Herausforderung an ein starkes Europa

Peace, Herz
R4vi, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wird die öffentliche Debatte hierzulande dominiert von einem gefährlichen Meinungskonformismus.

»Kriegstüchtigkeit« ist das Wort der Stunde. Doch in der Bevölkerung ist der Wunsch nach Frieden weiterhin groß. Vielen ist klar: Unsere Welt gerät in eine Sackgasse, wenn sie ihre Ressourcen im Krieg verschleudert, statt sie für die soziale und ökologische Transformation zu verwenden. Dieses Buch zahlreicher Autoren aus dem Erhard-Eppler-Kreis gibt eine Einschätzung der aktuellen geostrategischen Herausforderungen und zeichnet die Friedensund Entspannungspolitik der 1970er-Jahre nach. Die These der Autorinnen und Autoren: Deutschland und die EU müssen Vorreiter für gemeinsame Sicherheit sein! Mit Beiträgen von Gernot Erler, Ralf Stegner, Wolfgang Biermann, Axel Fersen, Ute Finckh-Krämer, Arno Gottschalk, Wolfgang Lieb, Hans-Jochen Luhmann, Hans Misselwitz, Michael Müller, Rolf Mützenich, Joachim Schuster und Heinz Stapf-Finé.

Wir brauchen einen Friedensdiskurs, auch weil unsere Zeit einen fundamentalen Bruch der alten Ordnung erlebt. Der Ukraine-Krieg und die neue Machtpolitik der militärischen Großmächte verändern radikal die Welt und erhöhen sogar das nukleare Risiko. Für die USA und Russland, die zusammen über mehr als 90 Prozent aller strategischen Atomwaffen verfügen, gibt es keine Obergrenzen mehr, seitdem das New-START-Abkommen (Strategic Arms Reduction Treaty) am 5. Februar 2026 ausgelaufen ist. Putin hatte am 22. September 2025 eine Verlängerung der Mengenbeschränkung angeboten, worauf Washington nicht förmlich reagierte. Ein neues atomares Wettrüsten hat begonnen. Doch keine der drei großen Militärmächte – USA, Russland und China – scheint zu Rüstungskontrolle und Abrüstung bereit zu sein. Wir können nur hoffen, dass der nötige Menschenverstand vorhanden ist, um die Atomwaffenarsenale unter Kontrolle zu halten.
Wo aber sind die Politiker und Politikerinnen, die den Mut und die Kraft für eine neue Entspannungspolitik haben? Parallel zur Aufkündigung der Rüstungskontrollabkommen endeten nämlich auch zentrale Dialogplattformen zwischen den militärischen Großmächten: der NATO-Russland-Rat, die OSZE oder die Genfer Abrüstungskonferenz.

Die gegenwärtige Entwicklung führt immer tiefer in eine Sackgasse

Jetzt bestellen!

Das Manifest des Erhard-Eppler-Kreises fordert von der Politik eine gesamteuropäische Verantwortung, ein »Einfrieren« des Krieges und Friedensverhandlungen für die Ukraine – auch damit es zu einer Neubelebung von Rüstungsbegrenzung, Rüstungskontrolle und Abrüstung kommen kann. Sie muss auf einer nüchternen Analyse der Interessenlage und Machtstrukturen aufbauen. Eine solche Politik erfordert drei Voraussetzungen.

Erstens die Bereitschaft, unterschiedliche Sicherheitsinteressen anzuerkennen – gerade die jener Akteure, die man als direkte Gegner betrachtet. Zweitens die Fähigkeit, zwischen kurzfristigen Interessen und langfristiger Gemeinsamkeit zu unterscheiden, um zu Verständigung zu kommen. Drittens der Mut, gegen den Zeitgeist zu argumentieren, um Positionen zu vertreten, die zwar unpopulär sein mögen, aber sachlich geboten sind.

Unser Friedensdiskurs ergibt sich aus der nüchternen Erkenntnis, dass die gegenwärtige Entwicklung immer tiefer in eine Sackgasse führt, auch in unserem Land, das die Belastungen aus dem Krieg immer weniger schultern kann und unter Verteilungskonflikten leidet. Die massive Aufrüstung, die Militarisierung des Denkens, die identitätspolitische Aufladung von Konflikten – all das erzeugt eine Dynamik, die von den beteiligten Akteuren nicht kontrolliert werden kann und die politische Kultur radikal verändert. Europa hat sich der Verhandlungsschiene mit Russland beraubt, indem es jeden Dialog mit Putin verweigert. Das letzte Telefonat mit dem russischen Staatschef führte der frühere Bundeskanzler Olaf Scholz am 15. November 2024. Danach wurde nicht mehr zum Hörer gegriffen. Ein Friedensdiskurs muss diese Dialogverweigerung überwinden.

Der europäische »Friedensplan«, der veröffentlicht wurde, ohne mit Russland gesprochen, geschweige denn verhandelt zu haben, und die Ukraine-Gipfel in Berlin, Brüssel, London und Paris hatten keine realistischen Verhandlungspositionen, die unter den aktuellen Bedingungen umsetzbar wären. Die »Koalition der Willigen« geht davon aus, dass Putin keinen Frieden will, aber den Krieg nicht viel länger durchhalten könne, sodass er bald aufgeben müsse. Auf dieser Basis ist kein ernsthafter Anlauf für einen Waffenstillstand und Verhandlungen möglich.

Die Zukunft darf nicht länger den Planspielen von Militärs und »Sicherheitsexperten« überlassen werden. Eine breite Friedensdebatte bleibt von zentraler Bedeutung für die Zukunft unseres Landes und Europas – umso mehr in einer Welt, die von neuer Machtpolitik gezeichnet wird. Die Folgen des Krieges gehen nämlich weit über die Ukraine hinaus. Ohne ihn wäre es wahrscheinlich auch nicht zu dem Hamas-Attentat und der schrecklichen Bombardierung des Gaza-Streifens gekommen und auch nicht zur Bombardierung des Irans. Der Ukraine-Krieg hat die Büchse der Pandora geöffnet.

Krieg ist immer Unrecht und niemals zu rechtfertigen

Europa darf den Verlockungen der militärischen Macht nicht nachgeben. Seine Stärke muss die Kraft der Vernunft und der demokratischen Zivilgesellschaft bleiben, vor allem der Ideen von Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Das sind die Werte, die weltweit geschätzt werden. Die Demokratie braucht dafür den gesellschaftlichen Diskurs. In unserem Land hat sich jedoch seit Ausbruch des Ukraine-Krieges ein fataler Bellizismus breitgemacht, der keine Alternative zulassen will. Er schränkt die Freiheit des Denkens ein. Diese Ideologie des »Friedens durch militärische Stärke« erinnert an die amerikanischen »Neocons« um Dick Cheney, Donald Rumsfeld und Paul Wolfowitz, die 2003 die maßgeblichen Treiber des völkerrechtswidrigen Krieges gegen den Irak waren. 20 Jahre später hält sie mit der Forderung nach »Kriegstüchtigkeit« auch Einzug in unser Land, das sich dem Irak-Krieg noch verweigert hatte.

Wir haben – ganz im Sinne von Eppler – den Traum von einer besseren und friedlichen Welt nicht aufgegeben, von einer Welt der Gerechtigkeit und der Menschenrechte, der Freiheit und der Gleichheit. Von einer Welt, in der die Kraft des Rechts zählt und nicht die Macht der Gewalt. Das muss die Politik Europas auszeichnen. Unsere Zeit braucht ein Europa, das aus seinen Verbrechen an der Menschlichkeit gelernt hat, die so gnadenlos waren.

Krieg ist immer Unrecht und niemals zu rechtfertigen. Unser Ziel bleibt ein friedliches, soziales und nachhaltiges Europa, zu dem auch Russland, das größte Land der Erde, gehören muss. Ein Europa, von dem wichtige Grundsätze des Völkerrechts, die Leitideen einer Weltinnenpolitik und Initiativen für die Stärkung der Vereinten Nationen ausgegangen sind und weiter ausgehen müssen. Ein Europa, das in der Welt als Vorbild gesehen wird und nicht als angepasster Mitläufer. Denn unsere zusammengewachsene, aber »überbevölkerte, krisenhafte, störanfällige und verschmutzte Erde« (Brundtland-Bericht) braucht ein Europa, das sich der globalen Verantwortung bewusst ist für eine Welt, die unabdingbar auf Gemeinsamkeit angewiesen ist.

Wir sind sicher: Die große Mehrheit unseres Volkes will nicht, dass unser Land immer tiefer in den Krieg in der Ukraine hineingezogen wird. Unser politischer Imperativ heißt deshalb, mehr für Diplomatie, Vertrauensbildung, Zusammenarbeit und Abrüstung zu tun. Der neue Kalte Krieg, der Bellizismus und die Hochrüstung müssen gestoppt werden. Dafür muss die EU vorangehen.
In der Ukraine dürfen Menschen nicht für macht- und geopolitische Interessen geopfert werden. Wahrlich nicht in dem Land, das in der deutschen Katastrophe des Zweiten Weltkriegs besonders stark hat leiden müssen und einen hohen Blutzoll gezahlt hat. Mehrfach waren vor allem die Bauern und die Eliten des Landes Opfer einer willkürlichen Auslöschung. Vor allem die beiden großen Hungersnöte mit Millionen von Toten – 1932/33 der Holodomor durch das stalinistische Regime und 1941 der Hungerplan der deutschen Besatzer (auch Backe-Plan genannt) – waren unmenschlich. Die Vernunft erfordert, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um den Krieg zu stoppen.

Gernot Erler

Dr. Gernot Erler war langjähriger MdB und außenpolitischer Sprecher der SPD sowie Staatsminister und Russlandbeauftragter im Auswärtigen Amt.
Mehr Beiträge von Gernot Erler →

Ähnliche Beiträge:

34 Kommentare

  1. „Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wird die öffentliche Debatte hierzulande dominiert von einem gefährlichen Meinungskonformismus.“
    Rien a ajouter mon pote! 🙁

  2. Und wie verhält es sich mit den Angriffskriegen der United States of Aggression gegen den Iran, Gaza, Kuba, Russland, China, Venezuela, Grönland etc?
    Nach dieser Überschrift hat sich das weiterlesen erübrigt.

    1. [Sarkasmus Anfang] das waren nie Angriffskrieg, da hat sich die völlig friedfertige USA nur gegen brutale Eroberer gewehrt. Deshalb gab es auch nie Sanktionen gegen die USA. Schließlich kann die USA ja nie Kriegsverbrechen begehen. Agent Orange war auch nur eine üble Verleumdung Kampagne, Uranmunition haben die USA auch nie nich eingesetzt. Und legitime Führer souveräner Staaten haben sie auch nie gestürzt. [Sarkasmus Ende]

  3. Dieser Meinungskonformismus besteht schon seit mindestens 2014, dem Regimechange in der Ukraine. Aber schon vorher ist dies absehbar gewesen, denn die angeblichen Raketenstationierungrn in Rumänien und Polen, die zur Abwehr iranischer Angriffe dienen sollten, waren gehen Russland gerichtet. Das gemeinsame Haus Europa bis hinter den Ural war bei unseren Herrschenden nie eine Option.

      1. Da sich die Staats- und Oligarchenmedien traditionell an den parteipolitischen Zanklinien ausrichten, gab und gibt es bei Fragen der Staatsräson schon immer „Meinungskonformismus“.

        Weil die sich bei der Staatsräson einig sind.

  4. so, so Herr Erler, der Ukraine Krieg hat die Büchse der Pandora geöffnet.
    Und die Natobombardierungen Belgrads kamen aus welcher „Büchse“ und auf welches Konto gehen die
    Angriffskriege im Nahen Osten?
    „“Unser Ziel bleibt ein friedliches, soziales und nachhaltiges Europa, zu dem auch Russland, das größte Land der Erde, gehören muss.““
    Dann setzt E U C H verdammt noch mal in Bewegung und redet mit Russland, die
    Sicherheitsinteressen Russlands habt I H R EUropäer immer abgelehnt und der
    Bellezismus ist seit Adenauer latent in der
    Bevölkerung und mehr noch in der „Elite“ vorhanden, also bewegt E U C H, Rache ist ein schlechter Ratgeber.
    Syrien, Gaza, Libanon, Iran….sind die Opfer der westlichen Angriffskriege, Sätze wie den >Iran von der Landkarte tilgen < haben nichts aber auch gar nichts mit dem Ukrainekrieg zu tun, der Massenmord an den Palästinenser war vorprogrammiert, seit die rechte Netanjahu Koalition sich gebildet hatte.
    Die anfängliche russische SMO in der Ukraine wäre 2022 im April schon zu Ende gewesen, mit E U R E N Waffenlieferungen wurde die SMO zum Krieg!
    Und jetzt behauptet I H R , dieser Krieg wäre die Blaupause für Gaza und Iran?
    Nichts davon stimmt, gar nichts!

  5. »Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine …«

    Wiso spricht man dauernd vom russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, aber nie vom Nato-Angriffskriegs gegen Jugoslawien?

    »Das Manifest des Erhard-Eppler-Kreises fordert von der Politik eine gesamteuropäische Verantwortung, ein Einfrieren des Krieges und Friedensverhandlungen für die Ukraine …«

    Begreift der Autor nicht, warum »ein Einfrieren des Krieges und Friedensverhandlungen für die Ukraine« nur dazu führen würde der Ukraine Zeit für weitere Aufrüstung verschaffen würde?

    »Krieg ist immer Unrecht und niemals zu rechtfertigen«

    Krieg ist zwar immer Unrecht, aber zum Krieg gehören immer zwei oder mehr, und mit dem Einwand, dass »Krieg immer Unrecht ist« kommen oft diejenigen, die den Gegner so lange provoziert haben, bis er sich entschlossen hat, den Provokationen ein Ende zu

      1. Erstens würde man damit praktisch zugeben (Maidan/Nuland, Minsk), mit verantwortlich zu sein.
        Zweitens würde damit ein wichtiger Teil der Kriegsgründe (NATO) nur sehr unterbelichtet gestreift.
        Drittens ist es egal, wie man es nennt, wenn man kein Staatsmann ist. Dass es in Russland offiziell nicht „Krieg“ heißt, hat juristische Gründe (Kriegserklärung/Kriegsrecht etc), nach UN-Charta sollen alle „acts of aggression or other breaches of the peace“ möglichst gemeinsam verhindert/vermieden werden.

    1. Warum soll Krieg immer Unrecht sein?
      Was war denn mit den kolonialen Befreiungskriegen? Hatten die Vietnamesen kein Recht auf Befreiung? Oder die ganzen afrikanischen Staaten? Hätten die warten sollen, bis die Kolonialstaaten sich freiwillig verabschiedet hätten?

      1. Na ja, nachdem sich alle Staaten, die der UN angehören, verpflichtet haben (UN-Charta, Art 1), keine Kriege zu führen, wird Krieg halt als „Verbrechen“ gehandelt und sogar als „Kriegsverbrecher“ tituliert (obwohl das etwas ganz anderes ist), wer einen Krieg (oder eine SMO) beginnt.
        Seltsam, dass eine Verletzung des zweiten Teils dieses Artikels 1 (nämlich die Verpflichtung, alles zu tun, damit es eben nicht zum Krieg kommt – z.B. Verhandlungsvorschläge wie den russischen Ende 2021 nicht einfach abzubügeln) offenbar im Westen nicht als Verbrechen gewertet werden.
        Aber das ist doch das Schöne am „Völkerrecht“. jeder legt es so aus, wie er es braucht.

  6. Es gibt übrigens eine höchst interessante Neuentwicklung, die – wie die Drohnen – offenbar vom Iran initiiert wurde: Angriffe auf Rechenzentren. Diese begannen erstmals durch den Iran Anfang Merz dieses Jahres. Seit diesem September gibt es nun auch massive russische Angriffe auf ukrainische Rechenzentren.
    Interessant ist es, weil Rechenzentren zum einen tatsächlich eine äußerst kritische Dual-Use-Infrastruktur sind und zum anderen bisher einen „blinden Fleck“ dargestellt haben. Über das Warum kann man trefflich spekulieren, aber es scheint so zu sein, dass man Rechenzentren nur durch Cyber- aber nicht durch Drohnen-Angriffe gefährdet sah. Entsprechend sind die Gebäude zumeist ungeschützt und wohlbekannt. Vielleicht spielt das „Cloud“-Marketing der Tech-Konzerne hier eine Rolle, nachdem die Daten „immateriell“ und „ubiquitär“ und allenfalls durch Hacker gefährdet seien.
    Diese Illusion wurde erst durch den – ironischerweise deutlich rationaleren Gottesstaat – Iran entzaubert. Nun ist auch Russland drauf aufgesprungen – das offenbar derselben Illusion verfangen war (sonst hätte es viel früher damit angefangen) oder vielleicht auch, um sich Zeit zu verschaffen, erst die eigenen Rechenzentren zu sichern. Für den Westen und insbesondere die USA ist dieser Tabu-Bruch jedenfalls der Super-GAU – das ganze Versprechen der „transzendenten“ Überwelt liegt in Trümmern – zertrümmert durch einfache physische Angriffe.

    1. Daten, von denen kein Backup existiert, sind per Definition sowieso unwichtig.

      Kann man erweitern: Rechenzentren, zu denen kein Backup existiert sind entbehrlich.

      1. Und wenn die Rechenzentren – nicht eins, nicht zwei, sie brauchen eher drei oder vier oder fünf, Hunderte gar – das Backup sind? Schön verteilt auf der Scheibe? Habe ich mich doch schon immer gefragt, warum Amazonien oder wer auch sonst. mitten z.B. auf einer arabischen Halbinsel wo es neben Tischtuchträgern nur Kamele gibt – und zugegeben, auch Sklaven – jedenfalls sonst nichts was al Kunden für nichtrussische Wildberries herhalten könnte.

        Die paar wenigen Kabel, die die ganzen ‚Wolken‘ – angeblich overseas – versorgen, die Existenz lebensnotwendiger Unternehmen in Europa und anderswo zu versorgen, die sich doch schnell … entsorgt? Schließlich hat man durch eigenes Wirken erleben düfen – in der Ostsee vielleicht? – wie schnell es gehen kann, dass … Nee, nee! Die Herrschaften mit den Kaffeekannen-Wärmern auf dem Kopf hatten wohl schon den richtigen Riecher!

    2. Der russische Generalstab hat die Rechenzentren schon immer auf der Rechnung. Aber es gab politische Vorgaben von Putin. Man wollte irriger Weise mit angezogener Handbremse Krieg führen.

  7. M. E. ist der Autor Teil des Problems weil er nicht begriffen zu haben scheint dass die sog. Aufklärung gescheitert ist, zweckentfremdet wurde, und deshalb das westliche Wunschdenken und der Bellizismus zum Zeitgeist mutierten, weil der Intellekt, Verstand und Vernunft, perdu gingen!

  8. Gernot Erler hat für den NATO-Krieg in Jugoslawien (Kosovo) und in Afghanistan gestimm … äh Pardon für die ‚humanitären Interventionen‘. Heute gibt er sich als Friedensengel.

  9. Sehr geehrter Herr Dr. Erler.

    Knüpft Ihre Einlassung nicht an die seit Jahrzehnten falschen Sichtweisen der westlichen Politik und Darstellungen?

    1) Kuba -> Russland als Aggressor, weil es Atomwaffen auf Kuba stationieren wollte (Vorgeschichte?)
    2) Afghanistan -> Russland ist dort einmarschiert und nach Jahren des Konfliktes und unter Mithilfe des freiheitlichen
    Westens konnte dort Russland von einfachen Mudschaheddin besiegt werden. (Vorgeschichte?)
    (Etymologie Mudschaheddin = „jemand, der den Dschihad betreibt“ Ein Kind dessen war Osama bin Laden, der nicht vom Himmel gefallen ist sondern von der CIA und dem Wertewesten geschaffen, gefördert und finanziert wurde)

    3) Georgien -> Russland marschiert ohne Grund dort ein und begeht einen Völkerrechtsbruch. (Vorgeschichte?)
    4) Ukraine -> (s. Georgien) Russland marschiert dort ein und begeht einen Völkerrechtsbruch. (Vorgeschichte?)

    Und das sind nur SEHR wenige aber prominente Beispiele!

    Texte, die mit „Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine….“ klammern jegliche Realität aus und führt nie zu einem dauerhaften Miteinander und konstruktiven Ergebnis.

    Alle oben genannten Zwischenfälle hatten eine Vorgeschichte, die vom „feministisch-wertebasierten Westen“ ausgegangen sind und/oder befeuert wurden!

    Wer dauerhaften Frieden schaffen will, sollte nicht nur auf das Gegenüber schauen, sondern sich dem eigenen „Ich“ stellen und das eigene Handeln hinterfragen.

    Die SPD* ist leider dazu ungeeignet, da sie schon sehr lange nicht mehr Teil der Lösung ist, sondern Teil des Problems!
    (*so wie alle NSDAP-Nachfolgeparteien der heutigen politischen Landschaft in Deutschland)

    Sie hat das Erbe von Männern und Frauen wie Willy Brandt, Helmut Schmidt und Annemarie Renger nicht nur entehrt, sondern davon nur noch verbrannte Erde hinterlassen und ist zu einer pseudolinken Unkenntlichkeit verkommen.

    Etwas, dass sich sozial gibt und in Wirklichkeit bis zur Halskrause im politisch rechten, kapitalistischem Spektrum steht.

    1. …sollte nicht nur auf das Gegenüber schauen, sondern sich dem eigenen „Ich“ stellen und das eigene Handeln hinterfragen.

      Vor allem, wenn das (Teil-) Problem bei einem selbst liegt, ist es dann einfacher, sich dessen zu entledigen. Doch es beherrscht die Akteure des sichtbaren Polittheaters eine allgemeine Unfähigkeit, eine archaische Angst des Gesichtsverlusts, der ein Spektrum hervorbringt, dass angefangen beim gesellschaftlichen Clearing aus der öffentlichen Wahrnehmung bis zum Vernichtungswillen des Gegenübers reicht.

      Gernot Erler: 2014-2018 Russland-Beauftragter der deutschen Bundesregierung [sic!]

      Kannst‘e dir nicht ausdenken sowas. Was hat er denn da so gemacht, um den Pretext der „robusten Ukraine-Unerfreulichkeit“ zu verhindern? Man weiß es nicht. Aber heute wedelt er aus seinem Ruhestand heraus wahlweise mit »strategischen Atomwaffen« oder »soziales und nachhaltiges Europa«. Wenn das nicht ein „full spectrum derailing“ ist, um sich mal kurz der PsyOps-Sprache zu bedienen. Wer das für übertrieben hält, lese den letzten Absatz einfach mal laut vor, da bleiben keine Wünsche offen, vielleicht noch die „Horden aus Ostasien“.

  10. > Wir brauchen einen Friedensdiskurs

    Den Friedensdiskurs gibts bereits. Was wir brauchen ist ein Ende der Spaltung. das ist derzeit das Hauptproblem. Linke kämpfen gegen halblinke, die gegen mitte, die gegen halbrechts …usw. Das kann man sich an den Friedensorganisationen angucken, alle grenzen sich gegenseitig aus, so bilden sich derzeit immer neue Friedensorganisationen.

    Begonnen hat das mit dem Rechtsframing von Kritikern der Regierungspolitik. Seitdem bekämpfen sich die Bürger gegenseitig.

    1. Neulich habe ich hier irgendwann mal wieder den Orwell, den George erwähnt mit seiner kleinen Fibel „Mein geliebtes Katalonien“. Da wird das, was der Patient-0 so schön beschreibt mit seinem Kampf der Linken untereinander am Beispiel Spanien in den dreißiger Jahren penibelst offengelegt. Als ich das zum ersten Mal lesen durfte – irgendwann in den Neunzigern – dachte ich doch gleich „Ach was, schau an!“ und – ungelogen – gleich mal auch explizit an eben diesen Herrn, seinerzeit Mitglied des Hohen Hauses in Bonn am Rhein! Warum? Kommt demnächst weiter unten!

    2. Neulich habe ich hier irgendwann mal wieder den Orwell, den George erwähnt mit seiner kleinen Fibel „Mein geliebtes Katalonien“. Da wird das, was der Patient-0 so schön beschreibt mit seinem Kampf der Linken untereinander am Beispiel Spanien in den dreißiger Jahren penibelst offengelegt. Als ich das zum ersten Mal lesen durfte – irgendwann in den Neunzigern – dachte ich doch gleich „Ach was, schau an!“ und – ungelogen – gleich mal auch explizit an eben diesen Herrn, seinerzeit Mitglied des Hohen Hauses in Bonn am Rhein! Warum? Kommt demnächst weiter unten!

  11. Der Autor, ein Herr Erler so, so! Aus dem Erhard-Eppler-Kreis, mach Sachen? Mit dem Stegner auch noch und erst recht dem Drachentöter, dem Biermann? Herrschaftszeiten! Heißt es nicht, die Hoffnung stirbt zuletzt? Wir sind also tatsächlich endlich am Ende angelangt? Sapperlott!

    Zurück zum Autor! So viel werde ich wohl sagen dürfen zum Autor! Wegen diesem ehrenwerten Herrn bin ich vor über vierzig Jahren – nicht wg. ihm als Ursache, wohl aber als finaler Anlass – aus deeeer Partei ausgeschieden. Und seit er vor Jahren aus dem Hohen Hause ausschied – der hochgeschätzte Russland-Expeeeert – hatte ich eine neue Hoffnung. Nämlich die, nie mehr von ihm auch nur ein Jota zu hören, weder über Russland noch über sonstwas. Und jetzt heute Morgen dieser Grusel-Moment. Ausgerechnet auf OM – doch das. passt!

    Was zu seinem „Erguss“ zu sagen wäre, haben ja der ein oder andere Mitforist mir schon abgenommen, merci vielmols!

  12. Wat is’n Dampfmaschin? Da stellen wir uns mal janz dumm und sagen ’n Dampfmaschin, dat is e’ne jroße, runde, schwarze Raum.“
    •Es handelt sich -klar erkennbar- um eine (von vielen) PR-Aktion für einen Erguss/Buch, der/das nicht speziell für dieses illustreMagazin kreiert wurde, aber wohlfeil vermarktet wird.
    Der hauptsächliche (aber konstant zunehmende klägliche)Rest an „AufVerKlärung“ und seine Aus/Zielrichtung sprechen ebenfalls eine deutliche Sprache, so man nicht auf beiden Augen taub ist.
    •Darum „stellen“ wir uns auch heute mal janz dumm und fragen uns (!nicht!), WER für Inhalt/Qualität verantwortlich zeichnet, denn die Antwort könnte irritieren, da:
    selbst MSM von allerhöchster und informativer Güte wären, würden sich nicht permanent, ungefragt und -gewollt die Falschen hineinzwängen und das Programm „fremdbestimmen“.
    Aber wer wollte sehen wollen, wenn es „e’ne jroße, runde, schwarze Raum“ gibt, in den man sich denken kann, was genehm ist.

  13. Ralf Stegner kritisiert und beschimpft die AfD immer wieder gerne wegen ihrer angeblichen Putin-Nähe.

    Gleichzeitig macht er einen auf Friedenstaube.

    Was denn jetzt?

    Um das zusammenzukriegen bringe ich nicht genug Willen zur kognitiven Dissonanz auf.

    Das ist es auch, was mich inzwischen generell an der SPD ankotzt: Dieses Herumlarvieren und diese Bereitschaft, andere auszugrenzen, weil einem was nicht an denen passt, auch wenn man bei einem bestimmten Punkt die gleichen Ziele hat.

    Die Ukraine soll nach 4,5 Jahren Krieg mit Russland sprechen, aber die „Friedenstauben“ der SPD nicht mit denen der AfD?

    Das ist absolut lächerlich und in meinen Augen keine pazifistische Haltung, denn Pazifisten stellen den Frieden über alles, weil jeder Normalbürger im Krieg überhaupt nichts zu gewinnen, aber alles zu verlieren hat und es ist vollkommen gleichgültig, auf welche Weise man zu dieser Erkenntnis gelangt: Linksherum oder Rechtsherum.

    Man kann nicht aus den falschen Gründen das Richtige wollen. Es zählt nur, DASS man das Richtige will! Und das Richtige ist es, Krieg zu vermeiden, was man auch kann, wenn man Pazifist ist. Niemand wacht morgens auf und überfällt aus Spaß andere Länder. Jeder Krieg hat eine Vorgeschichte und genau da setzt Pazifismus an. Man drängt keinen in die Ecke. Man provoziert nicht.

    Und ja: Auch Nazi-Deutschland hätte 1919 verhindert werden können. Der Versailler Vertrag war ein Riesenfehler und das angebliche „Appeasement“ 1938 beim Münchner Abkommen der Versuch Englands und Frankreichs, dem hochgerüsteten Hitler-Deutschland noch etwas Zeit abzuluchsen, um selbst aufrüsten zu können! 1938 war es viel viel zu spät für einen angeblichen Frieden!

    Man kann nicht militaristisch und in „The Winner takes it all“-Kategorien denken und dann im letzten Moment einen auf Pazifist machen, um dann zu behaupten, Pazifismus funktioniere nicht.

    Doch, Pazifismus funktioniert! Man müsste es halt wollen, aber wer will das schon, wenn sich mit Rüstung soviele schöne Steuermilliarden abpressen und mit der Angst so schön regieren lässt?

    Für Leute wie Stegner, der ja an diesem angeblichen Friedenstäubchen-Buch beteiligt ist, ist Frieden meiner Ansicht nach aber auch nur ein Verkaufsargument. Wäre er wirklich pazifistisch und wirklich an Frieden interessiert, dann würde er keine Politiker ausgrenzen, die in diesem Punkt das Gleiche wollen.

    Warum ich mich gerade an der SPD so abarbeite? Weil das meine ehemalige Partei ist und ich laufend kotzend könnte, was aus ihr geworden ist! Wenn die SPD die AfD nicht so vollständig ablehnen würde, dann hätten es Leute wie Weidel, Lucassen und andere nicht so leicht, die AfD in Richtung NATO zu drehen. Weidel würde die Meloni machen, davon bin ich fest überzeugt. Durch die Ausgrenzung durch die anderen Parteien können sich solche Transatlantiker aber in der AfD halten, weil Außendruck immer Solidarität im Inneren erzeugt.

    Es. kotzt. mich. an!

  14. Hier wird eine regelrechte Kampagne gegen den Erhard Eppler-Kreis der Friedensbewegung geführt. Aber Overton verbietet Antworten auf jeden einzelnen Beitrag. Deshalb hier mein Versuch einer SAMMEL-Antwort:

    Die Überschrift des Angriffskriegs, über die sich hier einige aufkeksen, stammt vom Overton-Magazin. Der Eppler-Kreis hat sie nicht geschrieben. –> Wer ganze Sätze bis zum Ende liest, ist klüger!
    Das Manifest kann ohne fremde Überschriften hier eingesehen werden: — https://www.erhard-eppler-kreis.de/manifest/

    Ich bin sehr froh, dass dieser Eppler-Kreis linker Sozialdemokraten sich in der Friedensbewegung beteiligt – mit ihrer Politik der Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE und OSZE), die uns viele Jahrzehnte Frieden und Wohlstand eingebracht hat!

    Ich selber weiß, was der Ralf Stegner für ein alter Stinkstiefel ist (ein übler Beschimpfer der Pazifisten und Intrigant). Aber gegen den Großteil der Sozialdemokraten, die das Manifest tragen, ist nichts einzuwenden. Jeder kann die Namen googeln:
    Wolfgang Biermann, Axel Fersen, Ute Finckh-Krämer, Arno Gottschalk, Wolfgang Lieb, Hans-Jochen Luhmann, Hans Misselwitz, Michael Müller, Rolf Mützenich, Joachim Schuster und Heinz Stapf-Finé.

    Sie sind natürlich Sozialdemokraten und ich war nie einer. Trotzdem schätze ich ihre kompetenten Beiträge zur Friedenssicherung und Abrüstungskontrolle. Genau solche Beiträge brauchen wir. Sie fehlen überall!
    Sie fehlen ganz besonders der gegenwärtigen, inkompetenten Regierung (einschl. der Kasernenhof-SPD). – Und die AfD hat zur Friedensssicherung auch nix zu bieten. Sie will genauso oder sogar noch schlimmer aufrüsten wie die Regierung, und sie will die Jugend in Wehrdienst und Militarismus zwingen!

    1. Herr Erler schreibt:
      „Die Folgen des Krieges gehen nämlich weit über die Ukraine hinaus. Ohne ihn wäre es wahrscheinlich auch nicht zu dem Hamas-Attentat und der schrecklichen Bombardierung des Gaza-Streifens gekommen und auch nicht zur Bombardierung des Irans. Der Ukraine-Krieg hat die Büchse der Pandora geöffnet.“

      Wie kann Herr Erler sowas behaupten ohne
      die Nato und den Jugoslawienkrieg zu nennen?
      Die Büchse der Pandora wurde von der Nato geöffnet, völkerrechtswidrig Jugoslawien bombardiert schon vergessen? Kosovo aus Serbien mittels Bomben herausgebrochen alles vergessen?
      Die Büchse wurde weiter vom Westen geöffnet in Libyen, Afghanistan, Irak, Iran….!
      Die Personalie Trump kam wie gerufen für Netanjahu, alleine hätte Israel den Iran nicht angegriffen.
      Angriffskriege der USA/Israel werden toleriert, schon immer und aktuell auch,
      heute bekommen die Bürger zu hören, Israel macht die Drecksarbeit für „uns“, Kanzler Merz und Trump will den Iran von der Landkarte streichen, was sagen Sie dazu Herr Erler?
      Die Frage können Sie an Ihre Mit-Autoren weitergeben, ich bin gespannt auf die Antwort.

  15. „..Wiso spricht man dauernd vom russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine…“

    weil es so ist?

    Demokratie muss auch Idioten aushalten, damit meine ich nicht den Autor…

Schreibe einen Kommentar

Bitte beachten Sie unsere Kommentarregeln : Bleiben Sie sachlich, respektvoll und beim Thema. Wir behalten uns vor, insbesondere Kommentare zu entfernen, die Beleidigungen, Spam oder persönliche Angriffe enthalten.

Pro Beitrag sind maximal 5 Kommentare (inklusive Antworten auf andere Kommentare) zulässig.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bitte schreiben Sie mindestens 100 und höchstens 10000 Zeichen.

0 / 10000 Zeichen