Medwedew: „Wir haben, nachdem wir uns gegen sie erhoben haben, heilige Macht erlangt“

Dmitry Medwedew. Bild: Twitter-Account von Medwedew

Der ehemalige russische Präsident und Ministerpräsident gibt sich als drohenden und beleidigenden Rüpel, der Russland im Kampf gegen „die sterbende Welt“ sieht.

 

Der ehemalige russische Interims-Präsident Dmitry Medwedew, jetzt Vorsitzender der Partei Einiges Russland sowie stellvertretender Leiter des Sicherheitsrates Russlands, scheint seine Aufgabe darin gefunden zu haben, sich irgendwie originell zu positionieren. Manche meinen, dass er (wieder einmal) möglicherweise die Nachfolge von Putin antreten könnte, weswegen er mittlerweile den starken Mann oder auch den Rüpel markieren will, vielleicht will er damit Putin beim Good-Cop/Bad-Cop-Spiel sekundieren, was aus westlicher Sicht bedeutet, noch böser als Putin aufzutreten.

Kürzlich hat er eine Vorhersage für 2023 mit meist abwegigen Thesen gemacht. Befürworter meinten, er habe damit die Vorhersagen westlicher Experten über Russland karikieren wollen. Anfang November reagierte er auf das westliche Mantra, dass Russland nicht gewinnen dürfe, mit der Anspielung, dass dann Russland Atomwaffen einsetzen müsste und kam zur Behauptung: „Westliche Länder treiben die Welt in einen globalen Krieg. Und nur der vollständige und endgültige Sieg Russlands ist eine Garantie gegen den weltweiten Konflikt.“

Dann meinte er, dass es in Russland nur ein Moratorium der Todesstrafe gebe. Das sagte er im Hinblick auf „bestimmte ausländische und ‚unsere‘ Drecksäcke“, gemeint sind Saboteure. Denen drohte er mit Verweis auf den Zweiten Weltkrieg: „Sie müssen sich nur daran erinnern, dass sich während des Großen Vaterländischen Krieges niemand mit den Saboteuren beschäftigt hat, die auf Befehl der Nazi-Attentäter im Hintergrund subversive Arbeiten verrichteten. Für solche Schurken gab es nur ein Urteil – Hinrichtung ohne Gerichtsverfahren oder Ermittlungen. Direkt am Tatort.“

Oder er schildert populistisch die Feinde Russlands: „Wir kämpfen gegen diejenigen, die uns hassen, die unsere Sprache, unsere Werte und sogar unseren Glauben verbieten, die Hass auf die Geschichte unseres Vaterlandes verbreiten.“ Hier könnte man freilich sagen, dass im Westen das Bild von den Russen fast ein Spiegelbild ist.

In Medwedews Sicht wird der Konflikten Russland/Westen aber noch weiter ausgebaut, man fragt sich, ob man es ernst nehmen soll, wenn das ein ehemaliger Präsident und Ministerpräsident schreibt, der immer noch eine wichtige Rolle in der russischen Politik zu spielen scheint, wobei nicht so klar ist, welche das genauer sein könnte:

„Gegen uns ist heute der Teil einer sterbenden Welt. Das ist ein Haufen verrückter Nazi-Drogenabhängiger, von ihnen unter Drogen gesetzte und eingeschüchterte Menschen und ein großes Rudel bellender Hunde aus dem Western-Zwinger. Mit ihnen ein kunterbuntes Rudel grunzender Jungsauen und engstirniger Einwohner aus dem zusammengebrochenen Westreich, denen vor Degeneration Speichel übers Kinn rinnt. Sie haben keinen Glauben und keine Ideale, abgesehen von obszönen Gewohnheiten, die von ihnen erfunden wurden, und von ihnen eingepflanzten Maßstäben des Doppeldenkens, die die Moral leugnen, die normalen Menschen zu eigen haben. Deshalb haben wir, nachdem wir uns gegen sie erhoben haben, heilige Macht erlangt.“

Der Sermon gipfelt dann auch noch in der religiösen oder eschatologischen Dimension, dass Russland sich nun erhoben habe, um „den höchsten Herrscher der Hölle aufzuhalten, egal welchen Namen er verwendet – Satan, Luzifer oder Iblis. Denn sein Ziel ist der Tod. Unser Ziel ist das Leben.“ Und natürlich beruht die Herrschaft des Bösen auf der Lüge, ist seine Waffe die Lüge, während Russlands Waffe die Wahrheit ist. Vielleicht weniger dämlich zum Ausdruck gebracht, ist das der Tenor auch im Westen, wo man in der Ukraine die Ukrainer angeblich für Demokratie und Freiheit kämpfen lässt und auch gegen die russische Desinformation, während man selbst im Besitz der Wahrheit ist. „Wahrheit“, so das US-Außenministerium, „entwaffnet die russischen Desinformationswaffen.“ Zitiert wird Präsident Biden, der sagte, es sei die Aufgabe „von allen von uns … die Wahrheit zu verteidigen und die Lügen zu bekämpfen“.

Schließlich sprach er am 6. Januar von einer Botschaft des US-Außenministeriums an das russische Volk, in der es angeblich heißt: „Wir lieben euch alle“ und die endet: „Wir sind solidarisch mit jedem von Ihnen, der sich für eine friedlichere Zukunft einsetzt.“ (Finden konnte ich diese Botschaft nicht, was aber nichts heißt.) Medwedew gibt sich erzürnt, schmeißt Beleidigungen um sich und kommt mit der Nazi-Keule:

„Selbst für diese erstklassigen Freaks ist dies der Gipfel des Zynismus und die Grenze der moralischen Degradierung. Die Vereinigten Staaten geben Dutzende von Milliarden für den Krieg in der Ukraine aus, liefern ihre Waffen in gigantischem Ausmaß und vernichten Tausende von Menschen mit den Händen anderer Menschen. Das ist ein unverschämter Zynismus in bester Tradition der Nazis. Ja, in der Tat sind die Hurensöhne, die so einen Unsinn von sich geben, die wahren Erben von Reichspropagandaminister Josef Goebbels.“

Die Beschimpfung ist aber nur das Vorspiel einer Drohung an die USA mit den neuen Hyperschall-Zirkon-Raketen auf der Fregatte Admiral Gorshkov, die am 4. Januar in See gestochen ist und über den Atlantik und den Indischen Ozean auch in das Mittelmeer fahren soll. Die Warnung an die USA von Medvedev wurde etwa auch vom staatlichen Nachrichtenmedium Tass verbreitet.

„Das Hauptgeschenk für das neue Jahr, eine Reihe von Zirkon-Raketen, ging gestern an die Küsten der NATO-Länder. Mit einer Reichweite von 1000 km, einer Hyperschallgeschwindigkeit von Mach 9 und der Fähigkeit, jede beliebige Ladung zu verwenden, können sie garantiert jede Raketenabwehr überwinden. Lassen Sie sie etwa 100 Meilen vor der Küste stehen, in der Nähe des Potomac River. Freuen Sie sich also! Sie werden jeden, der eine direkte Bedrohung für Russland und unsere Verbündeten darstellt, zur Vernunft bringen.“

Er droht oder provoziert weiter, dass man zu den Amerikanern nur in der Sprache der Gewalt sprechen könne. Dazu werde man immer modernere Waffen produzieren und Rache üben. Irgendwie muss Medwedew aber noch weiter provozieren. Nachdem die „ukrainischen Clowns“ den angebotenen Waffenstillstand zum orthodoxen Weihnachtstag ausgeschlagen haben, sagte er, die russischen Soldaten würden erleichtert ausatmen, weil es nun „weniger Ärger und weniger Schlitzohrigkeit“ gebe.

Richtig nachvollziehbar sind die Gedankengänge nicht. Offenbar meint er, dass diejenigen, die den Waffenstillstand ablehnen, nicht in die Kirche gehen können/wollen (wobei viele Ukrainer aus Protest bereits zum christlichen Termin Weihnachten gefeiert hatten), um diese dann als atheistische Schweine und schließlich noch die deutsche Außenminister Baerbock als Nachfolgerin der Nazis zu bezeichnen:

„Schweine hingegen haben keinen Glauben und keinen angeborenen Sinn für Dankbarkeit. Sie verstehen nur rohe Gewalt und fordern schrill von ihren Herren Futter. Dies ist die Grundlage der Ausbildung. Und sie wird von den westlichen Schweinehirten fortgesetzt. Sogar der ungebildete deutsche Babka Baerbock und eine Reihe anderer Wächter des europäischen Schweinestalls haben es geschafft, über die Unannehmbarkeit eines Waffenstillstands zu jammern. Nun, die Nachfolger der Nazis haben weder Menschen noch Tiere verschont. Sie sind daran gewöhnt…“

Auffällig ist, dass Gegner zu Tieren degradiert werden und die angeblichen Bösen weiter als Nazis bezeichnet werden. Das ist eigentlich kriegsübliche Propaganda und wird auch von der Ukraine praktiziert, für die Russen Orks, aber ebenfalls Nazis sind, die alle Sorten der Grausamkeit begehen. Die Heroisierung der eigenen Seite und die Dämonisierung der gegnerischen geht mit deren Degradierung einher, die dann die Massentötung von Menschen ermöglicht – erst recht, wenn es in Russland, in der Ukraine und im Westen um den großen Kampf um die Werte geht. Insofern sind wir im 21. Jahrhundert nicht weiter gekommen – vor oder schon bei Ankunft der Kampfroboter, die auch ohne Degradierung und Dämonisierung den Gegner töten.

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56 Kommentare

  1. Statt der Einlassungen Medwedews scheint mir manches wichtiger:
    Beispielsweise propagiert der CFR (Council on Foreign Relations): „The Case for Taking Crimae“ (foreignaffairs.com).
    Folglich propagieren sein europäischer (ECFR) und sein deutscher Ableger (DGAP) einen „long-war plan“ (!).

    Dazu fasst das Journal des russischen Außenministeriums einen langen Artikel ausgerechnet des britischen Guardians („Are we really prisoners of geography?“) kurz zusammen mit „Geopolitics explain: „Why Things won’t Change““.
    Der Guardian-Artikel ist für uns Deutsche lesenswert.

    Zur ebenfalls medial betriebenen Entwicklung der Ukraine zum blutigen Schlachtfeld des „long-war plans“ ist der Rückgriff eines Historikers: „An Old Chronicle of Current Events“ (eng.globalaffairs.ru) interessant.

    Es sind westliche Medien, die, instrumentalisiert durch transatlantische Interessenverbände, die Politik seit Jahren regelrecht vor sich her treiben zum „long-war plan“ und Zweifler daran medial skrupellos „canceln“.

    Beispiel: Seit Merkel das deutsche Veto gegen Nato-Waffenlieferungen an die Ukraine einlegte, ist sie in führenden deutschen Medien nur noch negativ dargestellt worden, zunächst gern ungünstig fotografiert und in düsterem Grau abgebildet. (Ich bin kein Merkel-Fan, sondern verachte sie für sehr vieles, aber die Ampel ist außenpolitisch schlimmer als Merkels GroKo)

    1. Es wird immer was Wichtigeres geben. Vor allem, wenn Florian Rötzer mit seinen Äußerungen nicht nur sich meint, sondern jeden.
      Ich meine das es zumindest einen Satz zum „wichtigen“ zu sagen ist. Ich meine, es ist ein Einstimmen für die neuen Rekruten und auch der Bevölkerung, weil so wenig bombardiert wird. Nur sehe ich in dem Artikel eine unterschiedliche Betrachtung der Hetzer Russlands und der Ukraine. Zum Glück haben die Russen Atombomben und somit die Arschkarte.
      Es ist leider nur der Westen, der zurückhaltend ist?

    2. Gegen den „long-war plan“ ein Angebot von der russischen Seite: „Kyiv is offered a “Korean version” of stopping hostilities“, also eine demilitarisierte Zone entlang des Dnjepr. Aus Sicht des Chefs des Nationalen Sicherheitsrates der Ukraine, Danilow, völlig inakzeptabel. Schließlich sei die ukrainische Armee gerade dabei, die Befeiung des ganzen Landes in den Grenzen von 1991 zu vollziehen. Deshalb kämen Verhandlungen auch nicht infrage. Er scheint nicht ganz auf der Höhe der Entwicklungen bei Soledar/Artemiwsk zu sein.

      https://aftershock.news/?q=node/1198094

      PS Medwedjew kommt mir seit einigen Monaten vor wie auf Speed. Schließlich ist er „nur“ Stellvertreter von Patruschew (wenn auch Expremier und -präsident), dafür aber ständig mit starken Sprüchen in den Medien. Damals war er ein überzeugter „Liberaler“ und nun kann es ihm gar nicht antiwestlich genug sein.
      Soll das ein Comeback vorbereiten? Kann irgendjemand einschätzen wie das derzeit in Russland wirkt?

      1. Soll das ein Comeback vorbereiten? Kann irgendjemand einschätzen wie das derzeit in Russland wirkt?

        Er hat einen Nerv getroffen und wird bejubelt, mit dieser Rhetorik hat er Viele in Russland überrascht. Selbst seine früheren Kritiker loben ihn jetzt. Seine Beliebtheit schießt in die Stratosphäre. Bei mir gibt es überhaupt keine Zweifel, wenn er so weiter macht ist er der nächste Präsident. Nur Mischustin könnte ihm vielleicht noch als der Gemäßigtere Konkurrenz machen.

  2. Vielleicht ein kleiner Vorgeschmack auf das, was uns nach der vom Westen so herbeigesehnten Abdankung Putins erwartet.
    Im Ernst, ich glaube, dass er tatsächlich den Bad Cop spielt.

    Aber mit der „ungebildeten Baerbock“ hat er recht.

    1. Ja, eindeutig Bad Cop, würde ich sagen. Aber in Russland gibt es wohl auch genug Menschen, die von solch national-pathetischem Dumfug entsprechend aktiviert und angespornt werden können. Das dürfte die zweite Stoßrichtung seiner „Wortbeiträge“ sein. Ist aber fraglich ob man das besonders ernst nehmen muss.

      1. Medvedjev ist von der russischen Bevölkerung nie gemocht, geschweige denn erst genommen worden. Man nennt ihn dort Dimon. Das ist eigentlich ein Kindername seines Vornamens Dmitry, was ob seines Alters sehr herablassend ist.

        Als Präsident verkam er zur Lachnummer, seine momentanen sprachlichen Entgleisungen ernten nur Kopfschütteln.

        Dennoch ist es bezeichnend, daß er geduldet wird und ihm medial viel Aufmerksamkeit geschenkt wird. Wobei ja auch bei uns dasselbe zu beobachten ist: Mediale Aufmerksamkeit bekommen fast ausschlißlich Befürworter von Lieferungen schwerer Waffen, obwohl die Mehrheit der Bevölkerung dagegen ist.

    2. Ich würde mir da keine Illusionen machen. Das ist keine „Good Cop / Bad Cop“ Nummer, denn Medwedews Rhetorik richtet sich nicht nach außen, sondern nach innen an die Bevölkerung Russlands. Und ich kann dir sagen er trifft damit den Nerv der Bevölkerung und wird in Russland großflächig bejubelt. Er ist jetzt schon mindestens so populär wie Putin, wenn nicht noch beliebter. Er nimmt damit den leeren Raum ein, welchen das Ableben von Schirinowsky hinterlassen hat. Mit dem Unterschied, dass Medwedew reale Aussichten hat der nächste Präsident zu werden. In seiner Rhetorik geht Medwedew noch über die Radikalität von Schirinowsky hinaus. Meiner Einschätzung nach, wenn er so weiter macht ist ihm die Unterstützung der Bevölkerung so gut wie sicher und er wird sehr wahrscheinlich bei den nächsten Wahlen im März nächsten Jahres gewählt. Und dann können sich Scholz, Baerbock und Co. aber warm anziehen. Was er sagt, so denken mittlerweile die Meisten in Russland. Die russische Wut richtet sich dabei gar nicht gegen die Ukrainer, oder Europäer oder Amerikaner als solche. Sie richtet sich gegen die amerikanischen und europäischen Eliten und Institutionen. Gegen den westlichen Neokolonialismus und Hegemonismus welche in Russland mit Faschismus gleich gesetzt werden. Den Russen ist wohl bewusst, dass die Bevölkerung Europas und der USA kein Bock auf Stress mit Russland hat, dass das Alles von Eliten und nicht von Unten ausgeht.

      Ich habe davor immer gewarnt. Ich habe immer gesagt, Russlands Geduld ist groß aber nicht grenzenlos und Putin ist noch der geduldigste, gemäßigtste, der liberalste und pro-westlichster von Allen Russen. Ich habe immer gewarnt die Stimmung in Russland kann kippen und es in den Zustand der patriotischen Wut versetzt werden. Dass der russische Bär geweckt werden und sich erheben könnte. Der Bär heißt auf Russisch „Medwed“ übrigens.

      In sofern lagst du mit deinem ersten Gedanken näher an der Wahrheit. Das ist nur ein Vorgeschmack auf das was euch erwartet. Der Westen wollte Russland verändern, nun ist es soweit Russland verändert sich. Dieses Russland hat der Westen sich mit seinem Neokolonialismus selbst gemacht. Wir wollten Freundschaft, wir wollten auf Augenhöhe, wir hatten die Besten Absichten und Illusionen fast über 30 Jahre. Und der Westen wollte Alles beherrschen und mit Russland „aus Position der Stärke“ sprechen. Tja, das hat man nun davon. Russland hat seine Lektion gelernt und spricht jetzt die gleiche, einzige Sprache, welche der Westen versteht. Die westliche Diktatur geht zugrunde und in Russland hat keine Sau noch Interesse an Freundschaften oder Zusammenarbeit mit dem Westen.

      1. Hacker, deine Aussagen hier zu Medwedew stehen ja in ziemlichem Gegensatz zu deinem Vorposter Jens. Da fragt man sich natürlich welche Einschätzung näher an der Wirklichkeit ist.
        Oder ist der Gegensatz gar nicht so groß? Will heißen: War Medwedew früher vielleicht eher unbeliebt, hat aber seit Kriegsbeginn deutlich an Beliebtheit gewonnen?

        1. So ist es. „Dimon“ hat sich seit dem Krieg völlig verändert und hat Viele überrascht. So kannte man ihn gar nicht. Früher war er eher still und galt als nicht besonders entschlossen, gar zu westlich. Aber vielleicht ist es gerade die Enttäuschung über den Westen und die damit verbundene persönliche Kränkung, was ihn so verändert hat.

        2. Wobei noch zu fragen wäre, ob dieser Jens überhaupt Ahnung von der russischen Innenpolitik hat oder von den verlogenen MSM bezieht.

    3. Der neue von den USA und dem Westen gewünschte „Putin“ ist bestimmt kein neuer Jelzin. Diese Annahme wird eine von den vielen falschen der Neocons werden, so ein Ausverkäufen kommt nur alle 1.000 Jahre.

      Da kommt eher so ein Medwedew, der Baerbock auch in Sachen Diplomatie und Zurückhaltung ein Vorbild sein kann. Elefant im Porzellanladen kann auch Medwedew.
      Aber wer will es ihm verübeln, war es doch der Westen, der meinte Russland zum NATO-Beitritt der Ukraine vor die Wahl stellte, dies diplomatisch oder auf dem Schlachtfeld zu machen. Wobei man – laut CIA-Mann George Beebe – auf Russlands Unterwerfung oder den eigenen ukrainischen Sieg setzte. Diesen Sieg gibt es am Ende vielleicht sogar, wenn die NATO richtig mitmacht.

      https://www.youtube.com/watch?v=S7TjRO7sLfY&t=5472s
      ab 5:30 Minute

  3. Ich möchte hier Schweine gegen Medwedews Verleumdungen verteidigen. Schweine sind sehr intelligente und ausser wenn eine Muttersau ihre Ferkel verteidigt auch sehr friedliche Tiere, die sehr gut ohne menschliches Zutun zurechtkommen, wenn die Menschen sie denn liessen. Ich ziehe jedes Schwein den allermeisten Menschen vor.

  4. Richtig nachzuvollziehen sind die Gedanken des Expräsidenten nicht, schreibt der Autor. Diese Gedanken des Autoren teile ich nicht, weil sie falsch sind. Dass er sie nicht nachvollziehen kann, mag so sein, was nicht bedeutet, dass sie es (für andere) nicht sind.
    Nachdem wir , deren Regierungschef die Ermordung von mehr als zehntausend Russen im Donbass lächerlich findet, zugaben, diese permanent betrogen zu haben, nachdem es im Prinzip keine Verleumdung und Beleidigung gibt, die wir nicht in Richtung Russland ausstießen, nachdem wir völkerrechtlich verbindliche Verträge mit ihnen brachen, diese nur zur Täuschung abschlossen, usw., platzt ihnen der Kragen, was der Autor also nicht nachvollziehbar findet. Doch, es ist sehr nachvollziehbar.

    Man kann die Hinweise des Expräsidenten auf die eigene Bewaffnung Drohung nennen, was sie ohne Zweifel sind, sollte sie aber als ernste Warnung begreifen. Wie viele Beispiele vermag der Autor zu nennen, wo es richtig war, russische Politiker nicht ernst zu nehmen?

    Egal, wir sind in Deutschland, und die Krankheit scheint alle im Westen befallen zu haben, nicht lernfähig und es macht den Eindruck, als würde unser fünfter Versuch in 200 Jahren, den russischen Bären zu ficken, wieder nicht gelingen.

    „Das mächtige Karthago führte drei Kriege …..“

    1. Ich teile Ihre Auffassung ausser der Verwendung von „wir“. Ich fühle mich diesem kriegstreiberischen „wir“ nicht zugehörig.

  5. Der Papst soll angeblich vom Thron geholt werden, ein Komplott also. Wenn der Vatikan der Friede auf Erden ist, warum dann solche Aktionen?
    Das Herr Medwedew sich nun so äussert, ja gut, die Messlatte wurde durch den Westen seit Jahren gelegt, jetzt kurz vor dem Ziel wird die Wahrheit verlautbart. Über die Sprache kann man sich echauffieren, aber es wurde seit Jahren von den Medien, Politikern selbst geäussert.
    Das Salzbergwerk wird Schritt für Schritt eingenommen und warum darf Russland nicht ihren Sieg gebürtig feiern?
    Im Grunde ist Russland näher am Frieden, als die Medien es im Westen wahr haben möchten. Jetzt haben die Regierungen ein wenig Zeit, das ihrem Volk als Gewinn zu verkaufen.

    1. Das mit dem Bad-Cop/Good-Cop tritt es schon genauer, Medwedew tritt als Sozius von Putin auf. Er weist unverblümt auf die Lage, die Putin so nicht ansprechen kann. Das als Clownerie zu bewerten, folgt der NATO -PR.
      Entscheidend in seiner Ansage ist der Hinweis auf den Zirkon-Schild und die USA, das signalisiert, bei weiterem Anheizen der Lage in der Ukraine durch Nato-Waffen-Lieferungen, die die rote Linie dann irgendwann überschreiten, sind die USA das 1. Ziel. Dabei geht es nicht nur um den genauen Kreuzer, sondern um ein System verschiedener Waffen an den Küsten der USA.
      Es ist durchaus realistisch anzunehmen, dass die USA eine solch klare Ansprache brauchen, um zumindest im Pentagon die Alarmglocken läuten zu lassen.
      Es gibt wenig Grund, im Gleichschritt mit der NATO -PR Medwedew zu verteufeln.
      Vielleicht ist die Überlegung angebracht, dass Russland auch damit gerade dabei ist, sich und auch unsere Allerwertesten zu retten. Mit gewissem Verständnis der US/NATO – Politik übersieht man das leicht.

      1. Lieber OberstMeyer,
        das mit der Zirkon dürfte m. E. schon länger installiert sein und wird definitiv nicht von einem Schiff in Position gebracht! Das ist nur für das Publikum…
        Der Prozess in eine multipolare Ordnung, wird durch alle beteiligten ständig nach vorne gebracht und darum geht das ganze Szenario.
        Danke für deinen Beitrag mit freundlichen Grüßen untermauert
        PRO1

    2. > Das Salzbergwerk wird Schritt für Schritt eingenommen

      Ach darum geht es. Ich hatte andere Kriegsziele im Ohr, wie „Rückzug der NATO in die Grenzen von 1997“.

      Dazu sage ich als Pazifist: „Kein Krieg für Salz!“

      phz

      1. Ich als Pazifist schreibe, Salz ist eine Lebensader, ohne Salz kein leben.
        Lustig finde ich deine Ausführung, sich als Pazifist zu deklarieren, Panzer hau Bit zu.
        Ist dir nicht aufgefallen, das jedes alt gediente Land freiwillig seinen neutralen Status aufgegeben hat, für die Ukraine?
        Falls diese kurze Äußerung Missverständnis hervorrufen sollte, bitte ich um Aufmerksamkeit, denn die Lösung vom Problem wurde im Artikel behandelt.
        Gruß zum Gott und seiner Wahrhaftigkeit

        PS Wahrhaftigkeit erfährt nur jeder einzelne selbst, indem ‚er‘ nach Wahrhaftigkeit sucht

      2. Ich hatte andere Kriegsziele im Ohr, wie „Rückzug der NATO in die Grenzen von 1997“.

        Das war nicht das Kriegsziel. Diese Forderung wurde bereits im Dezember 21 gestellt, 3 Monate vor dem Einmarsch. Die Kriegsziele wurden am 24. Februar von Putin formuliert, haben sich nicht wesentlich verändert und können auf der Homepage des Kremls nachgelesen werden. Sie lauten: Entnazifizierung und Entmilitarisierung sowie eine Garantie eines blockfreien Status für die Ukraine und deren endgültige Verzicht auf jegliche territoriale Ansprüche gegenüber der Krim und dem Donbass. Weil ihr euch da eingemischt habt, ist jetzt noch dazu gekommen die Forderung zum Verzicht auf Cherson und Zaparoschja.

        Das mit der Rückgängigmachung der verbrecherischen NATO-Osterweiterung war das aller letzte Angebot noch einmal zur Vernunft und zu einer tragfähigen Sicherheitsarchitektur für Europa zu kommen im Sinne des Friedens. Habt ihr in arrogantester Weise ausgeschlagen, den Starken rausgehängt und damit Russland quasi ins Gesicht gesagt, dass ihr es drauf ankommen lassen wollt.

        Das habt ihr davon und das ist nur der Anfang. Man hat euch unzählige male gewarnt. Zuletzt am 24. Februar

        I would now like to say something very important for those who may be tempted to interfere in these developments from the outside. No matter who tries to stand in our way or all the more so create threats for our country and our people, they must know that Russia will respond immediately, and the consequences will be such as you have never seen in your entire history. No matter how the events unfold, we are ready. All the necessary decisions in this regard have been taken. I hope that my words will be heard.

        Ihr habt dann doch nicht zugehört und habt euch doch eingemischt. Nun erlebt ihr euer blaues Wunder.
        Ihr werdet euch wirtschaftlich, militärisch und politisch verausgaben. Wir werden Alle unsere Ziele trotz eurer größten Anstrengungen erreichen und am Ende werden USA euch einfach im Stich lassen und die NATO und EU wird es in derzeitiger Form überhaupt nicht mehr geben. Die Musik spielt dann in Asien und Europa wird von USA ausgelutscht und fallen gelassen, verarmte und unbedeutende Peripherie am Arsch der Welt sein.

  6. Wieso im Kampf gegen eine sterbende Welt? Da genügt es doch zuzuschauen.
    Der Mann diskreditiert sich mehr, als zuträglich ist, er macht sich zum Affen.
    Trotzdem wird er auch weiterhin auf einen Stamm von Fans bauen können.
    Das zeugt vom Zustand der Menschheit.

  7. Dass er Tag ein Tag aus den Julius Streicher spielt, hat nicht nur meiner Meinung nach eher pragmatische Gründe. In nationalistischen Kreisen galt, und vermutlich gilt, Medwedew als homosexueller, westlich orientierter Liberaler. Als MP hatte er ja durchaus Ansätze gezeigt, bis er von seinem Herrchen zurückgepfiffen wurde. Mit der Aura des primitiven National(sozial)isten verbindet er ganz einfach Schutz vor zufälligem Fenstersturz, eine der häufigsten Todesursachen unter russischen Superreichen in der heutigen Zeit.
    Zur Qualifikation für Den Haag reicht aber großmäuliges Getue sicher nicht. Und zum Nachfolger von Putin erst recht nicht.

    phz (2000)

    1. Auf Twitter würde man Dein Posting als homophobes Hassverbrechen bezeichnen.

      Pass auf, dass Deine Nato-Getreuen Dich nicht canceln. 🙂

      1. Ist mir doch egal, ob er schwul ist, oder nicht. Bei den Nazis was das übrigens auch egal, man durfte nur nicht damit hausieren gehen. Abgesehen davon hat er ja Familie. Aber die hatte das konservative Großmaul József Szájer aus Ungarn auch, als er jüngst in Brüssel bei einer illegalen Homo-Orgie hops genommen wurde. Wer erinnert sich nicht? Aber ob Nazis, russchische Führungsschicht, Katholische Kirche. Männerbünde wirken natürlich anziehend auf Homosexuelle.

        Aber nochmal: Ich habe nur wiedergeben, wie russische Nationalisten zu ihm stehen. Es gibt nichts, was mir gleichgültiger wäre als seine sexuelle Orientierung. Das ist für mich seine Privatsache, solange er sie nicht zu propagandistischen Zwecken mißbraucht bzw sie dabei eine Rolle spielen.

        phz

          1. Wusstest Du das nicht?

            Auch Wagner Chef Jewgeni Prigoschin hat diesbezüglich eine Vorgeschichte. Während seiner Zeit im Knast war er zu seinem Unglück nur Teil der unteren Kaste der Insassen, was leider mit gewissen Pflichten daherkommt. So berichten vor einigen Tagen offen und explizit ein in paar Knastbrüder hohen Ranges (sichtbar über ihre Tattoos) per Video, dass sie Prigoschin gern für sexuelle Dienstleistungen in Anspruch nahmen (eine etwas einseitiges Verständnis von Homosexualität in gewissen Ländern sei hier mal vorausgesetzt). Außerdem drohten sie unverhohlen allen Insassen, sich von Prigoschin mobilisieren zu lassen. Ich mutmaße hier mal, dass der Grund etwas mit Prigoschins niedrigem Rang im Knast zu tun hat. Zu Prigoschin selbst kann ich nur spekulieren, dass seine Mobilisierung von Gefangenen etwas mit seinen Erfahrungen im Gefängnis und Rache zu tun hat.
            Ich denke, eine Kenner der freud’schen Theorien könnte mehr zu der Thematik, die ich hier angerissen habe, sagen. Man sollte das Sexuelle bei extremen Entwicklungen nie unterschätzen.

            phz (2000)

            1. Im nationalsozialistischen Deutschland fand eine Homosexuellenverfolgung ohne gleichen in der Geschichte statt. Zehntausende schwuler Männer wurden nach § 175 Reichstrafgesetzbuch wegen „Unzucht“ zu Gefängnis oder Zuchthaus verurteilt, mehrere tausend Schwule wegen ihrer Homosexualität in Konzentrationslager verschleppt. Die meisten überlebten die Lager nicht. Die Nationalsozialisten hielten Homosexualität für eine den so genannten „Volkskörper“ schädigende „Seuche“, die „auszurotten“ sei.

              Im Herbst 1934 setzte die systematische Verfolgung homosexueller Männer ein. Die Nazis veränderten 1935 den Wortlaut des § 175 StGB so, dass nunmehr alle sexuelle Handlungen strafbar waren. Bald wurden selbst Zungenküsse bestraft, später reichte allein eine „wollüstige Absicht“ zum Schuldspruch.

              Zwischen 1935 und 1944 wurden rund 50.000 Urteile nach dem NS-Paragrafen 175 gefällt. Insgesamt waren etwa 10.000 Homosexuelle in den NS-Konzentrationslagern inhaftiert, in die sie in der Regel erst nach Verbüßung ihrer Gefängnis- oder Zuchthausstrafe eingewiesen wurden. In den Konzentrationslagern wurden sie besonders gekennzeichnet, zunächst unter anderem mit einem großen A wie im KZ Lichtenburg, später, nach Einführung einheitlicher Häftlingskategorien ab etwa 1938, mit dem „Rosa Winkel“. Hunderte schwuler Männer wurden auf gerichtliche Anordnung hin kastriert.

              Und es gibt noch eine Gemeinsamkeit mit den Nazis auf die du stolz sein kannst. Sie hatten außerdem auch einen irrationalen Hass auf Russland.

              1. Ich rede nicht vom Volk. Natürlich war dem deutschen Mann nicht erlaubt, schwul zu sein und womöglich sogar keine Kinder zu zeugen. Ich rede von den Schweinen, die gleicher sind als alle Tiere: den Kadern. Röhm war bekannt schwul, was Hitler mit einem Axelzucken hinnahm („NSDAP ist kein Internat für höhere Töchter, sondern eine Kampforganisation“). Hitler selbst vermutlich bisexuell, Göring laut Andeutungen von Speer zumindest privat weiblichen Kosmetikprodukten und femininer Kleidung sehr zugetan.
                Die russische Führungsspitze kann natürlich auch tun und lassen, was sie beliebt. Solange sie loyal zu Putin ist, wird sich niemand daran stören. Dann bleibt das Kompromat in der Schublade.

                phz

              2. Du solltest den Troll nicht füttern. Er kommt jeden Tag mit neuen absurden Lügen, das ist seine Art, um Antworten zu bettleln. Es gibt genug Nichtnazis und intelligente Menschen im Forum, auf deren Kommentare man antworten kann.

    2. Hallo Panzerhaubitze 2000,
      für Sie scheint aus irgendwelchen Gründen die sexuelle Orientierung einer Person eine außerordentliche Bedeutung zu besitzen.
      Gibt es da etwas, was Sie sehr bedrückt?
      Projektion?
      Unbewältigte Dämonen?
      Kompromittierende Fotos?
      Horrende Bordellrechnung?

  8. 1. Ich habe 30 Jahre Erfahrung mit westlichen Medien und westlichen Journalisten. Aus diesem Grund: Ohne Nachweis der Originalquelle glaube ich Euch kein einziges Wort. Selbst dann nicht mehr, wenn ihr behauptet, Gras sei grün und der Himmel blau.

    2. Der Artikel ist keine Information, sondern dient ausschließlich der emotionalen Herabwürdigung. Der Artikel ist damit Propaganda. DESHALB glaube ich Euch nicht.

    3. Jedes Jahr zum Jahreswechsel kommen westliche Medien mit Mutmaßungen und Voraussagen über kommende wirtschaftliche und politische Entwicklung daher. Zum Beispiel die jährlichen Economist Neujahrs-Titelbilder oder die regelmäßigen Meldungen der Wirtschafts“weisen“. Wenn der Westen das kann, warum sollten die Russen zurückstehen? Und mal ehrlich: So völlig absurd sind die Voraussagen Medwedews nicht.

    4. Über das Spiegelbild: Es fällt seit einiger Zeit auf, dass Ost- und West ihre jeweilige Propaganda zu spiegeln. Das geht soweit, dass Ukrainer (oder Russen?) Drohnenaufnahmen mit fallenden Bomben jeweils für sich reklamieren, dass ausgerechnet die Hitlergrüßenden-, Wolfsangel-tragenden-, In-Bandera-Tradition-stehenden Ukrainer den Russen vorwerfen Nazis zu sein, ist allerdings besonders dreist und die These das nicht die Ukraine 100.000 Tote hat, sondern Russland ist besonders dumm.

  9. Medwedew ist nicht nur im Sicherheitsrat.
    Putin hat ihn per Dekret am 26.12. zu seinem ersten Stellvertreter in der Militärisch-Industriellen Kommission, der Putin persönlich vorsitzt, ernannt.
    Darin sitzen Shoigu, Gerassimow, Patruschew usw., scheint also kein ganz unwichtiges Kaffeekränzchen zu sein.
    Deshalb würden mich Medwedews konkrete Handlungsbefugnisse mehr interessieren als seine verbale „Originalität“.

    https://tass.com/politics/1556047

    1. Niemand hat in einer Diktatur eine Handlungsbefugnis außer der Diktator selbst. Oder so: Er ist befugt zu tun, was der Diktator möchten. Auf den Papier stehen ihm die Fenster natürlich weit offen 😉, zu tun, was der Diktator vielleicht nicht möchte, wenn Du verstehst was ich meine?

      Die Fähigkeit zum Lesen des Willens des Obrigkeit und bedingungsloser Kadavergehorsam sind die Kerneigenschaften, die einen in Russland weit bringen.

      phz (2000)

      1. Aha, der Diktator Hussein wurde durch die CIA gepämpert, Assad war I’m UK studieren und Gaddafi würde mit der journalie, in Anwesenheit Madam Clinton öffentlich aufgespießt!
        Das nur von wegen pazifistischen aufmerksamen lesen.

        PS den Bombenteppich über Asien, lasse ich besser aussen vor,wird zu langwierig für aufmerksame Leser

      2. Nun, immerhin kümmert sich der Diktator um sein Volk, während in der westlichen Demokratie sich die Regierungsvertreter nur um ihr eigenes Aktienportfolio kümmern. Du hast übrigens Glück, für Deutsche wie dich wird jetzt endlich Containern legalisiert, da müsst ihr nicht hungrig unter der Brücke schlafen.

      3. Niemand hat in einer Diktatur eine Handlungsbefugnis außer der Diktator selbst.

        In einer Diktatur vielleicht.

        Ein Paar Auszüge aus der Verfassung der Russischen Föderation:

        Artikel l
        1. Die Rußländische Föderation – Rußland ist ein demokratischer föderativer Rechtsstaat mit republikanischer Regierungsform.

        Artikel 2

        Der Mensch, seine Rechte und Freiheiten bilden die höchsten Werte. Anerkennung, Wahrung und Schutz der Rechte und Freiheiten des Menschen und Bürgers sind Verpflichtung des Staates.

        Artikel 3

        1. Träger der Souveränität und einzige Quelle der Macht in der Rußländischen Föderation ist ihr multinationales Volk.

        2. Das Volk übt seine Macht unmittelbar sowie durch die Organe der Staatsgewalt und die Organe der örtlichen Selbstverwaltung aus.

        3. Höchster unmittelbarer Ausdruck der Volksmacht sind Referendum und freie Wahlen.

        Artikel 10

        Die Staatsgewalt in der Rußländischen Föderation wird auf der Grundlage der Aufteilung in gesetzgebende, vollziehende und rechtsprechende Gewalt ausgeübt. Die Organe der gesetzgebenden, vollziehenden und rechtsprechenden Gewalt sind selbständig.

        Artikel 11

        1. Die Staatsgewalt in der Rußländischen Föderation wird vom Präsidenten der Rußländischen Föderation, der Föderationsversammlung (dem Bundesrat und der Staatsduma), der Regierung der Rußländischen Föderation und den Gerichten der Rußländischen Föderation ausgeübt.

        Artikel 15

        1. Die Verfassung der Rußländischen Föderation hat die höchste juristische Kraft, gilt unmittelbar und findet auf dem gesamten Territorium der Rußländischen Föderation Anwendung. Gesetze und andere Rechtsakte, die in der Rußländischen Föderation verabschiedet werden, dürfen der Verfassung der Rußländischen Föderation nicht widersprechen.

        2. Die Organe der Staatsgewalt, die Organe der örtlichen Selbstverwaltung, Amtsträger, Bürger und ihre Vereinigungen sind verpflichtet, die Verfassung der Rußländischen Föderation und die Gesetze zu beachten.

        Artikel 80

        1. Der Präsident der Rußländischen Föderation ist das Staatsoberhaupt.

        2. Der Präsident der Rußländischen Föderation ist Garant der Verfassung der Rußländischen Föderation sowie der Rechte und Freiheiten des Menschen und Bürgers. Gemäß dem durch die Verfassung der Rußländischen Föderation festgelegten Verfahren ergreift er Maßnahmen zum Schutz der Souveränität der Rußländischen Föderation, ihrer Unabhängigkeit und staatlichen Integrität und gewährleistet das aufeinander abgestimmte Funktionieren und Zusammenwirken der Organe der Staatsgewalt.

        3. Der Präsident der Rußländischen Föderation bestimmt in Übereinstimmung mit der Verfassung der Rußländischen Föderation und den Bundesgesetzen die Richtlinien der Innen- und Außenpolitik des Staates.

        4. Der Präsident der Rußländischen Föderation vertritt als Staatsoberhaupt die Rußländische Föderation innerhalb des Landes und in den internationalen Beziehungen.

        Artikel 81

        1. Der Präsident der Rußländischen Föderation wird von den Bürgern der Rußländischen Föderation auf der Grundlage des allgemeinen, gleichen und unmittelbaren Wahlrechts in geheimer Abstimmung auf sechs Jahre gewählt.

        Artikel 82

        1. Bei Amtsantritt leistet der Präsident der Rußländischen Föderation dem Volk folgenden Eid:

        „Ich schwöre, bei der Ausübung der Befugnisse des Präsidenten der Rußländischen Föderation die Rechte und Freiheiten des Menschen und Bürgers zu achten und zu schützen, die Verfassung der Rußländischen Föderation einzuhalten und zu verteidigen, die Souveränität, Unabhängigkeit, Sicherheit und Integrität des Staates zu verteidigen und dem Volke treu zu dienen“.

        Artikel 92

        1. Der Präsident der Rußländischen Föderation beginnt die Ausübung seiner Amtsbefugnisse mit seiner Eidesleistung und beendet sie nach dem Ablauf seiner Amtsperiode mit der Eidesleistung des neu gewählten Präsidenten der Rußländischen Föderation.

        2. Der Präsident der Rußländischen Föderation beendet die Ausübung seiner Amtsbefugnisse vorzeitig im Fall seines Rücktritts, im Fall, daß er die ihm zukommenden Befugnisse aus Gesundheitsgründen nicht wahrnehmen kann, oder durch Amtsenthebung. In diesen Fällen müssen Wahlen zum Präsidenten der Rußländischen Föderation spätestens drei Monate ab vorzeitiger Amtsbeendigung stattfinden.

        Artikel 93

        1. Der Präsident der Rußländischen Föderation kann durch den Bundesrat nur dann seines Amtes enthoben werden, wenn die Staatsduma die Anklage des Staatsverrats oder der Begehung einer anderen schweren Straftat erhoben hat, die durch ein Gutachten des Obersten Gerichts der Rußländischen Föderation über das Vorliegen von Straftatmerkmalen in Handlungen des Präsidenten der Rußländischen Föderation und durch ein Gutachten des Verfassungsgerichts der Rußländischen Föderation darüber, daß die Anklageerhebung dem vorgeschriebenen Verfahren entspricht, bestätigt worden ist.

        2. Die Entscheidung der Staatsduma über eine Anklageerhebung und die Entscheidung des Bundesrates über die Amtsenthebung des Präsidenten muß mit zwei Dritteln der Gesamtstimmzahl in jeder der Kammern auf In-itiative von mindestens einem Drittel der Abgeordneten der Staatsduma und unter Vorliegen eines Gutachtens einer von der Staatsduma gebildeten Sonderkommission angenommen werden.

        3. Die Entscheidung des Bundesrates der Rußländischen Föderation über die Amtsenthebung des Präsidenten der Rußländischen Föderation muß spätestens drei Monate nach Anklageerhebung der Staatsduma gegen den Präsidenten erfolgen. Wenn in dieser Frist keine Entscheidung des Bundesrates angenommen wird, gilt die Anklage gegen den Präsidenten als abgewiesen.

        Wir haben also in Russland eine klare Gewaltenteilung und deren verfassungsrechtliche Unabhängigkeit. Der Träger der staatlichen Souveränität ist nicht der Präsident, sondern das Volk. Der Präsident vertritt nur das Volk und wird in geheimen Wahlen für einen bestimmten Zeitraum gewählt und kann von der Staatsduma des Amtes enthoben werden.

        Eine Diktatur ist eigentlich etwas Anderes.

        Aber wenn du es besser weißt, dann kannst du es vielleicht auch begründen weshalb du meinst Russland wäre eine Diktatur und woran du das eigentlich festmachst, außer deinem irrationalen Hass.

        1. Lass Dich nicht von der Strandhaubitze trollen, der ist einfach dumm und fanatisch, wie Nazis und Nazimitläufer nun mal sind. Und er ist süchtig nach Reaktionen, deshalb trollt er.

        2. Eine Diktatur zeichnet sich u.a. dadurch aus, dass der Diktator nicht abgewählt werden kann und nur durch Tod aus dem Amt scheidet und zu Lebzeiten sämtliche Belange des Staates und der Gesellschaft bestimmt.
          Alles trifft auf die RF zu.

          phz

          1. phz,

            der russische Hacker postet Auszüge aus der Verfassung der russischen Foederation und du beschwerst dich, dass er nicht abgewählt werden kann. Dabei kann er durchaus des Amtes enthoben werden, wenn die entsprechenden Voraussetzungen zutreffen und dieser Weg gemäß den Regularien auch gegangen wird.
            Eine Diktatur kennt so etwas nicht.
            Übrigens endet ein Mandat nach Ablauf der Amtszeit. Wenn jemand wieder gewählt wird, ohne dabei offen Wahlbetrug wie Jelzin 1996 zu betreiben und dass auch noch mit erheblicher finanzieller und organisatorischer Unterstützung aus dem Ausland, kann der Wiedergewählte wenig dafür, wenn ihm die Wähler weiterhin das Vertrauen aussprechen.
            Wer das aber mit einer Diktatur verwechselt, hat ein Erkenntnis- und Definitionsproblem.

            1. Ich muss wirklich darauf eingehen?

              Falls Du es nicht mitbekommen hast, Putin hat sich uns seinen Angehörigen 2020 lebenslange Immunität verleihen lassen. Er kann also nicht abgesetzt werden.
              Seine potentielle Amtszeit hat er durch ein „Referendum“ (die kennen wir ja) bis 2036 verlängern lassen. Bis dahin lebt er eh nicht mehr (und wenn doch, gibt es vorher wieder ein Referendum)
              Er kann auch nicht abgewählt werden, weil er in der RF keine Opposition mehr existiert
              Exekutive, Legislative und Judikative sind nicht unabhängig, sondern politisiert und bekommen direkte Anweisung von oben.
              In Russland werden permanent alle Gesetze gebrochen, wenn es der Obrigkeit opportun erscheint. Die neuer Gesetzgebung besteht ausschließlich aus Gummiparagraphen, wie in jeder Diktatur.

              phz (2000)

              1. phz,

                Immunität bedeutet Schutz vor Strafverfolgung und nicht Schutz vor Absetzung.
                Dieser sogenannte Schutz gilt aber nicht ihm persönlich, sondern dem Präsidentenamt allgemein.
                Bei Jelzin war es noch anders. Und mit absoluter Bedeutung.
                Wäre die Jelzin-Regelung allgemein-gültig gewesen, hätte es keiner neuen Regelung mehr bedurft. So aber ist Putin 20 mehr als 20 Jahre lang wenig geschützt gewesen. Und mit der neuen Regelung immer noch weniger stark als Jelzin es war.
                Denn die Immunität erlischt, wenn 2/3 der entsprechenden Institutionen sich für einen solchen Schritt entscheiden.
                Jelzin mit seinem absoluten Schutz wurde eigentlich nicht als Diktator bezeichnet, der mindergeschützte Putin schon.
                Eine Diktatur ergibt sich rechtsstaatlich aus der Verfassung.
                Es kann zwar auch eine Quasi-Diktatur (wie in der Ukraine) geben, aber das heisst nicht, dass das Volk nicht trotzdem hinter dem Diktator stehen kann.
                Gut, an der Front ist es Diktatoren meist lieber, wenn das Volk vor ihm steht.
                Aber in Russland sind ja die Oligarchen anscheinend entscheidend, wenn es um den Sturz Putins geht, falls entsprechende Überschriften zutreffen sollten.

          2. Eine Diktatur zeichnet sich u.a. dadurch aus, dass der Diktator nicht abgewählt werden kann und nur durch Tod aus dem Amt scheidet…

            Alles trifft auf die RF zu.

            Sag mal, ließt du überhaupt was ich dir schreibe, oder redest du einfach mit sich selbst?

            Nein das trifft auf RF nicht zu. Das Mandat endet nach Ablauf der Amtszeit und ist auf sechs Jahre beschränkt. Der Präsident kann in Russland nach Ablauf der Amtszeit abgewählt bzw. ein anderer Präsident gewählt werden und während der Amtszeit kann er außerordentlich ausscheiden nicht nur durch Tod. Auch eine Amtsenthebung durch das Parlament und Bundesrat ist in Russland auch gegen den Willen des Präsidenten möglich.

            Und nein, eine Diktatur ist wenn die Quelle der staatlichen Souveränität nicht das Volk ist, sondern einer einzigen Person, einer einzigen Partei, oder einer einzigen Institution verfassungsrechtlich zugeordnet ist. Das ist in Russland nicht der Fall.

            Beispiele für echte Dikataturen: China (Kommunistische Partei) oder Saudi Arabien (Königsfamilie).

      4. Für Kadavergehorsam braucht man bei uns neuerdings nicht einmal mehr eine Diktatur, wie man an Scholz und seinen Mannen (und Frauen) sehen kann.

  10. OT

    Im ukrainischen Fernsehen kam wieder einmal die Wahrheit ans Licht, diesmal aus Artemiwsk bzw. Bachmut: In einer TV Reportage wurde vergeblich versucht zu zeigen, wie Russland den von Russland selbst vorgeschlagenen und von der Ukraine abgelehnten Waffenstillstand heimtückisch verletze, aber etwas ging dabei wohl schief. Die in der Stadt verbliebenen Bewohner spielen nicht mit.

    „Sie haben einen Waffenstillstand versprochen, aber wie Sie sehen können, wurde das Feuer nicht eingestellt“, gibt die s.g. „Journalistin“ vor, sich zu beschweren.

    Sie sagt, sie sei gerade aus Charkiw gekommen und ermahnt die Einwohner von Artemiwsk, dass „sowohl Lwiw als auch Kiew – von Raketen beschossen werden“.

    „Aber wir hier, werden von ukrainischen Panzern beschossen“, unterbricht die Frau die Propagandistin.

    „Sind Sie sicher, dass es ukrainische Panzer sind die mitten in die Stadt feuern?“ – Das Narrativ der Journalisten wird durchbrochen.

    „Ja, direkt in die Stadt, da drüben steht er und schießt in die Stadt“, das Ende der Zeile geht im Getöse eines Panzerschusses unter.

    „Und das ist auch ein ukrainischer Panzer?“ – wirft die verblüffte Journalistin ungläubig ein.

    „Es ist ein ukrainischer Panzer, denn die Russen sind dort“, sie zeigt hinter ihren Rücken, „und dieser Panzer schießt von dort“, sie zeigt in die andere Richtung.

  11. Inzwischen hat Medwedew heute seine ihm von Putin übertragene Befugnis als dessen stellvertretender Vorsitzender der Militärisch-Industriellen Kommission genutzt, um eine Arbeitsgruppe zur Kontrolle der Rüstungsproduktion einzuberufen.
    Zitat (Tass):
    „Within the scope of the powers now vested in me, I have signed a resolution on setting up the Commission’s working group on control of the production of needed armaments, military and special equipment, weapons, combat gear and outfits“

  12. Ich möchte noch etwas zu der „heiligen Macht“ sagen. Es gibt ein Lied, das in Russland die Hymne des Grossen Vaterländischen Krieges wurde: Cвяще́нная война́, Text von Wassili Lebedjew-Kumatsch und Musik von Alexander Wassiljewitsch Alexandrow xttps://www.youtube.com/watch?v=D0xGimfwDL4 . Cвяще́нная heisst geheiligt, heilig (die englische Übersetzung „sacred“ trifft den Sinn besser als das deutsche heilig, dem Autor und Kommunisten Wassili Lebedjew-Kumatsch ging es gewiss nicht um einen heiligen Krieg im westlichen Sinn). Ähnlich scheint mir auch die Übersetzung von Medwedjews Worten wohl tendenziös. Ich sehe da eher die Anspielung auf den Grossen Vaterländischen Krieg, die in Russland jeder versteht, nicht umsonst wehen die Hammer-und-Sichelfahnen an den russischen Fahrzeugen, und Haken- und Balkenkreuze und SS-Runen an den ukrainischen.

    Abgesehen davon ist Medwedjews Polemik gewiss rüde, aber sie ist nicht entmenschlichend. Der Vorwurf an die ukrainische Führung und ihre Mitläufer ist, dass sie sich schweinisch benehmen, zu Schweinen machen, nicht dass sie von unwandelbarer Natur Schweine sind, während die Ork- und Untermenschen-(nieliudi-)Zuschreibungen genau dies insinuieren, daher auch die ukrainischen Appelle, alle Russen bis zum Baby auszurotten. Herr Rötzer verliert hier in seiner Sucht, ausgewogen zu sein, alle Massstäbe.

    Und die „Prophezeihungen“ waren so offenkundig sarkastisch, dass schon böser Wille oder Ignoranz dazugehört, sie als ernstgemeinte Prognosen zu sehen und empört zu kritisieren.

    Keine Meisterleistung, der Artikel.

  13. „…. scheint seine Aufgabe darin gefunden zu haben, sich irgendwie originell zu positionieren.“

    Herr Rötzers Aufgabe resp. Agenda bei OT scheint darin zu bestehen, in seinen zahlreichen Artikel zum Ukraine-Kontext in unterschiedlichster – ja fast beliebiger – Ausrichtung Stimmung zu machen; das Kommentariat anzuheizen und zu provozieren….

  14. Im Fall eines Atomwaffeneinsatzes bitte ich darum, dass die erste Atombombe in 2000 m Höhe direkt über mir zündet. Mir bleibt dann noch genügend Zeit, mich kurz von meinen Liebsten zu verabschieden, bevor mir der Atompilz das Fleisch von den Knochen sengt.

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