
Obgleich eigentlich ein Waffenstillstand zwischen Israel und dem Libanon auf Druck des Irans, den US-Präsident Trump weitergegeben hat, vereinbart wurde, hält sich Israel nicht daran, die Hisbollah allerdings auch nicht. Während diese aber gegen die israelischen Truppen im Südlibanon kämpft, verfolgt Israel weiter ungebrochen seine Strategie, systematisch Dörfer und Städte dem Erdboden gleichzumachen, angeblich um eine von der Bevölkerung befreite „Pufferzone“ im Libanon zu schaffen. Dazu wurden mehr als eine Million Menschen vertrieben.
Möglicherweise war der Krieg gegen den Iran, zu dem Netanjahu Trump überredet haben soll, nur eine Möglichkeit, die Teilung des Gazastreifens zu stabilisieren, die Vertreibung der Palästinenser und die Annexion des Westjordanlands voranzutreiben und vor allem zu versuchen, die Hisbollah ähnlich wie die Hamas mit einem Teil der Bevölkerung zu vernichten, die Pufferzone im Libanon einzurichten und auch hier die Annexion in Richtung Großisrael vorzubereiten.
Obgleich die Vernichtung der Hamas im Gazastreifen nicht realisiert werden konnte, wofür aber zehntausende Kinder, Frauen und Nicht-Hamas-Männer ihr Leben lassen mussten oder zu Krüppeln gemacht wurden, wurde von Anfang an damit gedroht, Südlibanon wie den Gazastreifen zu verwüsten und unbewohnbar zu machen. Der israelische Verteidigungsminister Katz warnte, man werde nach dem „Modell Rafah und Beit Hanoun“ verfahren, zwei Städte im Gazastreifen, die völlig zerstört wurden. Und nach der Verkündigung des Waffenstillstands, erklärte, die Zerstörung der Häuser im Grenzgebiet würde weitergehen. Das seien alles „Terroristenvorposten“.

Eingerichtet werden soll wie im Gazastreifen eine gelbe Linie auf libanesischem Territorium, die Belieben verschoben werden kann und die von niemanden überschritten werden darf. Wer das wagt oder auch nur unwissend darüber tritt, wird erschossen. Perfide ist, dass im Gazastreifen das von Israel beanspruchte Territorium befestigt und vergrößert wird, mit dem Ziel der Vertreibung der Bevölkerung.
Wie im Gazastreifen werden ganze Dörfer und Städte in die Luft gesprengt und mit Baggern einzelne Häuser abgetragen und planiert. Zerstört wird auch landwirtschaftliche Fläche und die Infrastruktur, Straßen, Brücken, Wasser, Strom, selbst Solaranlegen werden zertrümmert. Es geht um ein planmäßiges Zerstören, um offensichtliche Kriegsverbrechen. Israel scheint sich – ebenso wie die USA unter Trump und seinem Kriegsminister – Züge des destruktiven Charakters angeeignet zu haben, den Walter Benjamin so beschrieben hat: „Der destruktive Charakter kennt nur eine Parole: Platz schaffen; nur eine Tätigkeit: räumen. Sein Bedürfnis nach frischer Lust und freiem Raum ist stärker als Jeder Hass … Dem destruktiven Charakter schwebt kein Bild vor. Er hat wenig Bedürfnisse, und das wäre sein geringstes: zu wissen, was an die Stelle des Zerstörten tritt.“
Aber es gibt ein Ziel: den Krieg fortzusetzen, um die Einheit zu wahren und unter sich zu bleiben, und der messianischen Verheißung zu folgen, das Gelobte Land einzunehmen. Wie es dann in dem Gottesstaat zugehen soll, ist weniger wichtig. Aber vordergründig will die israelische Regierung nicht mehr den „Fehler“ begehen, Land mit seiner Bevölkerung zu okkupieren. Daher die großräumige Zerstörung, damit die vertriebene Bevölkerung nicht mehr zurückkehren soll. Die wird kaltblütig in die Diaspora geschickt und der Obhut anderer Länder überlassen.

CNN hat Satellitenbilder vor und nach den Angriffen der israelischen Streitkräfte verglichen und das Ausmaß der Zerstörung damit dokumentiert: „In den ersten zehn Tagen der israelischen Offensive im März zählte CNN 523 zerstörte Gebäude in 22 Ortschaften. Die Analyse von CNN zeigt, dass die israelischen Streitkräfte neben Wohnhäusern auch Moscheen, Apotheken, Cafés und Autowerkstätten zerstört haben. Von Anwohnern aufgenommene Videos zeigen kontrollierte Sprengungen, während Satellitenbilder ein Muster von israelischen Bulldozern und Baggern in bereits schwer beschädigten Gebieten offenbaren, was darauf hindeutet, dass Bodentruppen in Gebiete vorrücken, die zuvor aus der Luft angegriffen wurden.“
Auch BBC hat die Vernichtungsorgie in Libanon, die Spur der Zerstörung dokumentiert. Kommandeure der israelischen Streitkräfte haben gegenüber Haaretz gesagt, dass Wohnhäuser, öffentliche Gebäude und Schulen im Rahmen einer Politik der „Räumung des Gebiets“ systematisch zerstört werden.
Abstrus ist, dass der IDF-Generalstabschef Eyal Zamir sich über eine „Rebellion“ mancher israelischer Soldaten beklagte, die gegen die Werte der Streitkräfte verstoßen haben. Er monierte das Zerstören der Jesus-Skulptur im Libanon, was zu internationaler Kritik geführt hatte, Soldaten, die nicht offiziell anerkannte Abzeichen tragen, oder Plünderungen, die es im Libanon gegeben haben soll. Er monierte auch, dass Soldaten Videos in sozialen Medien verbreiten, die die angeblichen Werte der IDF, die angeblich die moralischste Armee der Welt, herabsetzen. Aber das sind Kleinigkeiten im Unterschied zu der alltäglich begangenen Destruktivität, die offenbar für die Armeeführung ganz in Ordnung geht. Sind ja Befehle.
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Es stimmt wieder mal gar nichts. Es war die Hisbollah, die am 2. April den Waffenstillstand brach. Obwohl Regierungschef Aoun ihr Aktionen gegen Israel untersagt hatte. Was die Hisbollah natürlich nicht interessiert. Dass das eine iranische Besatzungsarmee ist, das sollte nun auch für den Letzten offensichtlich sein. Die mit Waffengewalt und blankem Terror regiert und das Land ruiniert. Wie auch in Jemen, Irak und früher Syrien. Hier spricht niemand von einem Groß-Iran, wohl aber, wenn Israel ein kleines Landstück besetzt. Sofort Groß-Israel. Die Reflexe sind intakt.
Würde Israel das nicht tun, dann müsste wieder ganz Nordisrael evakuiert werden, wie 2024. Indes, vertriebene Israelis haben nicht die geringste Chance, auf Overton erwähnt zu werden.
Nun zeigt schon das Titelbild und noch deutlicher das CNN-Video, da, der den Foss hier Tunnels gesprengt werden. Das ist der Kern des Hisbollah-Terrorsystems und selbstverständlich ein militärisches Ziel. Wobei natürlich die oberirdischen Gebäude auch draufgehen. Die Terroristen jammern dann, es seien zivile Ziele angegriffen worden. Saublöd, aber die Westler glauben das.
Das ist heute schon der dritte Artikel, der den Fortbestand des Mullahregimes zum Ziel hat. Ehrlich jetzt? Ich kann als Linker nach Israel reisen und mich dort äußern Im Iran hänge ich am Baukran.
Kein sich anschleichender Zweifel?
Ich hege absolut keinen Zweifel daran, dass sie zur ‚Hasbara‘ Truppe gehören. Alle aktuellen Schlüsselwörter sind da und es ist absolut keine Scham so dreist zu lügen zu erkennen.
„Ich kann als Linker nach Israel reisen und mich dort äußern Im Iran hänge ich am Baukran.“
Das kannst du aber nicht als Palästinenser in deinem wunderbaren Israel.
Mit Ausnahme der zwei Millionen Palästinenser, die in Israel leben, dort volle Bürgerrechte haben und denen es weit besser geht als in den umliegenden arabischen Staaten.
@ Artur_C 7Uhr53 : volle Bürger rechte für die 2 Millionen Palästi-nenser in Israel ? Es stimmt nur nicht. Wer schickt den Artur für ein Auslandsjahr ins Gelobte Land ?
Kriegsverbrechen ohne Pause und Ende – und der Westen schaut nicht tatenlos zu, sondern ist auf allen Ebenen behilflich, von der direkten militärischen Unterstützung bis hin zur Kriminalisierung von Menschen, die öffentlich gegen diese Zustände protestieren. Und ja, nicht ‚die usa‘, sondern der gesamte Westen, während uns gleichzeitig jedes zivile Opfer des Ukrainekrieg einzeln gemeldet wird. Es Doppelmoral zu nennen ist zwar nicht falsch, aber verharmlosend, denn es geht nicht um Moral, sondern um kodifizierte Gesetze, die laufend mit Füssen getreten werden. Aber das hat schon immer zur ‚Weltordnung‘ nach westlicher Art gehört wie das Bett zum Fluss, in dem er fliesst.
Ich nehme an, die Bilder sind, wie inzwischen bei Overton zur Norm geworden, mit KI „entwickelt“ worden.
Nein, die Bilder wurden von der IDF selbst veröffentlicht. Steht ja in der Bildunterschrift!
Wie ich schon im Telepolis Forum vorgeschlagen hatte, sollten die ARD und der ZDF in der Nacht israelisches TV mit Untertiteln senden und auch brav veröffentlichen, was israelische Soldaten selbst auf TikTok und anderswo so veröffentlichen. Alles um Bias gegen Israel vorzubeugen – lach! Brachte mir natürlich auf Telepolis sofort ne Suspendierung wegen ‚Doppelaccounts‘ ein…
Wie praktisch, dass die Israelis dann den Litani anzapfen und das Wasser umleiten können, wenn sie die Gegend erst einmal unter Kontrolle haben.
Hier wie überhaupt, kommt es darauf an, wie weit man schaut (Mausfelds „Framing“). Man kann es so machen wir der Autor und so tun als ob es sich um einen lokalen Konflikt handle, man kann aber auch die geopolitische Lage einbeziehen.
Es ist gleich wie im Ukrainekonflikt – lässt man die NATO-Osterweiterung weg, sieht es aus wie ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg Russlands.
Über @Arthur sage ich nichts, er hat sich für mich disqualifiziert durch seine menschenverachtende Kommentare zum US-israelischen Angriffskrieg auf den Iran.
Auf der anderen Seite scheinen einige die Hamas, die man getrost als Halsabschneidertruppe bezeichnen kann, zu Freiheitskämpfern umtaufen zu wollen, was sie aber genauso wenig ist, wie das Mullah-Regime im Iran und nicht zu vergessen den IS- dessen Adepten jetzt Syrien im US-Auftrag leiten dürfen.
Ich wiederhole noch einmal die wichtigsten Punkte in die sich der Nahost-Konflikt einreiht:
1. Es geht um die Weltherrschaft
2. Der Hauptakteur in diesem Kampf sind Mega-Reiche, fast ausschließlich US-amerikanische Oligarchen
3. Sie bezwecken die Vernichtung aller souveräner Inseln auf der Welt
4. Hauptgegner sind Russland und China.
5. MAGA Trump hat fertig, ist nur noch eine Marionette in den Händen von den unter 2. Benannten.
6. Der Schwanz wedelt nicht mit dem Hund und Israel (Netanjahu) nicht mit den US-Oligarchen.
Was ist eigentlich aus den Menschen geworden, die sich nach Erklärung des sog. Waffenstillstands auf den Weg „nach Hause“ gemacht hatten? Die Nachrichten waren seinerzeit voll mit Bildern ihres hoffnungsvollen Aufbruchs. Gesehen, gehört oder gelesen habe ich über ihr Schicksal seitdem nichts mehr. Sind die irgendeiner rules-based-order zum Opfer gefallen?
Wenn ich die Nachrichten aus und über Deutschland regelmässig verfolge, dann stelle ich sehr oft fest, wie oft im Vorfeld und der Nachbereitung recht selektiv berichtet wird.
Der deutsche Aussenminister war vor über einer Woche zu einem typischen mehrstündigen Arbeitsbesuch in Irland, es
wurde kaum über nähere Einzelheiten berichtet, dennoch war die Pressekonferenz vor Ort bemerkenswert. Zur Sprache kommt gegen Ende die Position von Deutschland und Irland bezüglich dem Umgang mit Israel.
„Denn ein irischer Journalist fragt weiter nach: Wann sei denn endlich für Deutschland eine rote Linie mit Blick auf die israelische Regierung überschritten? Wie viele Todesopfer müsse es noch geben, etwa im Gazstreifen? Es wird emotional.“
Wadephul in Irland, Plötzlich schlägt Deutschland Wut entgegegen, eine Analyse von Patrick Diekmann vom 23.04.2026 auf t-online.
Die Frage wurde nur ausweichend diplomatisch beantwortet.