Eltern von künftigen Soldaten: Entscheidet Euch!

Screenshot aus TikTok-Werbevideo der Bundeswehr zur Rekrutierung.

 

Mütter und Väter haben es irgendwie geschafft, ihre Kinder bis zu deren 18. Geburtstag auf das Leben vorzubereiten. Doch nun droht der Einsatz in einem Krieg, Tod statt Leben. Eltern sind hin- und hergerissen zwischen patriotischem Pflichtgefühl und der Angst um ihren Nachwuchs. Ein offener Brief mit einem leider unbequemen Rat.

Liebe Eltern!

Was habt Ihr nicht alles mitgemacht, bis eure Kinder endlich groß geworden sind. Jetzt vollenden sie ihr 18. Lebensjahr. Eigentlich müsste es nun weitergehen mit dem Weg zu einem Beruf. Manche stecken bereits in einer Lehre, andere fangen eine Ausbildung im Anschluss ans Abitur an oder beginnen ein Studium.

Bis hierhin, liebe Eltern, lief es für die meisten von euch ganz normal: Ihr habt mit euren zwei Jobs oder mehr das nötige Geld reingeholt, habt geschuftet und jeden Tag so eng getaktet, dass vom Frühstück über das Mama-Taxi bis zum Nachmittagssport und dem gemeinsamen Abendbrot alles in die zur Verfügung stehenden 24 Stunden hineingepresst werden konnte. Auf meist zu engen Raum, weil geeignete Wohnungen schwer zu bekommen und oft zu teuer sind.

Euren Stress von der Arbeit, eure Erschöpfung und euren Bedarf nach Erholung habt ihr vor euren Kindern verborgen. Das gelang zwar nicht immer, und dann wurde es ungemütlich. Aber insgesamt habt ihr euch zerrissen, damit aus eurem Nachwuchs „was wird“ und sie es vielleicht „einmal besser haben“.

Für den eigenen Lebensgenuss blieb da wenig Zeit. Auch vielleicht für das Nachdenken darüber, was das für eine Gesellschaft ist, in der sich die meisten Menschen täglich für andere abstrampeln müssen und trotzdem auf keinen grünen Zweig kommen. In der die Mehrheit froh sein darf, dass sie für „die Wirtschaft“ nützlich ist. Also für einen fremden Geldgewinn arbeiten kann und ein Einkommen erzielt, das gerade so zum Leben reicht. Einem Leben, das es ihnen ermöglicht, weiter nützlich zu bleiben – viel mehr aber auch nicht. Und immer verbunden mit der Gefahr, eines Tages aussortiert zu werden, arbeitslos zu sein und vor dem Nichts zu stehen.

Doch Ihr habt all das ebenso als normal empfunden. So „geht halt Wirtschaft“ – die einen arbeiten, die anderen lassen arbeiten. Die einen müssen jeden Euro umdrehen, die anderen plagt die Sorge wohin, damit es noch mehr Euros werden. Für selbstverständlich haltet ihr es außerdem, nichts zu sagen zu haben. Das ist Sache der herrschenden Politik. Sicher, über die meckern darf man, was ihr auch öfters tut. Aber ihr wisst schon, dass das nichts bringt.

Alle Jahre wieder dürft ihr ein Kreuzchen bei einer der Parteien und ihrer Figuren machen, die an die Macht wollen, immerhin. Dass sich die alten oder neuen Herrscher von euch nichts sagen lassen, einen „Wählerauftrag“ nur kennen, wenn er ihnen als Rechtfertigung in den Kram passt, ansonsten sie ihren eigenen Zwecken folgen – irgendwie ist euch das schon bekannt. Weniger klar dürfte euch sein: Mit eurer Wahl nickt ihr all die zukünftigen Sauereien ab, die euch die Politik bescheren wird. Ihr habt die Herrschaften schließlich gewählt, ihnen einen Freibrief ausgestellt. Was sie mit der Macht dann anstellen, steht auf einem anderen Blatt.

Neuerdings ist da unter anderem zu lesen: „Verteidigungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit sind zwei Seiten derselben Medaille.“ Das hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor kurzem gesagt. Der Zusammenhang von Gewalt und Geschäft wird selten in einer solchen Deutlichkeit von Politikern dargestellt. Nur ein Staat mit Respekt einflößendem Militär kann die Geschäfte seiner Wirtschaft überall auf der Welt befördern. Nur ein waffenstarrendes Europa mit der Führungsmacht Deutschland kann sich im Kampf um den Reichtum dieser Welt gegen USA und China behaupten, so die Botschaft des Kanzlers. Und gegen ein Russland, das zwar kein großer ökonomischer Gegner ist, jedoch militärisch zu mächtig.

Liebe Eltern,

an diesem Punkt kommen die meisten von euch immer noch nicht ins Grübeln. Selbst wenn das schon ziemlich nach einer Vorbereitung auf Krieg aussieht, nicht nur gegen den Feind im Osten. Aktuell haben sich zu diesem Bösewicht aus deutscher Sicht die USA unter der Führung von Trump gesellt, und China steht ja schon länger auf der schwarzen Liste der hiesigen Politik. Das alles nickt ihr ab oder lasst es so laufen. „Wir“, die Deutschen, sind in einer Welt der „Autokraten“ doch die „Guten“! Was diese „Guten“ in der Welt so alles eher nicht so Schönes anstellen und mitmachen – Länder durch friedlichen Handel ausbeuten, Kriege fördern oder führen, Geflüchtete abwehren, ertrinken lassen, abschieben ins Elend, die Natur zerstören und so weiter – berührt euch kaum. Ist halt der normale Gang der Dinge. Sicher im Einzelfall bedauerlich, aber was soll man machen?

Doch jetzt, mit einem Mal, werdet ihr hellhörig: Euer hoffnungsvoller, mühsam erzogener Nachwuchs soll demnächst nicht seine Karriere starten – sondern zur Bundeswehr! Und dahin nicht für ein paar Monate Grundausbildung und danach ab ins Leben. Nein, eure Kinder werden herangezogen für den Ernstfall. Den ganz offiziell die Politik in wenigen Jahren erwartet. Dann sei Russland in der Lage, Europa anzugreifen.

Warum Russland das tun sollte, interessiert nicht. Es genügt für euch, dass die Herrschaften in Berlin das schlicht behaupten. Wie übrigens immer, wenn Staaten für den Krieg rüsten und das natürlich nur tun, weil ein anderer Staat für den Krieg angeblich rüstet. Man selbst will nur den Frieden erhalten. Allerdings, das könnte euch, liebe Eltern, schon auffallen, Friedfertigkeit gilt nur zu den hiesigen Bedingungen. Das heißt: Das Vorrücken der Nato in der Ukraine ist hinzunehmen inklusive der Mitgliedschaft dieses Staates in der größten Militärmacht der Welt – die sich nochmal gegen wen richtet? Wenn Russland das nicht akzeptiert, kann es eben keinen Frieden geben. Und die Ukraine muss dafür bluten.

Dabei will es jedoch Deutschland mitsamt seinen europäischen Verbündeten nicht bewenden lassen. Wenn Russland schon nicht, wie einst von der ehemaligen Bundesaußenministerin Baerbock erhofft, durch den Krieg in der Ukraine ruiniert wird, dann sind noch ganz andere Saiten aufzuziehen. „Putin“ muss kleingekriegt werden. Also wird überall an den Grenzen zum Feind im Osten aufgerüstet, was das Geld in der EU hergibt. Und es braucht viel mehr Soldaten, die den Krieg dann gewinnen müssen.

Da kommen nun eure Kinder ins Spiel. In einigen Jahren könnten dann auch sie bluten und wildfremde Menschen töten müssen. Einzig weil die Bundesregierung den „Verteidigungsfall“ ausgerufen hat und Bundestag und Bundesrat dies bestätigen. Dann hat der deutsche Staat den Zugriff auf alle jungen Menschen, die er für den Kriegseinsatz braucht. Er nimmt euch eure Kinder schlicht und brutal weg.

Bei diesem Szenario werdet ihr verständlicherweise nervös. Klar, „wir“ brauchen schon eine starke Bundeswehr, das habt ihr den Ansagen der Politik entnommen. Und dagegen habt ihr auch keine Einwände (wenn man den Meinungsumfragen trauen darf). Aber muss mein Kind unbedingt dabei sein? Wo nach Berechnungen der Bundeswehr in einem Kriegsfall pro Tag 1.000 Soldaten sterben oder so schwer verwundet werden, dass sie kampfunfähig sind? Das Grauen in der Ukraine ist ein furchtbares Anschauungsmaterial: Eine Analyse des Center for Strategic und International Studies in Washington zählte bis zum Sommer 2025 insgesamt 1,4 Millionen Tote, Verwundete und Vermisste. Inzwischen dürften viele weitere hinzugekommen sein.

Liebe Eltern,

bitte verzeiht, wenn mir an dieser Stelle ein Sprichwort einfällt: „Wer A sagt, muss auch B sagen.“ Ihr habt nichts gegen die größte Aufrüstung in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg und ihr teilt die Feindschaftserklärung gegen Russland – wollt aber die dafür nötigen Soldaten nicht hergeben? Das ist, vorsichtig gesagt, ein wenig widersprüchlich. Die verständliche Angst um das Leben eurer Kinder kommt eurem Patriotismus in die Quere.

Aus diesem Dilemma gibt es nur einen Ausweg, und das ist mein angekündigter unbequemer Rat: Schmeißt diesen Patriotismus weg. Nicht „wir“ brauchen eine hochgerüstete Bundeswehr, sondern die Herrschaften in Berlin. Die wollen damit ihre Vorherrschaft in Europa gegen Russland ein für allemal durchsetzen. Dafür bemächtigen sie sich eurer Kinder.

Das Leben seiner Liebsten hergeben für die Machtambitionen des Staates? Nein! Für einen entschiedenen Widerstand dagegen ist diese Erkenntnis ein guter Anfang. Es schadet dann auch nichts, sich klarzumachen, woher und auf wessen Kosten der Reichtum zustande kommt, der die Milliarden-Aufrüstung erst ermöglicht. Dann würdet ihr, liebe Eltern, euren Alltag und eure Ohnmacht nicht mehr so „normal“ und akzeptabel finden. Praktisch braucht es natürlich mehr: eine ausgewachsene Bewegung, die der Politik die Gefolgschaft aufkündigt. Sonst sind eure Kinder nicht mehr zu retten.

Björn Hendrig

Björn Hendrig ist von Hause aus Journalist, längere Zeit auch tätig in der akademischen Lehre für Journalismus und Public Relations. Langjähriger Autor bei Telepolis und bei Overton. Björn Hendrig ist ein Pseudonym.
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33 Kommentare

  1. Dann gibt es nur eins: lest Wolfgang Borchert.
    Totalverweigerung!

    Du. Mann an der Maschine und Mann in der
    Werkstatt. Wenn sie dir morgen befehlen, du
    sollst keine Wasserrohre und keine Kochtöpfe
    mehr machen – sondern Stahlhelme und
    Maschinengewehre, dann gibt es nur eins:
    Sag NEIN!

    Du. Mädchen hinterm Ladentisch und
    Mädchen im Büro. Wenn sie dir morgen
    befehlen, du sollst Granaten füllen und
    Zielfernrohre für Scharfschützengewehre
    montieren, dann gibt es nur eins:
    Sag NEIN!

    Du. Besitzer der Fabrik. Wenn sie dir morgen
    befehlen, du sollst statt Puder und Kakao
    Schießpulver verkaufen, dann gibt es nur eins:
    Sag NEIN!

    Du. Forscher im Laboratorium. Wenn sie dir
    morgen befehlen, du sollst einen neuen Tod
    erfinden gegen das alte Leben, dann gibt es nur eins:
    Sag NEIN!

    Du. Dichter in deiner Stube. Wenn sie dir
    morgen befehlen, du sollst keine Liebeslieder,
    du sollst Haßlieder singen, dann gibt es nur eins:
    Sag NEIN!

    Du. Arzt am Krankenbett. Wenn sie dir
    morgen befehlen, du sollst die Männer
    kriegstauglich schreiben, dann gibt es nur eins:
    Sag NEIN!

    Du. Pfarrer auf der Kanzel. Wenn sie dir
    morgen befehlen, du sollst den Mord segnen
    und den Krieg heilig sprechen, dann gibt es nur eins:
    Sag NEIN!

    Du. Kapitän auf dem Dampfer. Wenn sie dir
    morgen befehlen, du sollst keinen Weizen
    mehr fahren – sondern Kanonen und Panzer,
    dann gibt es nur eins:
    Sag NEIN!

    Du. Pilot auf dem Flugfeld. Wenn sie dir morgen
    befehlen, du sollst Bomben und Phosphor
    über die Städte tragen, dann gibt es nur eins:
    Sag NEIN!

    Du. Schneider auf deinem Brett. Wenn sie
    dir morgen befehlen, du sollst Uniformen zuschneiden,
    dann gibt es nur eins:
    Sag NEIN!

    Du. Richter im Talar. Wenn sie dir morgen befehlen,
    du sollst zum Kriegsgericht gehen, dann gibt es nur eins:
    Sag NEIN!

    Du. Mann auf dem Bahnhof. Wenn sie dir
    morgen befehlen, du sollst das Signal zur Abfahrt
    geben für den Munitionszug und für den
    Truppentransport, dann gibt es nur eins:
    Sag NEIN!

    Du. Mann auf dem Dorf und Mann in der
    Stadt. Wenn sie morgen kommen und dir den
    Gestellungsbefehl bringen, dann gibt es nur eins:
    Sag NEIN!

    Du. Mutter in der Normandie und Mutter in
    der Ukraine, du, Mutter in Frisko und London,
    du, am Hoangho und am Mississippi, du,
    Mutter in Neapel und Hamburg und Kairo und
    Oslo – Mütter in allen Erdteilen, Mütter in der
    Welt, wenn sie morgen befehlen, ihr sollt
    Kinder gebären, Krankenschwestern für
    Kriegslazarette und neue Soldaten für neue
    Schlachten, Mütter in der Welt, dann gibt es
    nur eins:
    Sagt NEIN! Mütter, sagt NEIN!

    Denn wenn ihr nicht NEIN sagt, wenn IHR nicht nein sagt, Mütter, dann:
    dann:

    In den lärmenden dampfdunstigen Hafenstädten werden die großen Schiffe
    stöhnend verstummen und wie titanische Mammutkadaver wasserleichig träge
    gegen die toten vereinsamten Kaimauern schwanken, algen-, tang- und
    muschelüberwest den früher so schimmernden dröhnenden Leib, friedhöflich
    fischfaulig duftend, mürbe, siech, gestorben –

    die Straßenbahnen werden wie sinnlose glanzlose glasäugige Käfige blöde
    verbeult und abgeblättert neben den verwirrten Stahlskeletten der Drähte und
    Gleise liegen, hinter morschen dachdurchlöcherten Schuppen, in verlorenen
    kraterzerrissenen Straßen –

    eine schlammgraue dickbreiige bleierne Stille wird sich heranwälzen,
    gefräßig, wachsend, wird anwachsen in den Schulen und Universitäten und
    Schauspielhäusern, auf Sport- und Kinderspielplätzen, grausig und gierig,
    unaufhaltsam –

    der sonnige saftige Wein wird an den verfallenen Hängen verfaulen, der Reis
    wird in der verdorrten Erde vertrocknen, die Kartoffel wird auf den
    brachliegenden Äckern erfrieren und die Kühe werden ihre totsteifen Beine wie
    umgekippte Melkschemel in den Himmel strecken –

    in den Instituten werden die genialen Erfindungen der großen Ärzte sauer
    werden, verrotten, pilzig verschimmeln –

    in den Küchen, Kammern und Kellern, in den Kühlhäusern und Speichern
    werden die letzten Säcke Mehl, die letzten Gläser Erdbeeren, Kürbis und
    Kirschsaft verkommen – das Brot unter den umgestürzten Tischen und auf
    zersplitterten Tellern wird grün werden und die ausgelaufene Butter wird
    stinken wie Schmierseife, das Korn auf den Feldern wird neben verrosteten
    Pflügen hingesunken sein wie ein erschlagenes Heer und die qualmenden
    Ziegelschornsteine, die Essen und die Schlote der stampfenden Fabriken
    werden, vom ewigen Gras zugedeckt, zerbröckeln – zerbröckeln – zerbröckeln

    dann wird der letzte Mensch, mit zerfetzten Gedärmen und verpesteter
    Lunge, antwortlos und einsam unter der giftig glühenden Sonne und unter
    wankenden Gestirnen umherirren, einsam zwischen den unübersehbaren
    Massengräbern und den kalten Götzen der gigantischen betonklotzigen
    verödeten Städte, der letzte Mensch, dürr, wahnsinnig, lästernd, klagend – und
    seine furchtbare Klage: WARUM? wird ungehört in der Steppe verrinnen, durch
    die geborstenen Ruinen wehen, versickern im Schutt der Kirchen, gegen
    Hochbunker klatschen, in Blutlachen fallen, ungehört, antwortlos, letzter
    Tierschrei des letzten Tieres Mensch – all dieses wird eintreffen, morgen,
    morgen vielleicht, vielleicht heute nacht schon, vielleicht heute nacht, wenn – –
    wenn – –
    wenn ihr nicht NEIN sagt.

    1. Das hätte alles funktionieren können, als die UNS noch brauchten.
      Das tun die aber nicht mehr, weil die herrschende Klasse uns jetzt loswerden möchte.

      1. Die Gelegenheit ist günstig! Die herrschende Klasse – egal ob sie tatsächlich die herrschende ist oder nicht – loswerden will sie uns, sie geben das sogar offen zu. Gestern Abend im Fernsäh, nanu Nano: die Ethik-Büchse nebst diversen Claqueuren vom WHO – ach wie passend – et al! Gut versteckt aber dann doch doch ganz offen der O-Ton: Leider, leider – nicht alle werden sich die (bald schon nahe) Zukunft leisten können. Aber die, die es sich zu leisten vermögen, werden es sich leisten können – 120, wenn nicht 130 Jährchen i.d.R. allemal dürften es schon werden. Und die Anderen werden dafür ihren Beitrag leisten ‚dürfen‘, wie ganz trocken verlautbart werden mußte.

        Um was es sonst noch so zu gehen hatte? Keine Ahnung! Hat mir auch so gereicht, das spitze Mündchen. Habe verstanden, so geht Ethik in der Endzeit!

    2. Danke.
      Ich kannte den Text bisher nur bis zu „Sagt NEIN! Mütter, sagt NEIN!“. Die vollständige Version lese ich gerade zum ersten Mal.

      Ich würde sagen damit hast du die Kommentarspalte bereits gewonnen….

      1. Das war zu meiner Schulzeit (Anfang der 60er des letzten Jahrhunderts) noch Schullektüre!
        Man sollte es ausdrucken und massenhaft ankleben! MASSENHAFT! Vor allem rund um Schulen!

    3. Danke, @Faber.
      Wenn ich die Texte von Borchert und Tucholsky lese, laufen mir immer die Tränen.
      Ich hab lange als Deutschlehrerin gearbeitet, vorwiegend im 2. Bildungsweg unterwegs (nie als Beamtin) und mir ist schon vor über 10 Jahren aufgefallen, dass derartige Texte Stück für Stück aus den Lehrwerken entfernt wurden. Das Kriegsgeschrei kommt also durchaus nicht aus heiterem Himmel. Ich hab sie dennoch oft behandelt, weil sie so wichtig sind.
      Hier noch eine der „Lesebuchgeschichten“ Borcherts:
      Krieg
      Als der Krieg aus war, kam der Soldat nach Hause. Aber er hatte kein Brot.
      Da sah er einen, der hatte Brot. Den schlug er tot.
      Du darfst doch keinen totschlagen, sagte der Richter.
      Warum nicht, fragte der Soldat.

      Borchert hat allerdings nicht wissen können, dass in der heutigen Zeit nach einem Krieg wahrscheinlich kein Soldat mehr wird heimkehren können.

      Ähnlich gute Geschichten gibt’s auch von Tucholsky, z.B. „Kleine Begebenheit“.

      Wie können Menschen das einfach vergessen?
      Wer Kriege forciert, gehört vor Gericht gestellt.
      Sagt Nein!

  2. Zitat: Warum Russland das tun sollte, interessiert nicht. Es genügt für euch, dass die Herrschaften in Berlin das schlicht behaupten.

    Sieht so aus, als lägen die Pläne dafür schon längst in der Schublade. Russland derart reizen, dass es gar nicht anders kann, als sein Militär aufzufahren. Ob man es dann als von uns notwendige vorausgaloppierende Verteidigung bezeichnen wird, dass wir angreifen oder ob man die russische Führung tatsächlich dazu bringen wird, nicht anders zu können, als erster zuzuschlagen wird sich zeigen. Wir sind auf jeden Fall verloren. Die nächste Frage wird sein, wird es mehrere Länder Europas treffen oder wird Deutschland es zunächst alleine versuchen?

    Und wie auch immer: Nicht in meinem Namen!

    1. „…wird es mehrere Länder Europas treffen oder wird Deutschland es zunächst alleine versuchen?“
      Da hätte.ich eine Bitte an Gevatter Wladimir Wladimirowitsch oder auch Dmitri Anatoljewitsch, egal wie er auch anders heißen wird oder sollte. Die deutschen Hansel:innen sollten nicht davon kommen, müssen aber auch nicht die ersten, besser wohl die letzten sein, mit oder bei was auch immer. Von mir aus auch per ‚Teeren und Federn!‘

      Und Obacht: keinesfalls vor den Balkan-Fruchtzwergen!

      Ja doch, die Pläne liegen schon lange in der nach oben und vorne offenen, obersten Schublade.

  3. Falsche Adresse.
    Die sogenannten „Herrschaften in Berlin“ gehören nicht zur herrschenden Klasse die auch hier das Sagen haben.
    Wie oft muss ich das noch wiederholen?

    1. In der Tat, das empfinde auch ich immer als absonderlich. Die Marionetten in Berlin, Paris , London oder Washington sind doch nur Befehlsempfänger. Ab und an versuchen sie auszubüchsen, werden aber schnell wieder eingefangen.

  4. Wer das Leben seiner Angehörigen oder von sich selbst für einen Staat in die Waagschale wirft, der hat nicht mehr alle Tassen im Schrank. Eigentlich gar keine. Und Schrank ist da auch keiner.

    Mich hat mal so ein oberflächlicher Ex-Pazifist, der als Grüner nun neuerdings auf Militarist machen muss, gefragt, ob ich denn meinen Sohn auch nicht verteidigen würde. Doch, würde ich natürlich. Aber den liebe ich – Deutschland liebe ich nicht (und das ist noch sehr nett ausgedrückt). Ich kann nicht nachvollziehen, wie man auf so einen Bullshit reinfallen kann, ein Narrativ, das einen abstrakten Staat mit Menschen gleichsetzt, noch dazu mit welchen, die man liebt. Da muss im Hirnkastl schon einiges durcheinander geraten sein.

  5. Netter Versuch, Herr Hendrik.

    Ich denke mal eine kostenlose Bratwurst nach dem Fackelzug und die Aussicht auf ein Stück bemaltes Blech „mit hohem Symbolwert“ an der Brust wird in diesem Lande genügen um die Reihen der BW zu füllen. Die Deutschen waren noch nie die hellsten Kerzen auf der Torte….

    Man vergebe mir meinen Zynismus….

  6. Wer heutzutage Patriotismus verspürt, sollte sich schnellstens selbst einweisen.

    „Die Reichen geben ihre Milliarden, für mehr Profit mit Öl und Gas.
    Und wir geben unsere Kinder fürs Töten und Sterben?
    Sagt NEIN!“
    Hab ich mal auf einer Friedensdemo gelesen.

    1. Ich seh überhaupt nicht so recht was Patriotismus notwendigerweise mit „in den Krieg ziehen“ zu tun haben soll.
      Wer seine Heimat liebt (und das ist ja die Bedeutung des Wortes) will sie doch nicht im einem Krieg zerstört und seine Landsleute verrecken sehen.

      Mit anderen Worten: Wer für einen Krieg mit Russland trommelt, ist für mich kein Patriot, sondern ein Verräter.

      1. Ich stimme Ihnen zu. Man kann sich seiner Heimat verbunden fühlen und sollte
        dann erst recht gegen einen Krieg sein, der diese Heimat zerstören wird. Man muß
        nicht „den Russen“ bekämpfen, sondern die, die das wollen. In unserer Regierung
        sitzt ein Volkverräter neben dem Anderen. Diese Volksverräter versuchen mit allen
        Mitteln an der Macht zu bleiben und bekämpfen die, die Ihnen diese Macht streitig
        machen können, mit den fiesesten Mitteln wobei Lügen davon noch die harmlosesten
        sind.

    2. @Noname
      Die ganzen heimattrunkenen PEGIDA- und AfD-Fritzen sollen sich einweisen? Bei dem Platzmangel in der Psychiatrie?
      Ich bin dafür, dass die sich alle freiwillig zu Dienst melden – schliesslich geht es um Schönedeutscheland.

  7. „Eltern sind hin- und hergerissen zwischen patriotischem Pflichtgefühl und der Angst um ihren Nachwuchs.“

    Ist das so? Patriotisches Pflichtgefühl in der brd im Jahr 2026?

    1. Genau DIE Stelle ist mir auch etwas aufgestoßen; ich denke, mangelndes Engagement weil es einen (noch) nicht betrifft und es dringendere Dinge gäbe, um die man sich kümmern muss, dürfte es besser treffen.

  8. „Nur ein waffenstarrendes Europa mit der Führungsmacht Deutschland kann sich im Kampf um den Reichtum dieser Welt gegen USA und China behaupten, so die Botschaft des Kanzlers“
    Genau so reden Leute, denen nichts weiter einfällt, wenn es um fairen Handel gehen sollte.
    Denn alles, was dieses Land und diese seine Bewohner brauchen, könnte man ERHANDELN.
    Dummerweise ist das, womit man heutzutage die höchsten Gewinne erzielen könnte (gerade in einem Land ohne Rohstoffe), nämlich Intelligenz und Innovation, seit Jahrzehnten systematisch vernichtet worden, erst Bildungsreform, dann Universitätsreform, und schwuppdiwupp war DE im Bildungs- und Innovationsindex ins Mittelfeld gerutscht. Dann noch Auslese nach Parteibuch statt nach Abschlussnoten, und schon wandert die Innovationselite ins Ausland. Macht man das 30+ Jahre, landet man da, wo DE jetzt ist.
    Was also fällt dummen Machthabern ein, wenn sie im Ausland einkaufen wollen, aber nichts anzubieten haben? Gewalt, Waffen, Erpressung, Englisch einkaufen, Raubzüge, wie schon 1914 und 1939. Diese Leute haben nicht nur keine Ideen, sie haben noch nicht einmal die Geschichtskenntnisse, um zu ahnen, was nun wieder passieren wird…

  9. Der Autor scheint diejenigen um die geht ziemlich zu verachten wenn er dessen Eltern anspricht und nicht die selbst.

    In welchen Jahrzehnt mag der Autor wohl geistig stecken geblieben zu sein?
    Solche Umgangsformen habe ich schon lange nicht mehr erlebt.

    1. Stimmt, arg zurückgeblieben dieser Autor, kennt keinen Respekt vor dem Individuum im jungen Menschen, entrechtet diese geradezu. Unsere demokratisch gewählten Führer sind da viel progressiver: Die verschicken an die jungen Erwachsenen in absehbarer Zukunft die Einberufungsbefehle direkt, ganz unverwechselbar persönlich und wertschätzend. Und dann erst die Heldengedenktage und Ehrensalute noch später. So wie jetzt in der Ukraine, wo man die jungen Männer sogar noch in sehr direkter Ansprache in die Fahrzeuge der Rekrutierungshelfer geleitet, selbst dann wenn sie sich ein bisschen anstellen. Die hysterischen Angehörigen werden da diskret beseite geschoben. Das kann ein Ceeh dann zufrieden billigen…

    2. Nun jain, teilweise… es hat auch einen Grund, warum die jungen Männer schon mit 18 eingezogen werden, andererseits du 21 Jahre alt sein mußt, ins Casino zu gehen 😉

      (Zumal in Deutschland die meisten mit 18 eben oftmals, so meine (subjektiv eingefärbte) Beobachtung, sich oft auch nicht allzu erwachsen verhalten.)

  10. Liebe Eltern!

    Was habt Ihr nicht alles mitgemacht, bis eure Kinder endlich groß geworden sind.
    (…)

    Stop. Nicht in diesem struwelpeterschen pseudopädagogischen von oben herablassenden Ton. Eltern sind erwachsen. Die sind schon groß. Außerdem sind WIR die Eltern. Der Autor, Herr Anonymus (der Florian Rötzer heißen dürfte), ist offenbar kein Elter. Sonst wüsste er um das Phänomen, dass Kinder groß werden und eigene Entscheidungen treffen.

    Und die Wahrheiten betreffs Russland und Krieg, sind die Wahrheiten des Autors, und nicht kongruent der Wahrheiten eines Teiles der Deutschen, die derzeit überlegen, wie sie die Russen wieder aus‘m Keller kriegen.

    Ein derartiger Aufruf sollte auch nicht die Hälfte der Zeit des familiären Abendbrots einer durchschnittlichen Familie in Anspruch nehmen und muss nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner suchen, etwa so:

    Liebe Leute,

    wer für dieses Deutschland seinen Kopf opfern will, möge dies in Gottes Namen tun.

    Alle anderen bleiben zu Hause.
    Reisende soll man nicht aufhalten.

  11. Wenn mein Kind freiwillig Krieger werden möchte warum nicht? Wenn aber mein Kind in den Krieg gezwungen wird dann lieber nicht.

    Nur ist das Ganze Thema für mich Fiktiv da keine einzige Frau🤦🏻‍♀️von mir Nachwuchs bekommen wollte obwohl ich Frauen ganz gerne hab 😂 🤣 😅 😜

  12. Lieber „Björn Hendrig“ und Genossen!
    Was habt Ihr ab März 2020 – 2024 nicht alles mitgemacht.
    Selbst als das schon ziemlich nach einer Vorbereitung auf Krieg aussah, kamen so gut wie alle von euch immer noch nicht ins Grübeln. Und das bis zum heutigen Tag!
    Ihr Vollidioten habt sogar schon damals eure eigenen Körper und die eurer Kinder dem längst laufenden Krieg ausgeliefert. Und das willentlich und mit voller „Überzeugung“.

    Bitte verzeiht, wenn mir an dieser Stelle ein Sprichwort einfällt: „Wer A sagt, muss auch B sagen“.

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