Epstein-Files: Müssen Linke Noam Chomskys Bücher entsorgen?

Chomsky und Epstein in dessen Privatflugzeug. Bild: House Oversight Democrats

Der Linguist, linke Intellektuelle und Medien-, Kapitalismus- und Machtkritiker Noam Chomsky hatte, wie jetzt bekannt wurde, auch mit Jeffery Epstein engere Kontakte, obgleich dieser 2008 wegen Anstiftung zur Prostitution von Minderjährigen verurteilt worden war. Er ließ sich nicht nur von Epstein einladen, bekannt wurde das Foto, das ihn mit Epstein in dessen Privatflugzeug zeigt, sondern stand im Email-Austausch mit ihm und stellte sich hinter Epstein und gegen die „hysterischen Anschuldigungen“, die gegen diesen vorgebracht wurden.

War auch der von vielen gefeierte Intellektuelle eine gespaltene Persönlichkeit, ein Dr. Jekyll and Mr. Hyde? Kann man niemanden mehr vertrauen? War Chomsky, das linke Idol von vielen, auch nur ein erbärmlicher Prominenter, der unbedingt in den Kreisen der Reichen und Mächtigen sein und von diesen anerkannt sein wollte, auch und gerade weil er vorgab, diese zu kritisieren?

Chomsky – von Jacobin 2024 als „moralischer Gigant“ gefeiert – ist jetzt 96 Jahre und seit 2023 nach einem schweren Herzinfarkt kann er nicht mehr laufen und kommunizieren. Alles, was jetzt über ihn gesagt und geschrieben wird, geht über ihn hinweg, weil er dazu nichts mehr sagen kann. Seine Frau Valerie Wasserman entschuldigte sich auch für ihn und gibt dabei vor, von Epsteins Machenschaften nichts gewusst zu haben: „Es war für uns beide zutiefst beunruhigend zu erkennen, dass wir uns auf jemanden eingelassen hatten, der sich als hilfsbereiter Freund präsentierte, aber ein geheimes Leben voller krimineller, unmenschlicher und perverser Handlungen führte.“

Das ist schon deshalb irritierend, weil Chomsky durchaus Kenntnis von den Anschuldigungen hatte und Epstein noch 2019 in einer Email riet: „Ich habe mit angesehen, wie schrecklich Sie in der Presse und in der Öffentlichkeit behandelt werden. Es tut mir weh, das zu sagen, aber ich glaube, das Beste ist, es zu ignorieren.“ Dabei verglich er die Vorwürfe gegen Epstein mit den Beschimpfungen, die er erhalten hatte. Epstein schrieb er: „Das ist ärgerlich, aber das ist der beste Weg.“ Die Email wurde wohl im Februar 2019 verschickt, einige Monate vor der Verhaftung von Epstein. Dem WSJ sagte Chomsky 2023, Epstein sei verurteilt worden, habe seine Strafe verbüßt und habe jetzt wieder eine „weiße Weste“.

Wahrscheinlich wollte er sich damit bei Epstein einschmeicheln, zumal über diesen auch Geld an ihn geflossen ist. Zudem scheint es eine Männerangelegenheit zu sein, das Thema Missbrauch an Frauen und Minderjährigen übertrieben zu finden. Es sind nur „Geier“, die nach Aufmerksamkeit suchen: „Das gilt insbesondere jetzt angesichts der Hysterie, die sich um den Missbrauch von Frauen entwickelt hat und die so weit gegangen ist, dass schon das Infragestellen einer Anschuldigung als ein Verbrechen gilt, das schlimmer ist als Mord.“

Jeffrey Epstein mit Begleitung. Bild: House Oversight

Nun kann man fragen, ob der kritische Intellektuelle von dem reichen und super vernetzten Investmentbanker und Lebemann (und Sexualstraftäter) so beeindruckt war, dass kritisches Denken bei ihm ausfiel? Waren er und seine Frau also so naiv, auch nicht die Möglichkeit zu sehen, dass der verurteilte Epstein tatsächlich Frauen und Mädchen missbrauchte und damit auch eine sexgetriebene und verschworene Gemeinschaft schuf? Angeblich hat sich Epstein als Philanthrop mit Interesse an Wissenschaft vor Chomsky ausgegeben, als diese sich 2015 erstmals getroffen haben.

Valerie Wasserman stellt nun Chomsky und sich selbst als naive Trottel hin, die sich von Epstein haben einseifen oder mit Geschenken, Geldüberweisungen und Aufmerksamkeit haben kaufen lassen: „Epstein begann, Noam zu umgarnen, schickte ihm Geschenke und schuf Gelegenheiten für interessante Gespräche über Themen, mit denen sich Noam intensiv beschäftigt hatte“, schrieb sie. „Wir bedauern, dass wir dies nicht als Strategie erkannt haben, uns zu verführen und die Anliegen, für die Noam eintritt, zu untergraben.“

So viel Naivität und Gutgläubigkeit kann man nicht wirklich glauben. Wenn dies zuträfe, könnte das auch Chomskys Werk beeinträchtigen, da auch hier dann die kritische Distanz in manchen Hinsichten fehlen könnte. Auffällig ist, was nicht nur unter Eliten herrscht, ein Schweigen über moralische Verfehlungen. Man will ja nicht Spielverderber sein und ausgestoßen werden.

Wir wissen trotz der Emails nicht, was Epstein und Chomsky besprochen und gemacht haben, wenn sie sich zu zweit, mit seiner Frau oder in Kreisen mit anderen Männern wie Woody Allen, Steve Bannon oder mit Ehud Barak, dessen Regierung Kriegsverbrechen begangen hat, getroffen haben. Er hat Epstein in seiner Wohnung in Manhattan besucht und wohl auch Epsteins Wohnungen in Manhattan und Paris benutzt. In einer Email schrieb er, er „träume von der Karibikinsel“ Epsteins. Einige Emails in den Epstein Files von Noam Chomsky an seine Frau und Kinder sind auch völlig eingeschwärzt. Die meisten behandeln die Hilfe, die Epstein den Chomskys bei Finanz- und Steuerangelegenheiten geleistet hat.

„Chomsky ist für uns als Autor nicht mehr tragbar“

Was aber macht man jetzt mit einem Mann, den man als kritischen Intellektuellen über Jahrzehnte geschätzt hat, und der nun in die Falle wie andere Männer ging oder wegen eigener Interessen über Kriminelles und sexuelle Gier und Gewalt hinwegsah? Der deutsche linke Unrast Verlag, der einige Bücher von Chomsky veröffentlicht hat, will nun diese nicht mehr vertreiben und hat sich mit der Ankündigung auf jeden Fall schon Medienöffentlichkeit erworben. Anlass sei, so der Verlag, „die Nähe Noam Chomskys zu Jeffrey Epstein“. Damit wäre man bei einer Kontaktschuld, die verstärkt wird durch die Versuche Chomskys in den Mails, Epstein zu schützen: „Als linker Verlag, der sich für eine gerechte Welt und gegen Frauenhass und patriarchale Gewalt einsetzt, ist Chomsky für uns als Autor nicht mehr tragbar“, schreibt die Verlagsleitung. Das ist billig, ein durchschaubarer Versuch, sich eine reine moralische Weste überzuziehen und den wirklichen, komplizierteren Fragen aus dem Weg zu gehen, die nicht nur aus Schwarz und Weiß, Verdammnis oder Preisung bestehen.

Der Kölner Stadt-Anzeiger mischt mit an der Verdammung, womit man auch die politischen Positionen Chomskys auf den Müll werfen kann: „Die Schere zwischen hochmoralischen Forderungen – ‚Die Verantwortung des Intellektuellen‘ hieß einer seiner frühen Artikel – und rücksichtsloser Vorteilsnahme ist zu groß. Seine Ideen sind farblos geworden, sinnentleert. Jetzt werden sie schlafen gelegt. Es bleibt die Wut.“ Von der rechten Seite wird die Verurteilung der Person und des politischen Autors gerne betrieben, um linke Kritik zu entsorgen.

„Die Enthüllungen über Epstein und Chomsky dürften das letzte Kapitel der Schande für den viel zu hochgelobten Linguisten und späteren politischen Kommentator bedeuten. Er hatte eindeutig eine Schwäche für Schmeicheleien und Gefälligkeiten. Und da diese von Epstein stammten, stellt dies sein Urteilsvermögen ernsthaft in Frage“, heißt es beispielsweise in Kennedys and King Home, wo man Chomsky auch klein machen will und vom „Todesstoß für seine stark überschätzte Position in der progressiven Gemeinschaft“ spricht.

Müssen Linke also nun die Bücher von Chomsky aus den Regalen räumen, in den Giftschrank stellen oder zum Altpapier bringen, weil die Inhalte Epstein-verseucht sind? Ist die Nähe zu Epstein ansteckend wie ein Virus? Gibt es bei Chomsky Frauenhass  und patriarchale Gewalt? Sicher, Chomsky und seine Frau waren naiv oder haben weggesehen, sich vielleicht auch bestechen lassen. Aber sollten deswegen Chomskys Gedanken nicht mehr rezipiert werden, wie der Unrast Verlag es macht, der zwar zur eigenen Weißwaschung der Cancel Culture frönt, aber nicht erklärt, warum die Inhalte der von ihm verlegten Bücher, die weder mit Epstein noch mit Sexualität zu tun haben, verpönt sein sollen. Zudem soll Chomsky erst seit 2015 Epstein kennengelernt haben. Sollte die Verurteilung aufgrund von Kontaktschuld, so man sie denn machen will, schon auf alles auswirken, was Chomsky zuvor gesagt und geschrieben hat?

Man kann Chomsky verurteilen, mit Epstein über längere Zeit hinweg in Kontakt gestanden und sich nicht explizit von ihm distanziert zu haben, man darf skeptisch sein, ob die Chomskys tatsächlich nichts von den „kriminellen, unmenschlichen und perversen Handlungen“ Epsteins gewusst haben, aber wirkt sich das aus auf die Kritik am amerikanischen Imperialismus, am Vietnamkrieg und an anderen Kriegen, an den Strukturen der Massenmedien, an der Politik von Trump oder gar auf seine generative Transformationsgrammatik?

Es ist immer falsch, Menschen zu idealisieren und zu Heroen zu machen. Chomsky kann man als Person verurteilen, dennoch sind nicht alle seine Ideen kontaminiert. Welche es sein könnten, müsste man erst einmal herausarbeiten. Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, Autor und Werk nicht gänzlich zu verschmelzen. Das gilt auch für andere verfemte Menschen. Ich jedenfalls lasse Chomskys Bücher in meiner Bibliothek, auch wenn ich die Person skeptischer sehe, und hoffe auch, dass dem Beispiel des Unrast Verlags nicht weitere Verlage folgen werden.

Florian Rötzer

Florian Rötzer, geboren 1953, war Gründer des Online-Magazins Telepolis und von 1996 bis 2020 dessen Chefredakteur. Seit 2022 ist er Redakteur beim Overton Magazin. Er ist Autor mehrerer Bücher. In diesen Tagen erschien sein Buch In der Wüste der Gegenwart, das er zusammen mit Moshe Zuckermann geschrieben hat.
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19 Kommentare

  1. Mit “On Certain Formal Properties of Grammars” hat Chomsky (“versehentlich”, wie er in einem Interview sagte) die theoretische Informatik begründet. In meinem Fach ist es nicht möglich, Chomsky zu ignorieren – egal, was er privat gemacht hat.

    1. …könnte das auch Chomskys Werk beeinträchtigen…

      Es ist schon befremdlich genug, wenn halbwegs intelligente Menschen sich Idole oder Ikonen erschaffen, die sie nicht vom Werk trennen können und wollen. Das gleiche gilt für ihre Kritiker.

      Bei Chomsky und sonstigen ist es schon etwas anderes, als bei Dr. Mengele und der Frage: »Dürfen die medizinischen Erkenntnisse, die in den KZs erlangt wurden, überhaupt verwendet werden?«

      Prinzipiell halte ich es da mit dem einzig brauchbaren Spruch des Punks:
      »Kill your idols!«

      Ich jedenfalls lasse Chomskys Bücher in meiner Bibliothek, auch wenn ich die Person skeptischer sehe

      👍

    1. Ein alter Mann, der Angst vor dem Tod hatte, ähnlich wie Habermas und diese Angst hat ihren Grund ihrer materialistischen Weltsicht, die mit Spiritualität und Transzendenz nix am Hut hat.

  2. Off topic
    Die New York Times titelte (Bezahlschranke):
    „Die Vereinigten Staaten und Israel haben am Samstag Iran angegriffen, wie amerikanische und israelische Regierungsvertreter mitteilten, während in Teheran mehrere Explosionen zu hören waren.“

    Live Updates: U.S. Attacks Iran as Trump Calls for Overthrow of Government
    Explosions resounded in Tehran as President Trump said that the United States had begun a large assault. Air-raid sirens blared in Israel, which also said it was striking Iran.
    https://www.nytimes.com/live/2026/02/28/world/iran-strikes-trump

    Über der US-Militärbasis Juffair in Bahrain ist einem Augenzeugen zufolge Rauch zu sehen, wie Reuters berichtet. Es könnte sich um einen der Gegenschläge des Iran nach dem Angriff durch Israel und die USA handeln. Die Teheraner Führung betont immer wieder, US-Militärbasen als Ziele möglicher Vergeltung zu sehen. Auch die Nachrichtenagentur AFP meldet Explosionen in Bahrains Hauptstadt Manama. In dieser liegt die Militärbasis.

    Die US-Botschaften in Katar und Bahrain haben ihr Personal und alle US-Staatsangehörigen in den Golfstaaten aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. Die Botschaften wiesen ihre Beschäftigten am Samstag an, vorerst nicht das Haus zu verlassen. „Wir empfehlen allen Amerikanern, bis auf weiteres dasselbe zu tun“, erklärten die Botschaften. Sie sollen sich demnach „einen sicheren Ort zu Hause oder in einem anderen sicheren Gebäude suchen“.
    https://www.n-tv.de/politik/10-45-USA-bezeichnen-Angriff-auf-Iran-als-Operation-Epic-Fury-id30415311.html

  3. Bitte keine Vorverurteilungen — Gegen praktizierte Idiotie aus welchen Gründen auch immer

    Chomsky war / ist ein genialer Denker; seine Bücher sind Richtung weisend. Daran ändert kein Faktum etwas; auch nicht sein Privatleben. Im Übrigen erwarte ich eineindeutige Beweise. Aber das ist ein anderes Thema.

    Der „Unrast Verlag“, der aus meiner Sicht ein linker gesinnungsterroristischer Verlag zu sein scheint, zieht Chomsky-Titel zurück? Gut für Chomsky. Das ganze Verhalten dieses Verlages, wie auch anderer, trägt sehr inquisitorische, ja, totalitäre Züge. Ich empfehle dem „Unrast Verlag“, einen „Index Librorum Prohibitorum“ zu erstellen!

    Und natürlich: Die Epstein-Affäre be-weist, wie abgrundtief moralisch verkommen die sog. Eliten der Welt in weiten Teilen sind.

    P.S.
    Außerdem nehme ich war, wie sich die sog. ‚Linke‘ selbst zu zerfleischen beginnt. Das ist ‚Gut‘ für Leute wie Donald [dagobert] Trump, Friedrich Merz, B. Obama, die Kennedys, die Clintons, die Quants … und Unternehmen wie BlackRock, Rheinmetall … Aber mehr noch: Es schadet massivst der ‚Arbeiterklasse‘, falls diese überhaupt noch existiert; es schadet allen Otto NormalbürgerInnen …

    Ferner lehne ich jede Art von Cancel Culture, wie sie u. a. der „Unrast Verlag“ betreibt, ab. Denn sie grenzt an praktizierter Idiotie.

    1. Das ist das Problem von Lesern, die einen Autor zu einem Idol erheben, der in die Schublade „Guter“ gesteckt wird. Wird der Glorienscheins des Halbgottes/Idols befleckt, kommt er flugs in Schublade „Böser“.
      Merke: man beurteilt nach Glorienschein und nicht nach Inhalten von Werken, die auch divers sein können.

  4. Tolle Bilder!
    1) Epstein und Chomsky beide in einem Flugzeug.
    2) Epstein in einem Flugzeug und neben ihm eine Frau, beide anständig bekleidet.
    — das ist der Beweis!

    1. Erinnert mich an die „nackte Kanone“, als Drebin ein Büro durchsucht und einen Ordner findet mit der Aufschrift „Bilder von Heidi Fleiss mit vielen Prominenten“

  5. Nee, schon klar. (Erst) jetzt, wegen Epstein, ist klar, daß Noam ein Januskopf ist. Ist ja nicht so, daß der Herr nicht schon immer denen in den Rücken gefallen ist, für die er vorgibt einzustehen wenn es darauf ankam.

    Die populärsten Episoden hierbei sind, beginnend mit den Ereignissen um 9/11, über die Zerstörung von Syrien im Laufe der letzten 15 Jahre, bis hin zum globaltechnofaschistischen Putsch ab 2020.

  6. Worte anlässlich eines hitzigen Mitarbeiterevents im Hinterhof des Unrast-Verlages:

    Ich übergebe der Flamme die Schriften von Noam Chomsky gegen,

    Gesinnungslumperei und politischen Verrat
    Seelenzerfasernde Überschätzung des Trieblebens
    Dekadenz und moralischen Zerfall!

  7. Ich nehme Chomsky als ziemlich widersprüchlich und streitbar wahr, aber vermutlich macht das gerade seinen Reiz und seine Faszination aus.
    Er ist eben kein Heiliger und hat das ja auch nie behauptet.
    Dann hat er eben Epstein gekannt und vom Ihm Geld erhalten. Und? Das ist eben Kapitalismus.
    Seine Leistungen als Wissenschaftler sind davon unbenommen.
    Aber man sollte Chomsky sicher nicht auf ein Podest stellen. Das ist unangemessen.
    Und seine Äußerungen zu Corona und zu Impfungen waren ziemlich unmöglich.

  8. „So viel Naivität und Gutgläubigkeit kann man nicht wirklich glauben. Wenn dies zuträfe, könnte das auch Chomskys Werk beeinträchtigen, da auch hier dann die kritische Distanz in manchen Hinsichten fehlen könnte.“

    Wenn man die Gutgläubigkeit nicht wirklich glauben kann, muss man annehmen, dass Frau Chomsky lügt. Warum sollte man dies annehmen? Chomsky wusste, dass der Staat gerne künstlich Inhalte kreiert. Warum sollte er Epstein nicht als Opfer von Machenschaften sehen? Leute wie Epstein leben in zwei Lebenswelten, die sie sorgfältig von einander trennen. Nicht jeder ihrer Bekannten kennt beide Welten, manche kennen nur eine.

    Der zweite Satz deutet auf den Kern des gesamten Artikels. Chomsky und Chomskys Werk sind zwei paar Schuhe. Kulturelle neigen wir Westler dazu, solche Personen für Säulenheiligen zu halten. Wer glaubt, alles, was Chomsky sagt, sei die reine Wahrheit und Faktenerkenntnis, ist naiv und gutgläubig. Unsere Aufgabe als Konsumenten seiner Bücher und Theorien ist es, diese kritisch zu prüfen und nicht auf seine Unfehlbarkeit zu vertrauen.

  9. Wenn ich von Idolen oder gar Helden höre oder lese, sträuben sich alle meine Haare. Ich habe sog. Helden erlebt, die im vertrauten Gespräch bekannten todunglücklich ob der „Heldentaten“ geworden zu sein und diese liebend gern rückgängig machen würden, wenn möglich.
    Sie waren bedauernswerte psychische und auch physische Wracks.
    Auch Chomsky ist nur ein Mensch, mit allen Unzulänglichkeiten. Wer ist ideal, der werfe den ersten Stein.
    Sollte ein menschliches Ideal die Voraussetzung zur Anerkennung seiner geistigen Leistungen sein, müssen wir alle Schriften verbrennen und uns wieder auf die Bäume begeben. Jeder hat eine Leiche im Keller.

  10. Haha, Chomsky war noch nie links. Außer in den Propagandalügen des Wertloswestens. Sicher, es gibt immer genug Trottel die auf sowas reinfallen. Auch auf diesen Anarchokapitalisten.

    Michael Parenti war ein Linker – Chomsky das Gegenteil.

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