
Das amerikanische Unternehmen Bexorg hatte schon vor ein paar Jahren auf sich aufmerksam gemacht, als es erklärte, es habe eine Technik entwickelt, um Schweinegehirne außerhalb des Körpers 36 Stunden lang am Leben zu halten. Die Technik von BrainEx ermögliche, so ein Nature-Artikel, eine „Erholung vom Sauerstoffmangel und verringert Reperfusionsschäden (bei Wiederherstellung des Blutflusses), beugt Ödemen vor und deckt den Energiebedarf des Gehirns“ von Schweinen, die vier Stunden zuvor geschlachtet wurden.
Das ist schon ein wenig unheimlich, aber Bexorg ist einen Schritt weitergegangen und arbeitet nun mit physiologisch intakten menschlichen Gehirnen, die verstorbenen entnommen und wiederbelebt wurden. Ziel des Unternehmens ist, Therapien für Gehirnerkrankungen und -schädigen entwickeln und besser testen zu können sowie das Gehirn zu entschlüsseln: „Die erste auf Künstlicher Intelligenz und dem gesamten menschlichen Gehirn basierende Plattform für die Wirkstoffforschung, die entwickelt wurde, um klinische Misserfolge im Bereich des Zentralnervensystems zu beenden.“ Angeblich würden 98,5 Prozent der Medikamente für das ZNS scheitern, weil die zur Verfügung stehenden Modelle die Komplexität des menschlichen Gehirns nicht erfassen.
Nach einem Bericht in Science hat das Startup bereits mehr als 700 menschliche Gehirne, die dem Körper von Verstorbenen entnommen wurde, an das BrainEx-System angeschlossen. Das versorgt das Gehirn mit Blutersatzmitteln und Sauerstoff. Die meisten der wichtigen Funktionen seien intakt, die elektrische Aktivität, die Bewusstsein ermöglichen könnte, wird mit Propofol betäubt, während mit zahlreichen Sensoren die Reaktion auf Medikamente erfasst wird.
„Nicht lebendig, aber auch nicht tot“, sagt Science-Autorin Sara Reardon zurückhaltend, möglicherweise auch deswegen, weil noch das Gehirn nach 24 Stunden sterben darf und in Hunderten von Schnitten zur genaueren Analyse zerlegt wird. Bald auch von einem Roboterarm, um in einem Jahr 1600 Gehirne aufzuschneiden und jeweils 11.000 Proteine zu untersuchen. In Zukunft will man Gehirne auch zwei Wochen lang am Leben erhalten oder wie man diesen Zustand nennen mag. Mit der KI NeuroLens werden die gewonnenen Daten zu Gehirnmodellen aufbereitet, um auch virtuell neue Medikamente testen zu können. Reardon, die dem Startup wohlwollend gesinnt ist, schreibt: „In dieser virtuellen Form werden die umsorgten Gehirne in Bexorgs Labor auch dann weiterleben, wenn ihre lebenserhaltenden Maßnahmen eingestellt werden.“ Soll das Gehirnspender anlocken?
Natürlich sollen Ethiker die Vorgehensweise von Bexorg prüfen und für korrekt befinden. Können die wiederbelebten und am Leben gehaltenen Gehirne etwas empfinden, kriegen sie die Entleibung mit und nehmen sie wahr, dass sie nun „Gehirne im Tank“ sind? Das spielte einst der Philosoph Hilary Putnam nur als Gedankenexperiment durch, um zu eruieren, ob Gehirne in einem Tank wissen können, dass sie in der Simulation leben.
Aus dem Science-Bericht, der auf solche Fragen nicht eingehen will, geht nicht hervor, wie der Tod bei den Menschen festgestellt wird, deren Gehirne entnommen und BrainEx angeschlossen werden. Es wird sich um den umstrittenen Gehirntod handeln, dessen Feststellung in den 1960er Jahren eingeführt wurde, um noch bedingt Lebenden, deren Gehirn irreversibel geschädigt ist, weil eine Nulllinie im EEG vorliegt und eine Hirndurchblutung nicht mehr nachweisbar ist, Organe für Transplantationen entnehmen zu können. Nach dem Bericht erhält Bexorg Gehirne „in Zusammenarbeit mit Organisationen, die gespendete Organe für Transplantationen beschaffen“. Zvonimir Vrselja, Mitbegründer and CEO, sagt, „sobald die Familien den Prozess und die Ziele des Unternehmens verstehen, sei ihre Reaktion überwältigend positiv“. Das bleibt schön im Ungefähren.
Die Pharmafirma Biohaven, die mit Bexorg zusammenarbeit, startet demnächst eine klinische Studie mit dem Medikament BHV-8100, das die Energieversorgung in neurogenerativ erkrankten Gehirn verbessern soll und teilweise auf Daten basiert, die an Bexorg-Gehirnen gewonnen wurden. Ziel von Bexorg ist es, nicht nur Medikamente für neurodegenerative Krankheiten am lebenden Gehirn zu testen, sondern auch Krebs und psychiatrische Störungen ins Visier zu nehmen. Da könnte es durchaus sein, dass „elektrische Aktivität“ erwünscht wäre.
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„sobald die Familien den Prozess und die Ziele des Unternehmens verstehen, sei ihre Reaktion überwältigend positiv“
Ziel des Unternehmens ist es, gleich allen anderen Unternehmen weltweit, Gewinn zu erwirtschaften. Alles Andere ist Geblubber.
Bexorg ist eine Ausgliederung der Yale Universität. Ausgliederungen finden statt, wenn die Universität genug Grundlagenforschung geleistet hat, um mit der Ausgliederung richtig Kohle zu machen. Zu den Hauptsponsoren der Yale gehört u.A. die Bill & Melinda Gates Stiftung, Bloomberg Philanthropies oder Google. Vermutlich geht es wieder mal um Unsterblichkeitsfantasien der Globalisten und unterwegs gibt es dann eben Bedarf an Nützlingen, die wie im Krieg den Hügel stürmen dürfen.
Es ist schon richtig krank und kriminell, für was soziopathische Philanthropen unser Geld ausgeben.
Hirn wird schon nach 3 Minuten ohne Durchblutung zu Brei. Wie will man da an intakte Gehirne von Toten kommen wollen. Oder wartet man den Eintritt des Todes nicht ab, um schon mal mir der Extraktion des Gehirns beginnen zu können?
Für die Entwicklung von Medikamenten braucht man das alles nicht. Dafür gibt es Zellkulturen und Tierexperiment, die bei Weitem aussagekräftiger sind.
Bleibt die Frage, was ein vom Körper getrenntes Gehirn überhaupt für ein Gebilde darstellt und ob Narkotika noch genügen um den Phantomschmerz zu lindern. Völlig idiotisch ist jedoch die Vorstellung jenes Gebilde könne auch nur im Entferntesten dann noch ein Modell für psychische Vorgänge darstellen.
Nicht verzagen Captain Future („Hexenmeister der Wissenschaft“) und Prof. Simon Wright („Das „lebende Gehirn“) fragen.
Ehrlich gesagt, ist das ein absolut gruselige Vorstellung, als Toter in einem wie immer gearteten sedierten Zustand wiedererweckt zu werden. Nach dem Stand der derzeitigen Wissenschaft verletzt es so ziemlich alle Vorstellungen dessen, was menschliches Bewusstsein und Würde ausmacht. Aber sie, die entsprechend gesponserte Forschung, scheint eben vor überhaupt gar nichts Halt zu machen, wie man unschwer aus dem „Gain-of-Function“-Kontext (Corona) herauslesen kann. Eine solche Skrupellosigkeit und ein solcher Mangel an Empathie erstmal zu erzeugen, bedarf einer von langer Hand vorbereitete Erziehung, Förderung und Zurichtung speziell geeigneter „menschlicher” Individuen.
Stimmt, diese wahnsinnigen Hexenmeister „der Wissenschaft“ treten wirklich nicht zum ersten mal in Erscheinung. Und wo sich massenweise und freiwillig die Menschen vor den MRNA-Versuchstempeln die Beine in den Bauch standen, hat diese Wissenschaft auch kein Mangel an Zustimmung zu fürchten.
Ehrlich gesagt, ist das ein absolut gruselige Vorstellung, als Toter in einem wie immer gearteten sedierten Zustand wiedererweckt zu werden. Nach dem Stand der derzeitigen Wissenschaft verletzt es so ziemlich alle Vorstellungen dessen, was menschliches Bewusstsein und Würde ausmacht. Aber sie, die entsprechend gesponserte Forschung, scheint eben vor überhaupt gar nichts Halt zu machen, wie man unschwer aus dem „Gain-of-Function“-Kontext (Corona) herauslesen kann. Eine solche Skrupellosigkeit und ein solcher Mangel an Empathie erstmal zu erzeugen, bedarf einer von langer Hand vorbereitete Erziehung, Förderung und Zurichtung speziell geeigneter „menschlicher” Individuen.
@Trux
„Oder wartet man den Eintritt des Todes nicht ab, um schon mal mir der Extraktion des Gehirns beginnen zu können?“
Ich denke, darauf läuft es in der Praxis hinaus, freilich ohne dies zuzugeben. Man will sich ja keine vorhersehbare Kritik einfangen, bevor der Prozess unumkehrbar wird.
Hallo Herr Rötzer, bei »985 ℅« fehlt wohl ein Komma?
Ansonsten, wer jetzt nicht den Organspendeausweis weg wirft und auf Verbrennung besteht, dem könnte ein merkwürdiges Erwachen widerfahren.
Ein diabolisch-salomonischer monströser Richter könnte zu dem Schluss kommen, dass dieser Prozess auch an den Hirnen derjenigen durchgeführt werden soll die sich das ausgedacht haben und ausführen.
Danke, das war die Antwort nach der ich gesucht hatte.
Derartiges Experiment – sofern das Ganze nicht eine Startupmasche ist – stellt wahrscheinlich den Höhepunkt an unreflektierter Bestialität dar, zu dem Menschen bislang fähig waren.
Jetzt weiß ich wieder, warum ich mein Gehirn nach meinem Ableben in Coca-Cola auflösen werde, damit es nicht jenen psychopathischen Hirnforschern und KI-Spezialisten in die Hände fällt. Mein scheintotes Gehirn bekommen die erst gar nicht und ich widerspreche hiermit auch nachdrücklich jedweder desbezüglichen Organentnahme.
Ok, mein Gehirn ist noch nicht vollständig ausgelastet und ich wollte noch kurz ausprobieren, ob man sich hier in den Kommentaren immer noch selbst antworten kann. Ja, das scheint noch zu funktionieren. Meine Schädeldecke macht auch einen guten Eindruck. Ich wünsche allen und insbesondere Herrn Rötzer noch viel Spaß mit dieser Form der Hirnforschung. Von mir bekommt die KI keine einzige Nervenzelle.
Selbst-kommentierte Kommentare lassen sich sogar kommentieren! 😉
Ich befürchte es werden noch Zeiten kommen, in denen man das gar nicht mehr in der Hand hat…
das liest sich schlimmer als viele Dystopien: dein Hirn mit Drogen sediert an eine Ai angeschlossen, um als analoger Rechenknecht der Maschine zu Dienst zu sein, damit sie damit ausrechnen kann, wie sie noch mehr Menschen zu willenlosen Zombies und nutzbaren Werkzeugen machen kann. – auch ein netter zivilisatorischer Fladchenhals.
Die Transhumanisten werden uns alles nehmen.
Peter Thiel und Elon Musk lassen schön grüßen
This is what we get:https://x.com/PalantirTech/status/2045574398573453312?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E2045574398573453312%7Ctwgr%5E%7Ctwcon%5Es1_&ref_url=https%3A%2F%2Fwww.zerohedge.com%2Fpolitical%2Fdata-analytics-company-palantir-publishes-ideological-manifesto
Naja, ist leider konsequent, wenn man die Perspektive berücksichtigt, dass neuronale Netze nix anderes sind als Werkzeuge, wie es so oft wiederholt wird. Tja, das Gehirn ist auch nur ein neuronales Netz. Warum es nicht benutzen?
Und dass man meint ein neuronales Netzwerk betäuben zu können ohne das dieses Netzwerk Artikulationsmöglichkeiten hat, totale sensorische Deprivation aber chemisch eben nicht, ist blanker Hohn. Salzlösung hiess es da, oder. Warum nennt man Salze auch Elektrolyte? Was kann da schon passieren. Abgesehen davon, wie es aussieht, dass keiner der Verstorbenen dem zugestimmt hat.
Somit haben Mensch und KI gleichgezogen. Werkzeuge die man benutzen kann. Bewusstsein? Wird voll überschätzt.
Würde mich nicht wundern, wenn Selbstmord durch Kopfschuss dadurch wieder in Mode kommt.
Mir graust’s vor den Menschen (nicht allen, aber den meisten)
Könnte man auch Gehirne von Politikern damit heilen?
EU-Klimaschutz (CO² Ausstoß von Kühen) und geringe Milchpreise führten zur Abschaffung von Milchvieh in der EU.
Jetzt soll angesichts des Mangels an Dünger durch den Irankrieg (von Russland nehmen wir ja nichts) das Rindvieh wieder herhalten. Problem: Es gibt nicht genug Kühe.
Herr schmeiß Hirn vom Himmel 🙂
„Die EU-Kommission will Bauern unabhängiger von teurem Mineraldünger machen – auch mithilfe von Gülle und Mist. “
https://www.berliner-zeitung.de/article/eu-will-duengerkrise-mit-kuhmist-bekaempfen-doch-im-osten-fehlt-das-vieh-10043595
Wieso »heilen«? Bei diesen Highperformern steht noch der Beweis aus, dass es viel mehr gibt als den limbischen Kortex. Die Frage wäre also, „kann man da anbauen?“ Oder auch, wie Sie sagen, »vom Himmel schmeißen«.
Irgendwann wirds Gehirne in der Glasglocke geben, wie in SciFi Geschichten vorhergesagt. Ich hab damit kein Problem. Auch nicht abstruser als echte KI mit Menschenrechten. Die Zukunft ist offen und die sollte man sich auch offen halten, meine Meinung.
Vielleicht duldet Florian Rötzer persönlich einen Kommentar, der anderwärts gelöscht worden ist, und der hier immerhin einem benachbarten Thema angehört: Evolutionstheorie und Rassismus.
Rhyti hat mir vorgehalten, wenn ich schon was zur ideologischen Linie schriebe, die H. Ahrendt zwischen „Darwinismus“ und Nationalsozialismus gezogen hat, dann bitte richtig. Okay.
Was Rhyti selbst zu Ahrends Verfehlung Darwins schreibt, ist richtig, und heutzutag auch nicht überlebt. Beispielsweise lebt eine ganze Industrie von der Vorstellung einer genetischen „Höherentwicklung“, indem sie genetisch qualifizierte Samenbanken zur künstlichen Befruchtung von Frauen unterhält, die „High Performer“ zu gebären wünschen. Weiter gibt es da Riege jüdisch-rassistischer „Wissenschaftler“, die vor einigen Jahren endlich das „Judengen“ identifiziert haben wollten, das die erfundene, rassisch bedingte, „High Performance“ von Diaspora – Juden in den „Gastgesellschaften“ zumindest „begünstigt“ haben solle. Zum Beispiel das Buch: „Legacy: A Genetic History of the Jewish People“ von Harry Ostrer, Professor am Albert Einstein College of Medicine in New York, gefeiert in Jews Are a ‘Race,’ Genes Reveal . Ich weiß nicht, was sich auf diesem Nebenschauplatz in den vergangenen 15 Jahren getan hat.
Denis Noble, jedenfalls, den ich stellvertretend für viele Biologen nenne, welche den Weismann’schen, neodarwinistischen Rassismus endlich aus der Zunft gesäubert sehen möchten, treffen noch immer auf einen schier unüberwindlichen Widerstand, über dessen Motive ich mich mit Rücksicht auf Leser und Moderation nicht weiter verbreiten mag.
Rhytis Dogma allerdings, Darwin habe „aufgezeigt, wie die Evolution verlaufen ist und verläuft“, ist leider ein nebengelagertes Beispiel für Motive solchen Widerstandes. So etwas sagt üblicherweise ein „rechter“ oder „linker“ Ideologe, der sich viel auf eine „Kompetenz“ einbildet, die maßgeblich der Neuronensuppe in seinem Hirn entstamme, womit er sich in den Mainstream einfügt der Geist und Bewußtsein nicht auseinander halten will. Andernfalls würde er nicht denselben Fehler machen, wie Weissmann & Co., ein Principe für die „Wahrheit über die Evolution“ auszugeben.
Darwin selbst hat diesen Anspruch eben nicht erhoben, und das ist spekulativ bereits dem Titel seines Hauptwerkes zu entnehmen, das schlicht „On(!!) the Origin(!) of Species(!)“ heißt.
Darwin hatte auch keine Ahnung von der Forschung Gregor Mendels, die Letzterer erst in Angriff nahm, als Darwin mit der Endredaktion seines Buches befaßt war, noch erst recht von den Vorarbeiten eines Franz Unger. Beide trafen in der theologisch verseuchten wissenschaftlichen Gesellschaft der Habsburger Monarchie auf existentiell wirksame Widerstände und Darwin mochte deutsche Veröffentlichungen nicht lesen, wie das ungeöffnete Exemplar von Mendels „Versuche über Pflanzen-Hybriden“ bezeugt, das Mendel ihm direkt nach Erscheinen zugesandt hat.
Stattdessen verfocht Darwin Konzepte, die unter dem Namen =>Pangenesistheorie (will keine weiteren links setzen) und =>blending inheritance bekannt wurden. Beides waren Überlegungen, die Konzessionen an die Argumentation =>Lamarcks enthielten, die Darwin mit „On the origins … “ nicht zu entkräften vermocht hat.
Tatsächlich erinnere ich nicht genau, welche Ausdrucksform diese Unklarheit in „On the Origins …“ bekommen hat, ich habe das vor über dreißig Jahren ohnehin nur abschnittsweise gelesen, aber auch ohne, daß ich sowas noch benennen kann, habe ich wohl deutlich gemacht, was von einem Menschen zu halten ist, der sich brüstet, das Ding vollständig und im Original gelesen zu haben, und mir vorhält, ich „fabuliere“ von einem Lamarck’schen Moment, „über das sich ChD sehr zu recht nie Sorgen gemacht“ habe.
Tatsächlich ist meine Wortwahl in dem kritisierten Posting ein praktisch wörtliches Zitat von Denis Noble gewesen, der mindestens das halbe Darwin-Archiv gefressen hat.
Natürlich habe ich mir mit dem „Brief an Hannah“ die poetische Freiheit genommen, zu behaupten, sie hätte selbst diese Seite der Zurückweisung des Weissmann’schen Protonazismus den „Origins“ entnehmen können – warum auch nicht? Hannah ist tot, ihr seid es nur zu einer Hälfte …
Und einer der Gründe, warum ich mich darüber so wortreich verbreite, ist meine Begeisterung für Darwins Argumentationsweise. Nachdem ich das Buch abschnittsweise im Original gelesen hatte, habe ich es umgehend an einen Genossen weiter gereicht, der mit Biologie und Evolution überhaupt nix am Hut hatte, mit der Aufforderung, sich von Methodik und Stil inspierieren zu lassen oder das Werk auch einfach nur nach dieser Seite zu genießen.
Und das wiederhole ich für geneigte Leser.
Ich verstehe leider das Anliegen nicht. Wenn Darwin mit Mutation und Selektion die grundlegenden Prinzipien der natürlichen Auslese entdeckte, war jede zweckgerichtete Entwicklung bei der Entstehung der Arten widerlegt, schon gleich jegliche „Schöpfung“. Gott ausgeräumt, gewissermaßen. Gerade deshalb ist Darwin auch so unbeliebt – insbesondere bei den Kreationisten aller Couleur, ganz gleich, wie gewählt sie sich ausdrücken.
Es wird mir verwehrt, das zu kommentieren, was mich ehrlich verblüfft. Vielleicht, weil ich das EP an der Maschine vorbei gemogelt habe und jetzt Hemmungen bestehen, es zu löschen? Egal, Strafe muß sein, heißt es ja, was treibe ich mich auch hier herum.
Letzter Versuch, nachdem mein Verdacht sich nicht bestätigt hat (Version 1 hatte anderwärts die Zensur passiert):
Das ist nicht „Darwin“, das ist Weissmanns Narrativ, obendrein aufgehübscht mit einem Wissen, das mit der Enddeckung der Natur des „genetischen Codes“ („Mutation“) erst 50 Jahre nach Weissmann und knapp 100 Jahre nach Darwin vorgelegen hat.
Aber Routards Kommentar illustriert perfekt, daß der Neodarwinismus eine Art Bibel für Bürger darstellt, an die sie sich nicht weniger verstockt halten, als christliche Fundamentalisten an die „Heilige Schrift“. Und das ist logisch. Der Neodarwinismus mit dem in ihm eingeschlossenen staatsbürgerlichen Rassismus ist eine Art Urbild der „natürlichen Ordnung“, der ein Bürger unterworfen sein will, deshalb ist es überflüssig, für spezielle Bedarfe noch einen „autoritären Charakter“ dazu zu erfinden. Der neodarwinistisch – rassistisch eingestimmte und eingehauste Staatsbürger IST der „autoritäre Charakter“.
Vollkommen daneben gehauen. Man kann eine These aufstellen, sie als die des anderen hinstellen und sie dann widerlegen. Bekanntes Geplänkel.
Von einer Übertragung der Gesetze der Evolution auf die menschliche Gesellschaft spricht Qana, nicht Routard. Zumal: Was soll denn bitte das Äquivalent der Mutation in der menschlichen Gesellschaft sein?
Die Selektion, allerdings, finden wir dort wieder und dem Zufall wird dabei nichts überlassen.
Seltsam, wie angebliche Kommunisten das Spiel der Katholica spielen.
Und noch dieses: nur weil Darwin kein Genetiker sein konnte und von individueller Variation spricht (dass die Nachkommen eines Elternpaares alle etwas unterschiedlich sind), berechtigt nicht zu der Aussage, er habe ja gar keine Gesetze der Evolution entdeckt. Wie man sie dann benennt, ist nebensächlich.
„Wenn Darwin mit Mutation und Selektion die grundlegenden Prinzipien der natürlichen Auslese entdeckte, war jede zweckgerichtete Entwicklung bei der Entstehung der Arten widerlegt, schon gleich jegliche „Schöpfung“. Gott ausgeräumt, gewissermaßen.“
Das ist quasi ein Widerspruch in sich.
‚Selektion‘ bzw ‚Auslese‘ ist auch ein unglücklicher weil nicht treffender Begriff von anno knippi.
Wer ’selektiert‘ hier denn was? Eben.
Mutation passiert auch nicht rein nach dem Zufallsprinzip.
Statt dessen gibt es horizontalen Gentransfer, geschlechtliche Vermehrung, Epigenetik und eben, seltener, spontane Genomveränderung, die aber meist gerade nicht zu einem angepassterem Organismus führt.
Die Umwelt, in der sich die Genome und Phänotypen anpassen (to fit) wird durch diese erst geformt.
Der Mensch wäre im Jura unmöglich gewesen, und so gab es auch keinen.
Und das nicht wegen des Klimas (alleine) sondern weil der Gesamtorganismus Gaia eine andere Ausprägung hatte.
Weder ist der Jetztmensch ein verbesserter Lemur, noch wird er einst durch ‚Selektion‘ zum Übermensch.
Das, und die durch den Adel in die Welt gesetzte vollkommen irreführende Idee vom Stammbaum und Abstammung sind irreführendecVorstellungen aus dem vorletzten Jahrhunderts.
Um das zu verstehen, muss man nur das eigene Genom wenige Generationen zurückverfolgen:
niemand stammt „in direkter Linie“ von irgendwem (ausser den Eltern) ab, mit einem Elternteil hat man 1/2 des Genoms (maximal) gemein, mit einem Großelternteil 1/4 usw, allerdings hat man dabei eben nicht deren Gene, sondern nur den pro Rekombination (Stichwort, bitte notieren) resultierenden Genmix:
Wenn ich blond und blau bin, dann nicht weil der Ur-ur-ur-urgroßsamen- oder Eispender auch schon blond und blau war, sondern weil im dem Genpool, von dem ich eine zufällige Ausprägung repräsentiere,
zu der dieser oder diese maximal 1/2^6, also < 2%, (!) beiträgt, mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit blond, bzw blau exprimiert wird.
Da es aber horizontalen Gentransfer gibt, muss man, wenn man von "der" Evolution redet, eigentlich das Gesamtsystem betrachten, indem ich nicht mehr oder weniger darstelle als ein Proteinschnipsel in einer Zelle.
Und so wie das Protein einen Zweck hat, und nicht durch beliebiges andere ersetzt werden kann, und nicht durch Zufall Form und Funktion hat, ist es auch mit dem Einzelorganismus, der Art, der Spezies und dem Gesamtsystem.
Sie haben doch sonst ganz vernünftige Beiträge geliefert, hier bringen Sie ein riesiges Durcheinander von Begriffen, die kein Mensch hier versteht.
1. Keine Ahnung, wo Sie den Widerspruch entdecken – wo hat sich denn Gott versteckt?
2. Dabei ist es so einfach: Darwin beobachtete, dass in der Natur mehr Nachkommen entstehen, als langfristig überleben können. Individuen einer Art unterscheiden sich leicht voneinander. Wenn eine dieser Unterschiede in einer bestimmten Umwelt vorteilhaft ist, haben die betreffenden Individuen im Durchschnitt mehr Nachkommen. Da Eigenschaften vererbbar sind, können sich solche Merkmale über viele Generationen in einer Population ausbreiten.
Also ist es Zufall, dass in einer speziellen Umweltsituation (es wird kälter, es wird wärmer..) gerade die einen, die hinsichtlich dieser Veränderung am besten ausgestattet sind, die weitere Entwicklung der Art bestimmen
Also, es wäre schon wünschenswert, wenn Sie sich die Mühe geben würden meinen Beitrag auch zu verstehen, mit oder ohne anschliessende Zustimmung.
Begriffe lassen sich ja auch nachschauen, bzw erfragen.
Qanas Beiträge zB erschliessen sich mir auch nicht immer ganz, aber dort wo es mich interessiert versuche ich erstmal die Aussagen zu verstehen. Sonst braucht man ja nicht zu kommunizieren.
Es ist im Übrigen nicht zutreffend, dass angepasstere Individuen generell mehr Nachfahren haben.
Sie haben (teilweise, temporär) angepasstere Nachfahren, bei geschlechtlicher Fortpflanzung kommt es aber ja sofort wieder zur Rekombination.
Versuchen Sie doch, das Beispiel mit den blauen Augen nachzuvollziehen, da ist alles drin.
Leider gibt es nicht genug Antwortchancen für einen grösseren Austausch, aber vielleicht in Fortsetzung bei einem anderen Thema. Qana hat glaube ich noch eine Antwort frei (aber vermutlich eine leicht abweichende Sichtweise). Vielleicht wird es dann klarer.
Ich habe gerade wenig Zeit, das ist schade, weil ich mich grundsätzlich freue, dass hier überhaupt wieder einmal ein Austausch stattfindet. Nur so viel:
Das hier steht nicht in meinem Text:
„Es ist im Übrigen nicht zutreffend, dass angepasstere Individuen generell mehr Nachfahren haben.“ Warum sollten sie auch?
In meinem Text steht: Wenn die Überlebenschancen von Individuen, die zufällig aufgrund bestimmter Eigenschaften (z.B. als Falter dunklere Flügel haben) besser mit einer bestimmten Umweltbedingung (Bäume haben dunklere Rinde) zurechtkommen als andere, die diese Eigenschaft nicht haben, werden sie , einfach weil sie eher überleben, Nachkommen zeugen, die wiederum die geeigneteren Eigenschaften (dunkle Flügel) weitergeben usw. usf. Dadurch wird sich diese Eigenschaft von Generation zu Generation immer weiter ausbreiten.
Ich vermeide, wie sie sehen, den Begriff „angepasst“.
Nun gut – vielleicht bis später an an einem anderen Artikel.
Ok ich habe gerade noch einmal nachgelesen mein ursprünglicher Text ist tatsächlich, was das „hat mehr Nachkommen haben“ betrifft unklar.Habe ich jetzt hoffentlich korrigiert.
Niemand kann sagen ob ein Bewusstsein noch aktiv ist , oder auch nicht..
Die Mechanismen dafür sind bei weitem noch eine Unbekannte…
In der Summe, wenn Ethik hier zu kurz kommt, dann müsste es auch verboten sein, Tiere zu schlachten, denn die Zeitspanne vom Abschied aus dem Leben bis zur Entnahme des Hirns sind wesentlich kürzere..
Die wirklich interessanten Daten findet man aber bei Hirnen Lebender Menschen , und Milliarden an Kapital und Ethik stehen eigentlich schon für einen Antagonismus ..
Von daher , keine Ahnung was der Artikel mir sagen soll. Das Kapital das Wohl von Menschen nicht interessiert ? Wat für eine News o))
Werden für solche ‚Forschungen‘ Kriege geführt, um den gefallenen Soldaten gleich an Ort und Stelle zu „zerlegen“?