Ein Mann, zwei Karrieren

Ausschnitt aus dem Buchcover von Angelina Pils: Schneider/Schwerte – Ein westdeutsches Doppelleben 1945–1999, Wallstein-Verlag

Die Metamorphose des SS-Hauptsturmführers Hans Ernst Schneider, der als Hans Schwerte zum Uni-Rektor und Vorzeigedemokraten mutierte. Die Historikerin Angelia Pils beschreibt, wie Karrieren belasteter Nationalsozialisten in der Bundesrepublik verlaufen konnten.

 

Spätestens Mitte 1945 beginnen die Funktions-Eliten des Naziregimes, ihre Fühler auszustrecken. Niemand will mehr Täter sein. Ein Volk müht sich, das zu vergessen, was es verschweigt: seine Bereitschaft zur Teilnahme an einem System der Barbarei. Geschichts-Verleugnung und Geschichts-Umdeutung haben Hochkonjunktur. Hitler allein soll es gewesen sein, verantwortlich für das Verderben der Deutschen und ihre Verbrechen. Wenn nicht allein, dann allenfalls eine kleine verbrecherische Nazi-Elite und ihre fanatischen Getreuen. Zur Bereinigung des kollektiven Scham- und Schuldenkontos, dient ein Bild: „der Führer“ in der Rolle als solitärer Verführer, Verursacher und Verbrecher. Ein Volk auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit – unter der Sündenbock-Schirmherrschaft Hitlers.

Und so gelingt in Westdeutschland einer großen Zahl der früheren NS-Eliten der erfolgreiche Übergang in das neue System. Justiz, Polizei, Geheimdienst, Armee, Ministerien, Schule, Universität, Kultur und Medien sind in der Bundesrepublik sind von alten Nazis durchsetzt. Sie kehren auf ihre alten Plätze zurück, setzen ihre Karrieren fort, gliedern sich nahtlos in die deutsche Nachkriegs-Welt ein. Bundeskanzler Adenauer ermöglicht nach einigen Jahren der Strafverfolgung und Entnazifizierung durch die Alliierten erste Amnestien: Gefälschte Identitäten können unter Zusicherung von Straffreiheit abgelegt werden. Bis zum ersten Stichtag im Frühling 1950 wollen nur 241 Personen reinen Tisch machen.

Das Verschwinden der Vergangenheit

Der ehemalige SS-Hauptsturmführer Hans Ernst Schneider gehört nicht dazu. Er nennt sich jetzt Hans Schwerte. Der Namenswechsel ist seine Überlebensstrategie. Falsche Papiere als Gefreiter der Wehrmacht samt einer Bescheinigung über eine angebliche britische Kriegsgefangenschaft helfen dabei. Eine unter seinem Oberarm tätowierte SS-Nummer diagnostiziert ein nationalgesinnter Arzt als „Schusswunde“. Seine Frau hilft ihm bei seinem eigenen Verschwinden und lässt ihn von einem Notar für tot erklären, um sie später – jetzt als eine verwitwete Frau – ein zweites Mal zu heiraten. In einer Zeit, in der viele amtliche Dokumente „durch Kriegswirren“ verlorengegangen sind, beschafft er sich notwendige Ersatzbescheinigungen, beginnt bald ein Germanistikstudium, wird danach Assistent an der Universität Erlangen, erlangt seinen Doktortitel- und macht eine akademische Karriere. Der Mann, der jetzt Hans Schwerte heißt, tilgt seine Vergangenheit. Eine Nazi-Biografie endet.

In Königsberg wird er 1909 in eine bürgerliche Familie hineingeboren. Er ist ein junger hochgewachsener, blonder Mann und träumt davon, Schriftsteller zu werden, Die Weimarer Republik lehnt er ab. Er sehnt sich nach Aufbruch. Während des Studiums der Germanistik lernt er die völkische Ideologie kennen, die als modern gilt – und ist begeistert. 1933 tritt er in die SA ein, 1937 in die SS, zu deren elitärem Arier-Orden sein Aussehen passt. Wenig später ist er auch Mitglied in der NSDAP, Parteiausweis Nummer 4923959. Nach seiner Promotion findet eine Anstellung im Rasse- und Siedlungshauptamt in Berlin, bereits 1940 arbeitet er im Persönlichen Stab Reichsführer-SS, Heinrich Himmler. Zielstrebig macht Schneider als Volks- und Ahnenforscher Karriere, wird SS-Hauptsturmführer. Er entgeht dem Fronteinsatz, verrichtet seine Forschungsarbeit daheim im Reich. Schneider ist ein Schreibtischtäter – tadellos bis zuletzt.

Als der Krieg fast vorbei ist, zieht er nicht nur seine Uniform aus. Er zieht auch einen Schlussstrich unter seine bisherige Biografie. Hans Schwerte, wie er sich nun nennt, widmet sich seiner zweiten Karriere. Aus dem Germanen-Forscher des „Dritten Reichs“ wird 1965 ein Germanistik-Professor an der Technischen Hochschule in Aachen, später deren geschätzter Rektor, der mit Ehrungen wie dem Bundesverdienstkreuz bedacht wird. Wie raffiniert seine Tarnung ist, zeigt sich schon während der Berufung. „Seine lautere Persönlichkeit, die sich besonders in seinem Verhalten während der Jahre 1933–1945 äußerte, gibt Gewähr, dass er eine erfreuliche Bereicherung der Fakultät bilden würde”, steht im Gutachten.

Kein richtiges Leben im Falschen

Er ist ein kluger Täuscher, ein umtriebiger akademischer Netzwerker. Das geht gut – bis 1993. Da erhält der längst emeritierte Schneider/Schwerte einen anonymen Brief, dem ein Foto seines alten Lebens in SS-Uniform beiliegt. Nicht nur Frau und Kinder, auch die Weggefährten wussten von dem doppelten Spiel. Schon seit den 1970ern ging das Gerücht, dass der Rektor ein alter Nazi ist. Einige Professorenkollegen der Universität – der Kanzler, der stellvertretende Kanzler, andere mehr – wussten Bescheid, aber niemand wagte sich ins Offene – weil unklar war, wer auf wessen Seite steht – und ob eine Anzeige nicht auch persönliche Karriere-Nachteile mit sich brächte. Geübter, gängiger Opportunismus. Es muss ja irgendwie weitergehen ….

Erst als zwei Jahre später niederländische Journalisten enthüllen, was an der Technischen Hochschule Aachen mindestens ein Jahrzehnt mühsam unter Verschluss und nur zaghaft verfolgt wurde, wagt Schwerte den Schritt nach vorne und gesteht öffentlich seine Lebenslüge, bevor das niederländische Fernsehmagazin „Brandpunt“ das tut. Danach bricht ein monströser Skandal über ihn herein.  Er verliert Rang, Ehre und seinen Beamtenstatus samt Pension.

Der Enttarnte gibt nur zu, was sich nicht mehr abstreiten lässt. In sein Tagebuch notiert er: „48 Jahre der Versuch, jene 8–9 Jahre wieder gut zu machen. (. . .) Aber Hochstapelei nirgends. Promotion, Habilitation, Berufung, Wahlen usw. ganz regelhaft. Nur die ersten Angaben, ab Mai 1945, waren falsch.” Trotz Scham und Schande sucht er nach Rechtfertigungen und Erklärungen für sein Doppelleben. Doch gibt es ein richtiges Leben im falschen? Lassen sich „die Irrtümer von 1937–1945 abarbeiten”, wie er glaubt?

Akademische Korpsgeist und diskrete Schweigsamkeit

Achtzig Jahre nach Schneiders Verwandlung in Schwerte und dreißig Jahre nach seinem Auffliegen, hat die Historikerin Angelina Pils jetzt im Göttinger Wallstein Verlag ein umfangreiches – im besten Sinne aufklärendes – Buch über ein „westdeutsches Doppelleben“ vorgelegt. Sie hat erstmals die Tagebücher ausgewertet, die Schneider/Schwerte während 57 Jahren schrieb, auch die Akten der Technischen Hochschule in Aachen, an welcher der ehemalige SS-Mann so lange unerkannt und unbehelligt lehrte, als Rektor leitete. Pils beschreibt, wie solche Identitätswechsel und Karrieren möglich waren. Und sie zeigt, wie widersprüchlich der Weg von der Diktatur in die Demokratie war, wie aus einem eilfertigen NS-Wissenschaftsorganisator eine geschätzte Identifikationsfigur der demokratischen Nachkriegs-Germanistik werden konnte.

Bereits 1998 waren zwei Autoren dieser Frage nachgegangen:  der Essener Sprachwissenschaftler Ludwig Jäger („Seitenwechsel – Der Fall Schneider/Schwerte und die Diskretion der Germanistik“, Wilhelm Fink Verlag) sowie der Politikwissenschaftler Claus Leggewie, der in Gießen lehrte („Von Schneider zu Schwerte – Das ungewöhnliche Leben eines Mannes, der aus der Geschichte lernen wollte“, Hanser Verlag). Sie zeichnen ein gegensätzliches Bild des ehemaligen SS- Hauptsturmführers: den Nazi- Ideologen, der wusste, was er tat (Jäger) und der bereits 1942 als Leiter des „Germanischen Wissenschaftseinsatzes“ zu einer treibenden Kraft in Himmlers „Ahnenerbe“-Projekt wurde und den „durchschnittlichen SS-Intellektuellen“, der „zufällig“ in diese Kreise geraten war, „eine Verkettung von Neigung und Zufall, Ehrgeiz und Laxheit“. wie Leggewie konstatiert.

Jäger, unversöhnlicher als Leggewie, verweist schon damals auf Material, das all die „diskreten“ Mitwisser entlarvt, die nach 1945 Schneider/Schwerte wiedererkannt haben müssen.  Das „Nicht-Erinnern-Wollen“, die zaghaften Ermittlungen, das großzügige Verständnis – das alles war charakteristisch für die Nachkriegsgesellschaft vor allem dann, wenn es um sich um die NS-Tätigkeit von Kollegen handelte. Auf die heimliche Solidarität seiner Kollegen konnte Schneider /Schwerte also zählen: ein ausgeprägter akademischer Korpsgeist garantierte dafür. Die eingeübte Schweigsamkeit fand durchaus die Zustimmung der meisten Deutschen.

Erhellendes Psychogramm und Soziogramm

Angelina Pils analysiert und beschreibt in ihrer Studie die personellen Kontinuitäten, die strukturellen Bedingungen und die mentalen Anpassungsprozesse, die Karrieren wie die von Schneider / Schwerte ermöglichten. Auf der Basis dessen langjährigen Tagebuchaufzeichnungen zeichnet sie akribisch nach, wie der Identitätswechsel gelang und warum die Enttarnung erst so spät erfolgte. Ihr Buch lässt sich als aufschlussreiches Psychogramm eines „gespaltenen“ Intellektuellen lesen, als seinen Versuch, sich mit einem gelebten Doppelleben zu versöhnen – ebenso als erhellendes Sozigramm einer kollektiven Selbstverleugnung und Selbstentlastung.

Das Buch passt in unsere Zeit. Derzeit wird aufgeregt – freilich um Jahrzehnte verspätet – in Deutschland über Nazi-Verstrickungen in der eigenen Familie debattiert.  Seit die National Archives in den USA im März die Mitgliederkartei von Hitlers NSDAP ins Netz gestellt haben (und die ZEIT und der Spiegel die Datenbank benutzerfreundlich aufbereiteten), sind Millionen von Karteikarten ehemaliger NSDAP-Mitglieder nun online auffindbar. Insgesamt traten zwischen 1925 und 1945 rund 10,2 Millionen Menschen in die NSDAP ein, etwa 90 Prozent davon lassen sich in den erhaltenen Mitgliedskarteibeständen wiederfinden. Doch was sagt das über ihre Rolle im Nationalsozialismus, wenn eigene Vorfahren in diesen Listen auftauchen?

Vor mehr als zwanzig Jahren belegte eine Studie des Sozialpsychologen Harald Welzer, dass nur 6 Prozent der Deutschen meinen, ihre Eltern oder Großeltern hätten ein positives Verhältnis zum Nationalsozialismus gehabt. Besonders die jüngeren Deutschen fühlten sich zwar durch Schule und Medien über die NS-Zeit gut informiert, häufig sogar übersättigt. Gleichzeitig aber waren sie davon überzeugt: „Opa war kein Nazi!“  Heute sind Opa und Oma mit wenigen Klicks entlarvt.

Auch eine Kartei auf den Namen Hans Ernst Schneider ist archiviert, der Mann, der zuerst überzeugter Nazi war und dann als Hans Schwerte zum Vorzeige-Demokraten mutierte. Er stirbt wenige Tage nach seinem 90. Geburtstag im Dezember 1999 in einem westdeutschen Seniorenheim – unter jenem Namen, den er der Öffentlichkeit ein halbes Jahrhundert lang vorenthalten hatte. Zuletzt notiert er in sein Tagebuch: „Von mir kommt nichts mehr, wartet nicht. Zwei Leben/zwei Mal gelebt, ein drittes nicht mehr.”

Angelina Pils: Schneider/Schwerte – Ein westdeutsches Doppelleben 1945–1999, Wallstein-Verlag, 312 Seiten, 32 Euro.

Von Helmut Ortner erschien zuletzt: GNADENLOS DEUTSCH – Täter, Helfer, Zuschauer – und die Entsorgung der NS-Zeit. Alibri Verlag

Helmut Ortner

HELMUT ORTNER hat bislang mehr als zwanzig Bücher, überwiegend politische Sachbücher und Biografien, veröffentlicht. Zuletzt erschienen: „Heimatkunde – Falsche Wahrheiten. Richtige Lügen“ (2024), „Das klerikale Kartell. Warum die Trennung von Kirche und Staat überfällig ist“ (2024) und „Volk im Wahn – Hitlers Deutsche oder Die Gegenwart der Vergangenheit“ (2022). Seine Bücher wurden bislang in 14 Sprachen übersetzt. Helmut Ortner ist Mitglied bei Amnesty International und im Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung.
www.helmutortner.de
Foto: Peter Hönnemann
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16 Kommentare

  1. Die Meinhof hatte recht in der Analyse, versagte jedoch im Lösungsansatz völlig – vermutlich war sie emotional von der Ungeheuerlichkeit überfordert. Das gab es eben nicht nur unter den Talaren, sondern nach Abbruch der Entnazifizierung zur Einleitung des Kalten Krieges waren grosse Teile der Bundesrepublik wieder in Nazi-Hand. Der KGB brachte Bandera in München um.

  2. Meine Mutter hat mir immer den Witz erzählt: Kommt ein Nazi bei den Nürnberger Prozessen vor Gericht: „Heil Hitler! Außer mir und dem Führer war niemand in der Partei!“

  3. Viele Opfer der Nazis wurden auch nach dem Krieg drangsaliert und heute sind wir wieder alle keine Nazis, rufen „NIE WIEDER“ und unterstützen gleichzeitig die Nazis in der Ukraine.
    Der braune Geist war unterschwellig immer vorhanden in Deutschen Landen!
    Nun tritt er wieder offen zu Tage

  4. Ein Beispiel: Recht im NS-CDU-Adenauer-Nachkriegsdeutschland

    „Sehr geehrt [ … ],

    Danke für Ihren Beitrag. Es ist sehr schlimm und ein Skandal, wie lange ( 11. Juni 1994, Abschaffung §175 ) u. a. gleichgeschlechtlich orientierte Menschen in Deutschland gedemütigt … verfolgt wurden – und noch werden. Dies wundert nicht, wenn man bedenkt, wie lange nach 1949 ehemalige Top-Nazis in bundesrepublikanischen Justizministerien usw. unheilvoll wirken durften – von Adenauer ( CDU ) geduldet!

    Während meiner Studentenzeit in Köln ( 1980 – 1987 ) … galt ‚Schwulsein‘ ( ein Begriff, den ich ablehne ) als ‚anrüchig‘! Kontakte zu ‚solchen Menschen‘ galten sogar als ‚konspirativ‘.

    Dennoch: Mich beunruhigt und nervt die Militanz der LGBTQ-Bewegung, welche ich einerseits zutiefst verstehen / nachvollziehen kann. Aber sie dient der Sache nachhaltig nicht wirklich. Sie baut auf der Gegenseite Agressionen auf. In diesen Kontext gehört auch das Thema ‚Cancel Culture‘. Und Politik macht genau derlei Polarisierungen für sich brutalstmöglich nutzbar. Klar, es geht um Wählerstimmen.

    Mich deprimiert sehr, wie simpel sich Menschen wieder einmal instrumentalisieren lassen hier in Deutschland. Schrecklichst! Dieses Land wird aus seiner Geschichte insgesamt niemals etwas lernen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Roland Weinert [ drs. phil. ]
    Magister Artium ( Universität zu Köln, Köln, D )
    Master of Business Administration ( Universität St. Gallen, St. Gallen, CH )“

  5. Wer kennt schon Marion Russegger? Von der Dame habe ich jedenfalls in meiner Schulzeit nie etwas gehört.

    Aber der Name Roland Freisler sagt sicherlich vielen Bürgern etwas. Marion Russegger war von 1928 bis 1945 die Ehefrau von Roland Freiser, dem Präsidenten des Volksgerichtshofes aka „Blutrichter“, der unter anderem die Studenten Christoph Probst, Hans und Sophie Scholl (aka Weiße Rose) zum Tode verurteilte, weil sie pazifistische Flugblätter an der Uni verteilten und ein Ende des Krieges forderten. Der „Blutrichter“ Roland Freisler kam im Februar 1945 bei einem Bombenangriff der US-Armee ums Leben.

    Nach dem Krieg wollte Frau Freisler von dem Namen „Freisler“ nichts mehr wissen und nahm wieder ihren Geburtsnamen „Russegger“ an. Nicht verzichtet hat sie allerdings auf die Kriegsopferbeamtenversorgungs-Witwenrente, die sie bis zu ihrem Tode 1997 Monat für Monat für Monat für Monat für Monat für Monat für Monat für Monat für Monat auf Kosten aller Steuerzahler kassierte.

    Da müssen sich alle normalen Arbeiterinnen, normalen Arbeiter und normalen Angestellten, die jahrzehntelang arbeiten und Steuern zahlen, um dann irgendwann eine lausige Rente zu bekommen, ganz schön veräppelt vorkommen. Ganz offenkundig ist beim „Entnazifizierungsverfahren“ und bei der Aufarbeitung der braunen NS-Zeit ordentlich was schief gelaufen.

  6. Nun, der Alte – unser ach so geschätzter erster Bundeskanzler hat über vielem sein schützendes Händchen gehalten. Wie er bspw. seinem plötzlich zum Spezi erkorenen Ben Gurion seinen Adlatus – den Globke, Hans – verkaufen konnte, muß uns viel, viel Geld gekostet haben plus eine neue deutsche Marine unter falscher Flagge. Eine Schattenflotte, na sowas! Immerhin hat besagter Hans noch heute – zumindest lt. Wiki – reichlich sein Patschehändchen bei den Rasse-Gesetzen (nicht nur beim gelben Fünfzack) mittenmang gehabt, wenn nicht bei der Formulierung (man weiß es halt nicht mehr so genau) so doch wenigstens hinsichtlich der Anwendung, den Richtlinien etc. pp. Wer sonst als der Experte im Reichsinnenministerium soll das auch sonst gemacht haben. Die passende Uniform jedenefalls hat er schon damals getragen. Wiki weiß da zwar ganz gut bescheid, warum er aber auf dem Foto dort einen schwarzen Häs`, nebst Kappe tragen darf, wer weiß.

    Und, was wurde aus ihm? Das sollte ich allerdings herumgesprochen haben zwischenzeitlich. Also Wiki behauptet Folgendes und ich will partout nicht daran herumkritteln: „In der Adenauer-Ära war Globke als „graue Eminenz“ und engster Vertrauter des Kanzlers verantwortlich für Personalpolitik, Kabinettsarbeit, die Einrichtung und Kontrolle von Bundesnachrichtendienst und Verfassungsschutz sowie für Fragen der CDU-Parteiführung. Zu seinen Lebzeiten wurde sein Einsatz für die nationalsozialistische Diktatur nur teilweise bekannt. Im In- und Ausland wurde er deshalb immer wieder scharf angegriffen, von der Bundesregierung, dem BND und der CIA aber stets geschützt.“

    Das soll alles gewesen sein? Da , wo das vom Absatz vorher steht, steht auch das hier: „In Westdeutschland konnte Globke seine Karriere als Beamter im Höheren Dienst fortsetzen. Unter Konrad Adenauer wurde er am 26. September 1949 im Bundeskanzleramt zum Ministerialdirigenten sowie 1950 als Leiter der Hauptabteilung für innere Angelegenheiten zum Ministerialdirektor[29] ernannt und stieg 1953 als Nachfolger des in den Bundestag gewählten Otto Lenz zum Staatssekretär und Chef des Bundeskanzleramtes auf.[30] In dieser Funktion war er Mitglied des engsten Führungszirkels um Adenauer und dessen engster Vertrauter. Im Schatten des Bundeskanzlers zog Globke im Hintergrund die Fäden und galt als wichtiger Stützpfeiler von Adenauers „Kanzlerdemokratie“.

    Und Adenauer wußte genau bescheid! Da gibt es nämlich einen Schwank, aus seinem Umfeld von damals verbreitet. Ein Mitglied des Hohen Hauses zu Bonn, der im gleichen Jahr wie der Vorgenannte Einzug ins Kanzleramt halten konnte (wieder lt. Wiki) hatte sich anderhalb Jahrzehnte später so hochgearbeitet, daß er sich fähig und würdig dafür halten könnte, sich für das seinerzeit gerade frei gewordene Amt des ersten Manne des.Staates zu bemühen.In Bonn zumindest blieb ja kein Gerücht geheim und so landete es auch im Kanzleramt bei Konrad A. Auf seine bekannt trockene rheinische Art wischte er den Karrierewunsch vom Tisch: „Nein danke, habe schon den Globke im Kanzleramt, brauche jetzt bestimmt nicht auch noch einen Gauleiter-Assistenten in der Villa Hammerschmidt!“ Villa Ham…? So hieß zu der Zeit der erste Sitz von dem was heute ‚Schloß Bellevue“ ist.

    Übrigens … Die Karriere war somit gefühlt beendet, der ‚harte Stuhl‘ im Bundestag wurde alsbald übernommen von … einem der es dann länger aushielt, aber nie Richtung Pension zur schönen Aussicht spickte, in Richtung Kanzleramt aber schon. Da hatte aber ein anderer Kanzler offensichtlich was gegen, warum auch immer.

    1. Ein paar Zitate zu besagtem Gauleiter, gefällig?

      Robert W. Geb. B.?

      … war ein verurteilter Kriegsverbrecher … Hinrichtung nach Gefangennahme 1945 ein Jahr später

      Und sonst, sein Werdegang bspw.?

      „Er nahm 1923 am Hitlerputsch teil …

      Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde er badischer Reichsstatthalter und Gauleiter, nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Frankreich 1940 außerdem auch Chef der Zivilverwaltung im besetzten Elsass… Für die als Wagner-Bürckel-Aktion bekannte Massendeportation von Juden aus dem Elsass, aus Lothringen, Baden und der Pfalz war er mitverantwortlich…

      Am Hitlerputsch vom 9. November 1923 nahm Wagner als Anführer der Mannschaften der Infanterieschule teil, die sich als persönliche Sturmabteilung Ludendorffs verstanden….

      Seit dieser Zeit hatte Wagner beste Beziehungen zu Adolf Hitler und Joseph Goebbels. Hitler ließ ihn auch später frei gewähren und unterstützte ihn gemäß seinem allgemeinen Herrschaftsprinzip konkurrierender Machtzentren in Auseinandersetzungen mit den zentralen Regierungsinstanzen. Für seine „Verdienste“ im Jahre 1923 erhielt Wagner als „Alter Kämpfer“ 1934 das höchste Ehrenzeichen der NSDAP, den sogenannten Blutorden mit der Verleihungsnummer 83…“

      Und, was gäbe es zum Assistenten Spezielles zu vermelden auf Wiki?

      Nun, ein promovierter (1929) und später auch habilitierter Jurist (1932), dazwischen Rechtsanwalt und Dozent, später auch noch außerplanmäßiger Professor (1940). April 33 Eintritt in die SA, 1937 in die Partei.

      Von 1941 bis 1944 war er für die deutsche Zivilverwaltung im besetzten Elsass dienstverpflichtet.
      (Aber gewiß doch, überfordert dürfte er da wohl kaum gewesen sein, bei dem Werdegang bis dahin! Vielleicht quantitativ, wo doch sein Dienstverpflichter u.a. ‚für die als Wagner-Bürckel-Aktion (s.o.) mitverantwortlich‘ gewesen sein soll.

      Ach ja, 1952 Eintritt in die nächste, die christliche Partei, ein Jahr später Mitglied des Hohen Hauses bis 1972!

      Weswegen Adenauer jetzt genau dem armen Assistenten alias Verwaltungsangestellten die nächste Stufe der Karriere vermasselte? Man wird es wohl nie erfahren!

    2. Und noch etwas zum Nachtrag von 20Uhr 45 – immer noch im Moderatorium verweilend, jetzt zwei Stunden später!

      Was das heuer noch soll, wo doch dieser Schneider-Schwerte seit 27 Jahren nicht mehr unter uns weilt, der von mir ans Tageslicht gezerrte Dr.jur. und Mitglied des Hohen Hauses sogar fast doppelt so lang? Meinen Frieden mit dem Mann habe bzw. hätte ich längst gemacht. Dumm nur, da gibt es dann doch noch was, was ich absolut nicht akzeptieren will und wird. Nach nochmaliger Lektüre des Artikels fiel mir dann doch jener deutsche Spruch ein. „Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen!“. Vom Kanzler damals und seinem Kanzleramtsminister sicherlich auf die Spitze getrieben. Aber auch das meine ich nicht, ist ja auch längst alles biologisch abgewickelt. Dem Herrn Schneider/Schwerte wurde noch zu Lebzeit genommen, was izu nehmen war. Nein, ich bedauere ihn nicht. Gewiß nicht, aber … dass diesem- wie unser Kanzler Adenauer ihn einst tituliert haben soll – ‚Gauleiter-Assistent‘ noch posthum die Ehre erwiesen wird, seinen Namen über der höchsten Lehranstalt an seinem früheren Wohnort prangen zu sehen, dass – mit untertänigstem Verlaub – ist mir zuwider. Aber vielleicht ist das heutzutage dann doch wieder normal. Eingedenk des Wicki-Filmes „Die Brücke“ erscheint einem die ‚Kriegstüchtigkeit‘ unserer Pennäler allerdings wenig erträglich.

      Nicht, dass die Tatsache des Kontaminiertseins des Namensspenders nicht bekannt gewesen wäre, irgendwann. Laut Google soll sogar das Regionalblättchen aber auch gar nicht mit dem Paten einverstanden gewesen sein. Von wem werden sie es gesteckt bekommen haben, von mir jedenfalls nicht. Aber die ganzen Lobhudeleien auf der Nachruf-Seite zu unserem – sagen wir mal – Protagonisten bspw. auf der website der Konrad-Adnauer-Stiftung, haben bei mir heute dann doch jene Position ausgelöst die mit „das ;Maß ist voll“ ganz gut beschrieben ist. Und ja! Auf dieser Lehranstalt weilte ich vor vielen Jahrzehnten auch einmal. Und nochmal ja: Ich fühle mich besudelt

    3. Und noch etwas zum Nachtrag von 20Uhr 45 – immer noch im Moderatorium verweilend, jetzt zwei Stunden später!

      Was das heuer noch soll, wo doch dieser Schneider-Schwerte seit 27 Jahren nicht mehr unter uns weilt, der von mir ans Tageslicht gezerrte Dr.jur. und Mitglied des Hohen Hauses sogar fast doppelt so lang? Meinen Frieden mit dem Mann habe bzw. hätte ich längst gemacht. Dumm nur, da gibt es dann doch noch was, was ich absolut nicht akzeptieren will und werde. Nach nochmaliger Lektüre des Artikels fiel mir dann doch jener deutsche Spruch ein. „Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen!“. Vom Kanzler damals und seinem Kanzleramtsminister sicherlich auf die Spitze getrieben. Aber auch das meine ich nicht, ist ja auch längst alles biologisch abgewickelt. Dem Herrn Schneider/Schwerte wurde noch zu Lebzeit genommen, was zu nehmen war. Nein, ich bedauere ihn nicht. Gewiß nicht, aber … dass diesem- wie unser Kanzler Adenauer ihn einst tituliert haben soll – ‚Gauleiter-Assistent‘ noch posthum die Ehre erwiesen wird, seinen Namen über der höchsten Lehranstalt an seinem früheren Wohnort prangen zu sehen, dass – mit untertänigstem Verlaub – ist mir zuwider. Aber vielleicht ist das heutzutage dann doch wieder normal. Eingedenk des Wicki-Filmes „Die Brücke“ erscheint einem die heutzutage geforderte ‚Kriegstüchtigkeit‘ unserer Pennäler allerdings wenig erträglich.

      Nicht, dass die Tatsache des Kontaminiertseins des Namensspenders nicht bekannt gewesen wäre, irgendwann. Laut Google soll sogar das Regionalblättchen aber auch gar nicht mit dem Paten einverstanden gewesen sein. Von wem werden sie es gesteckt bekommen haben, von mir jedenfalls nicht. Aber die ganzen Lobhudeleien auf der Nachruf-Seite zu unserem – sagen wir mal – Protagonisten bspw. auf der website der Konrad-Adnauer-Stiftung, haben bei mir heute dann doch jene Position ausgelöst die mit „das ;Maß ist voll“ ganz gut beschrieben ist. Und ja! Auf dieser Lehranstalt weilte ich vor vielen Jahrzehnten auch einmal. Und nochmal ja: Ich fühle mich besudelt

  7. Der Mann hat ziemlich viel Pech gehabt. Wenn statt 1993 ein niederländisches TL-Team zwanzig Jahre früher eines aus der DDR damit herausgekommen wäre, hätte die Republik Stasi, Kommunisten. Hetze, Zersetzung, Fälschung, Propaganda gebrüllt, viel menschliches Verständnis gezeigt und sich nicht mehr eingekriegt, was für üble Verleumder da im Osten Mist auf das schon damals beste Deutschland warfen. Bestenfalls, aber das nicht gewiss, hätte er als Rektor zurücktreten müssen.
    Wer eine Ahnung davon bekommen möchte, wie das funktionierte, kann in den Eintrag “ Kongo Müller“ der verkommenen Wikipedia und dort den Abschnitt zum DDR- Film „Der lachende Mann“ lesen. Anders als noch heute in der Wikipedia steht und womit ich diesen Kommentar abschließe, war Müller ein bekennender Mörder, der nach Afrika ging, um Menschen umzubringen, die ihm nie was taten und Angelegenheiten zu regeln, die ihn nichts angingen. Beste deutsche Tradition.
    Also nochmal – hätte die DDR den SS-Rektor enttarnt, hätte ihn die Republik schon rausgehauen. Zum Beispiel – nur so zur Ilustration- so wie noch heute bei Kongo-Müller alles DDR – Propaganda: “ Für den deutschen Historiker Klaas Voß ist Müller ein reines Propagandakonstrukt: „Tatsächlich rechtfertigt lediglich Müllers Bedeutung im Propagandakrieg der DDR gegen Westdeutschland den hohen Stellenwert, den ihm deutschsprachige Darstellungen zu den Söldnern im Kongo einräumten. Zu jener für die Simbas unbezwingbaren Terrorgestalt, zu der ein in der DDR geschaffener Dokumentarfilm (Der lachende Mann, 1966) ihn und andere ‚Negerkiller‘ stilisierte, taugte gerade der Kongo-Müller nicht““

    Wem als Zoni dabei noch immer das Kotzen kommt, ist klar selber schuld. Noch immer nicht in der Republik angekommen.

  8. Nicht vergessen, der NAZI-Marinerichter Hans Filbinger, der zahlreiche Todesurteile fällte, wurde sogar CDU Ministerpräsident von Baden-Württemberg.
    Er prägte auch Ausspruch: “Was damals Recht war, kann heute nicht Unrecht sein.“

  9. @OSTDEUTSCHER47
    Diese politischen Opportunisten gab es aber auch in der real existierenden „gottlosen“ DDR, obwohl da nach 1945 bei der „Entnazifizierung“ etwas genauer hingeschaut wurde als im mehrheitlich „christlichen“ und „wertewestlichen“ Deutschland.

    Diese opportunistischen und technokratischen Richter gibt es auch in den real existierenden sog. „Demokratien“ von heute und in der „besten Demokratie, die wir in Deutschland jemals hatten“, wie das ein deutscher Politiker vor einigen Jahren superlativistisch formulierte.

    Diese Richterinnen und Richter sagen dann immer: Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil. Aber sie entscheiden NICHT im Interesse der Mehrheit dieses Volkes und schon gar NICHT zum Wohl der Allgemeinheit und das wissen Richterinnen und Richter, die das machen, selbst auch ganz genau. Sie entscheiden IM INTERESSE DER HERRSCHENDEN politischen und ökonomischen Klasse und zum Wohl der oberen 10 Prozent der Bevölkerung, weil sie selbst zu diesen oberen 10 Prozent gehören.

    Ein Bundesrichter bekommt in Deutschland derzeit (2026) jährlich zwischen 102.000 Euro (R2, St. 4, vh, 1 Kind) und 214.000 Euro (R10 mit Zulage, vh, 1 Kind) und das AUF KOSTEN ALLER STEUERZAHLER. Das macht netto (ESt III/1, keine KiSt, vor Abzug von PKV) zwischen 80.000 und 143.000 Euro pro Jahr.

    Auf Kosten aller Steuerzahler heißt: Sogar Obdachlose zahlen mit ihren Steuern dafür. Fragen Sie mal den Bundeskanzler oder das Bundesfinanzfinisterium, ob Obdachlose von der Umsatz-/Mehrwertsteuer/Schaumweinsteuer befreit sind, wenn sie sich eine Flasche Campagner Brut de Paris für 299,90 Euro kaufen? Fragen Sie nicht die „Wirtschaftsexperten“ von ARD, Bild, FAZ, Welt und ZDF, denn diese Fragen werden von diesen „Wirtschaftsexperten“ weder gestellt noch beantwortet.

    Diesen richterlichen Damen und richterlichen Herren, die in diesem „demokratischen und sozialen Bundesstaat“ wie es im Art. 20 Grundgesetz von 1949 heißt, Recht sprechen, ist es vollkommen egal,
    ob der gesetzliche Mindestlohn bei 13,33 oder 14,44 oder 15,15 Euro brutto liegt,
    eine Rentnerin/Rentner netto 1.111 oder 1.555 Euro gesetzliche Rente im Monat bekommt,
    ob jemand mit einem Nettogehalt von 30.000 Euro im Jahr, eine bezahlbare Wohnung und einen Kita-Platz findet,
    und der „superreichste“ Deutsche mit einem Vermögen von 50 Milliarden Euro demnächst über ein Vermögen von 100 Milliarden Euro verfügt und auch das noch nicht zum Leben reicht.

    Einen Unterschied zwischen der Zeit von 1933 bis 1945 und heute gibt es dann doch. Die braunen Männer-Socken schlossen damals Frauen explizit von den Rechtsberufen aus. (Das heißt nicht, dass es 1933 bis 1945 keine Frauen in der Justiz gab.) Heute können auch Frauen Richterin (werden) und im Sinne der herrschenden Klasse „Recht“ sprechen. Denn an der Hypothese, dass die Rechtsprechung dadurch gerechter und sozialer wird, daran habe ich begründete und berechtigte Zweifel.

    Die Krönung des ungezügelten Monopoly-Kapitalismus ist der Krieg. Das ist nur eine Frage der Zeit, wann er kommen bzw. von den regierenden Politikern herbeigeredet und von de Edelfedern der Mainstream-Propaganda-Medien herbeigeschrieben wird.

    ACHTUNG! +++ Breaking News +++ Drohnen-Alarm: Über Dummhausen in der Nähe von Dummstadt am Rhein wurde eine Drohne gesichtet. Es könnte eine russische Drohne gewesen. Wenn sich vier Wochen später herausstellt, dass es eine bayerische Flugente war, die sich verflogen hatte, wen interessiert das vier Wochen später noch? Falls sich herausstellen sollte, dass die Drohne überhaupt keine Ente, sondern eine wertewestliche Lügen-Drohne war, auch das interessiert vier Wochen später fast niemanden mehr.

    Auch im Krieg gibt bzw. gab es Richter, die „Recht“ sprechen wie der „Blutrichter“ Roland Freisler im Zweiten Weltkrieg. Mehr als vier Jahrzehnte lang konnte oder wollte sich die Witwe des ehemaligen „Blutrichters“ nicht an den Namen Freisler erinnern. Die Witwenrente des 1945 durch eine US-Bombe getöteten Ehemannes hat sie auf Kosten der Allgemeinheit jahrzehntelang bis zu ihrem Tod aber schon kassiert.

  10. Bin ich jetzt überrascht über diesen Artikel. Ein Mensch aus der Zeit der sein Leben hinübergerettet hatte.
    Soll ich da jetzt urteilen und wie. Wir haben heute alle gut lamentieren über eine Zeit, die uns nahezu fremd ist, trotz Trommelfeuer täglich im TV.
    Alle meine männlichen Vorfahren sind bei der Wehrmacht gewesen, es ist einfach die Zeit gewesen, die dazu führte, das über 90 Prozent der Deutschen hinter Hitler standen im Gegensatz zu unserem jetzigen Kanzler. Gehirnwäsche wohl kaum.
    Nach 1945 haben sich alle Lager und Parteien bei den Beamten und Helfer der NSDAP eifrig bedient, kann man gut bei Wiki nachlesen. Selbst die SED stand mit dem Slogan „gegenüber Hitler, wir haben den besseren Sozialismus“ ganz vorne mit dabei. Wie das wohl geht bei dem linken Getue, alles Rechts oder was.
    Was passiert jetzt sollten die Blauen irgendwo an die Macht kommen. Die ersten Absetzbewegungen sind schon benannt und Aktenvernichter angeschafft. Sicherlich hängt der Vergleich da bis jetzt noch kein Krieg ausgebrochen ist, aber wir arbeiten daran.
    Am Ende der DDR gab es etliche Identitätswechsel, warum wohl?

    1. Sehr geehrter Herr Heitmann,

      über Ihren relativierenden Kommentar bin ich allerdings nicht überrascht.

      Ihr Kommentar ist allerdings eine Beleidigung für alle Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer, die im Dritten Reich in den vielen Konzentrationslagern erhängt, erdrosselt, ertränkt, erstochen, erschossen, geköpft, vergast oder erschlagen wurden oder einfach „nur“ verhungert oder im Winter erfroren sind. Die sozialdarwinistischen Mitglieder der NSDAP, die NSDAP-Wählerinnen und NSDAP-Wähler, die NSDAP-Sympathisanten und „Mitläufer“ waren extrem kreativ, wenn es darum ging, missliebige Kritikerinnen/Kritiker zu quälen und zu eliminieren. Es gab auch nicht nur den bekannten Herrn „Dr.“ Mengele, es gab auch noch andere Ärzte und sogar Ärztinnen, die in den Lagern qualvolle medizinische „Experimente“ mit in der Regel tödlichem Ausgang an den Häftlingen durchführten, um beim „Endsieg“ Deutschlands mitzuhelfen oder einfach „nur“ aus opportunistischen Gründen, um „Karriere“ zu machen. Nicht alle wurden nach dem Krieg angeklagt und juristisch zur Rechenschaft gezogen. Nach dem Krieg haben einige einfach weiter „Karriere“ gemacht als ob überhaupt nichts passiert wäre.

      Einige wenige Kritiker der NSDAP hatten auch „Glück“ und überlebt, weil sie bis 1945 „nur“ in die Psychatrie („Klappse“, „Irrenanstalt“) eingesperrt wurden.

      Es ist auch eine Beleidigung für die vielen Leute, die in der DDR jahrelang im Knast saßen, weil sie die Politik der DDR-Regierung kritisiert haben oder in die BRD fliehen wollten.

      Mehr muss man dazu nicht sagen oder haben Sie noch Fragen?

      Dann kläre ich Sie auch gerne über die geistigen Vordenker der „Euthanasie“ auf. In der NS-Zeit wurden aus „Kostengründen“ auch rund 250.000 Kranke und Schwerbehinderte umgebracht. Auf den Totenscheinen an die Eltern stand selbstverständlich nicht: Um dem Staat Kosten zu ersparen, haben wir am 20. April 1943 ihre Tochter/ihren Sohn, Frau/Herrn XXX, geb. am 25.12.1925 in Wuppertal mit einer Giftspritze zu Tode gebracht. Da stand: Am 20. April 1943 ist ihre Tochter/ihr Sohn an „Herzversagen“ gestorben. Kostennote ist beigefügt.

      Die geistigen Vordenker der NS-Euthanasie waren die beiden akademischen Sozialdarwinisten Dr. jur. Karl Binding und Dr. med. Alfred Hoche: „Die Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens. Ihr Maß und ihre Form.“ Das Pamphlet wurde in der Demokratie der Weimarer Republik zu einer Zeit veröffentlicht als es die braune NSDAP noch gar nicht gab. Die anständigen, korrekten, ordentlichen, aufrechten, aufrichtigen, redlichen, ehrlichen, ehrbaren, pflichtbewussten, sauberen, pünktlichen, fleißigen, tüchtigen und mehrheitlich „christlich“ und „römisch-katholischen“ oder „evangelisch-protestantischen“ Deutschen haben von 1933 bis 1945 nur praktisch umgesetzt, was diese beiden Vorderdenker ideologisch vorgedacht haben.

      Zur Weiterbildung empfehle ich:
      Ernst Klee: „Euthanasie“ im NS-Staat. Die „Vernichtung lebensunwerten Lebens“. Fischer-Verlag, Frankfurt/Main 1983.
      Ernst Klee (Hrsg.): Dokumente zur „Euthanasie“. Fischer, Frankfurt/Main 1985.

  11. „es ist einfach die Zeit gewesen, die dazu führte“

    Jaha, so war und ist sie halt, „die Zeit“, dieses geheimnisvolle, phaenomenale und vor allem übergeordnete Subjekt, welches angeblich die meisten Menschen jederzeit in die Rolle von kretinistischen Befehlempfängern, und ein paar wenige in die Rolle von Befehshabern setzen soll.
    So einfach geht das.

  12. Der Autor schreibt :
    der bereits 1942 als Leiter des „Germanischen Wissenschaftseinsatzes“ zu einer treibenden Kraft in Himmlers „Ahnenerbe“-Projekt wurde und den „durchschnittlichen SS-Intellektuellen“, der „zufällig“ in diese Kreise geraten war, „eine Verkettung von Neigung und Zufall, Ehrgeiz und Laxheit“. wie Leggewie konstatiert.

    Dann gibt es nach Leggewie also einen durchschnittlichen und damit auch einen unter- und überdurchschnittlichen SS-Intelektuellen;
    was zeichnete den durchschnittlichen SS-Intelektuellen aus ? : fanatische/er Antisemitismus, Slawenverachtung, Kommunisten- und Russenhass !, können wir uns darauf einigen ?
    Ist eine solche „Durchschnittlichkeit“ nicht Grund genug, um einem Menschen den Zugang zu öffentlichen Ämtern zu verwehren ?
    Wie könnte man im Nachhinein klären, wie viel SS-Gedankengut in Schneider schlummerte ?, man könnte prüfen, wie seine Nachkommen ticken : tragen diese SS-Gedankengut in sich ?, wenn ja, dann ist es wahrscheinlich, dass sie dieses mittels Erziehung / Vorbildfunktion / transgenerationaler Vererbung erworben haben, denn prägend schlechte Erfahrungen dürften Schneiders Nachkommen mit Juden / Slawen / Kommunisten und Russen nicht gemacht haben.

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