Krieg der Lügen

Bild: US CentCom

 

Die Sprache ist das erste Medium zur allgemeinen Kommunikation, das Menschen entwickelt haben. Doch die Sprache schafft gleich zwei fatale Möglichkeiten des Missbrauchs: Jede Aussage kann auch Lüge sein und durch sprachliche Befehle der Anführer und Gehorsam der anderen wird Krieg ermöglicht.

Die Kombination dieser Möglichkeiten führt zu einem Krieg der Lügen, wie er zur Zeit alle Medien und die realen Kriegsschauplätze beherrscht.

Mit der Sprache kann man Nachrichten übermitteln und Befehle erteilen. Darüber hinaus gibt es noch künstlerische, spielerische, also völlig freie Formen von Sprache, die keine eindeutige Funktion haben. Ähnliche Formen der Kommunikation gibt es auch bei Tieren: Drosseln können singen, Tauben turteln miteinander.

Die ersten Worte und Sätze

Wir konzentrieren uns auf die zwei zentrale Funktionen von Sprache: Information und Befehl. Stellen wir uns vor, wie die Sprache sich entwickelt hat, bei urzeitlichen Menschen, die den aufrechten Gang in der Savanne oder Steppe gelernt hatten. Sie begannen damit, sich selbst, gegenseitig und den Tieren ihrer Umgebung, Namen zu geben.

Die erste Nachricht könnte gelautet haben: Da ist ein Löwe. Und die Abstraktion der Sprache beginnt, wenn jemand berichtet: Da war ein Löwe oder hinter dem Busch ist ein Löwe. Dann könnte ein anderer in der Ursprache etwas rufen wie: Haut ab! Das wäre schon der erste Befehl. Ein anderer Befehl könnte auch lauten: Zum Angriff! Zu den Waffen!

Die Übertragung von genaueren Informationen und das Befehlen zu bestimmten Handlungen, sind zwei Funktionen der Sprache, die den Menschen, seit den Anfängen, einen Vorteil gegenüber der sprachlosen Tierwelt verschafft haben.

Das setzt sich mit der Entwicklung der Sprache endlos fort. Viele bedeutende Bücher sind geschrieben worden, um den Menschen, mit Worten, die Welt zu erklären und ihnen dann, mit der Autorität der Wissenden, Handlungen vorzuschreiben, was sie zu tun haben und was sie lassen sollen. Um solche Erklärungen und Anweisungen soll es im Folgenden nicht geben, es geht um Fehlfunktionen der Sprache, um die offensichtlichen Nachteile, die ihr Gebrauch haben kann.

Die Möglichkeit zu lügen

Alles, was mit Worten gesagt wird, kann auch Lüge sein. Schon die erste sprachliche Äußerung, die sich nicht unmittelbar auf die Realität bezieht, kann falsch oder bewusst gelogen sein. Wer sagt, da war ein Löwe, kann gelogen haben. Sprache und Lüge sind grundsätzlich nicht zu trennen. Wir erfahren das jeden Tag.

Es kommt darauf an, ob wir demjenigen, der etwas mitteilt, Glauben schenken. Wir vertrauen der Person und je näher die Person uns steht, um so mehr Vertrauen scheint angebracht. Wir vertrauen Verwandten und Bekannten. Einigen aber vertrauen wir nicht, weil wir sie schon bei einer Lüge erwischt haben.

Die Gefahr, belogen zu werden, wird reduziert, wenn eine persönliche Beziehung besteht. Das ist aber ausgeschlossen, wenn ein technisches Medium dazwischen steht. Je höher entwickelt die Medientechnik ist, um so leichter ist es, Lügen zu verbreiten und sie auch noch ständig zu wiederholen. Wir erfahren auch das jeden Tag.

Die Religionen sind voll von erfundenen und falschen Behauptungen, die teils den Naturgesetzen widersprechen. Sie werden geglaubt, weil sie ständig wiederholt werden. Besonders Kinder werden zu einem bestimmten Glauben erzogen. Der krasse Fall ist die Behauptung, dass Jesus von den Toten auferstanden und ein paar Wochen später in den Himmel aufgefahren ist.

Um einer Religion oder Ideologie zu entkommen, müssen wir erkennen, woher der Glaube kommt. Er kommt aus sprachlichen Behauptungen, von Eltern, Lehrern, Priestern, Politikern und Figuren in den Medien. Je öfter die Narrative, besonders in den Medien, wiederholt werden, desto begründeter ist der Verdacht, dass sie nicht den Tatsachen entsprechen. Der Glaube daran aber führt in harmlosen Fällen zur Verunsicherung, im Härtefall, zu einer völlig falschen Information.

Befehle und Gehorsam

Die Übermittlung von Befehlen, mit der Sprache, kann ebenfalls in eine falsche Richtung gehen, was aber ganz andere, schwerwiegende Konsequenzen hat. Befehle werden zum Töten von Menschen gegeben, nicht nur in Einzelfällen, sondern generell. Der Befehl, zu töten und der Gehorsam, diesem Befehl zu folgen, ermöglicht es den Menschen, Kriege zu führen.

Bei den meisten höheren Lebewesen gilt die Regel, dass sie sich innerhalb der eigenen Spezies nicht gegenseitig umbringen. Ausnahmen gibt es bestimmt, aber sie widerlegen nicht die Regel, dass dieses Gebot gilt: Du sollst nicht deinesgleichen töten. Es gilt selbst bei Raubtieren.

Nur der Mensch bildet eine Ausnahme. Diese Ausnahme hängt direkt mit der Sprache zusammen. Das Töten auf Befehl ist erlaubt und erwünscht. Den Befehl zum Töten zu geben, ist selbstverständlich ebenfalls erlaubt. Dadurch wird ein fundamentales moralisches Gebot, das selbst für Tiere gilt, von Menschen mittels seiner Sprache umgangen und Kriege werden möglich gemacht.

Die Möglichkeit beliebiger, auch falscher Behauptungen und der Glaube daran, hat zur Entwicklung von Religionen und Ideologien geführt. Die Möglichkeit, beliebige Befehle zu erteilen und der eingeübte Gehorsam, den Befehlen zu folgen, führt die Menschen in den Krieg.

Die Beteiligten am Krieg der Lügen

Die Kombination dieser beiden teuflischen Möglichkeiten der Sprache führt aktuell zu einem Krieg der Lügen, der jetzt um 2025 von der Sphäre der Regierenden in Europa ausgeht. Anweisungen und Befehle zum Krieg, mit Lügen als Begründung, feiern einen Totentanz der falschen Worte, Reden und Anweisungen.

Friedrich Merz, Emanuel Macron, Keir Starmer und Ursula von der Leyen sind die mächtigsten Wortführer. Sie werden assistiert von Kaja Kallas aus dem Kleinstaat Estland, das Russland besonders nahe ist und zum Teil echte Russen als Staatsangehörige hat.

Die Lüge, welche die Regierenden sich gegenseitig einreden und der Öffentlichkeit ständig aufdrängen, ist die, dass ein Angriff von Russland auf Westeuropa bevorstehe, dass Russland sich also nach Westen ausdehnen wolle, obwohl es seit Jahrhunderten schon das größte Land der Welt ist und mehrmals von Westen aus angegriffen wurde.

So wird, im Namen der Verteidigung, mit riesigem Aufwand, sprachlich und materiell, wieder ein Angriff auf Russland vorbereitet, doch man sagt genau das Gegenteil, wir wollen nicht bedrohlich vorrücken, sondern wir erwarten einen Angriff der Russen auf Westeuropa. Doch für diese Angriffslust der Russen und für Vorbereitungen auf deren Seite gibt es keinen Anhaltspunkt, alles sind nur sprachliche Thesen und Behauptungen, die sich im Kreise drehen.

Die Realität ist, dass man diesen Krieg herbeiredet und provoziert und dass der Militärisch-Industrielle Finanzkomplex dazu antreibt, alles Geld, das jetzt und in Zukunft in den Staaten verfügbar ist, für die Kriegsvorbereitung gegen Russland einzusetzen. Militär und Rüstungsindustrie profitieren direkt und die Finanzmacht verdient ein Vielfaches an den Börsenkursen. Durch Staatsschulden und die Versenkung von öffentlichen Geldern in Rüstungsausgaben gewinnt die Finanzmacht die Oberhand über die Staaten und ihre Regierungen.

Der Geldakrobat und Düsenflieger Friedrich Merz ist als Regent des reichsten Landes Europas in der Lage, bis zu einer Billion Euro gegen Russland zu bewegen und gleichzeitig den deutschen Staatshaushalt auf Jahrzehnte hinaus zu ruinieren. Und die großen Medien sind in der Lage, einer Mehrheit der Menschen den Glauben zu vermitteln, das sei Russlands Aktion und nicht die Fehlleistung von Friedrich Merz, der dem traditionellen Revanchismus der CDU und einem persönlichen Russen-Hass verfallen ist.

Der beliebte Verteidigungsminister Boris Pistorius ist dabei, das Land und die Menschen kriegstüchtig und die Jugend gehorsam zu machen, damit man ihnen den Krieg gegen Russland befehlen kann. So verdreht ist SPD-Politik, weil sie keine sozialdemokratische Richtung mehr hat, sondern sich einfach nach der vermeintlich stärksten Macht richtet. Und diese Macht ist das große Geld, der man sich gerne beugt, wie es Gerhard Schröder schon getan hat.

Noch nie war die SPD dem Geld so nahe, wie unter der Kanzlerschaft von Friedrich Merz. Geld zum Anfassen, um es in der Ukraine und in der Rüstung zu vergeuden und die stärkste konventionelle Armee Europas aufzustellen, wobei die Allgemeine Wehrpflicht dann selbstverständlich wird, vielleicht auch für Frauen. Die Parole könnte lauten: Alles gegen Russland, nichts für Deutschland.

Die Kommissionspräsidentin der EU, Ursula von der Leyen, verhält sich wie eine Märchenkönigin, die als Prinzessin in Brüssel geboren wurde, in drei Sprachen redet und gerne unbegrenztes Geld verspielt. Das ist möglich, weil fast niemand die Statuten des europäischen Staatenverbundes genau kennt. Von der Leyen kann sich so über alle Verträge hinweg setzen.

Das Elend auf dem Boden der Tatsachen

Die Folgen sind überall sichtbar. Geld fehlt an allen Ecken und Enden: Im Sozialhaushalt, für die Infrastruktur, in der mittelständischen Wirtschaft, bei der Bildung, für den Ausbau des Schienenverkehrs, Geld für neue Technik, um den Energieverbrauch zu drosseln und Solarenergie einzusetzen. Aber der rhetorische Aufwand für die Kriegslügen überdeckt in den Medien das Versagen der Regierung auf all diesen Gebieten.

Wenn der Angriff Russlands nicht kommt, fällt das Lügengebäude in sich zusammen. Also wird alles getan, einen Angriff Russlands zu provozieren, mit Worten, mit Sanktionen, mit Beschlagnahme von Schiffen, im Luftraum über Estland und dem Baltikum, mit Herstellung und Lieferung von Waffen an die Ukraine und vor allen Dingen, mit diesen riesigen Summen an Geld, die historisch einmalig sind.

Das ist die besondere Leistung des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz, der seinen Russen-Hass offen verkündet hat und mit seinem Kriegsgetöse vergessen macht, dass er nicht die Interessen des Landes vertritt, sondern die Interessen der Finanzmacht, wobei er die Bevölkerung ins Elend stürzt.

Das Lügengebäude stürzt ein, es fällt auf den Boden der Tatsachen oder es bröckelt in sich zusammen, wenn der Krieg gegen Russland nicht stattfindet. Die Kriegstreiber sind zu feige, den Befehl zum Angriff zu geben, sie sind ebenfalls zu feige, ihren Irrtum einzugestehen und die Feindseligkeiten zu beenden. An erster Stelle wäre der Krieg der Ukraine zu beenden, wo das Volk ausblutet und die Lage mit jedem Tag schlechter wird.

Sie warten darauf, dass ihre Provokationen und Nadelstiche Moskau zu einem Angriff provozieren. Dort erkennt man aber mit Sicherheit, dass es eine verbale Psychose ist, ausgehend von wenigen Figuren, was nur die Geister verwirrt. Man wird sich besonnen verhalten, wie es dem Charakter der Politiker im Kreml auch generell entspricht.

Auf die Menschen hier kommt die entscheidende Aufgabe zu, Friedrich Merz, Emanuel Macron, Keir Starmer und Ursula von der Leyen mit allen Mitteln, die in der Demokratie möglich sind, zu entmachten und sich dabei nicht nur auf Wahlen zu verlassen, die ja bisher nicht verhindert haben, dass es so weit gekommen ist. Kreativität ist gefragt, freie Kommunikation und Demonstrationen auf vielen, überraschenden Ebenen.

Eine starke moralische und mentale Kraft ist auf der Seite des Protestes: Die Wahrheit gegen die Lüge und die strikte Weigerung, andere Menschen zu töten, nur weil es im Krieg befohlen wird.

Rob Kenius betreibt die systemkritische Webseite https://kritlit.de

Rob Kenius

Rob Kenius kam während des Studiums der Physik zur Publizistik und wurde Chefredakteur der Studentenzeitung. Nach dem Diplom ging er in die wissenschaftliche Redaktion des WDR-Fernsehens. Die strenge Hierarchie des Senders war jedoch nicht seine Welt. Er arbeitete kurz für Reaktorsicherheit, als man ihn an das Innenministerium vermitteln wollte, um Argumente der Aromkraftgegner zu widerlegen, kündigte er. Seitdem ist er selbständig, als freier Publizist und im Musikgeschäft.

Rob Kenius übt auf seiner Webseite kritlit.de harte Systemkritk. Er schrieb für telepolis und war 2020 ein erster Gegner der Corona-Maßnahmen. Die politische Situation hat sich inzwischen enorm verschlechtert. Rob Kenius schreibt dagegen an, und wegen der Kommentare, besonders gerne für Krass&Konkret.
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23 Kommentare

  1. Die Kriegstreiber sind nicht zu feige um den Angriffsbefehl zu geben, sie erwarten das die Ukraine die notwendige Vorarbeit leisten und auf den Marschbefehl aus Washington. Ist der letzte Ukrainer vernichtet wird der Marschbefehl vermutlich kommen um sich für die USA zu opfern.

    Hat die Bevölkerung in Europa etwas Besseres verdient als sich zu opfern? NEIN! Die macht ja begeistert mit indem sie Kriegsparteien wählt.

    „Die USA bereiten Europa auf den Krieg mit Russland vor“
    https://www.youtube.com/watch?v=5nMhGk-4Rqg

    1. Es ist sehr stark zu vermuten, dass der Abzug von Truppen und Gerät der USA aus Deutschland , egal wie es begründet wird, vorrangig dazu dient diese der atomaren Vernichtung zu entziehen.
      Nein, die Bevölkerung hat in der Mehrheit nichts besseres verdient. Wer vorsätzlich dumm, boshaft und ignorant ist, was erwartet der ?
      Allen anderen, die aus verschiedenen Gründen nicht die Möglichkeiten haben aus diesem Irrenhaus Europa zu fliehen wünsche ich alles Gute und viel Glück.

  2. Dem Befehl, du sollst Töten steht der komplemäntere Befehl, du sollst nicht kämpfen zur Seite. Die beiden Befehle bedingen einander. Aggressives Verhalten wird massivst sanktioniert. Das hat zunächst den Bereich körperlicher Auseinandersetzung betroffen, umfasst mehr und mehr auch jede verbale Ausseinandersetzung.
    Agression ist dem menschlichen Wesen immanent. Sie ist Teil des Verhaltensrepertois sämtlicher Säugetiere. Der Reflex Angehörige der eigenen Art zu töten, bedarf einer Dressur und wird unterstützt durch spezielle Haltungsformen. Perversionen die der Mensch erfunden hat, um Tiere zu tödlichem Kampf aufzuhetzen.
    Diese Mechanismen wendet er auch bei als geringwertig geschätzte Angehörige der eigenen Spezies an.

  3. Bis auf ein Wort im letzten Satz würde ich den Ausführungen zustimmen und das Wort ist: „moralisch“. Ich würde in diesem Zusammenhang nicht von Moral, sondern besser von Vernunft reden, denn mit der Moral ist das so eine Sache.

    Eine Vertreterin dieser autoritären und elitären bundesdeutschen grünen Kriegspartei sprach vor ein paar Jahren davon, dass DOPPELMORAL auch eine Moral wäre. Oberflächlich gesehen liegt sie nicht einmal falsch. Aber was ist das aus der Sicht eine objektiven Dritten und bei Lichte betrachtet für eine Moral, wenn man gleiche Sachverhalte ethisch unterschiedlich, also mit zweierlei Maß bewertet?

    Ein einfaches Beispiel. Nehmen wir an: Ein Bürger mit russischer Staatsangehörigkeit würde einen deutschen Staatsbürger ermorden und ein deutscher Staatsbürger würde einen russischen Staatsbürger ermorden und man würde diese Morde unterschiedlich bewerten, dann wäre das zweifelsohne Doppelmoral, denn Mord bleibt Mord unabhängig von der Staatsangehörigkeit. Viele Redakteure von ARD, Bild, FAZ, RTL, SZ, Welt und ZDF beurteilen das offensichtlich anders.

    Wenn ein bezahlter Auftragskiller nur erwachsene Männer und keine Frauen und kleinen Kinder umbringen würde, dann wäre das doch auch irgendwie moralisch oder etwa nicht? Und wenn man einen Menschen schnell ermordet und ihn nicht foltert und wochenlang zu Tode quält, dann hat das doch auch einen Hauch von „Moral“ bzw. ETHIK.

    Die ehemalige Vorsitzende des „DEUTSCHEN ETHIKRATES“ Alena Buyx ist zweifelsohne eine Expertin darin, wie man diese Art von „Moral“ gegen Andersdenkende (= Querdenker) einsetzt. Offensichtlich ist die Ethik eine Nationalistin, denn warum heißt es „DEUTSCHER“ Ethikrat? Gibt es auch einen britischen und einen US-amerikanischen Ethikrat und worin unterscheidet sich die Ethik dieser nationalen Räte, wenn es um Mord, Krieg, Völkermord, Terrorismus, Vergewaltigung usw. geht?

    Denn gerade unsere herrschenden wertewestlichen Politiker, Mainstream-Propaganda-Journalisten, die die Regierung unterstützen und pausenlos für „Kriegstüchtigkeit“ trommeln, argumentieren mit MORAL und moralischen Begriffen, indem sie Staaten und Menschen in simple Kategorien von „GUT“ und „BÖSE“ einteilen. Es gibt aber keine guten und keine schlechten Kriege. Man sollte alles dafür tun, um Kriege zu verhindern oder schnellstmöglichst zu beenden. Das aber wollen unsere sogenannten „wertewestlichen“ und „demokratischen“ Politiker, die Rüstungsindustrie und die Mainstream-Propaganda-Journalisten eben gerade nicht. Sie wollen auf Kosten des Sozialstaates aufrüsten bis es kracht und knallt und Deutschland wieder in Schutt und Asche liegt wie 1945. Den Zweiten Weltkrieg haben doch auch die „bösen“ Russen angefangen und nicht die anständigen, ordentlichen, pünktlichen, aufrechten, sauberen, fleißigen und moralisch „guten“ Deutschen oder stehen in den vielen Geschichtsbüchern seit 1945 millionfach Lügen?

    In einem Lied des Leidermachers Reinhard Mey aus dem Album „sei wachsam“ von 1996, das ist drei Jahrzehnte her, heißt es:

    Du machst das Fernsehen an, sie jammern nach guten, alten Werten.
    Ihre guten, alten Werte sind fast immer die verkehrten.
    Und die, die da so vorlaut in der Talk-Runde strampeln,
    Sind es, die auf allen Werten mit Füßen rumtrampeln:
    Der Medienmogul und der Zeitungszar,
    Die schlimmsten Böcke als Gärtner, na wunderbar!
    Sie rufen nach dem Kruzifix, nach Brauchtum und guten Sitten,
    Doch ihre Botschaft ist nichts als Arsch und Titten.
    Verrohung, Verdummung, Gewalt sind die Gebote,
    Ihre Götter sind Auflage und Einschaltquote.
    Sie biegen die Wahrheit und verdrehen das Recht:
    So viel gute alte Werte, echt, da wird mir echt schlecht!

    1. Was sie betreiben und hier propagieren ist Druidentee.
      Trotzdem, sind sie nach allem was ich von ihnen gelesen habe, ein Wasserträger der Leistungsgesellschaft…nichts weiter…

      1. Ich bin vieles, aber sicherlich kein „Wasserträger der Leistungsgesellschaft“.

        Da stellt sich meinereiner nämlich sofort die Frage: Was ist „Leistung“ in einer „Leistungsgesellschaft“ oder sind Sie allen Ernstes dagegen, dass der Stationsarzt mehr verdient als die Krankenschwester und die Krankenschwester mehr als die Putzfrau aka „Reinigungsfachkraft“ und alle gleich viel verdienen?

        In den 1980er Jahren der Bundesrepublik Deutschland gab es einen CDU-Politiker, der mit dem Slogan „Leistung muss sich wieder lohnen“ die Bundestagswahl gewann, Bundeskanzler wurde und das, gerade ohne zu definieren, was er mit „Leistung“ meint. Dieser Typ nannte diese „Zeitenwende“ damals auch „geistig-moralische Wende“. (Wie man sieht, war die Zeitenwende von Olaf Scholz nicht die erste „Zeitenwende“ nach dem Terrorregime des Dritten Reiches und dem Desaster des Zweiten Weltkrieges.) Der Typ von der CDU, ein gewisser Dr. Helmut Kohl, wurde jahrelang wiedergewählt und blieb 16 Jahre lang Bundeskanzler.

        Mit „Leistung“ war aus der Sicht von Herrn Dr. Kohl und seiner „christlichen“ Partei selbstverständlich nicht die Leistung = Arbeit des Stationsarztes, der Krankenschwester und der Putzfrau gemeint. Gemeint war: „das Kapital muss sich wieder lohnen“, mit anderen Worten: Eigentum, Vermögen, die Spekulation mit Immobilien und Nahrungsmitteln, die Gewinnausschüttung an die Aktionäre usw. muss sich wieder lohnen. Ob er allerdings mit dem Slogan „Das Kapital muss sich wieder lohnen.“ damals auch die Wahl(en) gewonnen hätte, daran kann man begründete Zweifel haben.

        In der Zeit der geistig-moralischen Wende, das ist jetzt immerhin vier Jahrzehnte her, gab es aber auch linke und grüne Politiker, von denen die real existierende Eigentums- und Vermögensverteilung hinterfragt und kritisiert wurde. (Einer dieser „christlichen“ Politiker nannte die Grünen deshalb „Chaoten“).

        Welche „grünen“ Politikerinnen und Politiker, von der SPD ganz zu schweigen, hinterfragen und kritisieren die real existierende Eigentums- und Vermögensverteilung 2026? Für viele Grüninnen und Grüne, SPDler und Pseudo-Linke sind Gendern, Wokismus, Regenbogenfahnen, vegane Wurst und der Buckelwal „Timmy“ wichtiger.

        Manche „Linke“ glauben offenkundig tatsächlich, dass eine alleinverdienende Putzfrau mit einem Kind eine bezahlbare Wohnung findet, wenn man gendert und die Putzfrau als „Reinigungsfachkraft (m/w/d) bezeichnet oder haben diese Leute aufgehört, nachzudenken bzw. nie gelernt nachzudenken?

        Vor ein paar Jahren hat ein einzelner Aktionär der BMW Group in einem einzigen Jahr 622 Millionen Euro Dividende (= Kapitaleinkünfte) kassiert. Der gesetzliche Mindestlohn lag in diesem Jahr bei 8,84 Euro pro Stunde. Das Vermögen des reichsten Deutschen, einer dieser sogenannten „Superreichen“, wird aktuell auf rund 58 Milliarden Euro taxiert, das sind 58.000 Millionen (Quelle: oxfam) und auf 200 oder 300 Millionen oder eine halbe Milliarde Euro kommt es dabei nicht an. Viele Bürger verdienen mit ihrer Arbeit nicht einmal eine einzige lausige Million Euro in ihrem gesamten Leben.

        Wie viele „Wasserträger der Leistungsgesellschaft“ hinterfragen und vor allem kritisieren diese real existierende obszöne Einkommens- und Vermögensverteilung?

        Die Wasserträger der „Leistungsgesellschaft“, das sind Journalisten, „christliche“ und „sozialdemokratische“ und „alternative“ Politiker, die Leute mit einem Vermögen von 100 Milliarden Euro oder noch mehr als „Superreiche“ beschönigen statt zu kritisieren, denn darin ist nichts „super“, das ist obszön, asozial und demokratiefeindlich.

        Die Wasserträger der „Leistungsgesellschaft“, das sind neoliberale Professoren, die von der Allgemeinheit bezahlt werden und in öffentlich-rechtlichen Talkshows, ebenfalls von der Allgemeinheit finanziert, den Zuschauern erzählen, dass diese milliardenschweren „Leistungsträger“ noch reicher = „leistungsfähiger“ werden müssen, aber sich unsere Volkswirtschaft eine Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohnes um 50 Cent pro Stunde nicht „leisten“ kann.

        Die Wasserträger der „Leistungsgesellschaft“, das sind gut bezahlte Politiker und Mainstream-Propaganda-Journalisten, die Geringverdiener gegen Arbeitslose aufhetzen, damit milliardenschwere „Superreiche“ wie Dieter Schwarz, Susanne Klatten, Jeff Bezos, Peter Thiel sich nicht bei der Tafel anstellen oder Pfandflaschen aus Mülleimern sammeln müssen.

        Die Wasserträger der „Leistungsgesellschaft“, das sind die sogenannten „Besserverdienenden“ mit einer Villa, einem Porsche und einem Ferienhaus am Starnberger See, die „Geringverdiener, die keine bezahlbare Mietwohnung finden, fragen, warum sie sich keine Eigentumswohnung kaufen oder ein „kleines“ Häuschen bauen. Dann müssen sie auch keine Miete mehr bezahlen. Man muss halt einfach mal die Ärmel hochkrempeln und „Leistung“ zeigen.

        Die Wasserträger der „Leistungsgesellschaft“, das sind Politiker mit ZWEI Privatflugzeugen, die sich selbst zur „GEHOBENEN MITTELSCHICHT“ zählen und von der UNTER- UND MITTELSCHICHT OHNE Privatflugzeug fordern, den Gürtel enger zu schnallen, damit sich die „Leistungsträger“ der OBERSCHICHT mit den DREI Privatflugzeugen noch ein VIERTES und FÜNFTES Privatflugzeug, einen Privathubschrauber und ein kleines Segelboot für 500 Millionen Euro „leisten“ können.

        Die Wasserträger der „Leistungsgesellschaft“, das sind Politiker, die Arme statt Armut bekämpfen, um milliardenschwere „Leistungsträger“ noch reicher und „leistungsfähiger“ zu machen, und die Journalisten der Mainstream-Propaganda-Medien, die dabei mithelfen.

        Das sind die Wasserträger der „Leistungsgesellschaft“.

    2. Nicht umsonst gehört May mittlerweile zu den totgeschwiegenen. An sich könnte man sagen, jeder der in den Medien heute noch eine Auftrittsmöglichkeit bekommt ist in höchstem Maße verdächtig ein gekaufter Agent von System/Konzerninteressen zu sein.
      https://www.bing.com/videos/riverview/relatedvideo?q=Blutengel+Mensch&cvid=1d8bdc84bd774e678a951bc11a396d8e&aqs=edge..69i57.4941j0j9&PC=EDGEDB&ru=%2fsearch%3fq%3dBlutengel%2bMensch%26cvid%3d1d8bdc84bd774e678a951bc11a396d8e%26aqs%3dedge..69i57.4941j0j9%26FORM%3dANAB01%26PC%3dEDGEDB&mmscn=vwrc&mid=441DBAC83EC5139EC113441DBAC83EC5139EC113&FORM=WRVORC&ntb=1&msockid=7befbcd746c011f1a53fa27b4971fa59

    3. @Dirty Operating System*
      „Wenn ein bezahlter Auftragskiller nur erwachsene Männer und keine Frauen und kleinen Kinder umbringen würde, dann wäre das doch auch irgendwie moralisch oder etwa nicht?“

      Bullshit! Inwiefern siehst du moralische Unterschiede zwischen der Beseitigung von Männern und jener von Frauen? Kinder sind eine andere Geschichte, aber Frauen? Inwiefern haben diese gegenüber Männern einen höheren Schutzanspruch, sofern erwachsen? Und wie verhält es sich mit deiner verqueren Moral bzw. Logik gegenüber all den anderen Geschlechtern? Jedem sein inviduell zugeschneiderter Schutzanspruch?

      * Ich war mal so frei und habe deinen Nick auf eine weniger prominente Schreibweise reduziert.

  4. Die militärischen Aktivitäten Russlands in der Ukraine tragen zur aktuellen Stärkung der europäischen Verteidigung bei.
    Die russische Regierung behauptet, es gebe keine Vorbereitungen für einen Angriff auf Westeuropa. Der Autor wiederholt diese Behauptung. Er erwähnt Osteuropa mit keinem Wort. Das ist bezeichnend.
    Vor einigen Jahren erklärte dieselbe russische Führung, es gäbe keine Vorbereitungen für einen Angriff auf die Ukraine. Ich bin sicher, dass die russische Führung damals und auch heute die Wahrheit sagt.
    Genauso wahrheitsgemäß behauptet die russische Regierung, es gebe keinen Angriff auf die Ukraine. Die militärischen Aktivitäten werden als „Spezielle Militäroperation“ (russisch: SVO) dargestellt.

    1. Ich meine, dass irgendwo in den Öffentlichen berichtet wurde, dass auch von den russischen Staatsorganen mittlerweile der Begriff Krieg verwendet wird. Das nur am Rande.
      Dass Russland ein westliches Land angreifen wird glaube ich vorerst nicht. Ein Angriff auf die Ukraine lag immer im Bereich des Möglichen. Die Provokationen hierfür waren noch relativ einfach zu bewerkstelligen. Russland zu einem Angriff auf ein NATO Land zu provozieren ist eine andere Sav
      che. Wegen der Unterlegenheit, was konventionelle Waffen betrifft, würde sich ein solcher Krieg von der Stelle Atomwaffen ins Spiel bringen. Der Kreml reagiert besonnen, mit maximaler Anstrengung könnte der Westen das vermutlich dennoch hinbekommen.
      Wichtig halte ich die Verfasstheit der Bevölkerung. Diese spricht allerdings für ein apokalyptisches Geschehen in naher Zukunft. Stets zunehmender Frust und unterschwellige Wut suchen nach Entladung. Der Massensuizid liegt da nicht mehr fern.
      Regierung und angeschlossene Medien haben es vorzüglich geschafft, diese Wut zu kanalisieren und auf Russland zu lenken. Menschen sind sich im Allgemeinen der grundlegenden Ursache ihrer Frustration nicht bewusst. Zumal ist es ein billiges Manöver der politisch Verantwortlichen, vom eigenen Versagen abzulenken.

      1. Sehr gut analysiert, habe nichts hinzuzufügen. Wenn man sich in der Öffentlichkeit bewegt ist es schon erschreckend zu beobachten wie sehr der allgemeine Frust ist, und wie gekonnt man den kanalisiert hat.
        Merz und Konsorten müssen sich doch jeden Abend halb totlachen über ihr Wahlvolk…

    2. Und sie versuchen, ja was tun sie hier eigentlich…das Narrativ des bösen hinterlistigen Russen aufrecht zu erhalten, um uns für die Aufrüstung zu begeistern oder sie zumindest nicht weiter in Frage zu stellen… stimmts?

  5. Zitat Rob Kenius:
    „Bei den meisten höheren Lebewesen gilt die Regel, dass sie sich innerhalb der eigenen Spezies nicht gegenseitig umbringen. Ausnahmen gibt es bestimmt, aber sie widerlegen nicht die Regel, dass dieses Gebot gilt: Du sollst nicht deinesgleichen töten. Es gilt selbst bei Raubtieren.“

    Mit diese Sätzen romantisiert Herr Kenius die Natur, aber so wie er oben schreibt ist es nicht. Insbesonders Raubtiere bringen sich gegenseitig bei Kämpfen um Reviere um, Löwen töten sich gegenseitig beim Kampf um einen Harem, Schimpansenhorden führen regelrechte tödliche Kriege um Reviere (und damit Nahrungsressourcen) gegeneinander, und mancher Flusspferdbulle treibt tot im Wasser, weil er bei einem Kampf um Revier und Harem von einem stärkeren Bullen tödlich verletzt wurde. Und Hirsche sterben deswegen nicht bei ihren Brunftkämpfen, weil der Schwächere sich dem Stärkeren durch Flucht entzieht.

    Umgekehrt ist es richtig: Wir Menschen werden immer noch von unseren tierischen Instinkten beherrscht, und wenn wir die dünne Patina der Zivilisation abkratzen, dann kommt darunter der barbarische Raubaffe zum Vorschein. Leider haben wir die technischen Mittel, um unsere Art (und alle anderen Arten) auszurotten.

    Die anderen Tiere haben nur nicht diese technischen Mittel, um sich gegenseitig auszurotten – ein paar getötete Artgenossen im Konkurrenzkampf um Weibchen und Nahrungsressourcen (Reviere) beienträchtigen nicht den Fortbestand der Art.

    Eine natürliche Regel, sich innerhalb der eigenen Spezies nicht gegenseitig umbringen gibt es nicht – wer soll so eine Regel den auch gesetzt haben? Vielleicht Gott?.

    1. Zwar greift der Einwand gegen die angebliche Tötungshemmung höherer Lebewesen, das wird dann aber verlängert in einen sehr kritikablen Biologismus, der seit jeher gerne verwendet wurde und wird, um das gesellschaftlich Bedingte an Tötungs-Großaktionen aller Art aus dem Blick zu rücken. Im Grunde eine Generalabsolution von Obrigkeiten, die demnach ja nur die barbarischen Instinkte ihrer Untertanen ausführen.
      Auch wenn man es längst leid und überdrüssig ist, auf Derartiges noch einzugehen, hier doch die Nachfrage: Die unwilligen Rekruten, die mit erheblicher Brutalität in die Kleinbusse ukrainischer Rekrutierer geprügelt werden – die leiden wohl an einer Instinktverkümmerung, sonst würden sie ja wohl besser gelaunt ihrer Raubaffennatur folgen. Erstaunlich ist dann auch, welche elaborierten Wege die Evolution gegangen ist, um den Raubinstinkten freie Bahn zu brechen: Gesetzgebung in Sachen Wehrpflicht, Einberufungsbescheide, Strafjustiz für die Unwilligen. Was es doch für Blüten treibt, das Naturwüchsige…
      Wie bei jeder Ideologie ist dann wohl der moralische Ertrag das Attrkaktive. Da kann man sich dann vor die allfälligen Massaker hinstellen und mit gerunzelter Stirn, aber im Modus des Durchblickers murmeln: Ach, die Menschennatur!

    2. …auch töten Wölfe gelentlich Wölfe und bei Delphinen wurden regelrechte Sexualmorde durch eine Horde junger Männchen beobachtet. Es lassen sich noch einige Ausnahmen finden. Dennoch ist es evolutionär kein vorteihaftes Verhalten und bleibt die Ausnahme. Aggression gegenüber Angehörigen der eigenen Art verläuft im Allgemeinen nicht tödlich.
      Auch bei Menschen wird man selten davon hören, dass bei einem Kampf, einer der Kontrahenten dem anderen die Kehle durchgebissen hätte. Normalerweise hört das Kämpfen auf, nachdem sich beide ihre Blessuren eingeholt haben.
      Auf Befehl jemanden das Bajonett in den Unterleib zu rammen, das funktioniert allerdings sehr gut.

      1. “ bei Delphinen wurden regelrechte Sexualmorde durch eine Horde junger Männchen beobachtet“
        Flipper, ein potentieller Sexualmörder? Das kann nur eine Lüge sein.

  6. Lieber Rob,
    manches von dem was du sagst, ist richtig, wenn auch nicht neu. Es gibt aber Schwachpunkte, die ich nicht unkommentiert lassen möchte.
    1. Der erste Abschnitt „Die ersten Worte und Sätze“ ist reine Spekulation. Das musste nicht sein.
    2. „Die Gefahr, belogen zu werden, wird reduziert, wenn eine persönliche Beziehung besteht.“ Wieso das? Gegenthese: Am liebsten belügt man sich selbst.
    3. Ein paar Bemerkungen gegen die Religion fallen zu lassen ist eine sichere Bank, da wird geklatscht auf der Galerie, aber als Beispiel für Lügen und Propaganda taugen sie nicht. Die Jünger von Jesus waren meist einfache, schlichte Gemüter. Sie waren in dieser Ausnahmesituation vermutlich in einer Art Gruppenextase, in der sie gespürt haben, ihr Anführer sei noch unter ihnen. Siehe Punkt 2: Sie haben sich selbst belogen. Eine bewusste Lüge zur Irreführung ist das aber nicht. Die Bibel ist da auch recht ehrlich. Zum Pfingstwunder heißt es da: „Andere hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll von süßem Wein.“ So gesehen hat das traditionelle Besäufnis am Vatertag/Christi Himmelfahrt biblische Wurzeln. Was für mich aber tatsächlich ein Wunder ist: Da läuft so ein Wanderprediger mit einem Dutzend einfachen Leuten drei Jahre lang durch eine abseits gelegene römische Provinz, vollbringt vielleicht die eine oder andere wundersame Heilung (manche Menschen haben so eine Gabe), wird dann ans Kreuz genagelt, weil er unbequem wurde – und dann hat das was er sagt, so eine Wirkung, dass ich 2000 Jahre später dir auf deinen Artikel antworte, um eine Lanze für ihn zu brechen. Das ist für mich echte Auferstehung, ein Wunder, „against all odds“. Jesus war der erste, der Kinder ernst genommen hat, der erste Frauenrechtler, einer der für Frieden eingetreten ist, der die Menschen zu einem neuen Bewusstsein der Liebe untereinander erwecken wollte und und und. Ob er so humorlos war, wie er in den Evangelien rüberkommt weiß ich nicht, aber feiern konnte er. In seinem ersten „Wunder“ hat er erst mal Wasser in Wein verwandelt (vermutlich hat er Pfand-Amphoren mit Wein füllen lassen), und zwar als die meisten Festgäste schon ziemlich betrunken waren. Cool. Viele Erzählungen über Jesus hat man hinterher zurecht gebogen, damit es zu den alten Prophezeiungen gepasst hat, und dennoch bleibt da ein wahrer Kern, der mich tief berührt, so dass ich sagen kann: Ich bin Christ, wenn auch ein ketzerischer, in etwa so wie Rudi Dutschke oder Leo Tolstoi.

    In diesem Sinne
    Friedliche Grüße

    Stefan

    1. Ergänzung:
      „Jesus ist auferstanden, Freude und Dankbarkeit sind die Begleiter dieses Tages; die Revolution, die entscheidende Revolution der Weltgeschichte ist geschehen, die Revolution der Welt durch die alles überwindende Liebe. Nähmen die Menschen voll die offenbarte Liebe im Fürsich-Sein an, die Wirklichkeit des Jetzt, die Logik des Wahnsinns könnte nicht mehr weiter bestehen.“ Tagebucheintrag von Rudi Dutschke. Ostern 1963.

    2. Hallo Stefan und andere Leserinnen und Leser,

      ich habe nichts gegen den Propheten Jesus gesagt, sondern nur gegen die falsche Behauptung, er sei von den Toten auferstanden. Glaube und falscher Glaube haben zum größten Krieg geführt, der je hier stattgefunden hat, der dreißigjährige Glaubenskrieg von 1618 bis 1648.

      Jetzt glauben 65% der Menschen in Deutschland, dass die Russen uns angreifen wollen. Das sind vielleicht mehr als die noch an die Auferstehung Jesu glauben. Dieser falsche Glaube rechtfertigt alles, was die Regierung uns antut. Sie vernichtet, was die Bevölkerung in 70 Jahren aufgebaut hat und provoziert einen aussichtslosen Krieg gegen Russland.

      Mitschuldig sind die Medien und alle beteiligten Journalisten, ohne die der falsche Glaube keine Mehrheit hätte. Wir müssen skeptisch gegenüber sprachlichen Behauptungen sein, besonders dann, wenn sie zur Begründung nur wieder sprachliche Aussagen prominenter Personen anführen.

      Diese Skepsis gegenüber der Sprache stößt natürlich auf den Widerstand der Philologen, Theologen, vieler Philosophen und sogenannter Geisteswissenschaftler, die ihre Weisheit nur aus Schriften nehmen. Daraus entsteht der Realitätsverlust, der dann die Möglichkeit schafft, Befehle für den Krieg zu geben.

      Die Realität entscheidet. Reality rules!
      Das ist die Parole für die Aufklärung und alle sind aufgefordert, sich daran in offenen Gesprächen zu beteiligen.

      Mit besten Grüßen
      Rob Kenius
      https://kritlit.de

      1. Hallo Rob,
        zum Glück habe ich noch einen Kommentar frei um Dir zu antworten.
        In den meisten Punkten sind wir uns einig. Natürlich steht keiner wieder auf, der gekreuzigt worden ist. Und selbst wenn, was wäre das gewesen? Ein medizinisches Wunder macht noch keine Religion. Ich möchte nicht wissen, wie viele Menschen, die in der Kirche das apostolische Glaubensbekenntnis beten „am dritten Tage aufersprtanden von den Toten“ daran glauben. Ich spreche beim Glaubensbekenntnis nur den ersten Satz, denn bewusst „falsch Zeugnis reden“, das mache ich nicht. Womit wir wieder beim Lügen wären. Es gibt aber Kulturen, in denen einen Gesichtsverlust so schwer wiegt, dass man die Lüge als das kleinere Übel ansieht. Wir vermieten die ehemaligen Zimmer unserer Kinder an junge Leute aus aller Welt. So lernt man viele ganz andere Sichtweisen kennen, meist in kleinen Situationen des Alltags, so dass man drüber lachen kann. Am besten kann man Menschen dort betuppen, wo sie sich nicht auskennen. Daher wäre ein Schüleraustausch mit Russland der beste Weg, um den Lügnern den Wind aus den Segeln zu nehmen.

        Noch einen schönen Sonntag

        Stefan

        PS: Die Fussballweltmeisterschaft 2018 in Russland war damals für viele Fans die Gelegenheit, dieses Land einmal aus der Nähe zu betrachten. Aus der Sicht der Russland-Hasser war das ziemlich blöd. Und was war im März 2018? Der Giftanschlag auf einen ausgetauschten, und damit für Russland wertlosen gewordenen Doppelagenten, der in England gelebt hat. Er und seine Tochter sind seitdem verschwunden, und niemand fragt wohin. Auch Verschweigen kann Lüge sein.

  7. Wer nicht weiß was Wahrheit ist, sollte auch nicht über die Lüge philosophieren.
    Wahrheit ist mehr als nur ein faktisches richtig oder falsch oder dingliches existiert oder existiert nicht. Wahrheit erfüllt eine gesellschaftliche Funktion.
    Auch nonverbal wird auch schon im Tierreich reichlich gelogen und getrickst.
    Sprache schafft eine virtuelle Wirklichkeit, die es Gemeinschaften erlaubt komplexe Handlungsstränge miteinander zu koordinieren.
    Dabei kann strukturell zwischen einer geschickten Lüge und der Wahrheit kaum unterschieden werden. Gelingt die Koordination wird die sprachlich virtuelle Realität zur gelebten Wirklichkeit. Die Lüge ist schlicht die Wahrheit von gestern. Sie entpuppt sich erst, wenn alles schief gegangen ist und die Art der Wirklichkeit die auf sie gründete existenziell nicht mehr haltbar ist.
    Die Lüge ist die Wahrheit mit den kurzen Beinen.

  8. Merkel: Minsk-Abkommen diente dazu, Zeit für die Aufrüstung der Ukraine zu gewinnen

    https://www.wsws.org/de/articles/2022/12/20/merk-d20.html

    Laut Angela Merkel diente das Abkommen von Minsk dazu, Zeit zu gewinnen, um die Ukraine aufzurüsten.

    „Das Minsker Abkommen 2014 war der Versuch, der Ukraine Zeit zu geben,“ sagte die frühere deutsche Bundekanzlerin der Wochenzeitung Die Zeit.

    Bisher war das Minsk-Abkommen, das Merkel gemeinsam mit dem damaligen französischen Präsidenten François Hollande, dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vereinbart hatte, als Bemühen um Frieden dargestellt worden, das der russische Präsident angeblich später durchkreuzt habe.

    Nun bestätigt Merkel, dass die Nato von Anfang an Krieg wollte, aber Zeit für die militärische Vorbereitung brauchte – eine Einschätzung, die die WSWS seit langem vertritt.

    Die USA verfolgen seit der Auflösung der Sowjetunion im Jahr 1991 das Ziel, „einzige Weltmacht“ zu bleiben.

    Sie haben dafür zahlreiche verbrecherische Kriege geführt und die Nato nach Osteuropa ausgedehnt.

    Nun wollen sie auch die Ukraine, Georgien und andere ehemalige Sowjetrepubliken in die Nato integrieren und Russland unterwerfen, um seine Ressourcen zu plündern und China zu isolieren.

    Die deutsche Regierung nutzt den Ukrainekrieg, um ihren Anspruch durchzusetzen, europäische Führungsmacht und militärische Großmacht zu werden.

    Merkels dritte Regierung, eine Große Koalition von CDU/CSU und SPD, hatte 2013 dieses Ziel ins Zentrum ihres Regierungsprogramms gestellt.

    Sie knüpfte damit außenpolitisch an die Großmachtpläne des Kaiserreichs und des Nazi-Regimes an. ALLES LESEN !!

  9. Neue Töne bei der Neuen Zürcher: Chefredaktor Gujer wirft Deutschland vor, vor dem «ukrainischen Staatsterrorismus» zu kuschen

    https://weltwoche.ch/daily/neue-toene-bei-der-neuen-zuercher-chefredaktor-gujer-wirft-deutschland-vor-vor-dem-ukrainischen-staatsterrorismus-zu-kuschen/?

    Kritik an der Ukraine sei in Berlin «weitgehend tabu», schreibt NZZ-Chefredaktor Eric Gujer.

    Die Bundesregierung verurteile «selbst die Sprengung der Nord-Stream-Pipelines nicht».

    Die Aussenpolitik von Kanzler Friedrich Merz (CDU) werde immer rätselhafter.

    Verwundert stellt Gujer fest, die Empörung in Deutschland sei ausgeblieben, nachdem klar geworden sei, dass Kiew hinter dem Attentat auf die für Deutschland so wichtige Energieinfrastruktur stehe.

    Präsident Wolodymyr Selenskyj sei «nicht zum Staatsfeind Nummer eins erklärt» worden. «Im Gegenteil, er wird in Berlin weiter hofiert.»

    Niemand respektiere ein Land, das sich selbst so wenig respektiere, dass es sich «nicht einmal gegen eine flagrante Verletzung seiner nationalen Interessen wehrt».

    Die Bundesregierung und die deutschen Medien aber schwiegen. ALLES LESEN !!

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