
In kritischen Phasen der jüngeren iranischen Geschichte, insbesondere nach den landesweiten Protesten von 2022 und der Bewegung „Frau, Leben, Freiheit“, ist die Debatte über die Führung der Exilopposition und die Rolle im Ausland lebender politischer Akteure erneut zu einem zentralen Thema politischer Diskussionen geworden.
In diesem Kontext wurde Reza Pahlavi, der Sohn des letzten Schahs des Iran, von Teilen der Medien und politischen Aktivisten als eine der bekanntesten Figuren und als potenzieller Kandidat für eine zentrale Rolle in einer möglichen Übergangsphase ins Spiel gebracht.
Eine Betrachtung seines politischen Wirkens zeigt jedoch, dass diese Hervorhebung weniger auf sozialen oder organisatorischen Kapazitäten beruht, sondern vielmehr auf symbolischem Kapital, historischer Erinnerung und medialer Repräsentation.
Ein Wendepunkt dieser Entwicklung war die Phase der landesweiten Proteste im September 2022. In dieser Zeit versuchte Pahlavi durch die Organisation von Treffen, Reden und Konsultationen mit anderen oppositionellen Akteuren zu demonstrieren, dass er eine geeignete Option für eine Führungsrolle nach einem möglichen Sturz der Islamischen Republik darstelle.
Im Januar 2026 rückte der Name Pahlavi erneut in den Fokus der öffentlichen Debatte. Zu einem Zeitpunkt, an dem die Straßenproteste abgeflaut waren und in eine Phase der Erschöpfung eingetreten waren, entstanden neue Versuche, eine externe Führung und politische Sprecherrolle für die Forderungen der Protestbewegung zu definieren. In diesem Kontext bemühte sich Reza Pahlavi, sich als zentrale Figur und politischer Repräsentant dieser Forderungen zu präsentieren, ohne dass Anzeichen für eine substanzielle Veränderung seiner sozialen Basis, seiner organisatorischen Fähigkeiten oder einer strukturierten Verbindung zu Kräften innerhalb des Landes erkennbar gewesen wären.
Für viele Beobachter wurden diese Aktivitäten weniger als Ausdruck einer gefestigten Führungsrolle wahrgenommen, sondern vielmehr als ein verspäteter Versuch, ein bestehendes Führungsvakuum zu füllen.
Diese Situation lässt sich im Zusammenhang mit den Erfahrungen des Jahres 2022 analysieren. In jenem Jahr trat Reza Pahlavi in einen Prozess ein, der darauf abzielte, eine Form von Konsens unter Teilen der im Ausland lebenden Opposition zu schaffen. Treffen wie das Georgetown-Treffen hätten zumindest auf symbolischer Ebene zur Herausbildung eines beratenden Rahmens oder einer politischen Arbeitsteilung beitragen können. Dieser Prozess wurde jedoch rasch abgebrochen. Die Abkehr vom Konsensweg ohne die Einführung eines alternativen Mechanismus oder einer klar definierten Institution verstärkte den Eindruck, dass die Annahme einer eigenständigen sozialen Basis an die Stelle kollektiver Arbeit und institutionellen Aufbaus getreten war.
Ein weiterer zentraler Aspekt bei der Bewertung dieser politischen Laufbahn ist das Schwanken der politischen Positionen, insbesondere in Bezug auf ausländische Interventionen. Reza Pahlavi hat im Laufe der Jahre unterschiedliche Haltungen eingenommen, die von der Betonung maximalen Drucks und der Bezugnahme auf harte Optionen bis hin zur ausdrücklichen Ablehnung jeglicher externer Intervention reichen.
Diese Positionswechsel wurden in Ermangelung eines klaren strategischen Rahmens von vielen Beobachtern als Zeichen mangelnder politischer Kohärenz interpretiert, was das öffentliche Vertrauen in jeden Akteur, der einen Führungsanspruch erhebt, untergraben kann.
Ein solches Muster ist in der zeitgenössischen Politik nicht beispiellos. Ahmad Chalabi im Irak und Juan Guaidó in Venezuela sind Beispiele für politische Figuren, die mit starker externer Unterstützung und umfassender medialer Aufmerksamkeit aufstiegen, jedoch mangels sozialer Basis und wirksamer politischer Organisation im eigenen Land keine nachhaltige Rolle spielen konnten. Diese Erfahrungen verdeutlichen, dass internationale Legitimität und symbolisches Kapital ohne soziale Verankerung und institutionellen Aufbau allein nicht ausreichen, um dauerhafte politische Macht zu erzeugen.
Auch die jahrzehntelange politische Bilanz Reza Pahlavis lässt sich aus dieser Perspektive betrachten. Trotz kontinuierlichen Zugangs zu internationalen Medien und politischen Plattformen ist es ihm bislang nicht gelungen, eine breite, rechenschaftspflichtige politische Organisation zu schaffen, die auf der Beteiligung auch kritischer Stimmen beruht. Seine politischen Kontakte blieben weitgehend auf einen begrenzten Kreis beschränkt, und eine strukturierte Auseinandersetzung mit ernsthafter Kritik, unabhängigen Medien oder herausfordernden Fragen war nur selten zu beobachten. Dieser Zustand steht in einem deutlichen Spannungsverhältnis zu den von ihm vertretenen Ansprüchen auf Demokratie und politische Transparenz.
Die politische Theoretikerin Hannah Arendt betont in ihren Arbeiten, unter anderem in „Über die Gewalt“, die Unterscheidung zwischen „Macht“ und „symbolischer Autorität“ und weist darauf hin, dass politische Macht dann entsteht, wenn sie aus kollektivem Handeln, aktiver Beteiligung und öffentlicher Zustimmung hervorgeht und nicht allein aus Namen, Symbolen oder medialer Darstellung.
Abschließend lässt sich festhalten, dass die Auseinandersetzung mit Reza Pahlavi über die Kritik an einer einzelnen Person hinausgeht. Sie verweist auf ein Muster exilpolitischer Praxis, das ohne institutionellen Aufbau, ohne Rechenschaftspflicht und ohne organische Verbindung zur Gesellschaft im Inneren des Landes versucht, ein Führungsvakuum durch Symbole und Repräsentation zu füllen. Im Januar 2026, mit analytischem Abstand zu den Protesten von 2022, sind die Grenzen dieses Modells deutlicher denn je sichtbar – Grenzen, die weniger an einen bestimmten Namen gebunden sind als vielmehr an die Struktur und Logik dieser Form von Politik.



Oh, ja, der kommt gerade wie gerufen…
Meine Fresse, würde mich aber nicht wundern, vielleicht bekommen wir ja dann auch wieder ein paar Jubelperser. 😉
Aurorin: „Die politische Theoretikerin Hannah Arendt … weist darauf hin, dass politische Macht dann entsteht, wenn sie aus kollektivem Handeln, aktiver Beteiligung und öffentlicher Zustimmung hervorgeht und nicht allein aus Namen, Symbolen oder medialer Darstellung.“
Hat Hannah Arendt da nicht etwas vergessen? Wahrscheinlich sogar das Entscheidende. Nämlich das Kapital, Reichtum entscheidet über politische Macht, zumindest im liberalen Kapitalismus. Aber vermutlich war der Kapitalismus zu Arendts Zeiten noch nicht so liberal wie heute.
Ein un-glaub-licher Vorgang. So einen Typen zu präsentieren. Das allerletzte Aufgebot.
Ich sage nur: Benno Ohnesorg und Studentenniederknüppelein im NAZI-Adenauer-Nachkriegsdeutschland.
Leben wir in einer Zeit der Restauration …?
Na gut, der Artikel bietet einiges an Information und zumindest so scheinender Analyse.
Das Fazit ist klar: Reza Pahlavi hat keine wirkliche Verbindung zur iranischen, innländischen Wirklichkeit und wäre deswegen als evt. Nachfolger der jetzigen Regierung schlecht gewählt um ihn gegen das Regime in Stellung zu bringen.
Mmh, hätte wer was Anderes gedacht?
Versuchen wird man es evt. trotzdem. Auf diese Versuche wird aber nicht näher eingegangen.
Aber der Artikel ist so neutral geschrieben, so kontur- und emotionslos, dass er schon sehr nach Maschine riecht.
Er ist mindestens hybrid, also von KI formuliert, und dann vom Menschen weiter angepasst.
Oder ist da jemand anderer Meinung?
Muss das sein?
….
Im Jänner 2026 rückte Reza Pahlavi in den Fokus der öffentlichen Debatte. ….
Und wer hat den Schah dahin gerückt ?
Trotzdem wirft die letzte Revolte im Iran Fragen auf, die der Autor übergeht:
Stimmt es, das israelische Agenten Motorradgangs bildeten, Autos und Polizeigebäude anzündeten und mit Gewehren in die Massen schossen, um die Leute aufzuhetzen? Das ist doch das Modell des Maidan!
Stimmt es das kurdische Milizen in Teheran einrückten Gewalttaten verübten usw? Diese kurdischen Milizen werden bekanntlich von den USA unterstützt. Deshalb sind diese Leute für mich Agenten des Imperiums die niemand braucht.
Stimmt es, das die iranische Arbeiterklasse den Unruhen weitgehend fern blieb und den Streikaufrufen des neuen Schah nicht folgte?
Solange die iranische Bewegung diese volksfeindlichen, proimperialistischen Kräfte nicht in ihre Schranken weißt und sie aktiv bekämpft, ist für mich die Revolte nur Mittel zum Zweck US-zionistische Herrschaft über den Iran zu erlangen.
Außerdem möchte ich wissen, welche Länder mit welche Drohungen Trump in letzter Minute von einen Angriff auf den Iran abhielten?
Außerdem verlegen die USA gerade einen Flugzeugträger nach Middle East. Die Gefahr eines Angriffs auf den Iran ist also noch nicht gebannt.
Für mich stellt sich die Frage, ist der Autor bereit mit der Waffe seine Heimat gegen die imperialistische Aggression zu verteidigen? Oder ist er nur ein dummer, feiger Schwätzer, der vom Ausland aus gegen sein Volk arbeitet?
Schön, dass er den Iranern die Person Reza
Pahlavie nicht als Alternative empfiehlt.
Es nützt alles nix, von aussen können die Mullahs nicht vom Sockel gestossen werden, ohne dass die Region in Flammen aufgeht,
vielleicht sollte der Westen es mal mit dem
Zuckerbrot anstatt mit der Peitsche versuchen. Sanktionen aufheben, dem Land ermöglichen, dass es sich entwickeln darf und kann, das wird die Gesellschaft stärken,
vielleicht den Vertrag, den Trump in die Tonne getreten hat wieder aktivieren.
Die Ölindustrie bleibt staatlich und der Nuklearsektor beschränkt sich auf die Stromerzeugung etc. das dürfen die Saudis doch auch und wer weiss was die mit den Pakistanis für Verträge abschliessen, am Ende haben die Saudis noch die Atombombe…..!
Nun ja, die von aussen gesteuerten Unruhen im Iran sind zusammengebrochen, primär, weil sie Starlink abschalten konnten.
Der geplante US-Angriff auf den Iran wurde gestern abgesagt, nicht zuletzt wohl, weil die geheimdienste Israels, GBs und USA infolge der Starlink-Abschaltung den Kontakt zu ihren Schergen im Iran verloren haben, und damit die mit dem Angriff koordinierte innnere Störung Irans ausgefallen wäre.
Auf MoA wurde ausgiebig darüber diskutiert, auch dass der Mossad anscheinend viele irakische Kurden als Unruhestifter und Mörder in den Iran geschleust haben – die meisten sind nun wohl gefangen oder tot.
Nicht vergessen: der US/Israelische Angriff im 2025 traf auf eine abgeschaltete Luftwabwehr, weil eingeschleuste Geheimdienstkräfte überall die Luftabwehr mit Drohnen usw ausgeschaltet hatten.
Und trotz alledem entging Israel (leider) nur knapp der vollständigen Vernichtung.
Zwar ist noch möglich, dass die USA nach dem Ende des Handels, also heute nacht oder Samstag, zuschlagen _ so wie letztes Mal, aber diesmal würden Sie auf eine aktive Luftwabwehr treffen.
Wir werden sehen.
Zum kleinen Schah, dem Sohn des Schlächters, gibts ansonst nichts zu sagen, wozu auch.
Die Konter-Revolution ist abgesagt, also kann er wieder im Exil seinen täglichen Vergnügungen nachgehen – genügend geraubtes iranisches Geld dürfte von seinem Vater immer noch da sein.
Aber das Thema Schah ist so oder so gegessen, und nur Leute, welche nun wirklich keine kulturelle und geschichtliche Ahnung haben, konnten dieser Personalie ernsthaft etwas abgewinnen.
Ganz generell muss man sagen, dass man sowieso immer schlecht beraten ist, auf die sogenannte Diaspora zu hören – sei es die kubanische, venezuolanische oder auch iranische Diaspora – egal welche.
Meist sind die ja gegangen, weil sie ihre Pfründe mit dem letzten Machtwechsel verloren haben, sind oft hasserfüllt und wollen nichts anderes als ihre Pfründe zurück, egal, wieviele Tote es dabei gibt.
Eines der typischen Bonmots von solchen Schimären: „Bitte, Trump, bombardiere mein Land !“
Kann man sich nicht vorstellen, sowas ….
die Golfstaaten + Ägypten, Saudi Arabien haben Trump davor gewarnt, den Iran zu bombardieren das wäre mit Sicherheit ein Blutbad geworden.
Der Iran hat die letzten Monate 2025 aufgerüstet und angedroht, im Falle eines US-Angriffes, die US-Stützpunkte im Nahen Osten mit Raketen anzugreifen.
Israel hat Trump gebeten, den Angriff zu verschieben, denke mal, der iranische Angriff auf die Mossadzentrale ist noch nicht verdaut.
Als der Drecksack seines Vaters das Terroregime anführte, gab es hier noch ein Nachrichtenmagazin namens Spiegel.
Ich erinnere mich an so manchen Artikel in dem die „Regierungsweise“ beschrieben wurde. Dressierte Bären die Frauen vergewaltigten war nicht die einzige Abscheulichkeit!
Ob sein Sohnemann anders ist, weß ich nicht, aber der Apfel fällt bekannterweise nicht weit vom Stamm.