lächerliche Ideen, wie die Reduktion des Fleischkonsums nicht zu reden.

      Jedenfalls ist es sehr viel vernünftiger, auf technokroatische Anpassungen an den Klimawandel zu hoffen, als Lösungen von wokeschistischen Administrationen zu erwarten, die außerstande sind, Züge pünktlich fahren zu lassen.

  3. Wenn das mal kein Einblick in eine Ideologie ist, die sich völlig verrant hat, dann weiß ich auch nicht. Macht Lösungen und arbeitet euch nicht an irgend welchen vermeintlich rechten Strategien ab! Wo soll darin überhaupt der Nutzen liegen? Zumal die Erklärungsansätze mich wirklich kaum überzeugen, teilweise ist das einfach nur noch grotest.
    Allein schon die Eingangsnummer mit „Hitze macht aggressiv“… echt jetzt? Also mich macht die eher träge. Gibt es dazu belastbare Zahlen?

    1. Mich macht Hitze auch eher träge, aber es geht um Situationen wo man sich Trägheit nicht leisten kann, wegen irgendwelcher Sachzwänge. Und da wird man aggressiv, eben genau weil man an sich träge sein möchte aber daran gehindert wird es zu sein. Was ist daran nicht zu verstehen ?
      Bewusstes willentliches Missverstehen ist keine besonders kluge Strategie um ernsthafte Kritik an einem Text zu leisten.

  4. Ich frage mich, wenn nur LGBT+, Migranten und Migrantinnen, Frauen vor allem und deren Rechte, nicht Weiße überhaupt noch zählen, was mache ich dann als alter weißer Mann, der in seinem Leben weder Frauen vergewaltigt noch überhaupt belästigt hatte, der von mehreren Freuen auf verschiedenste Weise missbraucht wurde. Was? Ich gehöre ja automatisch zu den Tätern. Zugegeben, ich fahre kein Elektroauto, kann ich auch bei mir nicht aufladen, gehe aber fast alle kürzeren Wege zu Fuß, für die längeren Wege mit dem ÖPNV, doch was nützt das? Mein ökologischer Fußabdruck ist automatisch, selbst wenn ich kein Auto hätte, überhaupt nirgends wohin gehen oder fahren würde, größer als der jedes Afrikaners. Die Multimilliardäre ausgenommen. Um das Niveau zu erreichen, müsste ich das Essen komplett einstellen. Und meint Ihr ernsthaft, das würde auch nur 0,00001 Grad weniger einbringen? Ich Versuche, soweit es geht, Geräte langfristig zu nutzen, was nicht immer Geli gut, weil die einen eingebauten Verschleiß haben. Doch das reicht nach Aussagen der Umweltaktivisten nicht.
    Meint Ihr ernsthaft, dass das Klima zu retten ist? Klima ist und war nie eine konstante Größe. Ansonsten gäbe es keine Eiszeiten und Warmzeiten, bei der der Meeresspiegel mehrere 100 m unterschiedliche Höhe hatte. Wir können nichts retten. Wir können nur unseren Konsum als Gesellschaft drastisch reduzieren. Das wäre der Ausweg aus der Krise. Nicht der Ersatz von 600 kg Verbrennern durch 1,8 Tonnen E-SUVs. auch das Zupflastern der Landschaft mit Sondermüllkraftwerken und das Zukleistern der Häuser mit Sondermüll zur Wärmedämmung allein verändert gar nichts. Wir brauchen eine solidarische Gesellschaft, in der nicht Milliarden verschleudert werden, die unweigerlich zu einer lokalen Katastrophe in Form eines brutalen Krieges führen (im übrigen vergeuden Panzer und Düsenjäger, Fregatten und sonstiges Militärgerät wesentlich mehr an Ressourcen, als wie jemals privat einschränken könnten). Diese unsinnige Ressourcenverschwendung zu beenden, ist in meinen Augen wichtiger, als 100% E-Autos fahren zu lassen. Aber dazu müsste man ja mit seinem Feind reden. Aber das geht ja gar nicht. Lieber sanktioniert man ihn zum 21. Mal. Und rüstet bis zum geht nicht mehr auf. Aber ich bin ja bloß ein alter weißer Mann. Der ist ja automatisch rassistisch, antifeministisch, ableistisch (ja, sowas gibt es. Ist der Hass auf alles Abweichende wie Behinderung, Krankheiten …) Ja, Ihr könnt meinetwegen diese Meinung als Hatespeech diffamieren. Damit kann ich leben. Es ist meine Meinung: Die Klimakrise wird genutzt, um damit Profit zu machen. Und letztlich erhöht das nur den Ressourcenverbrauch. Und damit wird die viel schlimmere Umweltkrise verschärft. Denn höherer Ressourcenverbrauch bedeutet mehr CO2 und, was noch schlimmer ist, mehr Abfall. Und der landet dann in Liberia oder anderen afrikanischen Ländern, wo Kinder unter brutalen Bedingungen aus unserem Abfall Rohstoffe herauslösen. Und wetten, die nicht ohne große Kosten recyclebaren Akkus landen auch zum Teil dort. Und wieder werden Kinder die ausschlachten müssen. Wann hört dieser Irrsinn endlich auf, der in meinen Augen mit dem immer mehr Produktion-Prinzip unserer Gesellschaft zu tun hat? Sehen wir da immer weiter tatenlos zu? Weil die Kritiker dieser Gesellschaftsordnung zum nicht unerheblichen Teil alte weiße Männer sind, und damit in der Diskussion wertlos sind?
    P S : ich habe weder gegen Schwarze, weder gegen Frauen, weder gegen LGBT irgendetwas. Ich habe nur etwas gegen eine pauschale Verurteilung eines nicht unerheblichen Teils unserer Bevölkerung. Zumal, ich darf daran erinnern, dass noch vor 20 Jahren es in unserer Gesellschaft absolut nicht selbstverständlich war, dass man in der Öffentlichkeit sein Anderssein ausleben könnte. Verdammt noch Mal, gebt dem Menschen Zeit, sich auf andere Bedingungen einzustellen und verurteilt sie nicht, wenn sie nicht sofort eine andere Einstellung haben. Man hält auch nicht ohne großen Schaden einen Zug, der mit 150 fährt, auf 10 m an. Aber Ihr wollt sofort, dass alles Anderssein vollständig und ohne Vorbehalte akzeptiert wird. Und wehe, wenn nicht. Dann haut Ihr mit der Keule drauf. Aber mit Schlägen erreicht man kein Umdenken. Das geht nur durch eine ergebnisoffene Diskussion. Und das dauert. Wir werden wegen des Klimas morgen nicht alle sterben, Bei der derzeitigen Aufrüstung bin ich mir da allerdings nicht sicher, dass es nicht doch passiert. Und wenn wir weiter zulassen, dass unsere Gesellschaftsordnung Ressourcen verschwendet, werden wir die Folgen zu spüren bekommen. Und die heißen: Ressourcenkriege. Auch dafür wird zur Zeit weltweit aufgerüstet.
    Und noch etwas: in jeder Industrie fängt der Verbesserungsprozess an der Stelle an, die mit geringstem Aufwand den größten Effekt erzeugt. Warum nicht in unserer Gesellschaft? Mensch wird das Urlaubmachen vermiest, weil es nicht klimaneutral ist, warum nicht beim Militär anfangen? Was zudem dazu führt, sollte endlich geredet werden, dass nicht mehr Hunderttausende in sinnlosen Kriegen sterben. Dass Kriege endlich nicht mehr möglich sind, weil es schlicht an Waffen fehlt. Stattdessen wird immer mehr für Waffen ausgegeben, und das weltweit. Die Billionen könnte man sinnvoller in soziale Verbesserung, Bildung, Umweltschutz, Wiederherstellung natürlicher Lebensbedingungen, Aufforstung … stecken. Das würde im übrigen automatisch das CO2 wieder reduzieren. Aber eines ist klar. Sämtliche Daten zeigen, ein Wert von CO2 unter 200 ppm ist für die Erde tödlich. Das zeigt, dass CO2 nicht das Problem, sondern nur das Symptom ist. Unter 200 ppm vereist unser kompletter Planet. Und das führt dann zum Absterben von über 99% allen Lebens auf der Erde. Das wäre eine Katastrophe. Das sollte man nie vergessen. Und im übrigen, der Zustand hält dann für über 100 Mio. Jahre an. Bis dann wieder Vulkane das Leben retten, oder besser das, was noch davon übrig geblieben ist. Ich glaube kaum, dass irgendwer das wirklich will.

    1. Echt? Auch Otto0815 mit diesem Argument? Also ich persönlich fühle mich da immer ein wenig veräppelt, ohne dass ich glaube, dass hier wirklich eine solche Absicht besteht.
      Mich überzeugt es jedenfalls nicht, wenn eine persönliche Einzelerfahrung von ein paar Tagen, beobachtet an einer winzigen Koordinate der Erde, als Widerlegung gedeutet wird von Theorien zu globalen, eher in Jahren oder Jahrzehnten stattfindenden Prozessen. Selbst einer eigenen Einzelerfahrung würde ich nicht diese hohe Bedeutung geben. Wenn ich kalte Füße habe, bedeutet es nicht, dass alle auf der Welt kalte Füße haben.

      Persönliche, lokale Wetterbeobachtungen zu globalen Klimaaussagen zu generalisieren ist ein denklogischer Fehler. Sowas beweist oder widerlegt gar nichts. Unabhängig von der Verursacherfrage sind wir aber wohl immer noch nicht vollständig über die „Gibt’s ja gar nicht!“-Mauer geklettert.

    2. Welches Land oder Bundesland oder welche Stadt heißt „bei uns“? Als Kind sah ich manchmal eine Ratesendung „Wer bin ich“ – probst du jetzt für „Wo bin ich“

    1. @Otto0815

      Sagen Sie nicht sowas. Alleine mit CO²- Zertifikaten wird mittlerweile Umsätze und Gewinne in oberen dreistelligen Milliardenbereich erwirtschaftet.
      Dazu kommen die Abgaben in den unterschiedlichsten Bereichen der Wertschöpfungskette. Auch die Öko-Industrie macht einen riesigen Reibach, der bereits mit Merkel begonnen hat. (Aus der ersten Gründerwelle ist 2017 das letzte Unternehmen pleite gegangen und Habeck hat ja weitergemacht und weitere Milliarden versenkt)
      Klimawandel ist ein unglaublich lukrativer Markt, an dem neben den Staaten vor allem Banken und Hedgefonds richtig Kohle machen.

      Alles hat mit Merkel begonnen die dachte, Deutschland könne eine Spitzenposition in dem Bereich einnehmen. Dazu dann auch das ganze Marketing um die Menschen weich in der Birne zu machen

      1. Um mal die Terminologie geradezurücken:

        Mit diesen „Zertifikaten“ wird nichts erwirtschaftet. Es wird, wie üblich bei „Finanzinstrumenten“, Geld umverteilt. Dieses wurde vorher von der arbeitenden Bevölkerung erwirtschaftet.

  5. Zählt der auch als Tech Bro:

    Bill Gates ueber Energie: Innovation nach Null!
    TED
    4,6 Mio. Aufrufe vor 15 Jahren

    „Zuerst haben wir die Bevölkerung. Die Weltbevölkerung beträgt heute 6,8 Milliarden Menschen, und sie wird auf etwa 9 Milliarden anwachsen. Wenn wir bei neuen Impfstoffen, Gesundheitsfürsorge und reproduktiven Gesundheitsdiensten wirklich gute Arbeit leisten, könnten wir diese Zahl um vielleicht 10-15 % senken.“

    https://www.youtube.com/watch?v=JaF-fq2Zn7I&t=271s

    Bill Gates über Corona-Impfstoff
    tagesschau
    1,5 Mio. Aufrufe vor 5 Jahren

    „Wir werden den zu entwickelnden Impfstoff letztendlich sieben Milliarden Menschen verabreichen.“

    https://www.youtube.com/watch?v=083VjebhzgI&t=265s

    Ich mein ja nur, ist ja wie Elon Musk einer der WEF Wunderknaben. Ein Glück hat das Politbüro des Kapitalismus „verschiedene“ Führer im Angebot. Gerne auch mit Femo-Power:

    Ursula von der Leyen
    @vonderleyen
    Thank you Melinda & Bill for your leadership and dedication!
    https://x.com/vonderleyen/status/1257672436239282178?lang=de

    Schon lustig Metapolitik zu beklagen.

  6. ….Verbrennerautos und Fleischkonsum, die die Klimakriese verursachen….da war mit dem
    Lesen schluß. Ich habe heute ein Schnitzel gegessen und schon fing es an zu regnen.
    Wahrscheinlich war der Anblick meines Mahls zu viel für die tief grauen Wolken. Die
    CO2 Konzentration muß sich ja in den südlichen Gefilden schon in kaum athembare
    Höhen befinden, dass dort jetzt diese Temperaturen herrschen. Hier bei uns im Norden
    ist alle in Ordnung. Angenehme 17 ° und Regen. Liegt vieleicht daran, dass der Nordpol,
    der magnetische, sich immer weiter Richtung Osten bewegt und die Feldlinien der Erde
    für die Verschiebung der Wärme sorgen. Auch das die Sonne recht aktiv ist, was man auch
    an den „Polarlichtern“ in den „falschen“ Regionen sieht, wird da mit rein spielen. Diese
    Tatsachen passen aber nicht in die Ideologie der Klimahorroristen. Nein, der Mensch muß
    schuld sein. Auch die Tatsachen, dass z.B. die Häfen der frühen Griechen und Römer heute
    zig Kilometer im Landesinneren zu finden sind, weil der Meeresspiegel in den letzten 2.000-
    4.000 Jahren drastisch gesenkt hat, wird ignoriert. Speziell die Deutschen fahren gerade
    ihren Wohlstand mit hohem Tempo an die Wand, weil eine kleine Klimasekte, wirre Theorien
    predigt. Dazu verschandeln und versauen wir uns auch noch unsere Umwelt mit Betonfundamenten,
    die kein Mensch wieder heraus buddelt und tausenden von Tonnen an Mikroplastik, was sich von
    Windkraftanlagen und mit Photovoltaik voll gepfropften Dächern und Landschaften schält.
    Ich verdaue jetzt mein Schnitzel.

    1. @Inninör: Abgesehen davon, dass mich allein das woke Geschwurbel dieses Interviews („Migrant:innen“, Feminismus als Lösungsansatz für dieses massive Problem etc.) ebenfalls ohne Ende nervt, strotzt Ihr Beitrag genau so vor den üblichen Märchen der Klimawandelleugner-Sekte (allein schon „tausende Tonnen“ Mikroplastik durch Photovoltaik und WEA, oh Mann…). Außerdem verteilt sich die CO2-Konzentration global und nicht nur auf „südliche Gefilde“.

      Aber bleiben Sie mal schön in Ihrer Bubble der Seligen, wo die 17 Grad vor Ort klar „die Klimasekte“ widerlegen, und stopfen lecker Fleischabfälle in sich hinein.
      Und lassen Sie sich bloß nicht vom Glauben an den Unfug abbringen, den Sie bei dem Thema so von sich geben.

  7. Ich sehe schwarz fürs Klima. Der Vormarsch der rechten Parteien scheint nicht mehr aufhaltbar. Diese sind der Rammbock der Fossil- und Atomindustrie gegen die Energiewende und folglich schwimmen sie geradezu im Geld. Wahlen kann man heute kaufen.,
    Dann ist da noch mehr. Elon Musk spricht von einer suizidalen Empathie, welche unzählige Islamisten ins Land gelassen habe, die den Staat zerstören. Nun würde ich gern sagen, dass Musk Unrecht hat. Tragischerweise hat er recht. Nochmal ein Plus für rechts. Und last not least das Versprechen der AfD, keinen Cent Militärhilfe an die Ukraine zu zahlen. Noch einer.
    Ein Lichtblick hingegen: der Markt. Es gehen nun 90(!) Prozent des weltweiten Invests bei der Stromerzeugung in Erneuerbare :
    https://www.wri.org/insights/state-clean-energy-charted

    Die rechte Lüge widerlegend, dass nur Deutschlsand etwas fürs Klima täte. Indes sind wir auf einem Abstiegsplatz.

    1. deine Quelle nennt Zuwächse von 90% aber eben nur bei der ´maximum net generating capacity of power ´
      Wieviel davon in TWh eingespeist und benutzt wurden steht da nicht , oder?

        1. Und du meinst daher, dass es jetzt genau zu einem Wandel kommen würde, aber das dummerweise auch der Zeitpunkt ist wo rechte Parteien an die Macht kommen?

  8. Ein weiteres Plädoyer für, besser: gegen, den „menschengemachten Klimawandel“.
    Als ob die Geschichte dieser These nicht existiert. Man denke nur daran, dass die These aus dem sog Weltklimarat, einer Versammlung ausschließlich aus Politikern ohne Wissenschaftlern, geboren wurde und seit dem als Narrativ für alle falschen politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen herhalten muss. Später erst wurden Wissenschaftler hinzugezogen, ausgewählte, die bereit waren, für Forschungsgelder die These zu untermauern. Die bis dahin führenden Klimatologen, die die These anzweifelten, wurden ausgebootet.
    Nur noch 1 Einwand zum Schluss, der Klimawandel würde nach nüchterner Betrachtung auch stattfinden, würden keine Menschen auf der Erde leben. Die erwähnten Spezialisten schätzten damals, dass der Mensch auf diesen Prozess allerhöchsten 10 – 15 % Einfluss hätte.
    Eine natürlich für die Statthalter des Kapitalismus unannehmbare Schlußfolgerung aus tatsächlich wissenschaftlicher Sicht wäre die Konzentration auf die Abwehr von Folgen des Klimawandels auf die Bevölkerung, und nicht die in Angriff genommene Priorisierung von scheinbar dem Klimaschutz dienenden Investitionen, die aus rein geschäftlicher Perspektive eine Transformation der Profitsysteme in Richtung „grün“ zum Inhalt haben.

    1. „… Als ob die Geschichte dieser These nicht existiert. Man denke nur daran, dass die These aus dem sog Weltklimarat, einer Versammlung ausschließlich aus Politikern ohne Wissenschaftlern, geboren wurde …“

      Was für ein Unsinn, der Treibhauseffekt wurde 1827 von Jean Baptiste Joseph Fourier entdeckt, 1865 weist John Tyndall den Einfluss des Co2 nach und 1895 liefert Savante Arrhenius die ersten Berechnungen dazu. Er geht davon aus, dass bei einer Verdopplung des Co2 Gehaltes der Atmosphäre die Temperatur um 6° steigt.

      https://www.atmosp.physics.utoronto.ca/people/strong/phy392/Arrhenius_1896.pdf

      Ohne den Treibhauseffekt wäre die Temperatur auf der Erde nicht höher als -18°, kann jeder Physikstudent im ersten Semester nachweisen.

      Da ist nix mit These, sondern eine längst felsenfest stehende Theorie, bestätigt durch die Physik in tausenden wissenschaftliche Arbeiten und hunderttausenden von Messwerten. Was misst wohl ein Pyrgeometer?

      1. Ich würde unter „menschengemachter Klimawandel“ deutlich mehr verstehen als den Treibhauseffekt, den CO2 generell hat. Da sollte man schon genau lesen, was jemand schreibt.

        Der Klimawandel betrifft das Gesamtsystem Erde. Da niemand alle Parameter erfassen kann, die relevant für die Veränderung des Klimas sind, ist das durchaus als These zu verstehen, jedenfalls in der konkreten Ausprägung wie er sich dann entwickelt. Ansonsten bräuchte man ja keine Modelle, die versuchen halbwegs aussagekräftige Parameter zu integrieren, die dann sowas wie eine grobe Vorhersage ermöglichen. Detailfragen wie CO2 hat einen Treibauseffekt, sind nicht wirklich aussagekräftig für das Gesamtsystem. Die ganze Natur besteht aus Regelkreisläufen, die sich gegenseitig beeinflussen. Mehr CO2 in der Atmosphäre führt z.B. zu mehr Pflanzenwachstum und somit wird ein Teil davon kompensiert, um es mal etwas konkreter zu benennen.

        1. „Der Klimawandel betrifft das Gesamtsystem Erde. Da niemand alle Parameter erfassen kann, die relevant für die Veränderung des Klimas sind, ist das durchaus als These zu verstehen, jedenfalls in der konkreten Ausprägung wie er sich dann entwickelt. …“

          Aha, eine felsenfeste Theore, die eine These ist, das muss einem aber erst mal gesagt werden. Mal eine Frage: Welche Kompetenzen hast du in dem Thema, dass du dies behaupten kannst. Dass nicht auch der allerletzte winzige Einfluss berücksichtigt wird, ist klar. Aber welche _relevanten_ Einflüsse werden denn nicht berücksichtigt, nenne mal einen.

          1. Das Expertenargument, jaja, hat ja schon bei Corona super funktioniert… 🙂

            Ich habe übrigens keine Kompetenzen im Bereich Klimawissenschaften. Würde ich niemals behaupten. Da all das aber genauso mein Leben wie auch deins betrifft, habe ich aber natürlich eine Meinung dazu.

            Mein Einwand zu deinem Kommentar betraf übrigens in erster Linie deine Umdeutung der Aussage des Vorposters von „menschengemachter Klimawandel“ zu Treibhauseffekt durch CO2. Dass die Bemessung des menschlichen Anteils am Klimawandel nicht ganz so trivial ist, ist eine Logik- und keine Expertenfrage. Oder muss man jetzt schon Klimawissenschaftler sein, um zu erkennen, dass die Natur ein komplexes System ist?
            Und du tust es übrigens schon wieder: Aussagen unterstellen, die so nicht gefallen sind. Ich sprach nicht von relevanten Einflüssen, denn das kann ich nicht bewerten, sondern vom Grundproblem der Komplexität solcher Fragen.
            Aber ich versuche es dennoch mal konkret erneut am Beispiel der CO2 Aufnahme durch Pflanzen: Wie will man diese Größe sinnvoll bestimmen? Das ist ein veränderlicher Paramter. Es kann sogar sein, dass ein dauerhaft höheres Angebot auch zu einer Veränderung des Pflanzenstoffwechsels durch genetische Anpassung führt. Mehr Nahrungsangebot kann wiederum die Tierwelt beeinflussen.
            Klar kann man versuchen das irgendwie zu modellieren, aber die Frage war hier ja ob man noch von Theorie/These sprechen kann oder von harten Fakten.

            1. „Aber ich versuche es dennoch mal konkret erneut am Beispiel der CO2 Aufnahme durch Pflanzen: Wie will man diese Größe sinnvoll bestimmen? Das ist ein veränderlicher Paramter. …“

              Die Pflanzen sind Teil des natürlichen Co2-Kreislaufs, der ist in Summe = 0, Es wird über’s Jahr genau so viel aufgenommen wie abgegeben, das Klima bleibt stabil. Das von uns in die Luft geblasene Co2 war dagegen von der Natur über Jahrmillionen eingelagert, dieses blasen wir nun wieder in die Luft und genau dieses und nur dieses steigert den Co2-Gehalt der Atmosphäre.

              Meinungen haben in den Naturwissenschaften absolut nichts zu suchen, aber sowas von absolut. Entweder ich habe das Wissen zu einem Thema oder ich enthalte mich. Man kann sich auch informieren, aber zugegeben, das ist bei dem Thema ziemlich schwierig, bei dem ganzen Unsinn den die Leugnerschaft in die Welt setzt.

      2. Bitte vorher lesen und eventuell nach Möglichkeit verstehen. Dann argumentiert man nicht gegen etwas, was gar nicht geschrieben wurde

  9. „Umverteilung sollte nicht mehr wie im Neoliberalismus von unten nach oben, sondern für alle erkennbar von oben nach unten erfolgen.“

    a.) Kapitalismus ohne Neoliberalismus bleibt Kapitalismus. Mal zerstört und ausbeutet er langsamer, mal schneller.
    Keynes steht auf der Bremse, Milton Friedman gibt Gas. Es ist der Zwang aus Geld immer mehr Geld machen zu müssen. Ein Kapitalismus im Standgas ist unmöglich.

    b.) Man kann die Atmosphäre nicht umverteilen

    Das System aus dem System heraus
    zu verändern, ist nicht möglich. Wie lange
    man das System alt noch als Schnittmenge in einem System neu durchschleifen könnte, bleibt strittig. Die Sozialdemokraten wollten die
    Bändiger des Kapitalismus sein und sind
    kläglich gescheitert. Von einer Überwindung dessen, spricht heute niemand mehr, obwohl es keine andere Lösung gibt. „Umverteilung“ ist Kosmetik,
    nicht mehr als ein Wunsch als Vater des Gedankens. Warum neu verteilen, was einem ohnehin schon gehört ?

  10. „Trust the Science“, sagen sie immer, und das tue ich.
    Aber ich traue nur der Wissenschaft, nicht den Wissenschaftlern.

    Die hitze ist geothermal, nicht solar. Wäre die Hitze nur solar, hätte sich die Atmosphäre um 10 Grad erhitzen müssen um die ozeanischen Hitzewellen physikalisch erklären zu können.

    Die Erde selbst ist eben nicht ein sogenannter „Schwartzkürper“, der immer die gleiche Menge an Hitze austrahlt. Das Erdinnere ist höchst dynamisch, die Forschung dazu in den Kinderschuhen.

    Die menschgemachte klimaerwärmung ist banal und bedeutungslos angesichts des enormen Einfluss von geothermaler Hitze aus dem Erdinneren. Die behauptung dass Menschen dafür verantwortlich sind, ist klerikal und infantil.

    1. Geothermisch Wärmestromdichte ist nach Bergmann Schaefer „Erde und Planeten“ nur 60mW/m2.
      Sonneneinstrahlung über 24h gemittelt ist etwa 1000mal höher – da stimmt doch was mit
      deinem Fokus nicht.
      Das Oberflächenwasser ist viel wärmer als das in der Tiefe.

    1. Ich kann das nicht so genau beurteilen, zumal du ja keine Argumente/Begründungen angibst. Aber mal rein pragmatisch: wohin soll das führen, wenn man alle, die tatsächlich oder vermeintlich Lügner und Konformisten sind, in den Knast stecken würde? Auch die Frage nach der Dauer der Haft wird von dir nicht beantwortet und schließlich und endlich bleibe die Frage nach Personal und Kosten.

    2. „Der Mann ist ein Konformist.“

      Danke für den Hinweis. Laut Selbstauskunft auf der eigenen Website wird das gutbürgerliche Wiener-Leben des Mannes aus Steuermitteln der Stadt Wien und aus Fördertöpfen der Europäischen Union finanziert. Vergessen Sie nicht werter @monotoner, dass diese Leute für Staatsknete gerne auch ihre Kinder verkaufen würden.. Zutreffender gesagt: deren Zukunft schon jetzt verkauft und selber verfressen haben.

  11. Eine linke Position wäre Ungleichheit zu bekämpfen, der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen ein Ende zur setzen, die Möglichkeit einiger weniger auf Kosten von vielen reich zu werde zu verunmöglichen, technischen Fortschritt zum Wohle aller Menschen, u.v.m. – so gesehen haben wir in diesem Land und auch in anderen n u r rechte Parteien, weil sie alle das oben genannte zu verhindern suchen – und das leider mit Erfolg.
    Linke Politik kommt wenn überhaupt nur als simulierte, als Symbolpolitik, als kulturalistische Nebelkerzenwerferin (siehe Interview) vor.
    Vorausgesetzt die sogenannte Klimakrise ist menschengemacht, was sich aus meiner Sicht angesichts der erdrückenden Beweislage nur schwerlich leugnen lässt, sind Aussagen wie „….Verbrennerautos und Fleischkonsum, die die Klimakrise verursachen….” grob irreführend, denn es ist mittlerweile kein Geheimwissen, dass die reichsten 1% für 16% der weltweiten co2-Emissionen verantwortlich sind. Wir haben also demnach zuallererst ein politisches Problem und solche Aussagen gehören zum Besteck derer, die davon abzulenken in Diensten stehen.
    Eine Partei, die vorgibt dem Klimaschutz wie keine andere verpflichtet zu sein, gehört zu den größten, ideologisch fanatisiertesten Kriegstreibern in einem von nationalistischen Kräften entfachten, völlig aussichtslosen und sinnlosen Abnutzungskrieg, der in drei Jahren den die jährlichen Treibgas-Emissionen von Österreich, Ungarn, Tschechien und Slowakei zusammen übertrifft.
    Die Tech Bros, ebenso wie die Fossil-Industrie ziehen an einem Strang, um die naturgemäß knapper werdenden natürlichen Ressourcen meistbietend bis zum bitteren Ende verhökern zu können. Da ist keinerlei verantwortungsethische Überlegung zu erwarten. Die planen die Katastrophe und die Kämpfe um knapper und damit teuerer werdende Ressourcen auf Kosten der meisten Erdbewohner und zum eigenen Profit eiskalt mit ein. Technologischer Fortschritt bei Energie-Gewinnung wird in deren Interesse wahrscheinlich schon jetzt eher verhindert. Erneuerbare Energie ist nämlich einfach zu billig und hat die Tendenz irgendwann unendlich viel Energie zu Verfügung zu stellen, was krass gegen die kapitalistische Verwertungsregel der künstlichen Verknappung verstieße.

    1. „Linke Politik kommt wenn überhaupt nur als simulierte, als Symbolpolitik, als kulturalistische Nebelkerzenwerferin (siehe Interview) vor.
      Vorausgesetzt die sogenannte Klimakrise ist menschengemacht, was sich aus meiner Sicht angesichts der erdrückenden Beweislage nur schwerlich leugnen lässt, sind Aussagen wie „….Verbrennerautos und Fleischkonsum, die die Klimakrise verursachen….” grob irreführend, denn es ist mittlerweile kein Geheimwissen, dass die reichsten 1% für 16% der weltweiten co2-Emissionen verantwortlich sind. Wir haben also demnach zuallererst ein politisches Problem und solche Aussagen gehören zum Besteck derer, die davon abzulenken in Diensten stehen.
      Eine Partei, die vorgibt dem Klimaschutz wie keine andere verpflichtet zu sein, gehört zu den größten, ideologisch fanatisiertesten Kriegstreibern in einem von nationalistischen Kräften entfachten, völlig aussichtslosen und sinnlosen Abnutzungskrieg, der in drei Jahren den die jährlichen Treibgas-Emissionen von Österreich, Ungarn, Tschechien und Slowakei zusammen übertrifft.“ – volle Zustimmung, das beschreibt die Misere sehr gut.

  12. Interessanterweise hatten Spanien 10 und Portugal weitere 6 für die Brandbekämpfung besonders leistungsstarke Kamov Ka-32 Löschubschrauber mit je 5 Tonnen Löschwasserkapazität. Diese wurden im Zuge der antirussischen Sanktionen zerlegt und nach China verkauft bzw. der Ukraine geschenkt. Und nun brennen Spanien und Portugal ohne dass ihnen diese schweren Hubschrauber helfen können. So dumm kann Politik sein.

    1. Mit Ersatzteilen konnten sie die Hubschrauber auch nicht mehr versorgen wegen der Sanktionen. Keinen Ersatz besorgt zu haben ist ein Versagen der Politiker.. Aber Opfer müssen gebracht werden gegen den Putin.

  13. Es bedürfte nur einer Änderung des Brunftverhaltens der Hirschkuh – und Schnipp hätten wir eine andere Welt.
    Wäre Mitgefühl sexy und würde Carearbeit die Wahrscheinlichkeit erhöhen, des Abends mit einer Torte nach Hause zu spazieren, an den Männern läge es nicht.

  14. Aha! Und wie passt ein 500 MRD Aufrüstungspaket zum Klimaschutz? Und sollte man nicht den Frieden in der Ukraine (und in Gaza) forcieren, da Krieg der Klimakiller Nummer 1 ist? Und sollte man nicht schwachsinnige Militärmanöver wie „Steadfast Moon“ unterbinden?
    Und was ist mit KI? Nichts erwärmt die Umgebung schlimmer.
    Aber Nein! Der Fleischesser*Innen und der Verbrennerfahrer*Innen ist schuld. Hat diese Dame Sauer schon mal davon gehört wieviel Beton für den Sockel dieser Windräder in den Boden gegossen wird und daß diese Teile Herzerkrankungen hervorrufen können bei Menschen die da in der Nähe wohnen? Hat sie schon mal was davon gehört was es bedeutet die Akkus dieser Elektrofahrzeuge zu entsorgen? Und wäre es nicht sinnvoll mal die Bahn zu sanieren?
    Fakt ist, daß diesen Sommer nichts außergewöhnliches vorgefallen ist. Es gab eine 10 tägige Hitzewelle Ende Juni. Ja, es war teilweise sehr unangenehm, empfindliche Menschen müßen vorsichtig sein. Aber Notaufnahmen und Pflegeheime zu klimatisieren schaffen die Verantwortlichen auch nicht. Ach, ich vergaß, Klimaanlagen sind natürlich auch rechts.
    Die Wälder im Süden brennen aufgrund von Brandstiftung, so wie immer.
    Es ist eine der üblichen Angstkampagnen. Das heißt nicht, daß ich finde, daß kein Umweltschutz betrieben werden sollte.
    Das erste wäre mal, die digitalen Endgeräte auszuschalten und nicht wegen jedem Alltagsschwachsinn die KI zu befragen.

    1. Zustimmung, danke für diese klaren Worte. Ich glaube tatsächlich, dass Sauer all diese Fakten, die sie aufzählen, nicht kennt oder verdrängt.

  15. Linke Konzepte bestehen immer darin, Menschen etwas wegzunehmen, Menschen etwas zu verbieten, Menschen vorzuschreiben, wie etwas zu sein hat. Glaubt hier irgendjemand im Ernst, er hätte auch nur etwas was mehr, wenn man den genannten Personen etwas wegnimmt. Ein Volkswirtschaft, die nur vom Verzehr der Vermögen anderer lebt, ist dem Untergang geweiht. Wenn das Geschäftsmodell einer Volkswirtschaft darin besteht, auf Basis eines zweifelhaften Gerechtigkeitsbegriffs das vorhandene Vermögen seiner Bürger ohne Zugewinn von außen quasi als Rente zu verbrauchen, hat den Anschluss an die Realität verloren. Die Volkswirtschaft als Rentner. Ein wahrhaft brilliantes Konzept. Die Milliarden von Herrn Musk sind dann übrigens auch irgendwann verbraucht, wenn es verteilt worden ist. Und dann?
    Ich wiederhole mich nur ungern, aber es gibt nicht ein einziges Konzept im Universum der Marxistisch-Lenilistisch-Nihilistisch-Anarchistisch-Kommunistisch-Progressiven-Woken-Antifa-Linken Ideologie, das nicht ohne den alleinigen Führungsanspruch der Partei, geführt vom Zentralkomitee bestehend aus der Aristokratie der Moral und den Hütern der Utopien, auskommt. Ein Führungsanspruch, der mittels des totalitären Verfügungsanspruchs über das Individuum realisiert wird. Wir bestimmen, was du isst, wieviel du isst und wann du isst. Das Individuum reduziert auf seine physische Existenz. Durchgesetzt mit jakobinischem Terror. Widerspruch zwecklos. Das ist die Linke Agenda.

  16. Der Erklärungsansatz der Autorin bewegt sich auf einer Meta-Ebene und erreicht damit nicht den wirklichen Sachzusammenhang.
    Aus biologischer Sicht ist es so, dass die von der Autorin beklagten Eigenschaften und Verhaltensweisen nicht autochthon männlicher Bosheit entspringen, sondern Verhaltensmerkmale sind, die durch die geschlechtliche Selektion der Männer durch Frauen gefördert werden.* Gerade Männer, die aus MGTOW Sicht nicht sehr souverän und sich eher an den Forderungen und Erwartungen von Frauen an sie orientieren, weisen oft** diese aggressiv dominanten Verhaltensmuster auf, aus Angst als nicht männlich wahrgenommen zu werden. Nicht sehr souveräne Männer (die nach Vilar „dressierten Männer“) werden also ihre Innere Unsicherheit, ihr geringes eigenständiges Selbstbewusstsein bzw. Selbstwertgefühl oft durch betont dominantes, aggressives, hartes Auftreten nach außen zu kompensieren, nach innen zu betäuben versuchen.
    Nicht selten wird man, wenn man die näheren persönlichen Lebensumstände entsprechender Männer kennen lernt feststellen, dass sie unter relativ starker emotionaler Kontrolle durch ihre Mütter bzw später dann Frauen stehen.
    *Im statistischen Mittel, in der Mehrheit. Es gibt natürlich auch Frauen die auf die aufgeblasenen Poser stehen, es kommt aber darauf an was auf Grund der Häufigkeit oder gesellschaftlichen Wirksamkeit bestimmend für die Gesellschaft ist.
    **Das andere Extrem ist der feministische Mann, der sich versucht durch Übernahme dieser Narrative beliebt zu machen. Der landet aber eher in der sogenannten Freundes-Zone und wird seltener durch Gewährung eines Zugangs zu den privaten Teilen belohnt. als der dominante Mann.

  17. Das gesamte Spektrum der wokeschistischen Weltsicht in einem Interview abzuarbeiten – das musste erst mal bringen. These auf These wird vorgetragen und nicht eine, wirklich nicht eine einzige wird durch irgendwas belegt. Alles wird ausschließlich behauptet und jede Behauptung als Wahrheit verkündet. In unangenehmster Weise werde ich an den „wissenschaftlichen Kommunismus“ erinnert, der Marx Weltsicht endgültig zur Theologie erniedrigte.

    Es sei mir gestattet, nur eine dieser Thesen herauszugreifen, da ich darin den Niedergang linken emanzipatorischen Denkens, linker Politik und tatsächlich das Ebnen des Weges für den rechten Backslash sehe.
    Es ist der sich als „links“ phantasierende Wokeschismus, der sich – außer durch gelegentliche Phrasen – konsequent von der Beschreibung sozialer Fragen abwandte und diese durch ein absurdes Gemisch aus Rassen -, Geschlechter – oder Ökologieproblemen ersetzte. Ich schreibe es nicht zum ersten Mal: Es ist eine Ideologie, die vermittelt dass die Genderprofessorin, die erfolgreiche Schauspielerin, die Millionärin, die Quotenausbeuterin im Vorstand im gleichen Boot sitzen wie die Arbeiterin , während deren Ehemann, mit dem sie sich durchs Leben schlägt, der Kollege, mit dem sie die widrigen Verhältnisse meistert, der Vater, der sich krumm machte, um die Familie durchzubringen, der Bruder, der Nachbar der geborene Feind sind. Das plakatieren die sogar.

    Es ist einfach falsch, wenn die Interviewpartnerin behauptet, es wäre eine „metapolitische“ – was immer das sein mag – Strategie der Rechten, materielle Probleme zu leugnen und durch wokeschistischen Überzeugungen widersprechende Deutungen zu ersetzen. Wir alle konnten es in den vergangen drei Jahrzehnten live miterleben – es war umgekehrt, die sich als „links“ phantasieren Ideologen ersetzten Gesellschaftsanalyse durch religiös anmutende Spinnerei und machte den Weg für rechte Publizistik und Politik erst frei. Wo die sexualisierte migrantischen Gewalt gegen Frauen und sexuelle Minderheiten benennt – ich bin Berliner und ihr wisst was an diesem Wochenende hier geschah – reden die Wokeschisten von Männern als Problem. Wie erfolgreich wird das als Deutung sein können?
    Auch wenn das hier wieder zu lang wird, möchte ich doch noch eine weitere These von Frau Sauer ansprechen. Sie meint, dass der Neoliberalismus, die „neoliberale Subjektivierung“, den Menschen vermittelt, sie stünden in Konkurenz zueinander. Bei Robert Kurz findet sich der sperrige Begriff vom “ in universeller Konkurenz verwüsteten Subjekt“. Nur wäre dem nicht eingefallen, den Unfug zu formulieren, dies wäre so, weil man die Menschen sozusagen manipulierte. Es ist genau dies die objektive reale Lage, in der sie sich befinden. Sie stehen in Konkurenz um Arbeit, Wohnung , Einkommen oder eben um Plätze auf der Warteliste des Facharztes. Neoliberale Ideologie erhebt diesen Zustand zur Tugend. Aber sie verursacht ihn nicht.

    Ich halte , und diese Überzeugung wird von Mal zu Mal gefertigt, Wokeschismus für eine regressive Ideologie, die offensichtlich geeignet ist, als Instrument bürgerlicher Herrschaft zu fungieren. Sie stellt reale gesellschaftliche Verhältnisse nicht in Frage, sondern deutet sie in einer oft schon wahnhaft anmutenden Weise. Sie wird, wenn sie nicht nicht mehr funktioniert, um Herrschaft zu sichern, auf dem Müll landen. Das ist nun nicht eigentlich schade, nur erwarte ich danach nichts besseres und ich sehe eine unmittelbare und persönliche Verantwortung dafür, dass es so kommen wird, bei den Trägern wokeschistischer Ideologie.

  18. Dieser Artikel ist symptomatisch für einen vorgeblich linken Diskurs. Das beginnt schon mit der Einleitung. Hitze macht aggressiv, nur die politische Rechte, die Linke nicht? Dann wird von der neoliberalen Zurichtung des Subjekts gesprochen, aber letztlich sind nicht von der Leyen und Co. die Träger des Neoliberalismus, sondern die politische Rechte. Besonders zynisch ist die Thematik des Mitgefühls. Also ohne Mitgefühl sind jene, so werden wir belehrt, die sich gegen die Coronamaßnahmen ausgesprochen haben. All jene, die Mitgefühl mit den Kindern, den Jugendlichen, all jenen, die in kleinen Wohnungen eingesperrt waren, alle den Alten, die man alleine und isoliert sterben ließ, diese hatten kein Mitgefühl, sondern zelebrieren neoliberale Gleichgültigkeit. So wird die unglaubliche Brutalität der Coronapolitik verleugnet. Dann wird die Sorge um die Umwelt als explizit feministisch dargestellt. Aber hat nicht schon Marx geschrieben? „Die kapitalistische Produktion entwickelt daher nur die Technik und Kombination des gesellschaftlichen
    Produktionsprozesses, indem sie zugleich die Springquellen alles Reichtums untergräbt: die Erde und den Arbeiter.“ (MEW 23; 529f) Sauer kennt diese Stelle natürlich, aber das hindert sie nicht, sie zu ignorieren. Dann eine veritable Verschwörungstheorie, Peter Thiel oder Elon Musk planen die Rettung einer “ auserwählten Elite“? Das ist also ihr finsterer Plan? (Obwohl, mit dem Mars wird es nicht so klappen.) Und schon ist die Politik der EU wieder aus dem Blick. Und dann die Alternativen, vage und diffus, aber immerhin: „Dazu braucht es die antagonistische Mobilisierung gegen jene Gruppen von Menschen, die neoliberale Politiken durchgesetzt haben und davon profitieren.“ Ok, also gegen die EU, gegen die aktuelle Regierung in Deutschland und Österreich! Ach so, so ist das gar nicht gemeint! Also doch nur gegen die politische Rechte? Gegen die AfD und FPÖ? Oder wie? Das Interview endet mit einer sozialdemokratischen Wischiwaschi Orientierung, Steuer für die Reichen, „soziale Investitionen“, was immer das bedeutet und der Begriff der Gerechtigkeit darf auch nicht fehlen. Und was ist das Gerechte an der Gerechtigkeit? Nicht einmal in Umrissen lässt sich eine klare politische Strategie erkennen.
    Das Interview taumelt zwischen einer (sehr oberflächlichen) Skizze des Neoliberalismus und der Kritik an der Rechten um dann in den linken Manichäismus zu münden: Die politischen Gegner sitzen nicht in Brüssel, sondern in den Parteizentralen der AfD und der FPÖ.

    1. Danke, das sind Überlegungen, die mir auch durch den Kopf gingen, die ich aber in meinen eh schon zu langen Post einfach nicht unterbringen konnte.

      Aber ich muss zugeben, dass mich die ungeheure Selbstgewissheit fasziniert, mit der aus diesem merkwürdigen Spektrum heraus die Welt erklärt wird. Diese Krankheit ist natürlich nicht neu und gab es schon immer. Aber gerade, wenn man sich selbst „links“ verortet und sich der vielen Fehler, die wir machten, und der zahllosen Irrtümer gewahr ist, denen wir unterlagen, sollte man nicht unbedingt frei von Selbstzweifeln sein.

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