Lässt Künstliche Intelligenz innovative Wissenschaftler aussterben?

 

Bild:Pickpik.com

Mitte 2023 hatte der dänische Psychiater Søren Dinesen Østergaard von der Universität Aarhus einen Beitrag im Schizophrenia Bulletin publiziert, in dem er davor warnte, dass Menschen mit psychischen Störungen durch die Kommunikation mit generativen KI-Chatbots wie OpenGPT eine Psychose entwickeln könnten. Die kognitive Dissonanz zu wissen, dass der Chatbot keine Person ist, während sein Verhalten vom Gegenteil zeugt, könne einen Wahn auslösen. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass die Interaktion mit KI-Chatbots tatsächlich Wahnvorstellungen auslösen kann, weil diese Vorstellungen der Menschen bestätigen und sie so in eine Blase hineintreiben, die in Psychosen oder auch Selbstmord münden können.

Jetzt hat Østergaard in einem Brief an das Wissenschaftsjournal Acta Psychiatrica Scandinavica vor einer weiteren Gefahr gewarnt, die von generativer KI ausgeht. Das ist nun zwar nicht so neu wie seinerzeit die Warnung vor KI-Psychosen, sondern der Psychiater erweitert nur die Sorge, dass die Verwendung von KI zur Unterstützung kognitiver Tätigkeiten wie Schreiben, Lesen, Verstehen oder Denken bzw. zu deren Ersetzung auch die Wissenschaft beeinträchtigen wird.

Die Idee ist ebenso einfach wie auf den ersten Blick einleuchtend. Wenn kognitive Arbeit an die KI erfolgreich outgesourct werden kann, können die Kapazitäten verkümmern („cognitive offloading“). Das ist ähnlich wie andersherum, dass das Erlernen neuer Kapazitäten wie Lesen, Schreiben oder Denken nur möglich ist, wenn das Gehirn flexibel oder plastisch ist und dafür neuronale Netze übernommen werden können, die zuvor anderweitig genutzt wurden oder die neu vernetzt oder gebildet werden (“neuronal recycling hypothesis”). Das geschieht auch nach Schlaganfällen, wenn Zellen in Gehirnarealen absterben und Lähmungen, Sprach- oder Wahrnehmungsstörungen verursachen, die nach und nach verschwinden können, wenn das Gehirn den Verlust ausgleichen kann.

Gerne vergleicht man das kognitive Outsourcen von neuronalen Funktionen mit Muskeln, die verkümmern, wenn die Tätigkeiten immer weniger ausgeübt werden. Der Vergleich ist aber wohl schief, denn das Gehirn schrumpft nicht und die weniger beanspruchten Netzwerke könnten für andere Funktionen genutzt werden. Nur wäre die große Frage, was die Leere füllen könnte oder ob die Menschen schließlich „ausgesaugt“ zurückbleiben?

Der Psychiater beschäftigt sich konkret mit der Frage, was mit wissenschaftlicher Innovation geschehen wird, wenn Wissenschaftler sich immer mehr bei ihrer Arbeit der KI bedienen, die viele Aufgaben übernehmen und besser ausführen kann. Manche Menschen könnten für wissenschaftliches Denken begabt sein, aber im Regelfall würde man dies durch Ausbildung und Praktizieren lernen. Letztlich könnten wissenschaftliche Entdeckungen automatisch durch die KI erfolgen, sofern sie das vermögen, was umstritten ist, oder der einstige Wissenschaftler wird zu einem Bediener der Maschine, die Aufgaben selbständig löst oder daran scheitert.

Als Beispiel für seine Befürchtung, dass eine zu starke Nutzung von KI im Wissenschaftsbetrieb Kreativität beschädigen könnte, verweist er auf die KI-Forscher Demis Hassabis und John Jumper, die 2024 den Nobelpreis für Chemie gewonnen haben, weil sie das Potenzial der KI zur Unterstützung der wissenschaftlichen Entdeckung demonstriert haben. Sie nutzten das KI-Modell AlphaFold2 und konnten damit die dreidimensionalen Strukturen aller bekannten 200 Millionen Proteine mit großer Genauigkeit vorhersagen.

Østergaard behauptet, dass der Durchbruch nicht wegen der KI geschah, sondern auf der Grundlage der jahrelang ohne KI gelernten wissenschaftlichen Arbeitens der beiden Forscher: „Ich würde behaupten, es ist nicht selbstverständlich, dass selbst Leute wie Hassabis und Jumper das Niveau eines Nobelpreisträgers erreicht hätten, wenn die von der generativen KI-Revolution entwickelten Tools, zu denen sie selbst beitragen, schon zu Beginn ihrer Karriere – oder als sie in die Grundschule kamen – verfügbar gewesen wären.“

Begründet wird dies mit Verweis auf eine Studie von Wissenschaftlern am Media Lab des MIT, die herausgefunden und mit EEG belegt haben, dass häufige Benutzung des Large Language Models (LLM) ChatGPT relativ schnell einen Abbau von kognitiven Kapazitäten nach sich zieht (Macht die starke Nutzung von Künstlicher Intelligenz dumm?).

Wenn sie diese KI-Werkzeuge bereits in der Grundschule oder beim Studienbeginn zur Verfügung gehabt hätten, dann hätten sie „möglicherweise einfach nicht genug Gelegenheit gehabt, ihr logisches Denken zu trainieren“. Das kognitive Defizit, das dadurch entsteht, der KI die Denkarbeit zu überlassen und bestimmte kognitive Fähigkeiten gar nicht mehr auszubilden, könnte verhindern, so Østergaard, dass es künftig innovative Wissenschaftler wie Hassabis und Jumper gar nicht mehr geben wird. Wissenschaftliche Entdeckungen könnte es allerdings theoretisch weiterhin geben, wenn KI-Systeme tatsächlich imstande wären, mit welchen Methoden auch immer oder mit Versuch und Irrtum neue Hypothesen zu bilden und mit diesen Entdeckungen zu machen.

Für den Psychiater ist ein entscheidendes Problem beim kognitiven Schwund des Denkens durch Outsourcing an die Denkprothese, dass Menschen sich immer mehr auf die Maschinen verlassen müssen, aber sie nicht mehr zu verstehen und dadurch die Kontrolle zu verlieren. Wahrscheinlich bleibt dann eine schrumpfende Denkelite, die noch in der Lage ist, die intelligenten Maschinen zu kontrollieren und in ihrem Sinne weiterzuentwickeln – vielleicht auch deswegen, weil deren Gehirne Cyborg-mäßig mit KI-Implantaten ausgestattet sind.

 

Florian Rötzer

Florian Rötzer, geboren 1953, war Gründer des Online-Magazins Telepolis und von 1996 bis 2020 dessen Chefredakteur. Seit 2022 ist er Redakteur beim Overton Magazin. Er ist Autor mehrerer Bücher. In diesen Tagen erschien sein Buch In der Wüste der Gegenwart, das er zusammen mit Moshe Zuckermann geschrieben hat.
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58 Kommentare

  1. Sind Journalisten und Propagandisten die ersten Opfer.
    Oder die zweiten?
    [] Ja
    [] weeß ick nu wirklich nich
    [] Gott-sei-Dank
    [] Gott sei bei uns
    [] ______________

    1. Das alte deutsche Sprichwort – hilf dir selbst, so hilft dir Gott – zeigt das der Mensch Gott ist und sich hilft, in dem er selbstbewusst und eigenverantwortlich denkt.

    2. Ganz klar. [x] Ja. Die ersten und zweiten.

      „Für den Psychiater ist ein entscheidendes Problem beim kognitiven Schwund des Denkens durch Outsourcing an die Denkprothese, dass Menschen sich immer mehr auf die Maschinen verlassen müssen, aber sie nicht mehr zu verstehen und dadurch die Kontrolle zu verlieren. Wahrscheinlich bleibt dann eine schrumpfende Denkelite, die noch in der Lage ist, die intelligenten Maschinen zu kontrollieren und in ihrem Sinne weiterzuentwickeln – vielleicht auch deswegen, weil deren Gehirne Cyborg-mäßig mit KI-Implantaten ausgestattet sind.“

      Ja klar. Eine Wissenschaft, die die Wissensresultate nicht mehr versteht. Ist das nicht ein Widerspruch. Denn Wissenschaft ist bekanntlich, was Wissen schafft. Ah – Mentat – ganz was neues. „Allein durch meinen Willen setzt sich mein Geist in Bewegung und Sapho-Saft verleiht den Gedanken Geschwindigkeit. Zur Warnung entstehen auf den Lippen Flecken. Durch meinen Willen setzt sich mein Geist in Bewegung.“ Journalisten sollten aufpassen, dass sie ihren kognitiven Schwund nicht in ihren Artikeln outsourcen.

  2. Die gleichen Kriterien gelten auch für Ökonomien als ganzes ..
    KI ist wie andere Technologien auch, man kann diese für echt progressive Entwicklungen einsetzten, oder aber auch das Gegenteil…
    Der Gesellschaftliche Rahmen macht am Ende die Vorgaben ..
    Ich persönlich mag Googles KI zb, echt schon viele hilfreiche Tipps mir gegeben gerade bei Problemen OS, wenn es um Mechanismen ging die tief in solchen Systemen verankert sind ..
    Google hat mir also geholfen , geistig gesund zu bleiben o)))))
    Das eigentliche Problem ist Kommerz, die Anbieter müssen Milliarden verdienen wenn Ihre Produkte rentabel sein sollen, sonst sind Sie weg vom Fenster ..
    Wie viele Psychosen oder Neurosen werden alleine durch unerwiderte Liebe ausgelöst ?
    Hat man jemals angefangen diese daraufhin Kritischer zu sehen ?

  3. Künstliche Intelligenz entsteht auf der Grundlage menschlicher Intelligenz und kann entweder der Menschheit dienen ihre Würde zu schützen oder aber auch dazu verhelfen, dass die Menschheit ihre Würde verliert. Ganz wie die menschliche Intelligenz, die künstliche Intelligenz erstellt, entweder mit Vernunft oder Unvernunft.
    Jetzt nochmal für diejenigen, die mit dem Begriff Intelligenz Schwierigkeiten haben. Intelligenz bedeutet Verstand, >Verstand wiederum bedeutet Wissen zu besitzen, gepaart mit dem Können es anzuwenden und dann das Wissen entweder mit gesundem Menschenverstand/Vernunft angewandt oder aber mit krankem Verstand/Unvernunft, wobei man Vernunft auch mit edlem Handeln bezeichnen kann.

  4. KI-Mann der Stunde war im Januar/Februar ein gewisser Peter Steinberger, ein Softwareentwickler, der eine Computerumgebung geschaffen hat, in der sich sog. KI-Agenten austoben können. Der zuständige Heise-Redakteur, der das untersucht hat, war ganz aus dem Häuschen.

    Steinberger wurde ganz schnell von OpenAI einkassiert, bevor er größeren Unsinn anstellen kann. Da sind die Yanks schnell, wenn es um die Rekrutierung von Talenten geht, und Europa schaut in die Röhre.

    1. Ach, ich konnte iim bloßem Zusammenpappen von verschiedensten Agenten keinen Fortschritt erkennen. Ein möglicher Fortschritt wäre für mich eher so was wie z.B. die Möglichkeit des instantanen Korrigierens von Gelerntem, Soweit ich weiß, muss eine LLM bislang immer wieder von Grund auf neu trainiert werden, wenn sich irgendwelche Trainingsdaten verändert haben.

  5. Diese blödsinnigen Systeme werden langfristig für flächendeckende Verblödung sorgen. Denken lassen ist eben weniger anstrengend, als selbst zu denken.

    1. Flächendeckende Veblödung ist schon längst durch links- woke Bildungspolitik eingetreten. KI kann hierzulande in dem Bereich nicht mehr viel Schaden anrichten.

      1. … vor allem können sich die Verblödeten dann ein „Dr.“ vor den Namen oder das Pseudonym setzen und glauben dann, das reiche schon aus, nicht wahr?

  6. Die Argumentation klingt so, als ob man bei der Einführung des Buchdrucks eine Verdummung vorhergesagt hätte, da man sich ja künftig nichts mehr merken müsste, weil ja nun alles aufgeschrieben sei.

    Wer davon ausgeht, dass unabhängig von KI sich wissenschaftliches / schöpferisches Arbeiten nicht ändert, der wird eine Verdummung feststellen. Wer die Veränderungen im wissenschaftlichen Arbeiten betrachtet, der wird eher eine Zunahme von Kreativität feststellen, da Wissenschaft von monotonen Routineaufgaben entlastet wird. Im Journalismus wird man sehen, wie wenig/wieviel Kreativität und wieviel/wie-wenig technisches Handwerk im Beruf steckt.

    In der Schule wird man den von lexikalischen Wissensverständnis curricular geprägten Unterricht zugunsten von problemorientierten/projektorientierten Unterichten zurückdrängen müssen. Aktive Schülerbeteiligung steht sowieso viel zu sehr im Schatten von Frontalunterricht.

    Ein kritisches Verständnis und Problembewusstsein fördern solch vereinfachte Betrachtungen, wie im Artikel, eher nicht. Sie bedienen höchstens eine wenig rationale, generelle Technikfeindlichkeit.

    1. „Die Argumentation klingt so, als ob man bei der Einführung des Buchdrucks eine Verdummung vorhergesagt hätte, da man sich ja künftig nichts mehr merken müsste, da ja nun alles aufgeschrieben sei.“

      Sehr witzig. Um mit Büchern irgendetwas anfangen zu können, mußten die Menschen erstmal lesen lernen.
      Das hat überhaupt erst einen Bildungsprozeß ausgelöst.
      Zur Befragung von KI langt es, seinen Elektroschnuller bedienen zu können.
      Wer heute anfängt, Informatik zu studieren, sollte nicht unbedingt erwarten, einen Job zu bekommen.
      Macht vermehrt schon die KI.
      Und wer nicht kapiert, daß sich damit ein umgekehrter Prozeß wie beim Buchdruck anbahnt, hat den Schlag nicht gehört.

        1. Vielleicht sollte man einfach mal etwas weiter denken als bis zur nächsten Wand?
          Das können Sie schon hier im Forum sehen, wo es vermehrt Beiträge mit „Ich hab mal die KI gefragt …“ gibt.
          Es ist ja alles so bequem.
          Das Beispiel der Informatiker hatte ich schon angeführt.
          Mit Ingenieuren, Architekten wird es ähnlich laufen.
          Verwaltung wird durch KI erledigt werden.
          Gestern sah ich einen Beitrag, da übten angehende Psychologen mit KI-Patienten.
          Lehrpersonal wird zumindest teilweise durch KI ersetzt werden.
          Es wird schon mit autonom fahrenden Bahnen experimentiert.
          KI produziert Texte, Musik, Bilder, vermutlich bald ganze Filme.
          Wozu sollte man überhaupt noch was lernen? Glauben Sie Deutschland benötigte 40 Millionen KI-Entwickler und -Bediener?
          Hinzu kommt die Frage: Wem gehört die KI?
          Wenn Sie ein Buch kaufen, gehört es ihnen. Glauben Sie im Ernst, Amazon et.al. würden ihnen dauerhaft nennenswerte KI und das Wissen der Menschheit kostenlos zur Verfügung stellen?
          Vielmehr wird irgendwann die Frage gestellt werden, wozu man Sie eigentlich noch braucht.

          1. Glauben Sie im Ernst, Amazon et.al. würden ihnen dauerhaft nennenswerte KI und das Wissen der Menschheit kostenlos zur Verfügung stellen?

            Die Chinesen tun es (deepseek, qwen usw.) und sie sind nicht die einzigen, mir ist bewusst, dass das mangels geeigneter Hardware für Endanwender z.Z. nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, gehe aber davon aus, dass sich das absehbar mal ändert (ich habe nämlich keinen Bock auf Abos bei den Konzernen).

            Wozu sollte man überhaupt noch was lernen? Glauben Sie Deutschland benötigte 40 Millionen KI-Entwickler und -Bediener?

            Die Komplexität verlagert sich m.E. nur eine oder einige Ebenen weiter nach oben, ein Mensch kann mit Hilfe von KI künftig Dinge tun, für die man früher ein Team und Monate an Zeit brauchte (z.B. auch selbst eine KI aufsetzen, ein Portal wie Amazon oder ein Betriebssystem programmieren etc. pp.)!

            Das setzt aber voraus, dass er damit umgehen kann, dass er weiß, was es alles gibt und wie man es kreativ anwendet und kombiniert usw. Werden das alle können und nutzen? Natürlich nicht! Aber auch dafür werden sich Lösungen finden lassen.

            Ich sehe das eher so, dass sich der Fokus menschlicher Existenz von der extrinsischen Motivation der Verwertung menschlicher Arbeitskraft (was bisher unverzichtbar war, um überleben zu können) hin zur intrinsischen Motivation der Bewusstwerdung und des Erkenntnisgewinns verlagert. Vielleicht bin ich da ein bisschen zu pathetisch, der Prozess bedeutet eine steile Lernkurve und anfangs vermutlich viele Schmerzen, aber die Möglichkeiten sind einfach unvorstellbar und aufregend! Das könnte nicht weniger als eine neue Epoche der Menschheit bedeuten… ich finds jedenfalls ausgesprochen spannend (und durchaus auch beängstigend), das mitzuerleben.

            1. Die Chinesen sind auch keine Kapitalisten.
              Die Verlagerung nach oben, die Sie beschreiben, bedeutet ja auch einen massiven Rationalisierungsschub. Wofür man früher fünf Leute brauchte, langt dann einer.
              Was bleibt für die anderen vier? Pizzabote oder Militär.
              In Verbindung mit anderen Maschinen wird letzendlich alles, was geht, automatisiert werden.
              Und die Ablösung von extrinsischer zu intrinsischer Motivation würde ja auch ein leistungsloses, existenssicherndes Einkommen benötigen.
              Zudem zweifle ich an der Fähigkeit der meisten Menschen dahingehend.
              Es gibt genügend Rentner, die gerne weiterarbeiten wollen, weil sie sonst nicht wissen, was sie mit ihrer Zeit anfangen sollen.
              Letzt sah ich eine Reportage über Grönländer, da ging es um eine Wohngruppe für „schwierige“ Jugendliche. Der Sozialarbeiter beschrieb einen Sinn- und Autonomieverlust als Problem. Früher hätten sie alles selbst produziert, was sie benötigten, heute könnten sie im Grunde nichts mehr, weil man alles kaufen könne. In Kanada ist wohl die Hälfte aller Inuit beim Staat angestellt, mangels Arbeitsmöglichkeiten. Die pflegen dort die Landschaft, davon haben sie ja genug. Aber das geht im gegebenen System natürlich nur, weil das nur ein Bruchteil der Bevölkerung ist.

    2. “ In der Schule wird man den von lexikalischen Wissensverständnis curricular geprägten Unterricht zugunsten von problemorientierten/projektorientierten Unterichten zurückdrängen müssen. Aktive Schülerbeteiligung steht sowieso viel zu sehr im Schatten von Frontalunterricht.“

      Wodurch ist diese Behauptung bewiesen?

      Ich verfolge – auch durch familiäre und persönliche Bindungen- „neue“ pädagogische Ansätze in Berlin seit Jahren und Jahrzehnten. Die kommen ständig mit geschwollenem Neusprech daher, wollen pädagogische Konzepte der Vergangenheit überwinden und sind alle, wirklich alle ausnahmslos gescheitert. Berliner Schulen produzieren in ständig steigendem Maße funktionelle Analphabeten und dass es in Deutschland überall ähnlich ist, beweisen die internationalen Vergleiche.
      Werden solche Ergebnisse bekannt, herrscht für ein paar Tage die schon ritualisierte Aufregung und es kommen „Konzepte“. Am besten was mit “ Digitalisierung “ . Wir brauchen dringend mehr Elektronikschrott in den Klassen. Dann schüttelt man sich und es geht weiter – abwärts. Irgend ein neues ideologisches pädagogisches Konzept ohne den Hauch von Evidenz findet sich.
      Das ist dann aber oft schon ohne Bedeutung, weil zunehmend überhaupt nichts mehr stattfindet, was noch Unterricht ist. Fehlende Disziplin, fehlende Sprachkenntnis, fehlende Fachlehrer, Inklusionexperimente, ……..
      Da spielt es dann irgendwann keine Rolle mehr, welche neue didaktische Sau durchs Dorf getrieben wird.

      1. Sie schreiben weder wovon sie genau reden, noch was die konkreten Hintergründe des von Ihnen postulierten angeblich durch Schulreformkonzepte verursachten Schulversagens sind. Ihre pauschalisierende Argumentation ist bei einer Problemanalyse wenig hilfreich.

        Die strukturellen Defizite des Schulwesens mit Unterfinanzierung, das auf Ausschuss angelegte drei Klassenschulsystem bei Bevorzugung von Gymnasien, die Schaffung von (übergroßen) Problemschulen bzw. sozialer Brennpunktschulen, zu große Klassen bei zu geringer pädagogischer Betreuung, sind seit Jahren bekannt.

        An den daraus resultierenden Problemen den Erfolg oder das Scheitern schulreformerischer Ansätze auszumachen, ist einfach unsinnig. Und ja, der klassisch curricular ausgerichtete Frontalunterricht mag zwar in gewisser Weise bequem für die sich darin eingerichteten Lehrer sein, aber die dadurch bedingte menschliche Versagerquote an aussortierten Schülern ist einfach zu groß

        1. Was erwarten Sie hier denn an Tiefe in einem Chatforum. Der Vorkommenentator hat sehr viele richtige Problempunkte angesprochen. Aber man kann natürlich alles zerreden! Bestes Beispiel dafür sind die Lehrergewerkschaften gerade in sen Stadtstaaten und die Lehrerkonferenzen!

  7. Jetzt wird es ernst: die KI soll richtig schwere Aufgaben lösen:
    https://www.spektrum.de/news/verschluesselte-mathematik-beweise-fordern-ki-heraus/2308813

    Ja doch, da müssen sie dann richtig denken. Das geht nicht mit irgendwelchen Wortfolgen. Schaffen die das? Ich tippe ja.

    Aber noch ist es so, dass man ihnen eine Aufgaber stellen muss. Von selbst produzieren sie keine Ergebnisse. Von daher ist die Verblödung noch nicht das endgültige Resultat. Ein Wissenschaftler könnte die KI nutzen, um erst mal seine Irrtümer zu erkennen. Das ist in der Mathematik sehr häufig, denn es ist da alles anders als man denkt. Aber der, der das Resultat erzielt, ist immer noch der Mensch.
    Es ist also eine positive wie auch negative Entwicklung denkbar. Es empfiehlt sich also, sich positiv zu verhalten. Erzwungen vom Kapitalismus, der einem sonst die Brötchen auf dem Tisch verweigert.

    War schon immer so.

    1. Die KI muss das doch nur abschreiben und als Plagiat einigermaßen glaubhaft reproduzieren. damit ihr die vollverblödete Menschheit zu Füßen liegt, leider…

      Mathematische Beweise zahlen eben nicht die Miete.

  8. Wow, mal ganz was Neues !
    Das Thema hatten wir ja noch nie; schön, daß sich dessen endlich einmal angenommen wird.
    Und erst inhaltlich : ein Potpourri voll anregender, noch nie dagewesener und unglaublich erkenntnisreicher Gedanken.
    Ich neige mein Haupt in Demut vor so viel Weisheit.
    Darauf einen Bruce & Bongo…

    1. Das Verlernen von Dingen ist nicht Voraussetzung um Neues zu erlernen. Der verfügbare Platz im Gehirn ist nicht das Problem. Die Grenzen liegen eher beim Zeitaufwand, um Wissen abrufbar zu halten.

      1. Das Gehirn hat eine begrenzte Speicherkapazität. Natürlich kann man sich nicht alles merken und nicht alles trainieren, man hat ja auch nicht unbegrenzt Zeit.

        Natürlich muss man nicht erst was verlernen, das Gehirn ist nicht zu 100% ausgelastet, aber hier gings ja auch mehr ums Prinzip das man in Zukunft bestimmte Sachen erst gar nicht mehr lernt. Wer kann heute noch mit nem Rechenschieber umgehen, wird halt nicht mehr gebraucht.

  9. Makroplastik
    ich habe eben wahrscheinlich mit meinen veganen Tortellini einen tüchtigen Brocken Plastikfolie verschluckt, der da einfach so drin war. Das hört sich erst mal schlimm an, ist aber nicht so gruselig, als wenn das vorher zu Weißwurst vermahlen und mit 3 Litern Weißbier heruntergespült werden sollte. Der menschliche Organismus ist dafür einfach nicht gemacht aber im Mittelalter war das noch kein Problem und für Leni Riefenstahl wäre es auch kaum eines gewesen.

  10. Seid wann benötigen wir KI zur Verblödung der Menschheit?
    Um das Denken einzuschränken und eine Verblödung der Massen herbeizuführen, reicht unser Schulsystem mit der Flut von Einser-Abiturienten sowie die Mainstream-Medien und der ÖRR vollkommen aus!
    -Putin ist Schuld
    -Die Ukraine verhindert, das Russland Westeuropa angreift
    -Putin ist Schuld
    -Wir können uns den Sozialstaat nicht mehr leisten (glauben lt. NDS 64% inzwischen )
    -Putin ist Schuld
    -Die Russen haben uns das Gas abgedreht, Putin ist Schuld
    -Die Rentner leben auf Kosten der jungen Generation
    -Wir müssen privat vorsorgen, die Renten können nicht mehr bezahlt werden
    -Putin ist Schuld
    -Die Steuern für Unternehmen müssen gesenkt werden, damit wir wieder wettbewerbsfähig sind
    -Aufrüstung schafft Arbeitsplätze
    -Putin ist Schuld und Navalny war ein Freiheitskämpfer, Putin hat ihn ermordet
    -Wer keine Arbeit findet ist faul und selbst schuld
    -Wir müssen die Demokratie schützen und aktiv gegen Delegetimierung des Staates vorgehen
    -Putin ist Schuld
    -Wir müssen amerikanische Raketen aufstellen, um Putin abzuschrecken
    -Putin ist Schuld und wir brauchen die Atombombe
    Noch mehr gefällig?
    Wozu brauchen wir zur Verblödung KI?
    Die Verblödung der Massen ist doch längst erfolgreich installiert, wie die Wahlergebnisse jetzt und in Zukunft zeigen! Dazu ist keine KI nötig!
    Die „Wissenschaft“ hat sich immer schon prostituiert und den Mächtigen angedient. Ob da die Intelligenz durch KI gemindert wird oder nicht, ist von daher Jacke wie Hose!
    Habe ich übrigens schon erwähnt, Putin ist Schuld!

    1. @Wallenstein

      Den von dir genannten Punkten ist zuzustimmen; nicht zu vergessen sind hier jedoch die exakt konträren Positionen der Gegenseite, welche Putin und Xi realitätsfremd ebenso verherrlichen und als fertige Thesen genauso wenig zum als Anreiz zum eigenständigen Denken taugen. Sie werden genauso unreflektiert in die Welt posaunt und nachgeplappert und unterliegen somit auch dem betreuten Denken; nur sind die Betreuer eben andere…

      Nichts und niemandem zu folgen bedarf natürlich einer gewissen geistigen Unabhängigkeit und genau daran scheitert schlussendlich eine friedliche Welt. Man folgt lieber den Fertigprodukten unserer machtvoll auftretenden Schwätzer und behält sich nur den Wunsch nach der Wahl des Führers vor.

      Das sind wir in unserer parlamentarischen Demokratie eben nicht anders gewohnt…

      1. Parlamentarische Demokratie ?
        Verherrlichung von Putin und Xi, wenn man die Kriegsbesoffenheit, Zerstörung der Wirtschaft und vernünftiger Energieversorgung kritisiert?
        Malen Sie sich ruhig die Welt vom Sofa aus schön und verbreiten sie weiterhin die Tagesschau-Wahrheiten!

  11. Daß bestimmte kognitive Fähigkeiten nicht ausgebildet bzw. gezielt unterdrückt werden, ist keine Neuerung der vierten industriellen Revolution im Rahmen der Steuerung durch zu Propagandazwecken so bez. KI. Es ist lediglich eine weitere Verschärfung dessen was ohnehin während des totalitären Umbaus und während des zuvor bereits latent faschistoid kapitalistischen Systems praktiziert wird.

    Das gehört dazu, ebenso wie das Wehklagen und die praktizierte Heuchelei darüber, während man die Selbstzerstörung betreibt und sind somit genauso ständige Begleiter.

  12. Wissenschaft kann sehr eintönig sein. Niemand will tausende Bilder nach Pulsaren absuchen, oder jegliche mögliche Zahlenkombination durchspielen um einen Code zu knacken. Dafür wurden Computer erfunden und spezialisierte Software geschrieben, keiner ist deswegen dümmer geworden.

    Wenn jetzt jemand seine Daten einem zwecks Profit gehypten Spielzeug füttert, oder gar die Analyse oder den Versuchsaufbau auslagert, dann bezweifle ich dass da der Gesellschaft gross kognitive Kapazitäten verloren gehen: Jemand der nicht versteht wie „KI“ funktioniert hat als Wissenschaftler nichts verloren.

    Das Problem liegt mehr beim Verlust von Wissen und der Erosion der Quellen. Wikipedia war schon schlimm genug (von Kopiloten verwaltet, viele Links unter Quellen sind seit Jahren tot). Jetzt wo viele die „KI“ fragen wird Wissen evtl bald proprietär. Konzerne wie Google dominieren jetzt schon das Spektrum der verfügbaren Informationen, die „Optimierung“ von Suchmaschinen für Werbung und Zensur zeigt den Weg.

  13. Wer den 95% Prozent Wissenschaftlern bei Corona oder beim Klima geglaubt hat, der darf jetzt gerne auch der KI vertrauen.
    Ob Wissenschaftler verdummen, wenn sie KI einsetzen?
    „Es kommt darauf an.“ Sagt Radio Eriwan.
    Oft ernten die dümmsten Wissenschaftler die dicksten Kartoffeln.

  14. Wenn man unter „innovativer“ Wissenschaft das Gendergewese und Teile der modernen Geisteswissenschaften versteht, dann ist Alarmstufe Rot, denn im Bullshit labern reicht niemand einer LLM das Wasser. Auch Unternehmensberatungen sind gefährdet, ebenso wie Politiker, wenn das albanische Modell Schule macht. Alle Anderen können sich wieder hinlegen oder ihrer Arbeit nachgehen.

  15. Wir gründen ein‘ Idiotenclub und laden dazu ein.
    Bei uns ist jeder gern geseh’n, nur blöde muß er sein.
    Bei uns gilt die Parole, blöd bis in den Tod.
    Und wer der Allerblödste ist, wird oberster Idiot.
    (altes Kinderlied)

  16. Die Gefahr, die der Menschheit durch die Nutzung von KI droht, liegt nicht so sehr darin, dass heutigen Wissenschaftlern die Gehirne „verkümmern“. Es sind die nachfolgenden Generationen, die die Fähigkeiten nicht mehr aufbauen werden. Der Durchschnitts-IQ wächst in westlichen Gesellschaften seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr.
    Der Buchdruck (mit beweglichen Lettern) stellte zwar eine bahnbrechende Erfindung dar, ermöglichte aber lediglich die Erhöhung der Quantität der damit zu produzierenden Bücher und Schriftstücke. So konnten immer breitere Schichten Lesen lernen. Heutzutage muss Wissen nicht mehr auf Papier gedruckt werden. Man kann am Bildschirm lesen, was andere geschrieben haben. Wir schreiben fast nur noch mit Tastaturen oder diktieren Texte, die dann in Zeichen umgewandelt werden. Durch das Fehlen der Anforderungen für eine Handschrift, geht eine wesentliche Quelle für die Entwicklung von Feinmotorik verloren. Wer das nicht erkennt und gegensteuert, wächst ohne diese Fähigkeiten auf. Der Prozess des Lernens baut aber auch darauf auf. Indem der Schüler oder Student etwas hören und auf Papier bringen muss, passiert im Gehirn wesentlich mehr. Das Gehörte wird durch Nervenbahnen zur Hand geleitet. Die Augen sehen den Schriftzug und leiten ihn noch einmal zum Gehirn. Diese mehrstufige Verarbeitung trägt wesentlich dazu bei, sich das ursprünglich nur Gehörte besser abzuspeichern und wiedergeben zu können. Unser Gehirn speichert Wissen nicht wie ein Computerchip. In dem äußerst wichtigen Abschnitt macht der dänische Psychiater genau auf solche Folgen aufmerksam.
    „Ich würde behaupten, es ist nicht selbstverständlich, dass selbst Leute wie Hassabis und Jumper das Niveau eines Nobelpreisträgers erreicht hätten, wenn die von der generativen KI-Revolution entwickelten Tools, zu denen sie selbst beitragen, schon zu Beginn ihrer Karriere – oder als sie in die Grundschule kamen – verfügbar gewesen wären.“
    Wir sollten diese Warnungen ernst nehmen und rechtzeitig untersuchen. Wenn wir uns nur auf die Zeitersparnis als wesentlicher Vorteil der Nutzung von KI konzentrieren, könnten uns die unbeabsichtigten schädlichen Nebenwirkungen entgehen.

  17. Na, da wurde für diejenigen, welche eh schon nix von Bildung und Aneignung von grundlegenden Minimalfähigkeiten halten, jetzt ein wunderbares „Argument“ frei Haus geliefert: „Sorry, ich muss meine Kapazitäten gut einteilen…“

  18. Erstmal sollte man abgrenzen, was für Formen von KIs gemeint sind. Die Struktur von LLMs ist nur bekanntes Wissen aufsammeln zu können und in intelligenter Form abfragbar zu machen. Das ist also eine Suchmaschine auf Bekanntem.

    Manchmal hat Wissenschaft selbst das Bekannte unter einem gewissen Gesichtspunkt nicht herausgearbeitet. Diese Arbeit kann also ein LLM extrem schnell erledigen.

    Aber Wissenschaft besteht gerade auch darin wirklich Neues zu entdecken, dass noch nicht dokumentiert ist und in sofern von einem LLM auch nicht gelernt worden sein kann, also auch nicht abfragbar ist.

    Wissenschaften, die viel mit Datenauswertung arbeiten können natürlich per RAG diese viel schneller auswerten. Aber trotzdem ist Teil von jeder Wissenschaft Daten zu erschaffen.

    Wenn man im Teilchenbeschleuniger nichts misst, findet man auch keine neuen Teilchen. Wenn man nicht die Erde umgräbt, kann man keine Scherben oder Skelette finden. Wenn man den Ozean nicht besucht, findet man auch keine neuen Tiere.

    Zudem sind LLMs Komprimierer: jede Auskunft hat Ungenauigkeiten. Auch das ist im wissenschaftlichen Bereich 1:1 oft nicht akzeptabel. Man muss also als wissenschaftlicher Nutzer diese Probleme aktiv erkennen und beheben.

    In sofern löst sich die These des Artikels sehr leicht auf in mehreren Dimensionen.

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