Entwicklung zu Höherem, mit falschen Zielen

Bild: pycril.com/public domain

 

Es ist vielleicht anmaßend, die Entwicklung der Arten auf dem Planeten Erde aus einer höheren Perspektive zu betrachten als aus der des Menschen, wozu man selber gehört, es ist andererseits auch nicht besonders schwierig und nichts wirklich Neues. Das müsste zu der Erkenntnis führen, dass mit der Entwicklung der letzten 500 Jahre Menschen sich durch ihre Anzahl, ihre Verbreitung und ihren enormen Verbrauch an Ressourcen gewissermaßen zu Schädlingen in der Lebenswelt entwickelt haben. Geschädigt sind viele, zum Beispiel Insekten, Vogelarten, der natürliche Pflanzenwuchs und das umstrittene Klima, weil es so eng mit der Wärme- und Energiebalance auf dem Planeten zusammenhängt.

Ein entscheidender Punkt ist der hohe Energieverbrauch, welcher nicht im Gleichgewicht mit der Natur erfolgt, wie der von Insekten, sondern auf der Ausbeutung von Bodenschätzen beruht. Es wurden Energiereserven hervorgeholt, die in Millionen Jahren entstanden sind oder, noch extremer, aus den physikalischen Eigenschaften der Materie, in Form von Kernenergie, hervorgehen.

Das Herbeiführen von blitzartigen Kettenreaktionen geschah an erster Stelle zur Zerstörung und Vernichtung, um Atombomben zu entwickeln, später gewandelt in die friedliche Nutzung der Kernenergie, die aber bis heute, von der militärischen Nutzung durch Kernwaffen nicht getrennt ist. Siehe Frankreich! Frankreich führt Krieg in der Sahelzone, um dort billiges Uran zu beschaffen. Russland unterstützt die dortigen Regierungen.

Durch die technischen Entwicklungen ist der Wärmehaushalt des Planeten, mit dem Trend zu mehr Wärmeentwicklung, längst schon verändert worden. Der zusätzliche, ständig noch steigende Energieverbrauch ist, nach physikalischen Gesetzen, nicht umkehrbar. Der homo sapiens, also der weise Mensch, wie er sich selber genannt hat, hat sich zum homo non sapiens, zum unvernünftigen Menschen, gewandelt, der seine Grenzen nicht erkennen will, obwohl er sie erkennen kann.

Eine Aufwärts-Spirale ohne bestimmtes Ziel

Von einer anderen, ebenfalls höheren Warte aus betrachtet, kann man sagen, dass die Entwicklung des Lebens stets eine Entwicklung zu etwas Höherem ist: komplizierter, intelligenter, vielseitiger, höher organisiert. Das setzt sich fort in menschlichen Gemeinschaften, von der Horde, über Dorfgemeinschaften zu Städten und zum Staat. Und hier wird schnell klar, dass es dabei sehr auf das Ergebnis ankommt und die Bewertung der Ziele. Man kann sich schwer darauf einigen, was nun das höhere oder das höchste Ziel ist.

Der Trend zum Höheren besteht fast überall. Doch Religionen, Ideologie, Machtansprüche und riesige Entgleisungen bestimmen, was das Höhere ist. Es wird ganz allgemein, vom Wertesystem bestimmt und dieses System ist um so fragwürdiger, je zugespitzter, einseitiger und ferner von der Realität es seine Ziele setzt.

Das extreme Beispiel sind größenwahnsinnige Alleinherrscher, die oft am Ende einer langen, gesellschaftlichen Entwicklung stehen. So endete das Römische Kaiserreich. Die Kaiser waren so weit oben, wie man es sich nur vorstellen kann, und sie wurden oft, wie Caesar, von dem das Wort Kaiser stammt, durch einen Mord, aus nächster Nähe, beseitigt. Aber das System des römischen Kaiserreiches konnte von innen heraus, Jahrhunderte lang, nicht mehr verändert werden.

Der höchste Wert im westlichen Wertesystem

Heute stehen wir an einem Punkt, wo erkennbar wird, dass unser Wertesystem zu keinem höheren Ergebnis führt, als dass immer mehr Geld verbraucht, erzeugt, ausgeliehen und verbraten wird. Jetzt vornehmlich für Rüstung und Kriegsmaterial, denn das ist der Weg, wie Millionen, Milliarden und Billionen am schnellsten auftauchen und wieder verschwinden. Die Geldflut, die das System durch Schuldenaufnahme erzeugt, stürzt wie eine Wasserflut genau dahin, wo es am schnellsten abwärts geht.

Der Trend zum Höheren beschränkt sich dann auf höhere Geldmengen, also die Zahlen von höheren Geldbeträgen, aber sie bewegen sich in die falsche Richtung. Am meisten Geld fließt in die Kriege, die Rüstung und die damit verbundenen Geldgeschäfte. Diese Entwicklung hat sich so zugespitzt, dass die nackte Realität, dass durch Krieg, Rüstung und Kriegstüchtigkeit Menschen getötet werden sollen und auch Soldaten auf der eigenen Seite sterben werden, aus dem Bewusstsein verdrängt wird.

Eine grobe Überschlagsrechnung zeigt, dass für jeden getöteten Feind in der Ukraine etwa eine Million Dollar oder Euro ausgegeben werden. Im Krieg gegen den Iran könnten es noch mehr Dollars pro Kopf sein. Und der große Kriegsheld Wolodymyr Selenskyj tut fast nichts anderes, als durch die westliche Wertewelt zu jetten, um Milliarden zu beschaffen und zu erbetteln. Kampfdrohnen sind der neue Trend, weil die Ukraine nicht genügend Männer mehr hat, die man beim Militär, auf nimmer Wiederkehr, einsetzen kann.

Durch die Drohnenangriffe ins Innere provoziert, hat Russland jetzt gezielt die ukrainischen Seehäfen ausgeschaltet. Dadurch werden Exporte von Getreide und Erzen, aus Ukraine in den Westen, auf dem Seeweg unmöglich gemacht und enorm verteuert. Die Finanzlage in der Ukraine wird noch dramatischer und sie liefert Wolodymyr Selenskyj neue Argumente, mehr Geld zu verlangen. Es steht zu befürchten, dass der Westen, allen voran Deutschland, auch dieses Finanzloch mit zusätzlichen Milliarden stopfen wird. Deutschland rutscht immer tiefer in die Schuldenfalle. Geldmangel, Insolvenzen, Kürzungen im Sozialhaushalt.

Tägliche Milliarden für den Krieg

Mit Kampfdrohnen verlagert sich das Gewicht noch einen Schritt weiter in Richtung Geldeinsatz. Drohnen werden nur einmal benutzt, im Schwarm, also in großer Stückzahl, um die Abwehr zu überwinden. Wie das Verhältnis der Zahlen von produzierten und losgeschickten Drohnen zu den Erfolgen, also zerstörten Strukturen und getöteten Feinden ist, wird nicht bekannt gegeben. Wir wissen nur, dass neue Produktionsstätten, jetzt in Deutschland, erforderlich sind und selbstverständlich immer größere Geldsummen.

Das Finanzsystem macht es möglich, dass die deutsche Regierung unbegrenzt Geld beschaffen kann, um es im laufenden Krieg der Ukraine und in die Rüstung gegen Russland zu stecken und zu verschleudern. Das Wort investieren wäre falsch, denn es ist keine Investition in die Zukunft, das Ziel ist reine Zerstörung.

Das Finanzsystem ist auch so konstruiert, dass die Staatsschulden, einschließlich Zinsen, von deutschen Staatsbürgern beglichen werden, nicht vom Finanzfachmann Friedrich Merz, der sich genau wie Olaf Scholz, aus dem Schuldengeschäft, irgendwann, hoffentlich bald, gewollt oder ungewollt, verabschieden wird. Aber Generationen von Nettozahlern, die mehr an den Staat abgeben, als sie vom Staat bekommen, müssen die immensen Schulden abtragen. Zu diesen Nettozahlern gehören nicht die Regierenden und ihr Personal und nur sehr wenige Volksvertreter, aber alle Arbeiter, Handwerker, Dienstleister, alle Leistungsträger des Mittelstands.

Geld und Energie ohne Begrenzung

Das Kriegsgeschäft ist nicht der einzige Punkt, wo die höhere Geldmenge als Maßstab den falschen Anreiz setzt und wo die Geldflut das System in den Abgrund treibt. Die Energiewirtschaft folgt seit Jahrzehnten dem Trend des großen Geldes, weil sich mit Energie sehr viel und sehr leicht Geld verdienen lässt.

Um den Energieverbrauch nicht zum Schutz des Lebensraums reduzieren zu müssen, hat man den Begriff Erneuerbare Energien erfunden, den es in der Wärmelehre nicht gibt. Es soll die zu große Quantität durch eine andere Qualität ersetzt werden, was unsinnig ist.

Fast alle Energieformen sind eindeutig ineinander umwandelbar. Das erkennt man an der gleichen Mengeneinheit. Um das Gemeinsame aller Energieformen zu erkennen und zu benennen, ist der abstrakte Begriff Energie überhaupt definiert worden. Die Erneuerbaren Energien gehören nicht zu den Energieformen. Der Begriff ist ein Konstrukt als Scheinargument, zur Ablenkung und Verwirrung. Das Ziel dieser Begriffsbildung ist, Einschränkungen beim Konsumieren, Wirtschaften und beim Geldverdienen zu umgehen.

Der Irrtum mit den Wärmepumpen

Ähnlich verhält es sich mit der Investition in Wärmepumpen. Sie funktionieren im Prinzip wie Klimaanlagen oder wie umgedrehte Kühlschränke. Wärme wird gepumpt, aber nach dem Prinzip von Linde, mit zusätzlichem Energieaufwand. Und je kälter es draußen ist, um so mehr elektrische Energie ist erforderlich, um noch Wärme zu pumpen.

Eine normale Heizung, auf der Basis von Verbrennung, heizt durch die Zufuhr der bei der Verbrennung entstehenden Wärmemenge, unabhängig von der Außentemperatur. Eine Wärmepumpe dagegen heizt um so schlechter, je kälter es ist. Sie muss daher von vorne herein überdimensioniert sein, damit sie bei Frost noch Wärme aus der Kälte in die Wohnräume pumpen kann. Das gefällt denen, die sie liefern und installieren, besonders dann, wenn der Staat den Einbau von Wärmepumpen subventioniert.

Auch hier ist Verwirrung im Spiel, weil die elektrische Energie aus der Steckdose, welche die Wärmepumpe verbraucht, irgendwo herkommen muss und man sagt dann entschuldigend, sie solle von Erneuerbaren Energiequellen kommen.

Am Ende wird mit Wärmepumpen relativ viel Geld bewegt und fast nichts für die Umwelt erreicht. Der verantwortliche Minister, namentlich Robert Habeck, der auf den physikalisch raffinierten Tipp, mit den Wärmepumpen hereingefallen ist, hat sich wie Kanzler Scholz, ins Private zurückgezogen und verkündet jetzt, über Instagram, seine Erfolge als Privatdozent in Dänemark.

Umkehr und die richtige Politik für Menschen und Zukunft

Wer die falschen Trends nach oben stoppen will, muss die Finanzmacht kontrollieren und beschneiden und sie der Macht des Staates unterwerfen. Der Staat kann zum Beispiel die Geldmengen, im Besitz der Finanzmacht, durch gezielte Steuern und Abgaben reduzieren und so die Umverteilung nach oben, ins Gegenteil umkehren. Andernfalls schafft uns das Geldsystem, wie schon seit vielen Jahren, mehr Probleme als es lösen kann. Und das Schlimmste dabei ist: Die Finanzmacht treibt uns in den Krieg.

Die Zusammenhänge zwischen Finanzmacht und Kriegstreiberei sind in dem neuen Buch von Rob Kenius deutlich und ausführlich dargestellt: Unbegrenzt und Expansiv !!! Finanzmacht treibt uns in den Krieg.

Rob Kenius

Rob Kenius kam während des Studiums der Physik zur Publizistik und wurde Chefredakteur der Studentenzeitung. Nach dem Diplom ging er in die wissenschaftliche Redaktion des WDR-Fernsehens. Die strenge Hierarchie des Senders war jedoch nicht seine Welt. Er arbeitete kurz für Reaktorsicherheit, als man ihn an das Innenministerium vermitteln wollte, um Argumente der Aromkraftgegner zu widerlegen, kündigte er. Seitdem ist er selbständig, als freier Publizist und im Musikgeschäft.

Rob Kenius übt auf seiner Webseite kritlit.de harte Systemkritk. Er schrieb für telepolis und war 2020 ein erster Gegner der Corona-Maßnahmen. Die politische Situation hat sich inzwischen enorm verschlechtert. Rob Kenius schreibt dagegen an, und wegen der Kommentare, besonders gerne für Krass&Konkret.
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6 Kommentare

  1. Geschädigt sind viele, zum Beispiel Insekten, Vogelarten, der natürliche Pflanzenwuchs und das umstrittene Klima, weil es so eng mit der Wärme- und Energiebalance auf dem Planeten zusammenhängt.

    Geschädigt sind auch die weit überwiegende Zahl der Menschen selbst, der Menschen, hinter denen keine Finanzmacht steht.

  2. Es geht nur ohne Staat, weil der Staat das Gewaltmonopol hat und diese auch nutzt.
    Denn, kein Staat der Welt hat das Wohl seiner Bürger im Sinn.
    Und wie schon zig Mal erwähnt, kann man den Kapitalismus nicht kontrollieren oder beschneiden.
    „Geld“ und Schulden sind etwas völlig abstraktes und Staatsschulden werden sowieso nie zurückgezahlt.

  3. Der Autor schreibt :
    „Heute stehen wir an einem Punkt, wo erkennbar wird, dass unser Wertesystem zu keinem höheren Ergebnis führt, als dass immer mehr Geld verbraucht, erzeugt, ausgeliehen und verbraten wird.“

    Aber die Leute haben doch unterschiedliche Wertehierarchien !: Ich gebe zu : Maximaler Lustgewinn scheint bei der Mehrzahl der Menschen an erster Stelle zu stehen, aber es gibt auch eine Minderheit für die es das erstrebenswertest ist, möglichst wenig persönliche Schuld anzuhäufen ( wohl wissend, das ein körperliches Wesen wie der Mensch nicht vollständig schuldlos leben kann ). Wichtig wäre eine gesellschaftsübergreifende Erkenntnis, dass Menschen mit völlig verschiedenen Wertehierarchien, unterschiedliche Gesellschaftssysteme brauchen, um sich selbst verwirklichen zu können .

  4. „Erneuerbaren Energien“.

    Dieser Begriff ist für mich untrennbar mit der Ethik der Nachhaltigkeit verknüpft. Das Grundprinzip ist auch gar nicht mal so jung, sondern wurde bereits 1713 für die Forstwirtschaft von Hans Carl von Carlowitz schriftlich formuliert. In Kürze:

    „Im Wald ist nur so viel Holz zu schlagen wie permanent nachwächst.“

    Dass der Wald anderenfalls stirbt, erschließt sich eigentlich recht leicht und legt die Befolgung dieser Regel nahe. Sollte man meinen ….

    Wenn aber äusserst endliche Ressourcen wie fossile Energieträger benutzt werden, von Wäldern, die es in dieser Form und Grösse gar nicht mehr gibt, so wird klar, dass das Nachhaltigkeitsprinzip mit diesen Ressourcen nicht umsetzbar ist.

    Mit Solar- oder Windkraft hingegen lässt es sich umsetzen und steht somit auch nachfolgenden Generationen zur Verfügung. Es wird also nicht auf Kosten folgender Generationen gelebt. Das ist die Ethik hinter der Nachhaltigkeit und somit der „Erneuerbaren Energie“.

  5. „Erneuerbaren Energien“.

    Dieser Begriff ist für mich untrennbar mit der Ethik der Nachhaltigkeit verknüpft. Das Grundprinzip ist auch gar nicht mal so jung, sondern wurde bereits 1713 für die Forstwirtschaft von Hans Carl von Carlowitz schriftlich formuliert. In Kürze:

    „Im Wald ist nur so viel Holz zu schlagen wie permanent nachwächst.“

    Dass der Wald anderenfalls stirbt, erschließt sich eigentlich recht leicht und legt die Befolgung dieser Regel nahe. Sollte man meinen ….

    Wenn aber äusserst endliche Ressourcen wie fossile Energieträger benutzt werden, von Wäldern, die es in dieser Form und Grösse gar nicht mehr gibt, so wird klar, dass das Nachhaltigkeitsprinzip mit diesen Ressourcen nicht umsetzbar ist.

    Mit Solar- oder Windkraft hingegen lässt es sich umsetzen und steht somit auch nachfolgenden Generationen zur Verfügung. Es wird also nicht auf Kosten folgender Generationen gelebt. Das ist die Ethik hinter der Nachhaltigkeit und somit der „Erneuerbaren Energie“.

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