
Die Rüstungsindustrie erlebt goldene Zeiten, doch Europas Zukunft wird dafür verpfändet.
Der Aktienkurs des größten europäischen Rüstungskonzerns, der BAE Systems in Großbritannien, hat sich seit dem 23. Februar 2022, dem Tag vor Beginn des Ukrainekrieges, gut verdreifacht. Noch einmal gut doppelt so hoch fiel der Zuwachs beim schwedischen Kampfjet-Hersteller Saab AB aus, und den Rekord unter den Rüstungsriesen hält der deutsche Rheinmetall-Konzern mit einer rund Verzehnfachung des Aktienkurses bis heute.
Das blühende Geschäft mit dem Tod droht allerdings zu einer der letzten großen historischen Aktionen zu werden, die Europa als traditionell jüdisch-christlicher Kulturerdteil abwickelt. Jeder neue emotionale Graben und jeder physische Bruderkrieg beschleunigt den relativen Bedeutungsverlust Europas und des gesamten Westens. Zusammen mit der Geburtenschwäche trägt der Ukrainekrieg in der westlichen eurasischen Randzone zu dem Vakuum bei, das tendenziell von außereuropäischen Kräften aufgefüllt wird. Indem die kulturelle Integration und demokratische Sozialisation der Zuwanderer mit diesen demographischen Umschichtungen nicht mithält, bahnt sich eine Ablösung der freiheitlichen europäischen Zivilisation durch autokratisch geprägte Gesellschaften an.
Richtige und falsche Marx-Prognosen
Auch wenn der Wandel zweifellos von vielen politisch einflussreichen Personen und vielen Zuwanderern herbeigewünscht wird, stellt er weniger das Resultat eines konzertierten Übernahmeplans dar, als die Folge einer demografischen Implosion und einer verfehlten Geopolitik, die die Türen für chaotische globale Migrationsbewegungen und disharmonische geopolitische Verschiebungen öffnet.
Karl Marx hatte mit nicht vielen, aber sehr wesentlichen Erkenntnissen Recht, doch ausgerechnet diese haben die allermeisten Bürger und Politiker bis heute nicht begriffen. Und während seine Irrtümer hartnäckig weiterpropagiert werden, sind wir noch immer weit davon entfernt, seine wertvollen Erkenntnisse nutzbringend anzuwenden. Zu diesen Letzteren gehört die höchst aktuelle Einsicht, dass die Philosophie einer Zeitepoche stets diejenige ihrer herrschenden Klasse ist. Der Grund der publizistischen Vernachlässigung ist simpel: Wäre diese wichtige Regel im Bewusstsein der Bürger präsent, würden sie sehen, dass heute klarer denn je eine internationale Geldelite wesentlichen Einfluss auf politische Entscheidungen nimmt, eben auch darauf, was ihnen die Medien vorsetzen. Diese nicht demokratisch kontrollierten Personen repräsentieren damit die Marxsche ‚herrschende Klasse‘ der Gegenwart.
Marx lag in vielen anderen fundamentalen Aussagen falsch. Gegenwärtig zeichnet sich das auch für die (ihm möglicherweise nur in den Mund gelegte) Prognose ab, die Kapitalisten würden den Strick verkaufen, mit dem sie gehängt werden.
Denn die Realität des 21. Jahrhunderts zeigt ein gegenteiliges, zynisches Bild: Im Moment sind die Akteure des MIC, des Militärisch-Industriellen Komplexes und die stets mitprofitierenden Finanzkapitalisten dabei, den europäischen Steuerzahlern diejenigen Rüstungsgüter zu verkaufen, mit denen sich der Kontinent in einer Eskalationsspirale wirtschaftlich, strategisch und demographisch auf den Friedhof der Geschichte befördert. Während die Profite in private Hände fließen, trägt die Allgemeinheit die Lasten einer gigantischen Staatsverschuldung. Dadurch werden jene Ressourcen aufgezehrt, die für die Bewältigung der inneren Krisen so dringend benötigt würden – von der demografischen Erneuerung bis zur Sicherung der kritischen Infrastruktur.
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Immer wieder witzig, wie Menschen, die Marx nicht verstanden haben, nachweisen wollen, wo er alles falsch gelegen hat.
Dabei beginnt der Fehler schon in der Titelzeile. Es ist eben nicht Europa, dass auf dem Weg auf den Friedhof der Geschichte ist. Wenn man geografisch bleiben wöllte, dann Westeuropa.
Was Marx und mit ihm Engels, Lenin etc. geleistet haben, war zu erkennen, dass auch die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft nach Naturgesetzen verläuft. Das Wissen darum ermöglicht den Menschen voraussschauendes Handeln.
Das gilt aber auch andersherum. Denn, dass was du schreibst ist genauso falsch:
Naturgesetze beschäftigen sich -wie der Name schon sagt- mit den Gesetzmäßigkeiten der Natur. Wenn, dann sollte man bei Gesellschaften und deren Entwicklung von „Gesetzmäßigkeiten“ sprechen, und nicht von Naturgesetzen.
Und auch das wäre noch – wenn man es so verkürzt ausdrückt – falsch.
Marx hat sich im „Kapital I-III“ mit den Gesetzmäßigkeiten der politischen Ökonomie befasst, und die erklärt. Es sind die spezifischen Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus, nicht der der menschlichen Gesellschaft(en) überhaupt.
Auch der folgende Satz ist reichlich verquer:
Entweder sind es Gesetzmäßigkeiten, dann kann man sich bestenfalls auf die beziehen. Oder es sind keine, dann setzt man seinen Verstand ein, und schafft sich die Gesellschaft, die man für tauglich hält.
Anhänger des Histomat (wie z.B. @garno) sehen das natürlich anders. Für die gibt es eine unabänderliche Entwicklung der menschlichen Gesellschaft, bei der Kapitalismus ein notwendiges Durchgangsstadium ist. Diese Theorie stiftet zwar viel Hoffnung führt aber auch zu so eigenartigen Fragen wie dem „richtigen Zeitpunkt“ für die anstehende Revolution. Da möchte man immer fragen, wie lange die denn noch warten wollen. Vielleicht nach WK3?
Eine ebenfalls völlig falsche Theorie, die offenbar der Autor des Artikels teilt, ist die des MIK, der die Staaten wegen seines Profits in Kriege treibt, die die eigentlich gar nicht wollen.
Man braucht nur das „internationale Finanzkapital“ gegen „Illuminati“ austauschen (und umgekehrt) und hat dieselbe Theorie mit einem anderen treibenden Subjekt. Kern und Grund dieser Theorie ist die Rettung der guten Meinung über Staat und Kapital(ismus), indem man sich „böse Subjekte“ imaginiert, die schlechten Einfluss auf eine an sich gute Sache ausüben.
Als wäre die Konkurrenz der Nationen erst dann ein Schaden für die Lohnarbeiter, wenn es zum Ende hin zum Krieg kommt.
Ganz getrennt von Marx könnte man sich fragen, warum es immer wieder zu Kriegen kommt, also welche Gegensätze da derart aufeinanderprallen, dass sie die eine oder andere Seite nicht mehr hinnehmen mag. Da kommt man nie auf das Finanzkapital oder die Rüstungsindustrie. Und auch das Militär hat erstmal überhaupt keinen Gegensatz zum Militär anderer Staaten – die entstehen aus dem politischen Auftrag, den es erhält. So werden aus Feinden auch schon mal „Partner“ und umgekehrt. Das Militär führt die Aufträge aus, hat aber selber keinen Grund Krieg zu führen. Es sichert die staatlichen Interessen gewaltmäßig ab.
Das internationale agierende Kapital möchte international agieren, was im Kriegsfalle stark eingeschränkt ist. Zwar winken reichlich Extraprofite – allerdings meist in einem Geld, dass dann keinen Wert mehr hat. Kriegswirtschaft ist zwar auch Wirtschaft, ruiniert aber die Grundlagen. Die WK2 Gewinner Frankreich GB etc. waren nach dem Krieg ökonomisch ruiniert. Die Verlierer ja sowieso.
Natürlich freut es die Aktionäre der Rüstungsindustrie, wenn deren Wert steigt, sich vervielfacht. Nur braucht es dafür einen Bedarf an Gewaltmitteln, der sich nicht aus dem Interesse der Aktionäre ergibt.
Hier wird mir viel Unsinn unterstellt, wie „eine unabänderliche Entwicklung der menschlichen Gesellschaft“, denn die ist letztlich abhängig von den Menschen, wie die ihre Gesellschaft gestalten. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind wiederum abhängig von den materiellen Grundlagen. Das ist ein dialektischer Prozess, nur wenn der nicht verstanden wird, dann folgen „Fragen wie dem „richtigen Zeitpunkt“ für die anstehende Revolution.
@aufgepasst und auch @Qana sind offensichtlich Anhänger vom „Gegenstandpunkt“. Sie proklamieren die „Staatenkonkurrenz“ und nicht den Klassenkampf als Gegenstand von Politik. Damit sind sie gewöhnliche Liberale und keine Marxisten, für die sie sich üblicherweise ausgeben. Ihre Wirkung ist die von Totengräber jeglicher gesellschaftliche Veränderung. Man könnte meinen, sie seien vom Klassenfeind installiert worden um Verwirrung im linken Lager zu stiften.
Mit Verlaub gesagt, das ist Gelaber. Die „materiellen Grundlagen“ muss man so oder so schaffen. Das ist eine Frage der zur Verfügung stehenden Technologie (nebst Ausbildung, Arbeitskraft usw.). Es ist ja nicht so, dass man z.B. eine Produktion von Stahl nur dann zustande bringt, wenn die Grundlagen dafür im Kapitalismus geschaffen werden.
Du wirfst mit Phrasen um dich bleibst aber den Beweis schuldig, wofür denn der Kapitalismus notwendig sein soll.
Vor den „Gestaltungsmöglichkeiten“ steht der Gestaltungswille. Also der Wille eine Produktion einzurichten, die nützliche Dinge nach Maßgabe der Bedürfnisse herstellt und verteilt. Wer hingegen eine Wertproduktion verbessern will, der hat schon den falschen Ansatz und wird sich all die Widersprüche einhandeln, die so eine Produktion von Wert mit sich bringt. Die Realsozialisten wollten jedenfalls das Wertgesetz zu Anwendung bringen, dafür sorgen, dass „richtig“ wirken kann. Die haben den Band 2 des Kapitals mit den Reproduktionsschemata wie eine Anleitung gelesen.
Die Konkurrenz der Nation ist ein Fakt – den eigentlich auch niemand bestreitet – man braucht ja nur in die Zeitung schauen um die zu entdecken.
Ich weiß nicht, ob oder was Quana „proklamiert“, ich proklamiere jedenfalls nichts, ich analysiere und teile meine Erkenntnisse mit anderen (z.B. hier im Forum). Und nichts wäre mir lieber, als dass die Teilnehmer hier endlich mal begreifen, womit sie es zu tun haben und den Willen entwickeln, die Verhältnisse zu ändern.
Mit Verlaub, das ist eine faschistische Attiüde, denn die Gestaltungsmöglichkeiten fußen auf den realen materielllen Grundlagen, den Naturgesetzen. Ohne diese materielle Basis ist der Gestaltungswille nur ein Hirngespinst oder ein Größenwahn wie im Faschismus.
Das ist ein gutes Beispiel, das zeigt, dass allein der „Gestaltungswille“ nicht ausreicht um zu verändern – ohne die konkreten Umstände zu berücksichtigen.
Das mag sein, nur steht vor der Staatenkonkurrenz die Kapitalkonkurrenz, und das ist entscheidend für politische Entscheidungen und für gesellschaftliches Gestalten.
Du wirfst mit Begriffen um dich….
Der Gestaltungswille ist der logische wie praktische Grund, der Ausgangspunkt jeder Gestaltung. Dass sich die Zielsetzung an den Möglichkeiten orientiert ist eine Binsenweisheit. Robinson auf seiner Insel wird sicher kein Versaille Schloß bauen.
Mit der Gestaltung ändern sich aber auch die Möglichkeiten, weil Produktion ja Produktion von Konsumtions- wie Produktionsmitteln umfasst. Robinson wird sich Werkzeuge bauen, um damit produktiver arbeiten zu können, usw.. Und an keiner Stelle braucht er Geld oder den Kapitalismus.
Einer Gesellschaft, die die feudalen Verhältnisse beseitigt, kann ohne das „Zwischenstadium“ Kapitalismus beschließen, dass man eine Gebrauchswertproduktion einrichtet. Und mit den vorgefundenen Produktionsmitteln dann eine Entwicklung der Produktivkräfte vorantreiben.
Du behauptest zwar immer, dass dafür der Kapitalismus notwendig ist, dass das seine „Aufgabe“ sei (wer auch immer die vergeben haben mag), du beweist es aber nie.
Du laberst nur. Mal wieder nur die Behauptung, dass die Kapitalkonkurrenz „entscheidend“ sei, aber keinerlei Ausführung, warum das so sein soll, geschweige denn ein Beweis.
Was soll das überhaupt heißen, „steht vor“? zeitlich, begrifflich? Führ doch mal was inhaltlich aus, anstatt immer nur Phrasen abzusondern.
Frage off-Topic: Wie schafft ihr es diese Formatierung bei den Zitaten in dem Kommentar einzubringen?
Danke!
Mit html-Befehlen, um Text hervorzuheben sind b, i, und blockquote wichtig, jeweils in eckige Klammern gesetzt.
https://www.html-seminar.de/befehlsuebersicht.htm
Cool, danke, wusste nicht das html im Kommentarfenster unterstütz wird …
Werde das mal ausprobieren …lol
Ich meine mich zu erinnern, dass „die Anhänger des Histomat“ entscheidend an ein paar Revolutionen mitgewirkt hatten.
Ihr Vorwurf ist so alt wie die sozialistische Bewegung. Hübsch ist die folgende metaphorische Variante:
„Der Menschewik wird unterm Baum warten, bis der Apfel herunterfällt. Der Bolschewik wird ihn abreißen.“
(Lenin, während der Revol. von 1905 im Petersburger Elektrotech. Institut; Quelle: Erinnerungen von W. Kowalenkow)
In einem Punkt lag Karl Marx zweifelsohne falsch bzw. daneben: In der Hoffnung, die Mehrheit der arbeitenden Bürgerinnen/Bürger würde begreifen, dass der ungezügelte Kapitalismus eine ökonomische, soziale und gesellschaftliche Sackgasse ist.
Die Mehrheit der Gesellschaft besteht aus Untertanen und die lernen nur dann etwas, wenn das eigene Land und/oder das eigene Haus in Schutt und Asche und viele Soldaten/Zivilisten auf dem Soldatenfriedhof liegen. Das war in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg 1918 so und es war für kurze Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 so.
Im Übrigen will eine oligarchische/plutokratische Eilte nicht, dass über Karl Marx geredet wird. Deshalb muss Karl Marx negativ geframt werden: Karl Marx = DDR/Sowjetunion = Kommunismus = böse => nicht darüber reden. Wenn Sklaven anfangen, über ihre eigene Freiheit nachzudenken, dann könnte das für die Oligarchen/Plutokraten gefährlich werden.
Ich würde diese Entwicklung allerdings auf den gesamten „Wertewesten“ beziehen, dazu gehören vor allem auch die die USA. Dort wird jeder als Kommunist oder Marxist diffamiert, der fragt, warum es in den USA Menschen gibt, die über ein Vermögen von 1.000.000.000.000 (= 1 Billion) Dollar verfügen und auf der anderen Seite mehr als eine Million Obdachlose.
Deinem ersten Absatz möchte ich dahingehend widersprechen, dass Marx et.al, die Entwicklung der Medien und ihre Beherrschung durch das Kapital nicht voraussehen konnten. Bis 1917 war das auch alles noch recht harmlos. Dann kam der größte Fehler des Kapitals, als man Lenin nach Russland schickte. Danach hat das Kapital seine Hausaufgaben gemacht.
Aber Heiko!
Bei allem Respekt vor eingefahrenen Mainstream-Meinungen (die aber durch bloße Wiederholung nicht richtiger werden) erweist das (in aller Welt vielfach kopierte) Resultat der Aktivitäten Lenins, dass schon er selber Marx nicht wirklich verstanden hat. Für Letzteren waren zwei gesellschaftliche Strukturmerkmale absolute Vorgabe: Demokratie und Freiheit des Individuums. Lenin hat dagegen mit seinem ‚demokratischen Zentralismus‘ die faktische Diktatur eines unfähigen und nicht idealistisch, sondern durch persönliche Vorteile und Macht motivierten Parteiklüngels kreiert. Den Namen Lenin und das Wort Leistung kann man nur dann in einen Satz stecken, wenn er eine Negation enthält. Lenin hat den russischen Mittelstand und das unabhängige Bauerntum (Kulaken) verfolgt, benachteiligt und dezimiert und damit die Motivation der Menschen entscheidend gebremst.
Lenin hat nicht die Herrschaft die Zarenherrschaft beendet, sondern die Entfaltung einer gerade begonnenen demokratischen Entwicklung verhindert. Der Zar war bereits am 15. März 1917 zurückgetreten, mehr als ein halbes Jahr vor Lenins Revolution und seinem anschließenden Bürgerkrieg. Aber damit erschöpft sich Lenins destruktive Wirksamkeit noch nicht. Sein blutiger Bürgerkrieg gegen die Demokraten kostete rund 9 Mio. Menschenleben. Das ‚Timing‘ seiner Revolution (unter erheblicher Mitschuld der kaiserlichen deutschen Regierung) und das annähernd schwachsinnige Nichtverhandeln Trotzkis brachte Russland völlig vermeidbare Gebietsverluste und eine Kräfte zehrende Fortsetzung des Krieges im Westen.
Der Ruf Lenins und seiner Kumpane ist im heutigen Russland zu Recht im Keller, schon weil er mit seiner Sowjetunion die Sollbruchstellen im Russischen Reich vorgezeichnet und den Gedanken der großräumigen Integration beschädigt hat.
Da wäre es für einige allzu rückwärts orientierte Altsozialisten an der Zeit, sich mal um eine saubere Aufarbeitung des Marxismus-Leninismus zu bemühen. Eine angemessene Würdigung eines Teils der Marxschen Erkenntnisse findet sich u.a. hier: https://www.frieden-freiheit-fairness.com/philosophie
Sie scheinen von einer Parallelerde zu kommentieren. In Russland erleben Lenin und Stalin die letzten Jahre eine unglaubliche Renaissance, weil die Menschen eben erkennen, wie richtig der Weg damals war. Im Gegensatz zu Ihnen hatte Lenin Marx gelesen und verstanden.
Bitte mal richtig hinsehen, Heiko. – Stalin, der den Großen Vaterländischen Krieg gewonnen hat, steht hoch im Kurs. Das gilt für Lenin, dem die Aufteilung des Russischen Reiches in Sowjetrepubliken zu „verdanken“ ist, ganz und gar nicht. Die damals etablierten Sollbruchstellen haben die Auflösung der Sowjetunion von 1991 vorprogrammiert und damit den Weg für Spannungen und Konflikte bis zum jetzigen Ukrainekrieg geebnet. Das ist auch offizielle Regierungslinie.
Ich möchte einfach mal den Begriff Diktatur des Proletariats einwerfen.
Doch wer versteht sich al Proletarier heute?
Marx als Philosoph zu würdigen ist eine beliebte Methode, sich um die Kritik der politischen Ökonomie zu drücken. Einfach, in dem man das Thema wechselt.
Die Leistung von Marx, Lenin, und Konsorten zu würdigen, verschiebt den Fokus von dem Inhalt dessen, was wer auch immer gesagt, geschrieben, rausgefunden hat, zu der Person. Und da kann man trefflich streiten, wer wie zu was beigetragen hat, oder wer für was wie verantwortlich zu machen ist – ohne auch nur einmal die Analyse(n) daraufhin überprüfen, was an denen korrekt und was falsch ist.
Das sieht dann so aus:
Marx ist (in Teilen) widerlegt! Punkt! Und aus die Maus.
Privateigentum entspringt angeblich der Menschennatur („angeborenes Charakterprofil!!!), kann also gar nicht abgeschafft werden, zudem ist es ordnungsstiftend (vor allem, wenn es mit der staatlichen Gewalt durchgesetzt wird).
Was ist dieser äußerst knappen Erledigung von Marx Analyse gar nicht vorkommt: dessen Analyse. Die ist auf ein Wort zusammengeschnurrt: Privateigentum.
Ansonsten ist der Text ein Abfeiern des Kapitalismus sondergleichen.
Ich weiß wirklich nicht, warum sich solche Leute noch auf Marx berufen wollen. Ihr habt das Kapital nicht gelesen, wisst nicht was der Wert ist, und haltet Marktwirtschaft für ein Prinzip(!), dass seit 125 Millionen(!) Jahren existiert, verortet es sogar in der Natur:
Was hat das mit Kapitalismus zu tun?
Diese Marktwirtschaft kann man wo begutachten? Richtig, gar nicht. Marktwirtschaft, wie sie hier beschrieben ist, ist ein Modell, keine Erklärung der tatsächlichen Verhältnisse. In der VWL ist der Markt der Ort(!) (und das Prinzip), wo Käufer und Verkäufer tauschen. Dieses Verhältnis geht per Definition immer(!) auf, weil all die Bedürfnisse, die über keine ausreichende Zahlungsfähigkeit verfügen, gar nicht erst in die Betrachtung einfließen: sie treten nicht am Markt auf. Wenn Deutschland komplett deindustrialisiert wäre, und Millionen Arbeitslose hungern – der Markt wäre immer noch im Gleichgewicht.
Diese Aufarbeitung gibt es, z.B. beim Gegenstandpunkt. Das Buch heißt „Von der Reform des ‚realen Sozialismus‘ zur Zerstörung der Sowjetunion“.
Das Problem vieler deutscher Forums-Kommentatoren besteht u.a. darin, dass sie ernsthaft davon überzeugt sind, dass ihre Ansicht zu historischen Ereignissen und politischen Vorgängen im Ausland, von denen sie zudem zumeist nicht allzu viel wissen, von „der Welt“ geteilt wird.
Zur Bewertung der herausragenden Persönlichkeiten der russ. Geschichte gibts in der RF regelmäßig Umfragen. Die letzte zu Lenin fand im April statt.
Ergebnis (Meinungsforschungszentrum VZIOM):
64% der Russen begegnen ihm mit Sympathie, 20% mit Abneigung ihn.
40% bewerten seine Tätigkeit als überwiegend positiv, 18% als überwiegend negativ
Das ist kein Ausrutscher, sondern ein durchgehender Trend seit Jahrzehnten.
Natürlich verkaufen die Kapitalisten auch den Strick, mit dem sie gehenkt werden. Nur ist nicht alles der Strick, mit den sie gehenkt werden.
Aufgrund des Titels erwartete ich, im Artikel Argumente pro oder kontra Marxens Gesellschaftstheorie zu finden. Das war eine Fehlannahne.
Verlangen Sie auch in einem Artikel über den Sturz einer Bergsteigerin, dass über das „Pro und Contra“ von Newtonsch’s Gravitationsgesetz geschrieben wird?
Ich habe volles Verständnis für Ihre Enttäuschung, dass auf den Titel nicht eine breite Auseinandersetzung mit den Marxschen Gedanken folgt, Gilbert!
Wenn wir in friedlichen Zeiten leben würden, würde genau das jetzt auch folgen. Doch in der augenblicklichen, höchst gefährlichen historischen Situation geht es mir in diesem bewusst kurz gehaltenen Artikel vor allem darum, höchst gefährliche psychologische Barrieren abzubauen, die unsere europäischen Gesellschaften in zwei fast verfeindete Lager spalten: Bei vielen Konservativen wirkt bereits der Name Marx als Reizwort, um sich jeder sachlichen Diskussion zu verschließen. Umgekehrt fühlen sich viele Linke auf den Schlips getreten, wenn man nicht ihrer dogmatischen Huldigung des Marxismus-Leninismus folgt und sich stattdessen selektiv den wertvollen Marxschen Erkenntnissen zuwendet und gleichzeitig aus seinen Irrtümern lernt.
Die Basislektion ist sehr einfach: Jetzt die Zeit für ein Lernen aus der Geschichte nutzen, bevor es zu spät ist. https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/atomschlag-als-warnung/
Keine Ahnung, warum ausgerechnet Marx als Zeuge für eine kulturpessimistische Deutung, die ich im Übrigen durchaus teile, herhalten muss. So wahnsinnig viele Prognosen hat er nicht gemacht. Selbst die, die am meisten mit ihm in Verbindung gebracht wird, dass nämlich die Arbeiterklasse als historisches Subjekt die bürgerlichen Verhältnisse revolutionär aufheben wird, hat er im Manifest, seiner bekanntesten revolutionären Prosa, eingeschränkt und schon dort geschrieben, dass die kämpfenden Klassen auch gemeinsam untergehen können. In den späteren Jahren, vor allem nach der gescheiterten bürgerlichen Revolution von 1848, spotette er selbst über jene, die die sozialistische Revolution für den Donnerstag der jeweils kommenden Woche erwarteten. Was übrigens in der marxistisch geprägten Linken zum festen Bestandteil der Folklore wurde. Die finale Krise des Kapitals wurde mit der gleichen Überzeugung proklamiert, wie die baldige Ankunft des Messias.
Nun lässt sich die Vorstellung von der Arbeiterklasse und ihrer historischen Mission trefflich kritisieren und nur noch „Gläubige“, die dafür mit der dem Glauben angemessenen Inbrunst, bestehen darauf. Aber es ist müßig, da man keine Gesellschafttheorie braucht, um festzustellen, dass die Arbeiterklasse keine Revolution macht und da, wo für einen historisch kurzen Zeitraum die Kapitalverwertung eingeschränkt war, keineswegs eine führende Rolle in der Gesellschaft einnahm. Die hatte sie den Bonzen zu überlassen.
Aber bleiben wir bei Marx. Dessen Ziel war es, rauszubekommen wie die bürgerliche Gesellschaft – ich weiß nicht, ob der Begriff Kapitalismus bei Marx überhaupt verwendet wird – funktioniert. Da aber sieht es schon sehr danach aus, als wenn er erfolgreich war. Wobei eben ni chts, aber auch garnichts auf eine emanzipatorische Aufhebung hindeutet aber immer deutlicher wird, das Kapitalverwertung durch Vernutzung menschlicher Arbeit im Reproduktionsprozess an ihre Grenzen stößt. Das aber ist reichlich Grund für Kulturpessimismus.
@1211
„wo für einen historisch kurzen Zeitraum die Kapitalverwertung eingeschränkt war, keineswegs eine führende Rolle in der Gesellschaft einnahm. Die hatte sie den Bonzen zu überlassen.“
Das liegt an der Stellvertretermentalität wie wir sie jetzt ja auch sehen. Alle 4 Jahre mal ein Kreuzchen auf einen Wahlzettel und dann erwarten – „Die werden das schon für mich machen“
Auch Demokratie funktioniert nicht mit einer lethargen Masse.
@otto0815
Das wirklich Schlimme daran ist, dass viele überhaupt nicht mehr zur Wahl gehen und das nicht, weil sie mit den Zuständen zufrieden sind, sondern weil sie sagen: Für mich wird nichts besser.
Das Allerschlimmste ist allerdings, wenn Wähler eine „Alternative“ wählen, die ökonomisch, sozial und gesellschaftspolitisch keine Alternative ist. Auch Adolf Hitler hat 1930 nicht gesagt: Wenn ihr mich wählt, dann schalte die Medien, die Kultur, die Gwerkschaften und die Wissenschaft gleich, ich rüste das Militär auf, ich bringe von 1933 bis 1945 Millionen Russen, Juden, Zigeuner und viele andere Menschen um und lege Deutschland 1945 in Schutt und Asche.
Richtig ist: Demokratie funktioniert nicht mit einer lethargen Masse. Aber für eine autokratische und plutokratische „Elite“ ist es viel leichter ihre Ziele gegen die Interessen und das Wohl der Mehrheit durchzusetzen, wenn die Mehrheit apathisch, träge, untätig und phlegmatisch vor dem Fernseher, im Garten auf dem Liegestuhl oder am Strand von Palma oder wo auch immer liegt.
Die politische Klasse der Bundespolitik gehorcht einem klandestin operierenden Milliardärs-Verband, der dazu geheime Strategiepapiere verfasst und die nicht ganz geringe Anzahl exekutiver Hauptleute mit taktischen Anweisungen brieft.
Das Leben dagegen ist so komplex geworden. 99 % der Menschen die ich kenne, haben max. 10 min oder 10 Sätze zum Austauschen über die wirklich brisanten Themen, bevor sie sich erboßen und sagen: So, mir reicht es jetzt, damit haben ich das Thema abgeschlossen … und sich 30 min über Fragen der Hundeerziehung oder des nächsten anstehenden Tennismatch auslassen.
Gegen die Milliardärs-Clique ist im Moment tatsächlich kein Kraut gewachsen. oder?
Ich glaube nicht, dass es eine Mentalitätsfrage ist. Gerade in Deutschland wusste Herrschaft immer schon Gewalt einzusetzen, wenn das Verhalten der Untertanen missfiel. Man kann sicher weiter zurückgehen, aber ich nenne hier mal exemplarisch die Bauernkriege, als die Feudalen sich durch die Lande metzelten und sowas wie Widerstand viele Jahrhunderte nicht mal mehr denkbar schien. Als dann 1848 das Bürgertum, jedenfalls ein Teil davon sich erhob – die Masse palaverte lieber – war sie nur zu schnell bereit, wieder mit den Feudalen zu paktieren und die Revolution zusammenschießen zu lassen. Wenn ein Westendautor, der grad ein sehr erfolgreiches Buch schrieb, in dem er das aktuelle Bückbürgertum beklagt, ist ihm die deutsche Geschichte einfach nicht ausreichend vertraut. Hier war es nie anders.
Und wie lange hier überhaupt noch gewählt werden darf, wenn dabei unerwünschte Resultate zustande kommen?
Als ich vor weit über zehn Jahren auf Telepolis mal schrieb, dass ich es für möglich halte, dass wir noch erleben, dass in Deutschland wieder auf streikende Arbeiter geschossen wird, war die ziemlich einhellige Reaktion, dass ich offensichtlich einen an der Waffel habe. Ich wünschte das wäre so, fürchte aber, dass es sehr schnell in diese Richtung laufen wird. Ich lege so gar keinen wert darauf recht zu behalten. Sieht aber nicht danach aus, dass meine paranoiden Erwartungen nicht noch übertroffen werden könnten.
„Auch Demokratie funktioniert nicht mit einer lethargen Masse.“
Ja, vor allem das was „unsere Demokratie“ heißt und letztlich mehr Fassade, denn Politik der Souveräne ist.
Vielleicht hilft eine „geloste Demokratie“, verstanden auch als Sozial/Friedenstechnik, da alle BürgerInnen darin über politische Machtgleichheit verfügten um gemeinsam im Sinne d. Gemeinwohl Politik machen zu können.
Angesagt wäre eine Verfassungsreform, siehe https://losdemokratie.info/analysen/
Der Tod ist ein Meister aus Deutschland.
Kaum wiedervereinigt rasselte wieder der Groß-Deutsche Säbel und der Stahlhelm ersetzte den Hut.
Kommt auf mein neues T-Shirt
NO WAR!
Ain′t gonna let nobody, turn me around
Ain′t gonna let that Boris Pistorius turn me around
Ein wirklich guter und kluger Artikel.
Die Überschrift passt indessen nicht so recht und war sogar fast der Grund, weshalb ich den Text nicht gelesen hätte.
@Wolfgang Wirth
Wie kannst du beurteilen, dass dieser Artikel gut ist, wenn du den Text gar nicht gelesen hast?
„fast nicht gelesen hätte“, sagt er, er hat es doch gelesen, oder verstehe ich kein Deutsch mehr.
Ich lese fast immer was Herr Wirth schreibt und finde so einiges interessant!
@Wallenstein
Wolfgang Wirth meinte, dass die unpassende überschrift fast der Grund war, dass er den Text nicht gelesen hätte, und nicht dass er den Text fast nicht gelesen hatte.
@henio
1. Sie sollten das langsame und aufmerksame Lesen üben, dann hätten Sie eher gemerkt, was auch der Mitforist @Wallenstein gleich verstanden hat, nämlich, dass ich den KONJUNKTIV verwendet habe.
2. Gerade weil ich höchstwahrscheinlich deutlich älter bin als Sie – es mögen an die 20 oder 30 Jahre sein – möchte ich Sie doch freundlich bitten, auf dieses vertrauliche Duzen zu verzichten.
Es ist nun einmal so, dass der Ältere dem Jüngeren das Du anbietet. Und das geschieht erst, wenn man sich besser kennt – oder auch nicht. Wir sind doch erwachsen. Oder glauben Sie, jeder würde diese nivellierende und distanzlose Popkultur der Gegenwart mitmachen? Nein! Übrigens auch im Wirtschaftsleben nicht.
Sehr gut, werter Herr Wirth, ich bin 66 und sehe diese Duzerei ebenso wie Sie.
Ich möchte ergänzen, das mich auch die Werbung stört, die mich mit dem „Du“ verlocken und ansprechen will!
Liebe Freunde des Internet!
Die Anrede „du“ ist seit den Anfangszeiten der persönlichen internetgestützten Kommunikation in Foren der Standard.
„Liebe Freunde des Internet!
Die Anrede „du“ ist seit den Anfangszeiten der persönlichen internetgestützten Kommunikation in Foren der Standard.“
Das gehört wie LGBTQ+ zur Gender-Diktatur der Eliten, die bestimmte User im Auftrag der Tech-Industrie durchsetzen wollen.
Das ist grober Unfug. Das „Du“ ist seit jeher Standard und ich werde das nicht ändern, weil Du jetzt auch im Internet bist.
Nönönönö Herr Wirth, der Konjunktiv sagt gar nichts darüber aus, ob Sie den Text gelesen haben oder nicht. Denn vielleicht gab es einen anderen Grund, bspw. weil das Telefon klingelte, konnten Sie den Text nicht lesen. Ihr erster Satz widerspricht dem allerdings.
Des weiteren erwarten Sie, dass Ihr Text so gelesen wird, wie Sie es meinten. Ein Text ist ein Text und spricht für sich selbst und wenn er gut gemacht ist, drückt er aus, was Sie meinten.
Mir fehlt leider jetzt die Zeit, Ihnen aufzuzeigen, auf wie viele Arten Ihr Punkt 2. gleichzeitig zum lachen und weinen ist.
Und so verschwendet man dann mehrer Kommentare auf Gesabbel und Nichtinformation, passend übrigens zur Nicht- und in Teilen Desinformation des sekundierten Artikels.
Und um mal die dahingeuchelte Klage über Formfragen zum gepflegten Umgang miteinander aufzugreifen. Verlogenheit ist kein Anzeichen von Altersweisheit und schon garnicht ist sie Anzeichen für gepflegten Umgang.
Aber klar, Raub, Mord, Terror und Unterdrückung sind schon ok, solange dabei die gewünschte Fassade gewahrt bleibt.
@ Gracchus Babeuf:
Sie haben vollkommen recht, aber trotzdem hat irgendetwas Sie gepackt und Sie machen mit 😉
»Und jetzt…«
…noch einmal ein großes Dankeschön für Ihren Buchtipp »Wir amüsieren uns zu Tode«. Es war mir ein Vergnügen. Und an einer Stelle habe ich gezögert, ob ich mich der Schadenfreude hergeben sollte: Postman beschreibt, vielleicht etwas übertrieben, die amerikanische Lesekultur der Pioniere und der damit einhergehenden Art der öffentlichen Diskussion, von der ich so vorher nichts wusste. Kurz dachte ich, „die Amerikaner haben also erst ihre eigene Kultur ruiniert, bevor sie andere mit dem Entertainmentansatz imperialisierten“. Letztendlich ist das zutiefst bedauerlich und wahrscheinlich waren die Amerikaner nur die ersten und ursächlich waren die technischen Entwicklungen dieser Zeit sowie der unreflektierte bzw. profitmaximierende Umgang mit diesen.
„Es ist nun einmal so“
Du bist ja ulkig.
„Wir sind doch erwachsen“
Ja, ihr seid in der Tat fürchterlich erwachsen.
Sehr geehrter Herr Hamann,
Es mag ja sein, dass sich Marx in einigen Punkten geirrt hat. Es ist für mich auch eine Tatsache, dass die heutige „Linke“, durchaus begründet mit Ihrem Bildungsstand, Marx nicht versteht und/oder missinterpretiert ABER auch Sie denken zu kurz:
Wenn der bisher eingeschlagene Weg der westeuropäischen Politik, in Absprache mit Übersee, weiter und bis zum Ende verfolgt wird gibt es keine Kontinente mehr auf denen die heutige Finanzelite Ihren Reichtum mehren könnte.
Damit hätte Marx dann wieder recht – der Strick zum eigenen Untergang wird heute verkauft.
Lieber Herr Alter,
mit der Überlegung zur Selbstbeschädigung der Kapitalisten in globalen Kriegen haben Sie Recht. Doch schon unsere etablierten Politiker, diese austauschbaren Funktionäre des kapitalistischen Systems, zeigen mit ihren regelmäßigen Verstößen gegen die Rationalität, dass der feste Wille, die einmal erlangte Macht nicht wieder abgeben zu wollen, die Aufgeschlossenheit für rationale Überlegungen stark einschränkt.
Das gilt auch (bei sehr viel höherer Intelligenz) für die Spitzenvertreter der Geldaristokratie. Die kennen seit vielen Generationen nichts anderes, als dass sie buchstäblich alles bewegen können, kein Gedanke ist radikal genug, um von ihnen für unrealistisch gehalten zu werden. https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/krieg-als-geschaeftsmodell/#google_vignette
Außer auf riesige, komfortable Bunkeranlagen können sie auch darauf vertrauen, dass sich weder China noch die USA in einen Nuklearkrieg zwischen EU/NATO und Russland einschalten würden. Mit oder ohne diesen großen Krieg hat die Finanzelite ihre neuen Untertanen für die Übernahme der westlichen Zivilisation bereits über Jahrzehnte mit einer ‚Entwicklungspolitik‘ großgezogen, welche die Menschen nicht zu selbstverantwortlichen, nach Freiheit strebenden Individuen entwickelt hat, sondern in Bürgerkriegen traumatisiert, in Abhängigkeit von fortlaufender Hilfe und auf einem hohen Geburtenniveau gehalten. Die Bevölkerung Afrikas wächst um täglich 100.000 Personen, am raschesten in den islamischen Ländern des Sahel.
Der Große Reset ist ein festes Programm für eine neue Konsolidierungsepoche im Anschluss an die noch vor uns liegenden Jahre der Gewalt bis 2030. Dieses für ultrareiche Globalisten maßgeschneiderte Programm hält die Demokratie draußen, die Freiheit unten und die Oligopolmacht der Konzerne drinnen.
Die Kürze des Artikels ist erfrischend, der Inhalt… hm, sollte es dann vielleicht auf ein paar griffige Formeln bringen, was nicht unbedingt passiert (villicht isch des grad‘ dè Witz?). Aber gut, immerhin nicht unoriginell der Ansatz. Sagėmer mal so: Was schon wieder „Europa“ davon hat, ist natürlich eine recht selbstbezogene Sichtweise, andererseits hat ja auch Karl Marx damals sehr abendländisch-zentriert geschrieben, so à la „Erstmal müssen in ‚entwickelten Ökonomien‘ die Stadien xyz durchlaufen werden, damit dann die Arbeiterklasse… Bourgeoisie…“, womit der Kreis möglicher revolutionärer Subjekte schon mal sehr eingeschränkt wurde. Insofern schon fast wieder logisch, sich da auf den Westteil von Eurasien zu fixieren, aus dem er ja auch selbst stammte.
Dass der Zweck nicht die Mittel heiligen darf, und es halt – vorsichtig ausgedrückt – nicht sonderlich menschlich ist, z.B. den Straftatbestand der „Republikflucht“ einzuführen, ist wohl hinlänglich bekannt. Was allerdings die Feststellung „Die Arbeiterklasse hat kein Vaterland“ angeht, so kann ich dem nur zustimmen. Ich würde noch ergänzen, dass man von daher auch gar nicht über so Absurditäten wie „Man darf den Patriotismus nicht den … überlassen“ diskutieren muss. Leuten, die das partout anders sehen wollen, wünsche ich viel Spaß beim Schneeballrösten (mal ehrlich – hätten Sie gedacht, dass ich am Ende noch FJS zitiere/umdeute?).
Ich habe schon immer gesagt:
MEIN ZUHAUSE IST DIE WELT. 🙂
Fernab von jedem Nationalismus und Patriotismus!
In einem Punkt lag Karl Marx zweifelsohne falsch: In der Hoffnung, die Mehrheit der arbeitenden Bürgerinnen/Bürger würde begreifen, dass der ungezügelte Kapitalismus eine ökonomische, soziale und gesellschaftliche Sackgasse ist.
In den folgenden Punkten lag er mit seiner Analyse aber richtig. Oder möchte dies mit Ausnahme der Fans von Friedrich Merz, Markus Söder, Markus Lanz, Lars Klingbeil, Boris Pistorius und Alice Weidel jemand bestreiten?
Der 1️⃣. Punkt wäre die wachsende wirtschaftliche Ungleichheit:
Marx stellt fest, dass sich Kapital mit der Zeit in den Händen weniger Eigentümer konzentriert. Tatsächlich besitzen heute deutschland- und weltweit relativ wenige Menschen bzw. private Großbanken/Konzerne einen riesigen Anteil des Vermögens. In vielen Ländern sind die Vermögens- und Einkommensunterschiede in den letzten Jahrzehnten massiv gestiegen. Die sogenannte Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander.
2️⃣ Die Diktatur der Ökonomie:
Die Wirtschaft bestimmt die Politik und willfärige bzw. opportunistische Regierungen machen das, was die Großkonzerne, Großbanken, Immobilienspekulanten, Arbeitgeber und die „Superreichen“ wollen. Eines der besten Beispiele dafür war die „Bankenkrise 2007/2008: Da waren Banken, die sich verzockt und verspekuliert haben, „too big to fail“ und wurden von der Politik auf Kosten der Allgemeinheit mit 500 Milliarden Euro unterstützt. Wenn sich ein kleiner Arbeiter, Angestellter, Handwerker mit 5.000 oder 10.000 Euro an der Börse verzockt, dann interessiert das keinen einzigen Politiker.
In einer Demokratie sollte es aber umgekehrt sein: Die Politik/Regierung bestimmt die Ziele, den ökomischen/sozialen Rahmen und das, was der Mehrheit und der Allgemeinheit ökonomisch und sozial nützt und das wird dann von der Wirtschaft umgesetzt.
Der 3️⃣. Punkt wäre die Globalisierung des Kapitalismus:
Globale Lieferketten, multinationale Konzerne und weltweiter Handel bestimmen die Wirtschaft. Diese Unternehmen/Konzerne schaffen ihre riesigen Gewinne in Steueroasen, wo sie weniger Steuern zahlen als eine Zahnarzthelferin oder ein Straßenkehrer. Die meisten Menschen arbeiten, wohnen und leben nämlich national und nicht global bzw. international. Viele Menschen glauben aber, wenn sie dann rechte Nationalisten wählen wie die blaue Alice Weidel von der 🔵AfD🚫, dann würde sich für sie ökonomisch und sozial etwas verbessern. Das ist der „Trick“ der „Alternative für Deutschland“.
4️⃣ Der technologische Wandel verändert die Arbeitswelt
Unternehmen steigern durch technischen/technologischen Fortschritt permanente ihre Produktivität und rationalisieren die Arbeit. Die Frage ist, wer steckt sich die Gewinne, die dabei erzielt werden, in die Tasche und: Was macht man mit den überflüssigen Arbeitskräften?
5️⃣ Wirtschaftskrisen wiederholen sich und werden immer massiver
Wirtschaftliche Krisen sind nicht die Ausnahmen, sondern ein Bestandteil des Kapitalismus. Das sind die negativen Folgen des Monpoly-Effekts bzw. die Folge von Unternehmens- und Vermögenskonzentration. Ein Beispiel sind Immobilenspekulation, wenn die „Blase“ platzt.
Wenn es in der sogenannten „freien Marktwirtschaft“ für alle Bürger immer nur bergauf gehen würde, dann müssten doch irgenwann alle Menschen wohlhabend oder sogar reich werden oder? Werden sie aber offenkundig nicht. Woher kommen dann die ökonomischen und sozialen Krisen? Fallen die vom Himmel? Warum gibt es dann Arbeitslose, Obdachlose, Rentner, die in Mülltonnen nach Pfandflaschen suchen, Mieter, die Angst vor der nächsten Mieterhöhung haben und Menschen, die sich bei der Tafel anstellen, weil das Geld hinten und vorne nicht reicht während „Superreiche“ gleichzeitig immer reicher und reicher werden? Wir reden hier von den entwickelten reichen Industrieländern und nicht von Ländern der Dritten Welt, wo Menschen verhungern, weil sie sich keine Schüssel Reis mit Trüffeln und Beluga-Kaviar leisten können.
Wenn Sie Antworten auf diese Fragen haben wollen, dann fragen Sie nicht:
die Bundesregierung: 📵 kein Anschluss unter dieser Nummer
die Wirtschaftsweisen: 📵 kein Anschluss unter dieser Nummer
Politiker wie Markus Söder, Alice Weidel, Tino Chrupalla: 📵 kein Anschluss unter dieser Nummer
den Masken-Dealer Jens Spahn: 📵 kein Anschluss unter dieser Nummer
die öffentlich-rechtlichen Medien (ARD+ZDF): 📵 kein Anschluss unter dieser Nummer
die FAZ, SZ, NZZ, SPIEGEL, WELT, BILD, RTL: 📵 kein Anschluss unter dieser Nummer
Danke für diese kurze prägnante Zusammenfassung in fünf Punkten!
Aus Punkt 1 und 2 folgt logisch sofort, dass Kapitalismus und Demokratie inkompatibel sind, da jede kapitalistisch bewirtschaftete Demokratie sich in eine Plutokraten, also eine Oligarchie, wandeln muss.
Das ist doch genau das, was sich heute vor den Augen aller offenbart: Die Kapitalmonopolisierung ist so weit fortgeschritten, dass in den westlichen Demokratien das Kapital in den Händen einiger weniger liegt und sich die aktuelle Politik, auch die von Merz, nur noch über die Interessensvertretung jener Klasse erklären lässt.
Marx hat als Chefredakteur und Auslandskorrespondent für renommierte internationale Blätter den Krimkrieg und den Deutsch-Französischen Krieg analysiert und verleugnet, dass es in diesen um here Ziele wie „Freiheit“ ginge, sondern sieht den Krieg als direkte Folge des Kapitalismus.
»Im Moment sind die Akteure des MIC, des Militärisch-Industriellen Komplexes und die stets mitprofitierenden Finanzkapitalisten dabei, den europäischen Steuerzahlern diejenigen Rüstungsgüter zu verkaufen, mit denen sich der Kontinent in einer Eskalationsspirale wirtschaftlich, strategisch und demographisch auf den Friedhof der Geschichte befördert.«
Der Militärisch-Industriellen Komplexes und die stets mitprofitierenden Finanzkapitalisten verkaufen den europäischen Steuerzahlern die Rüstungsgüter ja gar nicht, die europäischen Steuerzahler wurden und werden gar nicht gefragt, der Kauf der Rüstungsgüter erfolgt »par ordre du mufti«, die europäischen Steuerzahler haben sich gefälligst zu fügen.
Was mir persönlich besonders auf den Wecker geht ist das Wissen, dass ein großer Teil meiner Steuern dazu benutzt wird, die Banderisten in der Ukraine oder sogenannte gemeinnützige Organisationen wie »Liberale Moderne« von Marieluise Beck zu unterstützen.
Unsere gleichgeschalteten Massenmedien haben einen erheblichen Anteil dieses Zustands.
Das Kapital als mächtigstes Instrument der Herrschaft agiert bekanntlich global. Mit MAGA gibt es einen einheitlich erscheinenden Akteur, der sagt: „Amerika gehört uns und der Globus ist unser Spielplatz.“ Etwas in seiner Größe vergleichbares ist sonst nicht zu finden, allerdings kann die UvdL geleitete EU ähnlich interpretiert werden, die sogenannten „patriotischen Europäer“ innerhalb der jeweiligen Nationen agieren parallel und die Vorstellung einer »Festung Europa« ist ein gemeinsamer Nenner.
Die Globalisten hingegen beanspruchen den gesamten Globus primär als ihren, sie sehen kein Problem darin, den „Westflügel“ (Europa) gravierend umzubauen oder auch abzureißen, das Anwesen ist groß genug, um Unannehmlichkeiten aus dem Weg zu gehen. Was das System der Herrschaft angeht, stehen die Globalisten nicht in Gegnerschaft zu den „Patrioten“, dafür ist alles zu weit vernetzt, verbunden und co-bhängig; die Konkurrenz besteht alleinig bei den zukünftigen Profiten.
Die Verschuldung zugunsten der Aufrüstung ist also nur ein weiterer patriotischer Schritt zur »Festung Europa«. Als Nebeneffekt werden die im Text erwähnten »inneren Krisen« vernachlässigt und als Herrschaftsinstrument aufrecht erhalten, um die Bevölkerung einzuhegen und ihnen bei Bedarf mit genau diesem Argument, ihrem miserablem Zustand, noch mehr abzuverlangen.
Das klingt schauerlich, mir kommt da sofort die sogenannte „Umvolkung“ in den Sinn. Könnte jemand versuchen, näher zu erläutern, was der Autor genau damit meint?
Bitte?
Das hat er doch erklärt mit:
„..als die Folge einer demografischen Implosion..“
Alles – wirklich alles – steht ausschließlich in Korrelation zur Tendenz des Menschen, nicht nur unentwegt zu altern, sondern, wie seit Anbeginn aller Zeiten, unproduktiv und demografisch schädlich „(aus)zusterben“*.
Auf WELCHE Weise/wodurch man diesen latenten „demografischen implosiven Freitod“** hier/dort aufhält, ist noch in Arbeit mittels Experten.
(Tendenziell wird aber ein irgendwie gearteter großer Knall vorher all die Probleme ohnehin final lösen.)
Mehr Fragen wirft vielmehr diese Aussage auf:
„Dadurch werden jene Ressourcen aufgezehrt… bis zur Sicherung der kritischen Infrastruktur.“
Meines Wissens ist kritische Infrastruktur (Wasser/Energie/Lebensmittelsicherheit etc ) nicht nur konzentriert, sondern bereits in allerbesten Händen und vor Zugriff (von Krethi und Plethi) hervorragend (ab)gesichert.
* (statistisch geschätzte Zahlen, da es um 1000 n.Chr. noch keine Einwohnermeldeämter gab)
1000: 310.000
2000: 6.170.000
2025: 8.230.000
3000: peng, ausgestorben
**“Vor 500 Jahren betrug die Weltbevölkerung 425 bis 540 Millionen, die UNO geht von 500 Millionen aus. Im Laufe des 16. Jahrhunderts soll die amerikanische Bevölkerung (Indianer) durch eingeschleppte Seuchen von etwa 50 Millionen auf nur noch 5 Millionen zurückgegangen sein, während in Europa und Asien die Bevölkerung weiter zunahm. Das weltweite Wachstum stieg im 18. Jahrhundert dauerhaft über 0,5 % im Jahr und Mitte des 20. Jahrhunderts für einige Jahrzehnte sogar über 2 %, so dass man von einer Bevölkerungsexplosion sprechen kann.“
@ Ach so:
Erstens Danke! Zweitens ist es mir schleierhaft und peinlich, dass mir der ganze entsprechende Absatz entgehen konnte (ich schutzbehaupte mal „urlaubsreif“ 🫣).
Was die Extinktion angeht, vermute ich keinen Knall, sondern gehe eher davon aus, dass die menschlichen Einlassungen in seine Umwelt und Nahrung eine fortschreitende Infertilität verursachen werden, unterstützt von selbst fabrizierten Mutationen, wie im gestrigen Artikel »Tech-Millionär setzt auf pluripotente Stammzellen…« beschrieben.
Die in diesem Artikel genannte »freiheitlichen europäischen Zivilisation« halte ich zumindest für eine Halbwahrheit, allemal für selbstgefälliges Wunschdenken. Die Spuren und Narben, die diese Zivilisation hinterlassen hat, sprechen da für sich. Die renitente Uneinsichtigkeit bei breiten Teilen der Bevölkerung erzählt es weiter. Und dass diese Zivilisation sich nun gegen sich selbst wendet und sich eventuell im Niedergang befindet, löst jetzt nicht allzu viel Bedauern aus.
Natürlich ist es schade um viele Einzelne, aber der Herrscherkontinent als ganzes? Man kann zumindest spekulativ Fragen, was einerseits verloren geht oder andererseits verhindert wird.
„Was die Extinktion angeht, vermute ich keinen Knall, sondern […] eine fortschreitende Infertilität verursachen werden,..“
Die Verwendung von „Knall“ war lediglich ein Euphemismus für eine Vielzahl an Möglichkeiten.
Denn wenn der Mensch eines ist, dann gnadenlos „kreativ“ bis zum bitteren Ende – oder war das destruktiv? 🤔
Bin offenkundig auch urlaubsreif.
Gestehe, dass ich nicht alles („Artikel Tech-Millionär“) bzw. wenig bis kaum etwas lese (zu aufregend , weil zuuu informativ*), aber was soll bei noch weiteren Mutationen Tragisches passieren?
Z.B. verfügen zwei oder drei weitere (hohle) Köpfe über exakt 3×0 mehr nützlichen Inhalt. Also weder Zugewinn, noch Verlust.
„Und dass diese Zivilisation sich nun gegen sich selbst wendet und sich eventuell im Niedergang befindet, löst jetzt nicht allzu viel Bedauern aus.“
Danke für den Optimismus; markiert durch „eventuell“. 😁
„Man kann zumindest spekulativ Fragen, was einerseits verloren geht oder andererseits verhindert wird.“
Ach was – die Frage ist nicht spekulativ, da Sie sich diese bereits beantwortet haben. Und ich bin absolut Ihrer Meinung;
*Bevorzugte gelegentlich eher so nebensächliche Infos wie, dass ab kommendem Jahr Nahrungsmitteln nicht mehr als gënverœndert gekennzeichnet werden müssen, statt die ewig gleiche Litanei: wer (sich) nicht Bio (leisten kann) isst, ist eine Umwelts.. und ein Schw..n.
Ich weiß, ich weiß. Sie sind in Ihrer Wortwahl diplomatischer.
Vor Kurzem schrieben Sie z.B.: „In diesem Sinne verbleibe ich freundlichst.“
Ich, an Ihrer Stelle, hätte unverblümt angemerkt: „Der Worte sind genug gewechselt…“ 😉😉
Meistens erschrickt man ja, wenn man das Overton-Titelbild sieht. Diesmal nicht. Da prangt der sehr erfreuliche Karl Marx, derjenige, der überhaupt ermöglicht hat, dass es eine Moderne gab. Denn eine Welt ohne Marx ist ein Mittelalter mit Trumps und Kickls. Der Strick stört etwas. Musste der sein?
Sein Hauptwerk lautet „Das Kapital“. Das erlaubt bis heute eine sehr aufschlussreiche Analyse des kapitalistischen Systems, wo die bürgerliche Wissenschaft nur Voodoo zu bieten hat.
Ein Buchtitel „Der Mensch“ ist nicht von ihm bekannt. Hier dachte er, dass das Sein das Bewusstsein schafft. Womit also ein neuer Typ Mensch möglich wäre. Da nun hat er sich geirrt. Der Mensch ist halt Kleinbürger. In Notzeiten akzeptiert er ein Kibbuzleben, aber wenn die Zeiten besser werden, will er ein Einfamilienhaus. Und es war nicht möglich, ihm Aggressivität, Streben nach Reichtum und Korruption abzugewöhnen.
Ist damit linke Politik unmöglich? Keineswegs. Erfolgversprechende Bestrebungen, das Zusammenleben der Menschen zu verbessern, werden immer Zulauf haben.
„Der Mensch ist halt Kleinbürger.“ Wenn es Kleinbürger gibt, dann muss es aber auch „Großbürger“ geben oder?
Die vielen friedlichen Kleinbürger mit ihren kleinen Wohnungen, kleinen Einfamilienhäusern und kleinen Autos sind doch nicht das Problem. Das Problem sind doch die Großbürger mit den großen Villen und Ferienvillen, die nicht satt werden und den eigenen Hals nicht voll kriegen. Das Problem sind doch die medialen und wissenschaftlichen Hofschranzen und die politischen Opportunisten, Lobbyisten und Stiefellecker, die Politik für die Großbürger und gegen die Kleinbürger machen.
Mit Verlaub, derzeit sehe ich keine Politik, die das Zusammenleben der Menschen national wie international verbessert, Bestrebungen allein genügen nicht. Derzeit sind die rechten Sozialdarwinisten und Nationalisten auf dem Vormarsch oder sie regieren bereits. Dazu muss man sich z. B. nur den Krieg der israelischen Armee im Gaza ansehen. Was hat das mit Verteidigung zu tun? Im Wilden Westen hieß es: Nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer. Im Wilden Gaza heißt es: Nur ein toter Pästinenser im Gaza ist ein guter Palästinenser. Oder wo ist da der Unterschied? Die europäischen Siedler in Nordamerika hatten die Bibel, die israelischen Siedler haben die Tora bzw. den Tanach.
Wenn in einem Zeugnis steht: „Er war stets bemüht, die ihm übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit zu erledigen.“ Dann entspricht das der Note 5 = mangelhaft.
Die meisten Kleinbürger wachen erst dann auf, wenn eine große Rakete das eigene kleine Haus zerstört. 💥 🤯
Du hast den Befriff des Kleinbürgers nicht verstanden.
Im Deutschen werden ja die zwei Bedeutungen des Bougeois und des Citoyens miteinander vermischt. Honi sout qui mal y pense.
Der wievielte Kritiker, der „viele Fehler“ bei Marx entdeckt , aber nicht alles von Marx da einordnet? Es ist ihm nicht vorzuwerfen, daß dies sich zum Teil aus seiner Vita ergibt. Aber auch aus Opportunismus zur gesamten Marxkritik. Da er offensichtlich nur einen Marx kennt, der aus Mißachtung des „gesamten“ Marx resultiert, bleibt ihm verborgen, daß Marx selbst sich gegen seine Rolle als Gesangsbuch der Revoluzzer empörte (nachzulesen bei W. Liebknecht).
Marx sah nach dem die Revolution in der Schaffung einer bedürfnisgerechten Produktionsweise, die die gesellschaftlichen
Folgen des Wertes in der Warenproduktionsweise abschaffen bzw. gar nicht erst aufkommen ließen.
Marx ist nur mit seinem Ausgangspunkt, der Wertformanalyse in „Das Kapital“ richtig und vollständig zu erfassen, wobei es schwer wäre, ihm da „Fehler“ anzukreiden.
Der Vorwürfen mangelt es ja nicht. Aber sie sind überwiegend auf die falsche Interpretation des „Kapitals“ zurückzuführen. Die Vorwürfe gegen Marx sind in der Regel, daß er Schuld sei, daß sie ihn falsch verstehen.
Damit hat Dieter Wolf in seiner Arbeit:
https://www.degruyter.com/view/j/zksp.2017.4.issue-1-2/zksp-2017-0010/zksp-2017-0010.xml
aufgeräumt, die sogar bei De Gruyter veröffentlicht wurde.
Darin zerpflückt Wolf die Interpretationen, alle, als nicht der Theorie von Marx folgend an der Ausgangsstelle, der Werttheorie.
Wolf ist als studierter Philosoph und Mathematiker damit unfreiwillig die Personifizierung der Leibnitzschen Erkenntnis:
Ohne Mathematik kommt man nicht auf den Grund der Philosophie, ohne Philosophie nicht auf den Grund der Mathematik, ohne Philosophie und Mathematik kommt man auf den Grund von gar nichts,
ng
Etwas Wesentliches, wenn nicht gar das Wichtigste in der Philosophie von Marx kommt bei Ihnen offensichtlich gar nicht vor: Die Dialektik.
In der Tat, dadurch zeichnen sich die heutigen westlichen Marxisten aus. Die kommen aus ihrer liberalen Weltanschauung nicht heraus.
Vergessen? Mitnichten, ohne Anwendung der Dialektik als Methode und in den Beziehungen der ökonomischen Kategorien untereinander wäre die Wertformanalyse dünn ausgefallen.
Neben der Dialektik wäre ja noch der historische Materialismus zu nennen gewesen, aber darauf hat Marx bei der Analyse bewusst verzichtet, wie auch den
Stand der PK/WTF, um den rein ökonomischen inneren Zusammenhang frei zu legen.
Dem Marx Satz über den Strick der Bourgeoisie sei der heute weit offensichtlichere Satz von Rosa Luxemburg an die Seite gestellt, dass der Arbeiter die Waffen produziert, die ihn in Folge umbringen werden.
Während sich das vorsätzlich durch tägliche Staatslügen verängstigte Proletariat immer williger auspressen lässt, ja gar willig zeigt, sich auf Generationen zu verschulden, wächst der MIK und die Profite ihrer Aktionäre ins Unermessliche.
Auch die heutigen Krieg können als Klassenkampf verstanden werden!
Irgendwann kracht’s dann völlig prozessmässig und die Proletarier töten sich einander mit eben jenen Waffen. Was bleibt ist die radikale aber wunderschöne Lösung gemäss Marx:
„Proletarier aller Länder – vereinigt Euch!“
Kann mir mal bitte jemand von den großen „Marx-Kennern“ hier erklären, warum hier ein AI-Bild von Marx mit einem Strick abgebildet wird, was Karl Marx niemals in irgendeiner Form so geäußert hat ?
Auch Wladimir Iljitsch Lenin, dem dieses Zitat zugeschrieben wird, hat dieses niemals so geäußert.
https://falschzitate.blogspot.com/2017/12/die-kapitalisten-werden-uns-noch-den.html
Der Grundgedanke selbst stammt aus Marx’s Manifest der Kommunistischen Partei (1848):
„Die Waffen, womit die Bourgeoisie den Feudalismus zu Boden geschlagen hat, richten sich jetzt gegen die Bourgeoisie selbst. Aber die Bourgeoisie hat nicht nur die Waffen geschmiedet, die ihr den Tod bringen; sie hat auch die Männer gezeugt, die diese Waffen führen werden – die modernen Arbeiter, die Proletarier.“
Das konkrete Bild des Kapitalisten, der für Profit den Strick verkaufen, an dem er selbst aufgehängt wird, ist eher eine volkstümliche Zuspitzung als ein direktes Zitat von Lenin oder Marx, obwohl es oft fälschlicherweise Lenin oder Karl Marx zugeschrieben wird.
Die „Waffen, womit die Bourgeoisie [laut Marx] den Feudalismus zu Boden geschlagen hat“, sind aber nichts, was sie an irgendwen verkauft oder verkauft hat, sondern ihre neue, kapitalistische Produktionsweise. Diese ihre „Waffe“, so die These des Manifests, wird die Bourgeoisie letztlich selbst überflüssig machen (wenn die eigentlichen Träger dieser Produktionsweise sich besinnen).
Wie kommt man von da auf „Strick verkaufen“?
Der Grundgedanke selbst stammt aus Marx’s Manifest der Kommunistischen Partei (1848):
„Die Waffen, womit die Bourgeoisie den Feudalismus zu Boden geschlagen hat, richten sich jetzt gegen die Bourgeoisie selbst. Aber die Bourgeoisie hat nicht nur die Waffen geschmiedet, die ihr den Tod bringen; sie hat auch die Männer gezeugt, die diese Waffen führen werden – die modernen Arbeiter, die Proletarier.“
Das konkrete Bild des Kapitalisten, der für Profit den Strick verkaufen, an dem er selbst aufgehängt wird, ist eher eine volkstümliche Zuspitzung als ein direktes Zitat von Lenin oder Marx, obwohl es oft fälschlicherweise Lenin oder Karl Marx zugeschrieben wird.
Das westliche System wird auf dem Scheiterhaufen landen.
Da es fertig hat.,daß hat nichst mit Marx zu tun, die herrschenden gehen ihren Weg in die neue wirtschaftliche Entwicklung.
Diese neue wirtschaftliche Entwicklung, namens IT, wird nicht auf der bisherigen Dominanz vom Westen, vonstatten gehen. Hier werden erhebliche Korrekturen entstehen……
@aufgepasst verlautbarte weiter oben u.a.: „…Ganz getrennt von Marx könnte man sich fragen, warum es immer wieder zu Kriegen kommt…“ Ja, wenn das helle Köpfchen das nicht einmal ohne Zuhilfenahme der Marx’schen Bibel zu klären vermag? Bei ein bisschen Bereitschaft müßte er eigentlich auf genügend Indizien zu stoßen fähig sein. Egal, ich für meinen unmaßgeblichen Teil mutmaße mal, weil für mich immer die gleichen Unbedarften (höhö) einfach nie den Hals voll bekommen können. Leichter fällt es einem natürlich schon, zu einer schlüssigen ‚conclusio‘ zu kommen, in dem man diesen Karl, gebürtiger Marx mal kurz beizieht. Nein, aber hallo, dessen dicken Schinken auch nur in die Hand zu nehmen, braucht es nicht. Da reicht es stattdessen völlig, dem Ratschlag ‚Folllow the mo….‘ zu follown, zum Beispiel diesem Findling hier: https://archives.balliol.ox.ac.uk/Modern Papers/gelles/2018RothschildMarx.pdf. Nicht dass ich da irgendjemandem irgendetwas unterstellen wollte, aber das soll ein Zufall sein? Allein die ‚Tafel‘ auf Seite 2 von 2 dürfte doch für Manchen eine ‚regelrechte‘ Überraschung sein.
Aber klar doch, verstehe die ganzen aufkommenden Aver- und Aggressionen unserer uns immer so Wohlmeinenden, wann immer mal wieder das ach so löbliche – meist nur mühsam gerettete – ‚Kapital‘ mal wieder in den Schmutz gezogen wurde bzw. werden mußte. Hat nicht sogar neulich mal der hier auf OT dazu Verantwortung tragende Roberto d.L. vollmundigst mit in diese „Papperlapapp-Chöre’ mit eingestimmt, verständlicherweise allerdings auf fremder Bühne? Muss nämlich auf einen Wiki-Eintrag zu einem entfernten Verwandten von Karl Marx (1818 – 1883), seines Nathan Mayer R. (1840 – 1915), wann auch immer zum First Lord of Rothschild avanciert. Wem da die Augen trocken bleiben, bei der Lektüre ! Ach ja, dessen Grandpa gleichen Vor- und Nachnamens soll ja auch den bescheidenen Grundstock der – aus Frankfurt am Main ausgeführten – Familien-Existenz gelegt haben. Und wie das? Muß schon spannend gewesen sein, die Investition in einen ‚Kriegsbeobachter‘, wohl nervös mit den Füssen trappelnd, bis letzterer – als erster zumal – aus Belgien (aus Waterloo genau genommen) eintreffen und mit froher Kunde auffwarten konnte. Auch wenn das später von Wiki als ‚antisemitische Legende‘ – abgetan werden mußte, gut erfunden ist die Geschichte trotzdem.
Aber was das jetzt alles mit ‚Krieg‘ zu tun haben soll? So manches also schon vor zweihundert Jahren. Wollte ich alles hier im Forum platzieren, na, ob da die fünf Zehntausender-Tranchen reichen würden um allein jene ‚Aspekte‘ anzuführen, die mit dem ‚Jukay‘ – dem United Kingdom alias Commonwealth, dem Imperium ehem. zusammen hängen? Wohl kaum! Ein kleines Schmankerl aus o.g. Wiki-Beitrag sei aber erlaubt: Der Fuggers Geschäftsidee folgend vergab besagter R. – scheinbar gerade vermehrt zu flüssigen Mitteln gekommen – „…unter anderem Kredite an Regierungen. Die russische Anleihe von 1822, die bis 1917 gültig war, gilt als erste europäische Anleihe, da sie in den jeweiligen Länderwährungen in London, Frankfurt, Paris, Wien und St. Petersburg gewechselt und deren Dividende dort kassiert werden konnte.“ Ob da vielleicht noch Außenstände bis heute zu verzeichnen sind? Würde auch heute noch durchaus Sinn ergeben für so manches Aktuelles.
Da verlasse ich doch besser die mehr als schlüpfrige Bühne von vor zweihundert Jahren und flüchte mich schleunigst auf jene von vor hundert, als es galt, erstmals vornehmlich mit den Mitteln schlüssiger (?) Propaganda die andere, die habhafte Sau zu schlachten. Ob es daran lag, dass die Zahlungen zur vorgenannten Anleihe ausgeblieben waren und die Versuche, mit Gewalt (weiße Armee) sie von der ‚Roten Armee‘ einzufordern erst einmal scheitern mußten? Man weiß es nicht! Was man aber weiß, dass das just darniederliegende Großdeutschland – allzu gerne als Ersatzobjekt zur Schlachtorgie zu dienen, das ausgebliebene Geld vorzustrecken hatte. So heißt es schließlich bis heute immer wieder gerne. Wenn es da nicht einen Preparata, Guido – trotz des Namens in Boston/USA geborener ‚Experte‘ für Wirtschaft&Politik – gäbe. Und, was soll mit dem sein? Erstaunlicherweise – wo es doch für jeden Hafenkäs heutzutage einen Wiki-Eintrag geben muß – ohne einen solchen. Da ist schon zu mutmaßen, dass eben dieser mit seinem Meisterwerk – perfekt und penibelst wenn nicht gar minutiös mit seinen überaus wissenschaftlichen ‚skills‘ zusammengetragen – „Die Einschwörung Hitlers: Wie Britannien und Amerika das Dritte Reich verursacht haben“ – so daneben auch wieder nicht gelegen haben dürfte. Sicher doch, der Vorwurf „Antisemitismus pur“ stand natürlich gleich als Mammut im Raum. Wenn ich mich aber recht erinnere, ist aber das „Ju-Wort“ im ganzen Buch kein einziges Mal – auch nicht verklausuliert – aufzufinden. Aber – Frage! Warum sollten ausgerechnet die Hüter von Freiheit und Frieden das denn getan haben, mit Verlaub? Pardon, da halte ich mich dann doch besser mal zurück, feige wie ich eben bin.
Aber wie das sein kann, das ein dahergelaufener Migrant und Postkartenmaler, im Ledigenheim z’Menga und später in den Schützengräben von Willem II traumatisiert wurde, kaum dem Lazarett entronnen, glaubte seine ihm plötzlich Wohlmeinenden um sich versammeln zu müssen und den finalen Putsch im Reich anzuzetteln? In Blutsbrüderschaft übrigens eingehakt in der ersten Reihe mit seinem früheren Reichsquartiermeister und ehem. Oberbefehlshaber und den dafür und danach billigend in Kauf genommenen angesagten fünf Jahren Festungshaft. Schon beeindruckend das Beweisfoto vom späteren Führer (damals gab es ja noch kein KI), wie der wahrhaftige Sommerfrischler auf der Brüstung des unvergitterten Fensters der Festung Landsberg den Notizblock gezückt für sein Lebenswerk „Mein Ka….“. Wie wir heute wissen, stand in diesem gedruckten Machwerk schon alles drin, was er denn alles so vorhaben würde, wenn … Ja doch, selbst all das, was er denn auch noch so angedacht haben sollte bezüglich … Wer, um Gottes oder Allahs und bestimmt nicht Jawes Willen, hat ihm das nur eingeflüstert. In den Schützengräben des Westwalls – hatte man da nicht anderes zu tun, im Lazarett wegen Gas-Schadens oder wo auch im Immer …
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Andere Baustelle gefällig? Weiß nicht, wann genau ich – als ein Berufsleben gut von Premiumsqualitäts-Medien wie ÖRR, wie FAZ, Alpenprawda, Zeit und Spiegel auf das jeweils aktuell einzig zulässige Narrativ Eingependelter – erstmals meine linke Augenbraue habe hochziehen müssen. Vermutlich war es irgendwann zu der Zeit, als solche Sprüche wie „ein zweites Auschwitz verhindern“ oder „Seit heute Morgen hat die NATO mit Luftschlägen …“ über die Mattscheibe waberten. Frei nach Knef, von da an ging’s bergab. Des Müller Albrechts „Glaube wenig, Hinterfrage alles, Denke selbst“ hätte es nicht mehr bedurft. 1 und 1 zusammenzuzählen und zu erstaunlichen Ergebnissen zu gelangen, nicht immer ein Vergnügen. Zu ganz Aktuellem hinsichtlich unseresThemas kann ich mich kurz halten, schließlich will ich auch mal wieder zu einem Ende kommen. Empfehle stattdessen die Lektüre von Rügemers Werk von heute „Breiter Protest gegen „wissenschaftliche“ Aufrüstung“ (https://www.nachdenkseiten.de/?p=154308). Da verbinden sich die tausend Jahre von ‚Kapital&Krieg‘ mit den Lazarus-Jahren von heute bis hin zu unserem (Noch-)Kanzler, versprochen. Ein formidabler ‚Paukenschlag‘! Eigentlich!
Übrigens …
Wenn nicht sowieso zu vermuten ansteht, dass mal alsbald wieder ‚Wiedergutmachtung‘ angesagt sein müßte, zumindest sein dürfte. Eine, wenn nicht ‚die‘ Einkommensteuerreform ist doch angesagt eine – wie immer wissende Stimmen zu vermelden haben – mit denen der Durchschnittsbürger (!) Per anno stolze 120 Stutz einbehalten können wird. Nicht offenbart, dass ein anderes wichtiges Projekt diesbezüglich ansteht für den Sozen als Finanzminister. Ein Projekt, dass ihm ein anderer Soze – ein gewisser Peer Steinbrück – eingebrockt haben dürfte. Nun gut, der dürfte ja – hoffentlich – nichts davon geahnt haben, was mal Unfassliches geschehen würde. Das sich ein Aktienkurs binnen Kürze von unter 100 auf kurzzeitig das Fünfzehnfache katapulgtieren könnte. Nun, zwischenzeitlich steht man nur noch beim zehnfachen beim Kurs von Rheinmetall, des anderen Sozen – Boris, dem Liebling überhaupt in diesem unseren Lande – hoch geschätzten Zuliefererbetriebs für – sagen wir mal – Barbarossa 2.0, wenn nicht den heißersehnten Endsieg?
Ja doch, es war der Stinkefinger, der die im Prinzip tolle Idee hatte, Börsengewinne im Jahre des Flüssiggewordenseins der doch hoffentlich wahr gewordenen Reichensteuer zu unterwerfen. Tja, dumm gelaufen! Gut informierte Insider – wer kann das denn nur sein – dürften dann schon geahnt haben, dass da einem Böses zu schwanen hat. Weswegen da schon einmal einmal ein Drittel vom Kuchen – zähneknirschend – dem Lars abgetreten werden mußte. Darauf hoffend, dass die restlichen zwei einer ‚Lex Rheinmetall‘ würden zugeführt werden können. Das muß doch drin sein, wo man doch mit seinem Almosen an Rheinmetall et al genug für’s Vaterland getan haben dürfte, oder. Ach ja, das war jetzt mit der Lex keine Spinnerei. Die ersten Tests laufen bereits, stand neulich irgendwo in einer Sparkassen-Info! Die preemptive jährliche Versteuerung ist schon mal für was für ‚Papiere‘ auch immer schonmal angesagt. Wäre ja auch zu schlimm, wenn es die armen Aktionäre allzu hart treffen würde, bitte Zähren beim Anblick des Kontos dürften gesichert sein.
Wenn ich zu faul wäre, würde ich genauso vorgehen.
Es muss nicht jeder den ganzen Marx gelesen haben. Es würde reichen, wenn die, die sich auf ihn berufen, ihn nicht nur gelesen, sondern auch verstanden hätten. Aber weit gefehlt. Hatte einige Kontraversen mit sich als links Bezeichnenden, die sich dann weigerten, ihre angelernten Pflichtsätze zu Marx zu hinterfragen und diskutieren.
Eine „Linke“ ohne profunde Marxkenntnisse kann zwar eine gute Karrieremöglichkeit
sein, ist aber das Gegenteil einer notwendigen Aufklärungsinstitution der Arbeiter, die sich zur politischen Klasse erheben muß, um ihrer „historischen Mission“ aus der ökonomischen Stellung zu den Pm als wichtigste PK heraus gerecht werden zu können.
Gesetzmäßigkeiten in der menschlichen Gesellschaft setzen sich nicht, wie weiter oben behauptet, wie Naturgesetze durch, sondern ausschließlich durch das aktive Handeln der Menschen.
Eine andere von den menschlichen Bedürfnissen bestimmte Produktionsweise, die den Wert der Warenproduktion ausschließt, kann nur der Produzent angehen. Und dabei sind die Arbeiter als Klasse die wichtigsten Träger im Produktionprozess.
Einer Linke kommt dabei objektiv die Rolle zu, gesellschaftliche politische Bedingungen zu schaffen, die der Arbeiterklasse in Zusammenarbeit mit den anderen Klassen und Schichten die Möglichkeit gibt, diese revolutionäre Aufgabe erfüllen zu können, jedoch nicht als „Vorhut“ oder “ bewußtester Teil“, die den Arbeitern bei Androhung und Anwendung von Gewalt ihre sektiererischen Vorstellungen ( auch Leninismus, aus nichtproletarischer Bewegung entstanden und entwickelt) aufzwingt.
Wer glaubt, dass historische Notwendigkeiten sich automatisch durchsetzen, liegt leider falsch. Und genau das hat Karl Marx such nie behauptet. Es gibt schlichtweg keine Automatismen. Die Gesellschaftsentwicklung ist immer ein Kampf und das Ergebnis entscheidet sich im Kampf. Und wer den gewinnt, ist nicht festgelegt. Zurzeit liegt die Elite vorne. Doch sie hat eine Eigenschaft, die ihren Sieg auf Dauer eher unwahrscheinlich macht: Sie ist zu gierig. Sie kann einfach nicht genug bekommen. Ein Multimillionär muss unbedingt Milliardär werden, der dann unbedingt Multimilliardär werden will und letztlich wird er sich selbst als Billionär nicht zufrieden geben. Und vor allem nicht damit, keine Macht zu haben. Er ist süchtig nach Macht. Und das wird ihm letztlich genauso das Genick brechen, wie den Aristokraten des 18. Jahrhunderts.
Doch heutzutage ist im Gegensatz zu früheren Zeiten die Gefahr groß, dass der Sieger letztlich einen Phyrrussieg einfährt. Das bedeutet, er verliert ebenfalls. Das meinte Karl Marx mit dem gemeinsamen Untergang der kämpfenden Klassen. Und ganz ehrlich, kein Mensch kann anderthalb Jahrhunderte in Zukunft blicken und alle Entwicklungen voraussehen. Weder Karl Marx noch einer von uns heute. Was in 150 Jahren sein wird? Keine Ahnung.
Da könnte ein F.K. Wächter vielleicht mit einem seiner tollen Bildchen helfen.
Er hatte da ein Passendes, von einer größeren Ruine, auf den zweiten Blick, als geborstenes AKW zu identifizieren. Am unteren Bildrand zwei Kakerlaken. Sagt die eine zur anderen „Das haben Käfer gebaut, die konnten auf zwei Beinen stehen!“ Die andere: „Sag bloß!“
Nun, so ganz up-to-date wäre der Franz Karl wohl heuer nicht mehr damit. Wäre aber schon vielleicht wichtig zu wissen, was er denn statt dem AKW stricheln würde, Downing 10, den Élysée oder doch die Waschmaschine! Nebem den ganzen Haselnisszweigen die aus den Ritzen lugen, natürlich!
Ich denke weniger, das man Karl Marx noch unbedingt benötigt um festzustellen das der Kapitalismus dafür verantwortlich ist, das wir bald wieder Krieg haben werden.
Der Autor schreibt :
„Zu diesen Letzteren gehört die höchst aktuelle Einsicht, dass die Philosophie einer Zeitepoche stets diejenige ihrer herrschenden Klasse ist.“
Ja, ja, ich weiß : Die Meinung der Herrschenden, ist die herrschende Meinung; aber wenn dieser Satz allgemeingültig sein sollte, warum wollten dann die DDR-Bürger den Sozialismus nicht ?
In Deutschland spiegelt sich die Meinung der Beherrschten in der Meinung der Herrschenden : Beide sehen sich als Herrenmenschen ! Den teutschen Herrschern lüstert danach, den teutschen Michel und „den Russen“ zu beherrschen, dem schwarz-grünen teutschen Michel – bescheiden wie er ist – genügt es, in einem Krieg gegen Russland Herr über Leben und Tod von „Russen“ zu sein !
#1. Was hat Karl Marx mit dem „Sozialismus“ der DDR-Bürger zu tun? Beim Fall der innerdeutschen Mauer hatte ich einen Tag lang die Befürchtung, dass wir von Marxisten überrannt werden. Ich habe bis heute nur einen einzigen getroffen. 99 Prozent der ehemaligen DDR hatten von Karl Marx offenkundig so viel Ahnung wie 99 Prozent die Westdeutschen vom Kapitalismus.
#2. Wenn „die DDR-Bürger den Sozialismus nicht wollten“, dann stellt sich die Frage, warum hat es so lange gedauert bis ein paar Demonstranten auf die Straße gegangen sind (und Frau Merkel und Herr Gauck waren da meines Wissens nicht dabei).
#3. Der typische Deutsche ist kein Herrenmensch. Der typische Deutsche ist ein opportunistischer Untertan. Der opportuinistische Untertan kuscht vor den Herrschenden bzw. der Obrigkeit und tritt nach unten auf die ökonomisch „Faulen“ und vermeintlich sozial Schwächeren. Das gilt auf jeder Stufe der Hierarchie, denn man findet immer einen, auf den man treten kann.
Der Besserverdiener tritt nach unten auf die Normal-/Geringverdiener, weil er mehr Einkommensteuer zahlt als der Normal- und der Geringverdiener. Die Mittelschichtsangehörige tritt nach unten auf den Geringverdiener, weil der Wohngeld usw. bekommt. Die Besser-, Normal- und Geringverdiener treten nach unten auf die Arbeitslosen, weil der nicht für ein paar Euro in der Stunde den Wald sauber machen will. Die Arbeitslosen treten nach unten auf die Asylbwerber usw. Es gibt sogar Leute, die nach unten auf die Obdachlosen treten, wenn die in der Fußgängerzone betteln und das „Shopping-Erlebnis“ beim Juwelier stören.
Aber alle buckeln vor den Reichen und vor allem den „Superreichen“ wie Elon Musk, weil sie glauben, wenn sie ordentlich und lange genug buckeln, dann werden sie auch so reich wie Elon Musk. Die AfD ist der Prototyp der „Wir buckeln nach oben und treten nach unten“-Partei.
Zunächst : Vielen Dank für Ihre umfangreiche Antwort.
Zu Ihrer Pos. 1 : Ganz meine Rede : Der durchschnittliche DDR-Bürger hatte – ganz anders als die Herrschenden in der DDR – mit Marx Nichts an der Mütze.
Zu Ihrer Pos 2 : Vermutlich weil sie Angst vor Repression hatten.
Zu Ihrer Pos, 3 : M.M.n. gibt es keine Herrenmenschen; Herrenmenschentum ist eine Gefühl / eine Selbstdefinition; so kann der typische Deutsche ohne Weiteres ein opportunistischer Untertan sein, und sich gleichzeitig zum Herrschen über andere „verachtenswerte“ Menschen berufen fühlen; genau das haben Sie weiter oben ausführlich beschrieben
Was an diesem Text ist marxistisch??? – NIX!
Trotzdem fängt er interessant an, und bricht gleich nach der Einleitung ab. – ABbruch.
Marxist ist man 2026 schon, wenn man beim Namen Karl Marx nicht sofort und lauthals brüllt: Igitt! Bäh! Pfui! Iiiiih! Querdenker! Aluhut-Träger! Marx-Versteher!
@aufgepasst: „Die Konkurrenz der Nation ist ein Fakt.“
Ich gehe davon aus, dass in der kapitalistischen Demokratie das Kapital das bestimmende Element für Politik ist; im Unterschied zum Feudalismus, wo es der Landesherr war, der seinen Staat nach seinem Gusto gestaltete und sich so auch in Konkurrenz zu seinen Nachbarn befand. Im Kapitalismus sind es aber die Interessen des Kapitals nach Vermehrung (oder nach Wachstum), die die Politik vor sich her treiben, und nicht mehr die Wünsche des Landes-Fürsten. Diese schlichte Tatsache, dass der treibende Faktor von Politik das Kapital ist, wird mit dem „Fakt“ der Staatenkonkurrenz ignoriert, indem es als eigenständiges Dogma in die Welt gestellt und nicht weiter hinterfragt wird.
Dass der Kapitalismus „notwendig“ sein soll, würde ich nicht behaupten. Aber der Kapitalismus ist ein Fakt. Er hat von Europa aus die Welt erobert und sich zur alles dominierenden Wirtschaftsform entwickelt. Seine eigentliche Leistung ist, die Produktivkräfte in einer bisher unbekannten Größe vorangetrieben zu haben – und damit das Potential für die Freiheit der Menschen vergrößert. Das geschah mit den bekannten gesellschaftlichen Verwerfungen, Armut und Abhängigkeit auf der einen Seite und unfassbarer Reichtum und Macht auf der anderen Seite. Dazu die begrenzten Ressourcen auf dem Planeten, die ein weiteres kapitalistisches Wachstum immer beschwerlicher machen.
Daraus ergeben sich eine ganze Reihe von Widersprüchen, die unter anderem mit Hilfe der Philosophie des Historischen Materialismus analysiert werden können um so ein Verständnis für mögliche gesellschaftliche Veränderungen zu bekommen. Wobei „Gesellschaft“ wohl heute global betrachtet werden muss, weshalb man denn auch vom globalen Klassenkampf sprechen muss. Die Identifikation der globalen Kapital-Interessen ist nicht schwer, ebenso diejenigen, die darunter leiden (jede Statistik über die Verteilung des globalen Reichtums zeigt das an). Aus diesem Konflikt ergibt sich ein Potential zur Veränderung.
Wie der Tiefe Staat in den USA gemeinsam mit der EU den Ukraine-Krieg anheizt
https://www.sicht-vom-hochblauen.de/wie-der-tiefe-staat-in-den-usa-gemeinsam-mit-der-eu-den-ukraine-krieg-anheizt/
vom 6 Juni 2025
Blutrünstige US-amerikanische Politiker wie Lindsey Graham wollen den Ukraine-Krieg ewig hinauszögern und tun alles, um Verhandlungen zu verhindern.
Aus diesem Grund haben der tiefe Staat in den USA und Brüssel abgesehen von Russland einen weiteren gemeinsamen Feind: Donald Trump. Quelle: AP © Rod Lamkey, Jr.
Bundeskanzler Friedrich Merz spricht bei seinem Antrittsbesuch in Washington mit den Senatoren Lindsey Graham (l.) und Richard Blumenthal. ALLES LESEN !!
Einigkeit und Frieden in Europa kann nur mit Russland zusammen erfolgen, denn Russland gehört zu Europa, die USA nicht !!
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Die USA vertreten NUR IHRE INTERESSEN und die heißen WELTHERRSCHAFT und Zerstörung von allem was sich dem entgegenstellt.
Dei Deutsche Wiedervereinigung haben wir zuvorderst der damaligen Sowjetunion, heute Russland zu verdanken und die NATO hätte damals zwingend aufgelöst werden müssen. Die NATO ist heute kein VERTEIDIGUNGSBÜNDNIS sondern eine ANGRIFFSINSTRUMENT der USA.
Die USA haben den Putsch in der Ukraine zur Spaltung Europas in voller Absicht durchgeführrt !!!
Ukraine 2016 Analyse vom Schweizer Historiker (KenFM Daniele Ganser)
==> https://www.youtube.com/watch?v=jZmO_cfj9js
Die gesellschaftliche Debatte um Marx und den Kapitalismus krankt vor allem an einer (vorsätzlich am Leben gehaltene) Begriffsvermengung, indem Marktwirtschaft und Kapitalismus gleichgesetzt werden. In Wahrheit ist der Kapitalismus das Produkt einer Verfälschung der fairen Marktwirtschaft zur Oligopolherrschaft. Dieser Wandel zum Schlechten erfordert zwingend die Mithilfe des (von Lobbyisten motivierten) Staates.
Würde diese Tatsache allen Bürgern klar sein, gäbe es keine Missverständnisse zwischen Linken und Konservativen, denn alle wären sich einig: Dieses System ist zu reformieren.
Marx hatte vollkommen Recht mit seiner Einschätzung, dass der Kapitalismus ein historisches Verfallsdatum hat. Allerdings war zu seiner Zeit noch nicht absehbar, welch großes Ausmaß an Unaufrichtigkeit das von einer ultrareichen Geldaristokratie dominierte System innerhalb der folgenden rund 150 Jahren bis heute noch hervorbringen würde. Die Falschetikettierung wird beispielsweise vom MIC verkörpert, dem Militärisch-industriellen Komplex. Dessen Mitglieder verdienen an Waffengeschäften und sind damit am möglichst langdauernden Krieg interessiert, nicht an Lösungen und am Frieden. Doch den Bürgern werden die militaristischen Abenteuer und Völkerrechtsbrüche als Notwenigkeit und Normalität verkauft.
Die von denselben Kreisen über die wenigen großen, und damit ein Oligopol bildenden Nachrichtenagenturen kontrollierten Medien sind das Werkzeug, das den Bürgern jahrzehntelang das Märchen von der in Vietnam (20 Jahre lang) und in Afghanistan (ebenfalls 20 Jahre lang) verteidigten Freiheit und Demokratie erzählt haben. Und sie haben viele andere, eigentlich absurd inakzeptable Aktionen des Systems, wie u.a. das weltweit im Interesse der Pharmalobby orchestrierte Management der Corona-Pandemie, als korrekt und alternativlos präsentiert, während die „am Hindukusch“ angeblich militärisch verteidigten Prinzipien unserer demokratischen Zivilisation mit Zensurpraktiken, Freiheitsbeschränkungen und Günstlingswirtschaft massiv verletzt wurden.
Das von Marx korrekt prognostizierte und inzwischen überfällige Ende des Kapitalismus ist unter dem Einfluss einer Medienlandschaft, die das Abwegige als normal präsentiert, immer wieder (sozusagen durch Verfälschung des längst erreichten Verfallsdatums) hinausgezögert worden. Das wird inzwischen sehr gefährlich, wie u.a. die Kriege gegen Russland und im Nahen Osten zeigen. „Der Kapitalismus braucht den Krieg“, hatte der sonst sehr schwache Papst Franziskus 2014 ziemlich treffend festgestellt. Um die (unter Mitwirkung der Mainstream-Medien) tief in Linke und Konservative gespaltene Gesellschaft GESCHLOSSEN gegen den militaristischen Selbstmord zu mobilisieren, ist Karl Marx eine Schlüsselfigur:
Die Linken müssen bereit sein, aus seinen Fehlern (noch mehr aus den in seinem Namen von Lenin begangenen) zu lernen und die Konservativen müssen zur Kenntnis nehmen, dass dieser mutige und intelligente Mann einige sehr wertvolle Erkenntnisse hinterlassen hat. Und es sind Erkenntnisse darunter, die jetzt entscheidend dazu beitragen können, die gegenwärtige, die faire Marktwirtschaft zerstörende Herrschaft der Oligopole gründlich zu reformieren und zugleich die weltweiten Spannungen abzubauen.
Es entscheidet sich jetzt recht bald, ob die Kapitalisten über den MIC weiterhin die Stricke verkaufen können, mit denen die Bürger unserer Zivilisation gehenkt werden oder ob ihr System an der gigantischen Akkumulation seiner Widersprüche erstickt. Es war ein verzeihlicher Fehler, dass Marx unzutreffend sinkende Profite als Grund für das Ende des Kapitalismus vorhersagte, während die übersprudelnden Profite der Handels- und Pharma-Oligopolisten zeigen, dass es andersherum ist. Die schiere Explosion dieser Profite ist „eigentlich“ nicht zu übersehen. Doch „dank“ der Medienberichterstattung ist das Misstrauen der Bürger auf einem unterschwelligen Niveau geblieben. Dabei dürften sie sich fragen: Weshalb sind die Reallöhne in den letzten 30 Jahren trotz gewaltiger Produktivitätsfortschritte kaum gestiegen, wohin ist dieses Geld, diese Kaufkraft geleitet worden?! Leider sind es nicht die reparaturbedürftigen Verkehrswege und das im Sinkflug begriffene Bildungswesen. Dafür prosperieren aber hunderttausende von (höchst einseitig) politisch aktiven NGOs, dafür beknien Lobbymannschaften die Politiker, mehr und Mehr Staatseigentum für die Privatisierung freizugeben. Und dafür streben Gelder weltweit in den Kauf landwirtschaftlichen Geländes (land grabbing), um es mit ökologisch rücksichtslos betriebenen Monokulturen auszubeuten.
Es bleibt spannend, ob das Misstrauen noch rechtzeitig die Schwelle erreicht, um den friedlichen, demokratischen gesellschaftlichen Wandel zu vollziehen. Dieser kann nach 81 zunehmend chaotischen Nachkriegsjahren endlich die von der UNO 1945 verkündete „Befreiung der Menschheit von der Geisel des Krieges“ bringen.
Christian Hamann: „In Wahrheit ist der Kapitalismus das Produkt einer Verfälschung der fairen Marktwirtschaft zur Oligopolherrschaft. Dieser Wandel zum Schlechten erfordert zwingend die Mithilfe des (von Lobbyisten motivierten) Staates.“
Das ist eine ahistorische und idealistische Ansicht, wie sie in den normativen Wissenschaften üblich ist. Der Autor stellt seine Idee von „faire Marktwirtschaft“ der realen „Oligopolherrschaft“ gegenüber und meint, dass die Schuld am „Wandel zum Schlechten“ an Lobbyisten läge, die den Staat dazu motiviert hätten. Dass Marx einen Großteil seiner Lebenszeit damit verbracht hat zu untersuchen wie dieser „Wandel zum Schlechten“ kommt, nämlich dass die innere Dynamik der Marktwirtschaft selbst zu Oligopolherrschaft führt, ganz ohne den Willen irgendwelcher Schuldigen. Was darauf schließen lässt, dass der Autor die Funktionsweise des Kapitalismus gar nicht verstanden hat, sondern er sich von irgendwelchen liberalen Wunschvorstellungen über Marktwirtschaft leiten lässt. Was hat das mit Marx zu tun?
Und außerdem: Wie kann der Autor auf einen „friedlichen, demokratischen gesellschaftlichen Wandel“ hoffen, wenn wir uns doch in einem brutalen globalen Klassenkampf befinden mit bereits offenen Kriegen in der Ukraine und nun auch in Nahost mit vielen tausenden Toten?
Ich würde bestreiten, dass es eine gesellschaftliche(!) Debatte gibt. In der Regel wird die Kritik von Marx am Kapitalismus so eben geht totgeschwiegen.
Markwirtschaft und Kapitalismus werden synonym benutzt, weil das ökonomische System ein und dasselbe ist. Marx hatte die von ihm vorgefundene Ökonomie „Kapitalismus“ genannt, weil so der Zweck dieser Ökonomie im Namen auftaucht.
Später – der Ruf des Kapitalismus war nicht so berrauschend – kam man auf die Idee ihn „Marktwirtschaft“ zu nennen. Manchmal mit einem „soziale“ vorgestellt. Das klang dann zwar besser, hat aber die Sache nicht verändert.
Erstens wollen weder Staat noch Kapital den Kapitalismus „reformieren“. Die wollen Wirtschaftswachstum, also das erzielen, was der Zweck dieses Systems ist: Kapitalwachstum.
Zweitens sollte man gar nicht erst versuchen, den Kapitalismus zu reformieren. Der basiert auf den Antagonismus von Lohnarbeit und Kapital. Das bleibt ein Antagonismus, auch wenn man ein „fair“ vorstellt.
Wer so redet, der hat die Kritik von Marx nicht verstanden – und vermutlich auch nicht gelesen. Marx hat sich nicht gegen Oligopole gewendet, Marx die Ökonomie seiner Zeit analysiert. Und schon im ersten Kapitel ein vernichtendes Urteil über sie gefällt (das leider die wenigsten Leser zur Kenntnis nehmen). Ausgerechnet der Aufwand, den die Herstellung eines Produktes erfordert, bildet den Wert.
Die nützliche Seite – der Gebrauchswert- ist lediglich Träger des Tauschwerts. Anders gesagt: diese Ökonomie mag zwar gewaltige Mengen (sachlichen) Reichtum schaffen, auf den kommt es aber nicht an. Produktion findet nicht statt, um nützliche Dinge herzustellen, und der Markt ist nicht das Instrument der Verteilung dieser Dinge. Produziert wird, um möglichst viel Mehrwert einzusaugen, und am Markt wird das realisiert.
Das ist der Grund, warum Lohnarbeiter ihr Leben lang lohnabhängig bleiben – egal wie hoch die Produktivkraft der Arbeit auch immer ist, egal, wieviel Produkt, die mit wenigen Handgriffen herstellen.
Man würde ja (naiv) annehmen, dass angesichts des technischen Fortschritts eine stetig sinkende Arbeitszeit und ein stetig steigender Lebensstandard Resultat sein müssten.
Nun sagt es die Politik in aller Offenheit (die Wirtschaftsweisen sagen es ja sowieso immer): es muss wieder mehr gearbeitet werden.
Warum? Weil das die Basis des Reichtums ist: möglichst viel unbezahlte Arbeit (Mehrwert) einsaugen, um in der Konkurrenz billiger anbieten zu können und Marktanteile auf sich zu ziehen.
Was will man daran „reformieren“?
„Kann Marx Europas Weg auf den Friedhof der Geschichte stoppen?“
Marx ist tot. Noch nicht mitbekommen?
Inzwischen ist hier „die Anstalt“. „Linkes“ traumgetanze.
Und noch genauer: Marx ist ein U-Boot des Finanzkapitalismus. Er hat einen Keil zwischen Unternehmer (die Schaffer und damit Besitzer von Produktionsmitteln, die Triebkraft der sich ständig wandelnden und anpassenden Wirtschaft) und den abhängig Arbeitenden eingeschlagen (diejenigen, die Anleitung brauchen und wollen oder nicht die Wege finden, eigene Produktionsmittel aufzubringen).
Mit diesem Keil in die produktiv Wirtschaftenden wird verhindert, die wahren Schmarotzer an der Arbeitskraft anderer Menschen, die Zinsgewinnler, zu entmachten.
Marx ist ein Verhinderer, ein Fehlleiter, eine Pseudokritiker, ein Garant für den Fortbestand der Ausbeutung und Bedrückung der Mehrheit.
Fragt sich doch einmal einer, wie Marx eigentlich auf diesen unangreifbaren Sockel gelangen konnte, auf dem er heute steht? Wenn er doch eine Bedrohung der Verhältnisse wäre? Der Mythos Marx und seine Fehllehren werden ganz gezielt von den Ausbeutern und Bedrückern befördert.
Jetzt habe ich mir doch den Artikel angeschaut. Wenn das von Marx denn „Irrtümer“ wären. Ich rechne mit gezielter. geplanter Irreführung, im Gewandt von Richtigem ganz wesentliches Falsches versteckt.
“ trägt die Allgemeinheit die Lasten einer gigantischen Staatsverschuldung.“
Genau das ist der Punkt: die Zinsabschöpfungen werden immer höher getrieben. Aber was ist Zins? Zins ist die Bezahlung für die Leistung, Nichts in Soll und Haben aufzuteilen, und das Haben zu verleihen, das Soll wieder mit den Tilgungsraten zu löschen und den Zinsgewinn ohne irgend eine produktive Tätigkeit einzustreichen.
Eine Gemeinschaft, die die Geldschöpfung einer Bande von Schmarotzern überlässt, ist in deren Hand.
Und noch ein Beweis: diese Erkenntnis ist mit der Antisemmeltismus-Verurteilung bestraft. Es gibt keine eindeutigeren Beweise heutzutage für Erkenntnisse, die die Macht bedrohen würden.
Die Aussage wird gleich 2 mal wiederholt
„Marx lag in vielen anderen fundamentalen Aussagen falsch.“
„Karl Marx hatte mit nicht vielen, …Recht“
ohne auch nur einmal den Ansatz einer Begründung zu bringen. Da fragt man sich wozu steht das überhaupt im Artikel?
“ Und während seine Irrtümer hartnäckig weiterpropagiert werden“
What. Herr Hamann der ausgewiesene Marx Experte der so viele Bücher zum Thema geschrieben hat das es keiner Argumente mehr bedarf?
Ansonsten enthält der Artikel die Aussage das Aufrüstung zu Staatsverschuldung führt. Ja das wussten wir. Wo ist der neue Aspekt?
Aus meiner Sicht ein sinnfreier Artikel.
Marx‘ einziger Fehler als klassischer Gelehrter war es einfach zu sterben bevor die „Verfassung der Athener“ von Aristoteles wiederentdeckt wurde.
So hat eigentlich niemand von den Progressiven verstanden, was Demokratie tatsächlich ist. Ein böser Witz der Geschichte.