Flugzeugkatastrophe von Ramstein oder: Das durchstoßene Herz  

Ramstein-Flugtagunglück, bei dem 70 Menschen starben und 1000 verletzt wurden. Bild: USAF

Größere Angriffe auf die Krimbrücke oder auf Moskau, die nur mit Hilfe der NATO realisierbar sind, werden Vergeltungsschläge nach sich ziehen, gerade auf Deutschland.

Ende der achtziger Jahre arbeitete ich als Ingenieur in der Entwicklung mikroelektronischer Anwendungen beim Pumpenhersteller KSB in Frankenthal. Im Nebenzimmer saß ein angehender Betriebswirt, der in einem Praxissemester das Controlling unseres jungen, aber etwas chaotischen Profitcenters auf Vordermann bringen sollte. (Wir machten alles außer Profit.)

Als ich ihm am Montag morgen des 29. August 1988 im Flur auf dem Weg zur Kaffeemaschine begegnete, war an Arbeit nicht mehr zu denken. Am Tag zuvor war er mit einer Kollegin, einer hübschen jungen Frau aus der Zentralabteilung, bei einer Flugshow in der US Airbase in Ramstein gewesen. Als er während der Vorführung kurz seinen Platz verlassen hatte, passierte es. Eine italienische Kunstflugstaffel zeigte eine besonders spektakuläre Figur, das „durchstoßene Herz“.

Als krönender Abschluss sollten dabei von einer Seite fünf, von der anderen Seite vier Düsenjäger aufeinander zu rasen. In dem Moment, in dem die neun Maschinen sich in geringem Höhenabstand kreuzten, sollte eine zehnte im rechten Winkel knapp unter ihnen hinweg donnern. Das ging schief. Drei Flugzeuge stießen in 50 Meter Höhe zusammen, 300 Meter von den Zuschauern entfernt. 70 Menschen starben, Hunderte erlitten schwerste Verbrennungen. Auch die Bekannte unseres Controllers hatte es schlimm erwischt; über Monate hinweg lag sie im Krankenhaus.

 

Der Mensch ist gerne mutig. Vor kurzem haben Generäle der Luftwaffe darüber diskutiert, wie man mit Taurus-Raketen aus deutscher Produktion die komplette Brücke zerstören könnte, die das russische Festland auf insgesamt 18 Kilometer mit der Krim verbindet. Letzte Woche hat ein Abgeordneter mit dem klangvollen Vornamen Roderich vorgeschlagen, die Ukraine solle in Moskau Ministerien angreifen. Was wird dann passieren? Wird Russland aufgeben?

Russland hat nicht nur ein großes Arsenal an Atomwaffen, sondern mit der Kinschal auch eine Hyperschallrakete, die mit 3,3 – 10facher Schallgeschwindigkeit fliegt, bei einer Reichweite von bis zu 2.000 Kilometer. Sie soll noch in der Erprobungsphase sein, hat aber die ersten echten Einsätze hinter sich und dürfte nun laufend verbessert werden. Unsere Luftabwehr hatte im roten Meer schon mit langsamen Drohnen ihre Schwierigkeiten. Größere Angriffe auf die Krimbrücke oder auf Moskau, die nur mit Hilfe der NATO realisierbar sind, werden Vergeltungsschläge nach sich ziehen, gerade auf Deutschland. Die Kommandozentrale der USA in Wiesbaden, der Frankfurter Flughafen, die Taurus-Fabrik in Schrobenhausen, in Büchel die Atomwaffenbasis und natürlich die US-Airbase in Ramstein, der größte US-Militärflugplatz in Europa, dürften zu den wichtigsten Zielen gehören. Das kostet nicht 70 Tote wie bei der Flugshow, sondern 700, 7.000 oder 70.000 – und Zehntausende Verletzte. Was plant die Bundesregierung? Sie will Bunker bauen. Das soll helfen. Ganz sicher!

 

An den letzten Krieg kann sich heute kaum jemand erinnern. Aber jeder kann sich die Doku der Flugzeugkatastrophe von Ramstein anschauen (vollständige Version). Da ist Roland Fuchs, der sich an dem Tag mit seiner jungen Familie unbedingt diese Show ansehen wollte, obwohl die fünfjährige Tochter wohl lieber an den Baggersee gefahren wäre. Uniformen, Hamburger auf dem Grill, Blaskapelle, Eis, gutes Wetter, Menschen, die erwartungsvoll auf der Wiese liegen, so war die Stimmung. „Gefahren haben wir eigentlich keine gesehen. Wir hatten Vertrauen gehabt, dass nichts passieren kann.. wir haben das gar nicht hinterfragt… Als die letzte Flugstaffel, die italienische, gestartet ist,…  da habe ich noch zu meiner Frau gesagt: Schau, die fliegen ein Herz. Und in dem Moment ist das passiert.“ (3:00-4:30) „Das Solo-Flugzeug, das da explodiert ist, ist wirklich direkt auf uns zu gekommen.“

Seine Frau wird von einem schweren Trümmerteil getroffen und ist sofort tot. Er selbst nimmt schwerverletzt seine Tochter auf den Arm: „Die Kleider haben gebrannt, die Haut hat gebrannt… Ich hab versucht, das an mir oder am Boden auszubekommen. Dann ist jemand gekommen und hat sie mir weggenommen.“ (12:00-13:00) Die Situation ist chaotisch. Mehrere Stunden lang irren die Armeebusse mit den unversorgten Schwerverletzten durch die Gegend. Major Flannery von der US-Army sagt am nächsten Tag bei einer Pressekonferenz: „Wir haben das sehr gut in den Griff gekriegt.“ (19:20)

 

Christopher Söhnlein ist Krankenpfleger in dem Krankenhaus, in das die Tochter von Roland Fuchs abends eingeliefert wird. „Anfangs hat man gedacht, sie wird das nicht überleben, dann kam ne Zeit, wo man gesagt hat: Ja das schafft sie und dann hat sie‘s doch nicht gepackt… Warum nur so ein kleines unschuldiges Kind? Hat ausgesehen wie ein Engelchen.“ (16:50) Söhnlein ist ein  langer Kerl mit kahlem Kopf und großen braunen Augen, die feucht werden, wenn er über die Ereignisse von damals spricht. Noch immer plagen ihn Schuldgefühle, nicht mehr getan zu haben; dreißig Jahre später begibt er sich in Therapie, um seine Gefühle zu verarbeiten.

 

Das US-Militär streitet bis heute jede Verantwortung für die Katastrophe ab, ebenso wie die Politik. Rupert Scholz, der Verteidigungsminister, der die Veranstaltung genehmigt hatte, zieht an seinem Zigarillo, pafft dunklen Qualm in die Luft und sagt: „Menschliches Versagen, Pech, Unglück. Gehört leider zu unserem Leben.“ (1:00)  „Ich war nicht verantwortlich, war nicht zuständig. Als deutscher Politiker kannst du dich nicht hinstellen und die Amerikaner kritisieren, öffentlich. Die Amerikaner haben nach ihren Regeln gehandelt, haben aus ihrem eigenen Recht heraus gehandelt“ (23:22) Luftwaffenexperte Erich Schmidt-Eenboom ist anderer Meinung: „Da ist man einfach sehenden Auges diese Gefahr eingegangen.“ (14:45)

 

Daraus lernen wir: Die Politiker und die Militärs, die vorher große Töne spucken, werden danach jede Verantwortung leugnen oder ihr Versagen mit salbungsvollen Worten verbrämen und weiter ihre dicke Pensionen kassieren. „Intelligenzbestien“ nennt der Volksmund solche Typen und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Wenn Papst Franziskus Kiew auffordert, Mut zur weißen Fahne zu haben wird er von genau diesen Teufeln ohne Herz, ohne Empathie und ohne Verstand an den Pranger gestellt. Erinnert sich jemand an den letzten Präsidenten Afghanistans vor der Machtübernahme durch die Taliban? „Geberkonferenzen“ wurden abgehalten, am Ende ist der große Hoffnungsträger mit Koffern voller Dollars verduftet und ward nicht mehr gesehen. Wenn  1 Ramstein (=1R) als Maßeinheit für Tod und Zerstörung nehmen, haben wir an der Front in der Ukraine jeden Tag etwa 10R, insgesamt nach über 2 Jahren Krieg über 7000 Ramstein. „Lasst, Vater, genug sein das grausame Spiel“ sagt die Königstochter in Schillers Ballade vom Taucher.

 

Als Jugendlicher habe ich das „Große Buch der Kreuzritter“ gelesen. Es enthält ein Bild des „heiligen“ Bernhard von Clairvaux, wie er aus dem Erker eines Hauses, ein großes Kreuz in der Hand, vor einer ihn anbetenden Menge predigt. Als er in Vezelay im Burgund vor einer riesigen Menge zum Kreuzzug ins Heilige Land aufruft, schreien seine Zuhörer: „Gib und Kreuze! Gib uns Kreuze!“ Bernhard und seine Mönche reißen sich die schwarzen Kleider vom Leib, schneiden Kreuze daraus, die die Frauen auf die Mäntel ihrer Männer nähen und sie „willig in den Krieg ziehen lassen.“ [1] Die Propaganda der letzten Jahre hat es geschafft, im Ukraine-Konflikt auf beiden Seiten eine ähnliche Stimmung zu erzeugen wie damals bei den Kreuzrittern oder wie zu Beginn des Ersten Weltkrieges in Europa. Die Gewissheit moralisch im Recht zu sein ist schon immer die Ursache für die grausamsten Kriege und die fürchterlichsten Verbrechen gewesen.

 

Der zweite Faktor für einen Krieg ist die Gewissheit, schnell als Sieger vom Platz zu gehen. In diese Falle sind in der Ukraine beide hinein getappt, zuerst Russland, dann der Westen. Eine rohstoffreiche Atommacht mit einer entschlossenen Bevölkerung kann man nicht besiegen, erst recht nicht mit Terroranschlägen. Sollen wir gegenseitig unsere Infrastruktur zerstören? Bislang hat sich Russland in der Ukraine auf die Anlagen beschränkt, die vorwiegend militärischen Nutzen haben. Das wird sich ändern, wenn mit westlicher Unterstützung zunehmend zivile Objekte im russischen Hinterland getroffen werden. Wenn die NATO Truppen in die Ukraine schickt, kommt es zum großen Krieg. Das hat Russland unmissverständlich klar gemacht. Dann wird es auch uns treffen.

 

Wenn zu der von uns gesprengten Rahmedetalbrücke auf der Sauerlandlinie noch 10 weitere Autobahn- und Eisenbahnbrücken durch Raketenangriffe zerstört werden, dazu noch einige große Talsperren, sind wir als Industrienation erledigt. Wir müssen diesen Weg in die Selbstzerstörung verlassen. Das durchstoßene Herz von Ramstein darf nicht das Menetekel des durchstoßenen Herzens von Europa werden. Wir brauchen keine edlen Ritter; auch die vielen schrillen Moraltröten bringen uns nicht weiter. Wir brauchen nüchterne Realisten mit Mut, Herz und Verstand, die fest entschlossen zum  Frieden sind. Wer wagt es? Los ihr Bürger! Auf geht‘s!

 

[1] Williams, Jay (1962) Deutsche Übersetzung: R. Vocke (1963) Das Große Buch der Kreuzritter, herausgegeben von Heinrich Pleticha, S. 61. Ensslin und Laiblin: Reutlingen.

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78 Kommentare

  1. DANKE!!!!

    *ein landes- und EU-weiter Protesttag für Abrüstung und Friedensverhandlungen wäre angesagt
    (Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland. Art 26. (1) Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.)

  2. Heute ist Mittwoch, Steffie. Mittwoch. Mit Atomschlägen wird nur Donnerstags gedroht.

    Viel wichtiger, ▒▒W▒O▒▒I▒S▒T▒▒G▒E▒R▒A▒S▒S▒I▒M▒O▒V▒?▒▒ Sein Job is at stake!

    phz

    1. An deinen Beiträgen erkennt man das „PzH 2000“ ein junger Mensch ist, der noch nicht das 21 Lebensjahr erreicht hat.

      Wie wäre es mal mit Bundeswehr oder einem freiwilligen Sozialen Jahr und wenn du eine Klassische Ausbildung hast, das THW freut sich immer über Menschen die Anpacken können.

      1. Keine Sorge, Opa. Ü30 bin ich schon, sonst würde ich kaum Haus und Hof bewohnen können. Ich nehme deine Einschätzung aber als Kompliment.

        Meinen Dienst habe ich auch abgeleistet. Auch hier kann ich dir dein Herz von seniler Sorge erleichtern.

        phz

        1. Wenn das stimmt, dann bist du der lebende Beweis, dass Alter nicht unbedingt weise macht. In deinem Fall trifft das Sprichwort „Dumm zur Welt gekommen, nichts dazugelernt und die Hälfte wieder vergessen“ absolut zu.

        2. Am 1. Juli 2011 wurde die Wehrpflicht in der Bundesrepublik Deutschland ausgesetzt und 17 Jährige unterlagen nicht der Wehrpflicht du hast höchstens eine Fahrerlaubnis auf Probe BF17 🤡🤡🤡 und rudimentäre Ersthelfer Kenntnisse.

          Aber musst dich nicht lange grämen, Dänemark hat nach Norwegen und Schweden die Wehrpflicht auch für Frauen eingesetzt (Nahkampf mit dem Anderen Geschlecht) das wäre doch was?

          Oder?

        3. das Denken spielt Nebenrolle wichtig ist der Arbeitgeber die CIA da liegt das Geld…
          die das Denken beherscht… Good Morning America

          1. Ich weiss nicht. Wenn Du Dir die VIPS anschaust, das sind hochgebildete Leute. Zugegeben, die Dullesbrüder waren mehr von der primitiven Sorte, aber auch die hatten Bildung. Auf ihrer Lohnliste hatte die CIA Horkheimer und Foucault, Arschlöcher und Lumpen, aber gewiss keine Idioten. Nazi ist ein primitiver Troll, sowas dürfte in Langley nicht die Klos putzen.

            1. Auch wenn der Eierschnorrer sicher nicht die Intelligenz von Horkheimer hat, so doch vielleicht die Vorlieben von Foucault.

    2. Ich möchte hier als konstruktive Antwort auf phz meine Friedensformel posten.

      Wir brauchen dringend einen Ausweg aus der militärischen und rhetorischen Eskalation zwischen Atommächten !!!

      Mein Vorschlag für einen 5-Punkte-Frieden:

      1. Russland zieht alle Truppen aus der Ukraine, inkl. Donbass und Krim, ab.
      2. Russland behält die Krim unter der Bedingung, dort keine militärischen Einrichtungen mehr zu betreiben (demilitarisierte Zone).
      3. Die Donbass-Republiken Donezk und Lugansk bilden zusammen einen unabhängigen und neutralen Staat.
      4. Die Ukraine garantiert in einem Vertrag mit Russland, im Fall einer NATO-Mitgliedschaft keine NATO-Militärbasen in der Ukraine zuzulassen.
      5. Russland beteiligt sich an den Kosten des Wiederaufbaus der Ukraine.

      Vorteile für die Region und die Welt:
      Das Massensterben und die Fluchtbewegungen hören auf.
      Weder Russland noch die NATO können die Krim militärisch nutzen.
      In der Ukraine geht keine direkte Bedrohung für Russland durch NATO-Basen aus.
      Die Donbass-Republiken und die Krim können sich von Kiew lösen.
      Die Ukraine kann wunschgemäss der EU und der NATO beitreten und sich auf den Wiederaufbau konzentrieren.
      Als Zeichen der Versöhnung und Wiedergutmachung unterstützt Russland den Wiederaufbau der Ukraine.

      1. Wie wäre es mit Demokratie? Lass die Völker entscheiden. Bzw. haben die schon entschieden. So für jeden Oblask.
        Für die Ukraine ist eher eine Auflösung besser. Wer soll den die Schulden bezahlen?

      2. Besser:
        1. Die Krim, Donezk, Luhansk, Saporishije, Cherson, Charkov, Dnjepropetrovk, Nikolajev und Odessa werden als integrale Bestandteile der Russischen Föderation anerkannt.
        2. Die „Ukraine“ verpflichtet sich:
        keinem Bündnis beizutreten
        keine Waffen anderer Nationen auf ihrem Territorium zu stationieren
        ihr Militär auf leichtbewaffnete Grenzschutzverbände zu beschränken
        Sprache, Kultur und Brauchtum der russischen und anderer Minoritäten zu respektieren
        das Andenken des Großen Vaterländischen Krieges zu respektieren
        3. Die Kriegsverbrecher, vom Olivenclown bis zum Asow-Meuchelmörder, werden zur Rechenschaft gezogen
        4. Alle Sanktionen gegen die Russische Föderation werden aufgehoben. Für durch diese entstandener Schaden wird Schadensersatz geleistet
        5. Die geraubten baltischen Gebilde werden Russland zurückgegeben

        1. Das wäre dann die Wunschliste der Russen, falls die Ukraine kapitulieren müsste.
          Die Frage ist, ob der Westen eine Kapitulation der Ukraine zulässt.
          Meine Prognose: Eher gefriert die Hölle als dass sich die NATO von Russland demütigen und vorführen lässt.

          1. Medvedev jiust posted Russia’s demands regarding ending the war, a 7 step plan for Russians to legally genocide Ukraine and not end up in the Hague.

            Wild stuff.

            1. Unconditional surrender of all territory in Ukraine to Russia.
            2. World bodies (UN) must officially recognize that Ukraine is nazi controlled and the Ukrainian government must then be „denazified“.
            3. UN issues statement that Ukraine is not a country and that it also can never align itself militarily with anyone except Russia.
            4. Entire Ukrainian government liquidated, „elections“ held. (Under Russian control) for new Parliament.
            5. Parliament votes to pay reparations to Russia.
            6. Parliament passes law that entire territory of Ukraine is unified with Russia.
            7. Parliament dissolves.

            phz

            1. Das ist aus dem Zusammenhang gerissen. Medwedew bezog sich auf Selenskis Friedensformel und die geplante Friedenskonferenz in der Schweiz, die faktisch eine Kapitulation Russlands fordert. Er antwortete darauf ironisch mit seiner eigenen Wunschliste, um zu zeigen, wie sinnlos Verhandlungen sind, wenn eine Seite nur unrealistische Maximalforderungen stellt. Russland ist für Verhandlungen offen, wenn sie die Realität berücksichtigen.

  3. Noch ein sehr guter Text, vielen Dank. Will trotzdem ein wenig kritteln… Ich glaube nicht, dass Russland mit der Gewissheit, schnell zu siegen bzw seine Ziele zu erreichen, da hineingegangen ist. Mit der Hoffnung- sicher. Und, wie wir inzwischen wissen, keiner ganz unberechtigten. Offenbar war es eher der Westen, der sich seines schnellen Sieges nur zu gewiss war und die Ukraine – nicht zum ersten Mal – mitgerissen hat. Zudem frage ich mich seit über zwei Jahren immer wieder, welche anderen Optionen Russland im Februar ’22 wirklich noch hatte, und komme leider immer noch zu keinem anderen Ergebnis als Ray McGovern und John Mearsheimer. Ich würde also auch das ‚zuerst‘ in Frage stellen.

    Beides gälte es zu berücksichtigen, wenn man – hoffentlich und endlich – doch mal ernsthaft mit den Russen reden will.

    1. Stimmt, aber die russische Perspektive, die chinesische Perspektive, überhaupt jede andere als die us-westliche Perspektive zählt einfach nicht. Warum? Gewohnheit, Arroganz, Dummheit man weiß es nicht. Also muss es ausgekämpft werden, weil man mit dem Westen nicht verhandeln kann.

    2. Sie haben recht, Russland hatte im Februar 2022 keine Alternative.
      Aber: Russland hat die Ukraine völlig unterschätzt. Man hatte geglaubt, es würde 2022 so laufen wie 2014 in Debalzewo, als die Russen schnell gewonnen hatten. Aber in der Zwischenzeit hatte der Westen die Ukraine massiv aufgerüstet, man hat die militärischen Strukturen „NATO-isiert, da sind sicher auch viele persönlichen Beziehungen geknüpft worden. Auch Kritiker der westlichen Politik wie Jaques Baud, den ich sonst sehr schätze, hat kurz nach Kriegsbeginn etwas vom „Kessel von Kramatorsk“ erzählt. Da sind die russischen Truppen immer noch nicht. Da hat man sich in Russland viel vorgemacht, der Geheimdienst hat da völlig versagt und Putin hat das kalt erwischt. Es gibt eine Rede von ihm kurz nach Kriegsbeginn, wo er – ganz anders als sonst – überhaupt nicht souverän ist und Selenski und Co wüst beschimpft. Da lagen die Nerven blank, das hat man gesehen. Daher war er in der Folge in Istanbul zu erheblichen Zugeständnissen bereit, aber der Westen hat sich gedacht: Jetzt haben wir ihn, jetzt ist die Chance Russland endgültig fertig zu machen und so haben sie die Ukraine zu diesem fürcherlichen Krieg gezwungen. Dieser Krieg geht allein auf das Konto des Westens. Nach dem Scheitern der Verhandlungen von Istanbul musste Putin deshalb seinen Plan B ziehen. Anders als wir hat er stets einen Plan B. Sein Interview mit der Financial Times 2019 ist da sehr informativ. Zum einen hatte Russland eine „surge capacity“, die Fähigkeit, stillgelegte Munitionsfabriken wieder hochzufahren. Und zum anderen ist Russland der größte Weizenexporteur der Welt. Die arabischen Ländern, wo eine Missernte eine Revolution auslösen kann, haben natürlich nicht daran gedacht, den russischen Weizen gegen die leeren Versprechen des Westens einzutauschen. Putin hat in den letzten 20 Jahren auf der ganzen Welt – mit Ausnahme des Westens – ein enormes Standing erreicht. Beides hatte der Westen nicht auf dem Schirm.

      Ein dritter Punkt: Putin hat nicht mit der selbstmörderischen Politik des Westens, besonders von Deutschland gerechnet. Er glaubte, westliche Politiker seien von Vernunft und wirtschaftlichen Vorteilen gesteuert. Das wir uns eine kritische Infrastruktur in Milliardenhöhe achselzuckend zerstören lassen, das war für ihn – und auch für mich – jenseits des Vorstellbaren.

      Das steckte hinter meiner Aussage, beide seien in eine Falle gelaufen.

      1. Vielen Dank für die Klarstellung, das sehe ich genauso. Noch ‚optimistischer‘ als Jaques Baud war kurz nach dem Einmarsch übrigens auch Scott Ritter. Dass Russland nach wie vor nur langsam voran kommt, liegt allerdings auch an der Art der Kriegsführung, zu der sie sich nach der Konsolidierung ’22/’23 entschieden haben, von den Russen selbst ‚active defense‘, von einigen auch ‚aggressive attrition‘ genannt. Das Militärische ist aber, wie Sie ganz richtig ausführen, auch nur ein Aspekt der laufenden Auseinandersetzung.

        Die Haltung Europas und insbesondere Deutschlands kann man nicht anders als idiotisch bezeichnen. Schon wieder nix mit der ‚richtigen Seite der Geschichte’…

  4. Danke für Ihren aufrüttelnden Beitrag, sehr geehrter Herr Nold.
    Ich war, gerade 19 Jahre alt, auf einer Baustelle in Montevideo, in Uruguay und habe die Bilder aus Ramstein im Fernsehen gesehen. Mir war klar, wie furchtbar die Menschen gelitten haben müssen, die zu einem Ausflug und einer Flugshow gekommen waren und sich dann in einem Inferno wiederfanden.

    Ich habe die Hoffnung, dass es nicht zu einem Szenario kommt, in dem die RF Vergeltungsschläge auf Deutschland führt und hoffe sehr, dass die Menschen aufstehen und sich gegen eine weitere Eskalation wehren.
    Allerdings ist diese Hoffnung ein sehr zartes Pflänzchen, denn ich habe noch die Erfahrungen mit unseren Mitmenschen in der so genannten Pandemie vor Augen…

  5. Vorkriegszeit – diesen Begriff habe ich in kurzer Zeit zweimal gehört und ich fürchte wir werden ihn wohl noch öfter hören. Es fühlt sich manchmal an als ob etwas Unabwendbares auf uns hereinbrechen wird, das durchaus zu verhindern wäre, gäbe es die dazu nötige Vernunft. Wir haben es aber mit „Teufeln ohne Herz“ und Verstand zu tun, die man eigentlich umgehend ins Gefängnis werfen sollte.

    1. Ein für seine wahrheiten berüchtigter Philosoph hat mal gesagt: „Warum auf so grosses, wie Bosheit schliessen, wenn es doch einfach nur Dummheit ist!“

      Und vor allem nie vergessen: Jedes Volk hat die Regierung die es verdient!

      Ihr habt dieses Gesindel gewählt, und nun lasst ihr sie immer noch in FriedEN regieren?
      DANN LEBT ABER AUCH BITTE MIT DEN KONSEUQUENZEN !

  6. Wie lässt sich aktuell und mit zeitnaher Wirkung eine Kursänderung hin zum Frieden gestalten bzw. erreichen?

    Sie haben Recht mit Ihren Argumenten, Herr Nold, und bringen Sie gut auf den Punkt. Wenn es anderen so geht, wie mir – und ich glaube, vielen geht es so – dann ist die Entscheidung für Frieden statt Krieg längst gefallen.

    Nach einer Entscheidung steht allerdings die Frage: Und was jetzt tun? „Los, Ihr Bürger, Auf geht’s“ bewirkt leider gar nichts.
    Mit der kollektiven Ansprache von „Ihr Bürger“ habe ich Schwierigkeiten, seit zigtausende sich unkritisch manipulieren ließen für eine Hetze gegen „rechts“; aber sich kaum jemand gerührt hat für Proteste gegen das, was in Gaza geschieht oder der Ukraine oder was die Roderiche und Toni’s, Annalenas und selbst ernannte Couragen-Omas in Dauersendung über den Äther blasen. Wo wären sie also, die Gleichgesinnten, mit denen etwas losgehen könnte.

    Wirksamer als „Los GEHEN“ wäre Medienarbeit. Auch das erstickt bei genauerer Betrachtung schon im Keim. Die Bandbreite fehlt, um gegen ÖR, Springer, Correctiv und des Kanzler’s Hebestreit und seine ständigen Unverschämtheiten in der BPK anzukommen. Die so genannten „Bauernproteste“ sind das aktuelle Beispiel.

    Und „auf geht’s“ – ja schon, aber Wohin? mit welchem, zeitnah realisierbaren Ziel?! Über die Vermutung der AfD wurde heute berichtet – und sie ist damit weder die Einzige, noch die Erste – dass die Gefahr besteht, dass die aktuelle Kriegstreibereien auch und vor allem den Zweck haben, eine Lage zu schaffen, die die Aktivierung von Notstandsgesetzen ermöglicht. Dann müssten sich Parlamentarier, Lobbyisten und der diesbezügliche Anhang keine Sorgen mehr machen, weil es auf längere Zeit keine Wahlen mehr gäbe.

    Meine sehr ernst gemeinte Frage daher an alle, die hier mitlesen: Wie lässt sich – aktuell und mit zeitnaher Wirkung – denn eine Kursänderung hin zum Frieden gestalten bzw. erreichen?

    1. Hallo Abbe,
      danke für die Antwort. Sie haben recht. Das Auf gehts! am Ende des Textes schreit nach einer Fortsetzung. Ich habe da auch schon eine erste Idee… und die auch schon etwas konkretisiert. Da wird in den nächsten Tagen noch etwas kommen. Aber eine Taube macht noch keinen Frieden. Da braucht es viele. Ganz viele. Je mehr Vorschläge, desto besser. Noch ist nichts gewonnen. Ich habe zwar auf lokaler Ebene mit Bürgerinitiativen einiges erreicht, aber das hier ist ein ganz anderes Kaliber. Wir fordern ja nicht weniger als den gesamten transatlantischen militärisch-industriellen Komplex heraus. Da geht es langfristig nicht um Milliarden, sondern um Billionen. Hier kämpfen die alten Herren aus der Kreisklasse gegen Real Madrid. Ist also nicht ganz so einfach – aber eben auch nicht unmöglich, das ist der Reiz daran. Gerade in den USA sind einige ganz auf unserer Seite, die meinungsstark sind und auf diese Weise langsam aber sicher Einfluss gewinnen, wie Douglas Macgregor. Er sagt immer: „Menschen töten ist einfach, aber eine Idee töten, ist schwer.“ Wenn der Glaube an den Frieden sich in den Köpfen der Menschen wieder festsetzt, und wir stets empathisch, ehrlich, transparent, authentisch und so präzise wie möglich argumentieren, haben wir eine echte Chance den großen Krieg zu verhindern. Und all die vielen Journalisten? Die schauen jeden Morgen woher der Wind weht. Wenn alle das Gleiche sagen, auf wen richtet sich dann die Aufmerksamkeit? Auf den, der was anderes sagt oder tut. Ist evolutionär bedingt, die Abweichung steht immer in unserem Fokus, weil in einer abweichenden Ansicht genauso viel (und manchmal viel mehr) Information steckt wie in 99 Meldungen, die das gleiche sagen… auch wenn erst einmal alle sagen: Die 99 werden es schon wissen. Aber die Glaubwürdigkeit von Politik und Medien ist derzeit ziemlich beim Teufel. Für saubere, ordentliche und fundierte Arbeit fehlt denen die Zeit. Oft fällt das nicht auf, aber ein guter Ruf sieht anders aus. Es ist also möglich, dass sich die öffentliche Meinung schneller ändert, als der Wind dreht. Wer da als erster umsattelt, hat die Nase vorn. Wir stehen ganz am Anfang, aber aussichtslos ist die Lage keineswegs. Nicht zuletzt dank solcher Formate wie dem overton-magazin und seinen Machern und Lesern. Die Botschaft muss sich verbreiten… und mit der Zuversicht kommen die Menschen. Jeder einzelne ist wichtig – aber ein Einzelner hat keine Chance. Mit jedem kommen neue Ideen, dann die knochenharte Arbeit am Fundament, dann die Texte, dann die Aktionen und am Ende kippt die Meinung. Das wäre der Ansatz, der schon mal in kleinem Maßstab funktioniert hat. Ob man auf diese Weise auch ein so großes Rad drehen kann, wird die Zukunft zeigen. Wie man sich bundesweit schnell vernetzen kann, davon habe ich keine Ahnung und weiß auch nicht wie diese Plattform hier so etwas unterstützen kann, aber da wissen ja vielleicht andere mehr. Ich freue mich auf weitere Rückmeldungen.

    2. „…dann ist die Entscheidung für Frieden statt Krieg längst gefallen.“

      Was es den Kriegstreibern so einfach macht, ist die Dummheit mit der sich die Gut-Menschen stets in die eigene Tasche lügen!

    3. Wie lässt sich – aktuell und mit zeitnaher Wirkung – denn eine Kursänderung hin zum Frieden gestalten bzw. erreichen?

      Technisch gesehen wäre das gar nicht so schwierig. Wie in jeder Konfliktsituation liegt der Schlüssel immer darin die wahre Motivation der anderen Konfliktpartei zu verstehen. Zu begreifen was den Gegner wirklich antreibt, warum er sich so verhält.

      Putin hat heute wieder ein großes Interview gegeben, da hat er es noch einmal ausführlich an den Fingern erklärt.
      Die wahre Motivation Russlands ist nicht etwa Eroberung durch Expansion. Dem größten Land der Welt geht es nicht um mehr Territorium. Es geht um Sicherheitsinteressen. Sicherheit ist ein Grundbedürftniss das noch stärker ist als das Bedürftnis nach Freiheit. Die NATO ist Russland zu nah an die Pelle gerückt. Russland will Sicherheitsgarantien, darum geht es im Kern bei der Motivation Russlands. Aber Abkommen reichen Russland dabei nicht aus. Zu oft wurde Russland mit Abkommen vom Westen betrogen. Es müssten Taten sein, welche Russlands Sicherheit vor der NATO objektiv erhöhen.

      Zum Beispiel was die konrket die Ukraine betrifft. Russlands Ziele sind bekannt. Neutraler Status, Entnazifizierung, Entmilitarisierung, Verzicht auf Territorien in welchen mehrheitlich Russen leben. Grundsätzlich ließen sich diese Ziele auch mit friedlichen Mitteln erreichen, und das wäre Russland viel lieber als sie mit Gewalt durchsetzen zu müssen.

      1. Neutraler Status. Die NATO muss garantieren, dass die Ukraine niemals aufgenommen wird und muss auf weitere militärische Erschließung der Ukraine als gegen Russland gerichteteten vorgelagerten Aufmarschgebiet verzichten.
      2. Entnazifizierung: Der Westen muss auf die Ukraine Druck ausüben damit der Bandera Kult und Verherrlichung von Nazismus in der Ukraine verboten wird. Bandera und Schuchevych dürfen nicht mehr als Nationalhelden verehrt werden. Bildungssystem muss entsprechend reformiert werden. Denkmäler ihnen zu ehren müssen weg. Straßen die nach ihnen benannt wurden müssen umbenannt werden. Asow und Co. müssen aufgelöst und verboten werden.
      3. Entmilitarisierung: Der Westen muss seine Waffen wieder einsammeln und auf die Ukraine Druck ausübenen damit sie mit Russland in Verhandlungen über die maximale Größe ihrer Armee eintritt. Sie darf nur über ein Minimum an Militär verfügen. Das muss in der Verfassung der Ukraine schließlich verankert werden.
      4. Gebietsabtretungen: Der Westen muss auf die Ukraine Druck ausüben, damit sie auf jegliche Ansprüche auf die Krim und die Regionen Donezk, Lugansk, Zaporoschya, Odessa, Cherson dauerhaft verzichtet.

      Das wäre das Mindeste. Darauf würde sich Russland ohne Zweifel einlassen und im Gegenzug der Ukraine ebenfalls Sicherheitsgarantie geben, dass solange sie und der Westen sich an die Abmachungen hält, ihr von Russland keine Gefahr droht. Eine entnazifizierte und entmilitarisierte Ukraine dürfte dann auch der EU beitreten, Russland hätte unter diesen Voraussetzung damit kein Problem. NATO aber Tabu.

      Ein erster Schritt welcher bereits große Wirkung zeigen würde, wäre ein Signal (durch eine Tat) zur Deeskalation. Der Westen muss durch eine Tat glaubhaft zeigen, dass er Frieden wünscht. Das kann etwas Kleines sein, wichtig nur, dass Russland sieht der Westen hat genug vom „Russland ruinieren“. Denkbar wäre der Verzicht auf weitere Sanktionen. Noch besser: Anerkennung des Statuses der Krim. Das wäre schon ein sehr starkes Signal, dass sicherlich schnell zum Waffenstillstand führen würde.

      Das Problem ist hier, dass der Westen sich weigert die wahre Motivation Russlands anzuerkennen und stattdessen in der eigenen Propaganda verharrt Russland wolle die Ukraine und danach ganz Europa erobern. So wird das natürlich nix.

      Im Zweifel bleibt Russland keine andere Wahl als seine Forderungen mit Gewalt zu implementieren. Doch das führt unweigerlich zur vollständigen Desintegration der Ukraine als Staat und seine Zerschlagung nach dem Jugoslawien-Szenario.

      1. Putin versucht seit 10 Jahren seine Gründe darzulegen. Der Westen blockt ab und hetzt seine Menschen mit dümmlicher Propaganda auf. So wie ich das sehe wird es nicht helfen die russische Argumentation zu unterstützen, dafür sind die Menschen hier viel zu sehr Gehirn gewaschen.

        Hilfreicher dürfte es sein, die wirklichen Motivationen der Kriegstreiber in den Focus der Öffentlichkeit zu tragen. Wer verdient was warum an der Fortsetzung des Krieges? Das fängt an mit der Blutsaugerin und ihren engen Bindungen an Waffenkonzerne – gibt es bei ihr Aktienhandel mit Insiderwissen? – bis zu einem Kanzler, der erpressbar ist und auf Geheiß der USA sein Land in den Krieg führt. Motivation der US-„Eliten“ (Rohstoffe, militärisch-industrieller Komplex), daneben die grüne Giftbrühe mit ihren Wurzeln im WEF (Wer finanziert eigentlich den WEF und warum?)

        Das nur mal als kleine Beispiele. Der ganze Sumpf müßte mal aufgedröselt werden und den Menschen hier zugänglich gemacht werden. Problem: Die meistgelesenen Medien werden nicht mitspielen, weil sie in dem Sumpf drinhängen und dabei prächtig verdienen. Thema GEZ: Es ist ja die korrupte Regierung, die die Zwangsgebühren garantiert, mit denen es sich prächtig leben läßt . Folglich wird doch kein TV Sender die Hand beißen die ihn füttert. Zeitungen und Zeitschriften: Globale Spenden von Bill Gates an die wichtigsten Nachrichtenmagazine in Millionenhöhe: Belohne einen, erziehe hunderte….

        Was der Autor hier vorschlägt ist lobenswert, aber wo ist das Medium, welches die Nachrichten verbreiten könnte? Und wo sind die Bürger, die tatsächlich sowohl die Möglichkeit als auch den Mut haben den Kriegstreibern in die Karten zu schauen und dunkle Machenschaften ans Licht zu zerren?? Ich schaue auf Julian Assange und die aktuellen Delegitimierungsgesetze und weiß, beim geringsten Versuch wird es ein Gemetzel geben. Die Absicht in einen Krieg zu marschieren spiegelt sich überdeutlich in den jetzt geplanten Gesetzen. Im Krieg darf es keine abweichende Meinung geben, geschweige denn Aufklärung oder Vernunft. Wir sind schon sehr lange über den Punkt hinaus an dem wir uns gewaltfrei, nur mit der Wahrheit bewaffnet auflehnen können. Tut mir leid, aber ich bin alt und zynisch geworden…..

        1. … aber ich bin alt und zynisch geworden…..

          Och. Manche nennen das aber auch: „alt und realistisch“.

          Liebe Grüße aus dem achten Lebensjahrzehnt.

          1. Danke für die Grüße 🙂
            Kleine Ergänzung noch: Inzwischen ist mir klar geworden wofür der „Klimaschutz“ dient: Höhere Steuern = der Staat braucht extrem viele Einnahmen um einen Krieg zu finanzieren,(nicht nur in der Ukraine), während gleichzeitig die Bevölkerung schon mal vorsorglich auf „Verzicht“ getrimmt wird.

            Mein ganz persönlicher kleiner Hoffnungsschimmer: Noch wagt es diese Regierung nicht auszusprechen wofür diese Klimasteuern und Abgaben wirklich gedacht sind. Vielleicht ist der Michel ja doch nicht ganz so verblödet wie gewünscht…..

    4. Bei den Ostermärschen wird sich zeigen, wie weit verbreitet der Friedenswille ist. Wo, wenn nicht da könnte man das demonstrieren. Inzwischen leben schon Viele nicht mehr, die in den letzten Jahrzehnten mit in vorderster Reihe standen. Ich bin mal gespannt, was da inzwischen nachgewachsen ist.

      1. Kann ich Dir sagen: nicht viel ist nachgewachsen. Die nach dem kalten Krieg groß Gewordenen sind in einer Selbsttäuschung des ewigen Friedens aufgewachsen. Sah ja auch wirklich so aus, daß es Kriege nur noch kleine Kriegeweit weg wie in Afghanistan gibt. Eine Bedrohung durch den Atomkrieg nimmt diese Generation als Vergangenheit war. Obwohl die Drohung der nukkearen Auslöschung ja nie verschwunden war.

        Die jungen Leute, die etwas revolutionäres in sich haben, treiben nutzlosen wirkungslosen Unfug, wie zB sich auf die Straße zu kleben. Schöne Ablenkungsaktion.

  7. Morgen wird bei der Taurus-Abstimmung erstmal über das weitere Schicksal Deutschlands entschieden. Die CDU/ CSU wollen liefern – sie sollten direkt das C aus ihren Parteinamen streichen.

    Für eine große Friedensbewegung ist es jetzt zu spät, obwohl sicher die meisten Deutschen gegen eine Lieferung sein würden, wenn die Entwicklungen in den MSM dargestellt worden wären:
    Die Duma in Russland hat am gestern eindeutig bekannt gegeben, dass im Falle einer Lieferung der 2+4-Vertrag geprüft wird und Deutschland dann kriegsrechtlich ungeschützt sein wird:
    https://rp-online.de/politik/ausland/krieg_ukraine/taurus-russlands-parlament-warnt-bundestag-vor-lieferung-an-ukraine_aid-108737199

    Die Bundeswehr-Offiziere haben im Gepräch festgestellt, dass die Taurus-Marschflugkörper Russland zwar großen Schaden zufügen kann, aber NICHTS am Kriegsverlauf ändern werden. (Salopp: Wir sorgen dafür, dass unserem Nachbarn Mike Tyson in die Eier getreten wird, erwarten aber von ihm künftig keinerlei Gegenreaktion?).

    Tatsache ist, dass Deutschland bei Lieferung nur hoffen kann, dass die Duma ihre Ankündigung nicht umsetzt, was sehr unwahrscheinlich ist, denn Deutschland würde dann eindeutig gegen den 2+4-Vertrag verstoßen, ob mit oder ohne Soldateneinsatz ist dann nebensächlich. Scholz hat begründet gesagt, dass die Deutschen nicht das machen können, was die Franzosen und die Engländer in der Ukraine tun.
    Es muss auch mitbedacht werden, dass diese Länder Atommächte sind, das ist für die Russen auch bedeutend. Leider würde sich Deutschland dann geradezu anbieten, dem Westen mal eine Lektion zu erteilen, denn Putin hat im Vorfeld sehr oft erwähnt, dass der Westen Russlands Warnungen nicht ernst nehmen würde.

    Zum Glück blieben die Konjunktiv-Aussagen reine Hypothesen, wenn die Lieferung – so wie ich glaube und hoffe – abgelehnt wird!

    1. Ja das wird natürlich zu wenig in den Medien wiederholt, daß die Offiziere sie Lage der Ukraine als aussichtslos und den Einsatz von Taurus als letztlich nutzlos einschätzen.
      —-

      Was ist eigentlich mit der Feindstaatenklausel?

      1. Die Lieferung der Taurus-Marschflugkörper ist heute – zum Glück – im Bundestag abgelehnt worden. Die Ablehnung der Abgeordneten mag unterschiedlich motiviert gewesen sein, aber die sogenannte „Feindstaatenklausel“ in der UN-Charta spielte definitiv keine Rolle. Deutschland und Japan sind laut UN-Charta unter der Feindstaatenklausel, diese hat aber keine reale Auswirkung auf die Mitgliedschaft.

  8. Eine Taube allein macht noch keinen Frieden. Sicherlich.
    So’n Tierchensymbol wird trotzdem ab nächster Woche an meinen Klamotten stecken. … und meine Kinder wissen auch, warum.
    Gegen militarististische Werbung habe ich sie immunisiert.

  9. Mal zum Antiamerikanismus.
    Heute hab ich in der Compact gelesen das das
    öffentlich rechtliche Fernsehen von den USA in Deutschland erzwungen wurde.
    Geht man davon aus das dies stimmt stellen sich aber doch die Fragen warum es dies immer noch gibt und warum so geradezu unglaublich schlecht und teuer.
    Oder warum ist es nicht ein bisschen mehr wie die BBC in den 80ern die damals ein eigenen Homecomputer entwickelte mitsamt Programm wie dieser funktioniert und programmiert wird.
    Warum fühlen sich deutsche so oft durch einen antiamerikanischen Stock gezwungen
    und ziehen ihn sich nicht endlich aus den A****.

  10. ich denke mal, dass eventuelle Vergeltungsschläge erstmal die Ukraine treffen werden, und das heftigst.
    und die Taurus würde dadurch noch viel mehr Tote ukrainer verursachen.

  11. Eine prominente Sicherheitsexpertin namens Major meinte kürzlich, dass Russland nicht eskalieren wird, wenn „der Westen“ sich stärker in der Ukraine engagiert. Darauf könne man aus dem bisherigen Kriegsverlauf schießen. Davon abgesehen, dass ich den anders in Erinnerung habe, hat man das bei der Osterweiterung, die Ukraine muss man wohl als Teil davon betrachten, anscheinend auch glauben machen, vielleicht auch selber glauben wollen, um nun den Irrtum damit zu verschleiern, dass man von einem anlasslosen Angriffskrieg redet, Putin als das Böse schlechthin stilisiert und mit „Zeitenwende“ die Vorgeschichte vergessen machen will. Es wird also weiter Gepokert, obwohl man eigentlich schon mehr verloren hat als man so gewinnen kann. Erinnert irgendwie an einen Spieler, der schon zu lange zockt und der Einsatz zu hoch war, dass er aufhören könnte. So erscheint mir derweil zumindest ein Großteil der hiesigen Politprominenz und der reichweitenstarken Medien. Vielleicht brauchen die den Nervenkitzel, und den Rückfall in archaische Gedankenstrukturen, weil man sonst nicht viel gebacken bekommt. Dabei liegt es eigentlich in der Natur des Menschen nach Frieden und Ausgleich zu suchen. Aber in der öffentlichen Diskussion scheint es im Moment zumeist nur noch Gut und Böse zu geben und bisweilen fast hasserfüllt zuzugehen. Dabei ist Hass nicht mal ein Gefühl, sondern etwas verdecktes. Wenn das so weiter geht zerreißt es nicht nur die Gesellschaft, sondern man landet auch schneller ganz offen im Krieg als man es für möglich halten mag.

  12. „Größere Angriffe auf die Krimbrücke oder auf Moskau, die nur mit Hilfe der NATO realisierbar sind, werden Vergeltungsschläge nach sich ziehen, gerade auf Deutschland.“

    Na, das will ich doch hoffen !
    Keiner hat sich diese so verdient wie die Deutschen….

    1. Weil heute Doomsday ist = Flugschauen und Motorsport-Veranstaltungen sind eigentlich der Darwin Award für Technisch Begeisterte. Früher waren es Dampflok’s die man für’s Publikum kollidieren ließ oder Jungfernfahrten auf der Unsinkbaren Titanic.

      Der Menschliche,
      Makel Hybris eben, ein Nuklearkrieg kann Gewonnen werden aber nicht von der Menschheit es gibt keine Lebenden Sieger!

    2. Italienische Zeitungen haben damals berichtet, und der ehemalige IItalienkorrespondenten der taz auch, dass dieser getōtete Pilot der Kunstfliegerstaffel „Freccie tricolori“ ein wichtiger Zeuge für eine amtliche Untersuchung eines mysteriōsen Flugzeugabsturz es bei Udine gewesen sein sollte. ich habe damals jedenfalls nicht an Zufall geglaubt

      1. Nope, das war nicht bei Udine. Das war der Absturz von Itavia Air Flug 870 im Jahr 1980 vor Ustica (Links finden sich in meinem ursprünglichen Kommentar von heute Früh).

        Der Fall wurde später – unter anderem in prominenten Fernsehdokus – als Bombenexplosion verkauft. Nichts Neues, beim Anschlag auf den Hauptbahnhof in Bologna im selben Jahr wurden ja auch die Gladio-Staatsterror-Spuren verwischt. Es gibt gleichwohl viele Gegenhinweise, dass es sich beim Absturz vor Ustica um einen Abschuss durch NATO-Flieger handelte. Wahlweise um Gaddafi selbst abzuschießen oder auf einem Überführungsflug befindliche jugoslawische MIGs. Die italienischen Kampffliegerpiloten Ivo Nutarelli und Mario Naldini, die dann acht Jahre später in Ramstein starben, hätten eine Woche nach Ramstein zu Ustica aussagen sollen…

      2. Sorry, Altlandrebell, ja, danke für die Berichtigung. Ich hab mich vertan. ist ja auch schon ziemlich lange her. Der Ort hieß Ustica und nicht Udine. Viele deutsche Zeitungen haben dann darüber berichtet, auch über die Piloten. z.B. die Rheinpfalz, https://www.bing.com/search?pglt=171&q=ivo+nutarelli&cvid=0ee68f1b71fb4604b822f896deea21d0&gs_lcrp=EgZjaHJvbWUyBggAEEUYOTIGCAEQABhAMgYIAhAAGEDSAQg0MTgzajBqMagCALACAA&FORM=ANNTA1&PC=U531

        Der Spiegel und der FOCUS und natürlich alle anderen Zeitungen und Medien sind der ganzen Chose noch weiter nachgegangen, Focus hat gefragt, ob es eine Verbindung gab zu einem versuchten Attentat auf eine libysche Maschine, in der Ghaddafi oder einer seiner Doppelgänger gesessen haben soll (der Vorfall von Ustica). https://www.focus.de/panorama/welt/war-ramstein-ein-komplott-der-fall-ustica_id_2108897.html

        Ich denke, ich werde mir demnächst mal das Buch des italienischen Ermittlungsführers Priore durchlesen.

        1. Kein Problem @ Caroline!

          Ich wollte heute Morgen ebenfalls auf die Rheinpfalz verlinken, aber das Interview mit Nutarellis Bruder ist leider hinter einer Paywall. Es gibt aber glaube ich auch Podcasts mit ihm.

          Die meisten Zeitungen haben leider immer nur an der Oberfläche gekratzt oder Nebelkerzen geworfen, aber das war bei NSU, Nord Streams, 9/11 oder 10/7 etc. ja auch nicht viel anders. Gladio hat man erfolgreich im Fahrwasser von „Wiedervereinigung“ und UdSSR-Kollaps versenkt…

    3. Deus ex Machina
      Auf das https://de.m.wikipedia.org/wiki/Aerolinee-Itavia-Flug_870#Von_den_Vertretern_einer_Abschusshypothese_in_Verbindung_gebrachte_Todesf%C3%A4lle folgte das hier https://de.m.wikipedia.org/wiki/Flugtagungl%C3%BCck_von_Ramstein

      Ein durchstoßenes Herz, um zwei Zeugen an der Aussage vor einem Untersuchungsausschuss abzuhalten.

      Wirklich?

      Übrigens die Freccie Tricolori haben andauernd Flugunfälle bei denen auch Kinder zu Tode kommen!

      1. Kann man davon mal Belege haben? Natürlich sind solche Manöver sehr waghalsig, aber für diese Behauptung wäre ich für Belege, dass die Frecce Tricolori andauern Flugunfälle hätten, sehr dankbar.

        1. Geb doch mal Udine und Frecce Tricolori in die Suchmaschine ein. Durch Udine kommt man auch Automatisch auf den Ustica-Vorfall einen Vorläufer vom IR665 und MH17.

      2. Ramstein stinkt zumindest zum Himmel. Und wenn man sich anschaut, wie viele Zeugen bei solchen Unglücken und Anschlägen plötzlich und unerwartet versterben, stinkt es noch mehr. Gilt für den Ustica-Komplex, genauso wie für die zu NSU, Oktoberfestattentat, Amri und Co.

        Es wurden selbstredend Leute auch für weniger getötet oder einfach erschossen und selbstredend kann und sollte man auch Unfälle, Hybris und andere Stellgrößen nie ausschließen. Ich habe hier bloß Ockhams Rasiermesser gezückt.

        Der Mythos von der „unsinkbaren“ Titanic ist übrigens eine andere Geschichte. Die Schiffsführung war gewarnt und sich des Eisfelds sehr wohl bewusst, es gibt auch deutliche Hinweise, dass der Kapitän zum Zeitpunkt des Unglücks auf der Brücke war und dass man Sicherheitsmaßnahmen getroffen hatte. Vermutlich hatte man einfach Pech beim Umfahren eines größeren Eisbergs einen kleineren zu spät erkannt oder in der Hast ihm nicht genug Beachtung geschenkt zu haben. Mehr dazu findet sich hier. Das Problem der Titanic war m. E. nicht Hybris, es waren die ominösen „Sachzwänge“ in einem kapitalistischen System (Profit, Erwartungen, Zeitdruck, etc.).

        1. Ein solchen Sachzwang hatte wohl auch Capitano Francesco Schettino, als er mit der Costa Concordia ein durchstoßenes Herz machte.

          Der Felsen steckte sogar noch im Schiffsrumpf, TINA 🙂 eben auf keinen Fall Hybris 😉 😉

  13. Ich sag mal so. Sollte die Nato mit 300000 Mann Russland angreifen, dann sind sie in etwa einem Jahr neutralisiert. Falls die Ghuls in der USA überreagieren kommt es zu einem Atomkrieg der aufgrund der Überlegenheit Russlands 75% von Europa (Ungarn und die neutralen Länder würden überleben) 75% von Russland und 100% von der USA zerstört. Ich persönlich würde mich ja über letzteres enorm freuen, doch leider träfe so ein Knall auch sehr viele Unschuldige Menschen.

  14. Frieden wäre ganz einfach:

    Russland erhält die Krim, der Donbass verselbstständigt sich als souveräne Republik, die Ukraine unterzeichnet mit Russland einen Vertrag, dass im Fall sie NATO-Mitglied wird, keine NATO-Basen im Land zugelassen werden, und im Gegenzug zieht Russland alle Truppen ab (auch von der Krim) und beteiligt sich am Wiederaufbau der Ukraine.
    Wichtig ist, dass die Krim entmilitarisiert wird, aber russisch bleibt.
    Alle machen Konzessionen, erreichen aber wichtige sicherheitspolitische Ziele.

    Leider fehlt der Wille dazu auf beiden Seiten.

    1. Einen solchen Vertrag gab es bereits. Sogar mit deutlich besseren Konditionen für die Ukraine. Nannte sich Minsk II. Der Vertrag wurde von der Ukraine nie umgesetzt und Frau Merkel hat später erklärt, dass Minsk II nur der Wiederbewaffnung der Ukraine diente.

      Und dann gab es einen Vertragsentwurf aus den Istanbul-Verhandlungen. Mit deutlich besseren Konditionen für die Ukraine. Hat die Ukraine abgelehnt.

      Und nun werden halt Nägel mit Köpfen gemacht. Russland erzwingt die Neutralität der Ukraine.

    2. Medvedev jiust posted Russia’s demands regarding ending the war, a 7 step plan for Russians to legally genocide Ukraine and not end up in the Hague.

      Wild stuff.

      1. Unconditional surrender of all territory in Ukraine to Russia.
      2. World bodies (UN) must officially recognize that Ukraine is nazi controlled and the Ukrainian government must then be „denazified“.
      3. UN issues statement that Ukraine is not a country and that it also can never align itself militarily with anyone except Russia.
      4. Entire Ukrainian government liquidated, „elections“ held. (Under Russian control) for new Parliament.
      5. Parliament votes to pay reparations to Russia.
      6. Parliament passes law that entire territory of Ukraine is unified with Russia.
      7. Parliament dissolves.

      phz

      1. Das ist aus dem Zusammenhang gerissen. Medwedew bezog sich auf Selenskis Friedensformel und die geplante Friedenskonferenz in der Schweiz, die faktisch eine Kapitulation Russlands fordert. Er antwortete darauf ironisch mit seiner eigenen Wunschliste, um zu zeigen, wie sinnlos Verhandlungen sind, wenn eine Seite nur unrealistische Maximalforderungen stellt. Russland ist für Verhandlungen offen, wenn sie die Realität berücksichtigen.

  15. tgif! Keine Termine und Schweine-Chips & Bier im Haus. Morgen um 07:00Uhr wird der humanitäre Korridor aus Bilhorod heraus geschlossen. Dann geht es vermutlich rund. Die Befreiung Bilhorods hat begonnen.

    phz (2000)

  16. In einem kleinen Dorf in Sachsen, da lebt ein Schafzüchter fein,
    Er hütet seine Herde, ganz allein im Sonnenschein.
    Doch nebenbei hat er ein Hobby, das er sehr gern pflegt,
    Er filmt die kleinen Gartenzwerge, die er im Garten hegt.

    Er dreht die lustigen Szenen, mit viel Liebe und Geschick,
    Die Zwerge tanzen, lachen, trinken Bier und machen Quatsch, ganz schick.
    Doch eines Tages kam die Nachricht, dass der humanitäre Korridor schließt,
    Die Befreiung Bilhorods beginnt, das Land in Aufruhr ist.

    Der Schafzüchter war verwirrt, was hat das mit seinen Zwergen zu tun?
    Doch dann fiel ihm ein, dass er im Garten eine kleine Stadt gebaut hat, ganz ruhig und fein.
    Die Zwerge in Bilhorod, sie sind in Gefahr, das muss er ändern nun,
    Er schnappt sich seine Kamera, die Zwerge und sein Bier, und eilt zum Gartenzaun.

    Dort angekommen, filmt er die Zwerge, wie sie sich auf den Kampf bereiten,
    Mit Schweine-Chips und Bier bewaffnet, sind sie voller Mut und Freude.
    Doch als sie den Gartenzaun durchbrechen, erleben sie eine Überraschung groß,
    Sie stehen nicht in Bilhorod, sondern im Schuppen des Nachbarn bloß.

    Die Zwerge sind verwirrt, doch sie nehmen es mit Humor,
    Sie feiern ihre vermeintliche Befreiung aus dem Schuppen-Tor.
    Der Schafzüchter lacht und filmt das Ganze, voller Freude und Glück,
    Seine kleinen Helden haben zwar nicht Bilhorod befreit, doch den Schuppen, das ist schick.

    So endet unsere Geschichte, von einem Schafzüchter und seinen Zwergen klein,
    Die Befreiung Bilhorods war nur ein Missverständnis, doch sie sind weiterhin fein.
    Der Schafzüchter filmt weiterhin, die Abenteuer seiner kleinen Freunde froh,
    Und hütet seine Herde Schafe, im Sonnenschein, im Sachsenland so.

    1. **Altlandrebell** träumt von **Bilhorod**,
      einer Stadt, die im **Dnister-Liman** ruht.
      Doch Zweifel nagen an seinem alten Herz,
      denn **Rebellen** könnten dort für **Unruhe** sorgen.

      In den **Gassen von Bilhorod** flüstern die Mauern,
      von **ionischen Kolonien** und **römischen Flotten**.
      Die **Tyragetae** einst hier lebten,
      und **Trajan** das Land eroberte, um **Dacia** zu gründen.

      **Belgorod**, die **Weiße Stadt**,
      wiederaufgebaut von **Genuesern** und **Moldawiern**.
      Ein **Freihafen**, ein Ort der Träume,
      doch auch der **Völkerwanderung** und **Zerstörung**.

      Und nun, **Altlandrebell**,
      dein Herz schlägt für Bilhorod,
      doch die **Rebellen** ziehen Schatten über deine Hoffnung.
      Wirst du den Mut finden, die Stadt zu betreten?

      **Bilhorod**, mit deinen **50.000 Seelen**,
      du trägst die Geschichte in deinen Mauern.
      Altlandrebell, wage den Schritt,
      denn vielleicht liegt in der Ferne das Glück.

      *In der Stille der Nacht*
      *lauscht Altlandrebell dem Flüstern des Dnisters,*
      *und seine Träume tragen ihn über die Wellen.*
      *Die Stadt wartet, ihre Tore offen.* 🌆🌊

      phz

      1. Poesie von phz? Was so ein Scheisskrieg so alles zustande bringt …
        Weiter so. Lasst die Kapelle spielen, bevor unser Schiffchen sinkt!

  17. Hinweis auf die „Stopp Ramstein“-Bewegung? Fehlanzeige.

    Seltsamer Artikel

    „Dr.-Ing. Stefan Nold, Grundwehrdienst 1.7.1978 – 30.9.1979, 1.PzBtl. 144“ will sich da ein neuer Möchtegern-Schreiberling-Stern nach dem Motto „Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass“ etablieren?

    1. Die Katastrophe von Ramstein dient in meinem Beitrag zur Veranschaulichung dessen, was täglich in der Ukraine passiert (Ramstein x 10) und was uns selbst drohen könnte, wenn wir weiter eskalieren. Die übrigen Zuschriften zeigen, dass andere Leser das verstanden haben. Der via Ramstein organisierten Mord per Drohne sollte gestoppt werden. Es wäre sicher gut, wenn Sie oder andere das in einem eigenen Artikel thematisieren würden.
      Die rhetorische Frage am Schluss entlarvt ihre eigenen Wünsche. Seit Februar 2021 (!) sehe ich, wie wir uns schrittweise auf eine Konfrontation mit Russland zubewegen. Ich versuche meinen Beitrag zu leisten, das zu verhindern, z.B. auch auf der Plattform „Zeitgeschehen im Fokus“ oder in der „Humanen Wirtschaft.“ Wenn Sie bellen möchten, bellen Sie einen Baum an, der sich besser dafür eignet.

    2. Dr.-Ing. Stefan Nold ist immerhin Dr.-Ing. und hat den Schneid, sich hier unter seinem Klarnamen offentlich zu diesem furiosen, militaristischen Flugshow-Wahnsinn zu äußern. Das erfordert Mut, anders wie wenn ein Niemand namens Albrecht Storz niedrigeren Dienstgraden den Pelz waschen will, weil seiner Meinung nach Schande über seine miltaristischen Flugdarbietungen gebracht wurde. Wegtreten.

    3. Der Niemand Albrecht Storz weist hier darauf hin, dass es seit Jahren zB eine „Stopp Ramstein“-Bewegung gibt und es dienlich ist, darauf hinzuweisen, wenn man die besprochenen Thematiken verknüpft. Und deshalb stelle ich fest:

      da ist wieder einer der glaubt dass er groß kotzt, aber nur klein kleckert.

      Ach und ja, seit 2014 (!) sehe ich, dass wir uns schrittweise auf eine Konfrontation mit Russland zubewegen. manche sehen das schon seit die US-Ausbeutung Russlands unter Jelzin nicht mehr wie gewünscht gelaufen ist und seit Putin das Ausbluten Russlands nach Westen gestoppt hat. Denn da begann schon die westliche Wiederaufrüstung (materielle und mental) gegen Russland.

      Und auch seitdem sehe ich, wie Antikriegsbewegungen massiv unterwandert werden. Etwa wie ein Andreas Zumach in der DFG-VK begann, gegen Russland zu hetzen und ein Monty Schädel, einziger Vollangestellter der DFG-VK, den „Friedenswinter“ spaltete und die Montagsmahnwachen verunglimpfte.

      Das „Wir brauchen nüchterne Realisten mit Mut, Herz und Verstand, die fest entschlossen zum Frieden sind. Wer wagt es? Los ihr Bürger! Auf geht‘s!“ ist einfach nur noch peinlich wenn man dabei existierende Bewegungen gezielt übersieht und vom Artikel nichts weiter als billige Attitüde zurückbleiben kann beim Konsumenten.

      Ich war über 40 Jahre in der Friedensbewegung aktiv bis diese von Friedensgegnern, meist angebliche „Linke“, unterwandert und vereinnahmt wurde und gehe heute noch auf die Straße wo es nützlich scheint und machbar ist. Und da kann ich solches Gesülze wie hier nur peinlich berührt kommentieren.

      1. Ihr Kommentar zeigt anschaulich, warum die Friedensbewegung jetzt so erfolglos ist. Hätten Sie meinen Beitrag mit ein paar hilfreichen Links zu den Bewegungen kommentiert, in denen Sie aktiv sind, dann wäre das konstruktiv gewesen und hätte der Sache gedient. Ihre Bemerkungen zur DFG-VK waren aber aufschlussreich. Danke.

        1. Hier ein Artikel ähnlicher Ausrichtung aber mit (sinnvoller) historischer Kontextualisierung und Kraft:

          ()https://www.nachdenkseiten.de/?p=112471
          „Apathie und Schockstarre – Warum bleiben die Ängste vor einer Ausweitung des Krieges stumm und folgenlos?“
          „Ein Artikel von Leo Ensel
          Eine deutliche Mehrheit der Bürger fürchtet einer Umfrage zufolge eine Ausweitung des Kriegs in der Ukraine auf europäisches NATO-Gebiet. Warum wird das hingenommen, als handele es sich um ein unabwendbares Naturereignis? Von Leo Ensel“

          Es tut mir leid wenn ich Ihre Bemühungen nicht mehr anerkennen kann. Ihre Erzählung ist aber für mich einfach mehr als unnütz: ein Unglück bei einer Flugschau (jeder geht freiwillig hin, meist Militärs sowie Militär- und Technik-Begeisterte, in meinen Augen eine rein perverse Veranstaltung) ist in keiner Weise mit einem (gar atomaren) Krieg in Beziehung zu setzen und hilft mMn auch kein Stück weiter bei der Wahrnehmung der heutigen, auf des Messers Schneide stehenden Situation über Sein und Nicht-Sein des Menschen auf diesem Planeten – und seiner Unmündigkeit und Unfähigkeit angesichts von zündelnden und randalierenden Irren, nur weil die sich „Politiker“ nennen und behaupten, sie, und nur sie, stünden für Recht und Gesetz.

          Natürlich unterstütze ich jeden und alles, wo für Frieden geworben wird. Sie versuchen das hier über die Schiene „Kriegsschrecken und Kriegsschäden“. Das ist nicht mein Ansatz. Und meiner Ansicht nach auch ein kontraproduktiver Ansatz. Frieden gelingt nur über Verständnis (nicht Hinnahme und generelle Nachsicht) der Motive anderer, und aber vor allem über „leben und leben lassen“ und sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmern und nicht dauernd in „Nachbars Garten“ schielen. Kriege dienen oft dazu, die Fehler und Misswirtschaften im eigenen Land unsichtbar zu machen. Im Schlachtengetümmel geht alles andere an Wahrnehmung unter, das ist das Kalkül. Und sie werden sehr oft von Dritten initiiert, die sich dabei die Hände reiben, und damit ihren Reibach machen oder sich wenigstens erhoffen den zu machen.

          1. „Frieden gelingt nur über Verständnis.“ Einverstanden. „Versteht Eure Feinde!“ ist seit jeher mein Motto, abgeleitet aus dem Jesus-Wort „Liebet Eure Feinde“ (Das deutsche Wort „Liebe“ ist eine unzulängliche Übersetzung). Nun, manchmal versteht man auch die Freunde nicht… Der Ukraine- Krieg kennt keine Bilder (anders als in Vietnam). Daher ist die Katastrophe von Ramstein eine der wenigen verbliebenen anschaulichen Darstellungen, die bei uns um die Haustür stattgefunden haben und noch im kollektiven Gedächtnis sind. Darum ging es und so wurde es auch von den meisten Lesern verstanden. Ich würde die Diskussion nun ganz gerne beenden. Ich denke, wir haben uns ausreichend ausgetauscht.

  18. Panic Room
    Was plant die Bundesregierung? Sie will Bunker bauen. Das soll helfen. Ganz sicher!

    Ja klar hilft das im Ernstfall der Bundesregierung zumindest vorübergehend, sich Hightechregierungsluxusbunker mit allem Schnickschnack zu bauen, obgleich solches Hitler auch nicht vor dem Suizid bewahrte. Fehleinschätzungen unterliegen meist einem gestörten Realitätssinn.

    Bei Bunkern muss zudem zwischen verschiedenen Schutzklassen unterschieden werden, wobei hochrangige Politiker und Militärs öffentlich umso forscher auftreten, je höher die Schutzklassen ihrer Bunker ausfallen, nicht zu reden von den wirklich Superreichen. Manche (Putin etwa) verfügen gleich über mehrere Anlagen der höchsten Schutzstufe, jeweils mindestens einen an ihren Wirkungsstätten und allen von ihren genutzten Domizilen, neben denen im Herzen ferner Gebirgsmassive, die sie sich weitab der Reichweiten jedweder Klimakrise und Atomsprengkörper erbauen, und wo auch bei der Aufbewahrung der Goldreserven und Sportwagensammlungen keine Platzprobleme auftreten – schon die Pharaonen erbauten zu diesen, und nicht etwa religiösen Zwecken unbezwingbar erscheinende Nekropolen. Daher sind auch auch befraute Marsmissionen mit hoher Zuladung in diesem Personenkreis äußerst beliebt.

    Um nicht völlig off topic zu gehen: In einem U-Bahntunnel bist du vor Flugunfällen relativ sicher und wenn du ein paar kleine Kreuzhacken sowie Energy-Drinks und viel Kaugummi dabei hast, kannst du dir da dort unten auch selbst eine kleine Privatgruft anlegen, ohne dem Jet-Set angehört zu haben.

    1. Sicher hat nicht Putin gleich mehrer Bunker – sondern das russische Staatsoberhaupt. Oder nimmt Putin wenn er abtritt die Bunker mit?
      Und ich möchte nicht wissen (mal in Ihrem Duktus) wie viel Höchstsicherheitsbunker Biden hat – obwohl der im US-Kernland am allerwenigstens von allen anderen Mensche der Welt bedroht ist.

      Und wegen Thema „U-Bahntunnel“ empfehle ich jedem Interessierten „Metro 2033“, ein dystopischer Roman des russischen Autors Dmitri Alexejewitsch Gluchowski aus dem Jahr 2007 sowie Folgeromane von ihm und von anderen Autoren.

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