Iran hat mit einem angeblich vorbereiteten Luftabwehrsystem einen F-35 Stealth Bomber angeschossen

Vom Iran veröffentlichte Bilder, die den Beschuss der F-35 zeigen sollen.

Das israelische und amerikanische Militär, dass Lufthoheit erreicht haben will,  sei mit Attrappen getäuscht worden. Überdies wurde vom Iran mit Marschflugkörpern der Stützpunkt Diego Garcia in einer Entfernung von 3500 km angegriffen. Europa liegt damit in Reichweite.

 

Angeblich war die Luftabwehr des Iran nach dem amerikanisch-israelischen Angriff bereits weitgehend ausgeschaltet. Das wurde nach Beginn des Kriegs gegen den Iran erneut behauptet. Triumphal wurde auch berichtet, dass die Zahl der Drohnen und Raketen aus dem Iran weniger wurde. Stattdessen handelte es sich offenbar um eine Strategie, durch wiederholte, aber andauernde Angriffe von Drohnen- und Raketen die Luftabwehr Israels, der Golfstaaten und der USA zu erschöpfen, die israelische Strategie der Enthauptung, also der Ermordung der politischen und militärischen Führung, ließ den iranischen Machtapparat nicht zusammenbrechen. Ein Fiasko, das Trump nun möglicherweise mit der Entsendung von Bodentruppen toppen will, um die für den Ölexport wichtige iranische Insel Kharg zu besetzen.

Zudem zeigte sich, dass die iranische Luftabwehr ebenso wie die Fähigkeiten, Raketen und Drohnen abzuschießen, nicht ausgeschaltet ist. Das ist auch wenig verwunderlich in einem so großen Land wie Iran. So wurde schon eine Reihe von MQ-9 Reaper-Kampfdrohnen abgeschossen, die den Iran überwachen und Abschussrampen zerstören sollen. Und über Kuwait wurden am 3. März drei F15-Kampfflugzeuge abgeschossen: nach der offiziellen Version versehentlich (friendly fire) von einer F/A-18 Hornet der kuweitischen Streitkräfte oder doch von iranischen Kampfflugzeugen?

Iranische Staatsmedien wie PressTV suchen natürlich den Vorfall propagandistisch auszuschlachten: „In den frühen Morgenstunden des 19. März 2026 gelang der Islamischen Republik Iran etwas, was zuvor noch keinem Land gelungen war: ein erfolgreicher Einsatz gegen das Kronjuwel der US-Luftwaffe, den Stealth-Kampfjet F-35 Lightning II, wodurch sich die strategische Lage im Rahmen der anhaltenden Aggression der USA und Israels gegen den Iran unwiderruflich veränderte.“

Für den Hersteller Lockheed Martin und das Pentagon ist es ein herber Schlag, dass am 19. März eine F-35A, das neueste Stealth-Kampfflugzeug der fünften Generation, mit großer Wahrscheinlichkeit von der iranischen Luftabwehr getroffen wurde. Zwar wurde es nicht abgeschossen, sondern konnte mit unverletzten Piloten landen, aber seitdem ist klar: F-35 sind nicht unverwundbar, wenn sie über iranisches Territorium fliegen, auch andere Kampfflugzeuge müssen damit rechnen, getroffen zu werden. Das wird auch den Export der Flugzeuge beeinträchtigen. Deutschland hat beispielsweise 35 F-35 geordert.

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Die Revolutionsgarde, nicht die reguläre Armee, veröffentlichten ein Video, das zeigen soll, wie eine Rakete sich dem Flugzeug nähert und in dessen Nähe explodiert. Die große Frage ist, wie die F-35 entdeckt und mit welchem Luftabwehrsystem sie getroffen wurde. PressTV berichtet, es sei das iranische Luftabwehrsystem Majid gewesen, das nicht mit Radar, sondern mit einem elektro-optischen System zur Zielidentifizierung und -verfolgung arbeitet und deren AD-08 Raketen eine Reichweite von bis zu 8 km besitzen und mit einem Infrarotsucher ausgestattet sind.  Damit habe man die wunde Stelle der Stealth Bomber F-35 ausmachen können, nämlich die Wärmesignatur des Triebwerks, das sich nicht kaschieren lässt. Da Majid kein Radar verwendet, wird es vom Radarwarnsystem der F-35 nicht entdeckt. So kann es vor Beschuss gesichert werden und kann das Flugzeug abschießen.

PressTV berichtet überdies, wie stimmig das ist, kann ich nicht überprüfen, dass das iranische Militär schon zu Beginn eine raffinierte Strategie der Täuschung umgesetzt hätten. So seien die leicht lokalisierbaren Radarsysteme unterirdisch versteckt worden, während man ein Netz an Attrappen aktiviert habe, die Radarsysteme vortäuschen und echten Radarsystemen nicht zu unterscheiden seien: „Israelische und amerikanische Drohnenpiloten, die sich bei der Bewertung der Kampfschäden auf elektrooptische und Infrarotsensoren stützten, beobachteten scheinbar erfolgreiche Angriffe auf iranische Luftabwehrstellungen. Die Zerstörung dieser Täuschkörper in Verbindung mit dem Ausbleiben aktiver Radarsignale veranlasste die Planer des US-Zentralkommandos und der israelischen Luftwaffe zu der Schlussfolgerung, dass die iranische Luftabwehr effektiv ‚ausgeschaltet‘ worden sei – eine Behauptung, mit der US-Kriegsminister Pete Hegseth am Morgen des 19. März öffentlich prahlte, genau zu dem Zeitpunkt, als seine F-35 im Einsatz war.“

Die Amerikaner und Israelis seien deswegen unvorsichtig geworden, weil sie von ihrer Lufthoheit ausgingen, und hätten F-35-Einsätze tiefer in den iranischen Luftraum erlaubt. Die Iraner hätten inzwischen Infrarotsysteme wie Majid mit kurzer Reichweite  in einem „voll integrierten, strategisch eingesetzten Luftabwehrsystem“ im Land verlegt und auf das erste Flugzeug gewartet. Propagiert wird Irans technische Souveränität und eine neue militärische Realität. Die großen Worte übertönen allerdings, dass die F-35 nur getroffen, aber nicht abgeschossen werden konnte:

„Dies bedeutet das Ende einer Ära, in der amerikanische Militärtechnologie als unbesiegbar vermarktet werden konnte, den Beginn einer weltweiten Neubewertung der Prioritäten bei der Beschaffung von Verteidigungsgütern und den Beweis, dass die Islamische Republik Iran sowohl über die strategische Geduld als auch über die technologische Raffinesse verfügt, um ihre Souveränität gegen die mächtigste Armee zu verteidigen, die die Welt je gesehen hat. Für die Vereinigten Staaten und das israelische Regime sind die Auswirkungen tiefgreifend. Die Luftkampagne, die darauf abzielte, den Iran zur Unterwerfung zu zwingen, hat stattdessen eine Reihe demütigender Verluste hervorgebracht, von der Dezimierung der MQ-9-Flotte bis hin zum allerersten Kampfeinsatz einer F-35.“

Angeblich wurde heute ein israelisches F-16-Kampfflugzeug getroffen.  Das sei bereits der dritte Treffer, so die Revolutionsgarde. Die israelische Luftwaffe erklärt, ein Kampfflugzeug sei von einer Rakete angegriffen worden. Es sei aber nicht beschädigt worden und habe seine Mission ausführen können.

Zum ersten Mal hat der Iran ein Ziel angegriffen, das Tausende von Kilometern entfernt ist. Angegriffen wurde der amerikanisch-britische Stützpunkt Basis Diego Garcia in einer Entfernung von mehr als 3500 km mit zwei Raketen. Nach dem WSJ sei eine Rakete abgestürzt, auf die zweite sei von einem amerikanischen Kriegsschiff eine SM-3-Abfangrakete abgeschossen worden. Ob sie getroffen hat, ist unklar. Wenn der Iran über Marschflugkörper mit dieser Reichweite verfügt, könnten auch Ziele in der EU anvisiert werden.

Florian Rötzer

Florian Rötzer, geboren 1953, war Gründer des Online-Magazins Telepolis und von 1996 bis 2020 dessen Chefredakteur. Seit 2022 ist er Redakteur beim Overton Magazin. Er ist Autor mehrerer Bücher. In diesen Tagen erschien sein Buch In der Wüste der Gegenwart, das er zusammen mit Moshe Zuckermann geschrieben hat.
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6 Kommentare

  1. Wie es in Frankfurt aussieht, sind die Tage des Washingtoner Regimes gezählt und die Kapitulation der Amerikaner rückt immer näher. Angeblich.

  2. Das “F” steht für “Fighter”. Die F-35 ist kein Bomber, sondern ein Allzweck-Kampfflugzeug, geplant als Nachfolger der F-16. Apropos Bomber, laut Wall Street Journal hat der Iran ja gerade per ballistischer Rakete Diego Garcia angegriffen, die britisch kontrollierte Insel im indischen Ozean, auf der die US-Atombomberflotte stationiert ist. Da stehen also die Bomber.

  3. Rötzer verlässt sich voll und ganz auf die westlichen Verlautbarungen, während er iranische in Zweifel zieht. Es ist aber offensichtlich, dass die Treffer der Iraner von den Westlern möglichst verschwiegen und wenn das nicht möglich ist, in ihrer Wirkung kleingeredet werden. Speziell wenn die Israelis die Getroffenen sind. Dennoch, langsam aber sicher kriegt das Image der Unbesiegbarkeit, des quasi garantierten Erfolgs ernste Risse.

    Was sich zeigt – bei allen Parteien sind die offensiven Fähigkeiten weit ausgeprägter als die defensiven. Auf dem heutigen Stand der Kriegstechnik zumindest, ist es weit einfacher Schaden zuzufügen, als solchen zu verhindern. Ein rational denkender Mensch schliesst daraus, dass man heisse Kriege vermmeiden sollte. Und wenn man nicht rational ist, lernt man es eben auf die harte Tour.

  4. Die Iraner haben schon in Deutschland nachgefragt, wie denn Ramstein im derzeitigen Krieg involviert ist. Ich glaube, das liegt noch etwas näher als Diego Garcia. Es kann natürlich Zielungenauigkeiten geben oder Arrow/Patriot holen solche Dinge runter. Aber es könnte trotzdem etwas Aua am Kopf machen, vielleicht auch etwas weg von Ramstein. Wir tun, was wir können, um 1945 zu wiederholen, und es wird gelingen.

  5. Es sollen schon 3 oder 4 F35 abgeschossen worden sein, allerdings von den USA noch nicht bestätigt.
    Iran soll eine Rakete mit 4000 Kilometern Reichweite auf den US-Stützpunkt Diego Garcia abgeschossen haben.Wenn das stimmt kommt auch Deutschland in die Reichweite iranischer Raketen.

    Alle reden nur von Energieknappheit aber nicht von künftigen Nahrungsmangel da Lieferungen von Dünger ausbleiben und das genau zur Aussaatzeit.

  6. Wir wollen doch diese Plattform hier nutzen, solange wir hier noch erwünscht sind, um Berichte, Infos, die Meinung der Weltmehrheit anzuhören und auszutauschen, die der Mainstream nicht hören will. Das flg Video dauert 1 Stunde und befaßt sich mit den Abschuß der F 35, aber hört selbst, Vorsicht Überlänge

    https://www.youtube.com/watch?v=1L-0altYyY8

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