
Iran steht heute inmitten einer der komplexesten Phasen seiner modernen Geschichte, eine Phase, die nicht nur durch eine Welle von Protesten oder eine wirtschaftliche Krise erklärt werden kann, sondern das Ergebnis jahrelanger Vertrauensverluste, schwindender Legitimität und ineffizienter Regierungsführung ist.
Von der „Frau, Leben, Freiheit“-Bewegung im Jahr 2022 bis zu den breiteren und gewalttätigeren Protesten im Dezember 2025–2026, die das Land erschütterten, trat Iran allmählich in eine Phase ein, die einige Analysten nicht als „zyklische Krise“, sondern als „historische Phasenveränderung“ bezeichnen.
Mit dem verdächtigen Tod von Mahsa Amini in Polizeigewahrsam und dem Beginn der Protestbewegung konnte kaum jemand vorhersehen, dass Proteste gegen ein Gesetz (z.B. die Pflicht zur Verschleierung) zu Protesten gegen das politische System selbst werden würden.
Die Parolen richteten sich nicht mehr nur gegen polizeiliches Verhalten, sondern gegen eine Struktur, die Alltag, Körper, Identität und Entscheidungsfreiheit kontrollierte. Die Reaktion der Regierung folgte jedoch dem bekannten Muster: Sicherheitsmaßnahmen, Straßengewalt und der Versuch, die Erzählung zu kontrollieren. Obwohl diese Taktik die Straßen kurzfristig beruhigte, zerstörte sie etwas viel Wesentlicheres: das Verhältnis zwischen Bevölkerung und Regierung.
Die Opposition konnte dabei nicht die Rolle übernehmen, die die Geschichte von ihr erwartete. Trotz einer beispiellosen Welle gesellschaftlicher Solidarität blieben die Gegner der Islamischen Republik (sowohl innerhalb als auch außerhalb Irans) fragmentiert, in persönlichen Konkurrenzkämpfen gefangen, ohne klare Programme und politische Reife. Behauptungen von Führung ohne Organisation, Politik ohne Strategie und Slogans ohne Umsetzung verwandelten die Opposition von einer möglichen alternativen Kraft in eine sich verbrauchende soziale Energie.
Selbst Projekte, die im Laufe der Jahre als „Alternative“ bezeichnet wurden, blieben praktisch neutral. Symbolfiguren wie Reza Pahlavi, die als Hauptgesichter der Opposition gelten, handelten mehr aufgrund ineffizienter Beraterkreise, unpolitischer Entscheidungen und medialer Kalkulationen, als auf fundierter politischer Beratung. Ergebnis: weder schufen sie öffentliches Vertrauen, noch konnten sie eine glaubwürdige Vermittlerrolle zwischen der Welt und der iranischen Gesellschaft einnehmen.
Die Unfähigkeit der Opposition bedeutete, dass die Regierung keinen organisierten echten Rivalen sah.
In der Zwischenzeit verfolgte die Islamische Republik eine doppelte Politik: intern härtere Repressionen, extern verdeckte Verhandlungen. Teile der Regierung versuchten, durch geheime Gespräche mit dem Westen die internationale Legitimität und wirtschaftlichen Druck zu steuern, während gleichzeitig China und Russland als geopolitische Rückendeckung dienten.
Diese Situation machte Iran jedoch eher zu einem Handelsobjekt als zu einem unabhängigen Akteur; das Land wurde nicht als gleichwertiger Partner, sondern als verhandelbare Einheit in Machtspielen gesehen.
Bei den Protesten im Dezember 2025–2026 verschärfte sich das Bild. Diesmal trieben nicht nur politische Leiden, sondern auch wirtschaftliche Not, das Zerfallen von sozialer Hoffnung und Erschöpfung in einem permanenten Ausnahmezustand die Menschen auf die Straßen. Berichte sprechen von weitreichender Unterdrückung, systematischer Gewalt, einer landesweiten Internetabschaltung über mehr als 96 Stunden und vollständigen Stromausfällen in einigen Regionen.
Vielleicht fasst ein Satz die Realität am besten zusammen: „Der Kampf um Macht ist vor allem ein Kampf um Erinnerung und Erzählung“ (Milan Kundera).
Iran heute ähnelt in trauriger Weise der Revolution von 1956 in Ungarn, wo ein Volk gegen ein unterdrückendes, sowjetisches System aufstand, Hoffnung auf echten Wandel aufkam, aber fehlende internationale Unterstützung, starre Machtstrukturen und kalte geopolitische Kalkulationen die Tragödie besiegelten.
Heute steht Iran vor drei Hauptszenarien:
1. Der Tod des Ayatollahs. Interne Reformen innerhalb der Machtstruktur; symbolische Öffnung und Wiederherstellung scheinbarer Legitimität, ohne strukturelle Veränderungen.
2. Große geopolitische Vereinbarungen; Verhandlungen mit dem Westen zur Druckminderung, unterstützt von China und Russland für Stabilität, jedoch ohne echte Unabhängigkeit.
3. Allmählicher innerer Zerfall, ähnlich dem Block der Oststaaten: Systeme, die äußerlich stark erscheinen, aber innerlich erodiert und ineffizient werden.
Unabhängig vom Szenario gilt: Iran wird nicht zu dem Zustand vor 2022 zurückkehren. Gesellschaft, Bewusstsein und Verhältnis zwischen Bevölkerung und Macht haben sich verändert. Bleibt die Regierung blind gegenüber der Krise, die Opposition mit sich selbst beschäftigt und sieht die Welt Iran weiterhin primär als geopolitische Variable, vertieft sich die Kluft weiter.
Die zentrale Frage lautet heute nicht mehr, ob die Bevölkerung Veränderung will; diese Antwort liegt längst vor. Die Frage ist: Kann sich die Macht reformieren? Kann die Opposition Verantwortung übernehmen? Und hat die Welt die ethische Kapazität? Das Schicksal Irans hängt an diesen drei Antworten.




Immerhin weiß man, wo der Autor steht. Ich frage mich, ob er wirklich glaubt, dass mit dem Sieg über die Mullahs es besser wird. Vielleicht würde ihm eine kurze Reise nach Syrien weiterhelfen zu verstehen, wie die Zukunft Irans nach dem Sturz der Mullahs aussieht. Dabei rate ich ihm immer schön offen zu sagen, dass er Iraner ist, damit er sicher sein kann, dass die Reise wirklich kurz wird… Wird vermutlich die letzte Reise seines Lebens.
Seltsame „Alternativen“: Entweder Islamismus oder noch schlimmerer Islamismus wie in Syrien?
Wie wärs mal mit Unterstützung demokratischer Verhältnisse?
Schon innerlich so kaputt?
Die Islamisten und somit letztendlich auch das Mullah Regime wurden von den USA unterstützt, um die eigentlich vom iranischen Volk gewählte sozialistische Regierung zu stürzen.
Das wird immer „vergessen“: Die massenmordenden Islamisten sind ein Konstrukt der USA, ohne die USA hätten die Steinzeitislamisten nirgendwo auf der Welt die Macht, die sie haben.
Sie zu unterstützen ist sicher nicht im Interesse der Bevölkerung.
Syrien wurden auch Freiheit und Demokratie versprochen: jetzt haben sie Al Qaida, das mit Israel kooperiet, welches Teile Syriens völkerrechtswidrig besetzt hält.
Erkennen sie nun das Problem?
Und warum wohl will niemand das Volk Saudi Arabiens befreien? Für den falschen Tweet kriegt man dort auch die Todesstrafe, die Frauen haben weniger Rechte als im Iran und ein autokratisches Regime haben wir dort auch…
Die Saudis haben doch UNSER Öl ♫.
Du solltest lernen Sarkasmus zu lesen – kann in Regimen wie dem aktuellen in Deutschland sehr hilfreich sein und den Unterschied zwischen einem zynischen Leben und einem Leben im Freizeitlager der Marke „Arbeit macht Frei“ bedeuten.
„Wie wärs mal mit Unterstützung demokratischer Verhältnisse?“
Wo, Thomas, gibt es denn solche Verhältnisse?
In Amerika?
In China?
In Russland?
In Europa , wo ich lebe, gibt es jedenfalls keine demokratischen Verhältnisse.
Hier kann man in jedem Teilstaat Regierungen wählen, deren Entscheidungen unter dem Vorbehalt der EU stehen, in der EU kann man ein Parlament wählen, das selbst nicht befugt ist, Gesetzesinitiativen zu ergreifen und auch sonst wenig zu melden hat.
Die Richtung bestimmt, eine von niemandem gewählte, mysteriöse Kommission.
Sind das die demokratischen Verhältnisse, die du meinst?
Billige Propaganda vom Pseudo-Experten.
Das ist ein KI-Bild. Da geht schon der Betrug los. Dann natürlich von unten als Perspektive, nicht von Oben, bzw. soll hier Intimität suggeriert werden.
Wie haben sich Reporter ohne Grenzen um Journalisten in Gaza oder von der EU Sanktionierte gekümmert?
Der ist zwar „geboren in Teheran“, aber lebt natürlich im Exil und arbeitet für Regime Change Organisationen und Staatsradio. Der Typ ist ein als „investigativer Reporter“ verkapptes U-Boot und überhaupt nicht „independent“. Der ist ungefähr so „gras roots“ wie TP USA.
Und natürlich wieder kein Wort zu den brutalen Wirtschaftssanktionen, die diese wirtschaftlichen Leiden ausgelöst haben.
Auch kein Wort wer diese tolle Opposition ist: Nämlich der Shah-Sohn und die MEK. Diese Opposition will er uns lieber nicht genauer vorstellen.
Der Text könnte wie das Bild einfach KI-Schlamm sein. Da steht ja nichts wirklich wichtiges drin. Bei dem Autor bin ich mir auch nicht sicher. Es könnte ihn geben oder nicht. Auf Anhieb nicht viel gefunden, das könnte man auch schnell ohne großen Aufwand fälschen.
Das ist schon sehr erstaunlich für 17 Jahre Arbeit als Journalist! Gratulation für Nichts.
@Garry
Voll auf den Punkt gebracht – DANKE!!!
+++++
da würde mich schon interessieren, wie Sie erkennen, dass der Screenshot aus dem verlinkten Video ein KI-Bild sein soll. Nur weil das nicht ins Weltbild passt? Und was Sie alles über den Autor wissen. Welche Belege gibt es dafür?
Viel gibt der Autor tatsächlich nicht her. KI-Bild kann durchaus sein, muss aber nicht. Und @Garry hat durch aus recht damit, dass die Sicht des Autors recht einseitig ist. Thematisiert wird ausschließlich der vermeidliche Buch der Bevölkerung mit der Regierung. Äußere Faktoren und Ursachen werden dabei ausgeklammert.
Schließt du von dir auf Andere? Du bist offensichtlich zu 100% Propagandist für mörderische Islamisten.
Das Wohl der Bevölkerung interessiert dich nicht im Geringsten.
Aber manche finden die Scharia eben super. Vor allem wenn sie selbst nicht darunter leiden müssen.
Und dass die Steinzeitislamisten nur ein Werkzeug der USA gegen den von der Bevökkerung gewählten Mossadegh sind, verstehst du auch nicht.
@Thomas: Die mörderischen Islamisten? Da sollten Sie vielleicht einmal den Blick auf
die Christen und Juden werfen. Wieviele Menschen haben die Ammis in den letzten
40 Jahren im Namen Gottes ermordet? Wieviele Palästinänser, Lybier, Syrer und Hutus
wurden in den letzten 70 Jahren von den Juden ermordet? Unsere Freunde die Saudis
haben im Jahr 2025 mindestens 350 Menschen hingerichtet! Die USA ca.45 ! Der Iran hat
eine eigene Staatsform, in der viele Glaubensrichtungen friedlich miteinander Leben. Das
wird von den USA, Israel und Groß Britanien versucht durch einschleusen von Terror
auseinander zu brechen. Übrigens haben jetzt mehr als eine Million Iraner für ihre
Regierung protestiert!
Der Iran ist eine echte Demokratie, nicht so gut wie die Schweiz, auch nicht so gut wie USA , aber allemal so gut wie Deutschland.
Der Wächterrat, ‚Rat der Wächter des Grundgesetzes‘ genannt, entspricht in etwa dem Bundesverfassungsgericht, mit der Ausnahme, dass seine Vertreter nicht, wie bei uns, durch die Parlamente gewählt werden, die sie kontrollieren sollen.
„Die zwölf Sitze im Wächterrat werden nach Artikel 91 der iranischen Verfassung zur Hälfte mit Geistlichen und zur Hälfte mit Juristen besetzt. Die sechs geistlichen Mitglieder werden vom Obersten Führer direkt ernannt, sechs Juristen aus verschiedenen Rechtsgebieten werden vom Parlament gewählt, wobei nur vom obersten Richter vorgeschlagene und genehmigte Personen vom Parlament gewählt werden dürfen. Der oberste Richter wird wiederum vom Obersten Führer ernannt.
Die Mitglieder werden für sechs Jahre ernannt. Alle drei Jahre scheidet die Hälfte der Mitglieder durch Losverfahren (Artikel 92) aus, während neue Mitglieder an ihre Stelle treten. Die Macht des Wächterrates beruht vor allem auf seinem umfassenden Vetorecht.“ (Wikipedia)
Der Staatspräsident leitet die Regierung des Landes. Er wird alle vier Jahre direkt vom Volk aus allen vom Wächterrat zugelassenen Kandidaten gewählt und darf maximal zwei aufeinander folgende Legislaturperioden im Amt verbleiben. Die Präsidentschaftswahlen finden stets zwei Jahre versetzt zu den Parlamentswahlen statt.
„Das Islamische Parlament (Madschles Schora Eslami) wird alle vier Jahre unmittelbar vom Volk gewählt. Wahlberechtigt sind alle Iraner ab dem vollendeten 17. Lebensjahr.“
„Das Parlament ist die gesetzgebende Institution Irans, wobei die Vereinbarkeit eines Gesetzes mit der islamischen Rechtstradition beachtet werden muss. Gesetzesvorschläge kommen von den Ministern oder den Abgeordneten selbst.“ (Zitate aus Wikipedia)
Welchen Beschränkungen die Demokratie in der BRD unterliegt, kann ich hier nicht ausführen. Jeder möge das selbst eruieren. (einen Nachmittag muss man dafür mindestens einplanen)
Auf jenen Fall gibt es im Iran die Möglichkeit, die Politik durch Wahlen zu beeinflussen. Einen neuen Schah zu installieren und das Land dem Westen auszuliefern, ist Hochverrat!
Satire? Bitte als solche kennzeichnen.
Ansonsten viel Spaß noch beim erschossen werden in deiner „lupenreinen Demokratie“ Iran, wenn du mal was Religions- oder Regimekritisches sagst.
Erschossen wird im Iran niemand wegen Kritik an der Regierung. Bei Beleidigungen
der oberen religiösen Führung gibt es aber saftige Strafen. Aber immerhin dürfen diese
Leute dann noch arbeiten, ein Konto haben, sich anwaltlich vertreten lassen und ein
Konto haben. Damit sieht es in der demokratischen EU recht schlecht aus, wenn Sie in
letzter Zeit etwas aufgepasst haben.
Wer gibt den Ton an im Wächterrat? Eben. Formal ist es eine Demokratie auf dem Papier, aber die Mullahs regieren überall in das Leben der Menschen hinein. Immerhin ist die islamische Republik ehrlicher was die Auswahl der zur Wahl stehenden Kandidaten betrifft.
aus früheren Zeiten…
https://www.dw.com/de/1953-irans-gestohlene-demokratie/a-17008768
https://www.journal21.ch/legaler-terrorismus
Dieser sogenannte Journalist schreit nach der „ethische(n) Kapazität“ der Welt, also nach den Bomben der Yankees. Die einzige Hoffnung des Iran besteht darin, die von CIA und Mossad finanzierten, bewaffneten und geführten mörderischen Aufrührerbanden niederzuwerfen und die Isalmische Republik als letztes verbliebenes Gegengewicht zum zionsitischen Gebilde wieder zu stabilisieren.
++++++++
Ich liebe die Mullahs und die Islamisten nicht. Meine Sympathien gehören den Aufständischen. Trotzdem hoffe ich, dass sie keinen Erfolg haben und die Mullahs das Heft in der Hand behalten.
Ist das nicht verrückt, wohin uns/mich die geopolitische Auseinandersetzungen gebracht haben?
Die Entscheidung, auf welche Seite man sich stellt, kann man nicht nach Gefühlslage treffen, man muss überlegen, was mittelfristig besser ist. Für den Iran ist die nationale Souveränität dem Vasallenstatus allemal vorzuziehen.
Genau so war es in der DDR: Die Montagsprotestler spielten das Drama, bei dem der Westen Regie führte, ob sie das wollten, oder nicht.
Ich vertraue hier mehr den Berichten von Prof. Seyed M. Marandi welcher in Teheran lebt. Aber bestimmt nicht einem im Exil lebenden, unter westlichem Einfluss gehirngewaschenem Journalisten, welcher die westliche Propaganda in einem Artikel versucht schön zu verpacken um dem baldigen Angriff durch die USA zu unterstützen. Ein Iranischer María Corina Machado. Mehr lese ich nicht aus diesem Artikel.
https://www.youtube.com/watch?v=owDM2ehH-fI&t=433s
Danke für dieses sehr informative Interview! Sollte jeder ansehen, der daran interessiert ist, eine realistische Einschätzung zu bekommen.
Danke dafür.
Ein weiteres Interview auf Larry Jonsons YT `counter_currents_chanell` mit ihm, Nima Alkhorshid und eben Prof. Marandi ist da zum Thema auch noch wärmstens zu empfehlen.
Mir bleibt da wieder mal nur ein Kopfschütteln, was das Overton Magazin hier `raushaut…..
Danke für diesen Artikel.
Man kann Trump, Wadephul, Merz und die ganze verlogene Bande ablehnen und muss trotzdem nicht ein massenmörderisches Regime unterstützen.
Aber für die Primitiven gibt es nur binäres „für oder gegen“: man vertritt entweder blind Alles, was eine Affenbande vorgibt oder das, was die andere vorgibt.
Das hat nichts mit Denken zu tun.
Denken fängt da an, wo differenziert wird.
Es geht um Menschenrechte.
Hier wie dort.
Sonst sieht man die Bevölkerung nur als Verfügungsmasse primitver Ideologien.
Es geht aber genau darum: Um die Menschenrechte der Bevölkerung. Das ist die Grundlage von allem anderen.
Das ist in den USA so, das ist im Iran so und auch in Deutschland.
Wer hier vorgibt für Menschenrechte einzutreten und diese aber in Bezug auf islamische Staaten mit Füßen tritt, dem glaube ich nicht mehr.
Und trotzdem kann man AUCH gegen Imperialismis sein.
Und sogar gegen den Imperialismus verschiedener Regime.
Aber grundlegendes Differenzierungsvermögen ist selten geworden.
Was in vielen Kommentaren hier auffällt, ist weniger eine Analyse der Lage im Iran als eine reflexhafte Gegenposition zum „Westen“.
Die systematische Repression im eigenen Land wird relativiert oder ganz ausgeblendet, solange sich das Regime außenpolitisch gegen die USA oder NATO positioniert.
Hunderttausende Protestierende, tausende Tote und Inhaftierte, massive Einschränkungen der Meinungs- und Pressefreiheit sind jedoch keine „westlichen Narrative“, sondern dokumentierte Tatsachen unabhängiger Organisationen.
Eine kritische Haltung gegenüber westlicher Außenpolitik rechtfertigt weder autoritäre Herrschaft noch Gewalt gegen die eigene Bevölkerung.
Wer jede innergesellschaftliche Protestbewegung außerhalb Europas pauschal als „imperialistisch gesteuert“ abtut, spricht den betroffenen Menschen ihre eigene politische Handlungsmacht ab – das ist kein Antikolonialismus, sondern Bevormundung
Tut mir leid, aber ich muß Sie als Mainstream geschädigt bezeichnen. Sie sind
der Westpropaganda voll auf den Leim gegangen.
Systemische repression im Land, ja zaperlot noch a mal.
Die Repression ist täglicher Standard überall auf dieser Welt.
Über was schwätzen wir?
Die Repression ist Bestandteil vom System, das System der Kapitalistischen Kräfte bestimmt, wer wo hin gehört, hat aber Ideologisch, nichts mit der Menschheit gemeinsam.
Da die Ideologie, die Menschheit von ihrem ‚Garten Eden‘ bewußt spaltet.
Persien war laut der Überbringung, daß Land das den Juden ihre Heiligen Städte für ihren jüdischen Glauben, zur Verfügung gestellt hatte.
Persien ist eine kulturistische alt bewiesenes Region und hat bis heute, ihr Dasein bestätigt.
Warum wird dieser Staat ,seit Jahrzehnten so Gebranntmarkt?
Warum wird dieser Staat, so verurteilt von den Zionisten, obwohl bis heute, etliche jüdische Menschen dort sind?
Das suggerierte Land von Israel, besitzt heute wieviel Prozent an wirklich existententen israelischen Bewohner?
Sie können nur marginal sein, da Israel als Staat niemals existierte und nur durch die Propaganda, dargestellt wird, es würde existieren….
Einen Gesinnungsaufsatz über den heutigen Iran, der ohne die Stichwörter Gaza, Israel, USA, Regime Change, CIA, MI6, Trump, Starlink und Werte (sog. westliche) auskommt, ist ja wohl nicht ernst zu nehmen. Wem zur Opposition ausschließlich der Sohnemann des Schah einfällt, eine Sockenpuppe der Angloamerikaner, die sich schon immer um „Freiheit und Demokratie“ in Ländern verdient gemacht haben, die die Dreistigkeit besitzen, auf Ressourcen zu sitzen, die der liebe Gott den USA zugedacht hat, hat ja wohl nicht mehr alle Latten am Zaun.
Wie gut, dass just im Artikel davor Sevim Dagdelen vorgemacht hat, wie man richtig über den Iran schreibt. Dieser Artikel hier ist ein falsches Propagandastück, das sich prächtig in die Erzählung einfügt, die uns über alle Kanäle vorgeorgelt wird: Wir sind die Guten!
„Wie man richtig über den Iran schreibt“ Lol, der war gut. Hat man dir das beim IS so beigebracht?
„Kann sich die Macht reformieren? Kann die Opposition Verantwortung übernehmen? Und hat die Welt die ethische Kapazität?“
1. vielleicht,
2. mit dem Schah sicher nicht, das müssen die Iraner klären, möglichst ohne fremde Einmischung, die ja definitiv existiert,
3. nein.
Es ist eine weitere internationale Baustelle, mit einem korrupten Bauleiter mit gutem Draht zum Henker, der versucht, sich selbst zu retten und dabei übersieht, das er nur mit Kooperation Erfolg haben könnte.
„Happy New Year to every Iranian in the streets. Also to every Mossad agent walking beside them…” (Ein frohes Neues Jahr zu jedem Iraner, der auf die Straße geht – und jedem Mossad-Agenten der ihn begleitet) So kommentierte der ehemalige US-Außenminister Mike Pompeo mit der ihm eigenen brutalst-möglichen Offenheit und unverhohlener Freude die jüngsten Unruhen im Iran. Quelle:
https://original.antiwar.com/jd_hester/2026/01/11/mike-pompeo-says-the-quiet-part-out-loud-about-popular-regime-change-in-iran/
Ich kenne die Lage im Iran nicht, aber solche Unruhen haben sicher innere Ursachen – aber ohne massive Verstärkung von außen könnten sie vermutlich nicht dieses Ausmaß annehmen. Das ist nicht Prag 1968 – eher Teheran 1953.
Hier ein etwas älterer Appell an die Bundesregierung zum Fall Iran:
„[…]»Ändert die Iranpolitik!«
Giordano-Bruno-Stiftung unterstützt den »Appell der Frauen« an die Bundesregierung
05.01.2026[…]“
Link:
https://www.giordano-bruno-stiftung.de/meldung/aendert-die-iranpolitik
Was mir auffällt ist, dass die Aufrufe aus dem säkularen Spektrum sich (überwiegend) mit den Frauen solidarisieren – die Totalverschleierung, und Unterdrückung der iranischen Frauen sind gemeint, die wegfallen sollen.
Alles andere scheint den „Humanistischen Pressedienst“ ebensowenig die „Die Giordano-Bruno-Stiftung“ nur am Rande zu interessieren.
Ich hoffe ja ich irre, aber mir ist das wirklich so aufgefallen.
Frei nach dem Motto:
Zurück zu westlichen Zuständen, wenn es geht ohne Diktatur, wenn nicht dann eben mit einer blutrünstigen Schah-Sohn-Dikatur…..
Wie schon gesagt ich hoffe ich irre, aber mir scheint, dass der inner- und außeriranischen Opposition nur die Wahl zwischen „Teufel und Beelzebub“ bleibt geht es nach dem „Wertewesten“ 🙁
Das unsere „westlichen Werte“ eigentlich nur die Werte „des Geldes“ und „der Doppelmoral“ kennt sollte eigentlich jeder schon im Fall Syrien sehen:
Ein Land wo ein einst blutrünstiger Terrorist nun blutrünstiger „Machthaber“ spielen darf, und der sogar mit militärischen Ehren vom Blackrock-Kanzler Merz (= dem deutschen Mr. Burns; „Die Simpsons“) empfangen wird *mehr-als-einen-Daumen-runter-für-Friedrich-Merz und den „Wertewesten“*
Zynische Grüße
Bernie
@Bernie, Sie müssen die Giordano Bruno Stiftung nicht überschätzen. Ihre politische Weitsicht ist gering, wie soll man das nennen? Idealismus? Naivität oder nach einem beliebten Spruch: links blinken, aber rechts fahren? Oder was ist es anderes, wenn man Demonstranten unterstützt, bei deren Sieg das Land in die Hände des US Imperiums fällt?
Kein Wort des Autors darüber, dass sich der Iran im Abwehrkampf gegen den US-Imperialismus befindet. Das macht ihn gänzlich unglaubwürdig, wenn er nur die westliche Propaganda herunterraspelt.
„im Abwehrkampf gegen den US-Imperialismus “
Über 2500 Tote innerhalb weniger Tage zeigen, dass sich das Regime im Kampf gegen die Bevölkerung befindet.
Ich habe nirgends eine primäre Quelle für die Zahlen gefunden.
Kennt die jemand?
Es spielt keine Rolle wie klein oder hoch die Zahlen sind -ob Hunderte, Tausende oder Millionen. Sonst müssten Sie einen Schwellenwert definieren, drunter sei alles noch hinnehmbar, also „in Ordnung“, oberhalb liegt ein Verbrechen vor. Es geht nicht um Zahlen, sondern um die Mittel -Erschiessungen auf der Strasse- die harte Diktaturen einsetzen, um gesellschaftliche Konflikte zu „lösen“.
warum nennen Sie die Zahl wenn es keine Rolle spielt?
Ich stimme zu das jeder Tote und Verltzte zuviel ist.
Ändert aber nichts an der Legitmität der Frage, die eine der Medienkompetenz ist.
@name: Vielleicht bei der Tagessau oder dem Spiegel nachfragen. Die US Botschaft
hat sicher auch diese Zahlen.
Was für eine erbärmliche Gestalt, dieser Autor: Mit seinen kleinen Jobs bei den üblichen verdächtigen Agenturen ist er selbst die lausigste und winzigste aller „geopolitischen Variablen“, wie er das nennt . Bei den ungheuren Geldsummen, die ökonomische wie staatliche Strukturen aus der Welt herauspressen, ist es für sie ein leichtes, Heerscharen von willfährigen Schreiberlingen zu alimentieren, die sonst nichts gelernt haben, als der Agenda des Imperialismus das Wort zu reden. Nur gelegentlich gibt es kleine Friktionen, so jüngst, als die Kürzungen in den USA eine georgische Zivilgesellschaft/Opposition zu großen Teilen außer Brot gesetzt haben.
Das sind dann die persönlichen ‚Schicksale‘, wenn die nützliche Idioten von den Strippenziehern abserviert werden. Wenn sie Glück haben, dürfen sie in den Metropolen der westlichen Welt verbleiben und den Rest ihrer Tage schlecht von der Wohlfahrt leben. Dafür kämpfen z.B. die Grünen so engagiert für die Einreise der Folterknechte, Propagandarbeiter und Spitzel des Westens, pardon, wollte sagen: der verdienten Ortskräfte aus Afghanistan. Sie wollen das so glänzend funktionierende Konzept mit diesen Hilfswilligen nicht ins Gerede bringen…
Kürzer könnte man auch sagen: Der Artikel ist nichts als ein mit ausgeleierten Textbausteinen ausgewälzter Applaus zum Social-Media-Statement von Präsident Trump vom 10. 1. 2026, 9.27 PM: „Iran is looking at FREEDOM, perhaps like never before. The USA stands ready to help!!!“.
„……dass Proteste gegen ein Gesetz (z.B. die Pflicht zur Verschleierung) zu Protesten gegen das politische System selbst werden würden.“
Auch ich (weiblich) mag die Mullahs nicht,
die Verpflichtung Kopftuch zu tragen ist in iranischen Städten schon längst auf dem Kopf nach hinten gerutscht oder ganz verrutscht.
Dagegen kämpfen in Deutschland Muslima’s
für das Tragen des Kopftuches bei der Ausübung ihres Berufes… Richterinnen, Lehrerinnen, Ärztinnen ……! Muss man nicht verstehen.
Die Opposition Iran’s wird gerade mächtig von Israel und USA missbraucht, heisst, es
werden viele Mossad-, CIA- und MI-Leute
in die Reihen der Demonstranten eingeschleust, die nur eine Aufgabe haben, die Menschen aufzuwiegeln, damit der Westen eine Chance hat einzugreifen und die Regierung zu entmachten, dabei ist Peseschkian ein eher liberaler Vertreter, die Mullahs sind eigentlich tabu, will der Westen diese entmachten oder töten, werden all die Demonstranten aktiviert, die im Ajatollah Ali Chamenei einen Heiligen sehen;
das geht dann nicht gut aus.
Großartiger Artikel.
Den Kommentatoren, die es so toll finden von Islamisten erschossen oder geköpft zu werden, kann man künftig nie wieder auch nur ein Wort in Bezug auf Menschenrechte glauben. Erbärmlich wie sie den Autor in ihrem blinden Religionseifer ad hominem angreifen. Aber sehr aufschlussreich.
Auf eine bestimmte Weise haben sie da etwas richtig getroffen: Dass einem in „Bezug auf Menschenrechte“ geglaubt wird, da reicht es nicht, etwas Kritisches gegen die Agenda des freien Westens gesagt zu haben (Ihre kleine Verleumdung, dass einen solche Einwände zum Fan der Mullahs machen würden, lasse ich jetzt mal stehen).
Nein, da braucht es mehr: Da muss man schon afghanische Hochzeiten bombardiert haben, extralegale Tötungen als business as usual etabliert und Foltercamps wie Guantanamo eingerichtet. Dann hat man nämlich Weltordnungskompetenz erwiesen und dann kann man Menschenrechte definieren und gewähren – oder auch nicht. Ja mehr noch: dann kann man Menschenrechte mit Bomberflotten exportieren, so wie wahrscheinlich übermorgen im Iran. Das ist doch was!
Auch hier sind beide Seiten verabscheuungswürdig.
Es gibt keine Guten mehr.™1974
Schon aufgefallen: Wir haben nen neuen Regime-Troll hier, der sich wahlweise „Thomas“ und „Michael“ nennt.
Auf Overton tummeln sich in letzter Zeit die sog. Experten und geben sich die Klinke in die Hand. Aber der hier schreibende ist ein ganz besonderer Vogel: Er ist ein investigativer Journalist mit 17 Jahren Berufserfahrung.
Na dann…
„Die zentrale Frage lautet heute nicht mehr, ob die Bevölkerung Veränderung will; diese Antwort liegt längst vor. Die Frage ist: Kann sich die Macht reformieren? Kann die Opposition Verantwortung übernehmen? Und hat die Welt die ethische Kapazität? Das Schicksal Europas hängt an diesen drei Antworten.“
schon dieser Schlusssatz zeigt: Der Iran ist nicht allein.
@Michael: „Den Kommentatoren, die es so toll finden von Islamisten erschossen oder geköpft zu werden……“
Konnte dahingehend keinen Kommentar finden.
Zur Art und Weise von Kommunikation fand ich diverse Gedankengänge des Philosophen Michael Andrick „Im Moralgefängnis“ hilfreich.