
Vorerst hat US-Präsident Trump Drohungen, Grönland auch mit Waffengewalt zu annektieren, zurückgenommen. Wie lange das anhält, ist ungewiss. Offen bleibt es auch, ob Trump militärisch in Venezuela, Kolumbien, Kuba oder Mexiko eingreifen wird. Zu den bedrohten Ländern gehört auch Kanada, das Trump gerne übernehmen und nach eigenen Worten zum 51. Bundesstaat machen würde. Dort bereitet man sich auf eine mögliche Invasion vor, wie Globe and Mail anhand von Gesprächen mit anonymen Quellen aus dem kanadischen Militär berichtet.
Allerdings könnte Washington gewarnt sein. Denn schon einmal haben Soldaten aus Kanada Washington erobert und das Kapitol, das Weiße Haus und andere Gebäude angezündet. Vorausgegangen war, dass die Briten amerikanische Häfen blockierten und amerikanische Soldaten, nachdem die Vereinigten Staaten dem Vereinigten Königreich 1812 den Krieg erklärt hatten, in die britische Provinz Upper Canada eindrangen und die Provinzhauptstadt York sowie Teile von Port Dover niederbrannten. 1814 gewannen die britischen Truppen die Schlacht von Bladensburg und rückten dann am 24. August in Washington ein. Präsident Madison hatte sich mit Regierungsmitgliedern und Teilen der amerikanischen Truppen abgesetzt. Der Erfolg währte nur kurz. Nachdem die Gebäude in Brand gesetzt wurden, gab es ein schweres Unwetter, das die Flammen löschte. 26 Stunden dauerte die Besetzung. Der Krieg endete im Februar 1815.
Das kann sich natürlich so nicht wiederholen, zu mächtig sind die USA gegenüber Kanada. Das kanadische Militär erwägt daher auch keinen frontalen Kampf, sondern eine Taktik, die im Kalten Krieg auch die Nato in Westeuropa mit Stay-Behind umsetzte. Das waren kleine Verbände, die geheime Lager mit Waffen und Ausrüstung anlegten und Sabotage oder einen Guerilla-Krieg hinter der Front im Rücken des Feindes beginnen sollten, wenn die Truppen des Ostblocks schon weiter Richtung Westen vorgerückt waren. Erst in den 1990er Jahren waren die Stay-Behind-Gruppen in den Nato-Ländern bekannt geworden, nachdem in Italien die von der CIA gegründete Organisation Gladio im Zuge der Ermittlungen von Terroranschlägen aufgeflogen war.

Die von Globe and Mail befragten Militärs beschrieben die Vorbereitungen nur als Konzept oder Modell für den unwahrscheinlichen Fall einer Invasion. Als Vorbild scheinen nicht die Stay-Behind-Organisationen zu dienen, sondern der Guerilla-Krieg der Mudschaheddin oder Taliban in Afghanistan gegen die russischen und Nato-Besetzer. Deren Ziel war es, den russischen oder Nato-Truppen möglichst hohe Verluste zuzufügen.
Das Konzept gehe davon aus, dass amerikanische Truppen nach der Aufkündigung von NORAD, dem gemeinsamen Nordamerikanischen Luftabwehrkommando) aus dem Süden auf Land und auf dem Meer einfallen und schnell die kanadischen Truppen überwältigen würden: „Kanada verfügt weder über die erforderliche Anzahl an Militärangehörigen noch über die hochentwickelte Ausrüstung, um einen konventionellen amerikanischen Angriff abzuwehren, sagten sie. Daher plant das Militär eine unkonventionelle Kriegsführung, bei der kleine Gruppen von irregulären Militärangehörigen oder bewaffneten Zivilisten auf Hinterhalte, Sabotage, Drohnenkriegführung oder Hit-and-Run-Taktiken zurückgreifen würden.“
Von einer Wehrpflicht ist in Kanada nicht die Rede, aber die Generalin und Stabschefin Jenne Carignan hat erklärt, sie wolle eine Reservistenarmee von 400.000 Freiwilligen aufbauen, die bewaffnet werden und bei einer Okkupation Angriffe ausführen könnten. Jetzt gibt es 34.000 Reservisten und 68.000 aktive Soldaten. 400.000 Reservisten sind als Ziel wahrscheinlich so realistisch wie die 200.000 Reservisten, die man schnell in Deutschland haben will.
Optimistisch ist da auch der pensionierte Generalmajor David Fraser: „Wenn man sich mit Kanada anlegt, hat man die ganze Welt gegen sich, sogar noch mehr als im Fall von Grönland. Die Menschen interessieren sich sehr dafür, was mit Kanada geschieht, anders als bei Venezuela. Man würde dann deutsche Schiffe und britische Flugzeuge in Kanada sehen, um die Souveränität des Landes zu stärken.“
Der ebenfalls pensionierte Generalleutnant Mike Day, einst Chef des Spezialkommandos, geht zwar davon aus, dass das kanadische Militär vom amerikanischen überwältigt würde. Aber die Amerikaner hätten nicht die Kapazitäten ein ganzes Land zu besetzen, geschweige denn größere Städte zu kontrollieren: „Ihre einzige Hoffnung wäre ein Vorstoß, wie ihn die Russen auf Kiew planten, in der Hoffnung, dass dies funktioniert und der Rest des Landes kapituliert, sobald sie die Macht in Ottawa übernommen haben. Wie in der Ukraine wäre es für mich unvorstellbar, dass wir aufgeben würden, wenn sie unsere Hauptstadt einnehmen würden.“
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Das US- Militär muss nicht in Kanada eingreifen. Das machen die Einwohner von Alberta schon selber:
https://www.zerohedge.com/political/alberta-sees-large-turnout-petition-separate-canada
Und dann braucht nur „Jemand“ ( in Kanada gibt es „ Pro Amerikanische Freiheitskämpfer“) den Trans-Canada- Highway und die Ost- West – Eisenbahn zu unterbrechen…
„Im Fall einer US-Invasion plant das kanadische Militär ….. “
Gewisse Leute können es wohl nicht erwarten.
Spinnen jetzt alle rum?
Träume die alle vom Krieg?
Dass Militärführer von Krieg träumen kann man ja vielleicht noch verstehen.
Ich denke, als Berufssoldat ein ganzes Leben in Kasernen zu verbringen ist ja wohl auch ziemlich öde
und nie das ausüben zu können/zu dürfen für das man ausgebildet ist,
das muss ja auch frustrierend sein.
Das ist ja ähnlich wie bei einer Person, die sich mit Begeisterung zum Lkw-Fahrer hat
ausbilden lassen und dann jahrzehntelang bei einer Spedition nur im Versandlager
arbeiten darf.
Ansonsten: Kanada ist wirtschaftlich so sehr abhängig von den USA.
Wenn die USA wirklich Kanada einkassieren wollte, dann braucht es dafür keine US-Invasion,
mit einem Wirtschaftskrieg kann die USA so etwas viel einfacher erreichen.
Frei nach einem ehemaligen bekannten Cordhütchen-Träger aus der verblichenen DDR: Den Wahnsinn in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf.
Das einzig Positive, was sich für mich aus dieser irrsinnigen Situation ergibt, ist, dass dieser Drecksladen NATO tatsächlich endlich krepieren könnte.
Das ist natürlich militärische Traumtänzerei.
Dennoch ist jegliche appeasement-policy bei dem Irren völlig falsch. Auch dass es überhaupt Länder gibt, die bereits für die Trumpsche Inthronisierung („Friedensrat“) unterzeichnet haben, ist an Wahnwitz nicht zu überbieten.
Trump müsste mit Entschlossenheit und jeder Härte begegnet werden, bis ihm die Idee vom imperialistischen Welt-König keinen Spass mehr macht und er sich lieber wieder dem Golfen widmet.
Besonders in der rechten Ecke sieht man Trump indes immer noch positiv, vermutlich, weil die Freude an dessen Hatz auf Ausländer alles andere marginalisiert.
@Zebraherz: „Trump müsste mit Entschlossenheit und jeder Härte begegnet werden, bis ihm die Idee vom imperialistischen Welt-König keinen Spass mehr macht und er sich lieber wieder dem Golfen widmet.“
Und wer, bitte schön, soll das wie machen??
Ein Anfang wäre, dass sich diverse Köpfe wieder aus seinem Rektum entfernen.
Warum erinnert das ganze an „Die Ritter der Kokosnuss“ ?!?!?!?
(vielleicht zieht sich demnächst VdL und der Rest der Sacknasen in Brüssel die Latexmasken vom Gesicht und drunter kommt Monty Python zum Vorschein)
Die Showeinlage mit den Reptiloiden kommt später : Holzfäller-Lied – Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Holzf%C3%A4ller-Lied
Dachte ich mir, die „Redaktion“ meidet das Thema Grönland. Wie übrigens auch die „Tagesschau“, und das ist weit entfernt, ein Zufall zu sein.
Der Donald hatte gezwitschert, er habe mit dem NATO-Sprecher Rutte eine „Rahmenvereinbarung zu Grönland“ getroffen, welche militärische Massnahmen und die angedrohten Zollstrafen erübrigen werden – oder würden?
Welches verdammte Mandat hat Mark Rutte, „für die Europäer“ zu sprechen?
Nun, zunächst ist es ein angemaßtes Mandat, dem z.b. in Davon niemand widersprochen hat, guckt ihr hier:
https://www.nato.int/en/news-and-events/events/transcripts/2026/01/21/nato-secretary-general-at-world-economic-forum-davos?selectedLocale=
Ferner ist es ein mehr oder weniger widerwillig konzediertes Mandat, guckt ihr hier:
https://www.youtube.com/watch?v=vh5WJoSQDZA
Das ist ein Interview mit Vizekanzler Klingbeil in den „Tagesthemen“ von gestern. Klingbeil ist entgegen langer Tradition nicht Außenminister, wieso wurde das Interview nicht mit Wadephul geführt? Offenbar stand der nicht zur Verfügung!
Nun ist Klingbeil als Vizekanzler natürlich über alle außenpolitischen Fragen pronto in Kenntnis zu setzen, aber er wußte über die „Rahmenvereinbarung“ Ruttes mit dem Donald genau nichts, und dafür nimmt ihn die Moderation aufs Horn, wie das jeder der 80% postfaschistischen Patrioten, die hier kommentieren, auch getan hätte:
Also, was war passiert?
Rutte hat mit einem Mandat verhandelt. Das liegt zwar etwas am Rand seiner Kompetenzen, aber ja, wenn er solch ein Mandat von den obersten Gremien der NATO erhält, kann er das tun, und sowas gab es auch in der Vergangenheit.
Die obersten Gremien der NATO sind der Nordatlantikrat (politisch) und der Militärrat (Military Commitee). Und weil Klingbeil von nichts wußte, oder leugnete etwas zu wissen, wissen die Hörer und Leser, das Mandat kam nicht vom politischen Rat, dem im Normalfall die NATO-Botschafter in Vertretung ihrer Außenminister angehören.
Selbst wenn Klingbeil von einer Entschließung und einem Mandatsauftrag des Rates an Rutte wissen TÄTE, zeigt die Verleugnung, der Rat zog es vor inkognito im Hintergrund zu bleiben, und das ist natürlich kein Wunder, angesichts der schwer oder gar nicht überbrückbaren Differenzen im Rat.
Der Auftrag kam folglich vom Military Commitee, und dessen Beteiligung ist in diesem Fall auch unverzichtbar, wie wir aus den geleakten Details wissen. Ich will mich über die Einzelheiten nicht verbreiten, guckt halt selbst.
https://apnews.com/hub/greenland
https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-01/groenland-usa-rahmenabkommen-daenemark-gxe
Widerstand aus Dänemark wurde zeitgleich mit Donalds Tweet angemeldet und bezog sich offenkundig an erster Stelle auf ein amerikanisches Vetorecht bei bergbaulichen Investitionen, aber die Vertagung einer solchen Auseinandersetzung hat Rutte allem Anschein nach am 19.1. in einem gesonderten Treffen mit dem dänischen Kriegsminister und der „Außenministerin“ Grönlands, Vivian Motzfeldt vereinbart.
Was haben wir also?
Das ist der erste offizielle, wenngleich im Belang noch relativ harmlose Fall einer NATO-Militärherrschaft über Europa, also das, wovon ich euch unter dem Nom de Guerre „Tom Gard“ erstmals 2022 und seither immer wieder erzählt habe, es sei das minimal strittige Ziel in einer „Parallelaktion“ (Ulrich, der Mann ohne Eigenschaften läßt grüßen) von NATO-Generalität und EU-Kommission, welche die politische Leitlinie des Russlandkrieges darstellt – sie, bzw. eine Erzwingung der Föderalisierung der EU, ist das eigentliche Ziel des europäischen Krieges.
Full Circle also, was mich betrifft.
Eine Brata canadensis schmeckt mindestens so gut wie ein american Turkey – und
Donald muß endlich eine Eroberung vorweisen. Interessiert DEN ein paar tote Marines oder collateral canadians ?
Der von Herrn Rötzer zitierte pensionierte Generalmajor David Fraser scheint ein echter Komiker zu sein: „… Die Menschen interessieren sich sehr dafür, was mit Kanada geschieht, anders als bei Venezuela. Man würde dann deutsche Schiffe und britische Flugzeuge in Kanada sehen, um die Souveränität des Landes zu stärken.“
Puuh, da geht den Amis dann aber der Arsch echt auf Grundeis, insbesondere wenn Deutschland zusätzlich noch das 13-köpfige (oder waren’s 15?) Grönland-Regiment zur Verstärkung schicken würde.
Grundgütiger…🤪🤪🤪
Ich sehe schon deutsche Flugzeugträger vor Vancouver. Dönitz persönlich an Bord. Und dann die V 77 aufsteigen.
Ich Denke mal Sie können davon ausgehen das die BW an der Seite der US Armee kämpfen würde. Vermutlich würde Merz Winteruniformen liefern. Eine der Schwächen der US Armee besteht im Mangel an Erfahrung mit Winterkriegen und mit Kriegen in Schützengräben da könnte die BW echte Hilfe anbieten.
Blackrock würde Merz enteignen wenn er nicht spurt. Und was wäre Merz ohne Blackrock?
Ach nein, wirklich?
Seit Vietnam und spätestens seit Afghanistan ist das doch der Plan jedes Landes, dass im Fokus der USA steht und militärisch deutlich unterlegen ist…
Es kann durchaus Jahre und Jahrzehnte dauern, aber irgendwann…
Und Kanada ist, ähnlich wie auch Grönland, kein einfaches Gelände mit harten und schneereichen Winter, teils ziemlich menschenleer mit einer Bevölkerung, die sich mit Land und Witterung ziemlich gut auskennt und recht gut bewaffnet ist, Kanada hat ähnlich weitreichende Waffengesetze wie die USA, da hat auf dem land jede Familie zumindest ein Jagdgewehr.
Kanada dürfte für die USA leicht zu erobern sein, aber, ähnlich wie Vietnam und Afghanistan, auf Dauer nicht zu halten.
Hm, haben alte, weiße Männer, die sich in der neu entstehenden multipolaren Weltordnung nicht zurecht finden, Kriegs- und Gewaltfantasien? Da hilft doch sich vor Augen zu führen, was der kanadische Premier am Dienstag in Davos sagte:
„ Wir wussten, dass die Geschichte von der internationalen, auf Regeln basierenden Ordnung teilweise falsch war, dass sich die Stärksten bei Bedarf selbst davon befreiten und Handelsregeln asymmetrisch durchgesetzt wurden. Und wir wussten, dass das Völkerrecht je nach Identität des Angeklagten oder des Opfers mit unterschiedlicher Strenge angewendet wurde.
Diese Fiktion war nützlich, und insbesondere die amerikanische Hegemonie trug dazu bei, öffentliche Güter, offene Seewege, ein stabiles Finanzsystem, kollektive Sicherheit und Unterstützung für Rahmenwerke zur Streitbeilegung bereitzustellen.
Also haben wir das Schild ins Fenster gestellt. Wir haben an den Ritualen teilgenommen und es weitgehend vermieden, auf die Diskrepanz zwischen Rhetorik und Realität hinzuweisen. Dieser Kompromiss funktioniert nicht mehr. Lassen Sie mich offen sprechen. Wir befinden uns mitten in einem Bruch, nicht in einer Übergangsphase.“
Quelle https://www.telepolis.de/article/Nuetzliche-Fiktion-Kanadas-Premier-haelt-der-alten-Ordnung-den-Spiegel-vor-11148607.html
Über die Aussagen berichtet natürlich die Presse hier nicht. Man denkt sich die Welt, wie es den heruntergekommenen Europa gefällt. Man liest in letzter Zeit auf Telepolis mehr geistreiche Analysen als hier auf Overton..
Interessant auch Kanada hat mit China eine strategische Partnerschaft geschlossen und verteidigt diese gegen europäische Dummköpfe. Diese haben noch immer nicht kapiert, der amerikanische Kaiser ist nackt, managed den amerikanischen Abstieg. Daß das alte Europa nicht nur ebenfalls im Abstieg ist, sondern noch dazu an einer Depression leidet, das haben die Leute nur noch nicht bemerkt…