
Sergej Karaganow und der Nuklearkrieg.
„Wir haben uns derart an den Frieden gewöhnt, dass wir davon überzeugt sind, dass es keinen großen Krieg geben würde. Diese Einstellung ist falsch. Der Krieg kann erstens (jederzeit) stattfinden und die Wahrscheinlichkeit eines Nuklearwaffeneinsatzes ist zweitens eher größer geworden, als sie jemals seit der Zeit der Kubakrise gewesen war. Ich hoffe nur, dass es dazu nicht kommen wird. Denn dann wäre es ein direkter Weg in die Hölle.“ – Sergej Karaganow, 20221
1. Die 1990er-Jahre
Das Enfant terrible der russischen Außenpolitik, Sergej Karaganow (Ehrenvorsitzender des Präsidiums des Rates für Außen- und Verteidigungspolitik), hat am 4. Mai 2026 in der außenpolitischen Zeitschrift „Russland in der globalen Politik“ einen Artikel mit dem werbeträchtigen Titel „Как России победить в новой мировой войне“ (Wie Russland einen neuen Weltkrieg gewinnen kann) veröffentlicht.
An Selbstbewusstsein und Selbstbewunderung mangelte es unserem russischen Zeitgenossen noch nie. So auch jetzt. Gleich zu Beginn seiner Schrift spricht er selbstlobend und hochtrabend über seine prophetischen Gaben:
„Ich werde versuchen, den Lauf der Geschichte zu deuten, gegründet auf meiner Erfahrung und meines Wissens, aber auch darauf, dass ich in den letzten 35 Jahren mit meinen Einschätzungen und Prognosen nie wesentlich falsch lag. Manchmal war ich zu spät dran, aber meistens war ich der Expertengemeinschaft um Jahre, ja sogar Jahrzehnte voraus.“
Man muss nur etwas Wasser in den Wein gießen. Vor 35 Jahren war Karaganow mit Sicherheit nicht so aufgeklärt, wie sein Ego uns heute weismachen will. Im Gegensatz zu George F. Kennan oder einem beim Autounfall ums Leben gekommenen sowjetischen Dissidenten, Andrej Amal`rik (1938-1980), hat er das Ende des Sowjetimperiums weder vorausgesagt noch vorausgesehen.
Amal`rik hat hingegen den Untergang des „ostslawischen Imperiums“ in seinem bereits 1969 erschienenen und aufsehenerregenden Essay „Kann die Sowjetunion das Jahr 1984 erleben?“ (Zürich 1970) prophezeit und seinen Namen damit in der Geschichte verewigt. Im „ostslawischen Imperium“ wurde er freilich gleich nach der Veröffentlichung seines Essays für verrückt erklärt und in der westlichen „glorreichen“ Sowjetologie zunächst belächelt und dann ganz vergessen.
Der selbsternannte Prophet, Karaganow, kann jedoch mit derartigen spektakulären Voraussagen nicht trumpfen. Ganz im Gegenteil: Wie sein Kollege, Dmitrij Trenin (Präsident des Russländischen Rates für internationale Angelegenheiten), in seinem 2021 erschienenen Werk „Neue Machtbalance“ berichtete, waren die postsowjetischen Macht- und Funktionseliten in den 1990er-Jahren ziemlich naiv und träumten vom westlichen Wohlstand und einer vielversprechenden Zukunft, in ewiger Freundschaft mit dem „Westen“ verbunden.
Der anfängliche Versuch, sich in die westlichen Strukturen zu integrieren und sogar eine Art ‚dritter Westen‘ (третьий Запад) neben den USA und der EU im Rahmen der euroatlantischen Welt werden zu wollen, ist bekanntlich kläglich gescheitert“, stellt Trenin rückblickend fest2. Naivität rächt sich immer im politischen und erst recht im geopolitischen „Geschäft“. Trenin unterlag selbst nach eigenen Angaben in den 1990er-Jahren „dieser Illusion“3.
Davor war auch Karaganow nicht gefeit. Wie sehr diese Naivität damals die russische Gesellschaft im Griff hatte, ist in einem lesenswerten, vom russisch-amerikanischen Autoren und Journalisten Dimitri Simes (geb. 1947) verfassten und 1999 erschienenen Werk „After the Collapse“ nachzulesen.
Bei einer Begegnung des damaligen russischen Außenministers Andrei Kosyrew (1990-1996) mit dem ehem. US-Präsidenten Richard Nixon 1992 in Moskau fragte Nixon Kosyrew, wie seine Regierung die russischen nationalen Interessen definiere.
Russland habe in der Vergangenheit sehr darunter gelitten, sich zu sehr auf die eigenen Interessen und zulasten des Restes der Welt konzentriert zu haben. Nun sei es an der Zeit, dass Russland „mehr an universelle menschliche Werte denke“, antwortete Kosyrew.
„Das ist eine sehr lobenswerte Haltung des Ministers“, erwiderte Nixon nicht ohne Ironie, „aber natürlich gibt es einige spezifische Interessen, die Russland als aufstrebende Macht für sich selbst als wichtig erachtet.“
Nixons Einwurf überzeugte Kosyrew ganz und gar nicht. Vielleicht gäbe es solche rein russischen Interessen, sagte er, aber die russische Regierung habe noch keine Gelegenheit gehabt, sie zu prüfen. „Vielleicht möchte Präsident Nixon, als Freund der russischen Demokratie, uns helfen, diese Interessen zu ermitteln“, fragte Kosyrew mit einem schüchternen Lächeln.
Nixon behielt eine ungerührte Miene und sagte: „Ich maße mir nicht an, dem Minister zu sagen, was Russlands nationale Interessen sind. Ich bin zuversichtlich, dass es sie mit der Zeit selbst erkennen wird. Aber ich möchte eines klarstellen: Russland kann und sollte nicht versuchen, den Vereinigten Staaten in allen außenpolitischen Fragen zu folgen. Als großes Land hat Russland sein eigenes Schicksal. Wir wünschen uns ein freundliches Russland und schätzen Ihre persönliche Freundschaft sehr, Herr Minister, aber ich weiß, dass jeder in Russland, der versucht, ausländischen Ratschlägen zu genau zu folgen, unweigerlich in Schwierigkeiten gerät. Und das wollen wir unseren Freunden ersparen.“
„Als wir das Außenministerium verließen und in unsere Limousine stiegen“, berichtet Simes über seine Erlebnisse aus dem Jahr 1992, „fragte mich Nixon, was ich von Kosyrew halte“, um dann zu sagen: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Russen einen solchen Narr respektieren.“4
Bei einem Waldai-Diskussionsforum 2017 schilderte ein estnischer Gast, Rein Müllerson, Putin den Inhalt des Gesprächs zwischen Nixon und Kosyrew und fragte, was er davon halte. „Das deutet darauf hin“, erwiderte Putin, „dass Nixon einen Kopf hat. Herr Kosyrew hat hingegen leider keinen. Er hat nur eine Schädelkappe. Aber keinen Kopf im eigentlichen Sinne“ (Это говорит о том, что у Никсона есть голова. А у господина Козырева, к сожалению, отсутствует. Коробка есть черепная только. Но головы как таковой нет).
Nun ja, Putin kann heute gut reden. Er will nicht mehr daran erinnert werden, dass auch er 1992 Teil dieser prowestlich gesinnten Elite war und genauso naiv, wie diese war. Noch zu Beginn seiner Amtszeit strebte Putin Russlands Nato-Mitgliedschaft an. Heute spielt er dieses Ansinnen herunter.
Zuletzt bestätigte Putin selbstredend in einem Interview mit dem US-Journalisten, Tucker Carlson, am 6. Februar 2024, dass er im Jahr 2000 den damaligen US-Präsidenten Bill Clinton nach dessen Meinung zu einem möglichen Nato-Beitritt Russlands gefragt habe. Laut Putin sei Clintons Reaktion reserviert gewesen.
Aus den freigegebenen Protokollen von Kreml-Treffen aus dem Jahr 2001 geht hervor, dass Putin tatsächlich den Wunsch äußerte, Russland solle für eine Mitgliedschaft in Betracht gezogen werden. Er sagte dem auf Bill Clinton folgenden US-Präsidenten George W. Bush jr.: „Wir isolieren uns nicht von der Welt, von der sogenannten zivilisierten Welt.“
Der ehem. Nato-Generalsekretär Lord George Robertson (1999-2003) erinnerte sich an Putins Ansinnen in die Nato-Allianz aufgenommen zu werden, allerdings unter der Bedingung, dass Russland direkt eingeladen werde, ohne den üblichen Bewerbungsprozess und die Warteschlangen, in denen andere Länder warten müssen.
„Putin, den ich damals kennengelernt habe“, sagte Robertson in einem BBC-Interview mit einem BBC-Russlandkorrespondent, Steve Rosenberg, am 22. Februar 2024, war ein ganz anderer „als der heutige Putin, der praktisch ein Wahnsinniger ist“.
„Ich glaube“, Putin hege „große Ambitionen für sein Land – Ambitionen, die in vielerlei Hinsicht unrealistisch sind“, fuhr Robertson fort und wies darauf hin, dass die Sowjetunion einst als zweite Supermacht der Welt anerkannt war, Russland heute jedoch keine Ansprüche in diese Richtung erheben kann.
„Ich glaube, das hat Putins Ego gewissermaßen angekratzt. Hinzu kam die mitunter vorhandene Schwäche des Westens und die vielen Provokationen, denen er ausgesetzt war, sowie sein eigenes wachsendes Ego. Ich denke, das hat Putin, der mit der Nato kooperieren wollte, in einen Menschen verwandelte, der die Nato nun als große Bedrohung ansieht.“ Soweit Robertson.
Nun ja, Putin war und ist weder ein Wahnsinniger noch strebte er jemals eine Wiederherstellung der Sowjetunion an. Diesen Unfug hört man stets in den westlichen Mainstream-Medien. Mit dem wiederholten Verweis auf Putins Äußerung: Die Sowjetunion sei „die größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts“, suggeriert die westliche Kriegspropaganda bis heute, dass „Putins Russland“ eine restaurative bzw. revisionistische Politik betreibe und die Wiederherstellung des Sowjetreiches verfolge.
Dieser Suggestion fehlt jedoch jegliche geopolitische Substanz. Zum einen unterschlagen sie eine andere, von Putin bereits 2010 ebenfalls vertretene Auffassung: „Wer den Untergang der UdSSR nicht bedauert, hat kein Herz. Wer aber die UdSSR wiederherstellen will, hat keinen Verstand.“
Zum anderen würde sich Russland national- und geoökonomisch übernehmen, würde es das imperiale Abenteuer anstreben wollen. Die Wiederherstellung des Imperiums in den Grenzen des untergegangenen Sowjetreiches wäre zum dritten allein schon deswegen unmöglich, weil im postsowjetischen Raum der Nationalismus jeder Couleur gedeiht und floriert.
Nachdem der Geist des Nationalismus aus der postsowjetischen „Büchse der Pandora“ entwichen war, ist es heute praktisch unmöglich, diesen Geist zurück in die „Büchse“ zu zwingen, es sei denn mit brutalster Gewalt.
Die Vergangenheit lässt sich nicht zurückdrehen oder wiederbeleben, sonst wird man von ihr erdrückt und es gilt immer noch Goethes geflügeltes Wort: „Die Geister, die man rief, wird man nun nicht mehr los“. Wie sehr Putin sich vor diesen „Geistern“ hüten muss, zeigt Trumps gescheiterte Wiederbelebung der Kanonenbootsdiplomatie des US-Imperialismus im Irankrieg5.
Und was Karaganow angeht, so war auch er Teil dieser prowestlich gesinnten Elite der 1990er-Jahre6.
2. Karaganow versus Putin
Allein schon diese kurze zeitgeschichtliche Skizze des Geisteszustands der postsowjetischen Macht- und Funktionseliten zeigt, warum sich die russische Führung samt ihrer außen- und sicherheitspolitischen Experten ungeachtet des seit mehr als vier Jahren tobenden Krieges zwischen Russland und der Nato auf ukrainischem Boden immer noch so schwertut, mit dem sog. „Westen“ endgültig zu brechen und wie sehr Karaganow, der vermutlich infolge der Nato-Osterweiterungspolitik in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahren seine Geisteshaltung radikal geändert hat, mit seinen extremen, ja extremistischen Positionen selbst Putin auf die Palme bringt.
Das konnte man bei einer ungewöhnlichen Diskussionsrunde erleben, an der Karaganow und Putin aneinandergerieten, was ein seltsames und seltenes Spektakel war. Karaganow, den die russische Zeitung Kommersant einen „Verkünder verhängnisvoller Wahrheiten“ (Глашатай истин роковых) nannte, moderierte am 7. Juni 2024 die Plenarsitzung des Internationalen Wirtschaftsforums St. Petersburg (SPIEF), an der Putin als Redner und anschließend als Diskutant teilnahm.
„Karaganows journalistischer Eifer war unverkennbar. Er beabsichtigte, die Geschichte auf seine eigenartige Art und Weise zu präsentieren“, schrieb Kommersant über seine Moderation. Als Karaganow auf eine Frage hin anmerkte: „Wir unternehmen (in Russland) zwar etwas, aber es wurde kein konkretes Ziel definiert“, unterbrach Putin ihn verärgert mit der Bemerkung:
„Ich habe das Gefühl, wir werden keine Diskussion, sondern eine Debatte führen; denn was Sie gesagt haben, klingt beleidigend sowohl für die Regierung der Russischen Föderation als auch für andere Institutionen. Sie sagten: Wir tun etwas! Ich habe eine ganze Stunde damit verbracht, zu erklären, was wir tun! Ich glaube, Sie sind ein bisschen eingenickt, wie man so sagt, und haben nichts von dem mitbekommen, was ich gesagt habe! Ich habe eine ganze Stunde lang darüber gesprochen, was wir tun werden, und ein ganzes Zehn-Punkte-Programm vorgestellt.“
Als Karaganow vorschlug, Wirtschaftszentren und Großunternehmen gewaltsam jenseits des Urals nach Sibirien zu verlagern, entgegnete Putin unwirsch: „Verzeihen Sie mir, ich fürchte, Ihr imperiales Bewusstsein zu verletzen … das muss auf natürlichem Wege, über den Markt, geschehen“ und nicht gewaltsam.
Und natürlich konnte Karaganow sein Lieblingsthema – den Nuklearwaffeneinsatz – nicht übergehen. Ein Sieg im Ukrainekonflikt sei unmöglich, behauptete er, „ohne die Eskalation im Nuklearbereich zu beschleunigen“, worauf Putin entgegnete: „Was die nukleare Eskalation angeht, so haben wir mit dieser Rhetorik nie angefangen. Ich kann mich nicht einmal mehr an den Namen der ehem. britischen Premierministerin erinnern, die auf die Frage nach ihrem Amtsantritt sagte, sie sei bereit, den Atomknopf zu drücken. Das haben wir nie gesagt. So hat alles begonnen.“
Putin, dem der Name der Britin entfallen ist, meinte Liz Truss, die vom 6. September bis 24. Oktober 2022 gerademal 48 Tage im Amt der britischen Premierministerin war. Als britische Außenministerin erklärte sie im August 2022, dass sie bereit sei, den Atomwaffeneinsatz anzuordnen. Auf die direkte Frage bei einer parteiinternen Wahlkampfveranstaltung, ob ihr der Gedanke an einen solchen Befehl, der „globale Vernichtung“ bedeuten würde, physisches Unbehagen bereite, antwortete sie: „Ich glaube, das ist eine wichtige Pflicht des Premierministers, und ich bin bereit, das zu tun.“
Im Gegensatz zu einer verantwortungslosen Scharfmacherin betonte Putin: „Russland rassle nicht mit seinen Atomwaffen und die Nukleardoktrin sei ein dynamisches Instrument.“ Ein Atomschlag sei nicht nötig und er äußerte die Hoffnung, dass es nie so weit kommen werde. Was bedeutet „Einsatz“ oder „Nicht-Einsatz“? In welchen Fällen sollte man sie einsetzen? Wir haben eine Nukleardoktrin, und da ist alles schriftlich festgelegt, sagte er.
Der Einsatz sei nur in Ausnahmefällen möglich – im Falle einer Bedrohung der Souveränität und territorialen Integrität des Landes. In Ausnahmefällen. „Ich glaube nicht, dass eine solche Situation eingetreten ist. Es besteht kein Bedarf dafür. Aber diese Doktrin ist ein lebendiges Instrument, und wir beobachten genau, was in der Welt um uns herum geschieht, und wir schließen nicht aus, einige Änderungen daran vorzunehmen.“
„Was den Atomwaffentest betrifft“, fuhr Putin fort, „so haben wir den Vertrag zum Verbot von Atomwaffentest nicht nur unterzeichnet, sondern ihn auch ratifiziert. Die Amerikaner haben ihn zwar unterzeichnet, aber nicht ratifiziert; daher haben wir unter den gegebenen Umständen unsere Ratifizierung zurückgezogen. Falls nötig, werden wir Tests durchführen. Derzeit besteht dazu keine Notwendigkeit, da wir dank unserer Informations- und Computerkapazitäten alles in seiner jetzigen Form selbst herstellen können.“
Dezidiert nahm Putin auch Stellung zum Kriegsverlauf. „Sie sagten, ich trage eine große Verantwortung. Ja, in der Tat. Ist es möglich, die vor uns liegenden Aufgaben zu beschleunigen? Es ist möglich, aber es steht in direktem Verhältnis zu den Verlusten. Und im Bewusstsein meiner Verantwortung richte ich mich weiterhin nach den Vorschlägen des Generalstabs und des Verteidigungsministeriums. Geschwindigkeit ist wichtig, aber noch wichtiger ist der Schutz des Lebens und der Gesundheit unserer Soldaten an der Front.“
„Dessen ungeachtet verstehen wir sehr wohl“, fügte Putin hinzu, „dass Herr Karaganow eine Beschleunigung der Eskalation auf der nuklearen Eskalationsleiter anstrebe, um eine große Anzahl von Menschenleben retten zu können, weil sie unsere Gegner zur Vernunft bringen kann, die die Tatsache ausgenutzt haben, dass wir unter anderem eine so einfache Doktrin hatten!“
„Ich habe keinen Zweifel“, erwiderte Karaganow beschwichtigend, „dass sich das ändern wird. Ich hoffe, es wird bald geändert, und Sie erhalten das formale Recht, auf jeden Angriff auf unser Territorium mit einem Atomschlag zu reagieren, wenn Sie es für richtig halten. Dies sollte unbedingt das souveräne Recht unseres Staatsoberhauptes sein! Ich hoffe, eine solche Formulierung wird in unsere Doktrin aufgenommen, was unsere Gegner abschrecken und früher oder später auch unsere Soldaten schützen wird.“
Die ganze Diskussion war ziemlich bizarr und skurril. Man sah einen Moderator, der lieber Selbstgespräche und Monologe führte, und einen Putin, der stets seine Verärgerung unterdrücken musste, um nicht die Beherrschung zu verlieren und aus der Haut zu fahren. Als Moderator war Karaganow eine absolute Fehlbesetzung und Putin stand sein Unbehagen im Gesicht geschrieben.
Entweder war das eine gezielt inszenierte Provokation gegen Putin oder ein Missgeschick der Organisatoren der Veranstaltung. Wie dem auch sei, nach diesem Spektakel hat Karaganow nie mehr eine Diskussionsrunde mit Putin moderiert.
Karaganow war immer schon eine Reizfigur, gleichermaßen verhasst und bewundert. Bei einer Tagung in Belin 2018, zu der auch zahlreiche außen- und sicherheitspolitische Experte aus Moskau angereist waren, kam es zu einem Gespräch zwischen mir und einen russischen Gast.
Im Gespräch ist dabei der Name Karaganow gefallen, worauf der Gast mich fragte, ob ich weiß, dass Karaganow einst den Posten des russischen Außenministers anstrebte, Putin hat ihn aber abblitzen lassen. Ahnungslos, wie ich war, habe ich die Frage natürlich verneint.
Man möchte sich gar nicht ausdenken, was wäre, wenn Karaganow tatsächlich Außenminister geworden wäre. Andererseits hätte Putin, wie man ihn kennt, einen solchen Außenminister schnell geschasst.
3. Karaganows Abrechnung mit Europa
Karaganows dezidiert antiwestliche Haltung ist hinlänglich bekannt. Drei Jahre nach der Krim-Eingliederung in die Russländische Föderation meinte er in einem Interview vom 22. Oktober 20177 selbstbewusst und voller Vorwürfe an die Adresse des „Westens“: „Wir bleiben nicht in den Schützengräben sitzen. Zusammen mit Chinesen sind wir die Hauptlieferanten der Weltsicherheit. Wir haben den Krieg in Europa verhindert, indem wir die Pläne der Ukraine durchkreuzt haben. Wäre sie Mitglied der Nato geworden, dann wäre der Krieg unvermeidbar.“
Was 2014 vermeidbar war, ist acht Jahre später „unvermeidbar“ geworden. 2022 brach der Krieg in der Ukraine doch noch aus, ohne dass Karaganow diese Entwicklung 2017 voraussehen konnte. Immerhin hat er die zukünftigen Entwicklungen in demselben Interviewzutreffend vorweggenommen:
„Außerhalb des Großen Eurasiens, das Russland und China umfasst, beginnt die Weltordnung zu zerfallen, und zwar deswegen, weil die USA versuchen, von der Konkurrenz bedroht, die Außenhandelsbeziehungen zu politisieren. Wir beobachten eine gewisse Deglobalisierung der Welt. Die sog. transatlantische Ordnung fängt an zu zerfallen, weil sich die USA von Europa entfernen. Der Nahe Osten steht ebenfalls im Flammen und zerfällt, nicht zuletzt wegen zahlreicher Fremdeinmischungen.
Was die sog. liberale Weltordnung angeht, die angeblich seit 1945 existiert, so ist es eine glatte Lüge. Sie entstand erst um 1991. Das war die Herrschaft des Westens in allen Bereichen, wobei diese Weltordnung weder liberal noch frei war. Man verstand darunter vielmehr die Forderung des Westens an die Adresse aller anderen Länder, sie sollten gefälligst das einzig wahre, (westliche) Modell übernehmen, die westliche Führerschaft akzeptieren und sich die einzig wahre Ideologie zu eigen machen. Diese sog. Weltordnung war natürlich keine Ordnung, weil der Westen anfing, eine Aggression nach der anderen zu betreiben. Das geschah auch deswegen, weil Russland zu schwach, unfähig und nicht in der Lage war, den Westen einzudämmen, der sich allmächtig fühlte, und das bekanntlich zu dem führte, was wir in Jugoslawien, Irak, Libyen und in den anderen, kleineren Geschichten beobachten durften.“
Die zitierte Passage stammt aus dem Jahr 2017. Acht Jahre später und im fünften Kriegsjahr in der Ukraine verschärft Karaganow seine europafeindliche Rhetorik. Zwei Tage nach Trumps Inauguration veröffentlichte er am 22. Januar 2025 in der Zeitschrift „Russland in der globalen Politik“ einen programmatischen Artikel unter dem bezeichnenden Titel „Сломать хребет Европе: какой должна быть политика России в отношении Запада“ (Europas Rückgrat brechen oder welche Politik Russlands gegenüber dem Westen sein muss)8.
Die EU-Eliten bereiten ihre Bevölkerungen auf einen Krieg mit Russland vor. Sie wissen nur nicht, welchen gefährlichen Weg sie da beschreiten, schreibt Karaganov und geht mit Europa hart ins Gericht:
„Europa ist die Quelle aller großen Übel der Menschheit: zwei Weltkriege, Völkermorde, menschenverachtende Ideologien, Kolonialismus, Rassismus, Nationalsozialismus usw. Josep Borrells Metapher von Europa als einem ‚blühenden Garten‘ würde viel realistischer klingen, wenn man ihn als ein von dichtem Unkraut überwucherndes Feld bezeichnet, das auf dem Humus von Hunderten Millionen Getöteten, Ausgeraubten und Versklavten blüht. Und ringsum erhebt sich ein Garten aus den Ruinen der unterdrückten und ausgeraubten Zivilisationen und Völker. Europa muss den Namen erhalten, den es verdient, um die Drohung mit dem Atomwaffeneinsatz gegen die EU überzeugender und gerechtfertigter zu machen.“
Erst vor dem Hintergrund dieser Grundeinstellung zur europäischen Geschichte und Gegenwart werden seine 2024 stattgefundene Diskussion mit Putin und jene nukleare Eskalationsbereitschaft nachvollziehbar, die Karaganow in seiner im Mai 2026 erschienenen und oben zitierten Studie „Как России победить в новой мировой войне“ (Wie Russland einen neuen Weltkrieg gewinnen kann) zum Ausdruck brachte.
Getreu einem berühmten Diktum des US-Militärstrategen Herman Kahn (1922-1983) vom „Denken über das Undenkbare“ (Thinking about the Unthinkable) lautet die Kernthese seiner Studie:
„Es ist höchste Zeit, die absurde These aufzugeben, die vor allem den Amerikanern nützt, dass es in einem Atomkrieg keine Gewinner geben kann und dass der Einsatz von Atomwaffen unweigerlich in einer Eskalation zu einem globalen thermonuklearen Krieg enden wird. Diese Annahmen widersprechen grundlegender Logik und konkreten Militärplänen. Ich wiederhole: Gott bewahre, dass Atomwaffen eingesetzt werden. Unschuldige Menschen werden sterben, und der Mythos, der die Menschheit gerettet hat, dass nämlich jeder Einsatz dieser Waffen zu einem weltweiten Armageddon führen wird, wird zusammenbrechen. Aber in einem Atomkrieg, insbesondere in einem dicht besiedelten und moralisch schwachen Europa, ist ein Sieg möglich. Sogar leicht.“ (Давно пора отказаться от идиотического, выгодного прежде всего американцам тезиса о том, что в ядерной войне не может быть победителей, а если ЯО будет применено, это приведёт к неминуемой эскалации на мировой термоядерный уровень. Эти положения противоречат элементарной логике и конкретным военным планам. Повторюсь: не дай Бог, чтобы ядерное оружие было применено. Погибнут невинные, падёт спасавший человечество миф о том, что любое применение этого оружия приведёт ко всеобщему армагеддону. Но в ядерной войне, особенно в скученной и морально слабой Европе, победить можно. Даже легко).
Die These ist gleichzeitig an die Forderung geknüpft, ein Militärbündnis mit China einzugehen. „Angesichts der akuten Kriegsgefahr der kommenden Jahrzehnte und westlicher Vergeltungsversuche ist es ratsam, ein befristetes, womöglich zehnjähriges Verteidigungsbündnis mit China in Erwägung zu ziehen. Dies wäre hilfreich, um Revanchisten abzuschrecken und zu verhindern, dass das befreundete China das Bedürfnis verspürt, eine strategische nukleare Parität mit den Vereinigten Staaten und Russland zu erreichen.“
Karaganows „Thinking about the Unthinkable“ repräsentiert zwar kein außenpolitisches Mainstream-Denken in Russland. Wer aber glaubt, dass eine wachsende Bereitschaft zu einer nuklearen Eskalation in den russischen außen- und sicherheitspolitischen Kreisen nur leeres Gerede ist, der weiß nicht, wovon er redet.
Es ist allein Putin zu verdanken, dass es (noch) nicht zu einer nuklearen Eskalation im Ukrainekonflikt gekommen ist. Neulich sagte mir ein namhafter deutscher Sicherheitsexperte in einem Privatgespräch: „Wir müssen beten, dass Putin noch länger an der Macht bleibt.“ Dem ist nichts mehr hinzu zu fügen!
Anmerkungen
- Караганов, С., „Это надо прямо назвать Отечественной войной“, in: Россия в глобальной политике, 26. September 2022. Zitiert nach Silnizki, M., „Strategischer Parasitismus“ oder verantwortungslose Strategie? Zur Frage nach Angstlosigkeit und Nuklearhysterie, 18. Oktober 2022, www.ontopraxiologie.de.
- Тренин, Д., Новый Баланс Сил. Россия в поисках внешнеполитического равновесия. Альпина паблишер. Москва 2021, 48 f.; näheres dazu Silnizki, M., Neue Machtbalance. Stellungnahme zu einem Desiderat. 7. September 2021, www.ontopraxiologie.de.
- Trenin (wie Anm. 2), 461 FN 5.
- Simes, D., After the Collapse, New York 1999, 15-20.
- Siehe dazu Silnizki, M., Geopolitische Konkursverschleppung? Trumps Amerika zwischen Anspruch und Wirklichkeit. 9. Mai 2026, www.ontopraxiologie.de.
- Näheres dazu Silnizki, M., Fluch oder Segen? Zur Diskussion über die NATO-Osterweiterung, 26. April 2022, www.ontopraxiologie.de.
- Караганов, С., Холодная война: прогноз на завтра, в: Российская газета, № 7405 (239), 22.10.2017.
- Näheres dazu Silnizki, M., Russland und Europa. Lieber Krieg als Frieden? 9. März 2025, www.ontopraxiologie.de.



Wenn man die Geschichte der Menschheit aka „Homo Sapiens“ betrachtet, dann stellt sich bei Lichte betrachtet die Frage, ob die Zeiten des Friedens die Kriegszeiten unterbrechen oder ob es umgekehrt ist, ob die Kriegszeiten die Zeiten des Friedens unterbrechen.
Unabhängig davon, wie man die Frage beantwortet: Schuld sind selbstverständlich immer „die anderen“ auf der anderen Seite. Alle schießen immer nur zurück und nennen es „Verteidung“. Es gibt auch ganz dreiste Exemplare der Spezies „Homo Sapiens“, die sagen: Wir bringen euch Freiheit, Frieden, Wohlstand und Demokratie bevor sie ein anderen Staat mit Raketen beschießen und bombardieren.
Manche berufen sich dabei auch auf „Gott“. Seltsam dabei ist, wenn sich zwei Staaten jahrelang im Namen desselben Gottes bekriegen und Gott wegschaut oder interessiert ihn das nicht? Es könnte auch sein, dass das im Land der Dichter und ehemaligen Denker nur (noch) wenigen Leuten auffällt? Dichter gibt es heute in Deutschland mehr denn je vor allem in den Mainstream-Propaganda-Medien und unter den Politikern. Aber Denker muss man in diesem Land inzwischen mit der Lupe suchen.
Es gibt immer noch Zeitgenossen, die behaupten, dieser Homo Sapiens wäre die „Krönung der Schöpfung“. Eine kreative Meisterleistung ist bzw. war das nüchtern betrachtet zweifelsohne nicht. Aber vielleicht hatte der verantwortliche Künstler bzw. Designer vor dem Tag der Schöpfung auch nur etwas zu tief in das Glas mit dem Whiskey geschaut? Allerdings wirft das die Frage auf, ob es damals schon Gläser und Whiskey gab? Fragen über Fragen, auf die man in diesem Land keine Antworten bekommt.
„Es gibt auch ganz dreiste Exemplare der Spezies „Homo Sapiens“, die sagen: Wir bringen euch Freiheit, Frieden, Wohlstand und Demokratie bevor sie ein anderen Staat mit Raketen beschießen und bombardieren.“
Im Fall von Schickelgruber-Schland fand ich das gar nicht dreist, sondern es war total gut das Schickelgruber-Schland verloren hat, o.a. durch brennende Ölraffinerien.
Es hat schon etwas bizarres, wenn man ausgerechnet im Overton-Magazin an das Overton-Fenster erinnern muss.
Hallo,
ich hab bis jetzt Hr. Silnizki gern gelesen. Aber wenn man gleich im ersten Absatz so ein Bock schießt, dann bleibt die Frage ob Hr. Silnizki eine persönliche Aversion gg. Hr.Karaganow hegt. Worum geht’s? Der Autor regt sich über die Arroganz von Kraganow auf und wirft ihm vor, das seine prophetischen Fähigkeiten ja nicht die besten sein können da er das Ende der Sowjetunion nicht vorhergesagt hat. Aber Kraganow hat sich ja in dem Zitat ausdrücklich auf die letzten 35 Jahre bezogen(2026-35= 1991), also warum wird ihm vorgeworfen nicht den Untergang der Sowjetunion vorhergesagt zu haben. Oder ist das Zitat vom Anfang der 2000er?
Sicher hat Kraganow in den letzten 35 Jahren mehrere Prophezeiungen gemacht, vielleicht könnte man sich ja daran abarbeiten?(Vielleicht hat der Autor das ja im späteren Verlauf auch getan, aber nach der mathematischen Fehlleistung, hat sich mein Interesse an dem Text merklich abgekühlt.)
Das ist unglücklich formuliert von Silnizki, dessen Ärger hinsichtlich Karaganow sich jedoch hauptsächlich darauf bezieht, daß auch Karaganow wie nahezu alle „postsowjetischen Macht- und Funktionseliten in 1990er-Jahren ziemlich naiv“ war und sich von den westlichen Imperialisten über den Tisch ziehen und Rußland ausplündern ließ.
Die Regierung melkt den deutschen Steuerzahler für die Ukraine
https://t.me/ostnews_faktencheck/21673
BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht hat im „Welt TV“ die Ukraine-Politik der Bundesregierung scharf kritisiert. Deutschland „melke“ den eigenen Steuerzahler und überweise Milliarden Euro an die Ukraine, um „Selenski und seine Clique“ zu finanzieren.
Tatsächlich habe die Bundesrepublik ein existenzielles Interesse am Kriegsende und müsse deshalb wieder Gespräche mit Russland führen.
Wagenknecht verwies darauf, dass eine diplomatische Lösung bereits im April 2022 möglich gewesen wäre, wenn auf die russischen Sicherheitsinteressen eingegangen worden wäre.
Dass ausgerechnet Altkanzlerin Angela Merkel die Regierung nun an grundlegende Vernunft erinnern müsse, zeige, wo Deutschland heute stehe, so die Politikerin.
Nur zur Erinnerung:
https://www.infosperber.ch/politik/us-militaerberater-attestieren-putin-ein-defensives-verhalten/
Das hatte RAND schon vor Jahren festgestellt und daran hat sich auch nichts geändert.
„… das muss auf natürlichem Wege, über den Markt, geschehen“ und nicht gewaltsam.“
… sagt Putin. An diesem einen Satz erkennt man, dass Putin ein liberal-westliches Denken verfolgt und kein sowjetisches oder sozialistisches, wo der Markt zumindest staatlich reglementiert werden sollte. Im Kern handelt es sich also im Konflikt mit Russland um einen imperialistischen Krieg. Ein kapitalistischer Staat verweigert die Unterordnung unter den Hegemon.
„Wir müssen beten, dass Putin noch länger an der Macht bleibt.“
Das ist halt die Frage, ob der Westen auch so angriffslustig auf Russland wäre, wenn Karaganow Russlands regieren würde.
Bei Putin und seinen Ansichten zum Markt stimme ich Ihnen zu. Das mit dem Imperialismus sehe ich anders, da es hier um einen existentiellen Kampf zwischen dem Westen und Russland geht. Wäre es ein imperialistischer Kampf, wäre die Gefahr einer atomaren Eskalation nicht so groß.
Stalin hat ja Lenins NÖP nicht direkt beendet, sondern nur ausgesetzt, weil er bemerkte, dass er die SU unter dessen Bedingungen nicht effektiv auf den Krieg mit dem Westen vorbereiten konnte. Leider scheint Putin hier zu sehr dem westlichen Denken anzuhängen.
Nun Putins Russland ist ohne Zweifel ein kapitalistischer Staat. Es gibt nur einen Punkt, der Russland vom Westen unterscheidet: Russland (oder Putin) setzt seine Oligarchen Grenzen, politische Ambitionen sind für sie tabu (das gleiche gilt ja auch für China, nur dass hier nicht eine einzelne Person sondern eine Partei die Kontrolle hat). Es ist diese fehlende Freiheit für das große Geld, die die angelsächsische Plutokratien (USA und GB) herausgefordert hat und Russland und China zu Feinden macht.
Genau, in den USA und seinen Vasallenstaaten regiert das Kapital, in China und Russland aber die Politik. Welche Staaten man darum nun als Demokratien bezeichnen will, überlasse ich jedem Einzelnen.
Karaganov ist verglichen den den gängigen Anglo-Faschisten und Nazi-Epigonen immer noch relativ vernünftig. Es gibt in Russland eine wesentlich offener und weiter gefasste, vor allem rationale Diskussionskultur. Eigentlich längst vergangene und recht bedeutungslose Figuren wie Karaganov werden aber gerade durch die westlichen Systemmedien gepusht, weil sie auf eine Art denken die für die bereits Verhetzten begreifbar ist.
Russland hat durch die Politik Putins viele Rote Linien vom Westen überschreiten lassen, ohne darauf entsprechend zu reagieren. Gut für uns das Putin so besonnen reagiert hat, aber nur bis zu einem gewissen Punkt, denn die daraus resultierende Auffassung des Westens, immer straflos auf der Eskalationsleiter ohne russische Reaktion nach oben steigen zu können, könnte sich bald bitter rächen. Die mit westlicher Hilfe erfolgten Angriffe der Ukraine im russischen Kernland setzen Putin unter Druck entsprechend zu reagieren. Dadurch erhält die Position Karaganows mehr Gewicht. Die vor Wochen durch Russland veröffentlichte Liste westlicher Rüstungsfirmen als natürliche Kriegsziele, die durch ihre Produkte der Ukraine ihre Angriffe in Russland ermöglichen, könnte, was zu befürchten ist, bald durch Russland abgearbeitet werden.
Ich habe da die Vermutung dass, einige unserer Demokraten bereits ihre Hebel bei gewissen MIK-Konzernen auf short haben^^
Bei Karaganow fehlt in allen Analysen ein wichtiger Aspekt, der seine bürgerliche Limitierung offenbart – die Rolle des Kapitalismus. Er verwendet als Synonym dafür Europ, was ihm wohl selbst nicht bewusst ist. Es ist schon erschreckend, wie weit Karaganow und andere russische Intellektuelle vom dialektischen Denken entfernt sind, obwohl sie noch in der SU geboren und aufgewachsen sind. Das ist der eigentliche Grund für den Untergang der SU.
Merz will «assoziierte EU-Mitgliedschaft für die Ukraine» – mit militärischen Beistandspflichten
Ich kann mich des Eindrucks nicht mehr erwehren, dass Merz offenbar von gewissen Leuten in der Ukraine erpresst werden könnte; denn ein am Wohlergehen des deutschen Volkes orientiertes staatliches Handeln müsste vor allem eines sein:
▶Wirtschaft und Industrie sichern,
▶bezahlbare und stabile Energieversorgung gewährleisten,
▶Bildung, Forschung und Infrastruktur stärken,
▶innere Sicherheit und staatliche Handlungsfähigkeit verbessern,
▶Familien und sozialen Zusammenhalt fördern,
▶sowie Außenpolitik primär an deutschen Interessen und Deeskalation und Frieden mit Russland ausrichten.
▶Zentral wäre dabei langfristiges strategisches Denken statt kurzfristiger Krisenpolitik, -geschweige denn Eskalations- und/oder Kriegspolitik!
Provokations- und Kriegsspiele gehören nicht zum Wohlergehen des Deutschen Volkes!
Merz und Co? NEIN, DANKE!
Hans sagt
–
WAS SOLL ICH HIER NOCH VERTEIDIGEN?
Überall höre ich die Phrase: „Wir müssen UNSER Land verteidigen“
Doch welches Land eigentlich? Und ist es überhaupt noch „unser Land“?
1 Mio. Ukrainer haben es vorgezogen, hierher umzusiedeln – die soll ich verteidigen?
6 Mio. Afghanen, Iraker, Marokkaner, Iraner, Tunesier & Co., die ihre Heimat verlassen haben – die soll ich verteidigen?
Araber, die mich „Kuffar“ nennen und auf unseren Straßen zur Vernichtung Israels aufrufen – und eine Politik & Polizei, die das als „Meinungsfreiheit“ feiert – die soll ich verteidigen?
Wenn ich morgens mit meinem Hund gehe, höre ich Arabisch, Ukrainisch, Farsi – Deutsch kaum noch. Das soll ich verteidigen?
Politiker, die mich „Pack“, „Nazi“ oder „Dunkeldeutschland“ nennen weil ich mein Land liebe – die soll ich verteidigen?
Grüne, die Geschlechter erfinden, die Menschen aus aller Welt mit offenen Armen empfangen, ständig ihr Geschlecht „wechseln“ und sich neuerdings mit „they“ ansprechen lassen. Klimapanik schüren und mich als „Lumpenpazifist“ beschimpfen – die soll ich verteidigen?
Eine Verwaltung, die nur noch Vorschriften erfindet, um sich selbst zu rechtfertigen – die soll ich verteidigen?
Eine Krankenversicherung, die meine Zahnbehandlung verweigert, aber dem Nachbarn aus der Ukraine alles bezahlt – die soll ich verteidigen?
Zugekiffte Bürgergeld-Nachbarn, die nachts lärmen und tagsüber pennen, während ich um 5:30 Uhr zur Arbeit gehe – die soll ich verteidigen?
Eine Rentenversicherung, die Beiträge frisst und mir am Ende nur Grundsicherungsniveau auszahlt – das soll ich verteidigen?
Politiker, die unsere Industrie zerstören, unser Steuergeld in der Welt verpulvern, Straßen & Brücken verfallen lassen – die soll ich verteidigen?
Volksfeste, die aus Angst vor Terror abgesagt werden, während Frauen & Alte auf den Straßen unsicher sind – die soll ich verteidigen?
Das Land, das ich einst liebte, existiert nicht mehr. Die Flagge Schwarz-Rot-Gold erinnert mich nur noch daran.
Soll ich die verteidigen, die mich als Rechten beschimpfen!?!?
Zitat:
Nach meiner Erinnerung hatte Putin damals sinngemäß gesagt, der Zerfall der Sowjetunion sei die größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts gewesen.
Daß wäre wohl ziemlich das Gegenteil.
Ich hab jetzt auf die Schnelle nur indirekte zitierende Quellen dafür aufgefunden.
Ansonsten erscheint mir Karaganow ein brillanter Logiker zu sein. Seine Argumentation ist jedenfalls schlüssig.
Seine Nachricht, daß der Friedlichste nicht in Frieden leben kann, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt, ist ja Allgemeinplatz, genau so wie, daß ein Schaf im Wolfsrudel kaum überleben wird, wenn es nicht den dicksten Panzer statt eines Felles hat.
Und tatsächlich ist die geografische Lage der russischen Industrie- und Bevölkerungszentren so nahe an der westlichen Grenze geostrategisch ein erheblicher Nachteil, wie die aktuellen Drohneneinschläge dort belegen. Daß dies nicht schon vor 20 Jahren zu einer Umzugsplanung hinter den Ural geführt hat, kann ich mir nur dadurch erklären, daß die russische Führung damals (vielleicht auch heute noch) die Anziehungskraft der russischen Assets (Rohstoffvorkommen…) auf Raubtierkapitalisten vollkommen unterschätzt hatte. Sie dachten wohl, es würde ausreichen, denen die russischen Rohstoffe billig zu verkaufen und damit selbst als Kapitalisten in deren Klub eintreten zu können.
Nein, das tut es auf lange Sicht nie, Die wollen es selbst haben. Wer die Weltherrschaft ausüben will, benötigt die letzten Energiequelle, komplett, als Eigentum. Nur so kann er alle anderen damit erpressen. Und wenn der Rest der Welt von den Rohstoffen richtig ausgelutscht ist (einige Rohstoffe haben schon ein absehbares Förderungsende), dann wird der Wert der letzten ungeförderten Vorkommen (in Russland) ins Unermessliche steigen. Darauf bereitet man sich jetzt schon vor.
Wie lange geostrategische Planungen Vorlauf haben, lässt sich sehr gut erläutert und detailliert in einem Artikel von R Medhurst nachlesen:
https://uncutnews.ch/bewaffneter-raubueberfall-auf-die-weltweite-energieversorgung/
Lang, aber kann ich nur empfehlen.
@ Noname
Das ist in vielerlei Hinsicht merkwürdig. Mit der Industrie müssten auch alle notwendigen Menschen (zwangs)umgesiedelt werden, es würden ja nicht nur ein paar Löcher für Öl & Gas gebohrt; das wäre doch ein komisches Menschenbild. Von der fehlenden Infrastruktur in großen Teilen der sibirischen Steppe einmal abgesehen. Andererseits gab und gibt es dort schon Industrieansiedlungen (geografische Diversifizierung), die hier kaum jemand kennt, es stehen da nicht nur Jurten herum.
Was die Drohnen angeht, ist die Situation im russischen Westen natürlich für Russland bedenklich, aktuell von und über die UA angreifbar zu sein. Doch es wird nicht lange dauern, bis Drohnen auch den Ural überwinden können. Ansonsten ist ja bekanntlich jeder Punkt auf dem Globus seit Jahrzehnten „erreichbar“, da ist verstecken nicht wirklich zielführend.
Der Umzug ganz wesentlicher kriegsentscheidender Industrien hinter den Ural wurde schon einmal praktiziert. Da gibt es also historische Erfahrungsschätze.
Und die Vergrößerung einer möglichen Angriffsentfernung von 400 km (Ukraine-Moskau, Flugzeit bei Mach10 etwa 120 sec) auf 4000 km (polnische Grenze-Krasnojarsk, Flugzeit 20 min) würde eben eine klare Verbesserung der Vorwarnzeit zur Verhinderung von versehentlichen oder irrtümlichen „Ereignissen“ ermöglichen, solche überraschenden Enthauptungsschläge wie auf Teheran und eine Beseitigung von kompletten Führungszentren wären damit auch quasi vom Tisch.
WEIL Moskau diese sichere Entfernung bei einer NATO-Mitgliedschaft der Ukraine eben NICHT haben würde, reagierte ja Russlands Führung so heftig schon bei der Androhung (berechenbarerweise, kann man schon sagen). Sie hatten ja den Überfall 1999 auf Jugoslawien aus nächster Nähe verfolgt und wussten, was ihnen blühen kann.
So jetzt habe ich meine 5 Beiträge aufgebraucht.&
Das ist völlig richtig, dieser Krieg sah allerdings doch etwas anders aus, auch hinsichtlich der Geschwindigkeit der Frontbewegung. Der Gegner hatte damals auch die überwältigende Initiative, die heute – was die Kampfhandlungen betrifft – bei RU liegt. Eine Verlagerung hinter den Ural könnte nicht wieder verborgen vonstatten gehen, zudem wäre es ein schlechtes Signal, auch nach innen, denke ich.
Was einen »Enthauptungsschlag« angeht, ist RU mit Iran schwer zu vergleichen, militärisch, strategisch und politisch. Wie Sie wissen, ist die „Putin = Diktator“-Erzählung vor allem eines, eine Erzählung für BILD-Leser und die, die es werden wollen.
Und wie gut zu sehen ist, der Iran hat sich bisher trotz Dekapitation schmerzhaft erwehren können.
Ein sehr informativer Artikel, der das Publikum gleichwohl schwerstens in die Irre führt.
Wie, fragt ihr, sollen die beiden Urteilsbestandteile zusammen gehen?
Die Schranken der Silnitzki’schen Arbeit liegen in seiner persönlichen Entscheidung, eine Karriere als Politologe mit geopolitischer Expertise anzustreben – wenngleich abseits des akademischen Mainstream. Aus solcher Perspektive bleibt alles, was mit politischer Ökonomie zu tun hat, auf einer teils erfundenen, teils den behandelten Nationalideologien folgenden Ebene von Umgebungsvariablen einer Machtpolitik.
Heiko 11:51 verpasst allerdings den entscheidenden Punkt daran, so lange er dagegen nur abstrakt und negativ auf eine Abwesenheit „der Rolle des Kapitalismus“ verweist. Die ist in Silnizkis Mindset, und dem Mindset derer, die er zitiert und auf die er sich beruft, nicht „abwesend“, sondern eingemeindet, nämlich in der Weise, wie diese Leute mit dem umgehen, was „Nation“ heißt.
Die Politologen nehmen „Nation“ gemäß ihrer Profession als gegebene historische Größe, an der sich Politiker und Militärs zu schaffen machen. Damit folgen sie der Einstellung dieser Politiker und Militärs, die sich vermitttels der Gegensätze, die in ihrer Konkurrenz untereinander zur Erscheinung kommen, als „Auftragsnehmer“ dieser historischen Größe verstehen und profilieren wollen.
Wenn ich nun von hier auf das konkrete Thema wechsle, ist eigentlich leicht zu sehen, was daran daneben ist:
Das, was heute die Russische Föderation in Gestalt einer Nation ist, das hat die ehemalige Rote Armee gewalttätig ausgehoben, nämlich mit dem Putsch, der Jelzin auf einen russischen „Thron“ hob. Was von ehemals auf die eine oder andere Weise „linksdrehenden“ Modellen als „nationale Katastrophe“ Russlands wahr genommen wird, ist eine Neuschöpfung der Russischen Föderation ALS einer Nation gewesen.
Gorbatschow hat der ganze Themenbereich fern gelegen, weil er in erster Linie sowjetischer Ökonom gewesen ist, und als ein Solcher hat er die geschliffenen bzw. in Schleifung begriffenen Besitzstände der sowjetischen „Wirtschaft“ gleichsam als Substanz der postsowjetischen Nation begreifen und behandeln wollen.
Ohne nähere Erklärung, die hier allen Rahmen sprengen müßte, sage ich dazu nur: Die herrschaftliche Auffassung Gorbatschows wurde am Nationalismus Kernrusslands, der Russischen Sowjetrepublik zuschanden, nicht an den Nationalismen der sowjetischen Peripherie, die dafür gewöhnlich hergenommen werden, wie auch in Silnitzkis Darstellung:
Und folglich fehlt in Silnitzkis dankenswertem historischen Rückblick eine Figur, die diese Zusammenhänge besser begriffen hatte: General Lebed. Ja, das ist der, der den Tschetschenienkrieg zu Ende führte, weil er ihn als ein kapitales Übel ansah.
Lebed hat sich in seiner Rolle als Kandidat für die Ablösung Jelzins in fundamentalen Gegensatz sowohl zu diesem, wie zu Putin gesetzt, indem er realistischerweis die ehemalige „Rote Armee“ in Verbindung mit der territorialen Integrität, die ohne Bürgerkriege zu erhalten war, als zählende Substanz dessen angesehen hat, was als „Russische Nation“ verhandelt worden ist. Deshalb hat er dafür plädiert, die Föderationsregierung primär, und auf zahlreichen Feldern ausschließlich, zur militärpolitischen Entität zu erklären und ihr systematisch die Zuständigkeit für den ökonomischen Zusammenhalt und -„klang“ der Föderation zu entziehen. In gewissen Grenzen durchaus nach amerikanischem Vorbild. Die Föderationssubjekte sollten nach seinem Konzept systematisch die Hoheit über das ökonomische Handeln auf ihren Territorien entwickeln und überantwortet bekommen – Außenbeziehungen und Kredithoheit eingeschlossen.
Natürlich ist das Konzept Bullshit gewesen!. Der General hatte nicht den Schimmer einer Ahnung, was ein Geld ist, und welche Rolle der Rubel in der Halbmonarchie Jelzins gespielt hat.
Putins berüchtigte „Oligarchenwirtschaft“ ist ironischerweis ein technokratisch-machtpolitisches Amalgam der „Nation“ Jelzins und der „Föderation“ Lebeds gewesen. Er hat den Vorstehern der teils privatisierten, teils halbstaatlichen, teils föderalen, teils zu Molochen der Geld- und Devisenproduktion mutierenden Wirtschaftssubjekte der Föderation ein Maß an Rücksichten auf sozialstaatliche, versorgungstechnische und staatliche wie föderative Bedürftigkeiten militärisch und geheimdienstlich abgezwungen, das er für unverzichtbar hielt bzw. sich in den diversen Unruhen als unverzichtbar heraus gestellt hat.
Auf diesem Wege ist Putin tatsächlich zu so etwas, wie einem historischen Nachfolger des Zaren geworden, obwohl ihm bis vielleicht 2015 – ich nehme mal die russische Intervention in Syrien zur Trennlinie – persönlich kaum etwas ferner gelegen hat, als dies. Und wenn man heute fragt: Ja, wo ist sie denn zu haben, die „Russische Nation“, dann kann man mit erheblichem Wahrheitsgehalt antworten: In der Person Putins und den „Erfolgen“ wie „Mißerfolgen“ seines NATO-Krieges in der Form der ukrainischen Intervention. Eben dies ist der Ansatzpunkt des europäischen Kriegswillens.
Nach Russland hinein zu regieren, so denken sie, ist nach der russischen Ukraine-Intervention nur unter Vernichtung „Putins“ zu haben – nicht der Person Putin, BEWAHRE, sondern der in ihm und seiner Gefolgschaft repräsentierten nationalen Formierung der Russischen Föderation.
Das BEWAHRE bezieht sich auch darauf, daß jeder im Westen, der wenigstens über den Verstand Richard Nixons verfügt, eine Zerlegung der RF für einen GAU des Russlandkrieges halten muß, aus geopolitischen Rücksichten sowieso, wenn er EU- oder amerikanischer Föderationspolitiker ist. Nur die Briten, die sehen das notorisch anders, aber das ist ein anderes Thema …
Und das erklärt zwanglos, warum die westliche Kriegspartei ein Modell wie Karaganow nicht schreckt, ganz im Gegenteil! Es ist doch maßgeblich ihr Produkt! Und solange die Auseinandersetzung zwischen Modellen wie Karaganow und Putin nicht die Föderationspolitik zum Gegenstand und Feld hat, sondern die Politik dieses Trumms nahmens „Russische Nation“, liegt sie im Programm westlicher Kriegszwecke.
Das ist jetzt kein verständiger Abschluss dieses Postings, aber ich bin zuversichtlich, daß dieser Teil die Mod passiert, deshalb schließe ich hier und für die Fortsetzung finde ich möglicherweise erst übermorgen Zeit.
Apropos Fortsetzung: Im Faden zu Können unterschiedliche Quantenwirklichkeiten uns beeinflussen? hatte ich eine Ergänzung angekündigt, die entfallen muß, weil ich vergessen hatte, daß ein „fünfter Streich“ der Cancel-Politik der Redaktion zum Opfer gefallen war.
Jetzt gibt es brandaktuell eine mögliche Fortsetzung, die ich freilich noch viel weniger beurteilen kann, als deren originaler Erfinder, der Mathematiker Michel Talagrand. Der Gegenstand:
https://www.spektrum.de/news/durchbruch-bei-einem-jahrzehntealten-problem-der-geometrie/2325458?utm_source=firefox-newtab-de-de
Das ist in diesem Posting weniger OFF TOPIC, als es erscheinen muß. Das Hauptmotiv, mit dem ich weiter auf Overton poste, sind Interventionen gegen Verstöße gegen das Denken selbst, Silnitzkis Politologie ist ein Beispiel.
Thematisch nimmt es eine Auseinandersetzung zwischen Garno und @BR auf, die hier beginnt:
https://overton-magazin.de/top-story/die-hauptgruende-fuer-die-falsche-deutsche-sicherheitspolitik/#comment-386731
„Nation“, ist das „Halluzi-Nation“, oder eine Erweiterung des familiären Patriarchates „mit anderen Mitteln“?
Es ist keines von beidem, es ist eine Realabstraktion, und einen kleinen Einblick in das, was damit gemeint ist, hoffe ich hier gegeben zu haben.
Sammelposting
1. „Russland besiegen“ und / oder „(NATO) gegen Russland verteidigen“ (nach dem bewährten Muster der „Vorwärtsverteidigung“ in Kaliningrad und im Baltikum) – was denn nun?
Dazu ließ sich vorgestern der Abteilungsleiter Osteuropa an der DGAP, Stefan Meister, gegenüber ntv vernehmen, und das klingt schon wesentlich anders, als die Sprechblasen des Mark Rutte, des Kanzlers und der Ressortpolitiker:
Will der Kreml verhandeln?“Putin muss sehen: Er kann nicht gewinnen“
Das ist erneut, oder immer noch, die „Rationale“ der Ansagen bis etwa zur Sprengung der Nordstreams mittels britischer Seeminen 2022.
Vorab: Es ist ja schon luschtig, daß Autoren und Kommentariat die Ergüsse amerikanischer Think-Tanks bei Bedarf für „die reine Wahrheit“ der US-Außenpolitik ausgeben, um diese Meinung fallweise zu kassieren, wenn RAND – beispielsweise – mal wieder strategische Wahrheiten zur Begrenzung imperialer Ansprüche veröffentlicht. Deutsche Think-Tanks, wie eben die DGAP oder die SWP hingegen werden notorisch ignoriert …
Damit stelle ich mal die m.E. deutlichsten Aussagen Meisters zusammen:
Enthalten sind alle Punkte, die ich unter dem nom de guerre Tom Gard seit ’22 vorgestellt habe PLUS der Inhalt des Postings, das ich hiermit fortsetze:
Die deutschen Kriegsziele erschöpfen sich darin
– Die militärpolitische Hoheit der NATO-Militärs über den „kollektiven Westen“ von Brüssel aus neu herzustellen
– Auf diesem Wege die „Europäische Einigung“ zum föderativen Zusammenschluss auszubauen.
„Putin“, die RF und ihre nationalen und föderativen Drangsale, sind darin Mittel zum Zweck – nicht mehr, aber auch nicht weniger, weil nach dem Urteil der professionellen Strategen das einzige verfügbare Mittel, auch wenn Meister das nicht direkt ausspricht.
– Dieses „Mittel zum Zweck“ schließt mindestens spieltheoretisch die Herausforderung einer russischen Entscheidung zu einem begrenzten Nuklearschlag auf europäischem Territorium ein.
Nachdem ein Vergleich der realen Schäden des Russlandkrieges, einschließlich eines möglichen Nuklearschlages, und eines ideellen Schadens eines „Scheiterns“ des Projektes, das Zentrum des ehemaligen amerikanischen Imperiums nach Brüssel zu verschieben, rationell schlicht nicht zu haben ist, muß der Betrachter sich freilich fragen, was denn der materielle Ausgangspunkt der spieltheoretischen Einstellungen und Verfahren ist.
Mittelbar spricht Meister auch das aus, in diesem Fragment:
Bekanntlich reden Macron und Merz nicht mehr, Macron hält sich an Starmer. Motor des spieltheoretischen Verfahrens, an dem sich alle europäischen Staaten beteiligen, die meinen, etwas zu sagen zu haben, ist der Kampf Deutschlands, Frankreichs und des UK um Vorherrschaft oder mindestens maßgebliche Erpressungsmacht in jenen ideellen UND in Gestalt der „Russischen Front“ militärpolitisch geschaffenen „Vereinigten Staaten von Europa“.
C’est tout!
Weil die Truppen und Installationen des EUCOM durch den Rücktritt des WH vom Proxykrieg zumindest teilweise in ihrer Autonomie beschränkt sind, weil die antirussische Rhetorik aus Berlin, Paris, London und Brüssel erwartbar weiterhin eine genuine NATO-Kriegsfront ersetzt, und solange die russische Militärführung befindet, daß sie den materiellen Proxykrieg der europäischen NATO-Schmieden wegstecken kann, hat diese Militärführung keinen aus ihrer Sicht verständigen Grund, den Abnutzungskrieg von sich aus zu beenden – da hat der Meister doch völlig recht! Er verpackt geo- und militärpolitische Rationalen in moralische Sentenzen.
Doch solche Duldsamkeit im Kreml hat halt logischerweis die russische Föderationspolitik zur Grundlage und zum Maßstab, keine Nationalpolitik, die Karaganow einfordert. Man sieht hier, wie tauglich mein Spruch ist, der Karaganow sei ein Produkt der NATO-Militärstrategie. Und daß der „sicherheitspolitische Experte“ der
Silnitzki privat gesagt haben soll, „Wir müssen beten, dass Putin noch länger an der Macht bleibt“, schlicht die Wahrheit darüber spricht, was die politische UND militärische Klasse der EU tut.
Nun ja, diejenigen, die das wollen und können, haben sich natürlich längst ein Exit-Dasein vorbereitet und ausgestattet. Wie Putin und seine Gesellen wahrscheinlich ebenfalls.
2. Zu dem, was im Quantentheoretischen Faden noch zu sagen war, habe ich eine Arbeit von Sabine Hossenfelder vom letzten Jahr gefunden. Ich verlinke die nicht als autoritative Quelle – Sabine ist die erste, die die Schranken ihres Wissens und ihrer Kompetenz einräumt, und ich halte etliches, was sie von sich gibt, für verwegen bis bullshitig. Aber sie gibt einen auch für gebildete Laien brauchbaren Überblick über die Auseinandersetzungen und das posttheologische Gewusel in der Zunft.
„How Gravity Can Explain the Collapse of the Wavefunction“
https://arxiv.org/html/2510.11037v1
Merz stirbt und kommt vor Gott. Der fragt: „Himmel oder Hölle?“
Merz: „Darf ich mir das mal anschauen?“
Gott zeigt ihm die Hölle: Hitler, Napoleon, alle Politverbrecher , überall Champagner, geile Party, Gold, bestes Essen – super Stimmung!
Dann der Himmel: nur Chöre, Harfen und Langeweile.
Gott: „Na, wie entscheidest du dich?“ Merz: „Ganz klar die Hölle!“
Boom – steht er plötzlich bis zum Bauch in der Scheiße.
Merz empört zu Gott „Das sah doch vorher ganz anders aus!“
Gott: „Das war vor der Wahl.“
mein Kommentar https://overton-magazin.de/top-story/enfant-terrible/#comment-386909 Ist also der Zensur zum Opfer gefallen. Na schön…
und das verfälschte Putin-Zitat ist immer noch online:
Tja, jetzt ist es online. Manchmal dauert es wohl was länger… kann wohl vorkommen… ich werd mich damit abfinden müssen…
Bemerkenswerter Artikel, der viel in sich hat, interessante Gesprächsfragmente, bisweilen eigenwillige Einordnung dieser und teilweise abwegige Schlussfolgerungen.
Dass jetzt unbedingt von »Naivität« gesprochen werden muss, wenn in Russland der frühen 1990er die gegenwärtige Situation als unerträglich empfunden wurde und geschaut, ob ein Mitmachen mit einem eigenen Kapitalismus möglich wäre, ist leicht gesagt. Freilich haben die Russen das eigentliche Business des US-Imperialismus falsch verstanden, sie waren nicht ideologische Gegner, weil sie vormals (angeblich) Kommunisten waren, sondern sie waren Beute, weil sie die Landmasse Russland hatten. Dass bei den „Siegern des kalten Krieges“ nicht alles super war, wurde sicherlich gesehen, wenn der Rust Belt, Detroit, South Central oder Compten oder sonstige innere Läsionen mit einem Fernrohr von Moskau aus beobachtet wurden. Ansonsten sieht es erst ja immer ganz schick aus, wenn das Kapital kommt, unschick wird es dann, wenn es bleibt, um zu behalten.
An einer Stelle beschleicht mich manchmal der Eindruck, selbst einer ausgedehnten selektiven Wahrnehmung zu unterliegen, oder gibt es tatsächlich plausible Gründe, Putin als »Wahnsinnigen« zu bezeichnen – üblen bis vordergründig erratischen Entscheidungen beiseite gelassen. Oder liegt dieser »Wahnsinn« einfach in der Tatsache, dass sich weiterhin gegen den US-Imperialismus gewehrt wird: »…große Ambitionen für sein Land – Ambitionen, die in vielerlei Hinsicht unrealistisch sind«, belehrt dann der ehem. Nato-Generalsekretär Lord George Robertson (@Qana: Huch, ein Brite! 😉) .
An dieser Stelle würde es mich interessieren, wie sich Silnizki das seitens Russland denn genau vorstellt, »mit dem sog. „Westen“ endgültig zu brechen«? Es fällt schwer, eine tatsächliche Verbundenheit in der Vergangenheit zu erkennen, zumal von „westlicher Seite“ permanent gebrochen und geschreddert wird, das erledigt sich doch irgendwie von allein.
Ansonsten erscheint das hier doch wie der alte innerrussische Streit zwischen Westlern und Slawophilen. Karaganows Urteil über Europa sagt da viel:
Es braucht schon eine ordentliche Portion der oben genannten selektiven Wahrnehmung, um Russland aus diesem (durchaus richtig beschriebenen) Europa auszuklammern, zu dem es zweifellos (auch) gehört.
Na sowas, da liest man vom Autoren höchstselbst „…Im Januar 1982 wanderte ich nach Deutschland ein. An der Uni. zu Köln absolvierte ich geisteswissenschaftliche Studien (Philosophie, gr. Philologie, kath. Theologie). 1987 und in den 1990er-Jahren arbeitete für Forschungsinstitute …“. Und so weiter und so fort! Bescheidene Frage: ist das nicht just die Zeitspanne – spätestens aber seit ElevenNine – in der sich mit dem vermeintlichen „Ende der Geschichte“ seltsamerweise grünes Denken zum absoluten olivgrünen wandelte, letztendlich auch noch Willy’s Friedenspartei in etwas ‚umschlug‘, das ehemalige Parteimitglieder nicht mehr verstehen wollen, auch nicht mehr können. Der nicht zu leugnende mehrfache Exodus aus der Christenunion, vornehmlich dem nicht ganz schwarzen zu den Blauschwarzen (Taktik oder gar Strategie, ein gesichertes Auffangbecken, für’s erste hinter einer Brandmauer). Aber auch der Verlust von ehemals wichtigen Maximen, wie der vom Ehrenmitglied und Namensgeber bspw. vom „Liebet eure Feinde“, vom Parteimitbegründer und Wirtschaftswunderspender Erhardt, Ludwig mit seiner „sozialen Marktwirtschaft“. Sozial? Hat sich Täusch-Land das jemals überhaupt leisten können? Wohlstand? Nur noch was für – sagen wir mal – Jüngern von der Sekte vom Schwarzen Fels? Weil? Mutmaßlich die komplette Substanz – inkl. der von zukünftigen Generationen, die werden sich freuen – vom Land in dem wir einst gut&gerne leben durften, vorerst Richtung BlauGelb transferiert zu werden hat. Das alles und vieles andere mehr, was in dieser o.g. Zeit alles so wie ein Tsunami hereinbrach.
Und all das soll dem akademisch geschulten (auch und gerade noch in Köln !!!) Autoren dann doch – irgendwie halt – entgangen sein? Mitforist @JG hat eingangs ja schon festgestellt „Ich hab bis jetzt Hr. Silnizki gern gelesen.“ Ja doch, habe ich auch. Und wenn er nicht ganz am Ende seines Traktats quasi um Verlaub gebeten hätte, dann hätte sich das zumindest für mich gänzlich erledigt. Zukünftig werde ich allerdings seine ‚Ergüsse‘ zumindest mit hochgezogener linker Augenbraue geflissentlich zur Kenntnis nehmen. Dass er ausgerechnet in der jetzigen Phase mit seiner Aversion gegen seinen Landsmann ehem. Aversionen glaubt abladen zu können, gibt mir mehr als zu denken. Bei unseren immer bestens informierten Kreisen – von ARD&ZDT, RTL&NTV bis hin zur Bäckerblume – momentan bimmelt schon laut&hell putativ vorauseilend das Totenglöckchen, den heißersehnten Endsieg ankündigend – Morgenluft witternd sozusagen bzgl. dem Haderlumpen aus der Zarenburg wie es einst die Propaganda befahl. Keine Lefze üblicher Verdächtiger bleibt von triefendem Geifer verschont, nicht nur die vom Roderich wie jüngst bei Lanz..
Und ausgerechnet jetzt kommt unser Autor daher und will uns weismachen, dass Putins sich selbst auferlegte Zurückhaltung alternativlos sei? Gewiß doch, die Alternative zum „Schrecken ohne Ende“, ein „Ende mit Schrecken“ nämlich – wie von diesem Widerborst Karagonov als Teufel an die Wand gemalt – dürfte für die wenigsten von uns – sowieso meist sedierten – Mitbürgern verträglich und verdaulich sein. Nicht ganz unmöglich aber, dass allmählich eine nicht unerkleckliche Zahl von Russen die Faxen dicke hat. Ob die MSO, nach über vier Jahren zum Patenkrieg vom Frankreichfeldzug vom Cousin des damaligen Zaren mutiert, ob ‚unprovoked‘ (wie vom Brandstifter behauptet) oder bewußt provoziert (was heute wohl kaum noch leugnen ist) irgendwann einmal in etwas ausarten würde, was tunlichst baldmöglichst zu einem Ende gebracht werden sollte. Und da der Marionette Rumpelstilz zu Kiew wie auch seine ihn steuernden ‚Wolfsschanzen‘ zu Berlin, Paris & Brüssel wie auch an der Themse und – derzeit leicht zurückhaltender – am Potomac (warum denn das geile Rüstungsgeschäft stören), wohl kaum ihren ‚Abenteuerspielplatz‘ aufgeben wollen, solange sie eines anderen, den lang ersehnten, nicht endlich habhaft sind. Selbst die Aussicht, dass alle eher über kurz als über lang von dem ‚Fass ohne Boden‘ erschlagen werden, lässt wohl bis auf Weiteres die Hoffnung auf ein „Alles wird gut“ nicht trüben.
Und so bleibt es eben, wie es immer war und immer noch ist. So ab spätestens 2008, „Warten auf Godot“? Nein, auf Putin! Reizen, reizen, reizen! Bis der Schurke endlch ausflippt. Dass da gerade was vorbereitet wird, war mir damals also schon früh klar. Meine gute, leutselige und herzallerliebste, politisch immer völlig unbedarfte Verschwägerte in der westlichen Alpenrepublik begann doch plötzlich ohne große Veranlassung über besagten Schurken im Kreml zu zerfen. Woher sie das blos hatte, wo doch außer der ‚Tagi‘ (dem Tagesanzeiger zu Zürich) ihr jemals etwas angeblich Informatives unterkam, okay … die Tagesschau gab es ja auch noch und den Entenkanal im TV. Wer erinnert sich noch an die Balltreter-EM anno 2012. Hat da nicht unser frischgewählter Bundespastor angekündigt, unseren Buben seinen Beistand verweigern zu müssen, sollten sie über die Vorrunde hinaus kommen und er müsste den Russenfreund-Präse in sDonezk neben sich auf der Ehrentribüne ertragen. Mir gut erinnerlich auch ein Hinterhof-Dorffest anno 2018, Nachbarn und Nachbarinnen – nicht unsere WM-Buben standen im Fokus der ‚Gespräche‘, nein, dass sie überhaupt stattfinden konnte, wo doch der Russe, der Putin und überhaupt …
Zurück zum Autoren und zu seinem Échauffement über Karaganov. Als ob der etwas dafür könnte, dass eine Frau Merkel und ihr Beigestellter Francois Hollande ihrem Minsk-Vertragspartner – pardon – „verarschen“ zu müssen glaubten, und dem Russen jegliche Rückzugsmöglichkeit bis auf Weiteres wenn nicht für immer jegliche Diplomatie genommen hatten. Und doch hat dieser ‚Schurke‘ – kurz nach dem Start seines doich tatsächlich so total unverständlichen „brutalen, völkerrechtswidrigen Angriffskrieges“ – heute auch gerne bei den ‚Guten‘ alias NATO – auch gerne als ‚Vollinvasion‘ verunglimpft. Nur mal so nebenbei: Das „Office of the United Nations High Commissioner for Human Rights“ hat doch tatsächlich vier Tage nach Beginn der Vollinvasion u.a. verlautbart: „OHCHR estimates the total number of conflict-related casualties in Ukraine from 14 April 2014 to 31 December 2021 to be 51,000–54,0008: 14,200-14,400 killed. Ob der Kreml-Machthabe davon „keine Ahnung“ gehabt haben dürfte und er vier Tage zuvor – völlig unprovoziert – vermeinte, blind draufschlagen zu müssen?
Warum er dann aber nur Wochen später nach dem brutalstmöglichen Einfall – ganz bestimmt reumütig – sich zu Verhandlungen aufraffen hat können, in Istanbul und er – um guten Willen zu demonstrieren? – seine vordersten Kampftruppen zu Kiew zurückzog? Dann seinen Abgesandten sogar einen just ausgehandelten Waffenstillstand paraphieren ließ, bitte, bitte – jetzt nicht damit kommen, er habe von Angela&Francois gelernt. Nein, Boris J. war’s, der die gute Nachricht überbringen durfte, daraus wird’s nichts werden. Und so schlägt man sich bis heute – vier Jahre danadh – immer noch die Schädel gegenseitig ein. Was verlautbart dazu der Kriegspräsident der Ukruine regelmäßig (auch hierzulande im eNTenkanal): die Verlustzahlen des russischen Barbarenvolkes. 1.300.000 Nasen sollen es derzeit sein.
Mit Verlaub, diese Zahlen wie auch die ganzen Entwicklungen spätestens ab Februar 2014 geben zu denken. Insbesondere dann, wenn bedacht wird, dass der einst als Schach-Großmeister gerühmte Putin sich bisher mehr als zurückhaltend ‚verhalten‘ hat. Scheint er doch überhaupt nicht nachtragend zu sein, nicht wg. Minsk, nicht wg. Nordstream, nicht wg. Istanbul, nicht wg.den ganzen Kaugummis, die man ihm an den Hosenboden klebt, Kinderlandverschickung etc.
Dass man ihn für dumm zuz verkaufen versucht, vom ersten Moment an, geht ihm zwar offensichtlich am Oberschenkel vorbei, muß man dessen aber so sicher sein. Der Mann hat schließlich ‚Toys‘ an der Hand, nicht-nukleare wie die Haselnüsschen et al, außerdem nukleare in beachtlicher Stückzahl, wie es heißt sogar mehr als ‚Freund Donald‘ von overseas immer prahlt.
Da heißt es deswegen auch tunlichst, zu ‚kucken‘, dass er sie nicht auch mal einzusetzen willig und bereit sein sollte, fähig dazu Ist er allemal. Wenn dann einer wie Karaganov daherkommt, und 1 plus 1 zusammenzuzählen vermag, und empfiehlt oder es selbst tut, mit einem ‚Basta Cosi‘ zu drohen … ist das so gänzlich unverständlich? ‚Man‘ braucht nur den blaugelben Liveticker zu Rate ziehen, wie die Achso Endsieg-Bemühten aus Brüssel (2x), Berlin, Paris, London mit einer Hybris ohnegleichen dem Präsidenten des größten Landes der Erde die Nase lang zu machen versuchen und ihr selbsterkorener Fruchtzwerg zu Kiew sich immer mehr zum Riesen aufbläst (Buhuhu), den Endsieg am Horizont ankündigend (Kampfname: Klingelbeutel).
Sollte vielleicht Wladimir Putin den Silnizki, Michael dazu angestiftet haben, diesen offensichtlichen Quertreiber in die Schranken zu verweisen? Davon ist keinesfalls auszugehen. So wie ich diesen ‚Querdenker‘ bei Diesen neulich in gleicher Angelegenheit erleben durfte, der Mann ist vielleicht in Falke, aber er macht sich offensichtlich Sorgen, große Sorgen. Nicht um sich, um sein Russland, wenn nicht um den ganzen Planeten. Dumm nur, dass die Empfänger dieser Botschaft mit ihr gar nichts anzufangen wissen. Warum? Ich weiß es auch nicht. Könnte es sein, dass da auch die täglichen Börsenberichte eine beträchtliche Rolle spielen? Will ja nichts behaupten, aber bedenkt man, was gerade so per einem anderen völkerrechtswidrigen Schamützel so abgeht und es offensichtlich klare Hinweise dazu gibt, dass der ‚Commander-in-chief‘ immer gut abgestimmt handelt …oder was allein hierzulande bzgl. Anheizen des Aktienkurses von Rheinmetall alles so unternommen werden konnte?
Übrigens …
Ohne ihm nahetreten zu wollen, der Autor scheint ja regelmäßig seine Ergüsse anbieten zu dürfen. Das dürfen ja nicht alle, ein Baud, ein. Dogru, ein Röper u.v.a.mehr ja wohl nicht, und wenn es das nur wäre. Gibt das nicht auch irgendwie zu denken?
Danke, ein sehr interessanter und anregender Artikel.
Einige Gedanken als Ergänzungen zum Thema:
Karaganow erfüllt eine Funktion. Nicht als Prophet und nicht für zutreffende Weissagungen. Aber wenn er dem Westen glaubhaft mit der Atombombe droht, dann erspart er möglicher Weise Putin auf den roten Knopf drücken zu müssen.
Die offene Frage ist, wie weit der Westen noch eskaliert. Und natürlich bleibt die Atombombe immer eine Option.
Stalin bot Deutschland die Wiedervereinigung an. Putin bot an in die NATO einzutreten. Beides trat nicht ein. Die USA lehnten ab, sie wären dann draußen gewesen.
Karaganow mag von uns aus seltsam erscheinen, er spiegelt und ist aber das heutige Russland, dass die halbwachen Auftritte und lächerlichen Inszenierungen nach sowjetischem Muster, die Putin abliefert langsam gründlich über hat.
Wer übt sich schon gern in Demut, während er öffentlich bloßgestellt, diffamiert und beschämt wird.
Wir werden uns demnächst an die Karaganows und noch ganz Andere gewöhnen müssen.
Soviel ist sicher.
Vielleicht auch daran, dass ab und zu ein taktischer Nuklearsprengsatz fällt.
Zeichen gibt es genug, z.B. dass Karaganow im streng zensierten und scharf auf Linie gebrachten RT regelmäßig seine Nuklearthesen und seine Meinungen zur russischen Außenpolitik offen verbreiten kann.
In Russland gärt es gewaltig, wir sollten darauf vorbereitet sein, dass unser aggressives Verhalten vielleicht bald, nach echt russischer Art recht rüde, beantwortet wird.