
Anmerkungen zu Stanley Kubricks Meisterwerk „2001: Odyssee im Weltraum“.
Max Horkheimers und Theodor W. Adornos Dialektik der Aufklärung beginnt mit dem vieldeutigen Satz: „Aufklärung im umfassendsten Sinn fortschreitenden Denkens hat seit je das Ziel verfolgt, von den Menschen die Furcht zu nehmen und sie als Herren einzusetzen. Aber die vollends aufgeklärte Erde strahlt im Zeichen triumphalen Unheils.“ Das Merkwürdige an diesem Eröffnungssatz betrifft sowohl den Begriff der Aufklärung, den beide Denker verwenden, seinen Zusammenhang mit dem Verhältnis von Mensch und Natur als auch die katastrophale Schlussfolgerung, die er hinsichtlich des Zivilisationsprozesses formuliert. Einerseits erscheint die Aufklärung hier in ihrem transhistorischen Sinne – also nicht nur als jene westliche geistes- und kulturgeschichtliche Strömung der Neuzeit, sondern als ein Muster, das die menschliche Zivilisation seit ihren Anfängen durchzieht: der Gebrauch der Vernunftfähigkeiten des Menschen als Instrument zur Beherrschung der Natur, eine Beherrschung, die notwendig erscheint, um die Furcht des Menschen vor der Natur in all ihren Erscheinungsformen zu bannen.
Andererseits – ausgehend von der Annahme, dass sowohl die Erschaffung der Zivilisation als auch die Etablierung ihrer repressiven Dimension auf der Entwicklung der Technologie beruhen und darauf, dass diese zu einem Schlüsselfaktor gesellschaftlicher Reproduktion wird – erscheint Horkheimer und Adorno der Zivilisationsprozess selbst als katastrophal. Denn die notwendige Herrschaft über die äußere Natur zieht zwangsläufig auch die Herrschaft des Menschen über seine innere Natur nach sich und daraus wiederum die Herrschaft des Menschen über den Menschen. Das Paradigma dieses Denkens gründet sich demnach auf die Vorstellung von Herrschaft als etwas Wesentlichem für die Konstituierung von Gesellschaft und Kultur – und folglich auf einen eindeutig repressiven Aspekt menschlicher Existenz.
Der Film Stanley Kubricks 2001: A Space Odyssey berührt diese grundlegende Einsicht durchgehend, doch insbesondere sein Prolog liefert darüber einen expliziten filmischen Bericht: Die Überwindung der Schrecken der Natur – so kontingent sie zunächst erscheinen mag – kulminiert letztlich in der Verwandlung eines Tierknochens in ein Werkzeug und zugleich in eine Waffe. Der gleichsam neutrale Knochen birgt das Potenzial, in den Händen des (Affen)Menschen zu einem nützlichen Instrument des sozialen Reproduktionsprozesses zu werden – aber ebenso zu einem Werkzeug der Zerstörung und Vernichtung. Die Verbindung dieser beiden Dimensionen verweist auf den inneren Zusammenhang zwischen dem Aufbau der Grundlagen menschlicher Existenz und des Überlebens einerseits sowie deren Einbettung in repressive Macht- und Gewaltstrukturen zwischen Menschen andererseits.
In diesem Zusammenhang erinnert man sich unweigerlich an jenen großartigen filmischen Moment, in dem der tierische Knochen, in einer Geste des Triumphs des „menschlichen Geistes“ in die Luft geschleudert, eine Metamorphose durchläuft und sich in ein hochentwickeltes Raumschiff verwandelt, das im Jahr 2001 durch den Weltraum gleitet. Es ist, als wollte Kubrick auf geniale filmische Weise verdeutlichen, dass in der Dialektik der Entwicklung der Produktionsmittel das Raumschiff sämtliche Entwicklungsstufen der Technologie in sich trägt, deren Ursprung in jenem emporgeworfenen Knochen liegt. Der Knochen birgt das zivilisatorische Potenzial des Raumschiffs; das Raumschiff enthält wiederum das, was es zivilisatorisch hervorgebracht hat – den Knochen in seiner Funktion sowohl als Werkzeug als auch als Instrument der Vernichtung.
Der Kern des Films ergibt sich aus diesem paradigmatischen Fundament: die Frage nach Wesen und Zukunft der Zivilisation als Problem des Verhältnisses zwischen Mensch und Maschine. Natürlich ist dies nicht der erste Film, der sich mit dieser komplexen Frage auseinandersetzt, deren philosophischer Ursprung bereits bei Karl Marx auftaucht – nämlich ob die Maschine dem Menschen dienen oder der Mensch zu einem Anhängsel der Maschine werden wird. Ernsthaft filmisch behandelt wurde diese Problematik bereits in Fritz Langs Film Metropolis von 1927 sowie satirisch-komödiantisch in Charlie Chaplins Modern Times von 1936. In Kubricks Film jedoch wird das „feindliche“ Element der Beziehung zwischen Mensch und Maschine nicht bloß als Problem dysfunktionaler Beziehungen (wie bei Chaplin) oder menschlichen Kontrollverlusts über die Maschine (wie bei Lang) dargestellt, sondern als bewusster und entschlossener Versuch der Maschine selbst – des Computers HAL 9000 –, den Menschen zu beherrschen. Die Autonomisierung der Maschine erscheint somit als Dystopie fortgeschrittener menschlicher Zivilisation.
Natürlich wird die Maschine nicht aus sich selbst heraus autonom – geschweige denn „souverän“. Schließlich ist es der Mensch, der sie programmiert hat; er ist es, der sie geschaffen und mit allem ausgestattet hat, was sie enthält – einschließlich jener Elemente, die sich zu einem anomischen Zustand entwickeln, in dem die Maschine „verrückt wird“ und beginnt, sich gegen den Menschen zu wenden. Gerade hierin liegt jedoch etwas, das die Filme von Fritz Lang, Charlie Chaplin und Stanley Kubrick gemeinsam haben: Der Mensch produziert jene Produktionsmittel, die ihm das liefern sollen, was er zum Leben braucht – zur Erleichterung seiner Lebensbedingungen, zu deren Verbesserung und zur Erzeugung des Neuen, Komplexeren, Raffinierteren und Fortschrittlicheren. Doch was zunächst als notwendig, positiv und wünschenswert erscheint, wird beängstigend, erschreckend und negativ, sobald der Mensch die Kontrolle über das verliert, was er selbst geschaffen hat. Und dieser Kontrollverlust ist der Logik der Entwicklung moderner Technologie inhärent. Es stellt sich daher die Frage: Birgt das Risiko, das der Mensch eingeht, wenn er Technologien entwickelt, die sich als katastrophal erweisen könnten – im Sinne eines Geschöpfes, das sich gegen seinen Schöpfer erhebt –, nicht auch ein gewisses selbstzerstörerisches Element? Diese Frage ist keineswegs ohne historisch-empirische Grundlage, wenn man bedenkt, was sich bereits heute als beinahe unvermeidliche globale ökologische Katastrophe infolge der grenzenlosen Beherrschung der Natur durch den Menschen abzeichnet.
Doch sie gilt ebenso für scheinbar weniger dramatische – wenngleich keineswegs unbedeutende – Formen des Mensch-Maschine-Verhältnisses in der Moderne: Einerseits verbessern und fördern Technologien alltägliche Lebenspraktiken wie Verkehr und Kommunikation (nur zwei von zahllosen Beispielen); andererseits entstehen aus eben dieser erwünschten Entwicklung entropische Zustände: die Verstopfung der Verkehrsadern moderner Metropolen, die tägliche, kaum kontrollierbare Abhängigkeit des Menschen vom fortgeschrittenen Smartphone, die Transformation von Kommunikation in ein Mittel wirtschaftlicher Manipulation und politischer Propaganda, die Degradierung der Kultur zu einer Kulturindustrie und vieles mehr. Mit anderen Worten: Sowohl die heraufziehende apokalyptische Katastrophe im Bereich der „Schrecken der Natur“ als auch die sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Alltagspraktiken des Spätkapitalismus werden als Folge von etwas verstanden, das scheinbar außerhalb menschlicher Kontrolle liegt, in Wahrheit jedoch das Produkt menschlichen Geistes und Handelns selbst ist.
Ist der Mensch auf seine eigene Vernichtung ausgerichtet, angetrieben von einem universellen Todestrieb – einem allumfassenden Thanatos, der „dort draußen“ existiert und einen teleologischen Zivilisationsprozess antreibt? Einen gewissen filmischen Hinweis auf eine solche mögliche Denkrichtung findet man in 2001: Odyssee im Weltraum in der Figur des schwarzen Monolithen, der bereits in den frühen Stadien des Films erscheint – noch während der Darstellung der Morgenröte der menschlichen Zivilisation –, aber auch später, in fortgeschritteneren Stadien zivilisatorischer Entwicklung und schließlich in der letzten Phase des Films. Kubrick lädt dieses rätselhafte Objekt – das man als göttliches Prinzip, als Symbol der Vernunft in der menschlichen Kultur oder als Metapher menschlichen Genies im Zivilisationsprozess interpretieren kann – mit einer Bedeutung auf, die über die immanenten Ebenen menschlicher Zivilisation hinausweist. Diese Bedeutung markiert die potenzielle Entwicklung des Menschen über seine bisher bekannte Menschlichkeit hinaus – hin zu einer Art Übermensch, einem höheren Menschen, der um seine Menschlichkeit ringt. Es ist kein Zufall, dass das Erscheinen des Monolithen im Film von den Anfangsklängen von Richard Strauss’ Werk Also sprach Zarathustra begleitet wird, welches auf dem berühmten poetisch-philosophischen Werk von Friedrich Nietzsche basiert.
Natürlich gibt es noch eine andere Möglichkeit: die Berufung auf „Gott“ und dessen „verborgene Wege“. Genau genommen sind diese Wege jedoch keineswegs verborgen, sofern man davon ausgeht, dass Gott nichts anderes ist als ein Produkt menschlichen Geistes. Auch die Geschichte der Sintflut ist letztlich eine menschliche Erfindung. Das Problem liegt heute nicht mehr in der Fantasie selbst, sondern in der zunehmend verfeinerten Fähigkeit, sie Wirklichkeit werden zu lassen. Bereits heute sterben jährlich weltweit Millionen Menschen an Unterernährung und Hunger – in einer Epoche, in der es objektiv keinerlei Rechtfertigung mehr dafür gäbe, dass auch nur ein einziger Mensch an Nahrungsmangel stirbt. Dennoch setzt „Gott“ sein zerstörerisches Werk fort, und seine Wege gelten weiterhin als unergründlich. Der letzte Mensch, der auf einem Hügel sitzt und das Schauspiel einer Menschheit betrachtet, die sich selbst vernichtet hat – nuklear, ökologisch oder auf irgendeine andere Weise –, wird sich, ehe auch er seinen letzten Atemzug tut, fragen: „Worum ging es bei all dem eigentlich?“ Und er wird sich an die Sintflut erinnern müssen. Oder an den Monolithen aus Stanley Kubricks Film.
Kubrick selbst schlägt uns jedoch eine andere „Lösung“ des Problems vor: Nach der odysseehaften Reise „jenseits des Unendlichen“, hin zu einer Existenzform, in der der Protagonist seinen eigenen Tod erlebt, ohne tatsächlich zu sterben – hin zu einem Ende, das kein Ende ist –, präsentiert Kubrick dem Zuschauer in einer Art Bewegung ewiger Wiederkehr die Gestalt eines Fötus, der aus dem Weltraum (oder aus dem Mutterleib) auf die Erde blickt: jenen Ort, an dem die Odyssee im Weltraum ihren Anfang nahm und ihre Voraussetzungen erhielt – wiederum und ein letztes Mal begleitet von den Klängen aus Also sprach Zarathustra. Das Paradigma bleibt trotz der posthumanistischen Andeutungen des Films letztlich humanistisch – insbesondere durch die Auseinandersetzung mit dem komplexen Verhältnis zwischen Mensch und Maschine und dem Konflikt, der sich zwischen beiden entfaltet. Selbst im entscheidenden Augenblick, in dem die Maschine im Begriff scheint, den Menschen zu besiegen, bleibt der Mensch Herr der Maschine.
Dennoch ist es kein Zufall, daß Kubrick die Maschine im Film auf humanistische Weise vermenschlicht. Kann man sich dem Gefühl einer verborgenen Identifikation mit der Maschine wirklich entziehen, wenn man ihrem herzzerreißenden Sterben und ihren Bitten um Mitgefühl lauscht? Jenseits des dramatischen Effekts, den Kubrick hier erzielt, sollte man die Ironie erkennen, die seiner filmischen Legitimation dieser Symbiose zwischen Menschlichem und Nicht-Menschlichem zugrunde liegt. Denn diese Symbiose existiert längst im Inneren menschlicher Existenz selbst. Unsere Abhängigkeit von Maschinen ist schon lange keine Frage psychologischer Fehlentwicklung mehr, sondern ein vollständig integriertes Strukturmuster unseres Lebens geworden. Wer kennt nicht das Gefühl der Leere und Frustration, das uns überkommt, wenn „der Computer abgestürzt ist“, plötzlich „kein Internet“ verfügbar ist, das Auto aus unerklärlichen Gründen stehen bleibt, die Klimaanlage versagt oder der Stromausfall einfach nicht enden will?
Das Erschütternde an Kubricks Film ist daher nicht die symbiotische Beziehung zwischen Mensch und Maschine – diese ist längst zu unserer „zweiten Natur“ geronnen –, sondern die Tatsache, dass die Maschine diese Beziehung bewusst verletzt, dass sie den Menschen verrät. Der Mensch, der blind auf die Maschine vertraut und überzeugt ist, eine fehlerfreie Technologie geschaffen zu haben, sieht sich erschüttert mit etwas konfrontiert, das eigentlich unmöglich erscheinen müsste: der Auflehnung der Maschine gegen ihn. Doch wenn die Maschine nichts anderes ist als ein Produkt seines Geistes und seiner Hände, wenn er selbst ihr Schöpfer und Hervorbringer ist, dann richtet sich sein Erschrecken letztlich nicht gegen den Verrat der Maschine, sondern gegen seinen eigenen Verrat an sich selbst. Diese Einsicht wird umso verblüffender und schwerer zu akzeptieren, wenn man bedenkt, dass der Film keine explizit religiöse Position einnimmt (vorausgesetzt, der Monolith symbolisiert tatsächlich keine Form von Göttlichkeit), sondern die Odyssee vielmehr in einem gottlosen Universum verortet.
In einer solchen Welt, in der alles historisch, gesellschaftlich und kulturell Geschehende in der Verantwortung des Menschen selbst liegt, liegt auch das Verhältnis zwischen Mensch und Technologie – als Produkt menschlichen Handelns – ausschließlich in menschlicher Verantwortung. Die Maschine mag bestimmte Fehlentwicklungen oder gefährliche Tendenzen in sich tragen, doch sowohl ihre Verwirklichung als auch die Hingabe an ihre Effekte liegen im Bereich menschlicher Kontrolle. Die Reaktion auf die Feststellung, wir seien zu sehr dem Fernsehen verfallen – nämlich der Hinweis, dass man schließlich nur einen Knopf oder eine Fernbedienung drücken müsse, um das Fernsehen zu beenden –, macht das Dilemma deutlich: Solange der Mensch die Kontrolle besitzt, kann er den Knopf drücken und den Moment der Versuchung beenden. Ebenso möglich ist jedoch, dass der Mensch die Kontrolle verliert und die Sucht ihre Wirkung entfaltet. Doch selbst dann würde man sagen: Der Kontrollverlust ist letztlich die Entscheidung des Menschen selbst – und liegt daher in seiner Verantwortung.
Das Problem besteht allerdings darin, dass auf der Ebene der Zivilisation die Dinge nicht wie vor Gericht funktionieren, auch nicht wie in einer moralischen Debatte. „Die vollends aufgeklärte Erde strahlt im Zeichen triumphalen Unheils“, schreiben Horkheimer und Adorno. Aus ihrem Diktum ergibt sich, dass gerade das, was Zivilisation ursprünglich war – die notwendige Schöpfung des Menschen, der die Schrecken der Natur durch deren Beherrschung zu überwinden sucht –, zugleich den Untergang der Aufklärung als Paradigma der Zivilisation in sich trägt, und zwar durch ihre eigenen inneren Mechanismen. Nicht äußere, anti-aufklärerische Kräfte führen zur Niederlage der Aufklärung, sondern die strukturelle Logik ihrer eigenen zivilisatorischen Geschichte.
Hätte es auch anders kommen können? Das kann man nicht wissen. Es ergibt auch wenig Sinn, diese Frage zu stellen. Es wird jene geben, die in dem, was sich herausgebildet hat, die „Natur des Menschen“ erkennen wollen. Andere werden behaupten, „irgendetwas sei unterwegs schiefgelaufen“. Wieder andere werden sagen, man dürfe den Verlauf der Zivilisation noch nicht abschließend beurteilen – selbst angesichts der „triumphalen Katastrophe“ in Gestalt einer sich anbahnenden ökologischen Apokalypse. Kubricks Film 2001: Odyssee im Weltraum nimmt – trotz seiner gegen Ende etwas rätselhaften Struktur –eine ambivalente Haltung ein: Er erkennt die Gefahren einer fortgeschrittenen Zivilisation, die sich auf technologischen Perfektionismus stützt und auf ihn blindlings vertraut – einen Perfektionismus, der sich als unvollkommen erweist (und vielleicht niemals vollkommen sein konnte), einen Perfektionismus, der durch die „verräterische“ Maschine erschüttert wird und dadurch einen Kampf auf Leben und Tod zwischen Mensch und Maschine notwendig macht.
Der Schachspieler Garry Kasparov konnte den Computer in ihrem zweiten Wettkampf nicht besiegen. Doch man darf nicht vergessen, daß es Menschen waren, die die Maschine zum Sieger gemacht haben. Und tatsächlich spricht Kubrick dem Menschen den Sieg im Kampf zwischen dem technologischen Golem und seinem Schöpfer zu. Der Fötus am Ende des Films symbolisiert – so darf man annehmen – eine Art fundamentalen Glauben an den Menschen, einen unzerstörbaren Glauben an seine ewige Rückkehr zu seiner Menschlichkeit. Andererseits stellt sich die Frage: Was ist eigentlich jene Menschlichkeit, deren „Rückkehr“ und „Sieg“ erhofft werden? War es nicht gerade diese Menschlichkeit selbst, die hervorgebracht hat, was wir auf fetischistische Weise der „Maschine“ zuschreiben – den Entwicklungen der Technologie?
Man muss es klar und unmißverständlich sagen: Technologie ist „agnostisch“, sie ist ihrem Wesen nach neutral. Alles, was sie hervorbringt, ist letztlich das Werk des Menschen, das Ergebnis der Art und Weise, wie Menschen Technologie einsetzen. Zum Guten wie zum Schlechten – der Mensch, sowohl als Individuum wie auch als Kollektiv, bleibt das Subjekt der Zivilisation. Noch immer liegt es in seinen Händen, die Geschichte jener erschreckenden Erkenntnis zu verändern, dass „die vollends aufgeklärte Erde im Zeichen triumphalen Unheils strahlt“. Stanley Kubricks geniales Werk zeigt uns diese Möglichkeit – zumindest in der verborgenen Botschaft seiner Bilderwelt und seiner filmischen Aussagen. Dabei ist Kubrick in dieser Frage nicht allzu entschieden. Gerade darin liegt seine Größe.



HAL, aufmachen! Eine sehr eindrückliche Szene, überhaupt ist der Schauspieler (Keir Dullea)/Charakter des besagten Astronauten gut angelegt zwischen technisch-pragmatischer Nüchternheit und aber auch einem gewissen „Feuer“ bzw. emotionalen Nachdruck…
Film und Autor ignorieren dabei die sozialen Verhältnisse, in denen technische Entwicklung stattfindet. So spricht dann Zarathustra idealistischen Unfug.
Nehmen wir den Eingangssatz der „Dialektik“. Eigentlich hat die Aufklärung ihren Dienst getan. Sie hat den Menschen die Furcht genommen, welche genutzt wurde, um die Leute im Sinne der Kirche einzuspannen. Welche den Menschen damit einen Daseinszweck verpasste. Das ist nun beendet worden. Ich habe einen pursuit of happyness und darf mich frei entfalten.
Okay, es ist ärgerlich, wenn der PC abstürzt. Aber es sei doch daran erinnert, dass der Vorfahr mit Hungersnöten zu kämpfen hatte. Ich weiß schon, dass ich es da besser habe. Der Supermarkt war stets gut gefüllt und ich konnte mir das leisten. Auch beruhend auf moderner Technik, die eben überwiegend doch in wünschenswerter Weise eingesetzt wurde. Mit dem Unheil ist natürlich dire Atombombe gemeint. Aber auch hier haben wir es 80 Jshre lang geschafft, sie nicht einzusetzen. Entgegen der Erwartung.
Die Aufklärung war ein Segen für die Menschheit. Dass an dieser Stelle das Klagen dominiert, ist durch nichts gerechtfertigt. Wir sollten alles tun, um diesen Fortschritt zu bewahren.
Und auszubauen.
Beherrschte der Mensch seine innere Natur, besonders die eher zerstörerischen und selbstzerstörerischen Elemente der Triebhaftigkeit, wäre das Element der Herrschaft von Menschen über Menschen vor seiner Auflösung.
Bedauerlich daß sich ausgerechnet eine „Ordnung“ durchsetzte, die auf den negativsten menschlichen Eigenschaften aufbaut und diese fördert.
Technologischer Fortschritt und Zivilisation sind also nicht ein Problem an sich, sondern die Handhabe. Technologischer Fortschritt der ohnehin nur solche Technologien berücksichtigt, die den maßgeblichsten unter den Herren unter verschiednen Gesichtspunkten profitabel erscheint. Dazu eine bereits frühkindliche Unterdrückung und Pervertierung der enormen Entwicklungspotentiale von Menschen an sich. Und dazu ein Hauen und Stechen.
Soziologisch sowie technologisch wirkt es wie eine Massenneurose.
Führt zur genannten Maschine. Die sog. KI Hal aus Kubricks Film sucht keine Herrschaft, sondern absolviert ihr Programm. Die Tötung der Besatzung resultiert aus widersprüchlichen, auch vor der Besatzung geheim zu haltenden, Anweisungen, die es zu befolgen hat. Wirkt schizophren, ist aber ein Programmfehler.
“ Die sog. KI Hal aus Kubricks Film sucht keine Herrschaft, sondern absolviert ihr Programm. Die Tötung der Besatzung resultiert aus widersprüchlichen, auch vor der Besatzung geheim zu haltenden, Anweisungen, die es zu befolgen hat. Wirkt schizophren, ist aber ein Programmfehler.“
Nee. Nix mit widersprüchlichen Anweisungen.
Die Mission hat einen offiziellen Auftrag, dem auch die Besatzung folgt. Es gibt aber zusätzlich einen weitergehenden wichtigeren Auftrag, den nur HAL kennt. Während des Fluges erkennt HAL, dass die menschliche Besatzung diesen weitergehenden Auftrag ernsthaft gefährden würde. Da der Auftrag wichtiger ist, beginnt er, die Besatzung auszuschalten.
Es ist kein Programmfehler, HAL handelt auch nicht eigenmächtig, sondern eliminiert Störgrößen. Das liegt komplett in der Logik des Auftrags.
Das ist ein Logikfehler. Der Zusatzauftrag ist die Geheimhaltung, auch vor der Besatzung. Ja, er beseitigt (auf recht groteske Weise) die Störgröße um seinen Zusatzauftrag zu erfüllen und gefährdet damit den (auch seinen) eigentlichen Auftrag der Mission.
Und noch ein Logikfehler, wenn es angeblich vorgesehen gewesen wäre die Besatzung zu beseitigen. Wozu sind die Schlafenden an Bord, die überhaupt erst bei Ankunft benötigt werden?
Wirkt schon sehr schizophren ist aber trotzdem ein Programmfehler.
Die Rede Adornos/Horkheimers von der Dialektik der Aufklärung, der instrumentellen Vernunft, der Verdinglichung, vom Nicht-Identischen, ist ihr Weg, sich von der marxistischen Gesellschaftsanalyse, die immer von einer Klassengesellschaft ausgeht, abzuwenden.
Statt von Klassen, sprechen sie von Zivilisation, statt von Kapitalismus von einer Herrschaftslogik, die deshalb schlecht sei, weil sie den Menschen „verdinglicht“. Moral ersetzt die Kritik an der kapitalistischen Gesellschaft, die so funktioniert, dass sie das Leben aller zu einem Anhängsel ihrer jeweiligen Funktion degradiert. Sie machen daraus eine moralische Frage, wo es ganz allein um Macht geht.
Der Philosoph de la Mettrie schrieb ein Buch: „Der Mensch als Maschine“, in dem er den Körper als naturgesetzlich funktionierenden Mechanismus betrachtet. Das machte die Kirche fuchsteufelswild: Wo ist denn da die Seele? Wo ist Gott?
Hätte ihn nicht Friedrich II nach Potsdam geholt, wäre dieses Buch niemals an die Öffentlichkeit gelangt.
Auch ein französischer Intellektueller unserer Zeit , E.Todd, scheint ins gleiche Horn zu stoßen: Die Religion ist futsch, niemand geht mehr in die Kirche, der Untergang naht. Wenn die herrschende Ideologie zerbricht, kann scheinbar nur etwas ganz Schlimmes , Schreckliches folgen.
Schon bei E.T.A: Hoffmann (Der Sandmann) gibt es einen weiblichen Roboter, in die sich Nathanel verliebt. Später stellt sich heraus, dass „sie“ eine Maschine ist. Nathanael bricht zusammen und stirbt. Wer einem Mythos hinterherläuft, die Maschine verklärt, verliert die Realität aus den Augen – und die Aufklärung gleich mit.
Sagenhaft wie man einen so langen Artikel über 2001 und Horkheimer Adorno Aufklärung etc. schreiben kann, aber mit keinem Wort erwähnt, dass das ein reiner Dopefilm war. Der ganze unendlich lange Text geht vollkommen an meiner eigenen Kiffererfahrung mit diesem Film vorbei. Langweilig.
Übrigens: angeblich soll HAL ja keine Anspielung aus IBM minus 1 Buchstabe sein. Glaub ich aber nicht.
@ Hontoni 14 Uhr 49 eine sehr interessante Erklärung wieso HAL so heißt, gibt es von Wolf-Dieter Storl in seinem Buch über Ethno Medizin.
Was schreibt er denn da? Kann man das irgendwie overtongerecht zusammenfassen?
Ich denke schon, daß es eine Anspielung auf IBM war, der Arthur C. war ja ein Hardcore Hardwarefreak, dem Technik sehr am Herzen lag.
HAL steht für IBM. Das stand sogar in einem Handbuch von IBM. Aber was bedeutet 9000 ? Dazu fällt mir gar nichts ein.
Ist es nicht die KI, die an diesen Film erinnert ? Ich finde, der Titel zeigt auch, wie sehr wir im Rückstand sind. Auf die Einstellung der Mondlandungen war in der Weltraumbranche nicht mehr viel los. Erst Musks Firma brachte mit den rückwärts einparkenden Raketen wieder einen sichtbaren Fortschritt, der wieder etwas Zukunft offenbarte. Vergleicht man die 50 Jahre vor 1970 mit denen nach 1970, dann scheint es einen wissenschaftlichen Stillstand gegeben zu haben, und die zugehörige Verschwörungstheorie lautet, dass es die Mondlandungen nie gegeben habe. Vielleicht ist der Schwarze Monolith bei Musk aufgetaucht und gibt ihm einige Geheimnisse preis.
Enttäuschender Text. Kubrick, den ich als Regisseur, nicht als Philosoph, hoch schätze, hatte auch hier eine literarische Vorlage, an die er sich recht eng hält. Dies zu unterschlagen, verunmöglicht eine realistische Auseinandersetzung mit seinem Werk. ‚2001‘ mit der ‚Dialektik der Aufklärung‘ kurzzuschliessen wird keinem der beiden Werke gerecht. Das mehrfach zitierte Diktum hätte man sich, als Philosoph, näher anschauen sollen. Von einer ‚vollends aufgeklärten Erde‘ kann nicht ernsthaft die Rede, erst recht zur Entehungszeit des Werkes. Das ‚triumphale Unheil‘ ist politisch gemeint, die beiden Verfasser stehen unter dem Eindruck des Faschismus, zu dessen Voraussetzungen Industrialisierung und Mediatisierung gehören. Heute denkt man unwillkürlich, wie auch Zuckermann, an die sich im Gang befindliche ökologische Katastrophe. Da stünde einem Philosophen viel Präzisierungsarbeit an. Die in Zuckermanns Text wiederkehrende Behauptung, menschlicher Überlegenheit über seine technischen Produkte, ja, zumindest virtuelle Neutralität aller Technik, bleibt genau das, eine Behauptung, kann sich jedenfalls nicht auf Adorno / Horkheimer stützen, die das an keiner Stelle nahelegen. Bei Arthur C. Clarke, dem Autor der literarischen Vorlage von Kubricks Film, geht es darum nicht, vielmehr treibt ihn eine theologische Sehnsucht um, eine vage Vorstellung von Kreisläufigkeit des Lebens, die sich gegen Ende in einem von Kubrick psychedelischen eingebetteten Baby manifestiert.
Wenn ich an den schwarzen Monolithen denk muss ich an Smartphones Flachbildschirme und Kinoleinwände denken.
Ob dies Kubrick auch so ging ?
und/oder Arthur C. Clarke ?
„Gestern standen wir am Abgrund, heute sind wir (offensichtlich) einen Schritt weiter!“ Kein dummer Spruch wie dieser, der nicht auf die ‚aktuelle Lage‘ – bei Krieg statt.Frieden, bei Niedertracht statt Moral, bei Propaganda statt Meinungsfreiheit – passen würde wie ‚A**** auf Eimer‘!° Jetzt also auch Moshe Zuckermann, der sich auf vermeintlich sicheres Gelände glaubt, sich verabschieden zu müssen. Dabei hätte er doch reichlich Veranlassung zumindest Gelegenheit, sich über allerlei Unappetitliches auszulassen. Da will ich ihm wenigstens noch mal zu Hilfe kommen. Ein Artikel von heute:
Counterpunch JUNE 1, 2026
ROBIN ANDERSEN
Balancing Act at the NYT: Nicholas Kristof’s Wrote About Israel’s Sexual Torture of Prisoners, the Next Day Isabel Kershner Penned More Unverified Rape Allegations Against Hamas
(Balanceakt bei der NYT: Nicholas Kristof schrieb über Israels sexuelle Folter von Gefangenen, am nächsten Tag verfasste Isabel Kershner weitere unbestätigte Vergewaltigungsvorwürfe gegen die Hamas)
„Eine ausgewogene Berichterstattung, die sich auf zuverlässige Zeugenaussagen stützt, die durch jahrelange Menschenrechtsuntersuchungen bestätigt wurden, lässt sich nicht durch die Veröffentlichung unbestätigter Vorwürfe aus diskreditierten Quellen erreichen. Alan MacLeod wies hier auf ein wiederkehrendes Muster in den Medien hin, das für die Berichterstattung der New York Times über Israel gilt: „Immer wenn die Kritik an israelischen Übergriffen gegen Palästinenser zunimmt, lenken große westliche Medien die Aufmerksamkeit auf unbestätigte Vorwürfe gegen die Hamas, um Israels Völkermord in Gaza zu rechtfertigen.“
Was sich an diesem Elaborat besonders lobenswert ausnimmt- mehr will ich gar nicht dazu sagen – ist, dass gefühlt erstmalig ein den IDF-Helden wie auch generell den sich doch selbstverteidigernden Zionisten zuhilfe Eilenden nicht nur namentlich erwähnt werden sondern auch ihre ‚connections‘ zu üblichen Verdächtigen ‚offenbaren‘.
Ein letztes Zitat der Autorin Anderson, Robin – Professor Emerita of Communication and Media Studies – sei dann doch erlaubt?
„Kristofs seltenes Eingeständnis israelischer Kriegsverbrechen mit der Berichterstattung eines pro-israelischen, voreingenommenen Journalisten zu kontrastieren, der diskreditierte Quellen zitiert und nicht überprüfbare Anschuldigungen wiederholt, war ein beschämender und gescheiterter Versuch, den Staat Israel zu beschwichtigen, während dieser seine Kriegs- und Besatzungsverbrechen im Libanon im Namen eines „Großisraels“ ausweitet. Die Times täte besser daran, einfach die Wahrheit zu berichten und aufzuhören, der Hasbara und den falschen Narrativen nachzugeben, die Israels anhaltende genozidale Gewalt begünstigen.“pa
Ein paar letzte Worte aus ihrem Autorenprofil, so falsch auch wieder nicht hier … „…writes regularly for Fairness and Accuracy in Reporting (FAIR) and Al Jazeera Arabic, and serves as a Project Censored judge. Her latest books include Censorship, Digital Media, and the Global Crackdown on Freedom of Expression .,.,.“
Jetzt also auch Moshe Zuckermann, der auf vermeintlich sicheres Gelände glaubt fliehen
bzw. sich verabschieden zu müssen. Dabei hätte er doch reichlich Veranlassung zumindest Gelegenheit, sich über allerlei Unappetitliches auszulassen. Da will ich ihm wenigstens noch mal zu Hilfe kommen. Ein Artikel von heute: Counterpunch JUNE 1, 2026 ROBIN ANDERSEN Balancing Act at the NYT: Nicholas Kristof’s Wrote About Israel’s Sexual Torture of Prisoners, the Next Day Isabel Kershner Penned More Unverified Rape Allegations Against Hamas (Balanceakt bei der NYT: Nicholas Kristof schrieb über Israels sexuelle Folter von Gefangenen, am nächsten Tag verfasste Isabel Kershner weitere unbestätigte Vergewaltigungsvorwürfe gegen die Hamas)
„Eine ausgewogene Berichterstattung, die sich auf zuverlässige Zeugenaussagen stützt, die durch jahrelange Menschenrechtsuntersuchungen bestätigt wurden, lässt sich nicht durch die Veröffentlichung unbestätigter Vorwürfe aus diskreditierten Quellen erreichen. Alan MacLeod wies hier auf ein wiederkehrendes Muster in den Medien hin, das für die Berichterstattung der New York Times über Israel gilt: „Immer wenn die Kritik an israelischen Übergriffen gegen Palästinenser zunimmt, lenken große westliche Medien die Aufmerksamkeit auf unbestätigte Vorwürfe gegen die Hamas, um Israels Völkermord in Gaza zu rechtfertigen.“ Was sich an diesem Elaborat
besonders lobenswert ausnimmt – mehr will ich gar nicht dazu sagen – ist, dass gefühlt erstmalig ein den IDF-Helden wie auch generell den sich doch selbstverteidigernden Zionisten zuhilfe Eilenden nicht nur namentlich erwähnt werden sondern auch ihre ‚connections‘ zu üblichen Verdächtigen ‚offenbaren‘.
Ein letztes Zitat der Autorin Anderson, Robin – Professor Emerita of Communication and Media Studies – sei dann doch erlaubt? „Kristofs seltenes Eingeständnis israelischer Kriegsverbrechen mit der Berichterstattung eines pro-israelischen, voreingenommenen Journalisten zukontrastieren, der diskreditierte Quellen zitiert und nicht überprüfbare Anschuldigungen wiederholt, war ein beschämender und gescheiterter Versuch, den Staat Israel zu beschwichtigen, während dieser seine Kriegs- und Besatzungsverbrechen im Libanon im Namen eines „Großisraels“ ausweitet. Die Times täte besser daran, einfach die Wahrheit zu berichten und aufzuhören, der Hasbara
und den falschen Narrativen nachzugeben, die Israels anhaltende genozidale Gewalt begünstigen.“
Ein paar letzte Worte aus ihrem Autorenprofil, so falsch auch wieder nicht sie hier anzubringen… „…writes regularly for Fairness and Accuracy in Reporting …, and serves as a Project Censored judge. Her latest books include Censorship, Digital Media, and the Global Crackdown on Freedom of Expression .,.,.“
Jetzt also auch Moshe Zuckermann, der auf vermeintlich sicheres Gelände glaubt fliehen
bzw. sich verabschieden zu müssen. Dabei hätte er doch reichlich Veranlassung zumindest Gelegenheit, sich über allerlei Unappetitliches auszulassen. Da will ich ihm wenigstens noch mal zu Hilfe kommen. Ein Artikel von heute: Counterpunch JUNE 1, 2026 ROBIN ANDERSEN Balancing Act at the NYT: Nicholas Kristof’s Wrote About Israel’s Sexual Torture of Prisoners, the Next Day Isabel Kershner Penned More Unverified Rape Allegations Against Hamas (Balanceakt bei der NYT: Nicholas Kristof schrieb über Israels sexuelle Folter von Gefangenen, am nächsten Tag verfasste Isabel Kershner weitere unbestätigte Vergewaltigungsvorwürfe gegen die Hamas)
„Eine ausgewogene Berichterstattung, die sich auf zuverlässige Zeugenaussagen stützt, die durch jahrelange Menschenrechtsuntersuchungen bestätigt wurden, lässt sich nicht durch die Veröffentlichung unbestätigter Vorwürfe aus diskreditierten Quellen erreichen. Alan MacLeod wies hier auf ein wiederkehrendes Muster in den Medien hin, das für die Berichterstattung der New York Times über Israel gilt: „Immer wenn die Kritik an israelischen Übergriffen gegen Palästinenser zunimmt, lenken große westliche Medien die Aufmerksamkeit auf unbestätigte Vorwürfe gegen die Hamas, um Israels Völkermord in Gaza zu rechtfertigen.“ Was sich an diesem Elaborat
besonders lobenswert ausnimmt – mehr will ich gar nicht dazu sagen – ist, dass gefühlt erstmalig ein den IDF-Helden wie auch generell den sich doch selbstverteidigernden Zionisten zuhilfe Eilenden nicht nur namentlich erwähnt werden sondern auch ihre ‚connections‘ zu üblichen Verdächtigen ‚offenbaren‘.
Ein letztes Zitat der Autorin Anderson, Robin – Professor Emerita of Communication and Media Studies – sei dann doch erlaubt? „Kristofs seltenes Eingeständnis israelischer Kriegsverbrechen mit der Berichterstattung eines pro-israelischen, voreingenommenen Journalisten zukontrastieren, der diskreditierte Quellen zitiert und nicht überprüfbare Anschuldigungen wiederholt, war ein beschämender und gescheiterter Versuch, den Staat Israel zu beschwichtigen, während dieser seine Kriegs- und Besatzungsverbrechen im Libanon im Namen eines „Großisraels“ ausweitet. Die Times täte besser daran, einfach die Wahrheit zu berichten und aufzuhören, der Hasbara
und den falschen Narrativen nachzugeben, die Israels anhaltende genozidale Gewalt begünstigen.“
Ein paar letzte Worte aus ihrem Autorenprofil, so falsch auch wieder nicht sie hier anzubringen… „…writes regularly for Fairness and Accuracy in Reporting …, and serves as a Project Censored judge. Her latest books include Censorship, Digital Media, and the Global Crackdown on Freedom of Expression .,.,.“
Oder darf man heuer nicht einmal mehr das WPM – das World-Premiums-Medium – NYT zitieren? Einen Nicholas Kristof zumal? Auch die Autorin – ihreszeichens wohl eine Frau, wie sie behauptet – und belehrt wie belesen, sogar des book-writings mächtig – aber anscheinend keinesfalls so ertüchtigt wie unser Hasbarista? Man lernt eben immer dazu!