
Pete Hegseth will aggressiv, großspurig und männlich auftreten, am liebsten ist er ein Vorbild für die Manosphere. Das Verteidigungsministerium taufte er schnell zum Kriegsministerium um und tritt seitdem als Kriegsminister auf. Das ist er auch geworden, nachdem durch einen militärischen Coup der venezolanische Präsident mit seiner Frau gekidnappt wurden und die USA an der Seite von Israel einen Angriff auf den Iran starteten, in dem sich die kraftstrotzende Propaganda der Letalität und des Siegens seit Monaten zerlegt hat, während neue wirtschaftliche und geopolitische Probleme gewachsen sind. und der Kriegsminister aus seiner und Trumps Warte ein schlechtes Bild abgibt.
Hegseth soll mit dem Militär letztlich die Machtpolitik von Trump durchsetzen. Wer keinen Deal im Sinne Trumps eingehen will, wird militärisch mit der größten Streitmacht aller Zeiten bedroht, für die Trump nun einen Etat von 1,5 Billionen US-Dollar fordert. Im Dekret zur Umbenennung des Ministeriums heißt es: „Der Name ‚Kriegsministerium‘ sichert mehr als der derzeitige Name ‚Verteidigungsministerium‘ den Frieden durch Stärke, da er unsere Fähigkeit und Bereitschaft demonstriert, im Namen unserer Nation jederzeit Kriege zu führen und zu gewinnen, nicht nur zu verteidigen. Dieser Name schärft den Fokus des Ministeriums auf unser eigenes nationales Interesse und den Fokus unserer Gegner auf unsere Bereitschaft und Verfügbarkeit, Krieg zu führen, um zu sichern, was uns gehört.“
Zur von MAGA geförderten Männlichkeit gehört der muskelbepackte, durchtrainierte und mit Steroiden und Proteinen hochgepumpte Körper und Looksmaxxing für ein markantes männliches Gesicht, das Entschlossenheit mit Kampf- und Gewaltbereitschaft demonstrieren soll. Beim gewichtigen Trump, der sich auf dem Golfplatz vergnügt, aber nicht im Fitnesszentrum schwitzt, wird man diesen maskulinen Körper nicht finden, aber die Untergebenen sollen bloß keine verweichlichten Schlappschwänze sein, sondern Kämpfer und Krieger, die auf Befehl töten und zerstören. Die Frauen sollen zu ihnen aufschauen und dem Mann brav Kinder liefern, in der Truppe sieht sie Hegseth skeptisch.
Die neueste Initiative des Kriegsministers ist, die männliche Truppe mit Testosteron kriegstüchtig zu halten. Er propagiert „High-T“ und bezeichnet das Ministerium in seinem Video mit der Ankündigung auch als „High-T Department“. Damit liegt Hegseth im Trend: Der Verkauf von Testosteronampullen oder -gels boomt, vor allem bei jüngeren Männern, die einen schnellen Muskelaufbau wünschen. Nach einer Studie des Bundesamtes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) nahmen die Testosteron-Verschreibungenzwischen 2009 und 2023 um 50 Prozent zu. Bei den 20- bis 29-Jährigen hat sich die Zahl verdoppelt und Menge verfünffacht. Das Bundesamt spricht vom Verdacht, dass viele Verschreibungen „außerhalb der zugelassenen Indikation“ geschehen. Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs, online kann man ohne Probleme Testosteron bestellen.
Auch in den USA wird Testosteron zum Modehormon für Männer, die um ihre Männlichkeit bangen oder allgemein glauben, sie könnten damit, Mangel hin oder her, ihre Gesundheit optimieren. Gesundheitsminister Kennedy hat den Mangel schon als „existentielle“ Bedrohung der Menschheit bezeichnet, weil seit einiger Zeit weltweit bei Männern der Testosteron-Spigel sinkt. Er verwies auf den Arzt von Trump, der bei diesem „die höchsten Testosteronwerte“ festgestellt habe, „die er je bei einer Person über 70 gesehen hat“.
Jährlich sollen nun im Rahmen der Gesundheitsprüfung die Soldaten und Soldatinen über 30 getestet werden, ob ihr Testosteronspiegel hoch genug ist. Die Jüngeren können dies freiwillig machen. Die vorgeschriebene regelmäßige Gesundheitsprüfung auf die medizinische Verfassung, die psychische und Verhaltensgesundheit und die Einsatzbereitschaft wurde zur ersten Amtszeit von Trump 2016 eingeführt.
Wer zu geringe Testosteron-Werte aufweist, kann sich (noch) freiwillig einer Hormonersatztherapie unterziehen. Ab welchen Werten dies möglich sein soll oder erwünscht wird, ist noch nicht bekannt. Werte unter 8 nmol/L gelten als pathologisch. Hegseth verkauft den Test als Fürsorglichkeit: „Wir sind unseren Soldaten die absolut beste medizinische Versorgung der Welt schuldig, und dieses Programm wird dieser Verpflichtung gerecht. Sich um die langfristige Gesundheit zu kümmern bedeutet, dafür zu sorgen, dass man stark, widerstandsfähig und leistungsfähig bleibt – nicht nur für den nächsten Einsatz, sondern für den Rest des Lebens, damit man auch lange nach dem Ablegen der Uniform ein erfülltes Leben führen kann.“
Testosteron-Mangel tritt bei älteren Menschen ab 30-40 Jahren auf und kann zu depressiver Stimmung, Müdigkeit, nachlassendem Sexualtrieb, mehr Bauchfett und Verlust an Muskelmasse führen. Bei jüngeren Männern kann Testosteron Unfruchtbarkeit verursachen.
Hegseth ist besorgt, dass die amerikanischen Frauen und Männer in der Truppe degenerieren. „Unser entscheidendster taktischer Vorteil wird immer der einzelne Soldat sein. Wir haben die heilige Pflicht, diesen Vorteil zu bewahren.“ Der Kriegsminister, der wie andere der Trump-Regierung bigott ist und mit Religion herummacht, was aber seinen kriegerischen Pathos und das Töten von Feinden nicht beeinträchtigen soll. Ob der einzelne, muskelbepackte Soldat schon jetzt ein taktischer Vorteil ist, kann man bezweifeln. Begonnen hat bereits der Präzisionsraketen-, Drohnen- und Roboterkrieg mit dem Einsatz von KI. Es werden zunehmend autonome Waffensysteme eingesetzt werden. Muskelkraft oder überhaupt wetware ist da kaum mehr von Nutzen, sondern es geht um die Entwicklung, Steuerung, Reparatur und schnelle Anpassung von intelligenten Maschinen aus der Ferne. Demonstrierte Männlichkeit ist nicht gefragt. Das wissen die Militärs natürlich schon lange, aber für das Volk wird das Bild der gestählten Männer und (vielleicht) Frauen propagiert, die angeblich die Interessen der USA schützen bzw. durchsetzen.
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Inwiefern ist Hegseth zum Kriegsminister „geworden“? Das war er von Anfang an, wie alle „Verteidigungsminister“ der USA zuvor auch. Die USA haben nach Auskunft des US-Kongresses 251 Kriege und militärische Interventionen unternommen, und das allein seit 1991! Seit dem 2. WK ist dieses Land im Dauerkrieg gegen alles und jeden! Trump war nur so ehrlich, das zuzugeben, nachdem er in seiner ersten Amtszeit noch den „Friedensmacher“ spielte.