Graichen und die Versuchung der Politiker, akademische Abschlüsse durch Plagiieren zu erlangen

Dr. Patrick Graichen, Ex-Staatssekretär. Bild: BMWK / Susanne Eriksson/CC BY-ND-3.0

Der wegen Filzvorwürfen entlassene grüne Ex-Staatssekretär Graichen hat angeblich nicht  nur in seiner Doktorarbeit plagiiert. Für Plagiatsjäger Weber ist er ein „Pionier des Netzplagiarismus“.

Kaum musste Patrick Graichen seinen Posten im Wirtschaftsministerium unter Robert Habeck wegen Vetternwirtschaft räumen, kam schon das nächste Ungemach, das auch auf Habeck und die Grünen abfärben wird.  Der deutsche Plagiatsexperte Jochen Zenthöfer war schnell schnell fündig geworden und hatte im Auftrag vom Bild am Sonntag in Graichens Doktorarbeit „Kommunale Energiepolitik und die Umweltbewegung“ einige Plagiate gefunden. Der österreichische Plagitätsjäger Stefan Weber fand weitere Stellen und sprach von einem „eindeutigen Täuschungsmuster“.

Graichen sagte daraufhin, er habe die Universität Heidelberg um eine Untersuchung gebeten. Aber er wies den Verdacht zurück, weil doch die Stellen nur aus der historischen Hinleitung zum wissenschaftlichen Kernthema stammten, deasaber seiner Ansicht nach nicht betroffen sei. Man schummelt also ein bisschen, wo es angeblich nicht so drauf ankommt, also würde der Teil nicht auch zur Doktorarbeit zählen, so die verquere Argumentation.

Wer unter der Hand Verwandte und Freunde im staatlichen Auftrag begünstigt, arbeitet womöglich entsprechend auch in seinem sonstigen Leben, um seine Interessen voranzubringen oder sich leichter durchs Leben zu bringen. Jedenfalls erhebt Weber den Vorwurf, dass der ehemalige Klimaschutz-Staatssekretär der Grünen schon in wissenschaftlichen Arbeiten an der University of Cambridge „schwerwiegend plagiiert“ habe, was auch belegt wird.  In Cambridge, wo Graichen ein Jahr war,  erhielt er seinen Master-Abschluss, was die Voraussetzung für die Promotion an der Universität Heidelberg war. In der Doktorarbeit fanden die beiden Plagiatsexperten Dutzende Plagiatsstellen, ohne schon alles ausgewertet zu haben. Ihren Befund wollen sie der Universität Heidelberg melden und fordern auch die University of Cambridge auf, sich der Sache anzunehmen.

Weber weist darauf hin, dass Graichen die zwei beanstandeten Texte aus der Cambridge-Zeit – die übrigen konnten nicht eingesehen werden – selbst online gestellt habe (die Seite wurde inzwischen gelöscht, aber es gibt ja web.archive.org). Das wird ihm von Weber nun vorgehalten: „Nun fragt man sich: Warum stellt jemand Arbeiten mit Plagiaten höchstselbst ins Internet? Zur Beantwortung dieser Frage muss man sich ins Jahr 1996 zurückversetzen: Wir hatten noch keine Plagiatssoftware. Wir durchsuchten das Internet mit AltaVista und noch nicht mit Google. Patrick Graichen dürfte sich seiner Sache verdammt sicher gewesen sein. Ich ordne ihn daher als einen Pionier des Netzplagiarismus ein.“

Nun ja, er war sich vermutlich sicher, dass Arbeiten vor der Existenz von Plagiatssoftware ziemlich geschützt seien, vielleicht aber fand er es ja ganz normal, sich bei anderen Autoren zu bedienen, weil das ja auch die anderen machen, um leichter und schneller zu akademischen Würden zu kommen.

Das könnte man auch daraus schließen, dass Graichen noch als Direktor der „Denkfabrik“ Agora Energiewende, von wo ihn Habeck ins Wirtschaftsministerium holte, Annalena Baerbock schnell zu Hilfe eilte, als Weber ihr Plagiate in ihrem Buch „Jetzt“ nachgewiesen und ihr „Schlamperei, Unsauberkeit und dilettantisches Vorgehen“ vorgeworfen hatte. Auch die „wörtliche Übernahme“ von Formulierungen aus einer Agora-Studie, so beteuerte Grünen-Kollege Graichen, sei doch kein Plagiat, weil doch das klimapolitische Konzept von allen Kanzlerkandidaten befürwortet werde. Ganz selbstlos hat es ihn also gefreut, dass Baerbock, ohne Agora zu nennen, Inhalte aus der Studie verwendet hat. Aber ob das akademisch korrekt ist?

Hat solche Art der Unterstützung dann Graichen zu seinem Amt als Staatssekretär gebracht? Ist das schon der Filz, über den Graichen letztlich stolperte und unhaltbar wurde? Baerbock überarbeitete ihr Buch dann nicht, nachdem sie zunächst angekündigt hatte, „Fehler“ zu verbessern. Bekanntlich war auch ihr Lebenslauf teilweise beschönigt, und es wurden auch in anderen Texten und Reden Plagiate gefunden.

Es wäre völlig daneben, nun nur die Grünen dafür zu kritisieren, dass sie nicht wirklich selbständig arbeiten und sich, um neben oder zur Karriere akademische oder intellektuelle Würden oder Erfolge zu erwerben, das Leben leichter zu machen versuchen, weil sie zu wenig Zeit oder zu wenige eigene Gedanken haben. Es sind auch nicht Politiker allein, die nicht redlich arbeiten, aber es fällt doch auf, wie gierig Politiker aus allen Parteien sind, auch jenseits des politischen Filzes mit einer angeblich unabhängig bewerteten geistigen Leistung auftrumpfen zu können – und in der Regel dann Fehlverhalten nicht eingestehen zu wollen.

Muss man daraus schließen, dass Politiker – natürlich keineswegs alle – versucht sind, mit Filz, netter ausgedrückt: mit Netzwerken, Karriere zu machen, was wohl in Parteien meist Voraussetzung für Fortkommen ist, sondern dass sie das, was sie auf politischer Bühne und gegenüber Medien praktizieren (müssen?), nämlich blenden und sich alle möglichen Verdienste an die Brust heften, auch in ihrer akademischen oder intellektuellen Tätigkeiten machen. Zumal ja in der Regel keine akademische Karriere angestrebt wird, sondern die akademische Leistung nur dem höheren Ansehen der politischen Person dienen soll.

Dass an Universitäten solche „Leistungen“ prämiert werden, spricht allerdings auch nicht für die dort geübte Sorgfalt für wissenschaftliches Arbeiten, was zum Plagiieren einlädt. Das verändert sich nur deswegen, weil es nun Plagiatsjäger und vor allem Plagiatssoftware gibt. Aber das ist schon fast ein Vergehen der Vergangenheit. Mit den KI-Systemen wie ChatGPT kann man sich das Arbeiten noch ganz anders durch die intelligenten Schreibhilfen erleichtern, wenn man dies will. Ob sich das mit Anti-KI-Systemen erkennen lässt, ist fragwürdig. Akademische Abschlüsse auf mündliche Prüfungen umzustellen, wird manche benachteiligen, vor allem aber nicht der Willkür der Beurteilungen ein Ende bereiten.

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53 Kommentare

  1. Ein Doppel-Rumms von Florian Rötzer! Klasse.

    „aber es fällt doch auf, wie gierig Politiker aus allen Parteien sind, auch jenseits des politischen Filzes mit einer angeblich unabhängig bewerteten geistigen Leistung auftrumpfen zu können – und in der Regel dann Fehlverhalten nicht eingestehen zu wollen.“

    Guttenbuhl, Schaffan, von der Darlehen oder wie die sich alle nennen – wie hohl und ignorant muss man denn sein, papageienartig Texte zu copyandpasten, um zunehmend entleerte „Titel“ zu ergattern? Das zeugt nicht von Selbstachtung, sondern von Untertanengeist, Underdogtum. Sieht man auch an der Verleihung diverser Kreuze und Preise, die sich die heutigen Verbrecherriegen gegenseitig um den Hals hängen. Mittlerweile hat kein anständiger Mensch mehr den Wunsch, ein Verdienstkreuz zu erhalten oder jemand anderen, der ihm nahe steht, dafür vorzuschlagen. Wer will schon auf einer Schurkenliste stehen?

    Erinnert sei an das System von Dr. Tarr und Prof. Fether.

    1. Wobei die Plagiatsdissertation des Herrn von Guttenbuhl wahrscheinlich dank gräflichen Vermögens von einem Ghostwriter verfasst worden sein soll….
      Es gibt in der Tat kein Vorrecht der Grünen für wissenschaftlichen Betrug, allerdings fällt die Titelgeilheit linker Politiker auf – erstaunlich, da man nach 68 ja mit den leeren akademischen Formalismen aufräumen wollte.

      1. Da ist die Fachwelt sich noch nicht einig. Manche sagen auch, sie hieße »Von der Leine«. Von deren (dem Fluss) Ufern stammt sie, und von der Leine gelassen ist sie auch.

        1. Die Laiin von der Leine klingt doch auch schön korrekt.
          Ihr Expertisenverbrauch als Flinten-Uschi wies doch schon auf keine besonders ausgeprägte eigene Beurteilungskompetenz hin. Daher die Bezeichnung Laie bzw. Laiin.
          Und weil sie von der Leine kommt (und das im doppelten Sinne), verdient. sie sich dieses Adelsprädikat.

        1. nein, nennt niemand diese Ursula …, denn Engländern ist diese EU zur Zeit ziemlich egal, denn nichts würde sich ändern … . Was also scheibst Du?

      2. diese „Dame“ heißt Ursula Albrecht … Ernst Albrecht/Niedersachsen war ihr Vater … Ich rede nicht über Korruption, ich frage warum/weshalb bekleidet diese Ursula diesen Posten? Fangt endlich das Denken an … Ich lebte in Summe 18 Jahre im Ausland, habe ein Zuhause in SP/BR … Alle unsere Außenminister fabulierten über Korruption … Nun habe ich das Glück kein Angehöriger irgendeiner Auslandsvertretung Deutschlands angehörig zu sein; Die Partys kenne ich und verachte Deutsche im Ausland …! MfG

  2. Hollywood ist in der Politik ganz Gross, die medialen Darsteller verfügen über ihre Agenturen hervorragende click&baits Fähigkeiten.
    Solche Fälle sind eben auch ein Abbild von dem Zustand der Universitäten mit ihrer Leitung und den Professoren.
    Nach Erhalt der dubiosen Abschlüsse, muss man sich Fragen :
    Wie kann es sein, das weder in einer Partei geschweige denn im Bundes Deutschland niemand dort ist, der solche Darsteller ihrer Fähigkeiten überprüft, noch ob diese überhaupt eine diplomatische Relevanz inne halten, um ein Land zu repräsentieren?

    Diese Besetzungsmethoden zeigt wie sehr Interessen geleitet das Kapital solche Menschen durchwinkt. Auftrag erfüllt, gibt es danach andere Posten…

    1. Die müssen ja auch nichts wirklich können. Die Vorgaben der Lobbyisten nachplappern reicht aus. Manchmal sind dann auch sozusagen Überqualifizierte wie ACAB dabei, die die Funktion als dummen Multiplikator ohne eigene Befähigung übererfüllen und die Lage allzu offenbar werden lassen.

    2. … Du unterstützt aber nicht bspw Ulrike Guérot/Uni-Bonn … laberst rum und was? In Eurem Fall steht Ihr hinter eine(r)m Lanz, Illner, Maischberger, Will, …
      Es ist nur noch widerlich! MfG

      1. Was fur Unterstellungen!
        Falls sie meine Kommentare schon etwas länger verfolgen, dürfte ihnen eventuell aufgefallen sein, dass ich jegliche etablierte Ideologie verachte…
        Auch MfG

  3. Hat sich doch gelohnt.
    Ich halte zwar Hochstapelei für Betrug, aber die Politik scheint das anders zu sehen und es auch noch zu belohnen. Die Wähler sind ganz offenbar in der Wahlkabine nicht mehr bei Verstand, da man sich normalerweise nur einmal betrügen und anlügen lassen würde, aber das scheint alles vergessen zu sein, wenn sie ihr Kreuz machen.

  4. Wir haben eine politische Klasse an die Macht kommen lassen, bei der das Stehlen akademischer Arbeit nicht nur Ausdruck des Wunsches ist, sich mit fremden Federn zu schmücken. Nicht nur Ausdruck der Vorstellung, sich durch erschlichene Abschlüsse und akademische Grade Vorteile im Wettbewerb um Mandate und und Posten verschaffen zu können.
    Es ist noch schlimmer. Sie können nichts. Es ist eine Klasse, deren Personal sich zunehmend aus Personen rekrutiert, die niemals außerhalb des Systems arbeiteten, die – was für mich noch immer unfassbar ist – über minderwertige Fakeabschlüsse (Völkerrecht nach einem Jahr Volkshochschule in London ), IWM oder Politologie, wo Zeitungslesen als wissenschaftliche Arbeit zu gelten hat, verfügen. Und als wäre das noch nicht grauenvoll genug , setzen sich immer mehr Menschen durch, die nach unendlicher langer Studienzeit über gar keine messbare Qualifikation verfügen.
    Was erwarten wir von einer solchen Klasse? Keine Lebenserfahrung, kein durch Arbeit und Lernen erworbenes Wissen. Fähigkeiten nur auf den Gebieten, die man braucht, um in Partein an die Spitzen zu kommen: Seilschaften bilden, Hausmacht zu erlangen , zu intrigieren, stabile Medienkontakte zu entwickeln.
    Da bleibt keine Zeit, in Bibliotheken zu sitzen, hunderte Bücher zu lesen, eigene Gedanken zu entwickeln.
    Man erinnert sich der Zeit, als man selbst Nächte durcharbeitete, um gescheite Prüfungen abzulegen. Oder an meine Mutter, die als erzieherische Hilfskraft begann und ihr Berufsleben als Schuldirektorin beendete. Sie hat jegliche Qualifikation neben der Arbeit – damals 48 Stunden – erworben. Anfangs ohne Studientag und Phasen der Freistellung aber mit zwei Kindern.
    Ob man verstehen kann, dass ich keinerlei Respekt vor Menschen wie Frau Lang habe, die zehn Jahre von den Steuern, die wir erarbeiteten, an der Uni abhing, ohne eine messbare Qualifikation zu erlangen?
    Das sollte nicht nur Anlass für Spott sein, sondern für sehr ernste Befürchtungen. Die machen das nicht gut. Die können das nicht. Die können nichts.

    1. Sie haben es auf den Punkt gebracht. Das Übel bei den Wahlen sind die Listen der Parteien. Da kann sich jeder drin verstecken, der normalerweise niemals direkt gewählt werden würde. Daher haben wir nun den ganzen Struz über unseren Köpfen. Ich bin noch heute empört über die Art und Weise, wie die unsägliche Frau von der Leyen an ihren Posten gelangt ist, auf dem sie so viel Unheil anrichtet.

      1. UvdL als Komissionspräsidentin hat aber nichts mit Wahlen zu tun. So überhauot gar nicht. Die wurde dazu bestimmt an allen vorgegebenen Prozessen vorbei.

        Direktwahl ist aber auch nicht die Lösung, wie jedes Land mit diesem System zeigt. Dort gbt es auch mehr als genug sichere Wahlkreise bei denen die Partei auch einen leeren Stuhl aufstellen könnte und dieser würde gewählt. Im Parlament wird dann genau so Fraktionsdisziplin ausgeübt wie in Deutschland. Klar es gibt ab une zu Ausreißer, die aus der Reihe tanzen, aber in großen und ganzen wird brav nach Vorgabe abgestimmt.

    2. „_Wir_ haben eine politische Klasse an die Macht kommen lassen, bei der das Stehlen akademischer Arbeit nicht nur Ausdruck des Wunsches ist, sich mit fremden Federn zu schmücken. Nicht nur Ausdruck der Vorstellung, sich durch erschlichene Abschlüsse und akademische Grade Vorteile im Wettbewerb um Mandate und und Posten verschaffen zu können.
      Es ist noch schlimmer. Sie können nichts. Es ist eine Klasse, deren Personal sich zunehmend aus Personen rekrutiert, die niemals außerhalb des Systems arbeiteten …
      Was erwarten wir von einer solchen Klasse? Keine Lebenserfahrung, kein durch Arbeit und Lernen erworbenes Wissen.“

      Also zunächst einmal bin ich begeistert, dass in diesem Forum zumindest ein Mensch verkehrt, der von sich behaupten kann, über unmittelbaren Einfluss auf die Besetzung von Staatssekretärsposten zu verfügen. Respekt.
      Ja, da hätten Sie – im Unterschied zu „uns“ übrigen – im Fall Graichen wohl etwas genau hinsehen sollen.

      Allerdings sollte Ihnen bei derlei Einfluss doch eigentlich bekannt sein, dass Graichen seit 2001 über 11 Jahre hinweg beim Bundesumweltministerium angestellt war und anschließend eine Energie-Wende-Lobbyorganisation mitgegründet hatte. Da verwundert es schon, dass Sie ihm mangelnde „Lebenserfahrung“ und „kein durch Arbeit und Lernen erworbenes Wissen“ vorwerfen.
      Also für meinen Geschmack hat der Mann bisher einen ziemlich beeindruckenden Lebenslauf hingelegt: Volkswirtschaftsstudium in Heidelberg und Cambridge (übrigens in kürzester Zeit, nämlich nur 3 Jahren!), wiss. Mitarbeiter am Zentrum für Umweltökonomie (nebst Diss.), 11 Jahre im Bundesumweltministerium, schließlich Gründung einer „Denkfabrik“.

      Und nun nochmal zu Ihrer Eingangsbehauptung, _wir_ hätten „eine politische Klasse an die Macht kommen lassen“ etc. pp. Das mag vielleicht für 1990 zutreffen, wo „wir“ (DDR-Bürger) tatsächlich bezüglich einer fundamentalen Entscheidung befragt wurden. Aber anschließend?
      Das ist doch pure Fiktion. Sie und andere Forenten, die in ihren Kommentaren die Fiktion der bürgerlichen Demokratie aufrechterhalten, haben überhaupt nichts zu entscheiden in dieser oligarchisch regierten Gesellschaft und das Mindeste, was man von erwachsenen Menschen verlangen kann, besteht doch wohl darin, die gegenteilige Propaganda nicht noch wiederzukäuen.
      Ich zitiere Ihnen mal die ersten Zeilen eines Textes von Sebastian Haffner aus dem Jahre 1968, der eine Rezension zu Agnoli und Brückners „Die Transformation der Demokratie“ darstellte:
      „Nominell leben wir in einer Demokratie, das heißt: Das Volk regiert sich selbst. Tatsächlich hat, wie jeder weiß, das Volk nicht den geringsten Einfluß auf die Regierung, weder in der großen Politik noch auch nur in solchen administrativen Alltagsfragen wie Mehrwertsteuer und Fahrpreiserhöhungen. Die Kluft zwischen Regierenden und Regierten, Obrigkeit und Untertan, Macht der wenigen und Ohnmacht der vielen ist in der Bundesrepublik, die sich als Demokratie bezeichnet, heute nicht geringer, als etwa im Deutschen Kaiserreich, das sich offen als Obrigkeitsstaat verstand.
      Dies, obwohl die traditionellen Einrichtungen eienr Demokratie – Parlament, Parteien, Pressefreiheit usw. – alle vorhanden sind und funktionieren. Nur funktionieren sie plötzlich sozusagen im Rückwärtsgang: Einrichtungen, die eigentlich als Transmissionsriemen des Volkswillens nach oben dienen sollen, wirken stattdessen als Transmissionsmechanismus des Herrschaftswillens nach unten. Die Demokratie ist nicht abgeschafft, sie ist transformiert worden. Sie ist unter Beibehaltung der äußeren Formen in ihrem Wesen verändert worden – ein hochinteressanter, in seinem Endergebnis bereits allgemein als selbstverständlich hingenommener, in seiner inneren Mechanik aber noch fast unerforschter Vorgang.
      Parallel mit diesem objektiven Vorgang hat sich ein noch rätselhafterer subjektiver abgespielt: Das entmachtete Volk hat seine Entmachtung nicht nur hingenommen – es hat sie geradezu liebgewonnen.“ usw. usf.

      1. An Anfang der Taschenspielertrick, den von mir für uns Wähler verwendeten Plural umzudeuten und dann irgendeine Argumentation darauf aufzubauen. Kannst du gern machen. Aber du glaubst doch nicht im Ernst, dass ich das lese?

  5. Ich habe bei dieser systematischen Plagiatsjagd mit Software gewisse Bedenken. In den siebziger Jahren kursierte an den Universitäten ein Essay mit dem Titel „Der Bluff“. Er beschrieb im Detail die Techniken, wie man vor allem in den geistes-, human-, sozial- und literaturwissenschaftlichen Disziplinen mogeln konnte und wie gemogelt wurde. Es ging weniger direkt um Plagiate, sondern eher darum, wie man etwa den Anmerkungsapparat anderer Werke
    ausschlachten konnte, um den Eindruck zu erwecken, die hinter diesen stehende Arbeit selbst gemacht zu haben.

    Manchmal war das auch nicht einfach vermeidbar. So weiss ich, dass etwa in Forschungseinrichtungen der regionalen Wirtschafts- und Strukturforschung, die für Unternehmen und Gebietskörperschaften Auftragsarbeiten durchführten (ich hatte da mal an deren Rechnern zu tun und Kontakt mit den oft auch freiberuflichen Forschern), sehr aufmerksam die Werke von Kollegen jenseits der Systemgrenze studiert wurden, aus der DDR, aber auch anderen realsozialistischen Ländern, soweit die Sprachkenntnisse das hergaben oder es sich um englischsprachige Publikationen für ein internationales Publikum handelte. Solche Werke waren nicht zitabel, ihre Ergebnisse wurden aber fleissig genutzt, und das war bekannt.

    Bevor ich über den Graichen den Stab breche, hätte ich gern die Sachen en detail gesehen. Man muss unterscheiden.

    Da war der Fall Guttenberg. Die Plagiate waren dummdreist und platt. Mein Verdacht ist, dass die ganze Arbeit von einem Ghostwriter verfasst wurde (ich hatte mal Kontakte in das Milieu, gehört aber nicht hierher), und der wohl seinen Auftraggeber gehasst hat, eventuell selbts die Tips gegeben hat. Guttenberg mag faul und korrupt sein, aber so blöd, das passt nicht.

    Dann der Fall Schavan. Das Hässliche hier ist die Art, in der sie ihren Doktorvater, einen ursprünglichen Grundschulpädagogen an einer Fachhochschule, mit dem Vorschützen philosophischer Kenntnisse, vulgo geklauter Zitate, hinters Licht geführt hat. Sie hat da nicht stumpf Zitate abgepinnt, sondern stets etwas vor und nach den Zitaten aus der Originalquelle reingesteckt, als Alibi, dass sie das gelesen hat. Das bisschen Zeit, sich etwas Verständnis der zitierten Werke anzueignen, war dann doch zuviel. Insofern auch hier kein Mitleid. Aber auch keine Selbstgerechtigkeit, sie hat sich halt aufgeplustert, so wie Gard. Nur versichert der nicht an Eides statt, keine anderen als die erlaubten Hilfsmittel benutzt zu haben.

    Aber: Dieses Durchscannen mit Software und diese Polizeispielerei ist auch widerlich. Es hat so einen Gestank nach Moral, verbunden mit Papparazzitum und Unterwäscheschnüffelei. Am Ende kommt dabei nur raus, dass plagiatssoftwaresichere Plagiate gefertigt werden, Verbrecher unter sich, und die Überwachungsgesellschaft ist eine Stufe tiefer eingedrungen, danke Vroniplag.

    1. Das Konzept gefällt mir irgendwie : „plagiatssoftwaresichere Plagiate“. 👌🏼😜
      Kann ich mir nur eine einzige Lösung vorstellen – eigene Gedanken (weil: die sind ja auch auf dem Wissen anderer Denker basierend… die man kaum alle zitieren kann). Oder sollte es jemand schaffen, ChatGPT7 entsprechend zu schulen? Die IQ-Skala der KI ist ja nach oben offen…. Da kommen noch die bösesten Überraschungen auf uns zu.

      Aber trotzdem möchte ich eine Lanze für Vroniplag&Co brechen: das ist der letzte Schiedsrichter bei der Einhaltung der Spielregeln für wissenschaftliche Abschlüsse, wenn alle anderen Schiedsrichter versagen (sozusagen der Videobeweis beim Fußball). Geht also nicht ohne, und man sollte wohl froh sein, daß so mancher unfaire Treffer nicht gegeben wird.

      1. Ich habe bei Vroniplag ein ganz schlechtes Gefühl. Das sind Kompromatjäger. Weisst Du, über wie viele Examens-, Diplom-/Bachelor-/Master- usw, Arbeiten die sich hermachen? Ob da alle, die bei politisch uninteressanten, aber wohlhabenden „Sündern“ fündig werden, der Versuchung widerstehen können? Oder es da längst einen Erpressermarkt gibt? Und was da schon bei den Diensten gelandet ist … wo die „Faktenchecker“ schon lange Staatsfrontends sind?

        1. Kompromatjagd ist mir bisher noch nicht in den Sinn gekommen. Ist natürlich ein Gesichtspunkt. Aber: Kompromate bekommt man nur, wenn das Erjagte oder das Jagdwerkzeug geheim sind, das ist sowohl bei Plagiatsarbeiten als auch bei den Analysewerkzeugen wohl nur sehr selten der Fall? Jedenfalls kam mir das noch nicht unter.

          In der DDR ist mir Kauf von Abschlussarbeiten nicht begegnet, allerdings komme ich aus dem experimentalwissenschaftlichen Bereich, da hat man seine Resultate selbst erarbeiten und auswerten müssen (kollegiale Hilfe üblich, wenn erwähnenswert und umfangreicher, dann in Danksagung – auch die wurde als Quellenangabe gewertet).
          Allerdings kam es schon vor, daß Vorgesetzte da Resultate abgefischt und als eigene ausgegeben haben (Ausnutzung von Abhängigkeiten). Wurde prickelnd, wenn Chefe seine PromB aufhübschte und dafür den Abschluss des Geklauten verzögerte. Also die gleiche Interessen- und Persönlichkeitslage wie überall…

    2. Ich habe eine Reihe von Diplomarbeiten in Lohn geschrieben, du widerwärtiges Denunziantenmaul. Ein Teil meiner ebenso breiten wie eklektischen, auch naturwissenschaftlichen, Kenntnisse stammen daher. Ein Lohnschreiber muß beides können, „mogeln“, wie du das nennst (tatsächlich handelt es sich um die ehrwürdige akademische Tradition des Fortschreibens institutionellen Wissensstandes), und en detail nachvollziehen, damit Argumente entweder stimmen, oder wenigstens zu verteidigen sind. Letzteres hat der Lohnschreiber dem Kunden zu verklickern, was der nach der Verteidigung meist sofort wieder vergessen wird, ganz genau so, wie seine „ehrlich“ erworbenen Kenntnisse.

      Die Sorte kleinbürgerlicher Verehrung akademischer „Intelligenz“ ist mal wieder sehr typisch, in so extremer Form habe ich sie nur bei MFS / MFA – Karrieristen aus dem mittleren Dienst kennen gelernt, wozu auch Aquadrahts notorisches Fahndungsinteresse paßt.
      Natürlich muß es das Phänomen auch außerhalb dieser Szenerie geben / gegeben haben.

      1. Eure persönlichen Angifterein lasse ich mal außen vor. Die nerven mich nur.

        Ich weiß nicht, ob des Lohnschreiberei in der DDR auch gab. Gehört habe ich davon nie. Den Wert von Diplomarbeiten hänge ich auch nicht sehr hoch. Es geht um einen Leistungsnachweis im Fach. Wissenschaft ist was anderes. In meinem eigenen Beruf, einem sehr praktischen, war die Fähigkeit, eine solche Arbeit zu schreiben, sicher ohne größere Bedeutung. Man sollte aber das, worüber man schrieb, schon beherrschen. Die Sache, nicht den Text.

        Ungeachtet dessen ist mein Respekt vor Leuten, die einen solchen Leistungsnachweis kaufen oder selbst stehlen -das gilt auch, wenn beides zusammenkommt- absolut bei Null. Ich habe für deine Kunden, sind sie nun zu doof oder zu faul gewesen, die Texte selber zu schreiben, nur abgrundtiefe Verachtung. Es ist für mich gleich, ob man jemandem das Messer an den Hals hält, um ihm Dinge abzunehmen, für die er gearbeitet hat oder sich das Wissen aneignet, für das andere Stunden, Tage oder Monat ihres Lebens arbeiteten. Ich habe ein Bild davon, weil ich dabei war, als ein Sohn und meine einstige Gattin promovierten. Und solche Beschönigungen, wie „Fortschreibung“ akzeptiere ich nicht. Schon gar nicht bei einem Betrüger, der nicht mal selbst schreibt.

        Und, um noch mal zum Thema des Artikels zurück zu kommen, Politiker, die noch und noch an Gesetzesschrauben drehen, um Kids, die einen Film raubmordkopierten, an den Haken zu bekommen, zeigen sich außergewöhnlich verständnisvoll, wenn die ihren stehlen.
        Um das gut zu finden, muss man sich wahrscheinlich auf das geistige Level dieser Klasse herab begeben. Unter Umständen also tief, sehr tief.

        1. Ich war kein DDR-Bürger, mit den DDR-Fahndern bekam ich es auf anderem Weg zu tun. Einen „Vorteil“ hatten die.

          „Um das gut zu finden …“

          Moralwachtelei zählte nicht zu ihren Fahndungsinteressen.

          1. Ich habe nicht die die Spur einer Idee, was du mir sagen willst. Jedenfalls nicht in dem hier diskutierten Kontext. Kannst du das erläutern oder ging es dir darum, verschwommen zu bleiben?

        2. In der BRD gab es das recht oft, gibt es wahrscheinlich immer noch. Seit den sechziger Jahren hatte es einen Ausbau der Sekundärschulbildung gegeben („Bildungswerbung“, vor allem in sozialdemokratisch regierten Ländern), und in der Folge einen Hochschulausbau, da befürchtete wurde, das enge oberklassenorientierte System werde zum Rückstand gegenüber dem Systemfeind führen. Die Wirtschaftskrise Mitte der siebziger Jahre mit Budgeteinschränkungen brachte dann eine Massenarbeitslosigkeit von Akademikern mit sich, vor allem Lehrern und Geisteswissenschaftlern, aber auch nicht wenigen diplomierten Naturwissenschaftlern. Der Aufschwung der Datenverarbeitung hat sehr viel davon aufgesogen, wir hatten sogar umgeschulte Theologen in den Rechenzentren :).

          Und klar war das Verfassen von Examensarbeiten für zahlungskräftige und bedürftige ( 🙂 ) Personen nicht so selten, arbeitslose Akademiker hatten es nicht einfach, da die Regierung Schmidt den Bezug von Arbeitslosenhilfe für Hochschulabsolventen abgeschafft hatte. Da war ein kleines Zubrot nicht zu verachten. Hauptkunden waren wohl weniger Politiker 😉 als z.B. Ärzte, die den Titel in der Tat eher brauchen, und medizinische Dissertationen haben oft niedrige Anforderungen, medizinstatistische, -historische, -soziologische sind nicht mit wissenschaftlichen Arbeiten in den Disziplinen Natur-/empirische Wissenschaften, Geschichte oder Sozialwissenschaften vergleichbar. In der DDR war wohl alles viel durchorganisierter, keine Ahnung, was da lief.

          Aber ich gebe Dir Recht, Politiker, die bei sowas erwischt werden, verdienen kein Mitleid. Jedoch ist die Jagd auf sie auch keine Heldentat.

    3. Zum Fall Guttenberg grad noch eine Ergänzung: Der Mann, der die Sache ins Rollen brachte – leider habe ich seinen Namen vergessen – hatte die Arbeit an sich nur inhaltlich bewertet und sein Fazit war, dass sie so grottenschlecht wäre, dass man sie nicht mal hätte annehmen dürfen. Und im Zusammenhang mit seinen Bewertungen schrieb er auch, dass ihm einige Plagiate aufgefallen waren. Er hatte nicht direkt danach gesucht und es war auch nicht der Schwerpunkt seines Textes. Das führte aber dazu, dass seine Beispiele überprüft und weitere gesucht wurden. Mit dem bekannten Ergebnis.

      Ich glaube, dass ich mit deinem Einwand gegen das Plagiatscannen nicht übereinstimme. Es ist eine Art der Verbrechensbekämpfung und dass die Täter nachrüsten werden, spricht nicht dafür auf sie zu verzichten.

      Die meistgescannte Diss soll wohl die von S. Wagenknecht sein. Wie es aussicht ohne „Erfolg“. Geht doch …

      1. Verbrechensbekämpfung ist doch ein etwas grosses Wort. Die Straftat besteht in der Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung, §156 StGB. Höchststrafe 3 Jahre, ergo Verfolgungsverjährung 5 Jahre nach Tatvollendung.

        Praktisch alle aufgedeckten und publizierten Plagiatsfälle sind später entdeckt worden, also nach Verfolgungsverjährung. Plagiatssuchsoftware ist daher, bezogen auf Altfälle, Kompromatsuche, nicht mehr, aber auch nicht weniger, und daher in einem etwas halbseidenen Raum. Als Kreuzzügler für Ehrlichkeit im akademischen Betrieb sind mir die Plagiatsjäger suspekt, abgesehen davon, dass mir ein solches hehres Ziel etwas blöd vorkommt.

        Für die Zukunft wäre solche Software ein Mittel der Qualitätssicherung wissenschaftlicher Arbeiten, das aber allen Seiten zur Verfügung steht, auch den Plagiatoren oder Käufern von Ghostwritern. Ein Rüstungswettlauf, nächste Station Jagd auf Chatgpt :).

        Der Guttenberg hatte einfach die Arroganz seiner durch Inzucht verblödeten Klasse. Man ordert einen Domestiken, dessen Arbeit zu kontrollieren ist man sich zu fein. Und um so einen Mist abzuliefern, muss man schon sehr frech sein oder den Auftraggeber richtig einschätzen und hassen.

    4. Ich bin auch dafür, dass man die Fälle differenziert betrachtet.

      Doch das Thema wird sich erst dann erledigt haben, wenn wir es so handhaben wie unsere skandinavischen Nachbarn, nämlich akademische Titel konsequent nicht zu führen. Das heißt, sie nicht in außerakademischen Kontexten sichtbar zu machen.

      Der Wissenschaft kommt es nur zugute, wenn sie sich nicht mit Doktoranden belastet, denen es letztlich gar nicht um wissenschaftliche Leistungen geht sondern vor allem um ihre Namensdekoration und die damit verbundene Eitelkeit.

      Wir brauchen mehr Vorreiter, die genau das vorexerzieren. Immerhin gibt es einige Politiker wie z.B. Merkel, Habeck und Steinmeier die ihre Doktortitel nie herausgehängt haben.

      Akademische Titel haben meines Erachtens weder an Haustüren, noch auf Grabsteinen, Kreditkarten, Wahlplakaten oder Ausweisdokumenten etwas verloren.

      Und ist die Anrede damit nicht mittlerweile eher peinlich als höflich?

      Doch das war sie bereit, als Helmut Kohl vor Jahrzehnten einen Fernsehjournalisten anbellte „… für Sie immer noch Dr. Kohl…“

      Manchmal habe ich den Eindruck, dass sich seither kaum etwas verändert hat.

      1. Das war in der DDR tatsächlich so gedacht und gefordert: akademische Titel sollten nur dort verwendet werden, wo sie eine Bedeutung haben. Also in der Wissenschaft, in wissenschaftlichen Publikationen usw. In der Praxis spielte das keine Rolle. Die Tradition war viel stärker als die richtige Idee. Im Gegenteil. Ärzte wurden in den letzten Jahren der DDR nicht mehr angehalten, zu promovieren. Die Ausbildung war schon ziemlich die gleiche wie im Westen. Das Medizinstudium, das man mit Diplom abschloss und die sich anschließenden Facharztausbildung mit entsprechender Prüfung. Die DM, also Diplom-Mediziner, wurden trotzdem als Herr oder Frau Doktor angesprochen und noch heute spricht die Mitarbeiterin meines Hausarztes, der genau so was ist, vom Doktor.

    5. … wenn ich eine Dipl. oder Dr. Arbeit schreibe, diese einreiche, die archiviert ist, diese mit allen erdenklichen Verweisen und Anmerkungen versehen ist kann mir nachweislich niemand an die Karre pissen, wenn aber vermeintliche Politiker*inen glauben sich durchzumogeln deren Arbeiten sich aber als „Plagiat“ herausstellen, ist das Betrug, und um einer solchen Arbeit aus jedwedem öffentlichen Amt oder Position entfernt …! Wollen wir über die Einkommen all dieser Typ*innen reden die sich im Bundestag, oder besser in Brüssel tummeln? Wer eigentlich bezahlt diese Leute und für welche Leistung? Ach ja, CDU/CSU will die Lebensarbeitszeit auf 72 erhöhen … Was sagt IHR? Nichts! MfG

  6. Es dürfte ein Irrtum sein, diese Erscheinung vorrangig in jüngste Zeit zu verorten, das ist in einer Herrschaftsgesellschaft schon immer stinknormal.
    Dem Vernehmen nach hatte einst Kohl einen Intimfeind, der ihn eine Zeit lang auf Vorträge und öffentliche Auftritte folgte, vermutlich ein Kommilitone. Der meldete sich zu Wort mit stets einem Satz, er verwies auf die Promotion von Kohl, die „Geschichte der CDU in Rheinland -Pfalz“ hieße, und nannte die Archivnummer, unter der die einsehbar wäre.

      1. Helga, wenn man außer Acht lässt, dass Kohl diese „Sippe“ mit seinen „Schwarzgeldkoffern“ geschaffen
        hat, und die EU als sein Eigen betrachtete.

  7. Da wir in der Tradition Jakobs leben, der zuerst seinem Bruder das Erstgeburtsrecht abgeluchst hat und sich dann den Segen seines Vaters Isaak erschwindelt hatte, gehört Betrug zur Hochkultur.

    Oder hat schon jemand jemanden getroffen, der Esau hieß?

    Doch um gut zu betrügen, muss man sich Mühe geben. Und sich an seine Lügen erinnern.

    Bei den üblichen Plagierern findet man interessante psychische Momente:
    * „Egal, solange es sich lohnt.“ als Maxime
    * „Diese Idee ist gut – die muss von mir sein.“ (Baerbock hat selbst einen Reisebericht plagiiert und damit eine Reise erfunden.)
    * Verachtung von Fakten und Ablehnung von Durchdringung von Sachzusammenhängen

    Plagiieren ist quasi eine Basis für die problemlose Verwendbarkeit in heutiger Politik etc.. (Die Planer davon müssen Künstler sein. Was aber nichts über die psychische Gesundheit aussagt.)

    Corona-Kult, Klima-Kult, Anti-AufRechts-Kult u.ä. leben von diesen Qualitäten.

    Indem man sich sich die Zitate bewusst macht (und man muss auch kulturelle Werturteile und selbst frühkindliches Körpergefühl einbeziehen), erweitert man seinen Raum der Handlungsalternativen, was natürlich auch Konsequenzen hat. Und durch das Jonglieren damit wird man zum Zauberkünstler der Verführung. Böse Zungen nennen das Soziopath, aber besser ein Soziopath als ein Ochlokrat.

    Dazu kommt noch ein weiterer Punkt:
    Durch Zitate, quasi Schubladen, hat man ein mnemotechnisches Werkzeug, um den Zugriff auf das eigene Wissen zu optimieren – es ist eine gelebte Mind-Map.

    +++++++++++++
    Gerade runtergeschrieben auf https://t.me/Deutschland2113/211

  8. es soll da so eine Verfassungsrichterin geben, die gerne erklärt : „Quality is a myth!“
    Insofern ist das doch Verfassungskonform – denn sie hatte keine Probleme damit.
    Und die Justiz wird ja inzwischen auch politisch vorsortiert – es wird also auch in Zukunft keine Probleme damit geben :
    Keine juristische Ausbildung mehr für Regierungskritiker?
    https://www.pi-news.net/2023/05/keine-juristische-ausbildung-mehr-fuer-regierungskritiker/

    Also – alles in Grün-Roten WEF-Tüchern !

    1. Baer ist turnusgemäß nicht mehr Verfassungsrichterin, aber das festlegen und durchsetzen der akademischen Prüfungsregeln und Gesetze und Vorschriften und Standards hat sie erfolgreich verhindert. Zusammen mit der politischen Gesinnungsprüfung für das zweite Staatsexamen in Jura kann dann jede beliebige Sprechpuppe Richter, Anwalt oder Staatsanwalt werden. Unbequeme werden ausgeschlossen. Schöne neue BRD wird das mit totaler Kontrolle über die angeblichen Bürger, die sich dann nicht mehr legal wehren können. Gewaltenteilung wird damit auch aufgelöst. Da fragt man sich wer eigentlich die Feinde der freiheitlichen demokratischen Grundordnung sind.

  9. „Graichen und die Versuchung der Politiker, akademische Abschlüsse durch Plagiieren zu erlangen.“

    Das einzig Vorwerfbare ist derzeit Graichens Frisur.

    Vielleicht schlägt Rössler mal beim deutschen Presserat unter
    dem Stichwort „Vorverurteilung“ nach.

    Interessanter finde ich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Ursula von der Leyen.

    Sie hat übrigens eine Doktorarbeit von 40 Seiten über das Gebären in der Badewanne
    geschrieben.

    Da ist die Bedienungsanleitung für meine Brille länger.

    1. Wow, das hatte ich verdrängt und nicht mitbekommen. 40 Seiten und das seichte Thema sind schon krass. Aber eigentlich, wenn man es mal durchdenkt: Solche Karrieren wie die von der Dame sind nur so zu schaffen, indem man mogelt, bzw. sich größer macht als man ist. Natürlich wurde die Dame gelenkt und gehätschelt.

      In diesem Thread sind mal wieder reichlich gute Beiträge und auch der Text von Herrn Rötzer ist gut.

  10. Mal ganz ehrlich deutsche Mitbürger!

    Die Grünen sind doch derzeit die schlimmste aller deutschen Parteien, schlimmer als die AfD. Die AfD schadet im Moment kaum jemanden (sie regieren nicht), die Grünen schon!

    Die Grünen sind die schlimmste deutsche Kriegstreiberpartei! Sie haben es geschafft einst aufrichtige deutsche Pazifisten zu Rassisten, Russenhassern und üblen Kriegstreibern umzuerziehen! Leider hat diese grüne Umerziehung im linksliberalen deutschen Lager großen Erfolg, siehe die Linkspartei, die sich zum bedeutungslosen Anhängsel der Grünen gemacht hat.

    Die Grünen vertreten totalitäre Auffassungen, sie wollen nicht nur die Deutschen belehren und zu Veganern umerziehen, nein, am grünen deutschen Wesen soll schon wieder mal die Welt genesen. Sie wollen in der BRD eine Ökodiktatur errichten, mit Hilfe ihrer fast schon religiös anmutenden Klimadoktrin. Ihre ständigen Belehrungen machen den Klimaschutz auch bei Gutwilligen immer unglaubwürdiger.

    Woher kommen dieses doktrinäre grüne Denken?
    Das ist relativ einfach. Viele Grüne waren früher glühende Anhänger des Maoismus, maoistischer als Mao Zedong selbst. Den Wandel in China, der bescheidene chinesische Wohlstand, das gefällt ihnen ganz und gar nicht und wird auch heute noch von Altlinken und Grünen als Abweichung von der reinen marxistischen Lehre – die europäischen Ursprungs ist – angesehen. Kurz, die Grünen wurden üble Systemlinge, haben aber ihre maoistischen Methoden beibehalten.

    Aus diesen Grund bin ich immer hocherfreut, wenn sich grünes Personal blamiert! Wenn dieses grüne Personal wissenschaftliche Arbeiten fälscht, so entschuldigt es sie nicht, das dies ach andere tun.

    Deshalb weiter so mit der Entlarvung der grünen Ideologie…..herzliches Lachen…

  11. Ich schreibe nur: PlagScan.com … macht doch heutzutage jede Uni bei irgendwelchen Arbeiten. Da brauch ich doch schon wieder keinen Experten. Und Plagiate verjähren ja wohl kaum.
    Und die Software ist brutal. Wenn heute ein Studi mehr als 5% plagiiert? Tja dann: Tschüss mit der Arbeit.
    Also brauch man doch theoretisch den Wust einfach durch die Software jagen und hat dann unmittelbar das Ergebnis. Und das funktioniert ebenfalls bestens auf Englisch. Die Software ist wahrlich »brutal«.

    1. Jeder Studi jagd seinen kopierten Text erst durch einen
      Textspinner bevor er ihn pastet.

      Die sind ja nicht so doof, wie die
      Professoren heute aussehen.

      Welchen Textspinner empfiehlt der Herr Degovski ?

  12. Da ist wieder was passiert und dort hat jemand nicht nach den anerkannten Regeln gespielt.
    Betrug ist nix systemfremdes, ein moralisches System wär nicht besser.
    Es fällt nur wer aus anderen Gründen fällig ist.
    Personalkritik schwänzt Systemkritik.

    Ist es nicht jedes System wo die Mehrheit zuläßt daß die Arschlöcher nach Oben kommen?
    Wo ist der bullshit-Detektor?
    War Demokratie nicht Versicherung dagegen daß durchgeknallte Königs Unheil stiften?

    In der Causa Graichen schreien am lautesten die dafür bekannt sind selber Nepotismus zu betreiben.
    Das soll kein Whataboutism sein aber Einordnung. Soo schlimm ist der nicht.

    1. „War Demokratie nicht Versicherung dagegen daß durchgeknallte Königs Unheil stiften?“

      Aber eine Versicherung dagegen hat man ja. Dass Unheil wird halt jetzt von anderen Personen gestifftet (und eben nicht mehr von einem König) und kann durchaus auch jetzt von mehreren Personen gestifftet werden. Man könnte zwar überlegen, dass man jetzt – aus Sicht des Pöbels bzw. des gemeinen Wahlvolks – nur dafür gesorgt hat, dass jetzt ein „anderer Arsch“ auf einem Sessel (oder meinetwegen mehrere Ärsche auf mehreren Sesseln) sitzt (so wie Raider jetzt Twix heißt, sich aber sonst nichts ändert), welcher nicht mehr Ihre Durchlaucht oder König genannt wird. Und während es früher für den Adel durchaus häufig schwieriger gewesen sein könnte, dass man einen unfähigen und durchgeknallten König los wurde, so könnte es jetzt dem sogenannten Geldadel doch – auch durch die schön regelmäßigen Wahlen – einfacher Fallen eben gewisse durchgeknallte oder unfähige Personen (welche auch von einer gewissen Mehrheit des Geldadels als unfähig oder durchgeknallt angesehen werden und nicht im Sinne von großen Teilen des Geldadels agieren) auszutauschen. Und zwar ganz unblutig ohne Revolution, Erbfolgekrieg, Ermordung eines Monarchen etc. Aber offensichtlich wird das Ganze erst, falls und wenn wir im Neofeudalismus landen ;-).

  13. Ob dem Kinderbuchautor ebenfalls Plagiate anhängen, mag jeder für sich entscheiden. Seine Frau heißt
    Andrea Paluch. Sie studierte Literaturwissenschaft und Linguistik sowie engl. Philologie an der Uni Hannover. 2000 promovierte sie zur Doktorin (Dr. phil). Sie arbeitet als Musikerin, Journalistin, Dozentin und Schriftstellerin.
    Auf den Kinderbüchern steht sie an zweiter Stelle. Alles nachzulesen in Wikipedia.

  14. Zuerst Plagiate sind eine Verfehlung gegen die gute wissenschaftliche Praxis (laut Satzungen zur Sicherstellung der guten wissenschaftlichen Praxis). Die Regeln gelten allerdings nur für wissenschaftliche Arbeiten, d.h. für Nicht-wissenschaftliche Arbeiten (wozu durchaus viele Bücher gehören, jedenfalls dann, wenn diese eben z.B. nicht als sogenannte „Sekundärliteratur“ zu einem wissenschaftlichen Thema gehört) sind anders zu bewerten, da in solchen Fällen zwar ein Plagiat vorliegt, aber auf diese Plagiate dann die Satzungen zur Sicherstellung (bzw. Einhaltung) der guten wissenschaftlichen Praxis nicht anwendbar sind.

    Zu den wissenschaftlichen Fehlverhalten gehört allerdings nicht nur plagieren (d.h. sich mit fremden Federn zu schmücken) sondern ganz allgemein grob fahrlässige (und vorsätzliche) Falschdarstellungen, Falschangaben und Falschaussagen in wissenschaftlichen Arbeiten. Potentiell gefährlicher als Plagiarismus sind nun die anderen Arten von wissenschaftlichen Fehlverhalten (wissenschaftlicher Betrug), denn durch Plagiarismus schmückt man sich – im Prinzip – erstmal nur mit fremden Federn (d.h. geschadet wird dadurch erstmal nur die Person oder die Personen von denen man abgeschrieben hat), der potentielle Schaden durch andere Arten von Falschdarstellungen, Falschangaben und Falschaussagen (wie z.B. Fälschen von Messwerten, Fälschen von Studien etc. pp.) ist dagegen größer, vor allem dann, wenn eben nicht von anderen grundsätzlich die genutzten (vermeintlichen) wissenschaftlichen auch wirklich sorgfältig überprüft werden (sondern falsche wissenschaftliche Ergebnisse einfach übernommen werden). In Bezug zu wissenschaftlichen Fehlverhalten liegt aber anscheinend vor allem eine Fokusierung auf Plagiate vor, wobei dieses auch daran liegen kann, dass eben Plagiarismus (d.h. die Aneignung fremder Texte oder Aussagen ohne die entsprechende Kenntlichmachung) einfacher geprüft werden kann und diese Prüfungen eben auch von Personen vorgenommen werden kann, welche von dem eigentlichen Thema der wissenschaftlichen Arbeiten keine Kenntnisse und keine Ahnung haben (und sogar die zugehörige wissenschaftliche Disziplin ein Buch mit Sieben Siegeln ist). Im MINT-Bereich sind zumindest hierfür solide Kenntnisse im Bereich Mathematik notwendig, um solchen wissenschaftlichen Fehlerverhalten (welches kein Plagiarismus ist) auf die Spur zu kommen. Das Problem ist allerdings, dass anscheinend vor allem aus Bereichen wie Jura (Rechtswissenschaften) die Mitglieder der zuständigen Kommissionen zur Sicherstellung der guten wissenschaftlichen Praxis stammen (womit es mit der Prüfung von Anschuldigungen gegen Verstöße der guten wissenschaftlichen Praxis, welche kein Plagiarismus beinhalten, schwieriger wird – abgesehen davon, dass natürlich auch der Wille vorliegen muss, nun solche Anschuldigungen auch ernsthaft zu prüfen), so dass es vor allem nur Meldungen bzgl. Plagiarismus und eher weniger zu anderen wissenschaftlichen Fehlverhalten (im Rahmen von der Anfertigung von wissenschaftlichen Arbeiten gibt). Vor allem bei wissenschaftlichen Arbeiten, deren Ergebnisse später nicht international (dann meist auf englisch) publiziert werden, kann es sehr lange dauern (falls überhaupt), dass solches wissenschaftliche Fehlerverhalten dann irgendwann auffällt (bzw. Fehler bekannt werden).

    Das Plagieren wird erst dadurch wirklich problematisch, dass eben dadurch durchaus Personen einen wissenschaftlichen Abschluss bekommen können, ohne wirklich die zugehörige Qualifikation (oder die zugehörigen Kenntnisse) in dem jeweiligen wissenschaftlichen Bereich angeeignet zu haben (in vielen Fällen haben solche Personen auch eher nachgewiesen, dass man es mit sorgfältiger Arbeitsweise nicht so genau nimmt und auch durchaus kein Problem damit hat, die Ergebnisse von Anderen – ohne ordentliche Kenntlichmachung – und teilweise auch ohne wirkliche Überprüfung der Ergebnisse/Aussagen zu übernehmen), und eben diese Personen dann später auf Positionen landen, für welche diese eigentlich eher nicht geeignet sind, und man diesen Personen durchaus eine Kompetenz auf gewissen Gebieten nachsagen könnten (welche diese eigentlich gar nicht besitzen).

    Weiterhin ist es problematisch, dass eben häufig Personen, welche nun irgendwelche Doktortitel (oder Hochschulabschlüsse) haben, eher als Experten angesehen werden bzw. häufig – von der „Öffentlichkeit“ – angenommen wird, dass deren Aussagen zu Themen kompetenter sind. D.h. auf die Meinung solcher Personen wird häufig eher gehört als auf die Meinung (Aussagen) anderer Personen. Obwohl es eigentlich nicht darauf ankommen sollte von wem nun eine Meinung, Aussage oder Argument (oder Argumentation) geäußert wird, sondern es immer nur auf den Inhalt der Aussagen bzw. genauer auf die inhaltliche Argumentation ankommen sollte.

    In der Mathematik gibt es allerdings z.B. kein Beweisprinzip der Art: „Die Aussage gilt, weil dieses die Person XY gesagt hat“. Und nur in der Mathematik (und theoretischen Informatik) hat darüberhinaus das Wort „Beweis“ eine präzise Bedeutung, so dass zumindest in der Mathematik und theoretischen Informatik man alleine mit logischer Argumentation (und den erlaubten Beweisprinzipien der Mathematik) auskommt (sofern es eben nicht um die Interpretation der Bedeutung der mathematischen Ergebnisse geht und der Anwendbarkeit von Mathematik bzw. mathematischen Ergebnisse auf die reale Welt). Es ist allerding auch in der Mathematik so, sofern es eben um die Publikation und die Anhörung von „Expertenmeinungen“ geht, dass zumeist nur Personen mit entsprechenden Abschlüssen nun in der Öffentlichkeit Gehör finden (da man Anderen häufig eben direkt die entsprechenden Kenntnisse abspricht, ohne sich überhaupt – zumindest oberflächlich – mit dem Inhalt auseinander zu setzen) und die Allgemeinheit eben die Aussagen (und Argumente der Aussagen) nicht selbst prüfen können. D.h. auch dort (Mathematik und theoretische Informatik) sind häufig gewisse Abschlüsse notwendig, damit man sich die Argumente überhaupt anhört.

    Je weiter nun ein Thema (bzw. wissenschaftliche Disziplin) von der Mathematik (und theoretischen Informatik) weg ist, desto mehr spielt anscheinend auch eine Rolle wer nun Aussagen getätigt hat, damit man sich überhaupt mit den Argumenten (und den Aussagen) auseinandersetzt. Während in Naturwissenschaften (und Ingenieurswissenschaften) das Handwerkszeug noch meistens die Mathematik ist und die zugehörigen Theorien (in den jeweiligen Wissenschaften) auch – sofern diese falsifizierbar ist – jeweils auch eine mathematische Theorie ist (d.h. die man zumindest – prinzipiell – auch mathematisch dahingehend untersuchen kann, ob eine solche Theorie in sich widersprüchlich ist, womit die Theorie, sofern man das Paradoxon bzw. die Paradoxa nicht beheben kann, dann als nicht-gültig anzusehen ist, sofern man davon ausgeht, dass geltende wissenschaftliche Theorien nicht in sich widersprüchlich sein kann, da die reale Welt in sich nicht widersprüchlich wäre/ist) und man damit auch noch mit logischer Argumentation (und stringenter Argumentation) weiterkommen kann, so sieht dieses bei anderen sogenannten Wissenschaften (Geisteswissenschaften, welche nicht die Mathematik sind, wie Soziologie, Geschichte, Politikwissenschaften etc. pp.) schon anders aus. So dass je weiter ein Thema nun von Mathematik (und theoretischer Informatik) weg ist, je mehr kommt es nun darauf an, wer nun die entsprechenden Aussagen getätigt hat (und nicht mehr auf den Inhalt der Aussagen), und zwar schon alleine deswegen, da es – im Gegensatz zur Mathematik (und theoretischen Informatik) – eben keine objektiven Kriterien (wie Beweise in der Mathematik und theoretischen Informatik) zur Überprüfung des Wahrheitsgehalts von Aussagen (etc.) mehr gibt, man eben durchaus – abstrakt betrachtet – durch eine unterschiedliche Gewichtung von Argumenten (wobei man einzelne Gewichte von Argumenten durchaus auch mit 0 versehen könnte – was einem Weglassen des zugehörigen Argumentes entspricht) und vielleicht einen unterschiedlichen Blickwinkel (Perspektive auf ein Thema) zu unterschiedlichen Ergebnissen gelangen kann, man eben häufig gerne ein binäres Ergebnis hätte und man eben, aufgrund von fehlenden objektiven Kriterien, nun als neues Kriterium dann die Person, welche die Aussagen getroffen hat, zur Entscheidung heranzieht (z.B. zur Entscheidung, was nun richtig oder falsch ist).

    Da nun weiterhin – vor allem in Deutschland – vor allem die sogenannte „soziale Herkunft“ auch eine Rolle spielt, ob man nun gewisse wissenschaftliche Abschlüsse später erreicht oder nicht (die Wahrscheinlichkeit, dass ein sogenanntes Arbeiterkind später einen Hochschulabschluss bekommt, ist – auch im Vergleich zu einigen anderen Industrieländern – sehr gering). Und weiterhin eben gewisse Personengruppen es durchaus leichter gemacht werden könnte (durch geringere Sorgfalt bei der Prüfung der wissenschaftlichen Abschlussarbeiten, Hilfestellung bei der Anfertigung der Abschlussarbeiten durch Dritte – egal, ob nun aufgrund von „Verbindungen“/Konneketionen oder „Spenden“ – etc.) nun unverdienterweise nun einen wissenschaftlichen Abschluss zu bekommen (z.B. um hinterher in der Politik oder anderswo „Karriere“ zu machen). Und weiterhin – bei den sogenannten „weniger harten Wissenschaften“ (Wissenschaften, welche nicht zum MINT-Bereich gehören) – durchaus auch eher Personen die Möglichkeit zur Promotion eröffnet wird, welche durchaus bei wissenschaftlichen Themen auf Linie des Doktorvaters (oder der Doktormutter) liegen (vor allem, wenn es eben um weniger gut betuchte Personen geht bzw. um Personen mit weniger „Konnektions“). Können sich dadurch zu gewissen Themenbereichen (und Wissenschaftlichen Bereichen) dann gewisse Perspektiven (Blickwinkel) und Argumentationen zu Themen durchsetzen (und auch durch Medien und Politik vertreten werden), obwohl – bei nüchterner Betrachtung – eben die Sachlage nicht so einfach ist (d.h. eigentlich mehr Perspektiven berücksichtigt werden müßten und auch mehr Argumente – d.h. auch Gegenargumente bzw. weitere Gegenargumente – berücksichtigt werden müssten). Im Einzelfall kann es dann durchaus passieren, dass ein gewissen politisches Handeln als alternativlos dargestellt wird, obwohl dieses politische Handeln eben nicht wirklich alternativlos ist (sondern nur die Alternativen nicht im Diskurs oder politischen Diskurs oder öffentlichen Diskurs wirklich thematisiert werden bzw. nur von irgendwelchen Randgruppen).

    Ein weiteres (potentielles) Problem bei Personen, welche mit Plagiaten ihren Abschluss im Prinzip erschwindelt haben, ist, dass diese Personen, sofern diese anschließend in die Politik gehen, durchaus auch eher geneigt sein könnten, anschließend von Lobbygruppen geschriebene Gesetzesentwürfe zu übernehmen (ohne nähere Prüfung), da diese Personen ja sich auch in Bezug zur Anfertigung ihrer Abschlussarbeiten nicht die Mühe gemacht haben gewisse Dinge kenntlich zu machen (sondern gewisse Dinge einfach so – unter Umständen mit ein paar kleineren Änderungen an der Satzstellung oder anderen kleineren Umstellungen, so dass das Plagiat nicht direkt auffällt – in ihren Abschlussarbeiten übernommen haben).

    Man wird allerdings nicht gänzlich – ungeachtet der wissenschaftlichen Disziplin – sogenannte Plagiate (oder Textpassagen welche wie Plagiate aussehen) vermeiden können, d.h. für gewisse Sachverhalte gibt es nur soviele Möglichkeiten gewisse Dinge zu formulieren und auf gewisse Dinge kann man eben auch selbstständig kommen (geringe „Schöpfungshöhe“), so dass man ab einer gewissen Anzahl von verschiedenen wissenschaftlichen Publikationen zu einem Thema keine Wahl mehr hat als Formulierungen zu verwenden, welche schon in einer anderen wissenschaftlichen Publikation (wissenschaftlichen Arbeit) vorkam (und das suchen nach allen Publikationen inkl. Fachbüchern zu einem Thema kann die Dauer der Erstellung der Arbei sehr erhöhen – man wird dann wohl keine Wahl haben, als vor Abgabe der Arbeit den Entwurf der Arbeit durch eine Plagiatssoftware zu jagen). In der Mathematik ist es z.B. so, dass man in wissenschaftlichen Abschlussarbeiten bitteschön alle wissenschaftlichen Aussagen auch möglichst selbst in der wissenschaftlichen Abschlussarbeit beweist (es gibt hier unterschiedlich harte Kriterien dazu bzgl. Doktorarbeiten und Bachelor/Masterarbeiten bzw. früher Diplomarbeiten), so dass jemand mit Kenntnissen in Mathematik (auch ohne Kenntnisse des entsprechenden Teilbereichs der Mathematik) in der Lage ist die Arbeit a) zu verstehen und b) nachzuvollziehen (Prüfung auf Korrektheit der Aussagen durchführen zu können). Es gibt allerdings – abhängig von der jeweiligen mathematischen Aussage (mathematischen Satz, mathematischen Theorem etc.) – für einige mathematische Aussagen nur eine gewisse Anzahl von verschiedenen Beweisen, so dass man aus einer gewissen Perspektive (sofern man von der Ausführlichkeit des Beweises absieht) bei der Präsentation des Beweises in der Abschlussarbeit natürlich im Prinzip den Beweis aus einer anderen Abschlussarbeit übernommen hat. Damit es sich dabei allerdings nicht um einen Plagiat handelt, macht man dabei u.a. Kenntlich – sofern man den Beweis nicht alleine „verbrochen“ hat – woraus man den Beweis im Prinzip übernommen hat (bzw. wo der Beweis so ähnlich schon drin steht). (Ähnliches gilt z.B. auch für mathematische Definitionen vor allem bei etablierten Standardbegriffe). Zurückkommend auf Geisteswissenschaften (welche nicht Mathematik sind) kann es durchaus sein, dass man sich hier auf die Dauer Gedanken machen muss, ob man nicht etwas an der Zitierweise und den Zitiervorgaben (etc.) ändert.

    Abschließend: Durch eine Umstellung auf mündliche Prüfungen (anstelle von Abschlussarbeiten) wird dieses nicht dazuführen, dass gewissen Personen es nicht sehr einfach gemacht werden könnte, nun auch – unverdientermaßen – einen Abschluss in einer wissenschaftlichen Disziplin zu erhalten. Schon alleine bei sogenannten harten Wissenschaften – wie Mathematik oder theoretischer Informatik – kann man bei mündlichen Prüfungen zu Vorlesungen (oder Lehrveranstaltungen) die zugehörigen mündlichen Prüfungen sehr unterschiedlich schwierig gestalten. Einem Studenten (oder Doktoranden), welchem ein Prüfer es z.B. einfach machen möchte, könnte z.B. der Prüfer vorher die Fragen, welche bei der mündlichen Prüfung gestellt werden, mitgeteilt werden oder es könnten nur (oder vor allem) oberflächliche Fragen gestellt werden und ohne Nachhaken bzgl. eines Themas, wenn der Prüfling sich unsicher bei der Beantwortung einer Frage gezeigt hat. Bei anderen Prüflingen könnte der Prüfer aber durchaus aus dem gesamten Vorlesungsinhalt in der mündlichen Prüfung fragen stellen und dabei möglichst nach Unsicherheiten des Prüflings bei den Antworten suchen, um dann im zugehörigen Themenbereich (oder Themenbereichen, in denen der Prüfling Unsicherheit gezeigt hat bzw. nicht ganz korrekt geantwortet hat bzw. die Antwort falsch war) – inkrementell – schwierigere Fragen zu stellen und bei denen man auch immer mehr Details bei der Beantwortung der Fragen gestellt werden, so dass der Prüfling im Prinzip alle Lehrinhalte der Vorlesung auswendig kennen muss (d.h. mit vollständigen Beweisen) und alle Formeln und Sätze (und mathematischen Aussagen) auch anwenden können muss, um eine Chance zu haben, auch eine der Bestnoten in der Prüfung zu erhalten. Während eben ein anderer Prüfling, nur aus einem sehr engen Themenbereich (der Vorlesung), um eine ähnliche Note zu erhalten ein paar Dinge wissen muss (und dem Prüfling der Themenbereich schon vor der Prüfung inkl. den zugehörigen Fragen bekannt ist). Trotz Prüfungsprotokoll (vor allem wenn der Protokollant nun im Sinne des Prüfers agiert) kann es durchaus später schwierig werden, dann irgendwie nachzuweisen, dass es einem Prüfling (im Vergleich zu anderen oder dem Durchschnitt) nun ungleich schwerer gemacht wurde eine gute Note zu erhalten (oder überhaupt zu bestehen), genauso wie es schwierig werden kann, später nachzuweisen, dass es einem Prüfling sehr leicht gemacht wurde.

  15. Bei dieser Betrachtung sind nicht wissenschaftliche Arbeiten gemeint, die zum Teil übernommen wurden ohne die
    entsprechende Quelle anzugeben. Der Plagiatshinweis sollte nur darauf verweisen, wer diese Kinderbücher vermutlich geschrieben hat und wer sich in der Öffentlichkeit selbst als Kinderbuchautor darstellt. Es geht nur um die Glaubwürdigkeit eines Politikers und darüber sollte sich jeder Gedanken machen.

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