KI und K1

Karl Marx. BIld: public domain

Künstliche Intelligenz (KI) und ein Blick aufs „Kapital“ von Karl Marx, Band 1 (K1): Was ist eigentlich neu bei den technologischen Neuerungen?

 

Künstliche Intelligenz (KI) ist seit Jahren ein öffentliches Aufreger-Thema, wobei es sich kaum ein Artikel nehmen lässt, die vielfältigen Möglichkeiten dieser neuen Technologie hervorzuheben. Ebenso gilt es, vor deren möglichen Gefahren zu warnen, etwa in Bezug auf den Arbeitsmarkt. Aber auch Technikfantasien vom Aufstand der Roboter oder von einer Welt der Deepfakes sind hier en vogue, sogar die Auslöschung der Menschheit wurde schon befürchtet. Dabei kam diese Alarmmeldung zum „risk of extinction“ ausgerechnet von jenen, die KI „maßgeblich entwickelt haben und weiter entwickeln“, wie Björn Hendrig 2023 in seiner KI-Reihe feststellte. Dort hatte er auch die Klassiker vom Spannungsverhältnis zwischen Fluch und Segen oder vom unvermeidlichen Blick auf die Risiken und Nebenwirkungen Revue passieren lassen.

Im Endeffekt zeigt sich: Neu mag die jeweilige „bahnbrechende“ Technologie sein, für die Argumente, die in ihrem Zusammenhang bemüht werden, gilt das nicht. Sie wirken eher alt und abgedroschen, so wie man sie seit der industriellen Revolution kennt und wie sie etwa Karl Marx in seinem „Kapital“ – erster Band, bekannt als K1 – vor 150 Jahren aufgespießt hat.

Immer das gleiche Lied

Die Argumentation, die sich mit Entwicklungsgang und Antriebskräften von Neuerungen befasst, hat sich seit Einführung der Dampfmaschine im Grunde nicht verändert. Bei der Darstellung neuer Technologie werden zunächst einmal die vielen Möglichkeiten betont, die sich hier bieten: „Jede Verbeßrung, welche die Gleichförmigkeit des Bodens fördert, macht die Dampfmaschine zur Erzeugung mechanischer Kraft anwendbar… Pferdekraft wird erheischt, wo krumme Hecken und andere Hindernisse gleichförmige Aktion verhindern. Diese Hindernisse schwinden täglich mehr… Ferner kann das Pferd bei voller Entfaltung seiner Gesundheit nur 8 Stunden täglich angewandt werden. Durch Dampfkraft können mindestens 3 von 7 Pferden auf bebautem Land während des ganzen Jahres eingespart werden, zu einem Kostpreis, nicht größer als dem der entlaßnen Pferde während der 3 oder 4 Monate, wo sie allein wirklich vernutzt werden.“ (John C. Morton, zitiert nach Karl Marx, Das Kapital, Bd. 1, MEW 23, Berlin 1972, S. 396/97)

Und schon vor über 150 Jahren hat es kaum ein Autor versäumt, auch die negativen Folgen für die Arbeitsplätze zu erwähnen: „Die durch den letzten Return von 1856 (offizielle Statistik) festgestellten Tatsachen sind, daß das Fabriksystem reißend rasch um sich greift, die Zahl der Hände im Verhältnis zur Maschinerie abgenommen hat, die Dampfmaschine durch Ökonomie der Kraft und andere Methoden ein größeres Maschinengewicht treibt und ein vermehrtes Quantum Machwerk erzielt wird infolge verbesserter Arbeitsmaschinen, veränderter Methoden der Fabrikation, erhöhter Geschwindigkeit der Maschinerie und vieler anderer Ursachen.“ (Reports of the Inspectors of Factories… 1856, zitiert nach K1, S. 438)

Das Ganze trägt sich heutzutage so vor: „Die Veröffentlichung von ChatGTP Ende 2022 hat den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) in Alltag und Arbeitswelt selbstverständlich gemacht. KI kann komplexe Texte und realitätsnahe Bilder erstellen. Andere KI-Technologien erkennen in Fabriken fehlerhafte Produkte, erfassen den Wartungsbedarf bei Maschinen und erstellen komplexe Prognosen. Dieser technologische Fortschritt verändert die Art, wie wir arbeiten, und führt zu strukturellen Veränderungen.“ (Deutschlandfunk)

Selbstverständlich werden auch die negativen Wirkungen auf den Arbeitsmarkt nicht verschwiegen: „Die Forscherinnen und Forscher vom IAB (Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung) gehen davon aus, dass vor allem viele Unternehmensdienstleistungen künftig automatisiert werden. Dazu zählen Sekretariats- und Schreibdienste sowie die Arbeit von Callcentern und Auskunfteien. In diesem Bereich wird die Zahl der Beschäftigten in den kommenden 15 Jahren voraussichtlich um rund 120 000 sinken. Die Forscher rechnen außerdem damit, dass weniger Arbeitskräfte in den Bereichen Lagerei, Gesundheitswesen, Großhandel und öffentliche Verwaltung gebraucht werden.“ (Deutschlandfunk)

Was Technik mit uns macht

Was da als Wirkung der Technik beschrieben wird, ist allerdings alles andere als diesem seltsamen Subjekt geschuldet. Weswegen Marx seinerseits in Bezug auf die Maschinenstürmer schrieb: „Es bedarf Zeit und Erfahrung, bevor der Arbeiter die Maschinerie von ihrer kapitalistischen Anwendung unterscheiden und daher seine Angriffe vom materiellen Produktionsmittel selbst auf dessen gesellschaftliche Exploitationsform übertragen lernt.“ (K1, S. 452) Eine Unterscheidung, die sich bis heute offenbar nicht durchgesetzt hat.

In der Tat können neue Technologien die Arbeit der Menschen erleichtern und ihnen mehr Freizeit verschaffen. Dann nämlich, wenn diese selber über den Einsatz dieser Technologien entscheiden könnten. Doch das ist nicht der Fall, der Verwendungszweck neuer Technologien ist mit der vorhandenen kapitalistischen Wirtschaftsweise und dem dazu gehörenden Staat, der über Forschung und Entwicklung wacht und entsprechende Industrie-Strategien oder Transformationen anschiebt, vorgegeben.

Neue Technologien werden eingesetzt als Mittel in der wirtschaftlichen Konkurrenz von Unternehmen, weil diese sich einen Kostenvorteil verschaffen, indem sie die in dem Produkt oder der Dienstleistung enthaltenen Lohnkosten senken. Dieser Kostenvorteil kann durch Entlassung von Arbeitskräften geschehen, die durch die neue Technologie überflüssig werden, oder durch Senkung der Löhne oder Gehälter, weil Qualifikationen überflüssig werden und mehr Arbeitskräfte um die verbliebenen Stellen konkurrieren. So vermerkte schon ein gewisser Thomas De Quincey im Jahr 1844: „Die Zahl der Arbeiter hat zugenommen, weil man immer mehr Männer- durch Frauenarbeit und vor allem Erwachsenen- durch Kinderarbeit ersetzt.“ (K1, S. 417) Und im Report on Public Health wird vermerkt: „Da gewisse Funktionen der Familie, z.B. Warten und Säugen der Kinder usw., nicht ganz unterdrückt werden können, müssen die vom Kapital konfiszierten Familienmütter mehr oder minder Stellvertreter dingen. Die Arbeiten, welche der Familienkonsum erheischt, wie Nähen, Flicken usw. müssen durch Kauf fertiger Waren ersetzt werden. Der verminderten Ausgabe von häuslicher Arbeit entspricht vermehrte Geldausgabe.“ (K1, S. 417)

Das Letztgenannte übrigens ein Phänomen, das sich offenbar auch nicht verändert hat und das heutzutage unter den Titeln „Stärkere Einbeziehung von Frauen in den Arbeitsmarkt“, „Work-Life-Balance“ oder „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ abgehandelt wird. Doch nicht nur die Unternehmen bedienen sich der neuen Technologien, auch der Staat setzt sie für seine Zwecke ein – zur Stärkung seiner Macht wie beim Militär oder zur Verbilligung seiner Verwaltung.

Dennoch wollen die Ideologen des Kapitalismus die Botschaft, dass der Einsatz neuer Technologien viele Menschen um ihre Existenz bringt, die von ihrer Arbeit leben müssen, so nicht stehen lassen. Zu diesem Fluch muss ja immer der Segen hinzugedacht werden.

Die uralte Kompensationstheorie

So weiß z.B. das österreichische Bundesministerium Wirtschaft, Energie und Tourismus (bmwet) zu vermelden: „Auswirkungen von KI auf die Arbeitswelt: Neue Erkenntnisse aus OECD-Fallstudien. Diese Studie untersucht die Auswirkungen Künstlicher Intelligenz (KI) auf Arbeitsmärkte in OECD-Ländern, insbesondere im Finanzsektor und im verarbeitenden Gewerbe. Sie zeigt auf, dass der Einfluss von KI eine breite Palette von Aufgaben und Berufen betrifft. Trotz Bedenken bezüglich Arbeitsplatzverlusten sind die Beschäftigungsverhältnisse stabil geblieben, obwohl es Anzeichen für ein langsameres Wachstum gibt. Die Nachfrage nach spezialisierten KI-Kompetenzen führt zu neuen Arbeitsplätzen. KI führt eher zu einer Umorganisation von Tätigkeiten als zu tatsächlichen Arbeitsplatzverlusten, wobei menschliche Arbeitskräfte ihre komparativen Vorteile nutzen. Die Einführung von KI erfordert oft höhere und breitere Kompetenzen. Die Beschäftigungsqualität verbessert sich durch die Automatisierung, wodurch monotone Tätigkeiten reduziert werden.“

Was macht es auch schon, wenn für jemanden, der bislang relativ monoton Zahlen in der Finanzbranche bearbeitet hat, der Arbeitsplatz und damit die Existenz gestrichen wird, sofern an anderer Stelle ein IT-Spezialist eingestellt wird? Siehe da, am Arbeitsmarkt ändert sich nichts, schließlich kann sich ja der langjährige Finanzbuchhalter per Studium zum IT-Spezialisten weiterbilden. Wo ist da Problem?

Schon in seinem Hauptwerk „Das Kapital“ schrieb Marx: „Eine ganze Reihe bürgerlicher Ökonomen, wie James Mill, MacCulloch, Torrens, Senior, J.St. Mill usw, behauptet, daß alle Maschinerie, die Arbeiter verdrängt, stets gleichzeitig  und notwendig ein adäquates Kapital zur Beschäftigung derselben identischen Arbeiter freisetzt.“ (K1, S. 461) Dazu führte er aus: „Die aus einem Industriezweig  hinausgeworfenen Arbeiter können allerdings in irgendeinem anderen Beschäftigung suchen. Finden sie solche, und knüpft sich damit das Band zwischen ihnen und den mit ihnen freigesetzten Lebensmitteln wieder, so geschieht dies vermittels neuen, zuschüssigen Kapitals, das nach Anlage drängt, keineswegs aber vermittels des schon früher funktionierenden und jetzt in Maschinerie verwandelten Kapitals. Und selbst dann, wie geringe Aussicht haben sie! Verkrüppelt durch die Teilung der Arbeit, sind diese armen Teufel außerhalb ihres alten Arbeitskreises so wenig wert, daß sie nur in wenigen niedrigen und daher beständig überfüllten und unterbezahlten Arbeitszweigen Zugang finden.“ (K1, S. 464)

Modern klingt der gleiche Sachverhalt so: „Politische Maßnahmen können die Auswirkungen von KI beeinflussen, und die Studie betont die Bedeutung von sozialem Dialog und Schulungen.“ (bmwet) Schulungen braucht es dann, wenn die alte Qualifikation unbrauchbar geworden ist und die Menschen sich irgendwie wieder brauchbar & verkäuflich machen müssen. Deshalb finden sie sich heute in irgendeiner Form der Betreuung durch die Arbeitsverwaltung wieder, die sie zwingt, jeden auch noch so schlechten Job anzunehmen oder sich in irgendeiner Form weiterzubilden. Ein echter Fortschritt gegenüber den alten Zeiten eines Marx!

Aber jetzt im Interesse der Arbeiter!

Wenn in der Studie zudem vom sozialen Dialog die Rede ist, ist wohl als Gesprächspartner in erster Linie an die Gewerkschaften gedacht, die bei Massenentlassungen zur Abwicklung derselben gefragt sind. Und die es in dieser Form einer betriebsträtlichen Mitwirkung und Mitbestimmung zu Marxens Zeiten natürlich noch nicht gab! Heute aber gibt es eine regelrechte Arbeitervertretung, einen DGB, der sich zu allen möglichen wirtschaftspolitischen Fragen äußert.

Was er in Bezug auf den Einsatz neuer Technologien gelernt hat gegenüber den alten Maschinenstürmern, daraus macht der Dachverband der deutschen Gewerkschaften keinen Hehl: „Künstliche Intelligenz ist ein zentraler Treiber der Transformation von Arbeit und Wirtschaft. Generative Modelle – wie ChatGTP – sind da nur die Spitze des Eisbergs. Der Handlungsdruck ist groß, die technologische Entwicklung rasant. Wir wollen KI nutzen, zur Sicherung von Beschäftigung und zur nachhaltigen Aufwertung von Arbeit.“ (DGB)

Hat der DGB früher noch von Rationalisierungen gesprochen und damit ausgedrückt, weswegen neue Technologien eingesetzt werden, so redet er heute nur noch von (notwendiger) Transformation. Also davon, dass sich irgendetwas verändert oder wandelt, ganz so, als ob dies ein natürlicher Prozess wäre. Wenn er von „Wir“ spricht in Bezug auf die Nutzung von KI, dann will er offenbar keinen Unterschied mehr kennen, zwischen sich und der Kapitalseite. Denn schließlich entscheidet auch bei noch so viel verbaler Anbiederei nicht die Gewerkschaft über den Einsatz von KI, sondern die Unternehmen tun das aus eigener Entscheidungsbefugnis.

Dabei geht es auch nicht um die Sicherung von Arbeitsplätzen, sondern darum, viele davon überflüssig zu machen. Wenn der DGB dennoch im Einsatz von KI ein Mittel der Arbeitsplatzsicherung entdecken will, dann zeigt er, was für ihn sichere Arbeitsplätze sind: Lohnende Arbeitsplätze, mit denen sich ein Betrieb in der Konkurrenz auf dem Markt durchsetzt. Insofern ist es kein Gegensatz dazu, dass die dem Dachverband angeschlossenen Gewerkschaften jedem Abbau von Arbeitsplätzen zustimmen, wenn er ohne betriebsbedingte Kündigung, also in Form von Frühverrentung oder Abfindungen, erfolgt. Und die so betriebene Aufwertung von Arbeit besteht dann schlicht darin, dass viele monotone Tätigkeiten verschwinden und durch einen neue Monotonie ersetzt werden.

Welch ein Fortschritt! Aber über den haben sich schon vor 150 Jahren die Wirtschaftsexperten in derselben Manier ausgelassen, wie ein Blick in K1 zeigt. Kein Wunder, schließlich haben sich die politökonomischen Prinzipien der kapitalistischen Wirtschaftsweise seit dieser Zeit auch nicht geändert.

Suitbert Cechura

Suitbert Cechura ist Hochschullehrer für Sozialmedizin im Ruhestand. Buchveröffentlichungen u.a.: „Kognitive Hirnforschung – Mythos einer naturwissenschaftlichen Theorie menschlichen Verhaltens“ (2008), „Inklusion – das Recht auf Teilhabe an der Konkurrenz“ (2015), „Unsere Gesellschaft macht krank – Die Leiden der Zivilisation und das Geschäft mit der Gesundheit“ (2018)
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20 Kommentare

  1. Ein Beispiel aus der Praxis, das mir ein Bekannter erzählte: In der Modebranche erforderte in einer Firma das Implementieren der neuen Kollektion, die jedes Frühjahr ansteht, die ganzjährige Arbeit von ca 10 Personen.
    Nach der Einführung von KI erledigen diverse KI Agenten dieselbe Arbeit in genau 2 Tagen!

    1. Das dürfte auch für die Werbebranche gelten.
      Ich durfte mal Anfang der 2000er der Entstehung eines 4o Sek. Werbespots beiwohnen.
      Anmietung einer Halle, ca. 20 Mitarbeiter plus 2 Protagonisten. 4 Drehtage, Caterer und
      Übernachtung der Mitarbeiter plus deren Salär.
      Heute kann man soetwas mühelos mit KI erstellen und es benötigt dafür genau 1 Mitarbeiter im
      Home Office.

        1. Oh je, guter Mann, haben Sie nicht so viel Phantasie um diese Beispiele auf andere Bereiche (Verwaltung, Banken, Architekturplanungen, Gesundheitsbereich, usw. usf.) zu übertragen? Einfach nur einen raushauen, ohne Sinn und Verstand – so, wie Sie es auch zu Israel machen. Allmählich gehen Sie mir gewaltig auf den Keks!

          1. Danke, daß Sie mir den Kommentar, den ich eigentlich schreiben wollte
            abgenommen haben.

            Phrasen dreschen auf höchstem Niveau, würde ich mal sagen.
            Aber er muß sich halt irgendwie „wichtig machen“ und wenn es nur in
            einem eigentlich unbedeutenden Forum ist.

              1. Mal auf Altersdemenz untersuchen lassen: Stereotypie gehört zum Krankheitsbild, auch mangelnde Fähigkeit zum Perspektivenwechsel. Typisch, wenn ältere Leute nicht mehr merken, dass ihr Gegenüber nicht mehr zuhört.

                1. Das ist mir doch egal, hauptsache ich habe Recht behalten.
                  Ich mache das schon sein überv 50 Jahren so.
                  Im Übrigen nennt sich das „Infantile Regression“ im Fachjargon…nur mal so zur Vervollständigung.

  2. Die meisten der Jobs die da vielleicht weg fallen, waren schon vor der Zeit der KI Bullshitjobs. Der grundlegende Denkfehler, den die Mehrheit incl. des Autors begeht, ist bei KI immer nur im Rahmen der Möglichkeiten der Transformerarchitektur zu denken. Dabei zeigen Mamba, Hyena und RWKV schon die nächsten stufen. Natürlich sind auch diese Modelle nicht weltmodell- oder erfahrungsfähig, aber schauen wir mal auf die „Uhr“. Chatgpt ist 3,5 Jahre alt…!

  3. Hatte Karl Marx bereits die KI vor Augen, als er 1856 in einer Rede an Arbeiter in London sagte:

    “All unser Erfinden und unser ganzer Fortschritt scheinen darauf hinauszulaufen, daß sie materielle Kräfte mit geistigem Leben ausstatten und das menschliche Leben zu einer materiellen Kraft verdummen.”

    “Die Siege der Wissenschaft [Kunst] scheinen erkauft durch Verlust an Charakter. In dem Maße, wie die Menschheit die Natur bezwingt, scheint der Mensch durch andre Menschen oder durch seine eigene Niedertracht unterjocht zu werden. Selbst das reine Licht der Wissenschaft scheint nur auf dem dunklen Hintergrund der Unwissenheit leuchten zu können.”

    https://www.marxists.org/deutsch/archiv/marx-engels/1856/04/56-peopp.htm
    Original in english: „The People’s Paper“, April 19, 1856 -> https://www.marxists.org/archive/marx/works/1856/04/14.htm

  4. Das Eigentliche wäre ja, ob Marx mit seinem Postulat vom Fall der Profitrate recht hat. Auf den Beweis diexser Behauptung läuft das ganze Buch ja hinaus. Ein Angestellter brauchte im Mittelalter eine Schreibfeder, mehr nicht. Dann eine Schreibmaschine und dann einen PC und jetzt KI. Das Einrichten eines Arbeitsplatzes kostet also immer mehr und liegt heute bei über einer Million Euro. Das aber sei totes Kapital, Profit hingegen kann er nur aus der Arbeit des lebenden Angestellten ziehen. Was bedeutet, dass seine Profitrate sinkt.
    Die bürgerliche Wissenschaft streitet diesen Punkt ab. Die Profitrate wird als solche nicht erhoben und beide Seiten tun sich mit dem Beweis schwer. Nun aber hat Marx von ungeahnter Seite Bestätigung bekommen. Der Zins sinkt tatsächlich seit dem Mittelalter. Dieser ist ja der kleine Bruder der Profitrate, denn wenn er über dieser liegt, lohnt sich der Invest nicht.

    https://www.visualcapitalist.com/700-year-decline-of-interest-rates/

  5. Man konnte vor einigen Wochen noch gut mit Gemini darüber austauschen zum Thema..
    Hat mich zum Teil echt beeindruckt, heute geht das nicht mehr, Google hat diese an „die leine“ gelegt o)
    Wäre interessant gewesen, der Autor wäre auf die Gesellschaftliche Widersprüche und Ihre Entwicklung in diesem Kontext eingegangen, alles andere macht wenig Sinn, da einfach nichts über den Status eine Prognose hinausgehen dürfte können….
    Was „Sie“ mir auch gesagt hatte damals, das Sie in Hochsicherheitsgebäuden befindet von Digitalen Wachhunden „beschützt“ … o)))
    Punkt 1, wenn Wir hier von KI reden, können Wir nur noch von dem teil reden, der für Uns Menschen öffentlich zugänglich ist.
    Punkt 2 wäre, laut Marx steht erst die Singularität für einen reinen Antagonismus , alles andere folgt „Dem Gesetz vom tendenziellen Fall der Profitrate“ …
    (Und das brauch die „Konkurrenz“ die aktuell auch immer weniger noch zu finden ist)
    Und Wir sind noch nicht einmal an diesem Punkt angelangt, weil sich einfach niemand mehr im Bereich Journalismus für den Bereich Ökonomie Interessiert , der aktuell unsere Gesellschaften im Griff hat, die Finanzökonomie ..
    Materielle Produktion zählt heute zum größten Teil zu dem Bereich,den man früher als „Schicht der Handwerker“ bezeichnet hatte o))))
    Wo bitte sollen da noch Gewerkschaften Ihre Existenzberechtigung daraus ableiten können ?
    Wäre da nicht die „Dienstleistung“ … aber genau hier setzt KI an ..

    „Das Alte stirbt und das Neue kann nicht zur Welt kommen: Es ist die Zeit der Monster “
    (Gramcsi)

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