
Das amerikanische Unternehmen Bexorg hatte schon vor ein paar Jahren auf sich aufmerksam gemacht, als es erklärte, es habe eine Technik entwickelt, um Schweinegehirne außerhalb des Körpers 36 Stunden lang am Leben zu halten. Die Technik von BrainEx ermögliche, so ein Nature-Artikel, eine „Erholung vom Sauerstoffmangel und verringert Reperfusionsschäden (bei Wiederherstellung des Blutflusses), beugt Ödemen vor und deckt den Energiebedarf des Gehirns“ von Schweinen, die vier Stunden zuvor geschlachtet wurden.
Das ist schon ein wenig unheimlich, aber Bexorg ist einen Schritt weitergegangen und arbeitet nun mit physiologisch intakten menschlichen Gehirnen, die verstorbenen entnommen und wiederbelebt wurden. Ziel des Unternehmens ist, Therapien für Gehirnerkrankungen und -schädigen entwickeln und besser testen zu können sowie das Gehirn zu entschlüsseln: „Die erste auf Künstlicher Intelligenz und dem gesamten menschlichen Gehirn basierende Plattform für die Wirkstoffforschung, die entwickelt wurde, um klinische Misserfolge im Bereich des Zentralnervensystems zu beenden.“ Angeblich würden 985 Prozent der Medikamente für das ZNS scheitern, weil die zur Verfügung stehenden Modelle die Komplexität des menschlichen Gehirns nicht erfassen.
Nach einem Bericht in Science hat das Startup bereits mehr als 700 menschliche Gehirne, die dem Körper von Verstorbenen entnommen wurde, an das BrainEx-System angeschlossen. Das versorgt das Gehirn mit Blutersatzmitteln und Sauerstoff. Die meisten der wichtigen Funktionen seien intakt, die elektrische Aktivität, die Bewusstsein ermöglichen könnte, wird mit Propofol betäubt, während mit zahlreichen Sensoren die Reaktion auf Medikamente erfasst wird.
„Nicht lebendig, aber auch nicht tot“, sagt Science-Autorin Sara Reardon zurückhaltend, möglicherweise auch deswegen, weil noch das Gehirn nach 24 Stunden sterben darf und in Hunderten von Schnitten zur genaueren Analyse zerlegt wird. Bald auch von einem Roboterarm, um in einem Jahr 1600 Gehirne aufzuschneiden und jeweils 11.000 Proteine zu untersuchen. In Zukunft will man Gehirne auch zwei Wochen lang am Leben erhalten oder wie man diesen Zustand nennen mag. Mit der KI NeuroLens werden die gewonnenen Daten zu Gehirnmodellen aufbereitet, um auch virtuell neue Medikamente testen zu können. Reardon, die dem Startup wohlwollend gesinnt ist, schreibt: „In dieser virtuellen Form werden die umsorgten Gehirne in Bexorgs Labor auch dann weiterleben, wenn ihre lebenserhaltenden Maßnahmen eingestellt werden.“ Soll das Gehirnspender anlocken?
Natürlich sollen Ethiker die Vorgehensweise von Bexorg prüfen und für korrekt befinden. Können die wiederbelebten und am Leben gehaltenen Gehirne etwas empfinden, kriegen sie die Entleibung mit und nehmen sie wahr, dass sie nun „Gehirne im Tank“ sind? Das spielte einst der Philosoph Hilary Putnam nur als Gedankenexperiment durch, um zu eruieren, ob Gehirne in einem Tank wissen können, dass sie in der Simulation leben.
Aus dem Science-Bericht, der auf solche Fragen nicht eingehen will, geht nicht hervor, wie der Tod bei den Menschen festgestellt wird, deren Gehirne entnommen und BrainEx angeschlossen werden. Es wird sich um den umstrittenen Gehirntod handeln, dessen Feststellung in den 1960er Jahren eingeführt wurde, um noch bedingt Lebenden, deren Gehirn irreversibel geschädigt ist, weil eine Nulllinie im EEG vorliegt und eine Hirndurchblutung nicht mehr nachweisbar ist, Organe für Transplantationen entnehmen zu können. Nach dem Bericht erhält Bexorg Gehirne „in Zusammenarbeit mit Organisationen, die gespendete Organe für Transplantationen beschaffen“. Zvonimir Vrselja, Mitbegründer and CEO, sagt, „sobald die Familien den Prozess und die Ziele des Unternehmens verstehen, sei ihre Reaktion überwältigend positiv“. Das bleibt schön im Ungefähren.
Die Pharmafirma Biohaven, die mit Bexorg zusammenarbeit, startet demnächst eine klinische Studie mit dem Medikament BHV-8100, das die Energieversorgung in neurogenerativ erkrankten Gehirn verbessern soll und teilweise auf Daten basiert, die an Bexorg-Gehirnen gewonnen wurden. Ziel von Bexorg ist es, nicht nur Medikamente für neurodegenerative Krankheiten am lebenden Gehirn zu testen, sondern auch Krebs und psychiatrische Störungen ins Visier zu nehmen. Da könnte es durchaus sein, dass „elektrische Aktivität“ erwünscht wäre.
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„sobald die Familien den Prozess und die Ziele des Unternehmens verstehen, sei ihre Reaktion überwältigend positiv“
Ziel des Unternehmens ist es, gleich allen anderen Unternehmen weltweit, Gewinn zu erwirtschaften. Alles Andere ist Geblubber.
Bexorg ist eine Ausgliederung der Yale Universität. Ausgliederungen finden statt, wenn die Universität genug Grundlagenforschung geleistet hat, um mit der Ausgliederung richtig Kohle zu machen. Zu den Hauptsponsoren der Yale gehört u.A. die Bill & Melinda Gates Stiftung, Bloomberg Philanthropies oder Google. Vermutlich geht es wieder mal um Unsterblichkeitsfantasien der Globalisten und unterwegs gibt es dann eben Bedarf an Nützlingen, die wie im Krieg den Hügel stürmen dürfen.
Es ist schon richtig krank und kriminell, für was soziopathische Philanthropen unser Geld ausgeben.
Hirn wird schon nach 3 Minuten ohne Durchblutung zu Brei. Wie will man da an intakte Gehirne von Toten kommen wollen. Oder wartet man den Eintritt des Todes nicht ab, um schon mal mir der Extraktion des Gehirns beginnen zu können?
Für die Entwicklung von Medikamenten braucht man das alles nicht. Dafür gibt es Zellkulturen und Tierexperiment, die bei Weitem aussagekräftiger sind.
Bleibt die Frage, was ein vom Körper getrenntes Gehirn überhaupt für ein Gebilde darstellt und ob Narkotika noch genügen um den Phantomschmerz zu lindern. Völlig idiotisch ist jedoch die Vorstellung jenes Gebilde könne auch nur im Entferntesten dann noch ein Modell für psychische Vorgänge darstellen.