
Der israelische Außenminister Gideon Saar und der deutsche Botschafter in Israel Steffen Seibert sind aneinandergeraten. Allzu diplomatisch ging es dabei nicht zu.
In der israelischen Tageszeitung “Haaretz” berichtete die Kolumnistin Liza Rozovsky am 22.3.2026 folgenden bemerkenswerten Vorfall: “Außenminister Gideon Saar griff den deutschen Botschafter in Israel, Steffen Seibert, an und schrieb, dass ‘seine Besessenheit ihn daran hindert, die Tötung von Juden zu verurteilen’, nachdem dieser zuvor auf der Plattform X eine Stellungnahme veröffentlicht hatte. In seiner Mitteilung schrieb Seibert, dass der vergangene Tag ein ‘Tag des Zorns und der Trauer’ gewesen sei. Er erwähnte dabei die Tötung des Landwirts Ofer Mushkovitz im Norden durch Beschuss der Hisbollah sowie hunderte Verletzte durch Raketenangriffe aus dem Iran. Gleichzeitig merkte der Botschafter an, dass sich in einer ‘parallelen Realität’ eine ‘gewaltsame Zerstörungswelle von Siedlern in palästinensischen Dörfern’ ereignet habe, nachdem ein Israeli unter bislang ungeklärten Umständen ums Leben gekommen war. Als Reaktion auf diese Aussagen schrieb Saar, daß es für Seibert ‘sehr schwer ist, Angriffe gegen Israelis zu verurteilen, ohne die Palästinenser zu erwähnen’. Saar fügte hinzu, dass es ‘gut zu wissen sei, dass bald ein neuer Botschafter eintreffen wird’, und erklärte, er erwarte eine Ernennung, die zur Stärkung der deutsch-israelischen Beziehungen beitragen werde.”
Der Schlusssatz des israelischen Außenministers ist bezeichnend. Was meint er mit “eine Ernennung, die zur Stärkung der deutsch-israelischen Beziehungen beitragen werde”? Nichts anderes, als einen deutschen Diplomaten, der exakt das sagt, was der israelische Minister von ihm erwartet. Warum darf er das erwarten? Weil der israelische Minister Jude ist, und der Botschafter ein Deutscher. Das ist die Essenz der “besonderen Beziehungen” zwischen Israel und Deutschland. Sie basieren, seitdem 1965 die vollen diplomatischen Beziehungen etabliert worden sind, primär auf der Grundlage des Gedenkens der deutsch-jüdischen Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Ungeachtet der Frage, worum es in der Sache zwischen israelischen Juden und nichtjüdischen Deutschen geht, stets ist die Shoah abrufbar – wenn nicht direkt, dann eben, mit dem Zaunpfahl winkend, angedeutet. Die meisten Israelis würden diesen Zugang goutieren, ohne sich freilich eine Rechenschaft darüber abzulegen, dass sie mit dieser Einstellung die Shoah-Erinnerung instrumentalisierend banalisieren, sie zu einem Argument für fremdbestimmte Zwecke verkommen lassen (über den Zweck im vorliegenden Fall wird gleich zu reden sein). Sehr viele Deutsche billigen diese Einstellung ebenfalls und rechtfertigen sie mit der sogenannten (nationalen) “Verantwortung” von Deutschen für Juden bzw. für Israel, freilich ohne sich je zu fragen, was das für ein Israel ist, dem gegenüber sie sich verantwortlich fühlen sollen. Weist man auf diese Ungereimtheiten hin, geht man das Risiko ein, als Antisemit bzw. als sich selbsthassender Jude (in Israel womöglich als Verräter) eingestuft zu werden. Erfrecht sich ein Deutscher darauf hinzuweisen, wird ihm unausgesprochen, aber deutlich genug Schlimmeres beigemessen.
Was also hat sich der deutsche Botschafter zuschulden kommen lassen, das den israelischen Außenminister so aufgebracht hat? Es sei hier seine Eintragung auf der Plattform X wortgetreu wiedergegeben: “Ambassador Seibert finds it very difficult to condemn attacks against Israelis without bringing up the Palestinians. His obsession with Jews living in Judea and Samaria prevents him from even condemning the death of a Jew caused by a Palestinian. Good to know that a new ambassador will soon arrive – one who will strengthen Israel-Germany relations.”
Über die Integrität Gideon Saars als Politiker sei hier nur kurz angeführt, was der Journalist Ilan Lukatch über ihn im September letzten Jahres schrieb: “Bis vor Kurzem galt Gideon Saar als einer der angesehensten Politiker, der sich ein Image als wertebewusster Mensch aufgebaut hatte und die Likud-Partei verließ, um sich Netanjahu zu widersetzen. Bei einem der größten Flickflacks hier ‘kehrte Saar nach Hause zurück’ in die Arme von Netanjahu – und begann sofort begeistert, Positionen zu verteidigen, die er gerade noch heftig kritisiert hatte.” In Wahrheit gehörte Saar im Hinblick auf den Konflikt mit den Palästinensern schon immer zu den Hardlinern in der Likud-Partei, ein dezidierter Anhänger der Großisrael-Ideologie und Unterstützer der Siedler im Westjordanland.
Nicht von ungefähr kontextualisierte Steffen Seibert besagte Tötung des Juden, denn der Außenminister würde sich nie einfallen lassen, auch nur mit einem Wort zu erwähnen, was sich bereits seit vielen Monaten an regelrechter Pogromtätigkeit seitens der israelischen Siedler an den Palästinensern verbrochen wird. Aufgelistet seien hier nur einige wenige Vorfälle, die sich (gleichsam im Schutz des Iran-Krieges) allein in den letzten drei Wochen ereignet haben.
Am 7.-8.3.26 fand eine große Attacke bei Khirbet Abu Falah in der Region Nord-Ramallah statt: Eine Gruppe von 80–100 Siedlern griff ein Dorf an. Drei Palästinenser wurden getötet. Am 13.3. 26 fand ein schwerer Angriff in der Gemeinschaft Humsa im Nordjordanbecken statt: Etwa 20 maskierte Angreifer attackierten eine Person, schlugen sie und demütigten sie öffentlich (es gab Anschuldigungen sexueller Übergriffe). Ebenfalls im März gab es in der Nähe von Nablus massive Angriffe nach einer Siedlerbeerdigung: Häuser und Fahrzeuge wurden angezündet. Mehr als 10 Palästinenser wurden bei diesem Gewaltakt, u.a. durch Rauchgas, verletzt. Am 21.-22.3.26 (während Eid al-Fitr) wurden mehrere Dörfer, darunter Al-Fandkomia, Karaiten, Jalud u.a. angegeriffen: Dutzende bis ca. 100 Siedler attackierten palästinensische Dörfer, Häuser und Fahrzeuge wurden angezündet, Bewohner geschlagen, erheblicher Schaden angerichtet. Berichten zufolge ereigneten sich die Angriffe in mehreren Dörfern hintereinander.
Das sind, wie gesagt, nur wenige Beispiele aus der letzten Zeit für den seit Jahren nachgerade ungestört verübten jüdischen Terror, der zumeist ungeahndet bleibt, selbst dann, wenn Täter verhaftet werden. Im Zeitalter einer Polizei unter der ministeriellen Verantwortung von Itamar Ben-Gvir darf freilich nichts anderes erwartet werden. Er selbst ist ein nationalreligiöser Faschist, der die Poliziei seiner Befugnis unterworfen hat und sie zum Werkzeug seiner kahanistischen Ideologie hat verkommen lassen.
Es ist nicht ausschlaggebend, dass sich inzwischen herausgestellt hat, daß Ofer Mushkovitz nicht durch Hisbollah-Beschuss, sondern durch (versehentliches) IDF-Feuer umgekommen ist. Aber da ihn Saar zum Anlass genommen hat, die Gesinnung des deutschen Botschafters infam zu besudeln, wäre zumindest eine Reaktion des israelischen Ministers zu erwarten gewesen – bzw. eben nicht zu erwarten gewesen: Dem Netanjahu-Vasall käme es gar nicht in den Sinn, den systematischen jüdischen Terror im Westjordanland zu verurteilen. Wenn es aber jemand dennoch tut, dann ist er dem Minister zufolge “obssesiv”. Wie sollte aber der Botschafter – und letztlich jeder honoriger Mensch – nicht obsessiv die mörderische Pogromtätigkeit der Juden in dem von ihnen okkupierten Land verfolgen?
Zu fragen gilt es zudem, wie es mit der Obsession des israelischen Außenministers steht, der meint, jede noch so verruchte Aktivität der Siedler ignorieren zu dürfen. Schon gar nicht von der Hinnahme der völkerrechtswidrigen jüdischen Besiedlung des besetzten Westjordanlandes zu reden, der er stramm-ideologisch das Wort redet. Darauf hat sich, ohne es so auszusprechen (Diplomat, der er ist) Botschafter Seibert bezogen, allerdings ohne ernsthaft eines zu bedenken: dass er Deutscher ist.
Dabei kann jeder in Israel wissen, was sich in der Westbank abspielt, wenn er es nur wissen möchte. Zu erwähnen wäre in diesem Zusammenhang die am 22.3.2026 veröffentlichte Erklärung des Senats der Universität Tel Aviv. In der heißt es unmissverständlich: “Seit langer Zeit sind wir Zeugen von Gewalttaten jüdischer Bewohner in Judäa und Samaria gegen palästinensische Bewohner. Diese Handlungen, die schwere körperliche und materielle Schäden, Einschüchterung, Erniedrigung und Vertreibung umfassen, haben in einigen Fällen sogar zu erschütternden Mordtaten geführt. Diese Erscheinungen haben sich im letzten Monat unter dem Schutz des Krieges gegen Iran noch verstärkt.”
Es ist nicht selbstverständlich, daß die oberste Leitung einer staatlichen Institution im heutigen Israel, in dem die Redefreiheit zunehmend eingeschrankt wird, den Mut fasst, sich mit solcher Emphase gegen das Unrecht zu artikulieren. Weiter heißt es dann: “Als Bürger des Staates Israel tragen wir eine schwere moralische Verantwortung und empfinden tiefe Scham angesichts der entfesselten Erscheinungen jüdischen Terrors. Wir protestieren gegen das Versagen der Regierung und der Sicherheitskräfte, mit der gebotenen Entschlossenheit gegen dieses Phänomen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln vorzugehen. Terror, der gegen Unschuldige ausgeübt wird, verändert sich nicht je nach Identität des Täters oder des Opfers; Terror ist Terror, und er muß ausgerottet werden.”
Und nachdem die Pflicht des Staates Israel hervorgehoben worden ist, namentlich “die Sicherheit aller Bewohner zu gewährleisten, sowohl jüdischer als auch palästinensischer”, deklarieren die Verfasser das, was einem Gideon Saar, der in seiner selbstgerechten Rüge Steffen Seiberts, die Nazi-Vergangenheit andeutend heraufbeschwört, wohl völlig abgeht: “Wir, als Volk, das selbst Pogrome und Verfolgungen aus rassistischen Motiven erlebt hat, sind verpflichtet, uns daran zu erinnern, wohin dieser Abgrund führen kann. Wir dürfen nicht tatenlos zusehen.” Und weiter: “Wir weigern uns, uns mit einer solchen Realität abzufinden! Jüdischer Terror dient keinem legitimen Ziel; im Gegenteil: er untergräbt die Grundlagen unserer Existenz. Schweigen angesichts des Terrors in unseren eigenen Reihen ist ein moralischer Makel, der nicht ausgelöscht werden kann, denn die Stärke des Staates Israel wird nicht nur an der Macht seiner Waffen gemessen, sondern vor allem an der Reinheit seiner Werte.”
So lobenswert, wie gesagt, dieser moralisch-emphatische Aufruf ist, darf bezweifelt werden, dass der Staat Israel im Ernst “vor allem an der Reinheit seiner Werte” bemessen werden kann. Das hat nicht nur der horrende Gazakrieg gezeigt, sondern seit langem schon die Realität einer jahrzehntelangen Okkupationspraxis und barbarischen Unterdrückung der Palästinenser, von der sich auch der Senat der Tel Aviver Universität nicht getrauen würde, mit vergleichbarer Verve zu distanzieren, geschweige denn, sie zu bekämpfen. Von der zionistischen Opposition im israelischen Parlament braucht man erst gar nicht zu reden.
Was aber beim Saar-Seibert-Debakel zutage tritt, ist das alte Problem der Bevormundung der deutschen Diplomatie durch israelische Politiker, die im Namen einer vorgeblichen “Shoah-Erinnerung” den Deutschen (allen Deutschen, besonders aber jenen in offiziellem Amt) verbieten, das von israelischen Juden begangene Verbrechen auch nur zu thematisieren. Der Senat der Universität Tel Aviv kann innerisraelisch in die Mangel genommen werden (etwa durch dezidierte Budget-Repressalien), aber man kann ihm (vorläufig) nicht die löbliche Zivilcourage nehmen, sich gegen das Unrecht verbal zu empören. Dem deutschen Botschafter wird dies a priori verwehrt: Quod licet Iovi, non licet bovi (Was dem Jupiter erlaubt ist, ist dem Ochsen nicht erlaubt) – wobei sich der universitäre Jupiter jetzt schon als Prothesengott fühlen mag. Der künftige deutsche Botschafter, mit dem Auftrag versehen, “zur Stärkung der deutsch-israelischen Beziehungen beizutragen”, wird sich entsprechend in so mancherlei Hinsicht wie ein Ochs vorkommen dürfen.



Ich frage mich gerade, warum nicht über Proteste in Israel gegen den Krieg, die es ja geben soll, berichtet wird.
In New York sollen sogar orthodoxe Juden gegen Israels Krieg gegen den Iran protestieren.
Wie sieht es mit der Protestbewegung in Israel aus? Hat Netanyahu alles verboten?
Dass das Nethanyahu-Regime sofort die Nazi-Keule rausholt wenn ein deutscher Botschafter auch nur ein wenig gegen Netanyahus Politik des Völkermords heuchelt, obgleich Deutschland Waffen für diesen Völkermord liefert und somit auch Täter ist, wundert mich nicht.
Beunruhigend finde ich wohin diese Politik führt, so hört man in Straßencafes bereits so gruselige Sprüche wie sie hier von einem User (mit mehreren Identitäten) geäußert werden.
Ich glaube fast, die Menschheit ist komplett verückt geworden, vielleicht macht Demenz-Trump auch kranker als Coronerspritzen???
Woran liegt es, dass die Menschen immer solchen Leuten wie Hitler, Trump, Netanyahu, Merz, usw. folgen?
Ein kluger Mensch hat mal gesagt: „Der Untergang des Sozialismus ist der erste Schritt in den Untergang des Kapitalismus“
Das Ergebnis sehen wir bereits.
@Otto0815
„Coronerspritzen???“
Ich vermute mal, das war ein Tippfehler.
Wenn nicht, dann sprechen Sie bitte aus, was Sie meinen.
Zum Artikel:
Die Zustände in Deutschland sind grotesk:
– (von Deutschland ermordete 6 Millionen Juden während der Zeit des des 2. Weltkriegs)
Heute: Wer das israeliche Massaker in Gaza nicht gut heißt, der ist „Antisemit.“
– (10-15 Millionen von Deutschen ermordete russische Zivilisten während des 2. Weltkriegs, allein auf dem heutigen Gebiet Russlands)
Heute: Der deutsche Außenminister spricht von ewiger Feindschaft gegenüber Russland und Deutschland rüstet wieder auf, für einen kommenden Krieg gegen Russland. De Stimmung ist in Teilen der deutschen Politik ungefähr so, wie 1941, kurz vor dem Angriff auf die Sowjetunion.
– Für den derzeitigen syrischen Machthaber al-Scharaa, ehemals Chef einer Al Kaida Terrormiliz, – noch vor ca einem Jahr war auf ihn ein US-Kopfgeld von 10 Millionen Dollar ausgesetzt – wird hierzuland der rote Teppich ausgerollt, mit massivem Polizeischutz. Wer das nach 9/11 vorausgesagt hätte, den hätte man schlicht für verrückt erklärt.
@Otto0815
Auch hier gibt es gewisse Tabuthemen, will mir scheinen. Da der Zensurstaat und seine beauftragten NGO-Büttel auch das Overton-Magazin mit Argusaugen beobachten dürften, um ihre Existenz zu rechtfertigen, ist seitens der Redaktion eine gewisse Vorsicht angebracht. Soweit meine Vermutungen…..
Es liegt ja auch bei jedem selbst, subjektiv missliebige Autoren und ihre Werke zu ignorieren.
„Coronerspritzen“
Lachflash am Morgen, vertreibt Kummer und Sorgen.
Danke dafür.
So so. Der geschmeidige Steffen Seibert eckt an. Wer hätte das für möglich gehalten.
Ja, Mr Teflon himself, aalglatte Inkarnation seiner Umgebungsluft,
bekommt seine eigene Medizin zu spüren.
Egal, hat sich als Systemgünstling jahrzehntelang rückgratlos amöboid
nach oben gebuckelt, der fällt sehr weich, wie alle Mitglieder des Systems.
Die Pest wäre noch zu gut als Mitgabe.
Ich wünschte, Peter Hänseler hätte mit seiner Prognose Recht, dass dieses Israel, zum Nutzen der gesamten Menschheit, inclusive der nicht-zionistisch geprägten Juden, verschwindet. 80 Jahre sind genug für dieses barbarische Möchtegern-4.Reich. Israel hätte ein Existenzrecht, wenn es seinerseits auch das Recht auf Leben von anderen Ethnien, Gläubigen und Nichtgläubigen anerkennen würde, was es nicht tut, sondern andere aktiv ausrottet. Und dahingehend ist die Charta der UN als höheres Recht einzustufen, es sei denn, wir erklären diese offen für nicht mehr gültig und dafür offen die Barbareei als Mittel der Freiheit (für ein auserwähltes Klientel). Derzeit ist alles offen, in 5 Jahren wird sich die Welt für eine Richtung entschieden haben, Humanismus oder Barbarei. Überhaupt nicht nachvollziehbar ist es, wenn sich als christlich agierend bezeichnende Länder wie Deutschland und die USA und deren Kirchen dieses Israel dermaßen unterstützen, wenn Netanjahu sogar öffentlich äußert, dass ihm Dschingiskhan näher liegt als Jesus Christus und auch gegen Christen so handelt.
Dazu fiel mir die „Judenpolitische Expertise eines anonymen Schmierlappens“ ein, dessen „nom de guerre“ auf dieser Plattform nicht genannt werden darf, und der leider nicht vollständig erhalten ist, nur als ein strategisches Zitat des Beschwerdeführers Henryk Broder überliefert ist.
https://www.achgut.com/artikel/wie_der_herr_so_das_gescherr1/
Warum er mir einfällt?
Weil Broder da aus eigenem Antrieb eine Quintessenz der „Expertise“ des „Schmierlappens“ korrekt paraphrasiert:
Die deutsche Nachkriegsherrschaft treibt „Judenpolitik“.
Erschöpft hat der „Schmierlappen“ die Quintessenz kürzlich nurmehr schematisch angesprochen:
„Prozionismus ist deutsche Staatsraison, das Bekenntnis zu ihm eine den Antikommunismus ergänzende und verschärfende Voraussetzung für eine Zulassung zu Amt und Würden.
Dies elementar herrschaftstechnische Motiv stellt „instrumentelle“ und „pragmatische“ Titel und Motive in Militär- und Europapolitik in die zweite bis dritte Reihe.“
In diesem Artikel geht es nun um die „Dritte Reihe“. Die Zweite, das sei nur zur Aufhellung des Schemas hier erwähnt, ist europapolitisch und betrifft an erster Stelle das Verhältnis der politischen Klassen Frankreichs und Deutschlands.
Die Dritte Reihe ist moralpolitische Anmaßung, die immer ein diplomatisches Asset ist, wenn ein stärkerer Partner, Deutschland, mit einem Schwächeren – das ist in diesem Zusammenhang paradoxerweis Israel – handels-, militär- und vor allem anderen regionalpolitisch schachert – stets mit Seitenblick auf andere schwache Partner, in diesem Fall v.a. Jordanien, Ägypten und KSA, ehemals auch Assad jr.s Syrien, mit dem D. ein EU-Assoziationsabkommen vorbereitet hat, bevor das zum „Entfall“ gebracht worden ist – eine andere Geschichte, zu der ich nur daran erinnern will, daß Bush jr. – ja, ausgerechnet der, dessen „Road Map zum Frieden“ mit der Neubesetzung des Westjordanlandes 2002 zum Entfall kam – den damaligen israelischen Präsidenten Olmert zu Geheimverhandlungen mit Syrien unter Schirmherrschaft des türkischen Präsidenten Gül genötigt hat, mit Ziel der Rückgabe des besetzten Golan gegen einen Friedensvertrag.
Nun, diese Geheimverhandlungen brachte Olmert pünktlich zur Amtsübernahme Obamas mit „Operation gegossenes Blei“ zum Entfall.
Den letzten Teil des Bandwurmsatzes habe ich nur hingeschrieben, um anzudeuten, was der Moshe alles WEISS – aber vorzieht, keine Verwendung davon zu machen.
Der Staat Israel wurde von Anfang an instrumentalisiert, von den Briten, dann von den USA, die erkannten, dass ein Staatsgebilde mit Schutzjudenstatus große Vorteile im ölreichen Nahen Osten haben würde:
1. Man kann die unruhigen Araber, Iraner in Schach halten,
2. Man kann Schweinereien begehen, ohne angeklagt zu werden, im Schatten des Holocaust, sozusagen.
Also rüstete man Israel auf – gerne auch mit BRD-Hilfe, die hatte ja „Dreck am Stecken“ und tat das, im Geiste des alten Kommunistenhasses freudig. Man richtete einen schlagkräftigen Geheimdienst ein und sorgte dafür, dass auch die andere Seite, die des Andenkens an den großen Zivilisationsbruch, die Shoa, nicht zu kurz kam: Dafür finanzierte man große Museumsbauten (Yad Vashem, Ghettofighter Museum, New Yorks Holocaust Museum), nur so konnte man auf der „guten Seite“ stehen.
Deshalb ist die Überempfindlichkeit jetzt so augenfällig – aber nur vor diesem Hintergrund wird sie verständlich: Die sensibleren Politiker Israels merken sehr wohl, dass das oben genannte Konstrukt ins Wanken gerät,löchrig wird; sie spüren die Gefahr, dass in den USA eine starke Mehrheit der Sparbüchse Israel überdrüssig wird – und in Deutschland ist es nicht viel anders.
Vielleicht noch erwähnenswert: Die aktuellen Ereignisse in Israel nehmen „echte“ Holocaustopfer in Geiselhaft, so wie sie auch dafür sorgen, dass Menschen, die die Erinnerung an die jüdischen KZ-Opfer wach halten, zunehmend in Bedrängnis geraten – schon der Ukrainekrieg sorgte dafür, dass Sprüche wie diese wieder salonfähig werden: „Die Soldaten der Roten Armee waren keine Befreier, sondern Vergewaltiger und Brandschatzer“.
Warum bezeichnen wir die israelischen Täter eigentlich als „Siedler“, statt als Terroristen, was in der Sache deutlich zutreffender sein dürfte?!?
woher kommen diese gewalttätigen Siedler eigentlich, hab mal gelesen, dass viele untereinander englisch sprechen, weil sie des Hebräischen nicht mächtig sind.
Also vorwiegend konvertierte Juden aus EU und USA, die ihre gewaltbereite Neigung
im Westjordanland so richtig ausleben können?
Wer ist „wir“?
Die Bezeichnung „Siedler“ ist geschichtlich korrekt, zum Beispiel deshalb, weil alle europäischen Siedler seit der katholisch geprägten Zusammenbruchsgeschichte des römischen Reiches selbstredend Terroristen gewesen sind, und namentlich alle Staatsgründungen und alles Nationbuilding ab dem 17. Jhd. reiner Terrorismus gewesen ist. Naja, vielleicht mit Ausnahme der Schweiz …
als terroristische Landräuber.
Siedler klingt ja so nett nach Pionier.
Oooch… der Seibert tut mir ja sooooooo leid!
Da hat er sich im ZDF jahrelang den A…llerwertesten aufgerissen, um Regierungspropaganda zu machen, wurde zum Judaslohn Pressesprecher der Regierung Merkel, wo sein vorheriger „Nebenjob“ nun also Hauptjob war, und gab dort das gewohnt jämmerliche Bild ab, das Propagandisten immer abgeben, wenn sie die Wahrheit nicht sagen dürfen, die meisten vor ihm im Saal diese aber kennen. Ja, und dann wird er, der ohne jegliche diplomatische Vorbildung ist, zum deutschen Botschafter im „Freundesstaat“ Israel ernannt. Und nun haben die Herrschenden dort ihn nicht mehr lieb…
Taschentücher!!!!
Karma is a…..
danke herr zuckermann –
als philip jenninger einst in einer feierstunde uns deutsche mit auf seinen erkenntnisweg über die nazizeit und das mittun unserer vorfahren nehmen wollte, wurde er öffentlich-rechtlich hingehängt – daraus resultierte eine biodeutsche unterwürfigkeit. die bis heute andauert und in unerträglicher doppelmoral ausagiert wird: putin ist für jeden toten jenseits der oder-neiße-linie verantwortlich, usa und israel werden für ihren wiederholten krieg gegen den iran gefeiert … daß herr seibert sich aus dieser kippabewehrtheit rausgetraut zu haben scheint, ist erstaunlich und findet hoffentlich breiteste nachahmung –
zum öffentlichen netanyahu-lob von herrn merz zitiere ich navid kermani:
„Wer Respekt vor der Drecksarbeit hat, Bomben auf Zivilisten abzuwerfen, ist selbst ein Dreckskerl.“
1984 ist Gegenwartsliteratur.
„DoppelDenk“
Waffen an Terroristen liefern und sich dann öffentlich beklagen, das damit Anschläge gegen die Zivilbevölkerung verübt werden