Medienbildung für die Demokratie

Screenshot aus Video „Bildung und Medien“

Frau Schiffer, Sie und Ihr Institut für Medienverantwortung laden am 28. März zu einer Konferenz unter dem Motto „Medienbildung für die Demokratie“ ein. Was ist der Grund und was ist das Ziel der Veranstaltung?

Sabine Schiffer: Das IMV feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen und wie vor 10 Jahren ziehen wir Bilanz und untermauern unsere Forderung nach einem Schulfach Medienbildung, das wir dringend brauchen.

Warum? Gibt es nicht schon genug Schulfächer?

Schiffer: Im Gegensatz dazu ist das Thema Medienbildung ein Querschnittsthema, weil kaum ein Thema ohne Medienvermittlung öffentlich diskutiert wird. Da ist es wichtig, sich kritisch mit den Mechanismen der Nachrichtenproduktion und Darstellungsweisen der Medien auseinanderzusetzen, denn jede Präsentation ist das Endprodukt von vielen Auswahlentscheidungen – der vermittelte Eindruck ein pars-pro-toto Teil für das Ganze, welches aber immer viel komplexer ist. Um die Qualität von Medienprodukten zu bewerten und eine kritische Distanz aufzubauen ist Media Literacy für eine aufgeklärte Gesellschaft unabdingbar. Wie Niklas Luhmann sagte, „das meiste, das wir wissen, wissen wir über Medien“, und das bedeutet, dass wir das meiste aus der Welt gar nicht wissen und wenn dann nur so, wie Medien es für uns aufbereiten.

Mir scheint, Sie reden von anderen Medien als die, die dieses Thema sonst im öffentlichen Munde führen. Dort werden die alten Medien doch eher ausgelassen. Oder? Ist es nicht eine Einengung, wie das heute gerne gemacht wird, Medienkritik vor allem auf digitale Medien zu konzentrieren. In linken Kreisen wurde Ende der 1960er/Anfang der 1970er schon ein Schulfach gefordert, das meist visuelle Kommunikation genannt wurde. Das war damals politisch, ästhetisch und ökonomisch auf die Bildmedien Fernsehen, Video, Kino, Fotografie, Werbung, aber auch auf Kunst oder Architektur unter der Kritik an der Bewusstseins- oder Kulturindustrie ausgerichtet. Das ist eher versiegt. Warum?

Sabine Schiffer: Schade, dass das versiegt ist. Aber Bildung ist nicht nur Ländersache, sondern auch ein schwer umkämpfter Markt. Genau deshalb wird heute Medienbildung oft mit Digitalisierung verwechselt und pädagogische Konzepte gibt es kaum, sondern da stehen vor allem Ausstattungsfragen im Vordergrund.

Gibt es denn eine allgemeine Zielrichtung für Medienbildung? Wie ließe sich der mediengebildete Mensch charakterisieren?

Sabine Schiffer: Genau diese Zielrichtung gibt es nicht, jedenfalls nicht vonseiten bildungsverantwortlicher staatlicher Stellen. Die Verantwortung delegiert man wohl gerne an Lobbyverbände des IT-Branche und meint, man erhalte dann sinnvolle Angebote gegen FakeNews und Cybermobbing – allein das ist schon die totale Einschränkung – oder, wie man etwa an einigen Medienführerscheinen einzelner Bundesländer sieht, geht es viel um Urheberrechtsfragen. Die sind natürlich auch wichtig, aber zur Medienbildung gehört doch vor allem anderes zur kritischen Reflexion, während hier Anbieterinteressen durchscheinen.

Tatsächlich waren es vornehmlich linke Bildungsinitiativen, die Forderungen in Sachen kritische Medienbildung hatten – aber die setzte mit dem Fernsehen natürlich auch zu spät ein. Ich plädiere für ein ideologiefreies Fach, wo Methoden der Media Literacy vermittelt werden und einem nicht gesagt wird, wie man das eine Thema zu sehen hat oder nicht. Fragen, Recherche und Eindrücke sollten zur kritischen Diskussion stehen und dabei muss natürlich klar sein, dass es Manipulation – beabsichtigt und unbeabsichtigt – überall gibt. Sie gehört sozusagen zur DNA jeglicher Medienprodukte. Und dafür braucht es Erkennungsmerkmale, die man vermitteln kann.

Findet Medienbildung denn nicht schon in anderen Schulfächern statt?

Sabine Schiffer: Ja, es gibt Ansätze in Deutsch und anderen Fächern, aber so als Nebenher-Thema. Dafür ist es viel zu umfangreich. Dazu gehört Wissensvermittlung übers Mediensystem, Medienethik, Mediensorten, Medienberufe, Nachrichtenwege von der Agentur bis zum Newsdesk, Formate im Journalismus, aber auch und vor allem Methoden der Analyse, Sprach- und Bildanalyse, digitale Fragen vom Algorithmus bis zur KI etc. pp. Es ist eine Entwertung der Medienbildung auf der einen Seite und eine Überforderung der Lehrkräfte auf der anderen Seite, hierfür kein vollständiges Curriculum mit Studium und evaluiertem Material anzubieten, sowie regelmäßige Fortbildungsangebote an den Universitäten, wie es sie für andere Fächer auch gibt.

Wenn man allgemein von Medien ausgeht, sind natürlich auch Sprache und Schrift Medien, nicht nur Medien wie Zeitungen, Fernsehen oder Internet. Wissen, Erfahrung und Wahrnehmung wird durch Medien geprägt, insofern könnte man sagen, Medienbildung und Medienkritik müssten doch letztlich in allen Fächern integriert werden oder sogar leitend sein? Schön kann man das an der KI sehen, die alle Fächer durchdringt.

Sabine Schiffer:  Das schließt sich nicht aus. Alle Lehrkräfte und Fächer profitieren von einem Schulfach Medienbildung, denn das hat ja dann jeder einmal durchlaufen im Leben – und darum geht es. Und, wie man in Deutsch auch immer mal verweise auf andere Sprachen macht, wird es möglich und notwendig sein, medienkritisches Wissen in anderen Unterricht einzubeziehen – wie gesagt, das ist ein Querschnittsthema, bei dem man mit dem Medium Schulbuch schon beginnen könnte. Wie das Eckert-Institut immer wieder aufzeigt, haben fehlende historische Inhalte gravierende Auswirkungen auf das Weltbild von Schülern und uns allen schließlich. Querverbindungen können immer wieder in Projekttagen genutzt werden – aber so wären die Schüler nicht das auf enorme Zusatzengagements einer sowieso schon überforderten Lehrkraft angewiesen, die sich die Inhalte der Medienbildung nicht aus dem Ärmel schütteln kann und damit ein Einfallstor für aufbereitete Materialangebote sind; also für werbliche Inhalte.

Und was ist mit Initiativen wie „Zeitung macht Schule“ oder „Use the News“ und der gleichen vielen mehr, die wie Pilze aus dem Boden schießen?

Sabine Schiffer: Die werden – in teils nicht evaluierten – Projekten angeboten und sind nicht im Schulunterricht integriert wie ein komplettes und damit die Wichtigkeit unterstreichendes Schulfach. Solche Projekte können im Einzelfall gut sein, das hängt auch viel von den Durchführenden ab, aber sie sind zu wenig nachhaltig und es ist nicht garantiert, dass alle Kinder die wichtigen Kompetenzen vermittelt bekommen, die natürlich über die Gegenüberstellung von BILD und SZ und Tagesschau und Instagram hinausgehen müssen. Außerdem vermitteln einige Projekte gegen Fakenews auch gerne den Eindruck, als gäbe es die nur im Internet und die Medien korrigieren diese. Die Forschung zeigt, dass Aufklärung falscher Darstellungen beidseitig ist – manchmal korrigiert ein Medium Fakes aus dem Internet und manchmal sind es Blogger, die Missstände aufdecken, die auch von Medien falsch weitergegeben werden. Die in Verruf geratenen Faktenchecker, denen immer wieder viel Agenda und wenig Qualität und Transparenz nachgewiesen werden konnte, sprechen da Bände.

Wie kann man denn bewusste Manipulationen nachweisen?

Sabine Schiffer: Manipulationsabsichten sind schwer nachzuweisen und ich bin dafür, erst einmal von fehlendem Verständnis auszugehen. Medien machen manchmal Propaganda – im Moment sogar ziemlich massiv – aber nicht jeder weiß, was man tut. Medien sind ja auch die wichtigste Zielgruppe von Politik, Think Tanks und Co. Diese bedienen sich strategischer Kommunikation und professioneller PR-Techniken, die nicht alle Journalisten erkennen – und das Publikum auch nicht.

Unser Begriff der Medienverantwortung richtet sich natürlich an die Medienmachenden, aber ebenso an die Nutzenden, denn deren Interpretation geht oft weit über das Dargebotene hinaus. Weil es bei Medienmachenden eine Schwäche im Erkennen von PR gibt, erreichen einflussreiche Akteure immer wieder, dass ihre Werbebotschaften journalistisch veredelt werden. Und weil es auf Nutzerseite an Wissen über Medienmachen und Kommunikationsmechanismen fehlt, kommen vermehrt Verschwörungsmythen auf. Hier kann eine Art Grundbildung in Medienkunde und Medienanalyse präventiv wirken und zu einer konstruktiven Auseinandersetzung mit medial bzw. Zeichen-vermittelten Wirklichkeitsvorstellungen beitragen, zeigt unsere langjährige Erfahrung,

Das klingt einleuchtend. Aber lautet das Motto Ihres Instituts nicht „Verantwortung für Medien, durch Medien und mit Medien“?

Sabine Schiffer: Ja, damit sind wir mal gestartet. Aber inzwischen haben wir den Claim ergänzt: „Medienbildung vor alle, Erfahrung nutzen, Kompetenzen stärken“. Über die Schule hinaus müsste es bei dem rasanten Medienwandel auch systematische Angebote fürs lebenslange Lernen geben – die sich aber nicht auf Digitalfragen beschränken dürfen.

Insgesamt muss ich eine kritische Bilanz ziehen: bei Medien stellen wir weit verbreitet eine fehlende Bereitschaft zur Selbstkritik fest, was jedoch eine Grundvoraussetzung für Qualitätssicherung ist. Deshalb konnten auch wir unseren primären Ansatz, Medienbildung über Medien selbst zu vermitteln, nicht erfolgreich umsetzen. Der Bildungsbereich ist hier genau der richtige, weil man damit alle Bürger und somit also auch zukünftige Journalisten erreicht.

Vielen Dank für das Gespräch und eine erfolgreiche Veranstaltung! Und vor allem Erfolg in der Sache!

 

Sabine Schiffer: Linguistin und Medienwissenschaftlerin ist Autorin des Lehrbuchs „Medienanalyse“ und Professorin für Journalismus und Kommunikation an der Media-University of Applied Sciences. Das von ihr gegründete private Institut für Medienverantwortung wird die hier erörterten Fragen in einer Konferenz am 28.03. ab 15 Uhr im Haus der Demokratie und Menschenrechte in Berlin (Greifswalder Str. 4, Havemann-Saal) vertiefen. www.medienverantwortung.de, www.generationmedien.de

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68 Kommentare

    1. Sie meinen sicher Heimatkunde…😉
      Dafür gibts ja Wirtschaftwunderdirwaskunde.
      Je nach Bundesland ist Rechtskunde und ihre historischen Märchen gewünscht bis umerwünscht…
      Hauptsache BWL, da lernt man wie man Leute über den Tisch zieht.

      Ansonsten sind StGB und BGB zu vernachlässigen, die stören nur.

      1. kriegstüchtig ist heute.
        Stabü, war da andersrum. Aber doch Pflicht zur Verteidigungsbereitschaft… (BRD und DDR wären eh Pulver geworden, wenn ein Konflikt ausgebrochen wär)
        Ansonsten war Stabü auch Indoktrination. So wie in der BRD, nur halt Naziunfreundlich.
        In BRD wurde sogar Mathe politisch, weil man es nicht unterrichtete weil…
        Nicht jeder Vergleich ist richtig weil er hinkt.
        Passend hierzu:
        Es ist nicht alles ein Göbbels, nur weil es hinkt.

    2. „Nicht nur das Fach Medienbildung ich halte das Fach Staatsbürgerkunde für genauso wichtig.“

      Sicherlich. Während die oberen 1% ihren Balgen Herrschaftskunde beibringen kann es für den Plebs nicht schaden ein besserer und mündigerer Fußabtreter zu werden der am besten einfach die Klappe hält.

    3. Genau, deswegen, sollte der Staat abgeschafft werden.
      Nur ohne Staat kann es Frieden geben.
      Wenn ihr das begriffen habt, kann es überhaupt erst eine Veränderung zum Besseren geben.

  1. jepp.
    Medienkompetenz ist wichtig.
    Alternative User von alternativen Medien verlangen das schon seit 25 Jahren oder länger(die ca. 25 Jahre liegen an der Responsemöglichkeit, ausserhalb von gefilterten Leserbriefen).
    Schön das es „die Wissenschaft“ auch schon bemerkt hat. Aber zu spät, die Diskussion vereinsamt. Die Repression und Werbeindustrie ist mal wieder schneller. Geld ist Macht, bzw. der der Besitz der Produktuktionsmittel.
    Ist halt so.
    Return to Sender.

  2. Ich bin mißtrauisch!

    Staatsziel ist es doch brave, kriegstüchtige Staatsbürger zu erziehen, die die Obrigkeit akzeptieren. Die Staatsbürger sollen doch in Sinne der deutschen Staatsräson erzogen werden, also beispielsweise die Palästinasolidarität für antisemitisch halten. Soll jetzt die Erziehung zur Staatsräson durch ein neues Schulfach ideologisch weiter formiert werden?

    Der Vorschlag ist ein typischer Vorschlag einer Professorin. Sie sucht eine Stelle zum Geldverdienen und hofft im Umfeld des neuen Fachs irgendwo eine Beraterstelle zu finden. Das macht mich weiter misstrauisch.

    Es würde doch genügen einfach die bestehende Zensur und die Verfolgung staatskritischer Kommentare einzustellen. Kritische Medien gibt es genug, nur werden diese verfolgt. RT ist in Deutschland verboten, denn Feindsender soll der brave Staatsbürger nicht hören. Er soll sich das völlig einseitige Staatsfernsehen ansehen.

    Halbstaatliche Zensurbehörden gibt es doch schon, siehe das Correctiv. Woher haben die das Geld um in Berlin Neuköln in so einen schönen Haus zu residieren? Allein diese private Zensurbehörde wäre vernachlässigbar, würde sie nicht vom Mainstream diese Aufmerksamkeit erhalten.

    Es sollte fürs erste genügen
    Meinungsfreiheit – Freedom of speech……..kein neues Wahrheitsministerium durch ein neues Schulfach!

    1. Misstrauen ist angebracht.
      Jedoch kann es nicht schlimmer nicht werden. Die Indoktrinierung hat hohe Ausmasse erreicht.
      Sie meint es positiv….

      1. Sie glaubt noch an dieses Regime! Das ist ihr Fehler! Glaubt sie wirklich ein neues Schulfach würde kritisches Denken fördern? Der Staat will das doch nicht.
        Sie macht sich Illusionen über das bestehende System!

        1. Sie hat gute Absichten. Ist halt Suboptimal wenn es zu spät kommt und das etablierte System die Idee verbiegen wird um 100 % Hetze bei Kindern als Normal zu verkaufen.

          1. In keinen Land ist der Schulunterricht neutral. Es wird immer im Sinne der herrschenden Staatsdoktrin erzogen. Kritische Lehrer werden doch ausgeschaltet. Jetzt hat in Bayern eine Lehrerin, die Linksparteimitglied ist, etwas falsches gesagt und erhält Berufsverbot.
            Die Professorin muß lernen die Realitäten dieses Staates zu akzeptieren und soll keine Illusionen verbreiten. Wer das richtige meint aber das falsche tut der liegt daneben!

            1. Ich habe nur Lehrer gehabt, die die Nichtlinken schikaniert haben, durch schlechte Noten und menschliche Heimtücke. Alle von denen waren vom linken Sozenflügel oder weiter links.

              Empathie? Null. Sachkenntnis? Nur bei linkem Ideologengerede.
              Was war mit dem Radikalenerlaß, fragen Sie vielleicht? Der galt nicht für Privatschulen, außerdem war er sowieso zu wenig, zu spät.

              Die Lehrer in NRW waren ultralinks, und Sie auch, nicht wahr?

              Warum schimpfen Sie denn dann?

                1. Nee, absolut nicht. Ich war nur als „Bonzenkind“ geboren, obwohl meine Eltern politisch ganz hart linksliberal waren, und ich – was damals keiner wußte – hochfunktionaler Autist bin.

                  Diese ganzen ach so humanen, stalinistisch-pseudoliberalen TypInnen und -außen habe ich noch in übelster Erinnerung.

                  Und alle Linken von heute, egal ob grün, rot, schwarzrot oder braun, sind für mich deren Wiedergänger.

                  Was aber keiner von ihnen aufzuweisen hat, sind individuelle Meinungen oder Charakterzüge. Irgendwie wirken sie auf mich selbst vom Phänotyp her irgendwie alle gleich…

                  Ich habe dabei beobachtet, was mir aber erst im Nachhinein klar wurde: sie haben mich einfach derartig behandelt, weil sie, bewußt oder nicht, meinen kleinen Fehler zumindest erahnt haben.

                  Daher dachten sie wohl, ich sei nun mal beknackt, und daher erachteten sie es als überflüssig, sich vor mir zu verstellen.

                    1. Aber, wie gesagt, heute weiß ich, was ich habe. Die wußten es nicht, und ich bin froh, daß ich diese Leute nie wieder gesehen habe.
                      Linke sind für mich Faschisten, nur noch schlimmer, weil sie so tun, als läge ihnen das Wohl aller Menschen am Herzen. Dreimal kurz gelacht.

                    2. Und dass Sie persönlich werden, ist natürlich auch klar.

                      Sachargumente hatte der Linke nie, nur Gefüüüüühle, wie das typische Weibsbild mit seinen Kitschromanen.

                      Und dann heult der Linke wie nur was, wenn er mal, wie in Spanien oder Chile, eins auf seine Gosche bekommt. Für die über achtzig Millionen Menschen, die er im Namen seiner Ideologie ermordet hat, kennt er kein Wort des Bedauerns.

                      Ist auch klar.

    2. @FreedomofSpeech.

      „typischer Vorschlag einer Professorin. Sie sucht eine Stelle zum Geldverdienen und hofft im Umfeld des neuen Fachs irgendwo eine Beraterstelle zu finden.“

      Es ist jedem unbenommen, Kritik an den Positionen von Frau Schiffer zu üben. Aber ihr zu unterstellen, sie sei eine Pöstchenjägerin, ist Unsinn. Im alten Telepolis, noch zu Florian Rötzers Zeiten, hat sie gute Arbeit mit medienkritischen Beiträgen geleistet. Ich erinnere mich an ein Interview mit dem Medienwissenschaftler Jörg Becker, wo die beiden über den Mißbrauch von Frauen und Frauenthemen für die Kriegspropaganda gesprochen haben. Der Beitrag ist nach der Abschaltung des Telepolis-Archivs leider nicht mehr greifbar.

      Jemand wie Frau Schiffer dürfte es ohnehin schwer haben an den Unis in ihrem heutigen Zustand. Da auch noch mit unsubstantiierten Anwürfen zu operieren, ist unangebracht.

      1. Nachträglich stelle ich fest, daß Frau Schiffer auch noch H. Neubers Telepolis Interviews gibt. Zum Beispiel hier:

        https://www.telepolis.de/features/Manipulation-Warum-wir-auf-Fake-News-hereinfallen-und-uns-doch-schuetzen-koennen-9815211.html

        Das Interview selbst ist okay, und es paßt ja auch in den Themenbereich von Telepolis. Aber daß sie als kritische Medienwissenschaftlerin in einem so manipulativ zensurierten Organ veröffentlicht, das wirft jetzt bei mir doch einige Fragezeichen auf.

  3. Der spätere Bundespräsident Gauck hat 2004 im Haus der Deutschen Geschichte gefordert das man die Jugend zu treuen Obrigkeitsdienern erziehen muss, genauso wie er einer sei. Dies sei die Hauptaufgabe der Medien. Zum Informationsfreiheitsgesetz vertrat er die Meinung, dass die Obrigkeit über ihre Untertanen wohl Informationen sammeln und auf diese man keinen Zugriff erhalten dürfe. Die meisten Zuhörer, wohl Obrigkeitsdiener, haben zu seinen Ausführungen geklatscht.

  4. Da sucht eine Dame einen wohldotierten Job.

    Medienkunde sollte im Deutschunterricht gewissermaßen automatisch mit dem Baustein Textanalyse vermittelt werden. Genau dafür ist der Deutschunterricht in den höheren Klassen ja da. Dann bleibt das Ding auch neutral und der Gehirnwäsche wird kein Raum gegeben…..

    1. automatisch mit dem Baustein Textanalyse vermittelt werden

      Jein, m.E. (zumindest war das in meiner Schulzeit so) wird den Schülern nicht das Handwerkszeug mitgegeben, um eine tiefere Analyse anzustellen. Dafür wären Kenntnisse in Rabulistik, Psychologie, Empirie usw. nötig, die nicht ansatzweise vermittelt werden, ohne die eine Textanalyse i.d.R. aber sehr oberflächlich bleibt (trifft auch auf Erörterungen usw. zu), zumal die dann meist auch noch auf den Autor und seine Intentionen gerichtet sind und selten direkt auf die Sache.

  5. Nochmal ganz generell!

    Ich kenne zahlreiche LehrerInnen. Alle, ob rechts (das sind wenige) oder links (das scheint die Mehrheit zu sein), berichten über das ständig sinkende Bildungsniveau. Die Schüler beherrschen die deutsche Sprache nicht mehr und versagen kläglich beim Deutschaufsatz. Das ist in ganz normalen Gymnasien so.

    In Realschulen oder gar darunter wird in der Mehrheit gar nicht mehr Deutsch gesprochen. Die primitivsten Sprachkenntnisse fehlen. LehrerInnen verzweifeln.

    Ein vernünftiger Unterricht würde genügen um ausreichend kritische Staatsbürger auszubilden. Aber es fehlt an Geld und Lehrern. Die Toiletten in deutschen Schulen sind grauenhaft. Es gibt also genügend zu tun das Schulsystem wieder flott zu machen. Da ist ein weiteres Schulfach nicht nützlich.

    Zum anderen ist es so, LehrerInnen müssen sich an den Lehrplan halten sonst fliegen sie raus. Es gibt wieder Berufsverbote für kritische Lehrer. Glaubt jemand im Ernst unter diesen Restriktionen könnten kritische Lehrer kritisches Medienbewußtsein ausbilden?

    Das neue Schulfach ist eine typisch akademische Idee. Wer sowas fordert kennt die Realität an deutschen Schulen nicht!

    1. In Berlin streichen sie gerade einem Projekt, das Schulverweigerer zu fast 60 % zu einem erfolgreichen mittleren Schulabschluss führt, das nötige Geld zur entsprechenden Lehrerweiterbildung.
      Rüstung und Waffen für die Ukraine sind ja so viel wichtiger. Jaja, ich weiß: Bund und Länder, aber das ist ja die generelle Tendenz.

  6. Ein wichtiges Thema, allerdings bin ich gegen ein solches Schulfach, Schulen können keine obrigkeitskritische Medienbildung machen, weil sie von der Obrigkeit gelenkt werden. Das läuft dann wie bei correctiv ab: wahr ist, was irgendeine Autorität behauptet, alles andere kann noch so gut belegt sein, es muss sich um „Verschwörungstheorien“ handeln, die per se nicht ernstgenommen werden dürfen. Die allergrößten Brocken spart man prinzipiell aus, weil es eben nicht möglich ist, bei jedem Thema die Wahrheit rauszufinden, so ein Kaninchenbau kann nämlich beliebig tief werden (man vergleiche die Wälzer, die zu 09/11 rausgekommen sind)…

    WAS ICH VIEL WICHTIGER FINDE, um es Kindern zu vermitteln:

    1) Die eigene Fehlbarkeit mitdenken: egal wie sicher man sich einer Sache sein mag, man kann trotzdem falsch liegen, das falsche Denkmodell benutzen, lückenhaften oder verfälschten Fakten aufsitzen! Das Fazit muss also sein:

    1.1) Immer offen bleiben, andere Meinungen anhören und möglichst unvoreingenommen und höflich diskutieren.

    1.2) Dinge logisch und kritisch durchdenken (Widerspruchsfreiheit in der eigenen Position), sich mit anderen darüber austauschen und sich möglichst unabhängige Informationen besorgen.

    1.3) Meinungsfreiheit unter allen Umständen verteidigen (von wegen „Hass ist keine Meinung“ und „keine Plattform bieten“), weil sonst dieses Austauschprinzip unterminiert wird, was in Spaltung und Unfrieden mündet!

    2) Typische menschliche Denkfehler und -schwächen erkennen und wie sie von Interessengruppen und Medien ausgenutzt werden: Confirmation BIAS, Normalcy BIAS, Wunschdenken, Gruppendenken, FUD, Gräuel-Propaganda, Suggestionen, Emotionalisierung, Framing, Brunnenvergiftung, Selbst-Immunisierungsstrategien, Verallgemeinerungsfehler, falsche Dichotomien usw. usf. das kann man locker 5 Jahre lang lehren, bis es alles richtig durchdrungen wurde…

    3) Sich Gewahr werden, dass Wahrheit für den Einzelnen nicht immer erkenn- und recherchierbar ist (das wird Dank K.I. noch bedenkliche Ausmaße annehmen)

    4) Gesinnungsethik vs. Verantwortungsethik: lernen, die Folgen eigener Forderungen bis zum Ende zu durchdenken.

    5) Lernen die Meinung von anderen zu akzeptieren, auch wenn man sie für irrational hält. Lernen, dass man mit Argumenten oft nicht überzeugen kann und es i.d.R. bei Denkanstößen bleibt (und Diskussionen allein schon deswegen wichtig sind).

    6) Typische rabulistische Argumente und Ablenkungen erkennen lernen (Eristische Dialektik, neurolinguistische Programmierung)

    DAS könnte Schule vielleicht leisten, alles was „Demokratie“, Parteiensystem oder bestimmte Medien betrifft, muss ausgeklammert werden, weil da eh nur zeitgeistige Manipulation zu erwarten ist. Die Beispiele müssen künstlicher oder zumindest politisch unverfänglicher Natur sein, es soll das Prinzip gelernt werden, und eben nicht, wer nach Meinung der Lehrbuchverfasser gerade Recht hat oder wem man vertrauen kann und wem nicht (das kann sich nämlich beliebig ändern).

    Und natürlich: Diskutieren muss geübt werden, so oft wie möglich, am Besten in Szenarien die Kinder im entsprechenden Alter triggern (z.B. „Taschengeldhöhe“, „Handyverbot an Schulen“, „Computerspiele“ etc.)

  7. Unter den Text ist zu lesen:

    „ Sabine Schiffer: Linguistin und Medienwissenschaftlerin ist Autorin des Lehrbuchs „Medienanalyse“ und Professorin für Journalismus und Kommunikation an der Media-University of Applied Sciences. Das von ihr gegründete private Institut für Medienverantwortung wird die hier erörterten Fragen in einer Konferenz am 28.03. ab 15 Uhr im Haus der Demokratie und Menschenrechte in Berlin (Greifswalder Str. 4, Havemann-Saal) vertiefen. http://www.medienverantwortung.de, http://www.generationmedien.de“

    Ich frage mich, wer finanziert das alles? Die Autorin soll doch bitte ihre Finanzierung offenlegen, sonst ist sie für mich unglaubwürdig!

    Das Interview ist für mich ein typischer Promotion-Text. Ich verstehe das Overton solche Texte zur eigenen Finanzierung veröffentlichen muß. Aber den Inhalt kann man getrost vergessen

      1. Was bitte ist dein Argument?
        Ich hab den Wiki-Beitrag zu Frau Schiffer gelesen!
        Sie muß sich – nur weil sie vorgibt islamfreundlich zu sein – genauso kritischen Fragen stellen und ihr weniges Personal vernünftig bezahlen, von Zeitverträgen und schlecht bezahlten freien Mitarbeitern Abstand nehmen.
        Und der Vorschlag mit den neuen Schulfach ist doch nur grober Unfug ganz im Sinne der Spaßpartei
        Wenn die Restlinke weiter nur solchen Unfug zu bieten hat, darf sich sich über den Aufstieg der AfD nicht wundern….

        1. Toll, „den Wiki-Beitrag“. Ich bewundere Deine tiefgehende Recherche. Da wird auch entlarvt, dass Frau Schiffer in einem X-Beitrag „eine veraltete Karte“ zu US-Militärbasen veröffentlicht hat. Na dann, burn the witch.

          Was das wenige Personal angeht und die nicht vernünftige Bezahlung, finde ich da nichts. Hast Du Dir das aus dem Arsch gezogen?

          Übrigens finde ich auch, dass ein Schulfach wohl nichts bringt. Dafür ist die Kontrolle in unserer .. nunja Demokratie etwas zu strikt.

          1. Generell zahlen linke Medienprojekte schlecht siehe wJ oder TAZ. Das wird bei einen weiteren linken Projekt kaum besser, eher schlechter, sein. Von Ideologie kann niemand leben.
            Das neue Schulfach ist eine Schnapsidee, die an der harten Schulrealität vorbeigeht.
            Ich wiederhole mich, wenn die Restlinke nichts besseres zu bieten hat als Schnapsideen darf sie ihren Niedergang nicht beklagen.
            Werktätige wollen KONKRETE Lösungen, bessere Schultoiletten und kostenloses Schulessen….hat nirgends die mitregierende Linke zustande gebracht

            1. Du liebe Zeit, linke Medienprojekte und dann kommt wJ, was wohl jw sein soll und taz. Hin und wieder gibt es brauchbare Artikel, allerdings macht die das nicht vertrauenswürdig, denn wenn es darauf ankommt hat man sie schnurstracks auf Seiten des Adels. Apropos Adel, vlt. hat der himmlisch mandatierte Xi auf seinem Drachenthron überzeugendere Konzepte. Also etwas anderes als Lakaien die Orwellsch herumschmeisen um Verwirrung zu stiften:

              „Deshalb vertraut das chinesische Volk der neuen Dynastie der konfuzianisch-kommunistischen Partei, die östliche und westlich-marxistische Werte in sich vereint. Mit Xi Jinping hat ein Herrscher auf den Drachenthron Platz genommen, der „das Mandat des Himmels“ besitzt, das chinesische Volk vertraut ihn. Das können westliche Herrscher nicht von sich behaupten!“

              https://overton-magazin.de/top-story/trump-will-mit-putin-ende-des-krieges-aushandeln-ukraine-und-eu-sitzen-am-katzentisch/#comment-208611

              Und ein paar Artikel früher gerierst du dich als Zionistenjäger:

              https://overton-magazin.de/top-story/zentrale-regelungen-und-institutionen-einer-anstrebenswerten-nachkapitalistischen-wirtschaft/#comment-221841

              Unter Zuhilfenahme weiterer Verdrehungen. Die deutschen Faschisten hatten mit Gemeinwohl, auch im Hinblick auf Ethnie, nicht besonders viel zu tun, da wird auch mit der Fehlbezeichnung Nationalsozialismus nix draus:

              https://overton-magazin.de/top-story/zentrale-regelungen-und-institutionen-einer-anstrebenswerten-nachkapitalistischen-wirtschaft/#comment-221812

              Deine rassistische Karte ist auch nicht besonders überzeugend:

              „Wie ich unten kurz ausgeführt habe, spielt man in China GO – das komplexeste Brettspiel der Welt – nicht Schach.Dies nicht zu wissen ist für „Langnasen“ typisch , da ist Langmut nötig, denn sie wissen es nicht besser!.“

              https://overton-magazin.de/top-story/trump-will-mit-putin-ende-des-krieges-aushandeln-ukraine-und-eu-sitzen-am-katzentisch/#comment-208624

              Du bist wahnsinnig glaubwürdig.

    1. Frau Schiffer selbst verdient ihr Geld als Professorin an der privaten Uni, das ist ihr Hauptjob und das schreibst du doch selbst?!
      Ein wenig Recherche auf der Website(mit der Maus ganz unten rechts – da ist ein Link für Spenden und zum Förderkreis ) hilft bei der Frage nach der Finanzierung des privaten Instituts.
      Medienkompetenz eben 🙂
      https://www.medienverantwortung-foerderkreis.de/

      Medienbildung als Schulfach sehe ich auch kritisch – bei Youtube gibt es ein paar mMn gute Videos zu anderen Themen von ihr.

  8. Ich fordere eine verpflichtenden Medienkompetenz-Kurs für die Boomer-Generation! Titel: „Reeducation, neu gedacht.“ Bei Nicht-Teilnahme gibt’s Rentenkürzungen. Erster Tag des 3-monatigen Seminars: Manipulation in der Tagesschau.

    1. Ich fordere eine Bildungspflicht für unterbelichtete Millennials. 😉
      Aber schön das die Boomer euch spät zur Welt gebracht haben…
      Blödsinn muss sich ja stapeln.
      Falls Sie nicht zu GeN Y gehören, sondern zu Gen Z: Mein Beileid, sie sind ja letzte Generation. Völlig unfähig zu Bildung, Empathie und Fortpflanzung.

      Das muss man ja mal sagen dürfen, zu diesen verwöhnten Gören, die nie was geschaffen haben.😉

      1. Die im Artikel beschriebene Initiative ist natürlich zu begrüßen! Ich wäre als eine Art Medienpädagoge sofort dabei. Leider verharrt das Interview an der Oberfläche, man wird nicht konkret, z.B.: Wie wird mit der Themenauswahl, mit Schnitt, Bild und Ton usw. manipuliert? Wie funktionieren die Algorithmen bei Facebook, YouTube, X und Co? Was ist mit der technischen Infrastruktur im Hintergrund, von den Microchips, Betriebssystemen über die Server bis zu den Musk-Satelliten? Warum dominieren die USA in diesem Bereich?

        Das Thema ist sehr spannend und könnte tatsächlich die Schüler von der ersten bis zur letzten Klasse begleiten. Und danach würde es im Studium oder Erwachsenenbildung weitergehen. Ich sehe jedoch Machtinteressen im Hintergrund, die eine wirkliche Aufklärung in diesem Bereich verhindern möchten.

        1. Mensch, hat die Restlinke nichts anderes zu tun als realitätsferne dumme Ideen wie das neue Schulfach zu kreieren?
          An deutschen Schulen gibt es wichtigeres zu tun als ein neues Schulfach einzuführen, das nichts bringt. Vernünftige Schultoiletten wären ein Anfang, das kostenlose Schulessen ist im BSW-regierten Thüringen gerade gescheitert. Deutsch wird Fremdsprache an deutschen Schulen, ohne Witz.
          Ich wette, die Spaßparteiautorin hat noch keine Schule in Frankfurt von innen gesehen oder mit einer Lehrkraft über reale Schulprobleme gesprochen.
          Die Leute wollen konkrete Lösungen und keine Spinnereien!

          1. Sorry, aber das Klo bei mir in der Wohnung reinige ich immer selbst und tatsächlich, es funktioniert – nach der Aktion riecht es wieder wie eine frischgemähte Frühlingswiese.

            Was ich damit sagen möchte: An die eigene Nase fassen, das Gejammer rund um die Toiletten habe ich nie verstanden. Die Schüler, ja sogar die Eltern könnten diese regelmäßig reinigen, warum denn nicht? Bricht dabei jemandem ein Zacken aus der Krone?

            Bei Ihren Ausführung zu DaF bin ich bei Ihnen. Dann gibt’s Medienpädagogik eben nur auf dem Elite-Gymnasium – die Starken, die solche komplexen Themen verstehen könnten, dürfen von den Schwachen (Stichwort DaF) nicht hinuntergezogen werden.

            1. Die Schultoiletten sind nicht nur verdreckt, sie sind schlicht defekt. Schon mal in einer Schule gewesen? Reinigen sie doch mal so eine Toilette, da wird ihnen schlecht. Also nix wie in die nächste Schule und soziale Arbeit geleistet

        2. ja, das Thema ist spannend.
          Leider haben bereits „Boomer“ es verpennt.
          😉
          Das wieder einzurenken ist ein ernsthaftes Problem.
          Es geht steil abwärts

        3. Warum reinigt man unsere Schulen noch wie 1923? Warum keine moderne Technologie? Warum verlangt die EU für Förderschulen helle Fußbodenbeläge, die schnell total verdrecken? Warum muss ein Klassenzimmer in 3 Minuten von der Putzfrau gereinigt werden? Hilft es den Putzfrauen wirklich, wenn die Schüler eine Vorreinigung durchführen? Kann man 600 Quadratmeter in einer Stunde reinigen? Die Schulreinigung sollte nach DIN 77400 durchgeführt werden, wie kann dies funktionieren, wenn die Reinigungskräfte diese nicht einsehen dürfen? Auch Fragen, die Schule und Bildung betreffen aber niemanden interessieren.

    1. NUR derartige Reformierungen bringen was, denn dass ihr es mit euren radikalen Revolutionsansätzen mindestens genauso verkackt, wurde hinlänglich empirisch bewiesen.

      1. Was wären wir ohne Revolution?
        Immer nur an den Symptomen rumlaborieren, anstelle das eigentliche Problem zu beseitigen.
        Die herrschende Klasse und der Kapitalismus sind das Problem und der lässt sich nicht regulieren!
        Außerdem, haben wir gar nicht mehr so viel Zeit.
        Die wollen uns töten!

  9. Das Schulfach Medienbildung ist wie die Zutaten zum Speiseeis Geschmacksrichtung Smarties herauzufinden: Kann man machen, aber ein verarbeitetes Produkt bleibt ein Kunstprodukt das mit Natürlichkeit bzw Wirklichkeit nichts zu tun hat. Hoheitsfreies Selbstdenken kann nicht in staatlichen Schulen gelehrt werden. Schulbücher sind auch Medien und die Idee, ein Schulfach über kritischen Umgang mit den aktuellen Schulbüchern zu schaffen, gab es auch nie und wirkt irgendwie merkwürdig.

  10. Wie man hier und anderswo an den Kommentaren erkennt: Die Medien klären sich über Foren und Netz-Communities selbst auf. Da bleibt schon die Frage – warum braucht’s dafür noch eine offizielle Institution?

    Wieviel verdient eine Medienwissenschaftlerin und der Tagesschau-Moderator, wieviel ein oder viele gute Foren-Kommentatoren? Wie werden die entsprechenden Gelder gesellschaftlich legitimiert?

  11. „fehlende Bereitschaft zur Selbstkritik“ in den Medien – darauf wäre ich selbst nie gekommen 😉

    Das äußerte sich vor Jahren schon darin, dass immer mehr Diskussionsforen verstärkt moderiert oder gleich ganz abgeschaltet wurden. Wer eine andere Meinung vertritt, ist ein „Putin-Troll“. Ist doch logisch!

    P.S. „Medien machen manchmal Propaganda“ – da hätte man aus pädagogischen Zwecken ein paar Beispiele anführen können.

    1. So sehe ich das auch. Medienbildung sorgt doch bloß für mehr Putin-Trolle und mehr Verunglimpfung unserer Demokratie.

      Viel besser wäre es, den Kindern Faktengläubigkeit beizubringen. Alles andere führt nur zur Spaltung der Gesellschaft – und wie soll man dann später Krieg führen?

      Medienbildung geht gar nicht. Da kann man sich die Propaganda dann sparen. Glaubt eh keiner.

  12. In den 1990er Jahren bin ich regelmäßig mit der U-Bahn zur Arbeit gefahren. Viele der Fahrgäste lasen damals die Bild-Zeitung oder ähnliche Publikationen. Ist irgendwie komisch dass damals kaum jemand über eine Art medienkompetenz diskutiert hat. Lag vermutlich daran dass die Bild nichts als die nackte Wahrheit publiziert hat.

  13. „dass wir das meiste aus der Welt gar nicht wissen und wenn dann nur so, wie Medien es für uns aufbereiten.“
    Das ist gut gesagt. Im Prinzip ist die Informationsgesellschaft nichts als ein Mythos, vielleicht nicht mal das, nur eine Fata Morgana.
    Nüchtern betrachtet ist unser Situation nicht anders als im Mittelalter, der Antike, der Steinzeit. Wirklich wissen wir nur das was in unserem selbst erlebbaren Umfeld, erweitert durch vertrauenswürdige Personen unseres Umfeldes geschieht. je weiter weg , um so nebelhafter, vager, sagenhafter die Information. Wir können lediglich prüfen ob es glaubwürdig ist. Je besser die Allgemeinbildung und das logische Denkvermögen um so besser kann man das abschätzen. Da fallen dann auch ohne spezielle Medienbildung viele Nachrichten schon durch, weil sie so widersprüchlich in sich selbst, aber auch widersprüchlich zu den Naturgesetzen, der Logik, der Mathematik sind, dass sie unmöglich der Realität entsprechen können. Fazit eine gute Allgemeinbildung und die Fähigkeit zum logischen Denken sind die beste Medienbildung.

  14. Was Frau Schiffer vorschlägt bzw. möchte, das hört sich zwar auf den ersten Blick nett an, ist doch aber in der Praxis VÖLLIG UNREALISTISCH.

    Ein neues Schulfach ist an den Schulen nicht unterzubringen, weil dafür nicht nur die Lehrer fehlen würden, sondern weil die Stundenpläne und Lehrpläne jetzt schon so umfangreich und voll sind, dass dafür einfach kein Raum wäre.

    Das Ganze erinnert an jene immer wiederkehrenden Vorschläge von allerlei schulfremden Interessengruppen, doch bitteschön auch noch ihre persönlichen Steckenpferde und Themen in den Schulunterricht zu integrieren.

    Im Grunde ist es immer so, dass jene Themen, die erziehungsschwache oder erziehungsunfähige Eltern zu Hause nicht vermitteln (können/wollen), in die Schulen verlagert werden sollen.

    Und das, obwohl doch schon der bisherige Lernstoff immer weniger und immer schlechter gelernt wird!

    Würde Frau Schiffers Vorschlag umgesetzt, so würde das mit recht großer Wahrscheinlichkeit sowohl zu Kürzungen bei anderen Fächern als auch zu noch schlechteren Lernergebnissen in schulischen Kernbereichen führen.

    Hinzu käme noch das Problem, dass ein solches neues Schulfach natürlich auch wieder von den Bildungsverwaltungen mit bestimmten durchaus subjektiven und/oder parteiischen Interessen ausgestaltet werden würde, z.B. derart, dass man bestimmten Medien gegenüber unbedingt vertrauensvoll zu sein hätte … (…)

  15. Lieber Ikarus ich weiß ja nicht auf welchem Planeten sie wohnen.Aber Heimatkunde hat nichts mit Staatsbürgerkunde zu tun.In Heimatkunde geht es um die Heimat wie es das Wort schon sagt und in Staatsbürgerkunde um ein politisches Fach.

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