Grönlands Goldrausch

Goldrausch Grönland. Bild von Michael Hollister mit KI erzeugt.

Wer wirklich verdient, wenn nationale Sicherheit zur Geschäftsgrundlage wird.

Unter Grönlands Eis lagern Seltene Erden, doch der eigentliche Goldrausch findet nicht im Gestein statt, sondern an den Börsen und in Washington. Rund um Critical Metals, Cantor Fitzgerald, frühere Mitarbeiter der Trump Organization, Mitglieder der Lutnick-Familie und politisch vernetzte Milliardäre ist ein System entstanden, in dem staatliche Milliarden, geopolitische Interessen und private Gewinne ineinandergreifen. Während „nationale Sicherheit“ als Begründung dient, profitieren Firmen und Familien, die direkten Zugang zu den politischen Entscheidungszentren besitzen. Und möglicherweise ist die Mine selbst gar nicht das wichtigste Geschäft – sondern der Hype, den sie erzeugt.

Im Januar 2026 dokumentierte ich auf meiner Website in einer vierteiligen Serie, wie Donald Trump sich über ein NATO-Framework strategische Kontrolle über Grönland sicherte – ohne Vertrag, ohne Kaufpreis, ohne Grönlands Einverständnis: (Grönland als Wendepunkt, Grönland als Wendepunkt – Add-On, Grönland – Das arktische Geschäft Teil 1, Grönland – Das arktische Geschäft Teil 2). In „Das arktische Geschäft“ analysierten wir das Davos-Framework, die Dreifach-Funktion aus Ressourcenkontrolle, militärischer Positionierung und China-Ausschluss, den GIUK-Gap als maritimen Chokepoint und die vollständige Cui-bono-Bilanz auf Staatsebene: Die USA gewinnen, Europa zahlt, Grönland wurde nicht gefragt.

Damals blieb eine Frage offen – die älteste Frage der politischen Analyse: Cui bono auf persönlicher Ebene? Wer verdient an den Milliarden, die im Namen nationaler Sicherheit fließen?

Jetzt, ein halbes Jahr später, lässt sich diese Frage beantworten. Drei unabhängige investigative Recherchen haben seit Januar 2026 ein Netzwerk freigelegt, das hinter Trumps Grönland-Rhetorik operiert. Global Witness veröffentlichte am 15. Juni 2026 eine Untersuchung auf Basis dänischer Handelsregisterdaten, Bergbauunterlagen und Medienberichten – mit einem interaktiven Netzwerkdiagramm, das die Verbindungslinien zwischen Akteuren, Firmen und der Regierung visualisiert. Das Organized Crime and Corruption Reporting Project legte bereits im Januar die personellen Verflechtungen mit der Trump Organization offen. Und die New York Times dokumentierte am 28. Juni in einer umfassenden Recherche von Eric Lipton und Paul Sonne das systemische Ausmaß: mindestens 14 Firmen mit finanziellen Verflechtungen zur Trump-Familie und zur Familie des Commerce Secretary, zusammen mehr als 8,9 Milliarden Dollar an Bundesunterstützung.

Das Netzwerk besteht aus ehemaligen Mitarbeitern der Trump Organization, aus der Familie des Commerce Secretary, aus Milliardären, die Trumps Wahlkampf finanzierten, und aus Firmen, die von staatlicher Finanzierung profitieren, während Personen aus ihrem Umfeld gleichzeitig Regierungsposten bekleiden. Dieser Artikel führt die Fäden zusammen, die in den drei Recherchen getrennt dokumentiert wurden, und stellt die Frage, die sich daraus ergibt: Ist das, was in Grönland passiert, Industriepolitik – oder ein Bereicherungssystem mit geopolitischer Verpackung?

Die Firma im Zentrum: Critical Metals Corp und das Tanbreez-Depot

Wer verstehen will, wie das Netzwerk funktioniert, muss bei Critical Metals Corp beginnen – der an der Nasdaq notierten Firma (CRML), die sich im Lauf von weniger als zwei Jahren die Kontrolle über eines der größten unerschlossenen Schwere-Seltene-Erden-Depots der Welt gesichert hat.

Tanbreez liegt in Südgrönland, am Killavaat-Alannguat-Fjord. Das Depot umfasst nach Unternehmensangaben 4,7 Milliarden Tonnen Gesamtressource mit circa 45 Millionen Tonnen bei 0,40 Prozent Gesamtseltenerdoxide – davon 27 Prozent schwere Seltene Erden wie Dysprosium und Terbium, zwei Elemente, die für Hochleistungsmagnete in Waffensystemen, Elektrofahrzeugen und Windturbinen unverzichtbar sind. Anders als das blockierte Kvanefjeld-Projekt, das wir in unserer März-Analyse behandelt haben, besitzt Tanbreez eine gültige Abbaulizenz der grönländischen Regierung – die einzige ihrer Art auf der gesamten Insel.

Die Chronologie des Eigentumserwerbs ist aufschlussreich. Der australische Geologe Gregory Barnes, der Tanbreez seit den frühen 2000er-Jahren entwickelt hatte, pitchte die strategische Bedeutung grönländischer Seltener Erden bereits während Trumps erster Amtszeit direkt im Weißen Haus. Laut Australian Financial Review legte Barnes den Beratern des Präsidenten dar, warum Grönlands Mineralien für die westliche Verteidigungsindustrie entscheidend seien. Im Juni 2024 unterzeichnete Critical Metals Corp eine bindende Vereinbarung zum schrittweisen Erwerb von Barnes‘ Firma Rimbal Pty Ltd. Der Transaktionswert: bis zu 211 Millionen Dollar, bezahlt in Unternehmensanteilen. Im Juli 2024 schloss Critical Metals die erste Stufe ab und erwarb 36,45 Prozent von Tanbreez Mining Greenland A/S gegen 8,4 Millionen CRML-Aktien. Bis Oktober 2025 hielt die Firma die Mehrheit. Am 17. April 2026 genehmigte die grönländische Regierung den finalen Transfer auf 92,5 Prozent. Der Aktienkurs stieg am Genehmigungstag um 45 Prozent. Die Marktkapitalisierung erreichte zeitweise 1,8 Milliarden Dollar – für ein Unternehmen, das bisher keinen einzigen Dollar Umsatz aus Bergbau generiert hat.

Parallel lief die staatliche Finanzierung. Im Juni 2025 schickte die US Export-Import Bank ein Letter of Interest über 120 Millionen Dollar an Critical Metals Corp – die erste staatliche US-Bergbaufinanzierung im Ausland unter der Trump-Regierung. Reuters berichtete, die Trump-Regierung habe zeitweise sogar erwogen, sich direkt an Critical Metals zu beteiligen. Das Unternehmen selbst bezeichnete das als Beweis für strategische Unterstützung aus Washington. In unserer Grönland-Analyse vom März nannten wir diese Zahl. Was wir damals nicht dokumentieren konnten: wer hinter dieser Finanzierung steht und welches Netz sich um sie herum gebildet hat.

Im Januar 2026 begann Critical Metals den Bau einer arktistauglichen Pilotanlage in Qaqortoq unter einem Generalunternehmervertrag, der Planung, Genehmigung, Logistik, Bau und Inbetriebnahme abdeckt. Parallel kaufte die Firma eine Wohnimmobilie in Qaqortoq als Firmensitz und Operationsbasis. Im Mai 2026 folgte der 15-Jahres-Abnahmevertrag mit REalloys Inc. (NASDAQ: ALOY) über 15 Prozent der Phase-1-Produktion. REalloys produziert Magnete und Legierungen für das US-Verteidigungsministerium und die NASA aus seinem Werk in Euclid, Ohio. Im Board von REalloys sitzt unter anderem der ehemalige Chief of Staff des US-Verteidigungsministers. REalloys-CEO Leonard Sternheim sprach bei der Vertragsunterzeichnung von einem „definitiven Meilenstein“ in der „Mine-to-Magnet-Strategie“ seines Unternehmens. Die Lieferkette liest sich wie ein Organigramm mit nur einer Richtung: Grönlands Boden – Tanbreez-Konzentrat – REalloys-Anlage in Ohio – Pentagon-Waffensysteme. Und dazwischen liegt Louisiana – der Staat, dessen Gouverneur Trumps Sondergesandter für Grönland ist. Critical Metals hat Vereinbarungen, Tanbreez-Produktion an Verarbeitungsanlagen in Louisiana zu liefern.

CEO und Executive Chairman von Critical Metals ist Tony Sage, ein australischer Bergbauunternehmer aus Perth mit über 35 Jahren Erfahrung in der Finanzierung börsennotierter Minengesellschaften auf vier Kontinenten – von Argentinien über Sierra Leone bis China. Keine direkte Trump-Verbindung. Aber die Investoren, die in seine Firma eingestiegen sind, führen direkt in den inneren Zirkel der Regierung.

Cantor Fitzgerald und die Lutnick-Familie: Das systemische Muster

Critical Metals Corp hat Investitionen von Cantor Fitzgerald erhalten. Cantor Fitzgerald wurde über drei Jahrzehnte von Howard Lutnick geführt – dem Mann, der seit Januar 2025 als Commerce Secretary die Rohstoffstrategie der US-Regierung mitgestaltet und Trumps Grönland-Politik öffentlich verteidigt hat. Nach seinem Regierungseintritt übertrug Lutnick seine Cantor-Anteile an seine beiden erwachsenen Söhne. Brandon Lutnick, der jüngere, ist heute Chairman von Cantor Fitzgerald. Im Kongress hatte bereits die Abgeordnete Zoe Lofgren im März 2026 Alarm geschlagen wegen Interessenkonflikten rund um Cantor Fitzgeralds Rolle bei der Vermittlung von US-Regierungsfinanzierungen für Mineralfirmen.

Cantor taucht bei Critical Metals Corp als Underwriter auf. Aber Critical Metals ist nur ein Knoten in einem größeren Netz. Cantor Fitzgerald agierte als Lead Placement Agent bei der Kapitalaufnahme von USA Rare Earth – einer weiteren Mineralfirma, die vom Commerce Department bis zu 1,6 Milliarden Dollar an Bundesfinanzierung erhalten hat. Dasselbe Commerce Department, das Lutnick leitet. USAR, noch vor wenig mehr als einem Jahr ein Juniorunternehmen mit kleiner Marktkapitalisierung, hat sich nach Treffen seines neuen CEO mit Lutnick und anderen Regierungsbeamten zum milliardenschweren Aufkäufer transformiert – mit Übernahmen einer Seltene-Erden-Mine in Brasilien und Verarbeitungsbetrieben in Großbritannien und Frankreich. Am selben Tag, an dem die Regierungsfinanzierung angekündigt wurde, gab USAR eine Privatplatzierung über 1,5 Milliarden Dollar bekannt.

Im Juli 2026 eröffneten die demokratischen Senatoren Elizabeth Warren, Ron Wyden und Chris Van Hollen zusammen mit Abgeordneter Zoe Lofgren eine förmliche Untersuchung. Ihr Brief an Brandon Lutnick, datiert vom 06. Juli, fragt nach Treffen zwischen Cantor-Vertretern und dem Commerce Department, nach den Bedingungen der Deals und nach möglichen Verstößen gegen Interessenkonflikt- und Bestechungsgesetze. Warren formulierte: Die Umstände des USAR-Deals „werfen ernsthafte Fragen hinsichtlich der Gefährdung von Secretary Lutnick durch bundesrechtliche Interessenkonflikt- und Bestechungsgesetze auf.“ Lutnicks Söhne, die Cantor Fitzgerald nun führen, profitierten als Placement Agents direkt von den Deals, die ihr Vater als Minister mitverhandelt hatte – eine Konstruktion, die die Senatoren als „langen Faden von Handlungen, die ihre unmittelbare Familie und ehemalige Firma bereichern könnten“ beschrieben.

Aber der eigentliche Befund kam zehn Tage früher. Am 28. Juni 2026 veröffentlichten die New-York-Times-Journalisten Eric Lipton und Paul Sonne die Recherche, die den Einzelfall zum systemischen Muster erweiterte. Ihr Ergebnis: Mindestens 14 Firmen mit finanziellen Verflechtungen zur Trump-Familie, zur Lutnick-Familie oder zu beiden erhalten oder beantragen zusammen mehr als 8,9 Milliarden Dollar an Bundesmitteln – Regierungskredite, Finanzierungszusagen, Zuschüsse oder direkte Beteiligungen. Critical Metals Corp ist eine dieser 14 Firmen, mit dem 120-Millionen-Dollar EXIM-Kredit. Weitere sind USA Rare Earth (1,6 Milliarden Dollar), The Metals Company (Tiefseebergbau-Genehmigung beim Commerce Department, Finanzberater: Cantor), ASP Isotopes (bis zu 500 Millionen über die Development Finance Corporation, Underwriter: Cantor), Trilogy Metals (35,6 Millionen Defense-Department-Beteiligung, Underwriter: Cantor), Guardian Metal Resources (6,2 Millionen Pentagon-Studiengelder, Cantor managte den Börsengang). Allen gemeinsam: eine Cantor-Fitzgerald-Verbindung und eine Bundesbehörde als Finanzierungsquelle, die direkt oder indirekt dem ehemaligen Cantor-Chef unterstellt ist.

Die Trump-Söhne Donald Jr. und Eric sind als Berater an Dominari Holdings beteiligt, die Finanzinstrumente im Zusammenhang mit einem 1,6-Milliarden-Dollar-Wolframprojekt in Kasachstan hält – einem Deal, den Trump und Lutnick persönlich eingefädelt haben. Das Weiße Haus wies gegenüber der Times Vorwürfe der Vorteilsnahme zurück: Das einzige Interesse, das die Entscheidungen der Regierung leite, sei „das beste Interesse des amerikanischen Volkes“.

Die Gegenposition, die hier fair benannt werden muss: Chinas Dominanz bei Seltenen Erden ist real – 60 Prozent des globalen Abbaus, circa 91 Prozent der Raffinierung. Chinesische Exportbeschränkungen haben 2025 westliche Automobilzulieferer erheblich getroffen. Eine staatlich geförderte Diversifizierung der Lieferketten ist industriepolitisch rational, und die Trump-Regierung hat dieses Ziel mit messbaren Schritten verfolgt – darunter die Beteiligung am Seltene-Erden-Unternehmen MP Materials und bilaterale Abkommen mit Saudi-Arabien, Japan und Australien. Die Frage ist nicht, ob Diversifizierung sinnvoll ist – sie ist es. Die Frage ist, ob ein System, in dem die Familie des Präsidenten und die Familie seines Commerce Secretary an den Firmen verdienen, die von genau dieser Politik profitieren, noch Industriepolitik genannt werden kann oder ob es einen anderen Namen braucht.

Das Personalnetzwerk: GreenMet, der USGS-Direktor und „Founded by Insiders“

Die OCCRP-Recherche vom Januar 2026 legte eine Schicht frei, die tiefer liegt als Börsennotierungen und Underwriting-Verträge: Personal. Und die Frage, wer gleichzeitig in Grönland investiert und in Washington die Institutionen besetzt, die über genau diese Investitionen entscheiden.

GreenMet – Handelsname von Greentech Minerals Holdings Inc., registriert in Washington D.C. – geriet ins Blickfeld, als CEO Drew Horn im Januar 2025 bei Fox and Friends auftrat und behauptete, die Grönländer seien „es absolut leid, von den Dänen ausgebeutet und unterdrückt zu werden, wie es in den letzten hundert Jahren der Fall war“. Der ehemalige Marine fügte hinzu: „Die Ära des Kolonialismus ist vorbei.“ Horn war Sicherheitsberater von Mike Pence und National-Security-Beamter im ersten Trump-Term.

Was die OCCRP-Reporter Kevin Hall und Kollegen in den Handelsregisterunterlagen von Washington D.C. fanden: Unter den wirtschaftlichen Eigentümern von GreenMet sind George Sorial – langjähriger Executive Vice President der Trump Organization – und Keith Schiller, Trumps ehemaliger Bodyguard und Director of Oval Office Operations. Beide bezeichnen sich heute als „passive minority shareholders“ ohne Managementfunktion. Aber als Anteilseigner profitieren sie weiterhin von jedem Vertrag, den GreenMet abschließt – und GreenMet hat Verträge abgeschlossen, die direkt in das Tanbreez-Netzwerk führen.

Im April 2025 reiste GreenMet als Teil einer US-Wirtschaftsdelegation nach Grönland – gemeinsam mit Critical Metals Corp. Im selben Monat unterzeichnete GreenMet eine strategische Partnerschaft mit Tanbreez. In einer Pressemitteilung vom Juni 2025 erklärte GreenMet, es habe „eine zentrale Rolle bei der Sicherung von US-Regierungsunterstützung“ für das Tanbreez-Projekt gespielt – einschließlich der EXIM-Bank-Finanzierung. Beide Firmen, GreenMet und Critical Metals, erhielten Letters of Interest von der EXIM-Bank über das 120-Millionen-Dollar-Paket. Horn selbst hat dem Bloomberg-Bericht zufolge das Trump-Team persönlich mit Fotos der Lagerstätte gebrieft.

Nach dem Ausscheiden aus den Managementpositionen bei GreenMet gründeten Sorial und Schiller die Lobbyfirma Javelin. Der Slogan auf der Firmenwebsite: „Founded by Insiders. Defined by Access.“ Das ist kein kritischer Kommentar – es ist Javelins eigene Formulierung. In der Pressemitteilung zur Firmengründung bezeichneten sich Sorial und Schiller als „former Trump advisors“. Die Firma ist laut FARA-Filings beim US-Justizministerium von der pakistanischen Regierung angeheuert worden, um ein Seltene-Erden-Abkommen mit den USA zu vermitteln. Javelin hat keine dokumentierten Grönland-Geschäfte, aber Sorial und Schiller halten weiterhin ihre GreenMet-Anteile – und damit einen Fuß in dem Netzwerk, das von Grönlands Mineralien profitieren will.

Der möglicherweise bemerkenswerteste Personaltransfer betrifft Ned Mamula. Mamula war Chefgeologe von GreenMet und laut LinkedIn-Profil ehemaliger CIA-Analyst. Während des ersten Trump-Terms arbeitete er im Energieministerium. Im Oktober 2025 wurde er als Direktor des U.S. Geological Survey (USGS) bestätigt – jener Bundesbehörde, die ein Congressional-Report vom Februar 2025 als „führende Bundeswissenschaftsbehörde für Mineralressourcen-Forschung und -Analyse“ beschrieb. Zum Zeitpunkt der OCCRP-Veröffentlichung war Mamula noch als Berater auf der GreenMet-Website gelistet, obwohl er ein Divestment-Formular eingereicht hatte. Die Behörde, die er heute leitet, bewertet die strategische Bedeutung genau der Lagerstätten, an deren kommerzieller Erschließung er zuvor als Privatunternehmer beteiligt war. Eine institutionelle Doppelrolle, deren Dimension man sich anhand einer Analogie klarmachen kann: als würde der Leiter des Bundesamts für Geowissenschaften und Rohstoffe gleichzeitig Anteilseigner eines Unternehmens sein, das in genau den Lagerstätten investiert, über die seine Behörde Gutachten erstellt.

Die Milliardärsschicht: Lauder, Kobold und die PayPal-Mafia

Hinter den operativen Netzwerken liegt eine zweite Ebene – die der strategischen Investoren, deren Kapital und politische Verbindungen die Dynamik rund um Grönland mitgeformt haben.

Ronald Lauder, 81 Jahre alt, Erbe des Estée-Lauder-Kosmetikimperiums und langjähriger Vertrauter Trumps aus gemeinsamen Wharton-Studientagen, steht am Anfang der gesamten Grönland-Geschichte. Trumps erster Nationaler Sicherheitsberater John Bolton bestätigte gegenüber Forbes und dem Guardian: Es war Lauder, der Trump 2018 erstmals auf die Idee brachte, Grönland zu kaufen. Trump sagte zu Bolton: „Ein Freund von mir, ein wirklich, wirklich erfahrener Geschäftsmann, glaubt, dass wir Grönland bekommen können.“ Lauder bot sich als „back channel“ nach Dänemark an. Bolton erstellte einen formellen Bericht über die Machbarkeit.

Lauder ist nicht bei der Idee geblieben. Laut umfangreichen Recherchen der dänischen Zeitung Politiken hat er über das Delaware-Konsortium Greenland Development Partners in grönländische Unternehmen investiert – darunter eine unrentable Frischwasser-Abfüllfirma namens Greenland Water Bank und Pläne für ein Wasserkraftwerk am größten See Grönlands. An der Spitze der Greenland Investment Group steht Josette Sheeran, ehemalige Vize-Außenministerin unter Condoleezza Rice und ehemalige Chefin des UN-Welternährungsprogramms. In einem New-York-Post-Gastbeitrag vom Februar 2025 schrieb Lauder offen: „Trumps Grönland-Konzept war nie absurd – es war strategisch. Ich habe jahrelang eng mit Grönlands Wirtschafts- und Regierungsvertretern an strategischen Investitionen gearbeitet.“ Er fügte hinzu: Grönlands natürliche Ressourcen und strategische Lage machten die Insel zu „Amerikas nächster Grenze“.

Lauders grönländische Geschäftspartner verdienen besondere Aufmerksamkeit. Jørgen Wæver Johansen ist lokaler Vorsitzender der regierenden Siumut-Partei in Nuuk – und Ehemann von Grönlands Außenministerin Vivian Motzfeldt, die in engem diplomatischem Austausch mit JD Vance und Marco Rubio über die US-Interessen auf der Insel steht. Svend Hardenberg, Johansens Geschäftspartner und ehemaliger einflussreicher Berater des grönländischen Premierministers, sitzt in den Vorständen zweier Tochtergesellschaften der australischen Energy Transition Minerals – jener Firma, die das blockierte Kvanefjeld-Projekt hält und in einer Unternehmenspräsentation offen mit dem Aktienkursanstieg von 355 Prozent seit Trumps erneuerter Grönland-Rhetorik warb, die Lagerstätte als „strategically located asset“ im Kontext von Trumps Übernahmeabsichten bezeichnete.

Dass Lauder gleichzeitig 5 Millionen Dollar an MAGA Inc., das Trump-unterstützende Super PAC, spendete – FEC-Daten vom März 2024 -, vervollständigt das Bild. Dänische Sicherheitsanalysten wie Rasmus Sinding Søndergaard vom Danish Institute for International Studies ordneten es ein: Trump trifft seine Entscheidungen häufig über informelle Kanäle wohlhabender Vertrauter. „Das sind die Leute, auf die Trump hört“, sagte Søndergaard der Politiken. „Leute wie Ronald Lauder.“ Marc Jacobsen von der dänischen Verteidigungsakademie ergänzte: „Es wäre verrückt, in diesem Kontext naiv zu sein. Es handelt sich klar um eine strategische Investition seinerseits.“

Lauder ist auch andernorts aktiv. In einem durchgesickerten Brief an den ukrainischen Präsidenten Selenskyj wurde Lauder 2023 als Teil eines Konsortiums benannt, das ein Lithiumvorkommen in der Ukraine erschließen wollte – parallel zu Trumps öffentlicher Forderung nach Zugang zu ukrainischen Mineralressourcen. Die Muster gleichen sich.

Die Tech-Milliardärsschicht operiert über Kobold Metals, ein KI-gestütztes Bergbauunternehmen mit Sitz in Berkeley, das über Breakthrough Energy – einen Fonds von Bill Gates – von Jeff Bezos, Michael Bloomberg und Gates selbst finanziert wird. Sam Altman stieg 2022 ein. Andreessen Horowitz, dessen Gründer Marc Andreessen und Ben Horowitz Millionen an ein Trump-unterstützendes Super PAC spendeten, investierte in der Series C – die Kobold auf eine Bewertung von 2,96 Milliarden Dollar hob. Kobold betrieb bis 2022 Mineralexploration in Westgrönland, investierte circa 13,4 Millionen Dollar in Erkundungsarbeiten für ein Nickel-Kupfer-Kobalt-Projekt auf der Disko-Insel, zog sich dann zurück – behält aber Royalties auf künftige Produktion. Im gleichen Monat, in dem Kobold seinen aktiven Grönland-Anteil verkaufte, erleichterte Außenminister Marco Rubio den Eintritt der Firma in den kongolesischen Lithiumsektor – Rubio postete den Deal persönlich auf X. Zuckerberg und Andreessen, beide Kobold-Investoren, wurden von Trump in den President’s Council on Science and Technology berufen.

Die diplomatische Flanke besetzt Ken Howery – Trumps Botschafter in Dänemark, bestätigt vom Senat im Oktober 2025. Trump sagte bei der Nominierung explizit: „The ownership and control of Greenland is an absolute necessity. Ken will do a wonderful job.“ Howery ist PayPal-Mitgründer zusammen mit Peter Thiel und Elon Musk, und Mitgründer von Founders Fund mit Thiel. Thiel finanzierte JD Vance‘ politischen Aufstieg. Die PayPal-Mafia – so nennt sich die Gruppe selbst – besetzte mit Howery den Botschafterposten, der für Grönland zuständig ist. Im Mai 2026 begleitete Howery den Sondergesandten Landry nach Grönland und eröffnete ein neues US-Konsulat in Nuuk. Im August 2025, noch vor Howerys Ankunft in Kopenhagen, hatte Dänemark den US-Geschäftsträger einbestellt – nach Berichten über verdeckte Einflussoperationen von Trump-nahen Personen in Grönland, die darauf abzielten, potenzielle Verbündete und Gegner zu kartieren und separatistische Stimmungen zu schüren.

Der Sondergesandte und die Pipeline: Landry und Louisiana

Jeff Landry, republikanischer Gouverneur von Louisiana, wurde im Januar 2025 von Trump zum Special Envoy to Greenland ernannt. Landry hatte keine dokumentierte vorherige Verbindung zur Arktis, zu Grönland oder zu skandinavischer Politik. Donald Trump Jr. hatte im September 2023 für Landrys Gouverneurskampagne Wahlkampf gemacht.

Was Landry hat, ist eine wirtschaftliche Verbindung zu dem, was in Grönland abgebaut werden soll. Am 15. Dezember 2025 – eine Woche vor seiner Ernennung zum Sondergesandten – kündigte Louisiana eine 850-Millionen-Dollar-Investition von ElementUSA an, um in St. John Parish eine Raffinerie für kritische Mineralien zu bauen. ElementUSA wird Gallium, Scandium, Eisen und andere kritische Mineralien aus mehr als 30 Millionen Tonnen Bauxitrückständen extrahieren – gestützt auf einen 29,9-Millionen-Dollar-Zuschuss des US-Verteidigungsministeriums. Landry selbst erklärte bei der Ankündigung, das Projekt positioniere Louisianas Arbeitnehmer „an der Spitze einer rasant wachsenden Industrie.“

Die zeitliche Koinzidenz: Raffinerie angekündigt → eine Woche später Sondergesandter für das Land, aus dem das Rohmaterial für diese Raffinerie kommen soll. Critical Metals Corp hat Vereinbarungen, Tanbreez-Produktion an Verarbeitungsanlagen in Louisiana zu liefern. Die Lieferkette schließt sich zu einem Kreis, in dessen Mitte ein Mann steht, der gleichzeitig Gouverneur des Empfängerstaats und diplomatischer Vertreter des Präsidenten beim Herkunftsland ist.

Landrys Grönland-Besuch im Mai 2026 lieferte Bilder, die im dänischen Fernsehen ausgestrahlt und in Grönland mit einer Mischung aus Befremden und Protest aufgenommen wurden. Er kam uneingeladen zur Future-Greenland-Konferenz in Nuuk – laut der Organisatoren Business Greenland hatte er ein öffentlich zugängliches Ticket gekauft – und verteilte am Tag zuvor Schokoladenmünzen an Passanten, während er versprach, jeder Grönländer, der Louisiana besuche, bekomme unbegrenzt Kekse im Gouverneurspalast. Vor der Kamera erklärte er, es sei „time for the US to put its footprint back on Greenland“. Hunderte Demonstranten empfingen ihn. Grönlands Premierminister Jens-Frederik Nielsen antwortete auf dem dänischen Sender TV Avisen: Das Land sei nicht zu verkaufen – „no matter how many chocolate cookies we get.“ Nielsen stellte klar: Die Selbstbestimmung Grönlands sei nicht verhandelbar. Auf die Reporterfrage, ob er eingeladen worden sei, antwortete Landry: „You showed up in Louisiana – am I going to throw you out because you weren’t invited? No no, this place is open.“

Die unbequeme Frage: Lohnt sich der Abbau überhaupt?

Inmitten der Aktienkurse, der EXIM-Kredite und der Milliarden-Dollar-Finanzierungen wird eine technische Frage systematisch ausgeblendet – und sie ist möglicherweise die wichtigste von allen: Können Grönlands Seltene Erden überhaupt wirtschaftlich abgebaut werden?

Kein Seltene-Erden-Bergbau hat in der Geschichte Grönlands jemals stattgefunden. Nur zwei Minen sind auf der gesamten Insel aktiv – eine Goldmine und eine Anorthosit-Mine. Die Insel, dreimal so groß wie Texas, hat rund 150 Kilometer Straße und keine Eisenbahnen. Nur 16 Häfen, nur der in Nuuk mit moderner Infrastruktur. Der Hafen bei den Lagerstätten in Narsaq verarbeitet 50.000 Tonnen Fracht jährlich – 2,5 Prozent der Kapazität von Nuuk. Elektrizität ist unzuverlässig und begrenzt. Tageslicht im Winter auf wenige Stunden reduziert. Temperaturen weit unter null. Nur die Häfen im Südwesten sind ganzjährig befahrbar. Jede Bergbauoperation müsste ihre eigene Transport-, Energie- und Verarbeitungsinfrastruktur aufbauen und qualifizierte Arbeitskräfte importieren. Die lokale Bevölkerung umfasst 56.000 Menschen auf der gesamten Insel – es gibt keinen Arbeitskräftepool für industriellen Bergbau.

Gravierender ist das geologische Problem. Die Seltenen Erden in Grönland sind überwiegend in Eudialyt eingeschlossen – einem Silikat-Gesteinstyp. Weltweit werden Seltene Erden üblicherweise aus Karbonaten oder Phosphaten gewonnen, für die bewährte Extraktionsverfahren existieren. Für die profitable Extraktion aus Eudialyt gibt es bis heute kein erprobtes kommerzielles Verfahren. Diogo Rosa, Wirtschaftsgeologe bei der Dänisch-Grönländischen Geologischen Untersuchungsbehörde, bestätigte gegenüber Scientific American: Die größte Herausforderung sei „natürlich die Abgelegenheit – selbst im besiedelten Süden gibt es kaum Straßen und keine Eisenbahnen, sodass jedes Bergbauprojekt diese Zugänglichkeit selbst schaffen müsste.“ David Abraham, Seltene-Erden-Experte und Autor des Buchs „The Elements of Power“, formulierte es in Fortune so: Wenn man in einem Rennen um kritische Mineralien sei, solle man sich auf die konzentrieren, die am schnellsten und kosteneffizientesten auf den Markt kämen. Grönland gehöre nicht dazu.

Wood Mackenzie, die führende Rohstoff-Beratungsfirma, veröffentlichte im Januar 2026 eine Analyse mit dem Ergebnis: Grönlands Seltene-Erden-Sektor stehe vor „multi-year development delays“ – unabhängig davon, wer die Insel regiert. David Riley, Senior Research Analyst bei Wood Mackenzie, ergänzte: Projekte in Grönland müssten um Investitionen konkurrieren mit Projekten in Ländern, die über bessere Infrastruktur und etablierte Bergbausektoren verfügten. CSIS, Atlantic Council, Fortune und Scientific American kamen zu ähnlichen Einschätzungen. Ian Lange, Professor für Mineralökonomie an der Colorado School of Mines, sagte Foreign Policy: Eine Seltene-Erden-Geschichte ergebe Grönland „sicher nicht“.

Die Frage, die sich aus dieser Diskrepanz zwischen Hype und Realität ergibt: Wenn die Mineralien nicht profitabel abbaubar sind – zumindest nicht in einem Zeitrahmen von zehn bis fünfzehn Jahren -, was ist dann der eigentliche Geschäftswert? Die Antwort liegt möglicherweise nicht unter dem Eis, sondern an der Börse. Critical Metals Corp hat seinen Aktienkurs in einem Jahr vervierfacht – ohne einen Dollar Bergbauumsatz. EXIM-Bankgarantien, Pentagon-Abnahmeverträge, NATO-Sicherheitsrhetorik und Trumps persönliche Grönland-Kampagne erzeugen einen Börsenwert, der unabhängig davon existiert, ob jemals ein Kilogramm Dysprosium kommerziell aus grönländischem Eudialyt extrahiert wird. Für Aktionäre, Underwriter und Placement Agents ist der Hype bereits das Geschäft – die Mine ist optional.

Nationale Sicherheit oder nationales Netzwerk?

Wenn man das vollständige Bild zusammensetzt – Critical Metals Corp und die 120 Millionen EXIM-Dollar, Cantor Fitzgerald als Underwriter bei mindestens 14 Firmen mit 8,9 Milliarden Dollar Bundesunterstützung, die Lutnick-Söhne als Profiteure der Deals ihres Vaters, Sorial und Schiller als Trump-Org-Veteranen in GreenMet, Mamula als ehemaliger GreenMet-Geologe und heutiger USGS-Direktor, Lauder als Ideengeber und Investor mit Zugang zur grönländischen Außenministerin über deren Ehemann, Hardenberg in den Kvanefjeld-Boards mit 355-Prozent-Kursanstieg-Werbung, Landry als Sondergesandter und Gouverneur des Raffinerie-Staats in Personalunion, Howery als PayPal-Mafia-Botschafter mit explizitem Grönland-Auftrag, Kobold mit Bezos, Gates, Altman und Rubio als Türöffner -, dann ergibt sich ein System, nicht eine Ansammlung von Zufällen.

Die China-Bedrohung, die dieses System rhetorisch rechtfertigt, ist real. Chinas Exportbeschränkungen für Seltene Erden haben westliche Lieferketten 2025 empfindlich getroffen. Eine strategische Diversifizierung ist rational. Kein seriöser Analyst bestreitet das. Und es ist durchaus denkbar, dass einige der Beteiligten in diesem Netzwerk aufrichtig davon überzeugt sind, nationale Sicherheitsinteressen zu verfolgen.

Aber zwischen einer rationalen Industriepolitik und einem System, in dem der Mann, der die Lagerstätten für eine Privatfirma bewertete, heute die Bundesbehörde leitet, die Mineralressourcen für die Nation bewertet – in dem die Söhne des Commerce Secretary an den Deals verdienen, die ihr Vater mitverhandelt – in dem der Sondergesandte für Grönland gleichzeitig Gouverneur des Staates ist, in dem die Raffinerie für grönländische Mineralien gebaut wird – in dem der Mann, der dem Präsidenten die Idee einflüsterte, anschließend selbst auf der Insel investierte -, liegt ein Bereich, den Industriepolitik allein nicht erklärt.

Ob das System legal ist, werden die laufenden Kongressuntersuchungen klären müssen. Was es strukturell ist – ein Netzwerk, in dem geopolitische Rhetorik, staatliche Finanzierung und persönliche Profitinteressen in denselben Personen und Familien konvergieren -, das dokumentieren die vorliegenden Quellen bereits hinreichend.

In „Das arktische Geschäft“ schrieben wir im März: „Wer zahlt? Europa. Wer entscheidet? Washington. Wer wurde nicht gefragt? Grönland.“ Sechs Monate später lässt sich die Formel ergänzen: Wer verdient? Ein Netzwerk, das kleiner ist, als man denkt – und näher am Oval Office, als es die Rhetorik von nationaler Sicherheit vermuten lässt.

 

Michael Hollister war sechs Jahre Bundeswehrsoldat (SFOR, KFOR) und blickt hinter die Kulissen militärischer Strategien. Nach 14 Jahren im IT-Security-Bereich analysiert er primärquellenbasiert europäische Militarisierung, westliche Interventionspolitik und geopolitische Machtverschiebungen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf dem asiatischen Raum, insbesondere Südostasien, wo er strategische Abhängigkeiten, Einflusszonen und Sicherheitsarchitekturen untersucht. Hollister verbindet operative Innensicht mit kompromissloser Systemkritik – jenseits des Meinungsjournalismus. Seine Arbeiten erscheinen zweisprachig auf www.michael-hollister.com sowie in kritischen Medien im deutsch- und englischsprachigen Raum.

 

Quellenliste

Investigative Primärquellen

Global Witness: Trump-linked figures set to profit from Greenland’s untapped mineral resources (15. Juni 2026)
https://globalwitness.org/en/campaigns/transition-minerals/trump-linked-figures-set-to-profit-from-greenlands-untapped-mineral-resources/

OCCRP: As Trump Talked About Taking Greenland, Former Employees Gained a Foothold in the Arctic Island (17. Januar 2026)
https://www.occrp.org/en/scoop/as-trump-talked-about-seizing-greenland-former-employees-gained-a-foothold-in-the-arctic-island

New York Times: Trump/Lutnick-Familien und 14 kritische Mineralfirmen mit 8,9 Milliarden Dollar Bundesunterstützung (28. Juni 2026) – Paywall; Zusammenfassungen via Yahoo Finance und Bloomberg frei verfügbar:
https://finance.yahoo.com/markets/stocks/articles/crml-uuuu-aspi-usar-focus-091454555.html

NPR: Investigation links several of Trump’s associates to mining interests in Greenland (22. Januar 2026)
https://www.npr.org/2026/01/22/nx-s1-5682258/investigation-links-several-of-trumps-associates-to-mining-interests-in-greenland

Kongressquellen

Warren, Wyden, Van Hollen: Pressemitteilung und Brief an Secretary Lutnick (26. Februar 2026)
https://www.warren.senate.gov/news/press-releases/warren-wyden-van-hollen-sound-alarm-on-lutnick-familys-conflicts-of-interest-involving-new-commerce-rare-earth-deal/

Warren-Brief an Secretary Lutnick (PDF, 25. Februar 2026)
https://www.warren.senate.gov/wp-content/uploads/media/doc/warren_letter_to_secretary_lutnick_re_usar_critical_minerals_deal.pdf

Bloomberg: Democrats Probe Cantor Fitzgerald Ties in USA Rare Earth Deal (07. Juli 2026) – Paywall; Zusammenfassung frei:
https://finance.yahoo.com/economy/policy/articles/democrats-probe-cantor-fitzgerald-ties-151359384.html

CNBC: Democratic senators press Commerce Secretary Lutnick on conflict of interest concerns (26. Februar 2026)
https://www.cnbc.com/2026/02/26/warren-lutnick-usa-rare-earth-usar-critical-minerals.html

Critical Metals Corp / Tanbreez

Critical Metals Corp: Offizielle Website
https://www.criticalmetalscorp.com/

Tanbreez Mining: Critical Metals Corp to Acquire Tanbreez (10. Juni 2024)
https://tanbreez.com/critical-metals-corp-to-acquire-tanbreez-one-of-the-worlds-largest-known-rare-earths-assets/

Mining.com: Critical Metals stock surges after taking full control of Greenland rare earth project (21. April 2026)
https://www.mining.com/critical-metals-stock-surges-after-taking-full-control-of-greenland-rare-earth-project/

GlobeNewsWire: CRML 15-Year Binding Offtake Agreement with REalloys (21. Mai 2026)
https://www.globenewswire.com/news-release/2026/05/21/3299231/0/en/CRML-Executes-a-15-Year-Binding-Definitive-Off-Take-Agreement-for-Tanbreez-with-REalloys-Inc-Which-Supports-US-Defense-National-Security-Industrial-Base-Supply-Chains.html

Lauder / Greenland Development Partners

Forbes: These Billionaires Bet Big On Greenland – After Trump Took Interest (09. Januar 2026)
https://www.forbes.com/sites/martinadilicosa/2026/01/09/these-billionaires-bet-big-on-greenland-after-trump-took-interest/

ArcticToday: Trump ally who inspired Greenland purchase idea quietly invests in Greenlandic companies (03. Dezember 2025)
https://www.arctictoday.com/trump-ally-who-inspired-greenland-purchase-idea-quietly-invests-in-greenlandic-companies/

The Guardian: Ronald Lauder – billionaire donor behind Trump’s Greenland obsession (15. Januar 2026)
https://www.theguardian.com/us-news/2026/jan/15/ronald-lauder-billionaire-donor-donald-trump-ukraine-greenland

Irish Times: The battle for Greenland – The billionaire behind Donald Trump’s obsession (15. Januar 2026)
https://www.irishtimes.com/world/europe/2026/01/15/an-abandoned-building-a-billionaire-trump-pal-and-the-battle-for-greenland/

Landry / Louisiana

Louisiana Economic Development: Louisiana Secures ElementUSA’s $850 Million Investment (15. Dezember 2025)
https://www.opportunitylouisiana.gov/news/louisiana-secures-elementusas-850-million-investment-decision-advancing-u-s-critical-minerals-supply-chain

NOLA.com: Louisiana Gov. Jeff Landry does cookie diplomacy in Greenland (18. Mai 2026)
https://www.nola.com/news/politics/national_politics/jeff-landry-performs-cookie-diplomacy-in-greenland/article_bb3b5a3e-5aa8-41a2-8440-b0ec24d5fd4e.html

The Guardian: Greenland – Trump US envoy Jeff Landry visit faces protests (21. Mai 2026)
https://www.theguardian.com/world/2026/may/21/greenland-trump-us-envoy-jeff-landry-visit

Howery / Dänemark-Botschafter

Wikipedia: Ken Howery
https://en.wikipedia.org/wiki/Ken_Howery

ArcticToday: Trump’s ambassador tasked with getting control of Greenland confirmed (08. Oktober 2025)
https://www.arctictoday.com/trumps-ambassador-tasked-with-getting-greenland-confirmed/

US-Botschaft Dänemark: Ambassador Howery Travels to Greenland (13. Mai 2026)
https://dk.usembassy.gov/u-s-ambassador-to-the-kingdom-of-denmark-kenneth-a-howery-travels-to-greenland/

Kobold Metals

Berkeleyside: Inside Berkeley’s $3 billion AI mining company (23. Juni 2026)
https://www.berkeleyside.org/2026/06/23/kobold-metals-berkeley

Fortune: KoBold Metals – AI-powered mining giant backed by Bill Gates valued at nearly $3 billion (02. Januar 2025)
https://fortune.com/2025/01/02/kobold-mining-jeff-bezos-bill-gates-investment-round-copper-lithium/

Viability / Gegenquellen

CSIS: Greenland, Rare Earths, and Arctic Security (28. Januar 2026)
https://www.csis.org/analysis/greenland-rare-earths-and-arctic-security

Atlantic Council: Greenland’s critical minerals require patient statecraft (13. Januar 2026)
https://www.atlanticcouncil.org/dispatches/greenlands-critical-minerals-require-patient-statecraft/

Fortune: Greenland’s 1.5 million tons of rare earths might never get mined (11. Januar 2026)
https://fortune.com/2026/01/11/why-greenland-rare-earths-metals-minerals-is-so-hard-mining/

Scientific American: Why mining Greenland’s minerals is so challenging (23. Januar 2026)
https://www.scientificamerican.com/article/why-mining-greenlands-minerals-is-so-challenging/

Wood Mackenzie: Greenland’s rare earth sector faces multi-year development delays (22. Januar 2026)
https://www.woodmac.com/press-releases/wood-mackenzie-finds-greenlands-rare-earth-sector-faces-multi-year-development-delays-despite-eighth-place-global-reserve-ranking/

Foreign Policy: Greenland’s Rare Earths Raise Mining, Economic Questions (09. Januar 2026)
https://foreignpolicy.com/2026/01/09/trump-greenland-rare-earths-critical-minerals/

Hintergrundartikel des Autors

Grönland – Das arktische Geschäft Teil 1 (08. März 2026)
https://www.michael-hollister.com/de/2026/03/08/groenland-das-arktische-geschaeft-teil-1/

Grönland – Das arktische Geschäft Teil 2 (15. März 2026)
https://www.michael-hollister.com/de/2026/03/15/groenland-das-arktische-geschaeft-teil-2/

 

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Michael Hollister

Michael Hollister analysiert seit vielen Jahren die globalen Machtstrukturen hinter Politik und Wirtschaft. Sein Schwerpunkt liegt auf geopolitischen Strategien, einflussreichen Netzwerken und den historischen Wurzeln heutiger Konflikte. Seine Analysen veröffentlicht er zweisprachig – auf Deutsch und Englisch – unter www.michael-hollister.com
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5 Kommentare

  1. Wo ist das Problem? Diese Rohstoffe haben einen Weltmarktpreis und wenn man den bezahlt, bekommt man sie. Aber da bei den Seltenen Erden könnte es zu einem Engpass kommen. Die Chinesen können Lieferstopps verhängen. Da in Grönland wären welche, die aber werden nicht gehoben, weil die Kosten für Privatfirmen zu hoch wären. Dann muss der Staat tätig werden, denkt Trump, hier durchaus auf den Spuren von Leonid Breshnew.
    Wozu er versucht, privates Kapital zu mobilisieren. Natürlich mit dicken Profitversprechen und daraus resultierenden Ponzischemen. Die Delaware-Mafia darf natürlich nicht fehlen:
    https://overton-magazin.de/top-story/brasilien-schlaegt-steuer-fuer-superreiche-vor-fuer-lindner-ist-das-nicht-geeignet/#comment-120137
    Aber letztlich basiert dasauf der Einsicht, dass daraus nichts wird, solange Grönland nicht zu den USA gehört. Die Bewohner werden die massiven Umweltschäden nicht hinnehmen. Was nichts anders heißt, als dass Trump den Abbau gewaltsam durchsetzen will.
    Das ist des Pudels Kern.

  2. Super-Recherche!
    Blubberblasen für die Börse durch Korruption oder „Amigowirtschaft“ (im Jargon der CSU/CDU).
    Eine erneute Blasenbildung im Herzland des Kapitalismus – und auch im Herzland von Bläckrock: mit dem Geldwäsche-Minibundesland Delaware.
    MAGA dient dazu, den Niedergang der USA weiter zu beschleunigen, und er sieht immer häßlicher aus.

    Was ich nicht verstehe: Europa zahlt?! – Das steht wohl in einem anderen Artikel des Michael Hollister.

  3. Das ist das Prinzip hinter der US-Demokratie. Die Allgemeinheit, sprich der Steuerzahler übernimmt die Finanzierung und die Profite daraus wandern dann ins Privatvermögen der Milliardäre.
    Nur die EU kann das noch toppen. Da werden die Milliarden per SMS verteilt.

  4. Wenn die Argumentationsfigur, dass die US Rohstoff unabhängiger vor allem gegenüber China werden sollen, substanziell ist, und nicht umgekehrt hier selbst der Decoy und eine Camouflage für einen langfristig geplanten Börsen-Raubzug ist, sind die Projektion von 10-15 Jahren plus bis zu verwertbaren Ergebnissen durchaus vertretbar. Die venezolanischen Ölreserven sind wegen ihrer Beschaffenheit ja auch noch nicht vollumfänglich brauchbar.

    Da Eudialyt sowohl durch Hitze als auch Säure gut schmelzbar ist, dürfte es nicht lange dauern, ein passendes Extraktionsverfahren in industrieller Größenordnung zu entwickeln. Wahrscheinlich ist noch keines entwickelt worden, weil das Mineral vergleichsweise selten ist.

    —-

    Lustig, dass ich erst gestern Michael Hollister erwähnt habe. Jedenfalls ein sehr reichhaltiger und spannender Artikel hier bei OT.

    Danke.

  5. Also meines Wissens sind das eigentliche Problem bei den Seltenen Erden nicht so sehr die potentiellen Abbaustätten (davon gibt es viele überall auf der Welt), sondern die Technologie, um diese auf die für Hightech-Produkte notwendige Reinheit zu raffinieren. Damit hat China bereits in den 1970er Jahren begonnen und einen Vorsprung von mehreren Jahrzehnten. Man weiß zwar auch bei uns, wie man sowas in einem Labor macht, das aber auf industrielle Maßstäbe hoch zu skalieren dürfte die größte Hürde bei der Erschließung neuer Quellen sein.

    China hat zwar 40-50 Prozent der weltweiten Reserven im Boden, aber der eigentliche Knackpunkt sind die 90% der weltweiten Raffinieriekapazität. Daher bin ich immer etwas irritiert, wenn hier so viel mehr Fokus auf den Abbau gelegt wird anstatt auf die Veredelung.

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