Elektroschock-Handschuhe für ICE sollen der Deeskaltion dienen

ICE erhält Elektroschock-Handschuhe. Screenshot von Homepage des Herstellers Compliant Technologies.

Donald Trump hat die  Behörde Immigration and Customs Enforcement (ICE) massiv aufgerüstet und personell aufgestockt, um eine aggressive und übergriffige Remigrationsmaschine ins Werk zu setzen. Es geht um weit mehr als die Abschiebung von illegal Zugewanderten und eine möglichst umfassende Abdichtung der Grenzen. Die Wahnvorstellung dahinter ist wie bei allen rechten Parteien und Bewegungen, dass sich mit der ethnischen Säuberung – am liebsten zusammen mit Queeren und anderen „woken“ Bevölkerungsgruppen – auch die meisten anderen Probleme eines Landes in Luft auflösen: von der Arbeitslosigkeit und niedrigen Löhnen über hohe Mieten und teure Immobilienpreise bis hin zur Kriminalität und nationaler Identität zur Überbrückung der Ungleichheit.

ICE-Agenten sind gehalten, Quoten an Festnahmen und Abschiebungen umzusetzen, gegenwärtig würden 2000 täglich verlangt. Das geht nicht ohne Gewalt ab, wie das ganz ähnlich auch in der Ukraine bei der Jagd der Rekrutierungsteams auf Männer im wehrpflichtigen Alter zu sehen ist. Mindestens 23 Menschen wurden  seit letztem Jahr von ihnen angeschossen, meist in einem Auto. Sechs starben an den Schusswunden, darunter drei US-Bürger (Renee Good, Alex Pretti und Ruben Ray Martinez). Nach einem Bericht der Bürgerrechtsorganisation ACLU wird routinemäßig Gewalt angewandt oder angedroht, um Gehorsam gegenüber ihren Befehlen zu erreichen, nicht weil sie ernsthaft bedroht gewesen wären. Auch Kinder werden angegangen, ebenso Zeugen, Beobachter und Protestierer vor Ort. ACLU bezeichnet ICE als „paramilitärische“ Organisation, die Bürger- und Menschenrechte verletzt und die mit dem Ziel, 100 Millionen Einwanderer abzuschieben, das amerikanische Leben fundamental verändert habe, weil die Straßen in Deportationszonen verwandelt wurden.

Angeblich jagt ICE die „Schlimmsten der Schlimmen“, aber selbst Tom Homan, der „Grenzzar“ des Weißen Hauses, musste einräumen, dass die Hälfte nicht vorbestraft sind, was dann gleich wieder zur Drohung gerät: „I looked yesterday — just over half of everybody we’re arresting is a criminal. About half are NOT CRIMINALS. EVERYBODY is on the table.“ Gestern kam von ICE die Meldung, dass angeblich 70 Prozent der Festgenommenen angeklagt oder vorbestraft seien: „Mörder, Gewalttäter, Entführer und Drogenhändler“.

Angeblich zur Deeskalation und Ablenkung sollen die ICE-Agenten nun zu Helmen und kugelsicheren Westen,  Pistolen, Gewehren, Knüppeln, Pfefferspray-, Tränengas- und Taser-Waffen noch Handschuhe erhalten, die Elektroschocks abgeben. 10-20 Millionen US-Dollar sind für diese nichttödlichen Waffen mit dem Namen CTG-5 G.L.O.V.E (Generated Low Output Voltage Emitter), also für Geräte mit niedriger Ausgangsspannung (210-380V), vorgesehen.

Die Handschuhe, die ähnlich wie Taser funktionieren, nur schwächere Stromstöße versetzen und einen Kontakt voraussetzen, werden bereits in Gefängnissen zur Deeskalation verwendet, dürften aber vor allem dazu dienen, die Menschen, die die ICE-Agenten festnehmen wollen, zu ängstigen und zu quälen oder zu bestrafen, wenn sie nicht gleich den Befehlen der paramilitärischen Verbände gehorchen, die bislang weitgehend straffrei agieren können. Bei ICE könnte das die Zahl der Toten und Verletzten senken, man kann sich aber angesichts des rüden Vorgehens, beispielsweise mit dem häufigen Einsatz von Tränengas oder Pfefferspray, gut vorstellen, dass nicht lange gezögert wird. Zumal die Anwendung der Handschuhe keine Spuren hinterlässt und angeblich nur lokal wirkt. Ein Sprecher des Heimatschutzministeriums (DHS) versuchte zu beruhigen: „Unsere Beamten sind in Deeskalationsstrategien bestens geschult und absolvieren regelmäßig Fortbildungen zum Thema Gewaltanwendung.“

PBS berichtet über einen Fall, in dem ein Strafgefangener mit den Handschuhen und Taser möglicherweise zu Tode gequält oder gefoltert wurde: „Obwohl die Geräte als nicht tödlich und herzverträglich vermarktet werden, wird in einem anhängigen Gerichtsverfahren behauptet, dass ein 43-jähriger Mann im Jahr 2024 starb, nachdem er in einem Gefängnis in Richmond, Kentucky, 27 Mal mit den Handschuhen und weitere 13 Mal mit einem Taser geschockt worden war. Eine interne Untersuchung ergab, dass zwei der Stromstöße durch die Handschuhe jeweils 45 und 99 Sekunden dauerten – weit mehr als die vom Hersteller empfohlene Höchstgrenze von 15 Sekunden.“

Der Hersteller Compliant Technologies (müsste man wohl als gefügig machende Technik übersetzen)  warnt, dass die Handschuhe nicht gegen ältere Menschen, Kinder, Schwangeren und Schwerbehinderten oder zur Bestrafung eingesetzt werden dürfe.  Ihr Einsatz könne zu Verletzungen oder zum Tod führen. Am besten wirken die Handschuhe auf nackter Haut, aber auch durchnässte dünne Kleidung sei okay. Mehr als zwei Paar Handschuhe sollen nicht gegen eine Person verwendet werden, die Aktivierung soll nicht länger als 15 Sekunden dauern. Ganz so harmlos sind die Handschuhe nicht. Sie können nach Herstellerangaben den Blutdruck, die Atem- und Herzfrequenz und den Herzrhythmus erhöhen und verändern und/oder den Adrenalinspiegel erhöhen. Und: „Je länger die CD3-Exposition dauert, desto größer ist das potenzielle Risiko.“

Dass solche scheinbar harmloseren nichttödlichen Waffen, deren Einsatz im Unterschied zu Tasern nicht nachweisbar ist, Sicherheitskräfte verleiten, schneller Gewalt anzuwenden und Schmerzen hinzufügen, liegt auf der Hand. ICE-Agenten sollen mit ihrem Auftreten ja auch für Abschreckung auf der einen Seite und für effiziente Umsetzung der Remigration sorgen. Man darf annehmen, dass diese zur Durchsetzung der Unterwerfung probaten Elektroschock-Handschuhe ihren Weg auch nach Deutschland finden werden, um etwa Demonstrierende gefügig zu machen.

Florian Rötzer

Florian Rötzer, geboren 1953, war Gründer des Online-Magazins Telepolis und von 1996 bis 2020 dessen Chefredakteur. Seit 2022 ist er Redakteur beim Overton Magazin. Er ist Autor mehrerer Bücher, zuletzt In der Wüste der Gegenwart, das er zusammen mit Moshe Zuckermann geschrieben hat.
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8 Kommentare

  1. Einen schönen Faschismus haben die Amerikaner da.
    Ich bin mir sicher, die rot-schwarze Bundesregierung der BRD samt ihrer bunten Landesableger werden dem fleissig nacheifern.
    Zu mehr als brauner Stinkerei ist die Mischpoke noch nie fähig gewesen.

    PS:
    Ist das jetzt eigentlich verfassungsfeindliche Delegitimierung des Staates?

  2. Zu dem was in Gaza passiert (14.08.2026):
    Das „Türkisch-Palästinensisches Freundschaftskrankenhaus“ war ein auf die Behandlung von Krebskrankheiten spezialisiertes Hospital. Das Hospital sollte für die Behandlung und Erforschung von diesen Krankheiten genutzt werden. Es wurde vom Militär zerstört und es gab im März vergangen Jahres eine Äusserung dazu [1]. Gebaut wurde es von der Türkei von 2011 bis 2017 und die Kosten betrugen 70 Mio.US-Dollar. In Gaza haben die nach Schätzungen 17.000 Patienten keine Chemotherapie oder andere fortgeschrittene Behandlungsmöglichkeiten. Es dürfen 20.000 Kranke (darunter 5.000 Krebskranke) nicht ausreisen und die Krebskranken werden nicht behandelt. Vor ein oder zwei Wochen wurde ein Lagerhaus mit Medikamenten bombardiert. Es fehlen lebensnotwendige Medikamente. Vor dem Völkermord gab es 11.000 Krebskranke und seitdem werde diese Kranken nicht nehr erfasst.

    Mitmachen bei der Einforderung der Menschenrechte für Palästina.
    Über den Völkermord sprechen.

    [1] https://www.mfa.gov.tr/no_-61_-israil-in-gazze-deki-turk-filistin-dostluk-hastanesi-ni-hedef-alan-saldirisi-hk.en.mfa “Der gezielte Angriff auf ein Krankenhaus, das medizinische Versorgung für die Zivilbevölkerung in Gaza leistet, ist Teil der Politik Israels, die darauf abzielt, Gaza unbewohnbar zu machen und die palästinensische Bevölkerung gewaltsam zu vertreiben. […] Alle Verantwortlichen für den andauernden Völkermord in Palästina, einschließlich Netanjahu selbst, werden früher oder später nach internationalem Recht zur Rechenschaft gezogen werden. “

  3. Das ist ein sehr guter, kurzer Artikel, der Klartext spricht.

    Ich weiß nicht, ob das schon in einem anderen Artikel steht, aber ICE-Angestellte sind eben nicht gut ausgebildet oder vorbildliche Musterbürger. Im Gegenteil wird Jeder genommen, den sie kriegen können, denn so einen hinterhältigen Job wollen nur eine bestimmte Sorte Herrenmensch machen, denen es Spaß macht andere Menschen zu quälen. Man kann sich auch genug ICE-Einsätze anschauen, die komplett aus dem Ruder gelaufen sind, wo man sieht wie ICE-Agenten offensichtlich die Kontrolle verloren haben. Dass sie dann noch Elektroschock-Handschuhe bekommen, die sie nur 15 sec auf das Opfer halten sollen, passt sehr gut zu der menschenverachtenden Politik der Trump-Regierung. Insgeheim wissen die natürlich, dass die Handschuhe oft missbraucht werden, um Opfer zu quälen. Das wollen sie so. So wie den Israelis jede Gemeinheit gegen Palästinenser gefällt.

    Ich bin schon gespannt wie das ein Wolfgang Wirth oder andere AfDler versuchen werden schön zu reden. ICE tritt oft wie Robo Cops auf in paramilitärischer Ausrüstung. Dann gibt man denen dann noch mehr Waffen, aber will natürlich kein Rassist sein. Es gibt auch Mutmaßungen, dass das dann die Truppe sein soll, die Trump hilft bei einem möglichen Coup. Allerdings hört man von den Democrats nicht, dass ICE wieder völlig abgeschafft werden soll. Nein, die erzählen auch was von besserem Training oder weniger tödlichen Waffen. Damit zeigt sich, was das Parteien-Duopol dort gemeinsam hat, nämlich dass sie arme Menschen verachten.

    Es sei auch daran erinnert, dass viele Gründungsväter Sklaven hatten. Thomas Jefferson hatte in seinem Leben hunderte Sklaven. Washington noch mehr und seine Brüder waren einige der größten Landspekulanten in Ohio. Madison hatte Sklaven. Mason auch, Jackson sowieso. Paine, Adams, Hamilton Keine. Im Kontext der finsteren Vergangenheit ist also das Vorgehen der Trump-Regierung kein Einzelfall.

    1. Ich halte die Handschuhe, in Verbindung mit Personenkameras, für ein geringes Problem. Florian Rötzers Artikel ist aber dennoch sehr gut gelungen, er beleuchtet m.E. alle Aspekte des Problems.

  4. Wie immer wird staatliche Aufrüstung und die Eskalation staatlicher Gewalt gegenüber Menschen als ihr Gegenteil verkauft, auch im „Innern“.

  5. Und unsere Regierung wie auch die Öffentlich-Rechtlichen fühlen sich mit solchen Gepflogenheiten anscheinend besonders verbunden; keinerlei offene Kritik an den USA, Israel und der Ukraine! Nein, sie werden noch mit tels unbegrenzter Schuldenaufnahme und unseren Steuern bis zum ‚geht nicht mehr‘ mit Milliarden gepampert. Quasi als Belohnung für die Heldentaten Trumps, Selenskys und Netanjahus; und wehe jemand erdreistet sich, seinen Ekel und Abscheu vor diesen Gestalten öffentlichkeitswirksam kundzutun…

  6. Die Idee für die E-Handschuhe lieferte übrigens der Film Iron Man 3, wo er mit so einem selbstkonstruiertem E-Handschuh bewaffnet in das Anwesen des Mandarin eindringt.

  7. Gewiß nicht, meine Forumsattacke von gestern im Weimer-thread, die letzte Nacht mit der dritten Tranche sogar enden durfte – die zu Venezuela&Kuba – darf keine Eintagsfliege bleiben. Und ausgerechnet macht’s vielleicht der erste Verfassungszusatz der US-Verfassung möglich. Möglich ist im ‚Land of the free‘ aber offensichtlich auch diese neuartige Beulenpest – ICE. Wer Willy Vlautin kennt und sein Buch „Die Freien“ kann wohl ahnen, wohin das mit dem ICE noch laufen wird. Dabei ist deren Terror ja nicht einmal das primäre Problem für die Welt. Der Herrschafts- anspruch von größenwahnsinnigen, kriegslüsternen und profitgeilen Dummdüdeln, der die Welt schon des längeren ins Elend stürzt – und nicht nur selbiges versuch. So wie ein Volker Pispers einst eröffnete: gebt’s den US-Amerikndern ihren geforderten Tribut, sonst … die haben eine Armee, die kommt ihn sich sonst holen. Könnte es sein, dass die Mullahs sich gerade um die Menschheit verdient machen. Basta co si, so glaubten sie verlautbaren zu müssen. Hoffen wir das Beste.

    14. AUGUST 2026
    Der Niedergang Venezuelas, Kubas Mut
    EVE OTTENBERG

    „Dem Sieger gebührt die Beute“ , so lautete Donald „Nail a Commie“ Trumps jüngste Äußerung zu Venezuela. Aber was für ein Sieger? Einer, der wie der Iran und sein Volk einen ruhmreichen Kampf voller Mut und Selbstaufopferung gegen die USA und Israel geführt hat? Oder ein krimineller, hinterhältiger, heimtückischer Entführer von Präsident Nicolás Maduro, der sich mitten in der Nacht nach Caracas einschleicht, gefolgt von der Nötigung seiner Nachfolgerin Delcy Rodríguez, die Vergewaltigung Venezuelas zuzulassen? Entscheiden Sie selbst. Ich halte es für
    Letzteres.

    Wenn Trump wirklich glaubt, dass er dieser Maxime gerecht wird, dann werden der Iran und Russland bald „die Beute“ an sich reißen, denn das sind zwei Konflikte, in denen Herr Trump nicht die Bedingungen diktiert. Doch was in Venezuela geschehen ist, kann nicht als Konflikt bezeichnet werden – es ist lediglich ein feiges Verbrechen, um das Öl und das Bargeld des Landes zu plündern, dreister noch als alles, was sich die Banditen, die Washington in seiner langen Gangstergeschichte regiert haben, jemals getraut hätten. Manche bezeichnen Venezuela laut ABC News vom 31. Juli sogar als ein US- „Protektorat, das nur dem Namen nach kein solches ist“. „Jüngsten Berichten zufolge haben die USA mehr als 13 Milliarden US-Dollar (18,66 Milliarden Dollar) aus venezolanischen Ölverkäufen eingenommen, doch Herr Trump hat erklärt, er glaube,
    es sei ‚sogar noch mehr als das … Wir nehmen eine Menge Geld ein –‘“, so geht diese
    widerwärtige Prahlerei weiter, „Milliarden und Abermilliarden Dollar aus Venezuela.“ Und das, während die Hälfte der Venezolaner in „extremer Armut“ lebt. „Venezuela befindet sich seit 13 Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise.“ Warum? Das könnte man sich durchaus fragen. Nicht wegen Maduros Politik, nein; sondern wegen der US- Sanktionen und des Diebstahls von 2 Milliarden Dollar an Gold aus Caracas im Jahr 2018 durch die Bank of England….

    . (Ein paar Zeilen Verzicht, um die Einhaltung der 10hoch4-Grenze wahren zu können!)…

    …Unterdessen prangert die venezolanische Linke „eine angebliche, von der DEA orchestrierte Verschwörung zur Ermordung von Basisführern in Arbeitervierteln“ an. Eine solche Verschwörung seitens Trumps DEA würde mich nicht im Geringsten überraschen; schließlich haben wir es mit einer Exekutive in Washington zu tun, deren Bonzen sich wie Gangster benehmen. Zudem wettern diese Demonstranten gegen die Annäherung der amtierenden Regierung in Caracas an Israel – nun, ist nicht gerade die stolz verkündete Ermordung von Feinden ein Kennzeichen subversiver israelischer Aktivitäten? Delcy Rodríguez mag bereit sein, Benjamin Netanjahu die Hand zu reichen, ich weiß es nicht, aber der durchschnittliche Venezolaner ist dazu noch nicht bereit. Die Erinnerung an 13 Jahre Hungersnot durch US-Sanktionen ist zu frisch – tatsächlich dauert sie noch an – , um sich mit dem genozidalen Kampfhund des Imperiums anzufreunden. Rodríguez wurde vom Weißen Haus ziemlich unverblümt klargemacht, dass sie, wenn sie nicht nachgibt, so enden würde wie Maduro. „Aber man geht nicht davon aus, dass der US-Präsident der Mann ist, der die Fäden zieht“, so ABC. „Vielmehr ist es sein Außenminister.“ Tatsächlich berichtete die New York Times, dass der unersättlich ehrgeizige Marco Rubio Frau Rodriguez regelmäßig über WhatsApp Nachrichten schickt und „die täglichen Abläufe in Venezuela beeinflusst und lenkt. Berichten zufolge hat er direkte Kontrolle über die Exporteinnahmen des Landes und legt die Bedingungen fest, unter denen öffentliche Gelder ausgegeben werden dürfen.“ Ein Protektorat in der Tat.

    Was hätte Rodriguez tun sollen? Irgendetwas, alles Mögliche, nur nicht das, was sie gerade tut. Sie hätte sich zum Beispiel ein Beispiel an dem mutigen kubanischen Präsidenten Miguel Díaz-Canel nehmen und Rückgrat zeigen können. Sie hätte sich wehren können – viele Venezolaner waren nach Maduros Entführung dazu bereit und hätten sie dabei unterstützt. Das Militär hätte das vielleicht auch getan. Warum, glauben Sie, lautet die Schlagzeile in „The Hill“ vom 6. August: „Rubio zielt mit neuen Sanktionen auf kubanische Rüstungsbeschaffungen ab?“ Weil dieses Weiße Haus vor einem fairen Kampf zittert. Stattdessen schlängelt es sich herum, entführt Präsidenten, tötet einfache Menschen mit Sanktionen, die Diabetiker dazu zwingen, ihr Insulin zu rationieren, und arme Menschen dazu, auf Mahlzeiten zu verzichten, und setzt in Kuba kriminelle Blockaden ein, um die Länder, die es ausplündern will, in die Knie zu zwingen. Rodriguez hat es dem Trump-Regime gerade leicht gemacht, genau das zu tun.

    Kuba hat anders gehandelt. Daher Rubios Angriff aufdas Militär der Insel und jedes Unternehmen, das dieses unterstützen könnte. „The Hill“ berichtete im Maiüber das „harte Vorgehen der USA gegen Kubas staatlichen Konzern Grupo Administración Empresarial S.A. (GAESA), einen mächtigen, dem Militär gehörenden Mischkonzern, der mindestens 40 Prozent der kubanischen Wirtschaft kontrolliert“. Dieses harte Vorgehen erfolgte, als Rubio GAESA reißerisch als das
    „Herzstück des kleptokratischen kommunistischen Systems Kubas“ darstellte. Auch
    Moa Nickel SA (MNSA) wurde mit Sanktionen belegt. Nach Angaben des Weißen Hauses lautete der Zweck der Exekutivverordnung, die diese Sanktionen enthält, „der Bekämpfung des schädlichen Einflusses Kubas“.

    Welcher schädliche Einfluss? Es handelt sich um ein winziges Land, dessen Stromnetz im März zusammenbrach, „wodurch fast 11 Millionen Menschen mehr als einen Tag lang im Dunkeln saßen“. Glauben Sie ernsthaft, dass Kuba über die Mittel verfügt, wie Rubio ihm vorwirft, „den Terrorismus zu unterstützen, der Amerikaner ausspioniert [seit wann?], gewalttätige linke Radikale bewaffnet [wer? wo?], giftige marxistische Ideologie verbreitet [wie?] und nur 90 Meilen vor unseren Küsten als Stützpunkt für Russland, China und den Iran dient“? Der einzige Stützpunkt, den Kuba bietet, sind die 5.000 Solarmodule, die Peking in der Woche vom 3. August dorthin geliefert hat, oder der Öltanker, den Moskau im März zu Beginn des Trump-Embargos dorthin verschifft hat – ein Abenteuer, dessen barbarischer Zweck offenbar darin bestand, Neugeborene auf der Neugeborenen-Intensivstation zu töten.

    Unterdessen bringt der normalerweise zuverlässige „Guardian“, der sich gelegentlich eher wie der Rest der kommerziellen, pseudo-liberalen, transatlantischen Sicherheitsstaat-Medien verhält, Schlagzeilen wie „Während die Lichter ausgehen, schwören Kubas überzeugte Anhänger, sich einer US-Intervention zu widersetzen“. Was – sollten sie etwa kapitulieren? So wie Delcy Rodríguez – weil es in Venezuela ja so reibungslos läuft, dass Prokonsul Rubio seine Finger in allen staatlichen Exporteinnahmen im Spiel hat? Das Problem hier ist nicht Kuba. Es ist Trumps wahnsinnige Besessenheit von allem, von Antifa über Antikapitalismus bis hin zum Marxismus – eine Besessenheit, die sich aus Pathologie und Opportunismus zusammensetzt. Nicht umsonst war der derzeitige Bewohner des Weißen Hauses ein Anhänger des kommunistenjagenden
    Wahnsinnigen Roy Cohn. Trump glaubt, er könne Kapital daraus schlagen, die gesamte Linke zu verunglimpfen; das geht nach hinten los, aber sagen Sie ihm das bloß nicht, sonst schickt er die ICE hinter Ihnen her.

    Unterdessen geben – mit Verlaub, „Guardian“ – viele Kubaner Trump und seiner CIA die Schuld dafür, dass in Kuba die Lichter ausgehen. Sie wissen, was der Rest von uns am 5. August in der „New York Times“ gelesen hat, nämlich dass die CIA eine geheime Task Force für Kuba
    eingerichtet hat – „für eine konzertiertere Kampagne, um die kubanische Regierung unter Druck zu setzen, die von Präsident Trump geforderten wirtschaftlichen, politischen und führungs- bezogenen Veränderungen vorzunehmen“. Gekränkt durch die Niederlage gegen den Iran und durch Russlands Hartnäckigkeit in der Ukraine glaubt „el jefe“ Trump offenbar, dass er einen Sieg braucht. Den sucht er in der Brutalisierung einer kleinen Insel mit 11 Millionen Einwohnen.Trump bringt Kubaner um und plant, ihre Regierung zu stürzen, denn die USA sind ein skrupelloses Mafia-Regime. Genau das passiert gerade in der Karibik.“

    Ende des übersetzten Artikels.
    https://www.counterpunch.org/2026/08/14/venezuelas-fall-cubas-courage/

    Da tobt also nicht der Bär, wie von unseren transatlantischen Wegwerf-Schmierfinken immer bedauptet wird und auch kein roter Drachen, zusammen mit dem Bären und den Mullahs oder von mir aus auch separat. Es ist dieser wildgewordene Kämpfer für seine Freiheit, der … Und es ist nicht nur die derzeitige debile Fehlbesetzung vom Lehnstuhl im Oval Office, nein, seine Vorgänger und bestimmt auch die Nachfolger mitsamt den ganzen Helferlein werden, wenn nicht bald was passiert, diesen Planeten noch in nicht ferner Zukunft unbewohnt wie auch unbewohnbar hinterlassen, versteht sich. Wollen wir das wirklich.?

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