Im Krieg soll nicht gereist werden

Überfüllter Zug
Bild: privat

Die Zerstörung der Deutschen Bahn als Fortbewegungs- und Kommunikationsmittel folgt dem politischen Programm der Militarisierung und Kriegsvorbereitung. Ein Kommentar.

Wer Krieg vorbereitet, hat keinen Gedanken mehr für das Gemeinwesen. Die Bahn wird als Fortbewegungs- und Kommunikationsmittel zerstört. Sie wird kriegstüchtig gemacht, aber zivilisationsuntüchtig.

Das ist inzwischen Alltag auf deutschen Bahnhöfen: Ein vollkommen überfüllter Regionalzug fährt ein. Die meisten Passagiere haben nur Stehplätze, zusteigen wird schwierig, mit Fahrrad ist es unmöglich. Es kann auch sein, dass der Zugführer per Durchsage niemanden mehr in den Zug steigen lässt, weil er überfüllt ist. Sollte die Achslast überschritten werden, könne das Fahrzeug gar nicht mehr fahren. Dutzende von Reisenden bleiben draußen und müssen eine Stunde auf den nächsten Zug warten, in der Hoffnung, dass der nicht genauso überfüllt ist wie der jetzige.

Ein Transportmittel, das nicht transportiert. Die Deutsche Bahn garantiert Reisenden nicht mehr, verlässlich von A nach B zu kommen. Sie verbindet Menschen nicht mehr, sondern bringt sie immer öfter selber in Notlagen. Sie erweist sich zunehmend als Unsicherheitsfaktor.

Das Unternehmen könnte leicht Abhilfe schaffen, indem es den Takt erhöht und mehr Züge fahren lässt, oder indem es Waggons anhängt und die Züge länger macht. Oder beides. Man wird den Eindruck nicht los, Zugfahren soll so unangenehm und beschwerlich wie möglich gemacht werden. Jedenfalls tut es das.

Bleiben wir zunächst bei der Problembeschreibung, sie ist beeindruckend und aussagekräftig genug. In den überfüllten Zügen muss ein Großteil der Passagiere stundenlang stehen, dicht beieinander, eine Hand an der Haltestange. Man kann nichts anderes tun. Ein Durchkommen zu den Toiletten ist nur schwer möglich. Vorausgesetzt sie funktionieren überhaupt. Defekte Toiletten sind inzwischen Standard, abgeschlossen, nicht benutzbar. Nicht selten fallen sämtliche Toiletten in einem Zug aus. Damit nötigt die Bahn ihre eigenen Kunden. Passagiere müssen an der nächsten Haltestelle aussteigen, um sich erleichtern zu können – und dann auf den nächsten Zug warten. Man erfährt, dass Zugführer außerplanmäßig anhalten, damit Fahrgäste austreten können.

Auch dieses Problem ist bei den Bahnverantwortlichen längst bekannt, gelöst wird es nicht. Stattdessen wird inzwischen auf den Abfahrtstafeln in den Bahnhöfen angezeigt, wenn ein Zug ohne funktionierende Toiletten unterwegs ist. Das kann man höchstens makaber als Serviceleistung bezeichnen, eher ist es eine Form der Normalisierung eines Missstandes und zugleich ein Dokument der Zerstörung der deutschen Eisenbahn. In diesen Tagen konnte man eine weitere Variante der Abwiegelung von Verantwortung erleben: die Zugtoiletten würden wegen der Kälte nicht funktionieren, hieß es aus willkommenem Anlass. Wer so reagiert, will nichts ändern.

Im Bahnhof muss man für die Toilettenbenutzung einen Euro bezahlen. Die kostenlosen Toiletten, die in den größeren Bahnhöfen denjenigen zur Verfügung stehen, die die Loungebereiche nutzen dürfen, zum Beispiel 1.Klasse-Reisende, sind für Normalreisende ausgeschlossen.

Es gibt auch Nachrichten, dass Fahrgäste die Notbremse ziehen, weil sie ihre Bedürfnisse nicht mehr aushalten. Streng genommen Ausdruck einer besonderen Erniedrigung. Doch dann erfährt man weiter, dass die Bundespolizei einen Mann, der die Notbremse zog, weil er austreten musste, festgenommen habe. Ihn erwarte nun ein Verfahren wegen Nötigung, heißt es dann aus dem Mund des Radiomoderators launig, gefolgt von eingängiger Popmusik, so wie das in den verantwortungslosen Massenmedien üblich ist.

Das Problem wird damit auf den Kopf gestellt. Warum spricht der Sender, wie hier der SWR, nicht davon, dass es eine Nötigung der Bahn ist, für Reisende keine Toilette bereit zu halten? Warum fragt der Sender nicht danach, wieso es kein Verfahren gegen die Bahnverantwortlichen wegen dieser Nötigung gibt? Stattdessen Medien Seite an Seite mit dem Exekutivstaat.

Warum lässt die Bahn überhaupt Züge ohne Toiletten fahren? Warum kontrolliert zum Beispiel der bahneigene Sicherheitsdienst nicht, ob der startende Zug funktionierende Toiletten an Bord hat? Sieht er seine Aufgabe vor allem darin, Leute aus den Warteräumen zu vertreiben, die sich dort nur aufwärmen wollen?

Je weniger Standard, desto autoritärer wird der Mangel durchgesetzt. Mit dieser Problembeschreibung eines eigentlich gut organisierten und reichen Landes erleben wir geradezu einen Zivilisationsverlust. Kriegstüchtig, aber zivilisationsuntüchtig. Dass Deutschland technisch immer weniger funktioniert, hat politische Gründe. Das Chaos im Personenzugverkehr ist kein Zufall, sondern die logische Konsequenz der Kriegstreiberei. Die Eisenbahn wird nicht einfach so heruntergewirtschaftet, ihre Zerstörung als allgemeines Fortbewegungs- und Kommunikationsmittel folgt dem Programm, sie auf Krieg vorzubereiten und entsprechend umzuwandeln. Statt zum Beispiel für mehr Waggons zu sorgen, wird deren Produktion eingestellt.

Im sächsischen Görlitz, dieser deutsch-polnischen Stadt am Fluss Neiße, wurden bis Ende letzten Jahres Zugwaggons gebaut, unter anderem die markanten Doppelstockwägen. Jetzt wird dort die Herstellung ziviler Fahrzeuge beendet. In Zukunft sollen in Görlitz Panzer produziert werden, in der Verschleierungssprache militärische Landfahrzeuge genannt. Das Unternehmen Waggonbau ist an den deutsch-französisch-niederländischen Rüstungskonzern KNDS verkauft worden. KNDS steht für: Krauss-(Maffei Wegmann) Nexter Defence Systems.

Was inzwischen in dieser BRD zählt, ist nicht mehr das Gemeinwesen, der Sozialstaat und der Rechtsstaat, sondern die Schlagkraft der Armee, die Möglichkeiten der Polizei, der Behörden und der Geheimdienste – sprich: der Exekutivstaat. Es handelt sich um eine Umkehrung der Prioritäten, mit der schon vor einiger Zeit begonnen wurde und die sich jetzt zu materialisieren beginnt. Die Zerstörung findet schon vor dem Krieg statt, im Inneren, und sie wird nachhaltig.

Dazu passt dann die entsprechende Verkehrspolitik zum Beispiel mit einer erneuten Verteuerung des Deutschland-Tickets. Seit 1. Januar kostet es für Erwachsene 63 Euro im Monat, ein neuerlicher Preisanstieg um fünf Euro, nachdem bereits Anfang 2025 der Preis für dieses besondere Ticket, mit dem man alle Verkehrsmittel des Nah- und Regionalverkehrs nutzen kann, schon einmal um neun Euro von 49 auf 58 Euro angehoben worden war. Noch stärker stieg das D-Ticket für Jugendliche, was so gut wie nie erwähnt wird: nämlich von 39.42 € auf 45 Euro – das ist ein Anstieg um 5.58 Euro, nachdem der Preis bereits vor einem Jahr ebenfalls um 9 Euro teurer geworden war.

Wer eine solche Preispolitik pflegt, legt keinen Wert mehr auf das Deutschland-Ticket. Es soll nicht mehr übermäßig Zug gefahren werden. Denn: Im Krieg soll nicht gereist werden. Man kann keine Leute gebrauchen, die unkontrolliert kreuz und quer durchs Land fahren, während man die Verkehrswege für den Transport von Truppen und Kriegsgerät braucht. Stattdessen ist dann wieder Homeoffice angesagt, wie die Ausgangssperre verniedlichend heißt. Das wurde seit 2020 schließlich monatelang eingeübt.

Schienen für den Krieg – das ist es, was gilt. Deshalb steht möglicherweise sogar das Projekt Stuttgart 21 in Frage, bei dem der oberirdische Kopfbahnhof zum unterirdischen Durchgangsbahnhof gemacht werden soll. Oder die Stuttgarter Station wird als zweigeteilter Bahnhof fortgeführt: unten und oben. Jedenfalls brauchen die Kriegstüchtigen ein breites, manövrierfähiges Gleisvorfeld, von wo aus man die Züge Richtung Osten rollen lassen kann. Die neue Bahnchefin hat den Termin für die Eröffnung des neuen Bahnhofes erst einmal auf unbestimmte Zeit abgesagt, nachdem er immer wieder verschoben worden war.

Wie die Pläne genau aussehen, weiß die Öffentlichkeit bisher nicht. Der sogenannte Operationsplan Deutschland (OPLAN), in dem sie stehen, ist geheim. Alle, die sie kennen, halten sich daran: Militärs und Zivilisten. Wäre dieses Land noch eine Republik, müsste der Operationsplan veröffentlicht werden. Gerade bei etwas derart Grundlegendem wie der Vorbereitung auf einen Krieg.

Thomas Moser

Thomas Moser ist freier Journalist und Autor, der unter anderem für das Online-Magazin Overton und ARD-Anstalten arbeitet. Er tritt für eine Erneuerung und Demokratisierung der Öffentlich-Rechtlichen Medien ein. Der Politologe beschäftigte sich mit dem NSU-Komplex und veröffentlichte hierzu mehrere Bücher (u.a. „Ende der Aufklärung. Die offene Wunde NSU“). Er berichtete über die parlamentarischen Untersuchungsausschüsse zum Anschlag vom Berliner Breitscheidplatz und schrieb dazu das Buch „Der Amri-Komplex“.

Bild von Angela Margarethe Lehner.
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28 Kommentare

  1. Parallel dazu auch die immer schlechter werdende ärztliche Versorgung der normalen Bevölkerung. Es scheint, das Gesundheitswesen soll ebenso „kriegstüchtig“ gemacht werden wie die Bahn. Kein Wunder, wenn man mit 1000 Verwundeten pro Tag rechnet (die von der Bahn in die Lazarette bzw. Hospitale transportiert werden). Da bleibt nichts mehr übrig für Ziviles.

    1. Vermutlich ist es dann sinnvoll dem nächstgelegenen Krankenhaus im Falle eines Konflikts, eine Ladung Molotow-Coktails oder den ein oder anderen Kanister Benzin zuzustellen. Damit erspart man sich die Gefahr bei einem Angriff auf eine solche Militärische Anlage, als Kollateralschaden zu enden.
      Für Zivilisten sind die ja dann sowieso nicht mehr da, deshalb, zur Vermeidung von Risiken, weg damit und ob die Soldaten an der Front verrecken oder nicht, ist doch nur deren persönliches Problem und nicht das der Zivilisten die für diese Scheiße missbraucht werden.

  2. „Wenn diese Deutschen einen Bahnhof stürmen wollen, kaufen die sich erst eine Bahnsteigkarte“

    Mit der Bahn reisen ist gefährlicher als ein Flugzeugabsturz im Dschungel, Bahnsteigschubser, Messerstecher*Innen, Taschendiebstahl, und verseuchte Junkies mit meldepfichtigen (§ 6 IfSG) MRE !!!

    Das D-Ticket ist nur der freiwillige Monatsbetrag für eine Schicksalsgemeinschaft als gefügiger Untertane.

  3. Seit einer gruseligen Fahrt durch Deutschland, bei der ich mit einem Zug voller armer Hunde zum Einbruch der Nacht in Mitteldeutschland strandete sehe ich das so: Die DB AG könnte längst ihre Nahverkehrssparte als D-Bahn ausgliedern. Das ist Nahverkehr für Arme, Mittellose, Underdogs,. Die brauchen keine Toilette und keine fahrplanmäßig verkehrenden Züge, das D steht dann für Dalit, Dalit-Bahn, denn Mittellose sind fortschreitend auch Rechtlose, im Nahverkehr kann man sich die Unpünktlichkeit auch nicht mit Fahrpreisrückerstattung versüßen lassen, aber Dalits könnten die Formulare ohnehin nicht lesen, geschweige denn ausfüllen. Und Geld ist bekanntlich besser bei denen aufgehoben, die es anlegen können., also bei denen, die sich Fernzüge leisten können und selbstverständlich bei denen, die 1. Klasse reisen können. Gut, dass die dann auch gratis in der Lounge „Lulu“ machen können, da bin ich echt beruhigt.

  4. Dafür ist das Risiko bei einem Angriff oder Anschlag auf die Militärlogistik auch Kollateralschäden anzurichten , dann sehr viel kleiner. Und wer dann von der Bahn gefrustet ist, kann ohne Bedenken massive Metallteile, Steine oder Beton auf die Schienen legen. Dann hat man dafür das man diesen Scheiß mit seinen Steuern bezahlen muss, auch noch etwas Spaß.
    In diesem Staat sollte jeder Mensch der den Frieden will, alles an Kriegstüchtig machenden Sachen aktiv sabotieren. Und wenn es nur die Tüte Katzenstreu in der Toilette der Musterungsbehörde ist.
    Damit gar nicht erst ein Krieg ausbricht müssen die Materialverluste schon im Frieden höher sein als die Geldmenge zum nachkaufen. Ein Panzer fährt mit Hydraulik- statt Motoröl definitiv nicht bis an die Front. LKWs übrigens auch nicht. Der Mittel die Kriegsanstrengungen unserer Oligarchendiktatur zu torpedieren sind viele, sie müssen nur benutzt werden.
    Da scheiden sich nämlich die Maulaffen und diejenigen die tatsächlich etwas gegen den Kriegskurs unserer Kleptokraten Unternehmen. Dagegen sein und gut ist, ist ein Mitmachen und auch ein Mitschuldig machen, eine der wenigen Situationen im leben wo es tatsächlich nur ein dafür und ein dagegen gibt. Vermutlich wird der ganz große Teil der Bevölkerung mit dem üblichen Gesülze mitmachen, was da heißt „Ich bin ja dagegen, kann aber nichts machen“. Derselbe Spruch also den so mancher Nazi gebracht hat bevor er das nächste Kind Erschossen hat weil es ja ein „Jude, Untermensch oder Regimegegner“ war.
    Deshalb hat sich wohl die russische Führung über einen Atomwaffeneinsatz gegen Deutschland und Großbritannien, vor ein paar Tagen unterhalten. Weshalb FoFi Merz und Konsorten wohl erstmal ein wenig Kreide gefressen haben. Wird aber, typisch für Kokser, nicht lange anhalten und dann geht die Eskalation, bis zu einem solchen Einsatz weiter.

  5. Einmal wöchentlich gehe ich seit 1974 auf Tour:
    Fazit: (Nach Robert Kurz) Die einzige Handlungsalternative sei „eine Kultur der
    Verweigerung“. Dies bedeute, „jede Mitverantwortung für ‚Marktwirtschaft
    und Demokratie‘ zu verweigern, nur noch ‚Dienst nach Vorschrift‘ zu
    machen und den kapitalistischen Betrieb zu sabotieren, wo immer das
    möglich ist“.
    Wenn ich auf Reisen bin etwas seltener.

  6. Die Kriegswirtschaft wird uns nicht retten, im Gegenteil. Wir haben kaum Rohstoffe, und die Energiegewinnung mit „Erneuerbaren“ wird sich am Ende nicht rechnen und dürfte dazu noch umweltschädlich und unzureichend sein.
    Wovon möchte denn Deutschland in Zukunft leben? Vom Export? China ist uns in vielen Dingen voraus. Vom Tourismus? Es mehren sich Situationen und Orte, die abschrecken, die deutsche Bahn ist einer davon. Vom Zusammenhalt mit europäischen Partnern? Haha, die sind alle mit eigenen Problemen ausgelastet.
    Es gäbe nur einen Ausweg: Das Banderaregime in der Ukraine boykottieren und wieder ein Europa installieren, wo Werte gelten. Keine Energiesanktionen mehr, Investition in Bildung und Nachwuchs, ohne Zukunftsangst zu schüren ( z.B .60% der bayrischen Jugend sieht die Zukunft düster -wo soll Fachkräftenachwuchs herkommen ?)
    Nur wirtschaftliche Zusammenarbeit und politische Vernuft, gepaart mit Meinungsaustausch ohne Vorgaben und Zensur, können uns noch retten. Ansonsten wird Deutschland, so wie oben für den Bahnbereich beschrieben wurde, innerhalb der nächsten 10 Jahre zum 3.Welt-Land.

    1. Dafür ist es m.E. schon lange zu spät.
      Zu mal, derartige Vorhaben, sowieso gegen den Willen der Bevölkerung durchgeführt werden müsste.
      40 Jahre RTL und RTL2 (meinen Dank an „kd“) haben ihr Spuren hinterlassen.

  7. Die Zerstörung der Deutschen Bahn als Fortbewegungs- und Kommunikationsmittel folgt dem politischen Programm der Militarisierung und Kriegsvorbereitung.

    Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.
    Die Zerstörung der Bahn begann mit der Privatisierung 1994.

      1. Aus dem Artikel:

        Das Chaos im Personenzugverkehr ist kein Zufall, sondern die logische Konsequenz der Kriegstreiberei. Die Eisenbahn wird nicht einfach so heruntergewirtschaftet, ihre Zerstörung als allgemeines Fortbewegungs- und Kommunikationsmittel folgt dem Programm, sie auf Krieg vorzubereiten und entsprechend umzuwandeln.

        Es soll nicht mehr übermäßig Zug gefahren werden. Denn: Im Krieg soll nicht gereist werden. Man kann keine Leute gebrauchen, die unkontrolliert kreuz und quer durchs Land fahren, während man die Verkehrswege für den Transport von Truppen und Kriegsgerät braucht.

        Moser hin, Moser her. Aber diesen Blödsinn hätte er sich echt sparen können.

        1. Er schreibt aber auch an einer Stelle,ves sieht so aus, als ob.
          Vielleicht sollte man das auch für den ganzen Text gelten lassen? In der Literatur nicht ganz unüblich.

          1. Was haben Sie denn an „1994“ nicht verstanden?

            OberstMeyer

            Er schreibt aber auch an einer Stelle,ves sieht so aus, als ob.

            Der gesamte Artikel unterstreicht die Aussage des Titels und ergeht sich nicht an der Spekulation eines „es sieht so aus als ob“. Ebenso kann ich ihnen bei der Intention einer dichterischen Freiheit nicht folgen.

  8. Herrschaftszeiten! Lasst’s gut sein! Soll ich mich jetzt auch noch um das Schicksal der Bahn sorgen? Auf den Spuren von Luther, Martin – der mit dem Apfelbäumchen, oder waren es Birnen?
    Thomas Moser in allen Ehren, hat ja schließlich mehr als einmal Wichtiges hier und anderswo verlautbart. Heute, in diesem wie auch den vorigen ‚Themenbäumchen‘ sagt es unser gebetsmühlenhafter Monotone, was wohl so anzustehen hat. Seine Ein- bis Zweizeiler auch in Ehren, aber die kennen wir ja jetzt schließlich, der ein oder andere schon über ein halbes Jahrhundert jetzt. Mag ja alles zu unserer – in diesem Fall sonntäglichen Bespassung ganz formidabel sein, aber so eine richtige, da eigentlich nötige ‚BUHUHU‘-Funktion hat es nicht mehr, klingt eher nach BITTE WEITERGEHEN – HIER GIBT ES NÜSCHT WEITER ZU SEHEN !

    Wie bereits diese Woche einmal mehr als bedauert, erscheint mir die gesamte Palette müpfiger Alternativ-Medien allmählich vom Syndrom ‚eingeschlafener Füsse‘ befallen zu sein – kurz vor dem Wechsel vom Status ‚Gähn‘ zu dem mit ‚Schnarch‘. Beispiel gefällig? Nein, keines von OM. obwohl … von wg. Bischöfe und so … nein, besser dem vom Rottenfußer auf Manova. Entblödet er sich doch wahrlich nicht, einen auf AdrianZenz-Revival zu mimen und die Langleygende von der UIGUREN-Verfolgung in epischer Breite neu aufzulegen. Wohl ein Disclaimer, ein Kratzfuss vor der RSK 2.0? Dann soll er es doch sagen … hat Manova das überhaupt nötig?

    So langsam verstehe ich, warum sich ein Kurt Tucholsky entleibt haben dürfte im Exil, wenn er es denn je getan haben sollte. Hoffnungslosigkeit dürfte es wohl gewesen sein, Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich … Jaja, ich weiß! Aber das Schwert des Damokles (notfalls gugeln oder enten) ist nicht der DSA-Knüppel von der Verrückten zu Brüssel sondern jene ‚Bande‘, vor der uns u.a. der Motonome ohne Unterlass und zugegeben unermüdlich warnt. Weiß zwar nicht, ob er in dem Falle überhaupt mit mir kond,,,äh…konform gehen dürfte. Aber eben bei einer anderen Lektüre – nämlich der hier https://www.counterpunch.org/2026/01/18/the-disconnected-present-neoliberal-fascism-and-the-politics-of-erasure/print/ – habe ich sogleich an ihn denken müssen.

    Weiß nicht, wie lange schon mir auffällt, dass im Schlandiland bei unseren – wie behauptet – Alternativen jeglicher Stoff von overseas – insbesondere von vorgenannter Quelle – als Pfui verworfen wird, ein zwei Jahrzehnte sind es aber schon her. Warum eigentlich? Erinnere mich allerdings noch gut, wie vor längerer Zeit ein – auch hier auf OM präsenter – Mitforist mir anderswo mal mit der gelben wenn nicht roten Arschkarte glaubte deswegen drohen zu müssen. Na ja, Blockwart eben. Nun gut, seinerzeit hatten wir das Sprachproblem, aber heute … nichts leichter als das. Obiger mehr als ‚empfehlenswerter‘ Artikel ist leider – selbst in übersetzter Form – viel zu lang, um ihn hier in einem Stück anbieten zu können. Was – wie bitte? Ah ja … bitte weitergehen …

    1. Ein kleines Versucherle sei gestattet!

      „Staatsterrorismus entfaltet sich durch das, was der Historiker Nikhil Pal Singh als seine „Nachbeben“ bezeichnet, eine Kaskade von Spektakeln, die darauf abzielen, emotionale Empörung zu erzeugen, die so intensiv ist, dass sie eine nachhaltige Analyse und ein umfassendes Verständnis verdrängt. Wie Singh schreibt, fragmentieren solche Schocks die öffentliche Aufmerksamkeit und trüben das kritische Urteilsvermögen, wodurch Brutalität eher episodisch als systemisch erscheint. Diese Handlungen terrorisieren nicht nur, sie lehren auch. In diesem Zusammenhang bezeichnet „kinetische Aktion“ eine neue Grammatik der Regierungsführung: einen mit bewaffneten Polizisten besetzten Black-Hawk-Hubschrauber auf einem Wohnhaus in Chicagos South Shore landen zu lassen, Blendgranaten zu werfen und die Bewohner mit Kabelbindern zu fesseln; Dachdecker mit vorgehaltener Waffe vom Dach eines Hauses im Bundesstaat New York zu holen; oder ein kleines Boot mit Menschen in der Karibik in die Luft zu sprengen. In diesem politischen Klima wird Empörung unaufhörlich erzeugt und dann schnell verdrängt, ersetzt durch den nächsten Schock, bevor die Öffentlichkeit die Fragmente zu einem kohärenten politischen Bild zusammenfügen kann. Jeder Vorfall erscheint als isolierter Bruch und nicht als Teil einer sich entfaltenden Machtstruktur, losgelöst von den Bedingungen, die ihn hervorbringen, und von der größeren Architektur der Herrschaft, die er aufrechterhält. Diese Fragmentierung ist kein Zufall. Es handelt sich um eine kalkulierte Strategie, um dem öffentlichen Leben seine Bedeutung zu entziehen, kritische Aufmerksamkeit zu erschöpfen und jede nachhaltige demokratische Abrechnung oder jeden Widerstand auszuschließen. Im Zeitalter des eskalierenden Faschismus und einer nihilistischen Verehrung von Gier und roher Macht hat sich die amerikanische Politik zu einem Theater der Gewalt entwickelt, das mit einem unaufhörlichen Strom von Spektakeln einhergeht, die von der Geschichte losgelöst und ihrer systemischen Bedeutung beraubt sind. Was in diesem zersplitterten Feld der Empfindungen verschwindet, ist die Erkenntnis, dass diese Handlungen keine Exzesse oder Zusammenbrüche sind. Sie sind die herrschende Grammatik einer neoliberalen-faschistischen gangsterkapitalistischen Ordnung, die sich um Militarisierung, weiße Vorherrschaft, historische Auslöschung, Enteignung und Bestrafung organisiert und heute eher als unvermeidlich denn als Anklage behandelt wird.“

      Und, weil wir es neulich ja hier und selbst heute davon hatten, direkt weiter :

      „Entpolitisierung durch Design: Renée Good und die Maschinerie der Auslöschung
      Anfang Januar 2026 inszenierten die USA eine dramatische militärische Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seiner Frau – eine eklatante Verletzung der Souveränität, die weltweit Schlagzeilen hätte machen und eine tiefgreifende rechtliche und ethische Debatte auslösen müssen. Stattdessen wurde die Aufmerksamkeit der Nation, als viele Amerikaner begannen, diese sich abzeichnende Auslandskrise zu verarbeiten, durch einen anderen staatlich sanktionierten Gewaltakt abgelenkt: Am 7. Januar wurde die in Minneapolis lebende Renée Nicole Good während einer Einwanderungsaktion von einem ICE-Agenten ermordet. Good, eine 37-jährige Mutter, wurde getötet, als sie vor Bundesbeamten floh – ein tödlicher Vorfall, den die Regierung trotz Augenzeugenberichten und Videoaufnahmen, die die offizielle Darstellung widerlegen, als Selbstverteidigung rechtfertigten“

      Recht auf Selbstverteidigung? Hatten wir das nicht gerade anderswo…

  9. „Auf den Spuren von Luther, Martin – der mit dem Apfelbäumchen, oder waren es Birnen?“
    Aber bitte nach Tucholsky: Dann ziehe ich nach Mecklenburg, dahin kommt alles 50 Jahre später.
    Gruß von der Ostsee!

  10. Passenderweise will die polnische Bahn PKP auf den Ost-West-Strecken nach Berlin und Leipzig Hochgeschwindigkeitszüge einsetzen. Räder müssen rollen für den Sieg. Wahrscheinlich wird die Strecke vom Hamburger Nato-Hafen nach Stettin und weiter nach Danzig, bald auch ertüchtigt.

  11. Dass Deutschland systematisch zerstört wird durch sich selbst seit Gerhard Schröder ( SPD ), sollte selbst dem Dümmsten mittlerweile klar sein.

    Frage: Wer steckt dahinter? Wer ist der Initiator?

    Dafür sind wir jetzt alle dumm, bunt, vielfältig …

    Bullshit-Berlin, Kai Wegener, … sind beste, allerbeste Beispiele!

  12. Die Deindustrialisieren…nichts weiter.
    Da wird kein Cent mehr reingesteckt.
    Weil die uns loswerden wollen.
    Weil die ihre Ressourcen nicht mehr mit uns teilen wollen.

  13. Habe mal bei Tante Gugl bisschen gebohrt, und folgende Antworten erhalten (bei der ersten Frage war’s leicht, dann schon nicht mehr…)

    F: Wann wurde im ersten weltkrieg die vorrangschaltung für militärische transporte bei der bahn eingeführt?
    A: „Die Vorrangschaltung für Militärtransporte bei der Bahn wurde im Ersten Weltkrieg direkt zu Beginn der Mobilmachung eingeführt, als der spezielle Militärfahrplan am 4. August 1914, 0:01 Uhr, in Kraft trat…“

    F: Wann wurde im zweiten weltkrieg die vorrangschaltung für militärische transporte bei der bahn eingeführt?
    A: Keine auswertbare Quellenangabe. Musste offenbar nicht angeordnet werden da die Wehrmacht die Befehlsgewalt über die Bahn hatte (lt. Vorstudie des BMVI von 2018)

    F: Wann wurde in der BRD die vorrangschaltung für militärische transporte bei der bahn eingeführt?
    A: „Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und das Bundesministerium der Verteidigung vereinbaren, unter welchen Voraussetzungen die Streitkräfte die Einräumung des Vorrangs fordern und auf welche betrieblichen Maßnahmen sich die Forderungen erstrecken können.“ Um diesen Vorrang zu vereinbaren, wurde zuletzt im Jahr 2018/2019 der „Rahmenfrachtvertrag“ zwischen Bundeswehr und DB geschlossen.

    F: Wann wurde im ersten weltkrieg die kostenlose beförderung für militärisches Personal bei der bahn eingeführt?
    A: „Es gab keine allgemeine, kostenlose Bahnreise für alle Soldaten wie heute, aber spezielle Regelungen für Urlaub und Verwundung, die vergünstigte oder kostenlose Fahrten ermöglichten. …“

    F: ab wann gab es kostenlose bahnfahrt für militärpersonal im zweiten Weltkrieg?
    A: „Kostenlose Bahnfahrt für Militärpersonal gab es nicht durchgängig im Zweiten Weltkrieg, sondern erst ab dem 1. Januar 2020 durch eine Vereinbarung zwischen Bundesregierung (Verteidigungsministerium) und Deutscher Bahn, die Soldaten in Uniform erlaubt, kostenlos in allen Zügen der DB zu fahren – sowohl für dienstliche als auch private Reisen,,,“

    Mein Fazit: Diese KI will mich manipulieren.
    Freifahrt für Militärangehörige wurden im 1. und 2. WK erst NACH Kriegsausbruch angeordnet.
    Die Bundesrepublik hat das bereits in 2019 erledigt. Das soll als soziale Maßnahme geframed werden.
    Die Kriegsvorbereitung läuft nicht erst seit 2022.

    „Dalit-Bahn“ für DB passt IMHO sehr gut, seit der Abschaffung der 3. Klasse bei der Bahn hat sich da offenbar eine Versorgungslücke aufgetan, die jetzt langsam geschlossen wird (wer mal im Berufsverkehr mit dem Nahverkehr unterwegs war, kennt das – es steht natürlich überall noch „2. Klasse“ dran, aber qualitäts-, leistungs- und belastungsmäßig ist das manchmal sogar 4. Klasse…)

  14. Realitätsnahe Herangehensweise
    Wer schlau ist, wartet nicht, bis die Bahn völlig kaputt gewirtschaftet wurde, sondern kauft sich jetzt ein chinesisches Elektroauto. Warum ein chinesisches? Weil es nicht so abartig teuer ist.
    Fahrräder können eine Alternative darstellen, wenn ein zumutbarer Arbeitsplatz nicht mehr als 81 km vom Wohnort entfernt liegt.

  15. Na ja… „Achslast“ ist ja mal ne ganz lahme Ausrede, keine Passagiere zusteigen zu lassen. Im Zweifelsfall wiegt so ein Waggon mehr als das Doppelte dessen, was die Passagiere wiegen würden….

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