Finale Wahlprognose für das Abgeordnetenhaus in Berlin

Bild: CC BY-SA-4.0

CDU wahrscheinlich vor SPD, aber rot-grün-rote Koalition könnte weiter regieren.

Neben den Einzelwertprognosen unseres Prognosys-Master-Vote wird in Klammern auch die Spanne angegeben, d.h. der kleinste und größte Schätzwert der jeweiligen Partei über alle elf beteiligten Institute. Das ist kein statistisches Prognoseintervall. Unsere empirischen Untersuchungen haben ergeben, dass in knapp 60 Prozent aller Fälle die Wahlergebnisse in diesen Bereich fallen. Es zeigt jedoch ebenfalls, wie dicht die Voraussagen der Institute meist beieinander liegen, sodass man bisweilen von einem Herdentrieb sprechen kann.

In der letzten Woche haben sich die Verhältnisse weiter geklärt. Alle elf Institute sehen die CDU mit 2 bis 9 Prozentpunkten vor der SPD. In unserem Modell erreicht die CDU 24,8 Prozent (24-26 Prozent), während die SPD auf 21 Prozent kommt (17-22 Prozent). Die Grünen werden mit einer Ausnahme auf dem dritten Platz erwartet. Sie stehen bei 17 Prozent (17-19 Prozent). An der viel größeren Spanne für die SPD kann man ablesen, dass bei dieser Partei die Schätzunsicherheit am größten ist.

Einig sind sich wiederum alle Institute darüber, dass die Linke etwas besser als die AfD abschneiden wird. Die Linke könnte 11,5 Prozent (11-13 Prozent) erreichen, die AfD 10 Prozent (9-10 Prozent). Für die FDP mit 5,5 Prozent (5-7- Prozent) könnte wieder eine Zitterpartie bevorstehen. Die Sonstigen, für die Berlin eine Hochburg darstellt, erreichen zusammen 10,2 Prozent (10-12 Prozent), wobei keine der Kleinparteien eine Chance auf einen Einzug ins Parlament hat. Im Vergleich zur Vorwahl gibt es somit Gewinne nur für CDU und AfD.

Weil die Stimmen für die Sonstigen bei der Sitzverteilung wegfallen, dürfte die amtierende rot-grün-rote Koalition auf eine Mehrheit von etwa 55 Prozent der  Mandate kommen und könnte ihre Arbeit fortsetzen. Theoretisch gibt es auch mehrere Möglichkeiten für eine CDU–geführte Regierung. Es dürfte der stärksten Partei jedoch praktisch schwerfallen, geeignete Partner dafür zu finden. Allerdings würden schon kleine Verschiebungen der Prozentwerte die Situation verändern können.

Wahlprognosen sind deswegen reizvoll, weil sie immer mit größeren Unsicherheiten behaftet sind und daher am Wahlabend Spannung versprechen. Außerdem erhält man sofort ein Zeugnis für seine Arbeit und einen Vergleich mit den anderen Instituten.

Siehe auch: „Wahlbörsen sind mitunter besser zur Vorhersage von Wahlergebnissen geeignet“ und Wie zuverlässig sind unsere Wahlprognosen?

Prof. Dr. Walter Mohr: Studium der Mathematik und Wirtschaftswissenschaften, Lehr- und Forschungstätigkeiten an Fachhochschulen und Universitäten mit über 50 Veröffentlichungen, insbesondere in den Bereichen Zeitreihenanalyse und Wirtschafts- und Wahlprognosen sowie medizinischen Qualitätsuntersuchungen (eHealth).

Dr. Frank W. Püschel: Studium der Mathematik und Wirtschaftswissenschaften, Lehrtätigkeiten im Hochschulbereich, Forschungsschwerpunkt auf den Gebieten der Zeitreihenanalyse und Wirtschaftsprognosen. Aktuell tätig in der Geschäftsführung eines Medizinprodukteherstellers.

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15 Kommentare

  1. Ich traue den Prognosen und besonders den Ergebnissen nicht. Dass die AfD seit Jahren 10% haben soll, ist vollkommen unmöglich, dafür läuft viel zu viel schief, insbesondere in Berlin. Gibt es dort Manipulation, dann ist das Fundament der Demokratie zerstört und so sieht Deutschland auch inzwischen aus. Das bedeutet nämlich, das die Schwarmintelligenz durch eine demokratische Abstimmung nicht mehr die richtigen Entscheidungen treffen kann, weil die Ergebnisse nicht der Realität entsprechen. Somit kommen Entscheidungsträger ins Amt, die eine Politik umsetzen, die nicht von der Mehrheit getragen wird. Diese Schlussfolgerung lässt sich durch Umfragen belegen. Die Bürger sind mit der Politik unzufrieden und dennoch sollen die Verantwortlichen wiedergewählt werden. Das ist vollkommen unglaubwürdig!

    1. Aeeeehhhh, ‚Schwarmintelligenz’….?

      Was soll das sein?

      Es gibt Schwarmdummheit, so wie Heiner Mueller (10 Deutsche sind duemmer als 5 Deutsche) zum Ausdruck gebracht hat.
      Und das war es.

  2. Ich kann ja verstehen, dass man als Mathematiker das ganze Spiel ganz lustig findet. Mir persönlich hingegen geht der Prognosequark und selbst auch das Wahlergebnis zu 100% am … vorbei. Allerdings habe ich trotzdem gewählt!

    Im Hinblick auf die Aussagekraft des Wahlergebnisses bzgl. der Stimmung in der Bevölkerung sei nur darauf verwiesen, dass a) in Berlin immer etwa 1/3 der Berechtigten gar nicht wählen geht (dieses Mal vermutlich mehr) und b) viele, zum Teil lange hier Lebende gar nicht wahlberechtigt sind.

  3. Erste Hochrechnung / Berlin / 18:15

    Die Christdemokraten kommen der Prognose des Instituts Infratest dimap für die ARD zufolge auf 27,5 Prozent, während die derzeitigen Regierungsparteien SPD und Grüne bei jeweils 18,5 Prozent gesehen werden. Auf dem vierten Platz folgt demnach die mitregierende Linke mit 12,5 Prozent vor der AfD mit neun Prozent – die FDP muss hingegen mit 4,5 Prozent um den Wiedereinzug in das Berliner Landesparlament bangen.

  4. Schade, dass der sogenannten Linken immer noch so viele auf den Leim gehen.
    Als Exmitglied hätte ich ein Abrutschen hinter der asozialen AfD begrüßt.

  5. „Die Sonstigen, für die Berlin eine Hochburg darstellt, erreichen zusammen 10,2 Prozent (10-12 Prozent), wobei keine der Kleinparteien eine Chance auf einen Einzug ins Parlament hat.“

    „Weil die Stimmen für die Sonstigen bei der Sitzverteilung wegfallen“
    – also die Stimmen von 10-12 % der Wähler in den Gulli geworfen werden … oder was soll das heißen?

    Sind die Autoren des Artikels Kinder? Jedenfalls klingt diese Aussage ausgesprochen kindlich:
    „Wahlprognosen sind deswegen reizvoll, weil sie immer mit größeren Unsicherheiten behaftet sind und daher am Wahlabend Spannung versprechen. Außerdem erhält man sofort ein Zeugnis für seine Arbeit und einen Vergleich mit den anderen Instituten.“ („Kuckma, ich hab Kackdemacht!“)

    Schauen wir uns den Vorgang doch einmal etwas genauer an:

    Berlin hat 3.677.472 Einwohner, davon sind 2.447.600 wahlberechtigt. Von den Wahlberechtigten haben etwa 64 % einen Wahlzettel ausgefüllt. 1.566.464 „Stimmen“. Rund 288.000 haben die Grünfaschisten gewählt, das sind etwa 8 % der Berliner Bevölkerung. In etwa so viele haben die (N)SPD gewählt, etwa 12 % haben die (N)CDU gewählt. Die Pseudo-Linke wurde von etwa 5 % gewählt, die AFD von knapp 4 %.

    D. h. nicht einmal die Hälfte der Berliner Bevölkerung hat irgendwas gewählt, mehr als die Hälfte der Berliner Bevölkerung hatte keinen Einfluss auf die Wahl. Auf die Zusammensetzung des Senats hat sie sowieso nie Einfluss.

    Die Wahl soll angeblich „pannenfrei“ abgelaufen sein. Über Polizisten und Hilfspolizisten, die an den Eingängen von Wahllokalen herumlungerten, wurde nicht berichtet, die „Auswertung“ (oder „Korrektur“?) der Stimmzettel ist nicht dokumentiert, obwohl das kein technisches Problem gewesen wäre.

    Am Abend treten dann Angehörige von Minderheiten (Parteien wie CDUSPDB99/BrauneLinkeAFD) vor Kameras und jubeln sich selbst hoch.

    Es ist schon klar, weshalb in der BR Schland fortlaufender Bildungsabbau betrieben wird. Das Normalvolk soll Verhältniszahlen nicht verstehen, aber gefakte Grafiken von Parteien anglotzen. Irrtum eurerseits, ihr Antidemokraten: Das gemeine Volk kann sehr wohl rechnen und diese Jämmerlichkeit von euch ins Verhältnis setzen.

    1. Ergänzung:
      Wie übel die Gentrifizierung in Berlin fortgeschritten ist, kann man in drei Kiezen sehen.
      Im Friedrichshainer Samariterviertel wurde jede „Baulücke“, also auch kleine Parkecken, mit Eigentumswohnungen zugepflastert. Eingezogen sind Kinder (junge, erwachsene Antriebslose) von Anlageeltern aus dem Schwäbischen, die Mehrheit wählt „grün“.
      Noch schmählicher: Die ehemals „Rote“ Schöneberger Insel, einst ein Hort für Linke, Lesben, Schwule, Kleinkriminelle, wurde von Spießbürgern besetzt, die allesamt „grün“ wählen und gerne bei Polizeidienststellen anrufen, um ihre Nachbarn zu denunzieren.
      Geradezu aberwitzig: Im ehemaligen Rixdorf tummeln sich nur noch wohlhabende „grüne“ Gentrifizierer. Wer da etwas zu essen kaufen will, muss gehörig Asche in der Tasche haben.

      Das muss man sich mal vorstellen: Wie rasch aus einer freien Stadt wie Berlin, einer der schönsten und freiesten Städte der Welt, einer Weltstadt, ein blödes Spießerkaff gemacht werden kann, Kleinbürgistan. In dem sich nur noch schwäbische Kampfradler auf den Straßen zu tummeln scheinen. Und diese Spießer-Grünen ihre Aerosole versprühen, pfui.

      1. Erich und Margot mussten auch nach Chile ausgeflogen werden. Manche Menschen merken nichts mehr von selbst.
        Giffey,vd Leyen, Baerbock, Strack-Zimmermann -> Chile !

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