Eine neue Weltordnung

Flaggen Deutschlands, der USA und der EU.
Radosław Drożdżewski (Zwiadowca21), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die Chancen für Deutschland und Europa.

Fast täglich ist über neue Niederträchtigkeiten zu berichten, doch dabei sollte das große Ganze nicht aus den Augen verloren werden.* Mit dem von Donald Trump ausgelösten Bruch zwischen den USA und den übrigen Nato-Staaten ist ein Kipppunkt sowohl in der europäischen als auch in der internationalen Politik erreicht. Während die Verunsicherung von Tag zu Tag zunimmt, neigt sich die Ära der „regelbasierten internationalen Ordnung“ unter Missachtung des Völkerrechts durch den kollektiven Westen ihrem Ende zu. Der globale Süden und Russland lassen sich eine Bevormundung und Unterdrückung durch die USA und ihre Vasallen nicht mehr gefallen, und das ist die große Mehrheit der Weltbevölkerung. Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass die Zukunft bei BRICS und der Belt-and-Road-Initiative liegt.

Wie auch immer die Imperialpolitik der US-Regierung unter Trump oder anderen Präsidenten weitergeht: Global gesehen, stehen wir vor der Realisierung neuer gesellschaftspolitischer Vorstellungen, die auf Humanität und der Gleichberechtigung von Menschen und Völkern beruhen, mit anderen Worten: auf den in der Charta der Vereinten Nationen festgeschriebenen Grundsätzen. Zwar werden von den Vertretern der Kapitalinteressen immer schärfere Maßnahmen zur Kontrolle und Unterwerfung ihrer Bevölkerungen realisiert, und die Mehrheit der westlichen Staaten einschließlich Deutschlands befindet sich schon länger auf einer abschüssigen Bahn in den Totalitarismus. Aber der Bogen ist überspannt, nicht zuletzt durch die von den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union geduldeten rechtswidrigen Anmaßungen der EU-Kommission, unter anderem bei der Sanktionierung widerständiger Journalisten.

Donald Trump versucht noch, den Bankrott der USA auf Kosten ihrer Vasallen zu verzögern, aber als Ausweg bleibt denen, sich auf die ehemals guten Kontakte zu Russland und China zu besinnen. Zu hoffen ist, dass die gebotene Chance erkannt und wahrgenommen wird. Gerade für Deutschland hatten sich mit Russland für beide Seiten besonders vorteilhafte wirtschaftliche Beziehungen entwickelt. Daran gälte es wieder anzuknüpfen, und zwar solange Wladimir Putin noch Präsident ist. Er hat bekanntlich eine deutschfreundliche Einstellung und trotz der massiven persönlichen Anfeindungen bis in die jüngste Zeit mehrmals ein friedliches, konstruktives Miteinander angeboten. Dabei kann es nicht darum gehen, die transatlantischen Beziehungen aufzugeben. Vielmehr müsste sich ein neutrales Deutschland sowohl nach Übersee als auch nach Osten offenhalten.

Wolfgang Bittner

Wolfgang Bittner lebt als Schriftsteller in Göttingen. Der promovierte Jurist verfasst Bücher für Erwachsene, Jugendliche und Kinder, erhielt mehrere Preise und Auszeichnungen und ist Mitglied im PEN. Von 1996 bis 1998 gehörte er dem Rundfunkrat des WDR an, von 1997 bis 2001 dem Bundesvorstand des Verbandes deutscher Schriftsteller. Wolfgang Bittner war freier Mitarbeiter bei Zeitungen, Zeitschriften, Hörfunk und Fernsehen und veröffentlichte mehr als 60 Bücher, zuletzt „Die Abschaffung der Demokratie“.
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40 Kommentare

  1. Die internationale Ordnung, wird über ein oligopol der IT Systeme bestimmt.
    Das Netz der Dinge und ihre Zukunft, werden über die paar Staaten verteilt, die über das Wissen und Kooperation an Infrastruktur bereitstellen können.
    Das westliche Europa und zig andere Staaten verteilt auf dieser Welt, stehen in Abhängigkeiten mit der USA.
    Diese Abhängigkeiten führen dazu, das jüngere Generationen vermehrt auf KI setzen, als ihren eigenen Verstand zu bilden…
    Der Mensch in der heutigen Wirtschaftsrevolution, ist schon abhängig bevor dieser das erkennt.
    Hoffnung besteht für das Subjekt nicht, sondern nur Verwertung…

    1. Also trump möchte Zeit schinden, bevor der Staatsbankrott einbricht.
      Die Anleger der staatsanleihen gehen dann leer aus, also der Steuerzahler und die Zocker verlegen ihre Gewinne in sichere Häfen?
      Was hat der deutsche zahlende Steuer Bundesbürger davon?
      Ja, rein gar nichts da B&R alle Gewinne steuerfrei als Dividende für ihre Anleger auszahlt.
      Welche Hirngespinste irren hier rum?,…

      1. @ Markus

        Das Netz der Dinge und ihre Zukunft, werden über die paar Staaten verteilt, die über das Wissen und Kooperation an Infrastruktur bereitstellen können.

        Es geht @PRO1 hier eindeutig um »Infrastruktur« und nicht Software – die natürlich auch sehr wichtig ist.

        Was nützt der beste & „sauberste“ Code, wenn man ihn nicht auf die Straße bekommt?
        Wer die Infrastruktur kontrolliert, bestimmt die Protokolle, mit denen sie nutzbar sind.

      2. Open Source ist für die bestimmt, die eine Ahnung von der Materie besitzen.
        Leider sind im ++-8Mrd Bereich wenig Hoffnung für diese Lösung, obwohl diese richtig ist!
        Die chinesischen Fabrikanten von günstigen Endgeräten, haben alle US kake drin, diese fest installierten ‚Spione‘, besitzen ihren Zugriff…
        Wenn ich einen Neffen frage über ‚Open Source‘, erhalte ich dumme Fratzen…

  2. Eigentlich wird die Welt jetzt viergeteilt, in USA; Russland und China samt Einflusszonen, die die Globokonzerne einigermaßen kontrollieren, und das chaotische Globogebiet, das durch Megaslums und festungsartige Konzernniederlassungen gekennzeichnet ist, und in dem die Konzerne die Bildung von funktionierenden Staaten durch die Unterstützung von Warlords verhindern, oder etablierte Staaten zerstören, indem sie sie derart ausplündern, dass sie zu gescheiterten Staaten degenerieren. Das passiert im Augenblick mit der EU und der BRD, die sich den Globokonzernen total ausgeliefert haben. Durch das Wirken von Putin entging Russland dem Schicksal, zu einem gescheiterten Staat abgewirtschaftet zu werden

  3. Solange die Bandera-Nationalisten sowie die zionistischen dauermordenden gottnahen Übermenschen das Maß aller Dinge in Europa sind, werden wir der Fußabtreter für die Amerikaner bleiben. Da ändern auch Freihandelsabkommen mit einigen südamerikanischen Staaten und Indien nichts daran. Neues Selbstbewusstsein der Europäer könnte erst entstehen, wenn die ursprünglichen Werte wie Bildung, Fleiß, Ordnung und Vernunft wieder gefördert werden würden. Aber das Gegenteil ist der Fall, (höhere) Bildung wird politisch gelenkt und bleibt einer Minderheit vorbehalten, Fleiß wird bestraft, alle ordnungsdienenden Dinge (z.B. Verhaltensregeln, Ehrlichkeit,…) werden immer mehr behindert, und (politische) Vernunft ist der Korruption gewichen. Beispiel Voigt: Statt seine Fehler einzugestehen (mit denen ein ehrlicher Mensch schon mal keinen Posten angestrebt hätte), poltert er mit Gutachten zurück, die seine Fehler übertünchen sollen. Und alle, auch das BSW, machen mit. So wird das nichts mehr mit Europa, denn Voigt ist nur ein Beispiel wie es überall hier läuft.

  4. Der globale Süden und Russland lassen sich eine Bevormundung und Unterdrückung durch die USA und ihre Vasallen nicht mehr gefallen … Global gesehen, stehen wir vor der Realisierung neuer gesellschaftspolitischer Vorstellungen, die auf Humanität und der Gleichberechtigung von Menschen und Völkern beruhen …

    Ganz bestimmt, der entschlossene Einsatz von Russland und dem globalen Süden hat schließlich schon in Gaza einen Völkermord verhindert und Venezuela vor dem Überfall der USA bewahrt! Auch Kuba kann sich ihrer tatkräftigen Unterstützung sicher sein und morgen wird bei uns alles gut!

      1. Achso, ja, danke, hatt‘ ich ganz vergessen …

        Zur Belohnung für Dich hier ganz unironisch nochmal Egon Bahrs berühmtestes Zitat in edler grauer Rahmung:

        „In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen der Herrschenden. Merken Sie sich das, egal was Ihnen Herr Bittner erzählt!“

      2. Mal ernsthaft.
        Wie sieht die Prognose für Kuba und den Iran aus?
        Wenn China und Russland hier auch wieder nur zuschauen, dann kann man BRICS auch gleich wieder vergessen.

        1. @ Trux: Ruhe bewahren!! Was gerade von Russland und China ohne großes Palaver
          durchgezogen wird, bekommen wir gar nicht mit. Es wird gerade heftig daran gearbeitet
          den Dollar zu Fall zu bringen. Wenn der stürzt, dann können auch keine Soldaten bezahlt
          werden und der Truppe geht der Spritt aus. Was der Iranische Minister, der überraschend
          nach Moskau geflogen ist und mit Putin gesprochen und ausgehandelt hat, wird sich auch
          noch zeigen. Es müssen ja nicht alle so laut ihre Ideen in die Welt blasen wie Trump es macht!

          1. We dieses Schauspiel ein wenig von der Seiteniinie beobachten moechte, dem empehle ich, die Kurse und Chartverlaufe an den internatiolen Boersenhandelsplaetzen zu beobachten. Atemberaubeend, was da momentan abgeht.

        2. Naja, „gleich wieder vergessen“ könnte mensch BRICS, wenn diese sozusagen das genaue spiegelbild des wild gewordenen US-Westens mit seiner „verzweifelten Aggressivität“ und seiner „zur erbarmungslosen Grausamkeit gesteigerten Menschenverachtung“ (Mausfeld) wären. Ein West-imperialsimus 2.0 führt mit sicherheit zum atomkrieg mit dem modell 1.0.

    1. @ scm:
      Was erwarten Sie? Drücken Sie sich klar und deutlich aus. Verlangen Sie sofort ein militärisches Eingreifen Russlands und Chinas auf alle Schweinereien der imperialistischen USA und der Zionisten/Faschisten Israels? Dann schreiben Sie das bitte auch!! Und erwähnen dann nebenbei, der III.WK – nebst Atomwaffen – ließ sich leider nicht vermeiden, weil, den Evangelikalen in den USA mussten Grenzen aufgezeigt werden.
      Aus meiner Sicht hat Bittner vollkommen recht. Die USA können nicht mehr so agieren wie gewünscht. Alles läuft auf eine multipolare Welt hinaus. Die USA, nebst aller Vasallen, versuchen zu retten was nicht mehr zu retten ist.
      Aber, sorry, diese Frage habe ich dann trotzdem: Wie soll z.B. Russland in Venezuela militärisch aktiv dagegen halten? Das Militär Maduros fällt ihm in den Rücken und ein befreundeter ? Staat China/Russland greift ein. Wie soll das allein logistisch zu bewerkstelligen sein? Es gibt andere Mittel, und die sind schon eingesetzt worden. Auch der Regime-Change auf Kuba wird nicht ganz so einfach vonstatten gehen, wie es sich der große Blonde Fascho vorstellt. Und, hier zwar kein Thema, aber von mir kurz erwähnt: auch der Iran steht auf der Abschussliste des Wertewestens. Sollten die Amis einen Krieg anzetteln, könnte das für das ganze westliche, imperialistische System der endgültige Todesschuss sein.
      Also, es ist nicht alles so, wie es scheint. Im Hintergrund laufen Dinge ab, die wir gar nicht einschätzen können. Vllt. liege ich falsch, aber zu glauben, die BRICS/China/Russland hätten keine Möglichkeiten, übersieht einiges.
      Ein atomarer Krieg sollte nicht im Interesse der Menschheit liegen. Noch sind die Amis unberechenbar. Sie schlagen um sich, ohne zu begreifen, dass jeder Schlag das Ende ihrer Vorherrschaft beschleunigt.

      1. Was BRICS kann ist, einen Handel abseits des Dollars zu ermöglichen und sich so aus der Kontrolle der USA zu befreien.

        Aber wenn man jetzt zulässt dass Trump mit Zolldrohungen und Seeblockade Kuba erobert, dann wird bald ganz Süd- und Mittelamerikanische Kontinent für BRICS verloren sein. Das Gleiche gilt für den Nahen und Mittleren Osten wenn der Iran fällt.

        Die Antwort der USA auf BRICS und der zerfallenden Dollarmacht ist es sich in den direkten Besitz lebenswichtiger Güter und Rohstoffe zu bringen. Wenn dann alle anderen zahlen müssen und die USA die Preise bestimmen, dann ist die Währung egal in der gehandelt wird.
        Weshalb ist Bill Gates der weltweit größte Landbesitzer geworden?

        Trump schmeißt die Dollars nur so weg für die Rüstung und kapert weil er den größten Knüppel hat Venezuela. Jetzt kontrolliert er die größte Ölquelle der Welt. Fällt der Iran, dann ist Russland und China raus aus Nah Ost.

  5. „Wie auch immer die Imperialpolitik der US-Regierung unter Trump oder anderen Präsidenten weitergeht: Global gesehen, stehen wir vor der Realisierung neuer gesellschaftspolitischer Vorstellungen, die auf Humanität und der Gleichberechtigung von Menschen und Völkern beruhen, mit anderen Worten: auf den in der Charta der Vereinten Nationen festgeschriebenen Grundsätzen.“

    Interessante und zugleich naiv-geschichtsvergessene These. Worauf beruht Ihre Annahme, dass jene Staaten, welche bis heute die UNO bei jeder Gelegenheit ausgehebelt haben und das Völkerrecht bis heute nach Gutdünken bzw. Tageslaune auszulegen beliebten, in der Ära nach Trump ethisch sauberer agieren werden?

  6. regelbasierte Ordnung ? Auch die Mafia
    hat eine regelbasierte Ordnung [© Dirk Pohlmann] Das hat aber nichts mit Recht, mit Internationalem Recht zu tun

    1. anders:

      was schmeckt besser, eine Wurst aus regelbasierter Schlachtung, oder eine aus einem ordenlich geregelten Betrieb ??

      eine Ordnung bedeutet: eine funtkionierende, stabile Struktur aufgrund inherenter (sinnvoller) Regeln. eine Ordnung die betonen muß, daß sie auf Regeln basiert, trägt die Antwort auf den Euphemismus in sich: die Regeln bestimmen wir, denen du dich unter_zu_Ordnen hast. d.h. der Rechtsbruch des Völkerrechtes als (Versuch einer) Norm, wie er seit eh und jeh praktiziert wird soll durch diesen neue Form der direkteren Willkür ersetzt werden.
      – habe ich das soweit richtig verstanden ?

    2. add: jz kommen die Spindoctors im MoMa mit dem Begriff: „wertebasierte Ordnung“ um die Ecke geschossen, haha, diese Hirnlos mit ihrer regelbasierten Logik – das ist ja noch besser. denken die wirklich, die können immernoch mit neuen Schwachsinnsbegriffen den ewig selben Fascho-wixx verschleiern ?

  7. @Wolfgang Bittner
    „… aber als Ausweg bleibt denen, sich auf die ehemals guten Kontakte zu Russland und China zu besinnen. Zu hoffen ist, dass die gebotene Chance erkannt und wahrgenommen wird.“

    Das sehe ich komplett anders: Es ist eine Sache, mich mit jemand zu überwerfen und mich später vielleicht wieder zu auszusöhnen.

    Eine ganz andere Situation ergibt sich, wenn sich eine Seite in der Trennungsphase nicht zu schade ist, bei jeder sich bietenden Gelegenheit über die andere Seite übelst herzuziehen, zu beleidigen, es in die Öffentlichkeit zu tragen, zu lügen, zu unterstellen, zu sanktionieren, ruinieren zu wollen, andere aufzuhetzen und Dummchen wie Baerbock zu ermutigen bzw. loszulassen. Und das in seiner extremsten Ausprägung bereits seit 4 Jahren und zudem tagtäglich 24/7 non-stop!

    Nein, beim besten Willen: Impossible!
    Nicht Putin muss für eine Aussöhnung oder zumindest eine Annäherung zu Russland verschwinden, sondern jede einzelne Person aus der deutschen Politik, des Mainstreams und der Öffentlich-Rechtlichen, welche sich an der Hetze beteiligt hat. Nur dann und das auch nur vielleicht, ist eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Deutschland und Russland denkbar. Gleiches gilt wohl auch für China, die arabischen Staaten und viele andere mehr! Bis dahin hat Deutschland verkackt – und zwar richtig! 💩💩💩
    Weshalb wohl ist auch Trump derartig desinteressiert an guten Beziehungen zu uns? Aus den gleichen Gründen; man erinnere sich nur an die verbalen Auswüchse gegen ihn vom ersten Tag an bereits während seiner 1. Präsidentschaft…

    Deutschland muss erstmal wieder Respekt und Demut neu erlernen, sich zudem öffentlich entschuldigen und die angerichteten Schäden auf Heller und Pfennig begleichen – nicht nur bei den Russen, sondern roundabout der halben Welt!

    1. Das aus den letzten zwei Zeilen wird wohl nie was werden.

      War mal vor über einem halben Jahrhundert auf einer Geröllhalde zu stehen gekommen. Der tunesische Reiseführer mutmaßte, dass sich da mal ein Karthago genanntes Gebilde befunden haben soll. So genau wisse man es aber nicht.

  8. Es ist übrigens sehr nervig, wenn die Hälfte eines Kommentars untergeht bzw. nicht sichtbar ist, man notgedrungen den fehlenden Text neu schreiben muss, nur um danach festzustellen, das man die 2. Hälfte nun doppelt im Thread hat und folglich wieder löschen muss!

    Das geht doch sicher besser… Oder?

  9. @ Wolfgang Bittner

    … doch dabei sollte das große Ganze nicht aus den Augen verloren werden.*

    * (Wo sind die weiterführenden Anmerkungen? Oder ist das ein neue Marker: „DIY“?)

    1. * bezog sich auf mein Buch „Geopolitik im Überblick. Deutschland-USA-EU-Russland“, Hintergrund Verlag, Berlin 2025.
      MfG Wolfgang Bittner

  10. Die einzelnen europäischen Länder müssen endlich begreifen, dass nur ein Ausstieg aus der EU und der NATO in ihrem eigenen Interesse liegt. Das wird zwar schmerzhaft, aber es ist wie für einen Mensch, der sich aus einer gewaltsamen Beziehung löst, langfristig von Vorteil.

    Sigmar Gabriel, allerhöchster deutscher Transatlantiker hat es ja kürzlich im deutschen, Zwangsgebühren finanzierten Fernsehen verkündet:

    Die EU und die NATO sind Zwingsysteme, die geschaffen wurden, um Herrschaft über die europäischen Staaten auszuüben.

    „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“
    Jean-Claude Juncker

    EVP Chef Manfred Weber möchte jetzt ein EU-Präsidentenamt ins Werk setzen. Viktor orban hat ihm vorgeworfen er wolle auch mit den anderen EU-Eliten eine durchsetzbare Militärunion, so wie Mehrheitsbeschlüsse – ein klarer Verstoß gegen den Ursprungsgedanken sämtlicher Verträge. Mehrheitsbeschlüsse bedeuten die Abschaffung des Prinzips der Einstimmigkeit.

    Quelle:
    https://tkp.at/2026/02/03/treffen-der-evp-mit-vielversprechendem-titel-rueckzug-der-fuehrer/

    Anscheinend handelt es sich bei dem chaotischen und ungeordneten Vorgehen der Trump-Administration um eine bewusste Strategie um Chaos bei den schwächsten Verbündeten von China und den BRICS-Mitgliedern zu erzeugen.

    Die EU selbst, wird bewusst in dieses System integriert, als Speerspitze im Kampf gegen Russland und als Puffer für das US-Finanzsystem.

    in dem Zusammenhang spricht der italienische Geopolitik Analytiker Thomas Fazi von:

    „Es handelt sich dabei praktisch um ein imperiales Modell, das die Demokratie und Souveränität in Europa ausgehöhlt hat. Aus demokratischer Sicht ist es also eindeutig äußerst negativ.“

    Quelle:
    https://transition-news.org/westliche-eliten-werden-verruckt-und-wollen-multipolaritat-verhindern

      1. Aber nur wenn wir es zulassen mein lieber Monotomer. Nur wenn wir es zulassen in ihren Strukturen zu leben, zu arbeiten und zu denken. Du kennst diese Strukturen. Ich habe sie zum Teil in meinem Berufsleben auch selbst kennengelernt. Hier ist ein aktueller Einblick in diese Strukturen also wie denkt eigentlich so eine Elite? Ganz lesen, es lohnt sich.

        https://www.manova.news/artikel/zurcher-geschwatzeltes

  11. Ich find’s natürlich lustig, daß der Politologe Herfried Münkler zur Jahreswende mit einer strategischen Prognose durch die veröffentlichte Meinung gereicht wird, die im Wesentlichen dem entspricht, was ich hier seit ’22 als Diagnose formuliert habe:

    Die EU könne in einer Welt imperialer Akteure nur bestehen, wenn sie Entscheidungsfähigkeit bündelt. Münkler sieht Ansätze eines informellen Machtzentrums aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Polen und Italien .. müssen die Europäer allerdings Brüssel entscheidungsfähig machen und sich weg von den faulen Kompromissen hin zu einem Stück Dezisionismus bewegen … plädiert Münkler auch für eine „europäische Verteidigungskoordination“ und die Vorbereitung „eines rein europäischen Generalstabs“ und der „Möglichkeit eines europäischen Oberkommandierenden, der die in Europa stehenden Nato Truppen“ unter sich hat.

    Klar, daß der Politologe „die Wirtschaft“ komplett zum Instrument der Machtprojektion deklariert, darin ganz im Gefolge des Donald:

    Wenn Großmächte tun, was Großmächte tun, bleibt Europa seine wirtschaftliche Macht, die es aber gebündelt einsetzen muss.

    Doch auf diesen theoretischen Beschluss will Münkler, im vollen Gegensatz zu Trump, ein gleichsam „epochal“ neues Prinzipe, einen neuen übergreifenden Zweck politischer und militärischer Machtkonstruktion gründen, und weil das nicht populär, geschweige in der politischen Klasse durchgesetzt ist, soll für die vorgebliche „Notwendigkeit“ einer imperialen Wende in den europäischen Politiken natürlich … die russische Seele verantwortlich sein:

    [Die vergangene] Weltordnung beruhte auf der Unterstellung einer kühl rationalen Abwägung von Kosten und Nutzen. Sozusagen auf der wirtschaftswissenschaftlichen Kunstfigur des Homo oeconomicus … Diese Figur hat die internationale Politik bestimmt. … Was man dabei aber unterschätzte, war die Macht des Ressentiments, des Grolls, den gerade die Russen empfinden, die sich durch den Westen gedemütigt gefühlt haben.

    Womit er die Sündenbockrolle „des Russen“ zugleich offen legt und zur notwendigen strategischen Grundlage erhebt.
    Von Belang an solcher Verabschiedung des „Homo oeconomicus“ aus Europa ist freilich etwas anderes:

    Das Bekenntnis zum Übergang zur Staatssklaverei für die nichtbesitzenden Klassen. „Der Weltmarkt“ das soll aus der Sicht des europäischen Geostrategen ein Trumm werden, das ausschließlich transterritorial statt hat, zwischen den militärischen Machtblöcken. Territorial soll das Leben der Staatssubjekte (d.h. „der Bürger“) in ihrer Dienstbarkeit aufgehen. Das ist der verborgene Entwurf einer technokratischen Kastenherrschaft, wie sie ja beim WEF seit Jahrzehnten ventiliert wird.

    1. Eigentlich sollte etwas Nachsicht gewährt werden, nicht immer können alle gleichzeitig die selben Schlüsse aus vorliegenden Tatsachen ziehen. Man könnte ja die europäischen Verreckten, Versehrten und in der Breite wirtschaftlich Abgehängten und Vergessenen befragen, wie diese es so mit der Nachsicht halten. Oder besser nicht…

      Und wenn am Ende einer Erkenntnis dann behauptetes „russisches Empfinden“ als Ursache für die Verspätung von M. unter den Weihnachtsbaum gelegt wird und dazu die Unterschlagung, dass die aktuell tragenden Mauern des Europäischen Hauses auf einem »Ressentiment« gegen Russland bestehen, dann ist das tatsächlich nicht mehr, als ein Joghurtbecher mit jahrelang überschrittenem MHD und irgendwie »lustig« – aber nur kurz.

      Danke für die Einordnung. Mir ist der Text bzw. die neue Haltung von von Münkler entgangen und bei TP schaue ich wirklich nur noch selten vorbei. Schräg (nicht lustig) fand ich hingegen, dass Suchsland wirklich den dämlichen Flugzeugträger-Vergleich zieht, über den ich mich vor einiger Zeit hier bei OM schon hergemacht hatte.

      1. Die Assoziation „Nachsicht“ habe ich verschuldet. Ich brauch ja nur in den Link von „Einar von Vielen“ zu gucken, um zu erkennen, was für den Widerstand gegen logische Argumente gestern und heute zuständig ist: Die Neuauflage des „Weltjudentums“ in der Rolle des Kapitalschadens (pun intended). Ich sollt aufhören, mich darüber zu beschweren, daß Kleinbürger die Ratten bleiben, die sie immer gewesen sind.

  12. Warum immer diese Tipps an „Deutschland/Europa“? Wieso falsche „Wir“-Gefühle? Sollen wir uns jetzt den Kopf für Einflussreichere zerbrechen? Dringender Appell zur Rettung der bedrohten EU-Millionäre oder der deutschen Milliardäre? Schadet es dem Normalbürger, wenn die Dienstherrschaft nicht mehr in der obersten Liga mitspielt? Oder soll man sich mit der Gewaltgeschichte der über 500 Jahre (seit 1492) identifizieren, weil „uns“ in all den Jahren die weltweiten Raubzüge von Europäern und das viele mit Mord und Totschlag erbeutete Edelmetall ja offenbar Industrialisierung und Wohlstand gebracht haben?! Also unverdrossen auf ein Entwicklungsmodell setzen, das erwiesenermaßen auf gewaltsamem Ausschluss breiter Bevölkerungsschichten beruht?

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