
„Jabaroot“ hat die Drohung umgesetzt und Daten zu Geheimagenten veröffentlicht, die in ganz Europa für Marokko spionieren sollen. Auch bei der „Ceuta-Invasion“ sollen marokkanische Geheimdienstler federführend gewesen sein. Bei Jabaroot könnte es sich um einen marokkanischen Snowden handeln, der aus Deutschland operieren könnte. Gedroht wird nun, auch Einsatzbefehle für den Ansturm auf die spanische Exklave Ceuta vor einem Monat zu leaken.
Es ist wohl die größte Geheimdienstkrise in der jüngeren Geschichte Marokkos, welche die „Hackergruppe“ über die Veröffentlichung von 70.381 Mitarbeitern der Geheimdienste des autoritären Königreichs ausgelöst hat. Jabaroot, was übersetzt etwa Allmacht oder Macht bedeutet, hat über einen Telegram-Kanal entsprechende Listen veröffentlicht, der nun aber nicht mehr zugänglich ist. Auch andere Speicherorte sind nicht mehr zugänglich. Bei Google Drive erscheint die Nachricht: „Sie können auf diesen Inhalt nicht zugreifen, da er gegen unsere Nutzungsbedingungen verstößt.“
Die Daten sind aber nun in der Welt. Jabaroot schrieb, man finde hier „die Namen, Geburtsdaten und Identifikationsnummern von 70.000 Agenten der marokkanischen Geheim- und Sicherheitsdienste, die in ganz Europa bei den schmutzigsten Geheimdienstaufgaben im Einsatz waren, wie Spionage, das Anbringen von Abhörgeräten und die Bestechung von Politikern und Unternehmern“. Damit wird zum Beispiel auf Marokkogate angespielt.
Marokko setzte alle Hebel in Bewegung, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Doch die Daten befinden sich längst auf vielen Computern und werden analysiert. Dass Jabaroot diverse erfolgreiche Hacker-Angriffe auf marokkanische Institutionen durchgeführt hat, ist klar. Das wurde zum Beispiel auch vom Fraunhofer-Institut für Kommunikation im vergangenen Jahr dokumentiert. Es war gelungen, Zugang zu vielen sensiblen Informationen strategisch wichtiger marokkanischer Behörden zu erlangen. Dass sensible Daten von zehntausenden Mitarbeitern verschiedener Geheimdienste geleakt werden konnten, zeigt den Umfang der Angriffe an. Veröffentlicht wurden neben den Namen in den Listen auch deren Registrierungsnummern im öffentlichen Dienst, die Ausweisnummern, die Bankverbindung für die Bezahlung oder sogar das Rekrutierungsdatum.
Dass es sich um korrekte Daten handelt, bestreitet nicht einmal das Regime in Marokko. Es versucht die Bedeutung aber herunterzuspielen und die Verantwortung auf den regionalen Widersacher Algerien zu lenken. Aus Rabat wird behauptet, hinter Jabaroot stünden „algerische Patrioten“. Das Königreich behauptet auch, die Daten seien veraltet und stammten von Angriffen auf „Versicherungsgesellschaften“ und „Gesundheitsorganisationen“. Die Geheimdienste DGSN und DGST haben „kategorisch“ jegliche „Verletzung“ ihrer „Informationssysteme oder Sicherheitsdatenbanken“ von sich gewiesen und betonen, dass diese „den höchsten Standards der Cybersicherheit entsprechen“. Dass bei Versicherungen oder der Sozialversicherung aber auch das Datum vermerkt ist, wann die entsprechende Person beim Geheimdienst angeworben wurde, darf stark bezweifelt werden.
Prüfungen der Daten haben unter anderem ergeben, dass zum Beispiel aktuell in der marokkanischen Botschaft in der spanischen Hauptstadt Madrid fünf Mitarbeiter auf der Gehaltsliste der Geheimdienste stehen, 15 Prozent aller Mitarbeiter. Sie wurden in den hier veröffentlichten Screenshots von Listen herausgestrichen. In allen diplomatischen Vertretungen Marokkos im spanischen Staat sollen es sogar elf sein. Die Nervosität in verschiedenen Vertretungen in Europa sei so groß, dass schon verschiedene „Diplomaten“ aus Hauptstädten abgezogen worden seien, wird auch berichtet. Das konnte unabhängig aber bisher nicht bestätigt werden.
In dem Datenpaket, das Jabaroot veröffentlicht hat, befinden sich aber auch noch weitere brisante Hinweise. Denn veröffentlicht wurden schon jetzt Auszüge aus den Einsatzbefehlen der Agenten, die vor und während des Ansturms auf Ceuta am 30. Juli nach Fnideq gereist sein sollen. Die Stadt grenzt an die spanische Exklave Ceuta an. Diese Geheimdienstler sollen den „Massenandrang“ mitorganisiert haben, wie der Ansturm in deutschen Medien gerne genannt wird. Andere sprechen von einer „Invasion“.

Dass das marokkanische Königreich tief in die Vorgänge verstrickt sein musste, daran bestand vom ersten Augenblick an kein Zweifel. Es kommen nicht fast 100.000 Menschen an eine stark abgesicherte Grenze, ohne dass Marokko davon Kenntnis hat und das zulässt (Erneut setzt Marokko seine Bevölkerung zur Erpressung ein). Es ist zudem durch zahlreiche Videos und Aussagen von Beteiligten belegt, dass viele Marokkaner von den Sicherheitskräften mit Lastwagen und Bussen extra zur Exklave gebracht wurden.
Dass sich unter denen, die Ende Juli die Grenze gestürmt haben, auch Geheimdienstler befanden, war spanischen Sicherheitskräften schnell klar. Die paramilitärische Guardia Civil hat einige über Aufnahmen der Überwachungskameras an der Grenze auch schnell identifiziert. Dass das kein Einzelfall gewesen sei, habe deren Generalstab der Zeitung „El Espanol“ bestätigt.
Jabaroot hat auch die Liste dieser Geheimdienstler veröffentlicht und auch die Spione werden angeführt, die sich derzeit weiterhin in Ceuta aufhalten sollen. Angekündigt wurde, auch die Liste derer zu veröffentlichen, die für den Ansturm auf die Grenze verantwortlich waren. Jabroot droht, auch die Einsatzbefehle zu veröffentlichen und spricht von einer „Operation“. Es handele sich um einen „offiziellen marokkanischen Plan, beginnend in Spanien, Marokkaner nach Europa zu überführen“. Jabaroot spricht mit der bisherigen Veröffentlichung von einem „großen Geschenk an Europa und insbesondere an Spanien“. Verantwortlich für die Operation Ceuta soll der Geheimdienstchef Abdellatif Hammouchi und Fouad Ali el Himma sein, der wichtigste Berater von König Mohamed VI.
Die renommierte französische „Le Monde“ hat die Daten analysiert und stellt fest, dass sich darin auch Angaben befinden, die bisher nicht öffentlich waren, wie zum Beispiel das Geburtsdatum von Hammouchi (7. Oktober 1966). Die Recherchen hätten ergeben, dass hinter Jabaroot fünf Ex-Spione des marokkanischen Geheimdienstes stecken. Sie sollen wegen gravierenden Widersprüchen den Dienst verlassen haben und sich im europäischen Exil befinden.
Andere Quellen behaupten aber, es handele sich vermutlich um keine Gruppe, sondern um einen „Einzelkämpfer“, eine Art marokkanischer Edward Snowden, der die marokkanischen Sicherheitsdienste von innen gut kennt. So zitiert die spanische Zeitung „El Mundo“ Cybersicherheitsfirmen, die Spuren von ihm verfolgt hätten. Das französische Unternehmen CybelAngel meint, diese führten sie zu einer Person, die „möglicherweise Informatikingenieur“ sei. Der bezeichne sich selbst als „Tunesier“ und „lebt in Deutschland“, was auch die Konkurrenz bestätigt habe. Die spanische Firma Navak meint demnach, dass es sich um einen ehemaligen marokkanischen Geheimdienstler handeln müsse, denn der Grad der Penetration „lässt sich ohne vorherigen privilegierten Zugriff kaum erklären“.
Wird die spanische Regierung von Marokko erpresst?
Soweit einige Spekulationen über Jabaroot. Man darf jedenfalls auf weitere Veröffentlichungen gespannt sein. Vor allem angesichts dessen, dass Jabaroot auch eine interessante Frage gestellt hat: „Wen interessieren die Pegasus-Daten in Bezug auf Pedro Sánchez?“ Tatsächlich wurde 2022 bekannt, dass in Spanien nicht nur katalanische Aktivisten und Politiker über die israelische Spionagesoftware Pegasus ausgespäht wurden, sondern auch die Handys von spanischen Regierungsmitgliedern. Alle Hinweise wiesen auf Marokko hin, das unter anderem auch den französischen Präsidenten Emmanuel Macron angegriffen habe.
Auffällig war, dass sich die Position der Sánchez-Regierung ab diesem Zeitpunkt völlig verändert hat. Sánchez leitete einen radikalen Schwenk in der Frage der Westsahara ein. Nach Donald Trump erkannte auch die ehemalige Kolonialmacht Spanien plötzlich die Souveränität Marokkos über die von Marokko illegal besetzte Westsahara an. Dass Spanien und der sozialdemokratische Regierungschef Marokko trotz der Vorgänge in Ceuta weiter mit Samthandschuhen anfasst, lässt erneut die Gerüchte ins Kraut schießen, dass Rabat über viel Erpressungsmaterial verfügen könnte. Die Skandale um den Ex-Sozialistenschef Zapatero und ehemalige Führungsmitglieder der Sánchez-Regierung bieten dafür auch Material.
Die Lage in Ceuta hat sich in einem Monat alles andere als normalisiert. Noch immer halten sich einige tausend vor allem junge Menschen in der Exklave auf, die beim Massenansturm dabei waren. „Vermummte Personen mit paramilitärischem Erscheinungsbild, die in Übergriffe verwickelt sind“ nennt die Lokalzeitung die Rechtsradikalen, die die Lage ausnutzen, um Stimmung zu machen. Die Ultras sind ungehindert in die Exklave gereist und greifen dort Marokkaner und andere an, die sie dafür halten. Sie zerstören und brennen deren improvisierte Behausungen ab. Dass die Polizei entweder nicht anwesend ist oder sogar untätig dabei zuschaut, wie hier im Video zu sehen, lässt tief blicken.
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Schön, hier davon zu erfahren. Es ist erstaunlich, dass sonst wieder einmal Schweigen im Blätterwald herrscht.
Wenn die Leaks nicht von befreundeten Geheimdiensten stammen wie vermutlich die Panama-Papers, die vor Veröffentlichung gefiltert wurden, sind sie eher unerwünscht.
KI zu Bestechung:
Laut Berichten von Geheimdiensten und Ermittlern ging es Marokko bei den Zahlungen und Gefälligkeiten an EU-Abgeordnete im Kern um zwei geopolitische Kerninteressen:
* Ratifizierung von Handelsabkommen: EU-Abgeordnete sollten dafür gewonnen werden, Fischerei- und Agrarabkommen mit Marokko zuzustimmen, die explizit das Territorium und die Ressourcen der besetzten Westsahara einschließen – obwohl dies der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes widersprach.
* Verwässerung von Menschenrechtsberichten: Kritische Passagen zur Situation der Sahrauis in der Westsahara sollten gezielt aus offiziellen Berichten des EU-Parlaments gestrichen oder abgeschwächt werden.
KI zu konkreten Vorfälle im Parlament:
Kritiker und Ermittler verweisen auf auffällige Abstimmungsmuster. So stimmte das EU-Parlament in der Vergangenheit mehrfach für Wirtschaftsabkommen, welche die Westsahara einbezogen. Noch während des Auffliegens des Skandals Ende 2022 stimmte eine Mehrheit der Abgeordneten zunächst auffallend zögerlich für eine offizielle Rüge Marokkos, während Katar im selben Zuge sofort scharf verurteilt wurde.
Jetzt müssen wir nur noch herausfinden, welcher der unbegleiteten Minderjährigen ohne Ausweis, welcher Agent ist. schwieriges Unterfangen und überhaupt: erlaubt das das EU-Datenschutzgesetz? Schon die Feststellung des realen Alters war doch in, ähm, zuwanderungsfreundlichen Kreisen „umstritten“ (was kam da überhaupt raus, darf man das jetzt)?
Hier nun erstaunt die bloße Zahl der Mitarbeiter. Die CIA hat maximal 22.000 Mitarbeiter, der FSB maximal 15.000. Aber Marokko über 70.000. Da staunt man.
Was machen die? Auch im Artikel klingt es an: sie versuchen, so viel wie möglich Flüchtlinge nach Europa zu bringen. Im Hintergrund immer Katar, was für unbegrenzte Geldmengen steht.
Über Ceuta wird kaum noch berichtet. Offiziell sind die an die 80.000 Marokkaner alle wieder in Marokko. Das wird von rechten Blogs vehement bestritten. Es seien da noch etwa 10.000 Migranten verblieben, die gewalttätig seien und Frauen belästigen. Wobei der Verdacht geäußert wird, dass sie heimlich nach Spanien transferiert werden. Jedenfalls tut das spanische Militär nichts, um die Situation zu bereinigen. Auch die Polizei nicht, die nun offenbar die Einheimischen zwingen will, die Hunde nicht mehr auszuführen, weil das die Muslime erzürnt:
https://x.com/BasilTheGreat/status/2089812015799832947
Wie gesagt, sind das rechte Blogs, die Bilder sind aber überzeugend. Überhaupt wird das ja nun zu Nachfragen führen, auch in der EU. Dass Marokkogate in 2023 so ganz ohne Konsequenzen blieb, wird nun doch etwas hinterfragt werden.
Die Hacker bezeichnen ihre Tat als „Geschenk“ an die Europäer. Zurecht, würde ich sagen.
Dass schon Leute heimlich nach Spanien transferiert werden, ist rechter Müll. Dass es einige schaffen, unter Lastwagen… ist klar. Es gibt ja gerade Streit um 500 Mädchen, die bisher nicht einmal umverteilt werden konnten, weil die PPVOX der PP in Ceuta in die Parade fährt und in den vielen von ihr regierten Regionen niemanden aufnehmen will. Dann sagen natürlich auch Basken und Katalanen Nein, wenn sie wieder einmal allein zur Kasse gebeten werden sollen.
Das mit dem Hund war eher eine Anektode ohne großen Hintergrund. Die Bullerein ist in der Überzahl auf der Seite der Ultras und nimmt da auf die Leute keine Rücksicht. Ich muss sagen, dass mir das auch egal wäre. Es geht nicht, dass jemand kommt und dir seine Lebensweise aufzwingt. Das geht zu weit und da muss eine Linke klar Stellung beziehen, auch was sexuelle Übergriffe und so angeht. Dass Marokko sich der vielen jungen Leute entledigen will, Ceuta unter die eigene Kontrolle bringen will, ist wahrlich auch kein Geheimnis.
Gut, dass du die Wahrheit kennst und weißt, was „im Geheimen“ geschieht! Wie heißt denn deine Quelle der Aufklärung oder basiert deine Aussage nur auf den üblichen linken Glaubenssätzen?
Wenn man hier noch diskutieren und zitieren könnte, würde ich dir die Indizien dafür vorlegen, dass die linke spanische Regierung vor dem Ceuta-Vorfall Bescheid wusste und auch jetzt noch nicht so durchgreift, wie es geboten wäre, was nur den Schluß zulässt, dass ihr die Sache letztendlich so willkommen ist, wie Merkel die Grenzöffnung in 2015…
Ach komm, wenn du was behauptest, solltest du das belegen. Es gibt keinen Beleg dafür, dass die Leute heimlich rausgebracht werden. Dass sie nicht rausgebracht werden, ist ja das Problem der rechten (ultrarechten) Regionalregierung von Ceuta. Nur sind es genau die Kameraden in den von PP und VOX regiert werden, die eine Verteilung verhindern und ihre Leute in Ceuta im Regen stehen lassen. Gut, dahinter steckt Methode, die wollen den Zoff produzieren, den Ultras schon vom Zaun gebrochen haben und so tun, als sei es das „Volk“. Das haben wir in Torre Pacheco…. auch schon gesehen.
Das ist sicher nicht die Zahl der Hauptamtlichen, sondern einschließlich der Spitzel.
Und du glaubst sicher nicht, dass die CIA nur 22.000 inkl. Spitzel hat?
Wahrscheinlich haben sie allein in D tausende Inoffizielle Mitarbeiter.
Ist es sicher, dass zugereiste Rechtsextremisten gegen die in der Stadt verbliebenen Marokkaner vorgehen? Nach dem, was ich in deinen deinen Artikeln las, sollten die Einwohner der Stadt selbst reichlich Grund zum Missfallen haben.
Die Einwohner haben, weil viele Ultras am Wochenende da waren, die Demo am Samstag abgesagt und erst am Sonntag wieder am Abend demonstriert, friedlich, da viele Faschos wieder weg waren.
hier ein Link zu der Aussetzung der Demo wegen Faschos.
https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&opi=89978449&url=CAESwQEB6zswFRnwOVnfhO2jND3KgbIKva6oOnI-ORKP5w2YZ42XLHwzsddzAVPghdJImi10ts95pXj9JqbYWfrQfwiTnVE8ue5ZCrAX1_cYU8waZ0fFPNWG1wqPtJZTvV4JzBUW3EEsjP_6x-KfgSe26vF2d7KBhzoxD6KWFm06sMLoGZrfb87SXm_kwameDbb_OM9wg8cwYaHrnlD2puvTID0HwcgSmFIXLemgR-csOaZtc4K0wClVaS_nKBjhZyKnYx4D&ved=2ahUKEwiUm4PNwcqWAxUV8gIHHWR_DL8QFnoECFgQAQ&uoh=1&usg=AOvVaw1dpeM7UhZ02SueoU753A9r
Sehr spannend, und ich entdecke wie naiv mein Denken über Geheimdienste war. 70000 Geheimdienstler in Marokko? Du meine Güte, wieviele haben wir denn davon?
Seit 2001 werden jedes Jahr die Budgets erhöht – nach jedem Terroranschlag vervielfacht. Rat mal, wo das inzwischen liegt.
Vorsicht bei angeblichen Geheimdienstinformationen. In dem Geschäft wird gelogen und manipuliert, dass sich die Balken biegen.
Naja die englisch-sprachigen Faschisten beschäftigen Millionen „Mitarbeiter“ in ihren Geheimdiensten, in deren „diplomatischen Botschaften“ dürfte die Durchsetzung nahe 100% betragen. Vor allem ist das in solchen auf Korruption und Gesetzlosigkeit beruhenden Staaten wie den USA mit ihren unzähligen Geheimdiensten gar nicht mehr auseinander zu klamüsern.
Was in Marokko spätestens seit Hassan II immer existierte, war eine massive Durchsetzung der Zivilgesellschaft mit Spitzeln. Die Angst irgend etwas falsches zu sagen und dann Besuch zu bekommen ist nach wie vor sehr groß.
Stimmt für Marokko, stimmt für die USA und ist in Russland aber auch nicht anders, dass du hier ja offenbar bewußt auslässt.
Die Einwohner haben, weil viele Ultras am Wochenende da waren, die Demo am Samstag abgesagt und erst am Sonntag wieder am Abend demonstriert, friedlich, da viele Faschos wieder weg waren. a
Es dürfte für einige Beteiligte ziemlich ungemütlich werden, hinweisen möchte ich auch darauf, in Marokko sind im September Wahlen.
Bereits vor einem Jahr wurden von der besagten H-Gruppe ein pikantes Grundstücksgeschäft des Justizministers von
Marokko (Ouahbi) geleakt, der mittels einer Schenkung an seine Frau ein Grundstück „verschoben“ hat, es war lediglich eine Einschreibungsgebühr fällig, Sachen gibts im Magreb, aber gehen wir lieber zu anderen Nachrichten über.
Ein Forist eines vorherigen Streck-Artikels warf die These hier in den Ring, die „Invasion“ von Ceuta wäre u.U. ein eher
spontanes Ereignis.
Dies ist inzwischen hinreichend untersucht worden, verweisen möchte ich hierzu auf eine Untersuchung des spanischen startups „Golden Owl“, das mit der Uni in Alicante verzahnt ist. Spuren von Marokko aus führten in die Türkei zu einer
Gruppe von 5 Beteiligten, die ihren Ursprung in Casablanca hatte (Beitrag in Spanisch und Englisch).:
https://goldenowl.ai/es/resources/research/The-Ceuta-Mobilisation-Network-Recruitment-Amplification-and-Operational-Security
Ein etwas pikanter Beitrag von Juan Manuel de Prada (Ceuta está perdida// Ceuta ist verloren) gibt einen kleinen Einblick
darin, wie sehr die rechte Szene auf Hochtouren gelaufen ist und läuft. Seit Anfang August wird mit aller Heftigkeit agiert, die politischen Beteiligten geben sich vor Ort die Klinke in deie Hand.
https://eldiestro.info/2026/08/juan-manuel-de-prada-vapulea-a-pedro-sanchez-por-su-reaccion-ante-la-crisis-de-ceuta-para-lamer-alm0rranas-alauitas-hace-falta-un-alma-anelida/
Es gibt allerdings auch positive Nachrichten:
-Marokko hat der geplanten 4800 km langen Stromtrasse mit dem Grossprojekt „Sila-Atlantik“ von Marokko nach Deutschland die offizielle Unterstützung erteilt, ab 2030 (?)also grüner Strom nach Norden, wir finden bei diesem 30 Milliarden Dollar Projekt viele alte Bekannte: E.ON, Uniper, Con Energy und Octopus Energy,…. .
– Vor Wochen wurde bereits mitgeteilt, aus Algerien gibt es ab dem 01.01.2027 mehr Gas für Deutschland, kein
Wunder also, dass der deutsche Aussenminister zur Kontaktpflege gerade nach Tunesien und Algerien reist.
mfG
Wenn Deutschland mehr Gas aus Algerien bekommt, wie Spanien, werden wir auch Angriffe aus Marokko erleben. Die Ceuta-Geschichte kam nach einem Sanchez-Besuch in Algerien, wo entsprechende Abkommen geschlossen wurden, steht ja auch in verlinkten früheren Artikeln von Streck. Dass der Erzfeind gestärkt wird, passt Marokko gar nicht. Die schicken nun die konfliktive Jugend raus, für die kein Angebot haben und wir sollen uns mit denen rumschlagen und darüber destabilisiert Marokko die EU. So verstehe ich den Plan.
Spanien muss mit beiden Nachbarn aus
vielerlei Interessen zusammenarbeiten, gerade im Energiesektor gibt es erhebliche wirtschaftliche Interessen und gegenseitige Beteiligungen, z. B. die neue
TSGP von Nigeria nach Algerien, weiterhin
die Erschliessung/Testbohrungen im Niger.
Deutschland möchte ebenfalls Beides.
Gas und grünen Wasserstoff aus Algerien und Solarstrom aus Marokko.
Viele Abhängigkeiten bestehen hier auf 2.
und 3. Ebene, die zumeist möglichst geräuschlos laufen und geschmiert werden.
Marokko und Algerien haben in der Hinsicht ein deutlich gewachsenes Selbstbewusstsein, die sind nicht mehr Türsteher sondern ihnen gehört die Tür.
mfG
Die etablierte Schicht in Marokko sorgt in erster Linie für sich selbst, schliesslich gibt es immer noch 39% Arbeitslosigkeit in Marokko (Personen unter 30) trotz einem ungebrochenem Aufwärtstrend in teilindustrieller Produktion wie z.B. Maschinenbau, Luft- und Raumfahrttechnik und solchen Fabriken wie DACIA.
Die Marke Dacia wurde vor mehr als 20 Jahren von einer Gruppen von grösstenteils spanischen Renaultingenieuren hoch gefahren, heute ist die Marke etabliert, sie war einmal als Grundprodukt für Schwellenländer im Ursprung konzipiert. Die Zeiten sind längst vorbei, französische Arbeitsplätze von Renault und anderen sind schon längere Zeit nach Spanien und Marokko ausgesiedelt, Spanien ist die Nr. 2 in Europa nach Deutschland.
Die Wertschöpfung fliesst natürlich ab, weil Marokko in erster Linie mit preisgünstigen Bedingungen der Löhne punkten kann.
Und hier noch einmal ein Beispiel aus Algerien: deutscher Maschinenbau und Innovation incl. Service und Anschlussleistung aus Deutschland. 117.000 Hektar Agrarfläche mit 272.000 Kühen in der Zukunft. Auf den
Ebenen sind politische Fragen nicht wichtig:
https://www.agrarheute.com/markt/milch/entsteht-groesste-integrierte-molkerei-welt-farm-pulveranlage-635910
Muss man sich vorstellen. 70.000 Agenten. Dass das ein Regime ist, dass die eigene Bevölkerung und uns ausspitzelt, ist damit schon geklärt.
Aber das ist unser Freund, der die Drecksarbeit für uns macht.
Die neueste Variante, die uns alle überrascht. Russland wars. Es wird immer dümmer auch bei den Sozis in Spanien.
Nun hat die Polizei einen Bericht an die ermittelnde Richterin geschickt, die genau benennt, was da in Ceuta gelaufen ist. Die Generaldirektion für Ausländerangelegenheiten und Grenzen (Cenif) hat der Richterin Tardón mitgeteilt, dass die ‚Invasion‘ von Ceuta von marokkanischen Gendarmen unter dem Befehl von Beamten in Zivil geleitet wurde, deren Ziel nicht die Einwanderung war. Die Cenif ist eine Art Geheimdienst in der Polizei, denn das ist in Spanien nicht getrennt.
https://www.elespanol.com/espana/tribunales/20260901/policia-informa-juez-invasion-ceuta-guiada-gendarmes-marroquies-ordenes-agentes-paisano-fin-distinto-migratorio/1003744369590_0.html
Ministerpräsident Sánchez wollte uns kurz zuvor den Bären aufbinden, dass Russland und Israel für den Ansturm verantwortlich seien. Er hat Marokko ausdrücklich ausgenommen. https://www.20minutos.es/nacional/sanchez-exculpa-marruecos-crisis-ceuta-apunta-rusia-israel-dice-que-cni-no-informo-su-gravedad_7030859_0.html
Sogar die EU hat inzwischen dementiert und erklärt nur, dass Russland und Israel die Vorgänge danach benutzt hätten.
Danke für das Update, Man bekommt ja in Deutschland von all dem nichts mit und wenn man die Sprache nicht kann. Klar ist, Sanchez ist eine Lachnummer und es ist krass, dass die deutsche Linke den gern abfeiert.