Finnland und Polen: Lasst den Leopard 2 frei

Finnische Politiker haben die Kampagne „Free the Leopards“ gestartet. Entsprechende Bilder werden beigesteuert.

Kritische Stimmen zur Lieferung von Kampfpanzern und anderem schweren Gerät in die Ukraine allgemein sind in den polnischen und finnischen Mainstreammedien nicht zu finden.

Voraussichtlich am 20. Januar wird in Ramstein beim Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe über die Lieferung der Kampfpanzer Leopard 2 an die Ukraine entschieden.

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin will am Freitag auf dem amerikanischen Luftwaffenstützpunkt mit Vertretern Deutschlands, Großbritanniens und weiterer Länder die Unterstützung der Ukraine debattieren.

Bundeskanzler Olaf Scholz hat sich bislang gegen eine Lieferung gesperrt, auch mit dem Hinweis, dass Deutschland nicht den ersten Schritt mit einer Kampfpanzerlieferung machen will. Doch dieses Argument wird nun hinfällig, Frankreich verspricht der Ukraine den Radpanzer AMX-10 RC, Großbritannien den Kampfpanzer Challenger 2.

Vor allem Polen und Finnland sind in Sachen Leopard 2 engagiert. Polens Premierminister Mateusz Morawiecki machte bei seinem Besuch in Berlin am Montag Druck, dass Deutschland den Leopard liefern möge und als Lizenzhalter anderen Staaten den Transfer in die Ukraine erlauben solle. Sollte die Ukraine verlieren, meint er, wäre dies der Auftakt für den Dritten Weltkrieg: „Ich fordere die Bundesregierung auf, alle Arten von Waffen an die Ukraine zu liefern.“

Bereits vor einer Woche hatte Polens Staatspräsident Andrzej Duda in der ukrainischen Stadt Lwiw angekündigt, dass die Panzer im Rahmen „einer internationalen Koalition“ geliefert würden. Deutschland hat  249 Leopard-Panzer seit den Nuller Jahren an Polen geliefert. Seit Monaten bittet die Ukraine die Bundesregierung um die Lieferung des Leopard 2, der den russischen T-Modellen überlegen sein soll.

Die Entscheidung  der nationalkonservativen Regierung in Warschau, den Leopard 2 der Ukraine zu liefern, scheint schon festzustehen. Das Wall Street Journal zitierte in der vergangenen Woche hierzu den Chef des Polnischen Instituts für Außenpolitik (PISM) Slawomir Debski: „Es ist keine Frage mehr ob, sondern wann.“

Auch der polnische Regierungschef Mateusz Morawiecki, so sein Auftreten auf einer Pressekonferenz in der vergangenen Woche, will diese Lieferung wie Andrzej Duda von einer „internationalen Koalition“ abhängig machen. Von einer deutschen Einwilligung war nicht die Rede.

Sollte diese nicht eingeholt werden, wäre das ein bilateraler Affront, der sich auf die weitere verteidigungspolitische Kooperation zwischen Berlin und Warschau auswirken könnte. Allerdings gilt diese schon jetzt recht ramponiert. So gingen Deutschland und Frankreich mit ihren großen Waffenschmieden bei den umfassenden Rüstungseinkäufen Polens letztens leer aus.

Polen will zur größten Militärmacht der EU werden

Die Linie der seit 2015 regierenden „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) ist ablehnend gegenüber dem deutschen Nachbar. Olof Scholz‘ zurückhaltendere Position bezüglich Waffenlieferungen ist Gegenstand von steter Kritik und Polemik, auch aus Reihen der liberaleren Opposition und den liberalen Medien.

Überhaupt plante Polen, bis 2035 als größte Militärmacht der EU Deutschland und Frankreich zu überholen, den westlichen Nachbarn will die nationalkonservative Führung in Warschau zudem als wichtigsten Partner der USA in Europa beerben.

Dazu ist eine neue fünfte Division ist geplant, die im Nordosten des Landes eine russisch-belarussische Invasion abwehren soll.

Die künftigen Kampfpanzer Polens kommen aus Südkorea und den USA, insgesamt 1366 Fahrzeuge wurden bestellt, einige K2-Panzer aus Fernost erreichten Polen bereits Anfang Dezember.

Wenn auch der polnische Staatspräsident der Ukraine eine Kompanie Panzer versprach (sprich zehn bis 14 Panzer), gibt es Medienberichte, die von einer weit größeren Anzahl sprechen. Dies sei von der baldigen Anlieferung weiterer K2- und Abrams-Panzer abhängig. Einige Experten warnen allerdings davor, dass Polen seine Verteidigungsfähigkeit schwächen würde, wenn es zu viele der Kampfpanzer hergäbe.

Bislang bekamen die Ukraine alleine Kampfpanzer aus sowjetischer/russischer Produktion aus westlichen Staaten geliefert. Der Leopard 2-Panzer ist jedoch anders konzipiert, der erfolgreiche Einsatz mit ihm setzt eine Lernphase voraus. „In einigen Wochen werden ukrainische Soldaten den Leopard 2 beherrschen“, meint Oleksij Danilow, der Verteidigungsminister der Ukraine.

Der ehemalige Kommandant einer finnischen Panzerbrigade Pekka Toveri geht hingegen von einer Trainingszeit von zwei Monaten aus.

Finnland verlangt Einwilligung Deutschlands

Auch aus Finnland, das mit Russland eine 1340 Kilometer lange Grenze teilt, und auf die NATO-Mitgliedschaft in diesem Jahr hofft, kommen Vorstöße. Antti Häkkänen, Vorsitzender des parlamentarischen Verteidigungsausschuss, fordert, dass sein Land seine Bestände an Leopard 2 an die Ukraine transferiert.

Der konservative Oppositionspolitiker wird als künftiger Verteidigungsminister gehandelt, sollte seine Partei „Nationale Sammlung“ Anfang April die Parlamentswahlen gewinnen. Diese Partei war und ist die treibende Kraft für einen Beitritt des Landes im Nordatlantischen Verteidigungsbündnisses.

Häkkänen will keinen finnischen Alleingang, sondern fordert eine breite europäische Unterstützung und die der NATO bei der Lieferung. Dabei sollten Frankreich und Deutschland eine Führungsrolle übernehmen. Auch dies ein Unterschied zu Polen.

Das Land mit 5,5 Millionen Einwohnern, dass seit seiner Unabhängigkeit 1918 bündnisfrei ist,  besitzt über 200 Leopard 2-Panzer. Derzeit regiert dort die Sozialdemokratin Sanna Marin, in Verteidigungsfragen hat jedoch der konservative Staatspräsident Sauli Niinistö mitzureden, der auch in Friedenszeiten als Oberkommandierender der Streitkräfte wirkt. Auch er unterstützt die Initiative, der Ukraine Leoparden zu liefern.

Verteidigungsminister Mikko Savola wies anfangs darauf hin, dass die eigene Verteidigungsfähigkeit nicht gefährdet werden dürfe. Der öffentlich-rechtliche Sender Yle kolportierte später, dass er gegenüber einer Lieferung der Panzer aufgeschlossen sei. Allerdings müsse die Lieferung auf einer internationalen Koalition beruhen, im Gegensatz zu den Polen unterstrich der Finne die notwendige Einwilligung Deutschlands.

„Befreit die Leoparden“

Besonders von sich reden machten die beiden Fraktionssprecher Anders Adlercreutz (Schwedische Volkspartei) und Atte Harjanne (Grüne), beide aus Regierungsparteien. Sie wollen mit der Kampagne „Befreit die Leoparden“ nun Druck auf Deutschland ausüben. Ihrer Meinung nach soll sich Europa und auch Finnland an „Panzerschlachten“ in der Ukraine beteiligen. Die finnische Regierung bereitet derzeit ihre 12. Rüstungslieferung an die Ukraine vor, der Inhalt soll geheim bleiben.

Nach dem Offizier Pekka Toveri seien die rund 200 Leopardpanzer in Finnland aufgrund der langen Grenze nicht entbehrbar. Wenn zwanzig Prozent der über 2000 Panzer diesen Typs, die in europäischen Ländern und Kanada vorhanden sind, geliefert würden, wäre dies ausreichend. Toveri, der ständig im finnischen Fernsehen auftritt, geht von einem russischen Großangriff in der nächsten Zeit aus.

Für die Leoparden sei es dann zu spät, die Ukraine brauche für die HIMARS-Raketenwerfer Langstreckenraketen, welche in knapp einem Monat geliefert werden könnten.

Kritische Stimmen zur Lieferung von Kampfpanzern und anderem schweren Gerät in die Ukraine allgemein sind in den polnischen und finnischen Mainstreammedien nicht zu finden.

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59 Kommentare

    1. Es geht so lange weiter, bis Russland
      a) sich zurückzieht
      b) militärisch gesehen ausgeblutet ist

      Wobei a & b natürlich die optimale Kombination wäre.

      Was erwartest Du? Dass Russland einen Sieg geschenkt bekommt?

      phz (2000)

      1. Also wenn die Typen, die den Westen leiten, genauso fähig sind wie du, und ja, das sind sie, dann steht Russland ein goldenes Zeitalter bevor, während der Westen ein Remake des Mittelalters erlebt.

      2. Wer sollte Russland denn ausbluten? Etwa die Ukronazis, die im Donbas gerade untergepflügt werden? Feuchte Träume eines Nato-Zäpfchens.

      3. Es geht so lange weiter, bis Russland
        a) sich zurückzieht

        Nicht, dass ihr euch dabei selbst verausgabt. Offenbar haben bisher weder das Kiewer Regime noch seine westlichen Sponsoren die richtigen Schlüsse aus den ukrainischen Ereignissen gezogen.

        Es geht so weiter bis Russland Alle seine Ziele erreicht hat, die Entmilitarisierung der Ukraine ist im Grunde bereits erreicht. Deren eigene Militärtechnik ist bereits vernichtet. Heute kämpfen ukrainische Soldaten fast ausschließlich mit gesponsorten Waffen und Munition. Darüber hinaus sind auch sämtliche Restbestände an alter sowjetischer Militärtechnik in osteuropäischen Staaten auch bereits vernichtet. Nun ist also die NATO an der Reihe entmilitarisiert zu werden. Macht weiter so. Gebt ihnen all eure Panzer. All eure Flugzeuge. All eure Kriegsschiffe. Russisches Militär wird all eure Waffenbestände gerne genauso fachrechtlich in der Ukraine entsorgen. Um so leichter wird es euch fallen die Bedienungen Russlands zu akzeptieren, wenn ihr mit heruntergelassenen Hosen da steht.

        1. Also in Russland fährt, schwimmt und fliegt ja nun auch nicht mehr so viel, sondern es geht zu Fuß.
          Bei Bedarf werden die Alliierten whatever it takes genug produzieren. Da brauchst Du Dir wenig Illusionen zu machen.
          Bisher har die RF ja von 45 Jahre angehäuftem Altmetall gezehrt. Diese Bestände sind in Rekordtempo eingedampft worden.

          phz

          1. Also in Russland fährt, schwimmt und fliegt ja nun auch nicht mehr so viel, sondern es geht zu Fuß.

            HAHAHA – ich kann nich mehr. Das glaubst du wirklich?

            Bei Bedarf werden die Alliierten whatever it takes genug produzieren. Da brauchst Du Dir wenig Illusionen zu machen.

            Die Allierten…. HAHAHA!

            Illusionen machst du dir, und was für welche.
            Einen Scheiß könnt ihr. Auf lange Sicht in der Rüstungsproduktion könnt ihr mit uns nie im Leben mithalten. Euer BIP mag groß sein, aber der Löwenanteil davon kommt nicht aus der Realwirtschaft und Industrie, sondern aus Finanzspekulationen und Dienstleistung. Eure Produktion habt ihr geschrumpft und nach China und andere Länder ausgelagert.

            Russland dagegen, kann Alles selbst. Es ist das größte Land der Welt und verfügt über so ziemlich Alle Ressourcen die man nur denken kann und Energie bis zum Abwinken. Ganz im Gegensatz zu euch. Ihr seid auf Energie, Ressourcen die ihr nicht selber habt und funktionierende Lieferketten angewiesen. Wir bauen zur Zeit im Monat mehr Panzer als die ganze Bundeswehr im Bestand hat. Ihr würdet dafür Jahre, wenn nicht Jahrzehnte brauchen um eure Kapazitäten in der Rüstungsproduktion dem Verbrauch der Ukraine anzugleichen, und auch nur wenn ihr an Titan, Buntmetalle, Seltene Erden, usw.. und natürlich Energie überhaupt noch dran kommt.

            Wolfgang Ischinger warnt: „Die Ukraine verschießt pro Tag so viel Munition, wie wir in einem halben Jahr produzieren“ und fordert die Umstellung auf Kriegswirtschaft. Ganz ähnliche Stimmen klingen in allen NATO Ländern, sogar in USA ist man über die Bestände schon besorgt. Eure Bestände werden bei dem Tempo wie sie in der Ukraine verheizt werden nicht lange ausreichen und eure Produktionskapazitäten könnt ihr nicht ohne weiteres und nicht so schnell vergrößern.

            Wir verschießen das vielfache im Vergleich zur Ukraine, aber irgendwie beschwert sich bei uns keiner über einen Mangel an Munition, Panzern und Raketen. Denn wir haben bereits eine Kriegswirtschaft.

            Darüber hinaus werdet ihr in Deutschland auch bald Bekanntschaft mit einem solchem Phänomen wie dem wirtschaftlichen Kannibalismus der Vereinigten Staaten Bekanntschaft machen. Sie werden ihre Wirtschaft auf eure Kosten über Wasser halten, ganz frech unter „Allierten“. Sie locken eure ganze Industrie zu sich rüber. Einige ziehen ja bereits um, es werden immer mehr. Bald wird Deutschland gar nichts mehr selbst produzieren und wirtschaftlich auf dem Niveau mit Rumänien oder Bulgarien ankommen und die Polen als die Lieblingsfrau der USA werden euch rumkommandieren. Machen sie ja jetzt schon.

            Außerdem werdet ihr es nicht schaffen die Bevölkerung zu mobilisieren. Mit Jedem Tag wie der Krieg andauert gibt es immer weniger Begeisterte für die Idee Russland zu ruinieren. Das Protestpotential wächst. Gerade mal die Hälfte hat überhaupt Verständnis mit der militärischen Unterstützung der Ukraine und nur ein Drittel befürwortet Lieferungen von Schweren Waffen und es werden immer weniger. Schon gar nicht würdet ihr die Bevölkerung dazu bekommen einen offenen Krieg gegen Russland mitzumachen.

            Auf Dauer, könnt ihr gegen Russland nicht bestehen. Ihr habt diese Gelegenheit bereits verpasst als euer Wirtschaftsblitzkrieg keine Wirkung zeigte. Nun werden wir mit Jedem Tag stärker und ihr werdet mit Jedem Tag schwächer. Ihr werdet euch verausgaben.

      4. Die Weltbank geht davon aus, dass das russische BIP im nächsten Jahr um 1,6 % wachsen wird, was auf den gestiegenen Verbrauch und die Erholung der Exporte zurückzuführen ist, die Moskau auf andere Länder umlenkt.

        Doh!

          1. Pah! Das stecken wir locker weg. Das merken wir überhaupt nicht. Haben schon viel Schlimmeres gesehen und das ist noch nicht so lange her.

            Noch im Oktober letzten Jahres ging die Weltbank übrigens von -3.6 für dieses Jahr aus. Und dabei habt ihr euer Pulver im Wirtschaftskrieg doch eigentlich bereits verschossen, und wir haben noch gar nicht angefangen eure Wirtschaft zu strangulieren. Rache ist schließlich ein Gericht, dass man kalt serviert.

    2. Und dann schwafeln die beim Eskalieren eines hoch gefährlichen Konflikts auch noch davon, dass das Eskalieren notwendig sei um einen dritten Weltkrieg zu verhindern.
      So schwafelt man halt, wenn das eigene Leben in Sicherheit ist und nur ein paar arme zwangsrekrutierte Schweine in der Ukraine dafür ihr Leben geben dürfen.

      1. Ja: Wir müssen einen Krieg führen, um einen Krieg zu verhindern.
        Einfach pervers. Man darf Träume haben: Mein Traum wäre, dass sich russische und ukrainische Soldaten (sie kennen sich gar nicht und schießen doch aufeinander) sich zusammenschließen und von Land zu Land ziehen, um alle beteiligten Regierungen zu liquidieren, wie es neudeutsch so elegant heißt.
        Dann wäre Ruhe im Karton.

  1. Let ze Leopards free!! Ja, genau! Wir werden es doch noch schaffen die doofen Deutschen in einen Krieg mit Russland reinzubugsieren, oder?

  2. FYI

    The „Pentagon and the Israelis reached an agreement to move about 300,000 155-millimeter shells [from a stockpile of American ammunition in Israel], Israeli and American officials said.“

    phz

  3. Sollte die Ukraine verlieren, meint er, wäre dies der Auftakt für den Dritten Weltkrieg: „Ich fordere die Bundesregierung auf, alle Arten von Waffen an die Ukraine zu liefern.“

    Nur ein Vollidiot käme auf die Idee der beste Weg den Dritten Weltkrieg zu vermeiden wäre es zu versuchen eine Atommacht mit Panzern zu besiegen.

      1. Ja genau diese Logik müsste doch Russland bestimmt davon abhalten die Kraus-Maffei Werke zu bombardieren. Es muss sich dann wohl mit Deutschen Panzern besiegen lassen. Meine Güte du bist so naiv, das ist ja zum Fremdschämen. *facepalm*

        1. Du hast wahrscheinlich keine kriegerische Hemmschwelle mehr, ich gehe aber davon aus, dass im Kreml nicht alle so einfach gestrickt sind.

          1. Das kannst du dir dann selbst erzählen, indem Moment, wenn du von einem Blitz geblendet bist.

            Ich möchte nun etwas sehr Wichtiges für diejenigen sagen, die versucht sein könnten, sich von außen in diese Entwicklungen einzumischen. Ganz gleich, wer versucht, sich uns in den Weg zu stellen oder gar Drohungen gegen unser Land und unser Volk auszusprechen, sie müssen wissen, dass Russland sofort reagieren wird, und die Konsequenzen werden so sein, wie Sie sie in Ihrer gesamten Geschichte noch nie erlebt haben. Ganz gleich, wie sich die Ereignisse entwickeln, wir sind bereit. Alle notwendigen Entscheidungen in dieser Hinsicht sind getroffen worden. Ich hoffe, dass meine Worte Gehör finden werden.

            Wladimir Putin 24.02.2022

    1. Nein, das ist alles in sich völlig logisch und entspricht völlig der allgemeinen Lebenserfahrung und allen denkbaren Wahrscheinlichkeiten: wer z.B. noch einen Revolver in der Tasche hat, der lässt sich natürlich von ein Paar zwielichtigen Typen zur Not auch mit dem Besen vom Hof prügeln.

  4. Sollen sie ruhig diese Panzer schicken. Ich finde es ja durchaus nett, dass sie die Sachen alle nacheinander schicken, sodass die Russen sie entspannt abschießen können. Ich fürchte nur, dass die Zerstörung dieser Wunderwaffen die Verkäufe in den Keller rutschen lassen wird. Dies ist wohl auch der Grund, warum die USA ihren MBT nicht schicken wollen und nur die Bradleys schicken, die sie eh austauschen wollen. Sollen doch die dummen Europäer ihre Panzer diskreditieren.

  5. Der Ton, dessen sich der ukrofaschistische stellvertretende Außenminister Melnyk gegenüber dem neuen deutschen „Verteidigungs“minister Pistorius bedient, ist unverschämt.
    Das sollte das Handeln dieses Ministers bestimmen. Ich weiß – ein frommer Wunsch.

  6. Polen heizt schon wieder an.
    Vor ein paar Wochen , als die Rakete auf Polen fiel, und die Wahrscheinlichkeit bestand , dass Polen direkt betroffen würde, waren sie auffallend zurückhaltend.

    1. Laut Haubitze lag das nur an den nichtarischen Türken und ihrer Dummheit, die Krieger des Lichts mit ihren SS-Runen und Hakenkreuzen machen das bestimmt besser. So wie gerade in Soledar und Artjomowsk.

  7. Die Polen verlieren ihre ‚freiwilligen Krieger‘ durch das ‚ukrainische Kanonenfutter‘.
    Lt. dem liveticker RT, wurden durch Funk Daten der ukrainischen und der polnischen Seite an die Wagner Gruppe übermittelt…
    Geschichte kann demnach nicht ‚gecancelt‘ werden und wird einige in Schnappatmung versetzen.

  8. Polen sollte man unbedingt im Bestreben unterstützen, die größte Militärmacht Europas zu werden. Assets: gesellschaftlich tradierter Antisemitismus, Russophobie, aggressiver Deutschenhass und noch viele offene Rechnungen mit Deutschland und im übrigen auch einige mit der Ukraine. Beste Voraussetzungen für nachhaltigen Frieden in Europa. Und falls die Ukrainer es schaffen, einen Teil der von der Nato ausgepressten Waffen heil durch den Krieg zu bringen, dann stehen im Osten gleich zwei bis auf die Zähne bewaffneten Sonnenscheinchen.
    Meine Bemerkung bezieht sich ausschließlich auf den Staat Polen und den Staat Ukraine, nicht auf die jeweiligen Bevölkerungen.

    1. Da die Völker aber die einzig Leidtragenden dieser Entwicklung wären, und nicht etwa die Kriegstreiber/-verbrecher, fände ich es angemessener, wenn die Völker sich an 1789 ff erinnern und ein paar noch funktionierende Guillotinen aufstellen würden.

  9. Polen ist mit dem Mundwerk immer der stärkste, geilste und aggressivste – aber wenn es losgehen soll, sucht man jemand, den man nach vorne schieben kann. Ich hoffe der Scholz sagt den Amis, den Leopard gibt es nur in der Stückzahl, in der ihr Abrams liefert. Ist schließlich euer Krieg!

    1. HA! wer hätte das gedacht

      Scholz ist offenbar zur Lieferung von Leopard-2-Kampfpanzern bereit, aber unter der Bedienung wenn USA auch Abrams liefern. Dazu habe er US-Präsident Biden aufgefordert.

      Newsticker BR

      1. Geil finde ich ja, dass die Amis sagen, »Och nö, dazu sind wir noch nicht bereit zu, die Abrams sind zu kompliziert, zu teuer und die Bedienung sei schwierig.«
        tagesschau

        Bin kein Panzerfahrer, aber offenbar ist der Leopard 2 simpel, billig und kinderleicht in der Bedienung. Kann vielleicht sogar unser Klaus drüben von der Wareneingangskontrolle mit in den Krieg rollern, später dann.

        Die Idee von Scholz finde ich prinzipiell gut – also bezogen auf den wirklich extremen Druck, der auf ihn ausgeübt wird – aber ich fürchte, (nicht nur) die Presse wird ihn dafür zermalmen und er wird unter dem Druck der Bellizisten einknicken. Grundsätzlich halte ich diese ganze Idee von der Eskalation zur Verhinderung von Eskalation unschlau.

      2. Da Scholz nicht die dicksten Eier hat, war sein Versuch die Leopard-Lieferung an die Abrams-Lieferung der Amis zu knüpfen, schon ein ziemlich intelligenter Zug. Das ist zumindest ein zarter Versuch so etwas wie eine deutsche Restsouveränität zu wagen und die Amis zu zwingen wenigstens mitzuspringen. Würde mich aber wundern, wenn er das durchhält.

        Andererseits, hätte Scholz wirklich Mut, dann würde er eine Leopard-Lieferung ostentativ verweigern und den anderen „willigen“ Ländern eine Lieferung ebenfalls verbieten. Das wäre eine echte Bombe und wahrscheinlich der Anfang vom Ende des Krieges, wenn Scholz danach an der Regierung bliebe. Doch das würde er wahrscheinlich nicht – denn schließlich Russland muss ja ruiniert werden.

  10. Lol, Strandhaubitze versucht sich in Wirtschaftsprognosen. Hatten Weltbank und IWF nicht einen BIP-Rückgang von bis zu 20% in 2022 prognostiziert? Rausgekommen sind dann -2,2%, ausschliesslich im 1. Halbjahr und vor allem bei „Finanzdienstleistungen“ und Schliessungen westlicher Unternehmen. Das letzte Quartal war von deutlicher Steigerung gekennzeichnet. Mittlerweile hat Russland die niedrigste Arbeitslosenquote seit langem, und steigende Aufträge an alle Industrien, Bau und Rüstung natürlich vorneweg, Arbeitslosigkeit auf historisch niedrigem Niveau.

    Immer noch hoffen westliche „Experten“, dass ihre Sanktionen endlich wirken. Wie sie darauf kommen, ist nicht zu sehen.

    1. Wenn alleine 300 T zusätzlich in den Krieg müssen und einige 100 T das Land verlassen hat man logischerweise weniger Arbeitslose. Die, die noch da sind dürfen Waffen bauen. Brilliant Beschäftigungspolitik.
      Erinnert mich an was…. Ist aber schon ein paar Jahrzehnte her und ging bös ins Auge.

      „Immer noch hoffen westliche „Experten“, dass ihre Sanktionen endlich wirken. “ Russland verkauft sein Öl für kaum mehr als 50 $ bei Förderkosten von um die 40 $. Doch, das zeigt Wirkung und die Wirkung kumuliert sich.

      1. Russland hat schon vor Monaten die Rabatte beendet und verkauft zu Weltmarktpreisen, derzeit 80-85$/brl, bei Langfristkunden wohl mit ein paar Nachlässen im Siebzigerbereich. Der Ölpreis liegt derzeit im gleichen Korridor wie 2007/8 (ohne die extremen Spitzen) und 2010-13. Aber Russland ist auch mit Preisniveaus wie 2014-16 (28-50$/brl) gut zurechtgekommen, darunter haben die Saudis und Emirate schwer gelitten, mehr noch die US-Fracker. Die derzeitig niedrigeren Preise liegen eher an der Rezession in Europa und Nordamerika als an den pathetischen „Deckeln“.

        Übrigens sind die meisten, die wegen der Mobilisierung das Land verlassen haben, wieder zurück. Die Russophobie im Westen hilft dabei, und die RF ist kein KZ wie die Naziukraine, wo keiner rausdarf. Nur werden die Russen halt nicht reingelassen in unsere „Demokratien“. Was den russischen Arbeitsmarkt angeht, reden wir von rund 110 Millionen Arbeitskräften, ohne die ca. 20 Millionen aus GUS-Staaten, Da machen 300.000 unter 0,3% aus, die Arbeitslosenrate ist aber um mehrere Prozentpunkte gefallen. Lüg Dir nur die Welt zurecht.

        1. „und verkauft zu Weltmarktpreisen“ Träumerle

          Die niedrigsten Förderkosten haben die Saudis und Emirate, die höchsten die Fracker.
          Beim Preisniveau von 28-50$/brl hat Russland gekotzt aber natürlich weitergeliefert. 1. Kunden bei der Stange halten. 2. Ein Bohrloch kann man nicht einfach an und ausknipsen wie das Wohnzimmerlicht.

          1. Russland hat dermassen gekotzt, dass seine Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft über denen vor dem Krieg liegen. Manche Idioten halten andere für ebenso beschränkt, wie sie selbst sind.

          2. Das gute bei den ‚Arabern‘ ist, sie unterstützen OPEC+, im Endeffekt wird ihr Gewinn plus den geringen Produktionskosten extrem steigern.
            Auf der anderen Seite ist zu beachten, wer letztendlich diese Gewinne einstreicht!
            Jedes produzierende Land, arbeitet mit Investoren zusammen.
            Wer nicht über Rohstoffe verfügt, darf letztendlich für die Oligarchie bluten.
            Übrigens, sind alle Statistiken eine Frage der Erhebung, es ist auch bei der Bewertung über ein „Standing Rating“ eine frage wer das bewertet.

            PS eine Diskussion sollte Inhalte beinhalten, eine Diskussion ist dazu gedacht:
            Einander zusammenbringen und nicht zu teilen, ICH ICH ICH HABE IMMER RECHT

  11. Sehr gute Analyse auf den NDS bezogen auf ein Interview mit dem französischen Historiker Emmanuel Todd von Marco Wenzel.

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=92632

    „Todd zufolge ist der Stellvertreterkrieg in der Ukraine nicht nur für Russland, sondern auch für die Vereinigten Staaten „existenziell“. Das „imperiale System“ der USA werde in weiten Teilen der Welt geschwächt, was Washington dazu verleite, „seinen Einfluss auf seine ursprünglichen Protektorate zu stärken“: Europa und Japan. Dies bedeute, dass „Deutschland und Frankreich zu unbedeutenden Partnern in der NATO geworden sind“, so Todd, und die NATO sei in Wirklichkeit ein „Washington-London-Warschau-Kiew“-Block.

    Die Sanktionen der USA und der EU haben es nicht geschafft, Russland zu vernichten, wie die westlichen Hauptstädte gehofft hatten, stellte er fest. Dies bedeute, dass „der Widerstand der russischen Wirtschaft das amerikanische imperiale System an den Abgrund drängt“ und „die amerikanische Währungs- und Finanzkontrolle über die Welt zusammenbrechen würde“.

    Der französische Intellektuelle verwies auf die UN-Abstimmungen zu Russland und warnte davor, dass der Westen den Kontakt zum Rest der Welt verliere.“

    Wenn wir hier nicht in Westeuropa aufpassen und dies machen unsere Regierungen seit mehr als einem Jahr nicht mehr, weil sie US-Politik 1 zu 1 umsetzen, werden wir wirtschaftlich und wenn es ganz schlimm kommt militärisch total aufgerieben. Dann sind wir dritte Welt Region.

    1. Ich hatte mal gedacht, ich schreib mal eine SF-Kurzgeschichte, wo die Chinesen eine Untergrundbewegung in einem neofeudalen Europa unterstuetzen ;-). Das ist dann etwas Satire.
      Aber zurueck zum Schlachtfeld: wie gross war die ukr.Armee vorm Krieg? Und nun?
      Und was nutzen 14 Challenger?
      Und selbst wenn: was machen 60t-Leos im Matsch?
      Ich finde, wir sollten _alle_ Maus-Panzer liefern, die wir noch haben, und noch 500 bauen.

  12. Das:
    „Voraussichtlich am 20. Januar wird in Ramstein beim Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe über die Lieferung der Kampfpanzer Leopard 2 an die Ukraine entschieden.“
    halte ich für ein Märchen! Die Entscheidung ist längst gefallen.

    1. Bis jetzt geht es doch noch.
      Ich habe immer noch die Hoffnung, der BND macht seinen Job und schreibt die Wahrheit in seinen Ukraine-Bericht:
      dass die Ukraine weder Nato- noch EU-tauglich ist, was Scholz‘ Verhalten erklaeren wuerde.
      Im Rahmen des ROC-Konzepts schlage ich die Aufstellung von Freiwilligen-Battaillonen aus Journalisten vor,
      meinetwegen mit Pumas. Dann koennen sie life berichten von ihren Heldentaten.
      Achja, und die Strack-Z mit ihrem „Deutschland hat vor der Geschichte versagt“ – _das_ klingt nach letzte Worte im Fuehrerbunker, Strandhaubitze.
      Die Amis haben schlimmere Sachen als Putins Rede angedroht, wenn man sie nach den Haag zerren sollte.
      Was sie mit Assange treiben, sieht man ja.

  13. “ Kritische Stimmen zur Lieferung von Kampfpanzern und anderem schweren Gerät in die Ukraine allgemein sind in den polnischen und finnischen Mainstreammedien nicht zu finden.“
    Wie allgemein beim „Klimawandelnachwuchs“
    nicht.

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