Iran lehnt Gesprächsangebot von Trump ab

Das Foto publizierte Tasnim für den Bericht über die Zurückweisung des amerikanischen Plans zur Beendigung des Kriegs.

 

Die Ausgangslage ist verworren. Klar ist, dass US-Präsident Trump möglichst schnell mit irgendeinem Deal den von ihm und Netanjahu begonnenen Krieg beenden will. Der Verlauf ist alles andere als günstig für den mächtigsten Kriegsherrn mit seiner stärksten Armee und den besten Waffen. Wie richtigerweise vielfach beschrieben, gewinnt der Iran, wenn er nicht verliert und der Machtapparat zusammenbricht, aber Trump verliert, wenn er nicht gewinnt. Und danach sieht es gar nicht aus, zumal an der Heimatfront Trumps Einfluss bröckelt.

Trump hatte erklärt, der Iran wolle verhandeln, während er behauptete, dass das iranische Militär praktisch eliminiert sei. Es gebe Gespräche, die sehr gut liefen. Prompt reagierte die iranische Führung und stritt das rundweg ab. Es gebe keine Gespräche. Man werde den Krieg so lange fortsetzen, bis alle Sanktionen aufgehoben werden, die USA den angerichteten Schaden ersetzen und es Garantien dafür gibt, dass die USA sich nicht länger in Irans innere Angelegenheiten einmischen und keine militärischen Aggressionen wiederholen werden. Von einer Aufgabe des Atomwaffen- und Raketenprogramms ist nicht die Rede, dagegen wird die Kontrolle über die Straße von Hormus gefordert.

Das wäre eine Niederlage, die Trump wohl zunächst nicht akzeptieren kann, weswegen man davon ausgehen muss, dass er alle Hebel ziehen wird, um einigermaßen gesichtswahrend aus dem blutigen Schlamassel herauszukommen, um es dann im Stil von ihm als Sieg zu verkaufen. Netanjahu wird hingegen alles tun, um die USA an seiner Seite im Krieg zu behalten, während er einen Vernichtungskrieg im Libanon führt und die Vertreibung der Palästinenser aus dem besetzten Westjordanland vorantreibt. Barak Ravid berichtet für Axios: „Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu befürchtet, dass Trump ein Abkommen schließen könnte, das weit hinter den Zielen Israels zurückbleibt, erhebliche Zugeständnisse beinhaltet und Israels Möglichkeiten einschränkt, Angriffe gegen den Iran durchzuführen, wie zwei israelische Quellen berichten.“

Trump hat sein Ultimatum für die Freigabe der Straße von Hormus auf Freitag verlängert. Offenbar setzt man in Washington auf die Drohung, die Bombardierung wieder aufzunehmen oder gar mit Bodentruppen einzumarschieren, um Gespräche zu erzwingen, die am Donnerstag beginnen sollen. Dazu wurde, wie Medien berichten, ein 15-Punkte-Plan den Iranern unterbreitet. Spöttisch heißt es aus dem Iran, die USA würden mit sich verhandeln, und wie gewohnt bombastisch: Unser erstes und letztes Wort war vom ersten Tag an, ist und wird immer sein: Jemand wie wir wird sich niemals mit jemandem wie dir abfinden – weder jetzt noch jemals.“ Das klingt nach einer entschiedenen Absage.

Bislang kam keine Bestätigung aus dem Iran, für Verhandlungen bereit zu sein. Das dürfte der Führung auch schwerfallen, die schnell von radikaleren Fraktionen des Verrats bezichtigt würde, wenn sie Verhandlungen und dann noch Kompromissen zustimmen würde. Zudem hatten die USA und Israel den Angriff begonnen, als in Oman die Verhandlungen noch liefen. Man wird zurecht misstrauisch bei neuen Verhandlungen sein.

Bei dem Angriff, so konnte man nach ersten Äußerungen aus dem Weißen Haus vermuten, hatte Netanjahu den Ton angegeben und Trump mitgezogen, weil er sonst alleine den Angriff begonnen hätte, was die USA sowieso involviert hätte. Ein ähnlicher Schritt könnte wieder zu erwarten sein, um die USA bei der Stange zu halten. Beispielsweise ein Angriff auf das AKW Buschehr, um den Krieg zu eskalieren. Angeblich soll gestern wieder ein Geschoß eingeschlagen sein, allerdings ohne den Reaktor zu beschädigen. Russland hat einen Teil des Personals bereits abgezogen.

Interessant ist aber doch der 15-Punkte-Plan, den Trump den Iranern angeblich übermittelt und den der israelische Sender Channel 12 veröffentlicht hat, vielleicht auch mit dem Hintergedanken, den amerikanischen Plan zu vereiteln:

„1. Alle bestehenden nuklearen Kapazitäten werden abgebaut.

  1. Eine Verpflichtung, dass der Iran niemals danach streben wird, Atomwaffen zu erwerben.
  2. Auf iranischem Boden wird kein Material angereichert.
  3. Das gesamte angereicherte Material wird der IAEO innerhalb eines zwischen den Parteien festzulegenden kurzen Zeitrahmens übergeben.
  4. Natanz, Isfahan und Fordow werden stillgelegt und zerstört.
  5. Die IAEA erhält uneingeschränkten Zugang zu allen Informationen innerhalb der iranischen Grenzen.
  6. Der Iran wird sein Proxy-Netzwerk beenden.
  7. Der Iran wird die Finanzierung und Bewaffnung seiner Stellvertreter in der Region aktiv einstellen.
  8. Die Straße von Hormus bleibt offen, sie wird eine freie Seezone sein und von niemandem blockiert werden.
  9. Das Raketenprogramm: Eine Entscheidung wird zu einem späteren Zeitpunkt getroffen, aber die Anzahl und Reichweite müssen begrenzt werden.
  10. Künftiger Einsatz von Raketen: Ausschließlich zu Selbstverteidigungszwecken.

 

Was erhält der Iran im Gegenzug?

  1. Alle Sanktionen werden aufgehoben.
  2. Der Iran erhält Unterstützung bei der Entwicklung eines zivilen Nuklearprojekts in Bushehr (Stromerzeugung).
  3. Die Gefahr von Snapback-Sanktionen wird beseitigt.“

Mit dem Plan könnte Trump den Krieg rechtfertigen, aber so einfach wird es nicht gehen. Die iranische Antwort war zu erwarten. Sie kam allerdings vermittelt durch einen hohen Regierungsvertreter, es wollte sich offenbar niemand dazu bekennen, das Gesprächsangebot auszuschlagen. Das könnte auf interne Uneinigkeit verweisen. Allerdings werden die Türen offengehalten. PressTV schreibt: „‘Der Iran wird den Krieg beenden, wenn er sich dazu entschließt und wenn seine eigenen Bedingungen erfüllt sind‘, sagte der Regierungsvertreter und betonte Teherans Entschlossenheit, seine Verteidigung fortzusetzen und dem Feind ‚schwere Schläge‘ zu versetzen, bis seine Forderungen erfüllt sind.“ Die von Washington über „verschiedene diplomatische Kanäle“ vermittelten Vorschläge für Verhandlungen batrachte man als „überzogen“ und „losgelöst von der Realität des Scheiterns der USA auf dem Schlachtfeld“.

Es werden die weitgehend schon bekannten iranischen Forderungen erneut erhoben:

  • Ein vollständiges Ende der „Aggressionen und Attentate“ durch den Feind.
  • Die Schaffung konkreter Mechanismen, um sicherzustellen, dass der Krieg der Islamischen Republik nicht erneut aufgezwungen wird.
  • Garantierte und klar definierte Zahlung von Kriegsschäden und Reparationen.
  • Die Beendigung des Krieges an allen Fronten und für alle beteiligten Widerstandsgruppen in der gesamten Region.
  • Internationale Anerkennung und Garantien hinsichtlich des souveränen Rechts des Iran, die Hoheitsgewalt über die Straße von Hormus auszuüben.

 

Nur unter Erfüllung dieser Bedingungen könne es zu einem Waffenstillstand kommen. Angeblich wurde der Flugzeugträger mit Marschflugkörpern angegriffen, sagte Shahram Irani, Kommandeur der iranischen Marine. Dadurch sei er zum Rückzug gezwungen worden. Man beobachte den Flugzeugträger und werde ihn beschießen, wenn er in Reichweite kommt.

Tasnim wiederum zitiert einen anonym bleibenden Informanten, der weitere Fronten androht, sollten Bodentruppen auf iranischen Inseln oder im Südiran eindringen. Vor allem wird mit der Schließung der Bab al-Mandab-Straße gedroht, was dem internationalen Schiffverkehr und vor allem dem Öl- und Gashandel einen weiteren Schlag versetzen würde. Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer und den Suez-Kanal mit dem Golf von Aden: „Die Meerenge von Bab al-Mandab gilt als eine der strategisch wichtigsten Meerenge der Welt, und der Iran verfügt sowohl über den Willen als auch über die Fähigkeit, eine absolut glaubwürdige Bedrohung für diese Meerenge darzustellen. Wenn die Amerikaner also mit unüberlegten Maßnahmen eine Lösung für die Straße von Hormus finden wollen, sollten sie darauf achten, ihren Problemen und Schwierigkeiten nicht noch eine weitere Meerenge hinzuzufügen.“ Dazu müssten vermutlich die Huthis aktiviert werden, die sich bislang zurückgehalten haben.

Netanjahu kündigte an, dass der Krieg gegen den Iran mit „voller Kraft“ weitergeht, während die Pufferzone im Libanon vergrößert werde. Bis zu 450.000 Reservisten können in Israel nun mobilisiert werden.

Florian Rötzer

Florian Rötzer, geboren 1953, war Gründer des Online-Magazins Telepolis und von 1996 bis 2020 dessen Chefredakteur. Seit 2022 ist er Redakteur beim Overton Magazin. Er ist Autor mehrerer Bücher. In diesen Tagen erschien sein Buch In der Wüste der Gegenwart, das er zusammen mit Moshe Zuckermann geschrieben hat.
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35 Kommentare

  1. Das passierte in der West-Bank (Dienstag den 24.03.2026):
    Es werden fünf freigelassene Gefangene vom Militär wieder mitgenommen (Sameh Shubaki, Saed Al-Fayed, Saeed Diab, Ibrahim Atiya, and Hadi Jaddoua). Und später wieder freigelassen. Das Militär hat in Dura, westlich von Hebron, einen freigelassenen Gefangenen geschlagen und dieser wurde danach mit Blutergüssen in das Krankenhaus gebracht (Osama Shaheen).
    Nachdem man sie verfolgt und ihre Kraftfahrzeuge zerstört hat, wurden mehrere Palästinenser mitgenommen (Siedler und/oder Militär, Masafer Yatta, südlich von Hebron). Die Siedler zünden das Haus eines Palästinensers an und sprühen rassistische Sprüche an die Wände.
    Die Siedler haben die Al-Maleh Schule im Jordan-Valley angegriffen und in der Schule erheblichen Schaden angerichtet und die Wasser- und Stromversorgung zerstört [1].
    Es wurde eine Familie aus Khirbet al-Marajem, südöstlich von Nablus vertrieben indem man ihr Zuhause zerstört hat. Das Militar hat in Kafr Haris, nördlich von Salfit dutzende von Olivenbäume zerstört. Das Militär zerstört in Beit Awwa, westlich von Hebron, u.a. hunderte von Olivenbäume und Ladengeschäfte. Das Militär verhaftet in Al-Mughayyir, östlich von Ramallah, den Bürgermeister und einige Arbeiter die mit Strassenarbeiten an der zuführenden Strasse beschäftigt sind. Das Militär zerstört eine Gedenkstätte der Palästinenser im Shuafat-Flüchtlingslager
    Das Militär begibt sich nördlich von Jerusalem nach: Al-Ram und Qalandiya und befindet sich noch in Kafr Aqab. Das Militär wirft in Jenin mit Tränengas auf die Palästinenser.
    Die Siedler verbrennen östlich von Beit Furik, östlich von Nablus eine landwirtschaftliche Hütte. In Nahalin, westlich von Betlehem werden fünf Palästinenser von Siedlern überfahren oder angefahren. Einer wurde in ein Krankenhaus gebracht.
    Aufgrund von Siedlerangriffen verlassen die Palästinenser ihr Zuhause in Khirbat Al-Miftah, in Samu’, südlich von Hebron. Das Militär begibt sich nach Al-Mughayir in Ramallah. Das Militär hat in Hebron einem Jungen an einem der Eid al-Fitr Feiertage sein Fahrrad gestohlen.

    Das passierte u.a. in Gaza:
    Es werden die östlichen Gegenden des Al-Bureij-Flüchtlingslagers beschossen. Der Müll häuft sich in improvisierten Müllbergen. Es sind nach Angaben aus dem Gesundheitsministerium 1.400 Patienten beim Warten auf die Ausreise gestorben.
    Das Militär schiesst in der Al-Falouja Gegend in Jabalia, Gaza-Nord, und es gibt drei Verletzte.
    Das Militär schiesst in Al-Mawasi (Flüchtlingslager mit Zelten), Gaza-Süd, und ein Kind stirbt an einer Kugel die in das Zelt gelangt [2]. Das Militär beschiesst das Al-Tuffah Viertel, östlich gelegen in Gaza-Stadt (evtl. Zerstörung von Wohngebäuden). Das Militär schiesst in Jabalia (Al-Falouja) und verletzt drei Palästinenser. Es wurden vierzig Tonnen abgelaufenes Huhn reingelassen. Das Fleisch stinkt. Die Menschen haben z.T. seit Monaten kein frisches Fleisch mehr gegessen.
    „Wir haben monatelang auf Tiefkühlkost gewartet und auf sichere Lebensmittel gehofft, doch heute ist all das vor unseren Augen zunichte gemacht worden. Krankheiten, Krebs, Infektionen […]. Das ist eine eklatante Missachtung unseres Lebens, ohne Rücksicht auf uns oder unsere Kinder, ohne jedes Gewissen.“ [3]

    Über den Völkermord sprechen. Jede Stimme zählt. [4]
    Mitmachen bei der Einforderung der Menschenrechte für Palästina.
    https://eci.ec.europa.eu/055/public/?lg=de

    [1] siehe Antwort.
    [2] Gestorben ist Khaled Sayf al-Din Sulayman Arad, 13.
    [3] (11/2025), (03/12/2024). Verpackt: 05.12.2024 Haltbar bis: 04.12.2025. Es warten viertausend Krebspatienten auf ihre Ausreise und auf ihre Behandlung.
    [4] Der Bericht „Folter und Völkermord“ ist verfügbar. https://www.ohchr.org/en/documents/country-reports/ahrc6171-torture-and-genocide-report-special-rapporteur-situation-human

    1. [1] Die Al-Maleh Schule besteht aus vier Klassenräumen. Es wurde versucht vor einigen Jahren ein weiteres Klassenzimmer und eine Schulklinik an die Schule anzubauen die 2019 errichtet wurde. Das Militär hat den Anbau zerstört bzw. Klinikausrüstung einbehalten. In den Gegenden sind Beduinen und das Militär zerstört die Schul- und Vorschuleinrichtungen. Anstatt fünfundzwanzig Kilometer zur nächsten Schule zu fahren findet der Unterricht momentan Remote statt. Es ist geplant die Schule mit Studenten aus der Gegend und dem Jordan-Valley zu betreiben. Es sind schon zweiundvierzig Schulen zerstört worden. Auf dem Bild sieht man die Schüler die für ihre Schule demonstrieren. Erst- bis Drittklässler evtl. mit Vätern im Jahr 2021.
      https://ibb.co/V0QDfSGj

  2. Der Iran reagiert so, wie jemand reagiert, der zu oft belogen wurde, dem Gegner kein Wort mehr glauben kann und die Schnauze gestrichen voll hat. Kann man verstehen.

    1. Vor allem reagiert der Iran wie jemand, über dessen Kopf hinweg gerade ein fauler „Deal“ eingefädelt werden soll. Trump behauptet ja, er würde „mit dem neuen Führer des Iran verhandeln“. Im Iran aber weiß niemand, wer das sein soll? Das offizielle Führungspersonal jedenfalls hat keinerlei „Verhandlungen“ am laufen. Man spricht deshalb von „Selbstgesprächen“ der USA. Vielleicht mit Pahlavi? Und Israel ist daran überhaupt nicht beteiligt, was aber zwingend nötig wäre, um den Krieg, den ja Israel initiiert und begonnen hat, zu beenden.

      https://anti-spiegel.ru/2026/mit-wem-verhandeln-die-usa-ueber-einen-waffenstillstand/

  3. Ich habe da mal eine Frage zu dem Punkt 12. Alle Sanktionen werden aufgehoben.

    M.W. gibt es da einerseits Sanktionen der USA, die diese nach ihrem Austritt aus dem JCPOA verhängt haben, und die aber nicht dasselbe sind wie die „Snapback-Sanktionen“ der europäischen Vertragspartner. Spricht er jetzt auch für die in seinem überaus großzügigen Kapitulationsangebot?
    Und was ist mit Israel? Wie sieht deren „Friedensangebot“ aus?

    Aber im Ernst: was für eine lächerliche Farce, die lediglich dazu dient, die Zeit bis zum Eintreffen der Spezialkräfte für die Boots on the Ground (oder welch großartigen anderen Plan das stabile Genie haben mag) zu überbrücken.

  4. Iran ist mit allen Forderungen im Recht, man sieht ja am Verhalten Israels was hinter Trumps Lügen steckt.
    Es würde mich freuen, wenn der Iran einen Weg finden würde, die Welt gegen die 2 übelsten Terrorstaaten der Moderne zusammenzubringen.

  5. Man sollte anfügen, dass Israel im Südlibanon die Gaza Strategie anwendet. Alle Brücken des Litanai gesprengt, alle Bewohner vertrieben. Alle Häuser werden dem Erdboden gleich gemacht. Die Flucht Aufforderung ist nördlich des Zahrani Flusses, der kommt als nächstes dran.

    Man hat allerdings vorher unmissverständlich dem Libanon gedroht, entweder hört der Beschuss durch die Hisbollah auf, oder der Libanon wird wie Gaza aussehen. Der Libanon hat eine Vorgeschichte seit 1948, mit mehreren Kriegen mit Israel. Die Hosbollah will halt bis zum letzten Märtyrer Jihad, es wird ihr zuteil werden.

    Es wird leider so enden wie in Gaza. Die Schiiten in Flüchtlingslager gepercht, wo sie am Rand oder unter dem Existenz Minimum dahin vegetieren, jeder Aufruhr hat Bombardierung mit vielen Toten zur Folge. Im Westjordanland eskaliert die Gewalt auch. Wenn die 400.000 Reservisten Beirut „gesäubert“ haben, kann man Richtung Teheran marschieren. Erez Israel reichte mal bis zum Euphrat.

    Derweil drohen die Iraner, Bahrain und die Emirate zu besetzen, während die Saudis die Amerikaner gegen den Iran drängen, um „der Schlange den Kopf abschlagen“. US Centcom hat wohl rund 50.000 Soldaten bereits in der Gegend, weitere folgen.

    Update: Die Iraner warnen vor Besetzung einer Insel. USA kündigen harte Schläge an.

    Die nächsten Wochen werden zeigen, was an allen dran ist.

    1. Nun meines Wissens, hält Israel seit Jahrzehnten Territorien seiner Nachbarstaaten besetzt. Damit ist jeglicher Widerstand gegen diesen Aggressor legitim. Wer nun die Besetzten auffordert, den Widerstand gegen den Aggressor einzustellen, lebt wohl in einer merkwürdigen Blase.

  6. Der Iran lehnt nicht ab, sondern weiß, daß das alles hohles Gerede ist, um von einer kommenden Bodeninvasion/Kriegseskalastion abzulenken und die Schuld für die dann „nötige“ Bodeninvasion o.ä. den Iranern zuzuschieben. Denn sie haben ja die deeskalierenden Verhandlungen abgelehnt. Die USA muss ja Bodentruppen reinschicken bzw. den Krieg eskalieren, weil die pösen, pösen Iraner nicht zu Friedensverhandlungen bereit sind. So jedenfalls läuft gerade das Framing in den (auch deutschen) Medien und US-Denkfabriken.
    Das ist eigtlich Kriegspropaganda für blutige Anfänger und leicht zu durchschauen, aber sie werden trotzdem damit durchkommen, weil sämtliche relevanten Medien dieses Spiel bereitwillig und wissentlich mitspielen.

    1. @andreas: Mal sehen was das US Amerikanische Volk sagt, wenn da bald ein paar tausend
      US Soldaten drauf gehen. Der Iran hat sich seit gut 40 Jahren auf diese Situation vorbereitet.
      Das Erscheinen der Hyperschallraketen hat doch eigentlich reichen müssen, um zu begreifen,
      dass der Iran noch Überraschungen parat hält.

  7. Mal eine alternative Interpretation zur momentan verbreiteten Ansicht „Trump hat sich verkalkuliert“:

    Folgende Ausgangsituation:
    – China im extremen wirtschaftlichen Aufstieg
    – die Vormacht des US$ wankt immer mehr und gleichzeigt riesiger Schuldenberg der USA
    – Industrieproduktion seit Jahrzehnten rückläufig
    – militärische Überlegenheit nicht mehr wie früher gegeben

    Was also an Optionen für die USA?
    In der Globalisierung gibt es für die USA als Volkswirtschaft im Wettkampf mit China nichts mehr zu holen.
    Der Petrodollar gerät immer mehr unter Druck weil neben Ländern wie Russland und Iran auch andere Länder gerade auch im Nahen Osten inzwischen Öl gegen andere Währungen verkaufen.
    Wenn also die „Partner“ im Nahen Osten stückweise die „Schutzgeldzahlungen“ – Verkauf nur gegen Dollar – einstellen, was wären die Alternativen für die USA?
    Wie würde sich ein totaler Flächenbrand im Nahen Osten auswirken? Wenn sich der Iran und der Rest der Golfstaaten gegenseitig die gesamten Forderanlagen zerstören und darauf ein großer Teile der weltweiten fossilen Energiekapazitäten nicht über Wochen, nicht Monate sondern viele Jahre ausfallen? Was wären die Folgen?
    Klar erstmal einen globale Wirtschaftskrise, aber danach?
    USA sind Exporteur von Öl und Gas. Ihr Anteil am Weltmarkt steigt drastisch. Damit wird der US$ wieder deutlich gestärkt (was übrigens jetzt schon der Fall ist). China verliert 2/3 seiner Energielieferungen, ob Russland das komplett kompensieren kann ist fraglich. Vor allem nicht so kurzfristig. China wird also geschwächt.
    Und Europa wir in die totalen Energieabhängigkeit gezwungen und kann damit als wirtschaftlicher Konkurrent ausgeschaltet und als Vasallen nun bis auf den letzten Tropfen ausgesaugt werden.
    Trump hat immer wieder klargemacht, dass er keine Globalist ist, sondern er wenn nötig auch durch Protektionsmus die US-Wirtschaft wieder industrialisieren will.
    Also, was wenn die katastrophale Weltwirtschaftskrise von der Trump-Administration bereits mit eingeplant und man sie als Katarsis sieht, aus der man hofft wieder gestärkt und vorallem stärker als China hervor zu gehen?
    Vielleicht gibt es noch ein gewaltige Inflation, dann wäre man auch noch den US-Schuldenberg los?
    Für Europa, wäre die Szenario natürlich der Megagau. Ein Morgentauplan auf Steroiden. Für ganz Europa.

    1. Das Problem in Europa ist selbst auferlegt. Pipelines Richtung Osten liegen still. Fossiles aus dem Osten wird nicht gekauft. Windkraft Merkels Atempause. Solarboom abgewürgt. Wasserkraft aus ökologischen Fundamentalismus verringert. Elektroautos verpennt. SUV Boom mit extremen Verbrauch. Öffentlicher Verkehr ruiniert. Bahn nicht elektrifiziert. Strassenbahnen abgebaut. Marktfetisch verhindert Notreserven. Die Türkei hat die Gasspeicher voll, Gas war im Winter billig, 25 statt nun 60. Die Türkei wird mehr in Russland kaufen. Man hört hier halt auf den Komiker, der befiehlt, keinen Cent für den Osten. Das kommt nicht von den USA. Die kaufen auch in Russland, wenn die Kasse stimmt.

      1. @Zyniker: Es ist die Komikerin in Brüssel die sich zur Kaiserin von Europa gekront
        hat. Ich würde doch endlich einmal wissen wollen, wer die bezahlt.

    1. Aber natürlich hat Trump einen Plan – der Plan ist sich selbst die Taschen weiter voll zu stopfen (und der geht bisher auf). Aus Sicht der MAGA-Fraktion wird alles was am Ende (bzw. hinten) rauskommt von vornherein der Plan des selbst-erklärten stabilen Genies gewesen sein, unabhängig davon, ob und was nun Donald geplant hatte (außer eben sich und seines gleichen weiter die Taschen vollzustopfen) und ob etwaige Pläne (vom Verkünder von „Person, Woman, Man, Camera, TV“) irgendetwas mit dem dann gewesenen (bzw. geschehenen) zu tun hatte oder nicht. Mit dem richtigen Framing (und genügend Selbst-Belügung) wird man das dann immer so drehen können, dass es ohne Donald viel schlimmer gewesen wäre, egal ob das nun irgendwas mit einer Realität zu tun haben würde (oder nur alternative Fakten wären).

      1. Der Plan wird wohl von Trumps Schwiegersohn Kushner sein. Der wird auch das Insiderwissen
        genutz haben, um sich vor und nach Trumps Angriffsverzögerung gegen die Kraftwerke,
        an der Börse die Taschen voll gestopft zu haben.

    1. Gut möglich, dass sogar eine totale Zerstörung des Nahen Osten als Lieferant fossiler Energie für das nächste Jahrzehnt mit eingeplant ist. Die Rechnung ist vielleicht: Bevor der Nahe Osten beginnt sein Öl in Yuan zu verkaufen, ist es besser, wenn sie gar nichts mehr verkaufen. Siehe meinem Kommentar von oben. Die dadurch folgende Weltwirtschaftskrise, wäre dann auch bereits eingeplant und sogar als Ziel, um danach als weitgehend energieautarkes Land am Ende besser dazustehen als China und Europa. Die Hauptkonkurrenten.

  8. „Klar ist, dass US-Präsident Trump möglichst schnell mit irgendeinem Deal den von ihm und Netanjahu begonnenen Krieg beenden will.“

    Woher kommt denn diese Annahme?
    Seit über einem Jahr wird behauptet, dass Trump beabsichtigen würde den Ukrainekrieg zu beenden.
    Wann lernt ihr einmal, dass es einen Unterschied gibt, bei allem was Trump sagt und was er tut?

    1. Eben. Der Krieg soll weiter gehen und die Annahme, dass Trump von den wirtschaftlichen Folgen überrascht wäre, ist auch eine Illusion, ebenso wie die Annahme Trump schere sich um die Weltwirtschaft.
      Wenn der Nahen Osten durch einen verherrenden Krieg mit gegenseitiger Zerstörung der Fördxerstätten weit über ein Jahrzehnt als Hauptlieferant von fossiler Energie ausfällt, könnte Trump darauf setzten, dass selbst nach ein paar Jahren Weltwirtschaftskrise die USA insgesamt im geopolitschen Wirtschaftsweltkrieg gestärkt daraus hervor gehen.

      1. Abwarten. Sollte es wirklich die Zerstörung geben, sind ja auch noch die Chinesen da.
        Wenn die es schaffen einen komplettwn Flughafen mit Autobahn- und Bahnanschluss
        in 3 Jahren durchzuziehen, dann bauen die auch die Öl- und Gasförderung schnell wieder
        auf. Die hätten sie einmal an Stuttgart 21 ran lassen sollen, dann würden da schon seit
        10 Jahren die Züge rollen und das Ganze hätte nur max. ein Drittel gekostet.

  9. Natürlich kann Israel seine Reservisten aufbieten, die Meisten werdem dem Aufgebot wohl Folge leisten. Aber die israelische Wirtschaft wird erst recht zum Stillstand kommen. Diese leidet schon seit Jahren an der fortwährenden Kriegerei und das wird so noch weit schlimmer. Was die Reservisten erreichen werden, steht noch auf einem anderen Blatt.

  10. Ich wundere mich darüber, dass man sich bei den Begriffen Gewinner und Verlierer so wenig an den Realitäten orientiert. z. B. Landtagswahl in BW. Die Grünen haben über 2 % verloren, die CDU über 5 % gewonnen. Den winzigen Vorsprung hat Özdemir durch eine unglaubliche Schmutzkampagne erlangt. Trotzdem gilt er als Sieger. M. E. ist Hagel der Gewinner. Er kann jederzeit alles durchsetzen, was mit den Vorstellungen der AfD übereinstimmt, auch wenn es Özdemir nicht gefällt.
    Auf realistischer Basis sind die Gewinner des Irankriegs die USA und Russland. Russland exportierte 2025 rund 238 Millionen Tonnen Öl, USA exportiert 205 Millionen Tonnen pro Jahr. Russland und USA produzieren jeweils über 900 Milliarden Kubikmeter Gas. Ihre Konkurrenten aus Nahost sind nun ausgeschaltet. Insofern hat sich dieser Krieg als „Ölkrieg“ zumindest gelohnt. Trump wird das herausstellen können. Und wenn es den Huthis gelingt Bab al-Mandab zu sperren, dann knallen im Weißen Haus die Sektkorken. Aber dann greifen die Franzosen und Engländer ein und möglichrweise auch die Deutschen, und bombardieren den ganzen Jemen platt.
    Kurzum, alles was der Weltwirtschaft schadet, nützt den Amis und Russen, was unsere MSM einfach unter den Tisch fallen lassen oder als Niederlage von Trump hinstellen.

  11. Man muss sich doch nur mal überlegen, ob Stalin ein Verhandlungsangebot von Hitler hätte annehmen können. Stauffenberg wollte ja auch nur mit den Westalliierten Frieden schließen.
    Es kann mit faschistischen Regimen keine Verhandlungen und keinen Frieden geben. Das Problem dabei ist, dass der gesamte Westen schon sehr weit auf dem Weg in eine faschistische Diktatur ist.

  12. Wer sich wirklich dafür interesiert was der Iran von den Fake-Verhandlungen der Epstein-Klasse hält, kann sich das durchlesen:
    ‘The war ends when we say’: Iran rejects Trump’s ceasefire terms
    Tehran has laid out several conditions including the closure of US military bases, reparations, and the inclusion of its allies in any ceasefire deal
    https://thecradle.co/articles/the-war-ends-when-we-say-iran-rejects-trumps-ceasefire-terms

    Und vor allem das Video von dem Sprecher des Zentralhauptquartiers von Khatam al-Anbiya, dass hat es wirklich in sich:
    Spokesperson for the Central Headquarters of Khatam al-Anbiya:

    🔺 The strategic power you boasted about has turned into a strategic defeat.

    https://www.presstv.ir/Detail/2026/03/25/765835/iran-rejects-us-proposal-lays-out-five-conditions-ending-imposed-war-source

  13. Verhandlungen mit Leuten die einen 2 mal während laufender Verhandlungen Überfallen haben machen einfach keinen Sinn. Dazu gehen die Vorbereitung für eine Invasion unvermittelt weiter, was zeigt das die angebliche Verhandlunsbereitschaft der USA auch nur wiede eine Falle sein wird. Also weiter möglichst viele und möglichst große Raketen nach Israel und auf die US Stützpunkte, da kann der Iran nichts falsch machen. Die einzige Chance die der Iran hat, ist es den Krieg so teuer wie möglich für das US Imperium zu gestalten. Und dabei die EUropäer nicht vergessen die durch ihre logistische Hilfe solche Kriege überhaupt erst ermöglichen. Da macht es dann auch Sinn wenn die Huthis die Durchfahrt ins Rote Meer für alles was dem US Imerium angehört sperren und damit für hübsche Preissprünge sorgen wird.

  14. Das „Angebot“ ist in Wahrheit eine Aufforderung zur bedingungslosen Kapitulation des Iran. Es wird auch nicht ausgeschlossen, das das Völkermordregime nicht weiterhin seine Killer auf Iraner hetzt oder Politiker ermordet.
    Der Punkt 13 bedeutet, das der Iran sein KKW an einen US- Konzern übergibt und die benötigten Brennstäbe bei den USA kauft. Oder eben nicht, wenn die USA das nicht erlauben . Bisher sind im fertigen Block1 russische Technik verbaut. Der soll auf US- Technikk umgerüstet werden…Block 2 und drei, die noch im Bau sind, werden von den Israelis durch Raketen beschossen…
    Kein iranischer Politiker wird die Kapitulationsaufforderung akzeptieren. Das wisse auch Trumps Besitzer. Frieden wird es erst geben, wenn entweder die Israelis oder die Amis nicht mehr können…

  15. Irans geheimer Verbündeter gegen die US-israelische Luftmacht: die Zeit

    Der Krieg der Epstein-Koalition gegen den Iran nähert sich bald seinem ersten Monat, ist aber kein Stück näher am Sieg als zu Beginn. Iranische Raketen bombardieren jede Nacht israelische und US-amerikanische Militäranlagen und Wirtschaftseinrichtungen am Golf, und trotz all seiner Beteuerungen war Trump machtlos, die Straße von Hormus wieder zu öffnen.

    Warum ist es den USA und Israel in 25 Tagen so kläglich misslungen, Irans strategisches Reaktionspotenzial zu zerstören?

    Drei Worte: zu wenig Zeit zum Verweilen.

    Ohne Luftbetankung haben Kampfjets wie die F-16, F-15, F/A-18, F-22 und F-35 nur 30 bis 45 Minuten Zeit für Such- und Zerstörungsmissionen über dem Iran, bevor sie zurückkehren müssen – entweder zum Flugzeugträger USS Abraham Lincoln oder zu einem Stützpunkt in Westasien.

    Mit Luftbetankung können F-35 und F-15 bis zu vier bis fünf Stunden im Luftraum verweilen, doch das birgt Risiken (Tankflugzeuge sind ein großes, gut sichtbares Ziel für die iranische und verbündete Luftabwehr und Raketenangriffe).

    Dank Irans Arsenal an Langstreckenraketen ist allein das Eindringen in den iranischen Luftraum eine Herausforderung. Die Lincoln muss daher in einer Entfernung von etwa 1.100 km von der iranischen Küste operieren – was der Kampfreichweite ihrer F-35C und F/A-18 (ca. 1.100 km bzw. 720–830 km) entspricht bzw. diese sogar übersteigt.

    Die US-Basen in Kuwait und Bahrain liegen nur etwa 100–300 km vom Iran entfernt und wären ideal für Angriffsmissionen, wenn der Iran nicht in der Lage wäre, sich zu verteidigen. Stattdessen sahen sich die US-Streitkräfte gezwungen, den jordanischen Luftwaffenstützpunkt Muwaffaq Salti – über 850 km vom Iran entfernt – zu ihrem wichtigsten regionalen Drehkreuz auszubauen, wo F-15 und F-35A stationiert sind (Kampfradius 1.800 bzw. 1.200 km). Doch selbst dieser Standort wurde von iranischen Truppen angegriffen.

    Was die strategischen Bomber der US-Luftwaffe – B-2, B-1B und B-52 – betrifft, so war das Pentagon gezwungen, Einsätze von Stützpunkten in Großbritannien, Diego Garcia und sogar dem US-Festland aus zu fliegen, was die Wirkung und Intensität der Angriffe einschränkte.

    Entscheidend sind Kampfflugzeuge, unterstützt von Aufklärungs- und Kampfdrohnen (die reihenweise abgeschossen werden), die dringend benötigt werden, um Irans mobile und befestigte, bunkerbasierte Raketensysteme anzugreifen. Wenn diese nicht kontinuierlich eingesetzt werden können, können die USA und Israel nicht auf strategische Überlegenheit hoffen.

    Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran | @geopolitics_prime

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