
Am vergangenen Freitag fand am Pariser Platz die erste Mahnwache für den von der EU sanktionierten deutschen Journalisten Hüseyin Doğru statt – an einem symbolträchtigen Ort, denn hier hatten sich jahrelang vor der US-amerikanischen Botschaft die Unterstützer von Julian Assange versammelt und seine Freiheit gefordert. Er war von der US-Justiz wegen seiner Enthüllungen von Kriegsverbrechen im Nahen Osten verfolgt worden, am Ende verließ er mit erhobenem Haupt das britische Hochsicherheitsgefängnis. Auch damals war die Solidarität nur sehr holperig angelaufen, Journalisten-Verbände und Gewerkschaften, die großen Medien und die Parteien machten sich einen schlanken Fuß, sahen weg, hofften, dass es sie ja nicht träfe…
Heute geht es nicht um USA, sondern um die Sanktionen aus dem Hause von Ursula von der Leyen gegen einen kritischen Journalisten. Ihm wurde – Overton hat wiederholt darüber berichtet – sein Konto gekündigt, zuletzt auch das seiner Mutter – Sippenhaft ist ja in Deutschland zumindest in der Vergangenheit üblich gewesen- Unklar ist, wie er seine Ehefrau und die drei Kinder ernähren soll, darunter zwei Neugeborene. Brüssel hat sich über seine Berichterstattung über das israelische Vorgehen in Gaza und die deutsche Komplizenschaft geärgert. Dass die UNO und große Länder wie Spanien, Südafrika und Brasilien der Netanjahu-Regierung Völkermord vorwerfen, war für die EU unerheblich.
Die Sanktionen sind bereits vor über einem Jahr verhängt worden, aber in den großen Medien wird darüber kaum bzw. gar nicht berichtet. Jetzt hat immerhin der Podcaster Tilo Jung Doğru über 3 Stunden interviewt.

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