
Kai Diekmann, ehemaliger Chefredakteur der Bildzeitung, war zu Gast bei dem mittlerweile sehr bekannten Podcaster Ben Berndt in seinem Format {ungeskriptet} by Ben auf YouTube (Video). Soweit so gut könnte man jetzt denken, ein weiterer Medienschaffender, der bei einem anderen Medienschaffenden Anekdoten seines bisherigen „interessanten Arbeitslebens“ kundtun darf.
Einblicke
Vorweg muss erwähnt werden, dass die Unterhaltung über die gesamte Länge von fast 3 Stunden 18 Minuten eher seicht dahinplätschert und keine wahren neuen Erkenntnisse aus Politik und Boulevard vergangener Tage hervorgebracht hat.
Vielmehr konnte man aber in diesem Gespräch erkennen, wie Chefredakteure großer Leitmedien denken und agieren. Kai Diekmann hat unabsichtlich den Vorhang geöffnet und Einblicke gewährt, wie es in Redaktionen zugeht und welche „Einstellung“ man haben muss, um guten Journalismus seiner Meinung nach abzuliefern.
Kai Diekmann hat ganz klar aufgezeigt, dass es keines „Wahrheitsministeriums“ wie in Orwells Roman 1984 beschrieben bedarf, denn die letzte Instanz ist der Chefredakteur und dieser, wenn auf Linie, hält jedes nützliche Narrativ am Leben, befeuert es oder lässt es sterben, um neue Deutungsmuster aus der Taufe zu heben.
Das Erschreckendste an diesem Gespräch ist, dass Kai Diekmann seine Ansichten und Überzeugungen, die allesamt gängigen Denkmustern der Leitmedienblase entsprechen, aus vollem Selbstverständnis heraus ausspricht und nichts, aber wirklich rein gar nichts hinterfragt oder dies jemals getan hat.
Es kommt ja sehr oft die Frage auf, wie es von statten geht, dass „große Leitmedien“ in den wichtigen Themenfeldern wie Krieg, Wirtschaft oder auch Politik Texte von Journalisten verfassen lassen, die wesentliche Sachverhalte nicht gegenüberstellen oder lückenhaft beschreiben, wie können solche Artikel beständig und wiederkehrend veröffentlicht werden? Die Antwort sind Chefredakteure wie Kai Diekmann, der wie er unverhohlen und offen auch im Gespräch zugibt, linientreue Mitarbeiter und deren Artikel bevorzugt zu veröffentlichen und unangepassten Journalisten gerne mal die Tür zu zeigen.
Wie Kai Diekmann Sachverhalte einordnet, Informationslagen bewertet und welche journalistischen Maßstäbe für Ihn gelten, soll hier an ein paar wenigen erlesenen Aussagen aus dem Gespräch aufgezeigt werden.
Informationsquellen
Ab Minute 10:50 äußert sich Kai Diekmann darüber, wie und wo er sich aktuell informiert. Er gibt an dies vorrangig über „Newsletter“ zu tun und nennt dann auch entsprechende Medien wie T- Online, The Pioneer, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, New York Times, The Economist.
All die genannten Informationsquellen von Kai Diekmann gelten jetzt nicht unbedingt als kritische Medien, die das aktuelle Weltgeschehen diametral betrachten. Es überrascht dann auch nicht, dass Diekmann kein einziges „alternatives Medium“ nennt. Hier zeigt sich die jahrelange manifestierte Denkweise und das Verbleiben in der eigenen Blase, weil die Ideologie ja stand halten muss.
Im weiteren Verlauf des Gespräches erklärt Kai Diekmann den Beruf und das Handwerk Journalismus aus seiner Sicht. Ab Minute 20:40 tut er dies so offen, dass einem schon kurz die Luft wegbleiben kann. Aussagen wie: „Wir waren die klassischen Gatekeeper. Wir waren diejenigen, die entschieden haben, wer mit welcher Botschaft Zugang zu seinem Publikum bekommt.“
Diese Aussagen tätigt er so selbstbewusst und schonungslos, als wäre es nichts. Unbewusst liefert er hier den Beweis, was viele schon geahnt haben, der Meinungskorridor ist eingeschränkt und wird gesteuert.
Wie entfremdet und ideologisch geprägt Kai Diekmann ist, wird nach 67 Minuten klar erkennbar. Kai Diekmann erzählt dort von seinen Erfahrungen im Aufsichtsrat der türkischen Zeitung Hürriyet. Er gibt an, erlebt zu haben, wie türkische Journalisten nach Veröffentlichungen verhaftet und ins Gefängnis geworfen wurden. Danach tätigt er die Aussage, dass so etwas bei uns, er meint damit Deutschland, nicht möglich sei und dass man völligen Unsinn behaupten könne und trotzdem in seiner Freiheit hier respektiert werde.
Dass es in Deutschland einen Journalisten namens Hüseyin Dogru gibt, dieser sogar türkisch-kurdische Wurzeln hat und von der EU aufgrund seiner journalistischen Tätigkeit sanktioniert wurde, ist Herrn Diekmann wohl entgangen. Gut, das hat ja auch kein Medium aus seiner „Newsletter-Blase“ erwähnt.
Es könnten noch etliche Ärzte erwähnt werden, die aufgrund von ausstehenden Corona-Gerichtsprozessen in Haft sitzen, das würde aber wahrscheinlich den Denkkosmos von Kai Diekmann sprengen.
Kai Diekmann hat den Posten des Chefredakteurs bei Bild abgegeben, doch die ideologische und linientreue Einstellung beibehalten. Man erhält von ihm ein solides AfD und Höcke-Bashing, Russophobie, Regierungs- und Israeltreue. Mainstreamherz, was willst du mehr?



Eines sollte doch klar sein, der Westen ist der Freiheit verpflichtet und die ist transatlantisch, also wird zuerst immer zu den US-amerikanischen Leit-Medien geschaut, was die sagen, dann weiß man als westlicher Medien-Arbeiter auch was man zu sagen hat. Ansonsten wäre man ja gegen „die Freiheit“.
Lieber Nils Georg, was halten Sie davon, wenn Sie Kai Diekmann auf Hüseyin Doğru aufmerksam machen. Diekmann könnte ja mal ein Interview mit Doğru führen. Aber ich denke, daß Diekmann nicht den Schneid hat, sich Doğru gegenüberzusetzen.
Die Vertreter der MSM sind ohne per se FEIGLINGE!!!