Erschöpft sich die russische Wirtschaft im Krieg?

Putin sprach am Dienstag zu Abgängern von Militärakademien, Inszenierung der Macht inklusive: „Wir können feststellen, dass sich die NATO-Staaten in der Vergangenheit darauf beschränkten, das Kiewer Regime zu unterstützen, das durch den Einsatz von Waffengewalt und einen Staatsstreich illegal an die Macht gekommen war, während der Westen heute offen davon spricht, sich auf einen Krieg gegen uns vorzubereiten und seine Budgets für militärische Offensivmaßnahmen aufzustocken.“Bild: Kreml/CC BY-SA-4.0

 

Im Westen wird derzeit verbreitet, Russland halte den Krieg militärisch und wirtschaftlich nicht mehrt lange durch. Die Regierung der Ukraine sieht sich derzeit gestärkt, unterstützt durch die treue Gefolgschaft aus der EU, um Belarus zu provozieren und einen Streit mit Polen über die Feier der rechtsnationalistischen UPA/OUN, die Massenmorde an Polen und Juden begangen und mit den Nazis kollaboriert haben, vom Zaum zu brechen. Angeblich hat Donald Trump Selenskij bestärkt, mutiger zu handeln, etwa bezüglich Angriffen auf das russische Hinterland. Das wird aus Washington freilich nicht bestätigt. Man hat den Eindruck, dass eine Euphorie über die Erfolge der Ukraine und das untergehende Russland mit dem Zweck gepflogen wird, den Krieg fortzusetzen, bis Russland zu einem für Kiew positivem Friedensabkommen gezwungen werden kann oder kapituliert bzw. zusammenbricht. Ob das realistisch mit einer so starken Atommacht als Gegner ist, erscheint zumindest als sehr zweifelhaft.

Typisch Andrij Melnyk, der ehemalige Botschafter in Berlin und jetzt der Vertreter der Ukraine bei den Vereinten Nationen. Er sieht die Angriffe auf russische Ölraffinerien und Energieinfrastruktur als legitim an, weil diese auch militärischen Zwecken dienen, was umgekehrt natürlich dann auch gelten würde. Daher konzentrierte er sich auf die Behauptung, dass Russland absichtlich zivile Ziele wie das Höhlenkloster und andere Kulturgebäude angreift, wo allerdings unsicher ist, ob Schäden nicht durch herabfallende Teile abgeschossener Drohnen entstanden sein könnten. Der Krieg wird auf beiden Seiten hässlicher, zunehmend werden in Russland und in der Ukraine bei den massiven Drohnen- und Raketenengriffen und der Luftabwehr Zivilisten getötet und verletzt.

Man habe den Sicherheitsrat, in dem Russland ein Vetorecht besitzt, aufgefordert, eine Resolution für einen bedingungslosen Waffenstillstand zu verabschieden. Man sei für direkte Verhandlungen mit Russland, aber die Geduld sei begrenzt, weil die ausgestreckte Hand nicht beachtet werden: „Sollte der Sicherheitsrat weiterhin abwarten, schließe ich nicht aus, dass die Ukraine ihren Vorschlag überdenkt und anpasst. Ein Waffenstillstand entlang der tatsächlichen Frontlinie ist bereits ein bedeutender Kompromiss.“ Bislang zumindest wäre dies der militärischen Situation geschuldet, überdies müsste Russland einer Resolution zustimmen. Moskau lehnt einen  bedingungslosen Waffenstillstand vor einem Friedensabkommen auch deswegen ab, weil die Ukraine dann militärisch aufrüsten würde und europäische Staaten, wie angedroht, Truppen in die Ukrainer verlegen könnten.

Melnyk behauptet, Russland könne den Krieg nicht gewinnen. 40 Prozent der Treibstoffproduktion seien durch die Angriffe zerstört worden. Die russische Luftverteidigung  sei nicht mehr in der Lage, Moskau zu schützen. Deswegen forderte er, die Truppen sofort aus den besetzten ukrainischen Gebieten abzuziehen: „Sie werden die besetzten Gebiete niemals halten können. Niemals. Verlassen Sie die Ukraine so schnell wie möglich“, sagte er.

Die stellvertretende russische UN-Botschafterin Anna Evstigneeva warf in einem spiegelbildlichen Diskurs der Ukraine Terror gegen Zivilisten vor. Sie bestritt, dass das Höhlenkloster von einer russischen Drohne getroffen worden sei: „Augenzeugenberichte, auch Videomaterial, zeichnen ein völlig anderes Bild. Die Kathedrale wurde durch einen ungeschickten Versuch einer ukrainischen Luftabwehr-Einheit beschädigt, eine russische Hyperschallrakete vom Typ ‚Zircon‘ abzufangen. Dazu wurden PAC-3-Abfangraketen des amerikanischen ‚Patriot‘-Luftabwehrsystems eingesetzt, die Kiew von westlichen Unterstützern übergeben worden waren und deren Verfallsdatum bereits überschritten war.“

Überdies schilderte sie die Lage in Russland natürlich allseits positiv: „Die militärische Sonderoperation erreicht konsequent ihre Ziele. Die russischen Streitkräfte behalten entlang der gesamten Kontaktlinie die strategische Oberhand, fügen dem Feind erhebliche Verluste an Personal und Ausrüstung zu und setzen die Befreiung weiterer Gebiete fort. Trotz der beispiellosen militärischen und finanziellen Unterstützung, die der Westen Kiew gewährt, sind die Versuche, das Blatt zugunsten der ukrainischen Armee zu wenden, gescheitert.“ Tatsächlich machen russische Truppen an einigen Stellen der Front langsam Geländegewinne, vor allem in Donezk, wo ein Vorrücken auf die beiden letzten Festungen ausgebauten Städte Slawjansk und Kramatorsk und damit auf die Einnahme der ganzen Region Donezk möglich scheint.

Crash der russischen Wirtschaft in Sicht?

Man kann aber selbstredend weder der Propaganda der einen noch die der anderen Seite glauben. Das zeigt sich auch, wenn man die Prognosen über die russische Wirtschaft betrachtet. Aus dem Westen wird derzeit – wieder – behauptet, sie würde bald einbrechen. Exemplarisch ist dafür ein Bericht des Kiel Instituts für Weltwirtschaft, das auch den Ukraine Support Tracker herausgibt und damit schon zeigt, auf welcher Seite es steht. Jetzt hat es einen Bericht mit dem prophetischen Titel „Endspiel: Russlands Kriegswirtschaft stößt an ihre Grenzen“ veröffentlicht, in dem diagnostiziert wird, die russische Wirtschaft sende Zeichen einer „strukturellen Erschöpfung“. Bislang sei die Wirtschaft überraschend  robust geblieben, damit sei aber jetzt endgültig Schluss, wollen die Autoren wissen. Und der Bericht soll die Politik des Westens beeinflussen: „Damit besteht die Möglichkeit für entschlossene Maßnahmen seitens des Westens.“

Der britische Economist geht zwar ebenfalls davon aus, dass die russische Wirtschaft Probleme hat. Aber sie stehe nicht gleich kurz vor dem Kollaps, Putin könne „seine Aggression weiter finanzieren“. Der Rückgang des BIP im ersten Quartal  wird als statistische Illusion betrachtet. Die im Januar erfolgte Erhöhung der Mehrwertsteuer habe zu mehr Ausgaben Ende 2025 geführt. Es habe weniger Arbeitstage als im Vorjahr gegeben und schlechtes Wetter. Eine Analyse von Goldman Sachs lasse zwar ein verlangsamtes Wachstum, aber keine Rezession erkennen, zudem sei das BIP im April und Mai wieder wegen der gestiegenen Ölpreise höher ausgefallen.

Das Bild sei gemischt: „Das Verbrauchervertrauen ist laut einer vom unabhängigen Meinungsforschungsinstitut Levada-Zentrum erfassten Kennzahl gesunken. Allerdings ging dieser Rückgang von einem Niveau aus, das nahe am Allzeithoch lag. Es mag zwar etwas schwieriger sein, einen Arbeitsplatz zu finden als noch vor ein oder zwei Jahren, doch die Arbeitslosenquote bleibt mit rund 2 % nahe einem Rekordtief. Russland hat zunehmend Schwierigkeiten, fossile Brennstoffe – das Rückgrat seiner Wirtschaft – zu exportieren, da die Ukraine ihre Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur verstärkt, obwohl die Ölpreise gegenüber den Höchstständen, die sie während des Iran-Kriegs erreicht hatten, eingebrochen sind. Dennoch lagen die Warenexporte im April (nach den neuesten verfügbaren offiziellen Zahlen) insgesamt leicht über dem Vorjahresniveau.“

Aber es gebe auch Bereiche, in denen die Wirtschaft wächst. Die Inflation sei gesunken, die Reallöhne seien gestiegen. Auch den Oligarchen gehe es gut, sie hätten 80 Prozent mehr Lamborghinis als 2025 gekauft. Und geflogen werde auch mehr. Die großen Militärausgaben würden die Wirtschaft nicht entscheidend dämpfen, sie würden nur 3-4 Prozent des BIP höher liegen als vor dem Krieg. Das belaste die Wirtschaft, aber nicht allzusehr. Für den Krieg könne der Kreml die Steuern erhöhen oder Kredite aufnehmen.

Der Schluss, den man im Economist zieht, dürfte den Kriegsbefürwortern, die auf eine Schwächung Russland setzen, nicht gefallen: „Alles in allem kann Russland in diesem Jahr mit einem BIP-Wachstum von rund 1 % rechnen: Das entspricht in etwa dem von Frankreich oder Kanada. Strengere Sanktionen, wie sie Großbritannien am 16. Juni verkündet hat, könnten dieses Wachstum etwas dämpfen. Das Gleiche gilt für die Ölpreise, sollten diese weiter fallen und die ukrainischen Angriffe auf die russische Ölinfrastruktur eskalieren. Doch es würde schon etwas weitaus Radikaleres erfordern, um Putins Kriegswirtschaft daran zu hindern, weiter vor sich hin zu dümpeln.“

Florian Rötzer

Florian Rötzer, geboren 1953, war Gründer des Online-Magazins Telepolis und von 1996 bis 2020 dessen Chefredakteur. Seit 2022 ist er Redakteur beim Overton Magazin. Er ist Autor mehrerer Bücher, zuletzt In der Wüste der Gegenwart, das er zusammen mit Moshe Zuckermann geschrieben hat.
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11 Kommentare

  1. Zu dem was u.a. in der West-Bank passiert (Mittwoch 23.06.2026) :
    Das Militär zerstört das Zuhause von Saud Al-Atrash in der Qalqas-Gegend südlich von Hebron aber dieser will auf seinem Land bleiben. Die Siedler zerstören in Masafer Yatta, südöstlich von Hebron die Olivenbäume und versperren eine Strasse (ebenso in Abu Njeim, südlich von Betlehem). Die Siedler versuchen in Al-Maniya, südöstlich von Betlehem die Schafe zu stehlen. Die Siedler beschädigen in Rashaydeh, östlich von Betlehem das Kraftfahrzeug der Gemeinde (Windschutzscheibe, Reifen, weiterer Schaden). Die Siedler haben in der Gemeinde auch scharf geschossen. Die Siedler spazieren oder marschieren in Gruppen in palästinensischen Dörfern und behindern die Einwohner (es soll durch das Marschieren die Souveränität zur Schau gestellt werden, auf der Strasse gehen, rumschreien und negativ auffallen). Das Militär wirft in Deir Ammar mit Tränengas auf die Palästinenser, Das Militär erschiesst in Al-Yamoun, westlich von Jenin Mohammad Nazem Ezzat Zayed, 29. Eine verdeckt ermittelnde Einheit hat sich in die Ortschaft begeben, geschossen und die Sanitäter nicht an den Verletzten gelassen.

    Zu dem was in Gaza passiert:
    Das Militär überflutet das Al-Burej-Flüchtlingslager (Gaza-Mitte) mit Zement welches von den Strassen zu den Zelten der Vertriebenen fliesst. Es wird in Khan Younis am Strassenrand ein Älterer aufgefunden der angeschossen und mit verbundenen Händen vom Militär dort gelassen wurde (Montag). Ein Kind wird schwer verletzt (Montag). Das Militär tötet bei einem Luftangriff auf Al-Mawasi das Kind Ahmed Mohsen Al-Raqab. Ein weiteres Kind wird verletzt. Es wurde bei einem Angriff am Vortag Adam Abu Hadaid (auf dem e-Bike) umgebracht, der mit seiner kleinen Schwester auf der Strasse war. Es ist im Video zu sehen wie die kleine Schwester erschrocken nach Hilfe ruft. Die Wohngebäude werden zerstört.

    Die Hälfte der Bevölkerung hat Hautkrankheiten und wohnt in der Nähe von Müllbergen. Und haben die Abwässer und Klärschlamm in der Nahe der Unterkunft. Die humanitäre Meldung (Meldung einer Hilfsorganisation) ist lediglich dass Pestizide reingebracht und viel versprüht wird und dass die Pestizide aufgebraucht werden. In den Videos sieht man dann die Insekten an den Kindern. Es gibt immer noch Meldungen über Nagetiere an den Zelten. Es haben 15% keine Seife. Es beschweren sich alle über die fehlende Verfügbarkeit von Hygiene- und andere Artikel (zu wenig, zu teuer). Es sind wieder Polioinfektionen (Kinderlähmung) gemeldet worden (nach 25 Jahren). Es gibt einen „erheblichen Mangel an“ wichtigen Medikamenten. Es haben 20% der Bevölkerung nur eine Mahlzeit am Tag. Es gibt statt 1.5 Millionen nur 678.000 tägliche Mahlzeiten (Hilfsorganisationen). Es arbeiten 11.000 UNRWA-Mitarbeiter in Gaza. Es dürfen keine UNRWA-Mitarbeiter nach Gaza einreisen (seit Januar 2025) weil ein Gesetz gegen UNRWA verabschiedet wurde weil es eine fremde Souveränität gibt und die Einreise nicht erlaubt wird. Die Hilfslieferungen von UNRWA für hunderttausende von Menschen wurden nicht reingelassen (Nahrungsmittel, Mehl und Unterkünfte).

    UNRWA ist eine der grössten Einrichtungen für mentale Gesundheit und Gesundheit mit 49 Psychiatern, Beratern und 1.032 Ärzten und hat in einer Woche im Juni 2.878 Patientenbesuche bzw. insgesamt 73.165 ärztliche Konsultationen. Es sind 58,658 Kinder in einer Woche im Juni in eine UNRWA-Schule gegangen und 280.000 SchülerInnen und 7.500 Lehrer nutzen digitales Material (Lesen/Schreiben, Rechenaufgaben). Es wurden im Mai insgesamt mehr als 3.200 Kinder wegen Mangelernährung behandelt (mehr als 3.500 Kinder im April). Es ist geschätzt dass 37.000 schwangere Frauen wegen Mangelernährung eine Behandlung brauchen werden (2026).
    Die „Ständige Faktfindungsmission der Vereinten Nationen zum Israel-Palästina-Konflikt“ empfiehlt a.) dem Sicherheitsrat u.a. Sanktionen gegen das Führungspersonal und die Soldaten im Heer die internationale Verbrechen begangen haben. b.) dem Generalsekretär u.a. die Siedler, als Erweiterung des israelischen Staates, als Wiederholungstäter für Kindermord, Verstümmelung und sexuelle Gewalt zu bezeichnen (im nächsten Bericht über Kinder und bewaffnete Konflikte). Die Nationen erhalten ebenfalls eine Reihe von Handlungsempfehlungen die z.B. das Unterlassen des Waffenhandels und die Sanktionierung (z.B. der Siedler) betreffen (S.85 ff.).

    Es soll am Freitag eine Demonstration geben bei der die westlichen Medien berichten sollen. Anzumerken ist dass Menschenaufläufe in der West-Bank von den Medien nicht gezeigt werden (nur ein Foto). Seit dem Waffenstillstand im Oktober wurden mehr als 1.029 Palästinenser ermordet. Es gibt mehr als 3,294 Verletzte (32 Tote und 142 (Schwer)verletzte/Verstümmelte in einer Woche).

    Mitmachen bei der Einforderung der Menschenrechte für Palästina.
    Tun Sie bei der Unterschriftenaktion mitmachen und an andere rumschicken.
    https://eci.ec.europa.eu/055/public/?lg=de

    1. Zu dem was u.a. in Tantura passiert ist (22. Mai 1948):

      Tantura ist 1948 ein großes palästinensisches Küstendorf am Mittelmeer mit etwa 1.500 Einwohnern. Die Menschen leben vor allem von Landwirtschaft, Fischerei und Arbeit in den umliegenden Städten. Einige Tage vor dem Angriff treffen sich Dorfvertreter mit kol. Geheimdienstoffizieren, die eine Kapitulation anbieten. Die Dorfbewohner lehnen dies ab, weil sie befürchten, nach einer Aufgabe des Dorfes vertrieben zu werden.

      In der Nacht vom 22. Mai 1948 beginnt der Angriff auf Tantura. Die angreifenden Truppen rücken von allen vier Seiten vor und umzingeln das Dorf vollständig. Nach Kämpfen wird Tantura eingenommen. Anders als bei anderen Operationen bleibt kein Fluchtweg offen, sodass sich die Angreifer anschließend einer großen Zahl gefangener Dorfbewohner gegenübersehen.

      Nach der Einnahme werden die Einwohner unter Bewachung zum Strand gebracht. Dort werden Frauen und Kinder von den Männern getrennt. Die Frauen und Kinder werden später in das nahe gelegene Dorf Furaydis gebracht. Die Männer bleiben zurück und werden bewacht. Anschließend beginnt eine Auswahl einzelner Personen. Mithilfe von Listen und eines lokalen Informanten werden Männer identifiziert, denen frühere politische oder militärische Aktivitäten zugeschrieben werden. Dazu gehören Personen, die am arabischen Aufstand von 1936 beteiligt waren, Kontakte zu politischen Führern hatten oder in der Vergangenheit an Angriffen auf jüdische Ziele beteiligt gewesen sein sollen.
      Die ausgewählten Männer werden in kleinen Gruppen von den übrigen Gefangenen weggeführt und erschossen. Zeitzeugen berichten, dass die Exekutionen systematisch durchgeführt werden. Mehrere Überlebende schildern, wie Gruppen von Männern an Friedhofsmauern, in der Nähe der Moschee oder an anderen Orten aufgestellt und getötet werden. Die Angaben zur Zahl der Opfer unterscheiden sich. Verschiedene Zeugen nennen Zahlen zwischen etwa 80 und 125 Erschossenen, andere sprechen von deutlich mehr Toten.

      Neben diesen gezielten Erschießungen kommt es bereits unmittelbar nach der Einnahme des Dorfes zu weiteren Tötungen. Berichten zufolge werden Bewohner in Häusern und auf den Straßen erschossen. Einige Soldaten erklären später, dass nach Schüssen aus dem Dorf Teile der Truppe die Kontrolle verlieren und wahllos Gewalt anwenden. Nach Aussagen von Zeugen geschieht dies zu einem Zeitpunkt, als bereits weiße Fahnen gezeigt werden und die Kapitulation signalisiert wird.

      Mehrere Überlebende berichten von persönlichen Verlusten. Familienmitglieder werden vor den Augen ihrer Angehörigen erschossen. Kinder erleben die Tötung ihrer Väter oder Brüder. Einige Zeugen schildern, wie ganze Gruppen von Verwandten unter den Opfern sind. Die Ereignisse hinterlassen bei vielen Überlebenden schwere psychische Folgen, die sie noch Jahrzehnte später belasten.

      Nach dem Ende der Erschießungen werden palästinensische Gefangene gezwungen, die Leichen einzusammeln und Massengräber auszuheben. Die Toten werden in großen Gruben beerdigt. Personen, die an den Bestattungen beteiligt sind, berichten später von zahlreichen Leichen und davon, dass sie selbst befürchten, ebenfalls getötet zu werden. Die Überlebenden werden aus Tantura vertrieben. Viele verlieren ihre Häuser, ihr Land und ihren Besitz. Ein Teil von ihnen lebt später in Flüchtlingslagern außerhalb Palästinas, unter anderem in Syrien. Das Dorf selbst wird entvölkert und die ursprüngliche Bevölkerung kehrt nicht zurück.

      Mitmachen bei der Einforderung der Menschenrechte für Palästina.

      Tun Sie sich Wissen aneignen und an andere weiterleiten. Etwa aus dem Buch „Die ethnische Säuberung Palästinas“ von Westend-Autor Ilan Pappe, dem obige Informationen entnommen sind.

    1. „die andere Seite sei willens/in der Lage, sich an die dort vereinbarten Punkte zu halten,“

      Niemand weiss, was in Anchorage hinter verschlossenen Türen verhandelt und ob überhaupt etwas vereinbart wurde, also gehören Sie -neben mir- auch zu den „Niemanden“. Ihre diesbezügliche Erzählung erschöpft sich an der unbeweisbaren Aussage, Trump habe in Anchorage Putin verbindlich irgendetwas versprochen und nun erfülle er den Vertrag nicht. Moskau hat diese Geschichte propagandistisch zum sog. „Spirit of Anchorage“ aufgeblasen, was ja nicht unser Problem ist. Gerade vor 2 Tagen die Polit-Talks der üblichen Verdächtigen im russischen Staatsfunk „begutachtet“ -auffallend bei dem ständigen Gerede von irgendwelchen in Anchorage „vereinbarten Punkten“ ist, dass der konkrete Inhalt dieser „Punkte“ nie genannt wird.

  2. Witzig fand ich jüngst die Ansage der Russen an ihre Bevölkerung, doch bitte keine Fotos und Videos von angegriffenen Zielen zu posten, weil man damit der ukrainischen Aufklärung ja Daten liefere, wobei erwähnt wurde, daß Zuwiderhandlungen bisher keine Konsequenzen hatten. Wenn also die Ukrainer tatsächlich höchstens Satellitenfotos der Amis zur Zielwirkungsabschätzung haben und wenn ich mal annehme, daß die Russen nicht dämlich sind, war das die deutliche Aufforderung, eben genau das zu tun. Und wenn ich Russe in Führungsrängen wäre, würde ich medial eindrucksvoll mal einen Öltank sprengen und Bilder von geschlossenen Tankstellen zu Hauf produzieren, vielleicht noch ein paar Mütterchen, die im Nachttopf einen Hauch Benzin heim tragen, bevor er verdunstet. Schön der Ukraine und dem Westen – denn die Russen wissen, daß sie praktisch gegen die NATO Krieg führen – genau das zeigen, was sie sehen wollen … um ihrerseits zu motivieren, noch viel mehr Geld in dieses schwarze Loch zu versenken. Weil nur noch zwei Wochen, versprochen, dann sind sie am Ende. Tja, also unsere Wirtschaft wächst nicht, gar nicht, kein Bisschen, und die 0,7 Prozent, die jetzt das Institut für wasweißich anläßlich der Iran-Entspannung rausposaunt hat, wären ein ausgewachsenes Wunder, sollten sie tatsächlich eintreten. Es gibt keine Anzeichen dafür, keine Maßnahmen, die das bewirken können und beim einzig halbwegs brummenden Wirtschaftszweig, den Rüstungsgütern, ist genau das eingetreten, was echte Ökonomen vorhergesagt haben: Inflation! Der gleiche Scheiß, einfach nur viel teurer. Übrigens: ein Kriegsende wäre für Kiew (oder Kyyyw wie Bröckers immer so schön schreibt) eine Katastrophe, droht doch dann die Besetzung durch „Freunde“.

  3. „Auch den Oligarchen gehe es gut, sie hätten 80 Prozent mehr Lamborghinis als 2025 gekauft.“

    Was sagt eigentlich die russische Bevölkerung dazu?
    Der russische Hacker wird uns sicherlich bald darüber Auskunft geben.

  4. Wo kommt eigentlich die Vorstellung her, wenn Russlands Wirtschaft am Ende ist, dann wird Putin schon mit eingekniffenem Schwanz die Ukraine in den Grenzen von 1814 wiederherstellen?

    Oder Putin würde sagen, naja, paar tausend tote Soldaten, jetzt auch noch Angriffe auf das russische Kerngebiet, na dann ziehe ich mich mal zurück, nichts für ungut, hier sind Milliardenreparationen?

    Das sind doch Situationen, wo ein Herrscher erst recht „all in“ geht, und sei es nur ein verzweifelter, zum Scheitern verurteilter Versuch.

    Wenn man will, dass Putin den Krieg beendet, dann muss man ihm einen Grund geben, sich zurückzuziehen. „Der Westen“ gibt ihm eher Gründe, die Ukraine zu vernichten, wie man es ihm seit Jahren unterstellt.

  5. Die russischen Aussagen zur Lage an der Front sind keine Propaganda. Das kann man aufgrund der reichlichen OSINT-Info selber nachprüfen. Die Angriffe in russischen Gebieten tun weh, ändern daran aber nichts. Sie sind vielmehr Ausdruck der westlichen Verzweiflung.

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