Ein alt-neuer Weltzustand

250th Anniversary of the U.S. Army Grand Parade and Celebration in Washington, D.C., Saturday, June 14, 2025. (Official White House Photo by Daniel Torok)
Donald Trump während der Parade am 14. Juni 2025. BIld: Weißes Haus

US-Präsident Donald Trump hat beschlossen, Venezuelas Staatspräsident Nicolás Maduro in einer Militäraktion gefangenzunehmen. Dann hat er es eben gemacht. Was bedeutet das?

Die Reaktionen auf Donald Trumps Attacke auf Venezuelas Maduro-Regierung sind geteilt: Einerseits habe er das Völkerrecht brutal übertreten. Andererseits habe er immerhin einen korrupten Diktator, der massiven Drogenhandel betreibt, ausgeschaltet. Die Behaglichkeit der Ambivalenz darf man sich schenken. Denn nicht nur müsste allen klar sein, was der US-Präsident mit dem Militärangriff bezweckte: Der Kampf gegen ein autoritäres Regime ist wohl das allerletzte, was er im Sinn hat; er selbst ist ja mittlerweile zum Papst globaler Demokratiebekämpfung und individueller herrschaftlicher Allmacht avanciert. Und er selbst hat in seiner Rede nach der spektakulären Attacke deutlich gemacht, daß er Venezuelas Öl weit mehr begehrt, als Maduro vor Gericht zu bringen oder der venezolanischen Bevölkerung Demokratie zu liefern. Die komplette Übernahme der Ölindustrie Venezuelas und die (vorläufige) Verwaltung des Landes gelte es zu vollziehen. “Wir werden große Mengen Öl verkaufen”, sagte er. Lupenreiner Imperialismus des 19. Jahrhunderts – allerdings bewaffnet mit Waffen des 21. Jahrhunderts. In “The Guardian” vom 3.1.2026 sprach Julian Borger von der “Putinisierung” der US-Außenpolitik und dem beschleunigten “Übergang von einer weitgehend regelbasierten Welt hin zu einer Welt konkurrierender Einflusszonen, die durch militärische Stärke und die Bereitschaft zu ihrem Einsatz bestimmt werden”. Das bedeutet: Lateinamerika liege im Einflussbereich der USA – so wie die Ukraine im Schatten Russlands. “Wladimir Putin denkt ähnlich über große Teile Osteuropas. Xi Jinping wird seine eigenen Schlüsse daraus ziehen.”

Aber selbst diese Kurzdarstellung erfasst noch nicht ganz, was das grundlegend Neue an Trumps Handeln (bzw. an dem der drei Gentlemen an der Spitze besagter Einflusszonen) ausmacht. Es sei an dieser Stelle ein ausfällig-vulgärer hebräischer Slangausdruck bemüht: Vom Sprungbrett herab pinkeln. Die Bedeutung: 1. offene und freche Missachtung von Regeln, Normen oder anderen Menschen; 2. absichtliches und provokatives Handeln, ohne jede Scham; 3. mitunter auch eine Zurschaustellung von Macht bzw. Überlegenheit. Das Bild stammt aus der Sphäre der Schwimmbecken: Das Sprungbrett ist der höchste und auffälligste Ort, und die Handlung selbst stellt ein eindeutiges gesellschaftliches Tabu dar. Die Kombination erzeugt das Bild einer verbotenen Handlung, die offen sichtbar und besonders provokativ ist, aber eben nicht im Verborgenen, sondern “von oben herab”, vor aller Augen stattfindet.

Donald Trump steht auf dem Sprungbrett. Wie sein Verbündeter Benjamin Netanjahu, der jede Kritik an sich abprallen lässt und juristische Anklagen der Korruption und des Betrugs zu ignorieren pflegt, gibt auch er sich als erhaben über jegliche Norm, Konvention, Regel und selbst über das Gesetz. Aber während für derlei Verhaltensmuster für gewöhnlich irgendeine Ideologie, eine konstruierte Rechtfertigung oder eine wie auch immer geartete Begründung herangezogen wird, erweist sich bei Trump das Neue daran, dass er sich von derlei Zwängen der Moral, der Scham und des Zweifels vollkommen losgelöst hat. Außer seiner base (die freilich selbst immer diffuser wirkt) ist er niemandem mehr Rechenschaft schuldig.

Sein Auftritt als rowdyhafter Rüpel, der die gesamte Welt als eine zu seiner Verfügung stehende Aktionsplattform ansieht und behandelt, ist nicht gestellt, sondern Wesen und Raison d’être. Man darf sich nicht täuschen lassen: So wie seine Idee, den völlig zerstörten Gazastreifen als Riviera wiederaufzubauen, am Dasein der Gazabewohner (die nach seiner Vision ohnehin von ihrem Heimatboden deportiert gehören) zynisch vorbeigeht, ist seine großmäulig trompetete “Besorgnis” um Europas finstere Zukunft oder sein narzisstisches Suhlen in der Selbstdarstellung als Friedensbringer auf diversen Kriegsfronten der Welt für das zu erachten, was sie letztlich sind: Äußerungen eines Omnipotenz-Wahns, dem man – und das ist das wahrhaft Neue am Phänomen Trump – in der Welt nichts mehr entgegenzustellen weiß.

Und das geht schon über das Individuum Donald Trump hinaus. Denn die ohnmächtige Reaktion auf die Eigenwilligkeiten des auf dem Sprungbrett stehenden Autokraten zeugt auch davon, daß man sich ihm angepasst hat – ohne seine absurde Querköpfigkeit und die Ungereimtheiten seines Handelns akzeptieren zu wollen, setzt man eher auf Kompromiss und Versöhnung. Das hat vor allem mit den klar auf der Hand liegenden globalen Machtverhältnissen zu tun: Nicht nur ist sich Trump selbst seiner großen Macht bewusst, sondern auch seine Widersacher haben sie nolens volens verinnerlicht.

Nun kann man behaupten, dies sei alles nicht gar so neu; man betrachte nur Trumps Vorgänger. Julian Borger bemerkt dazu: “Die internationalen Gesetze und Normen, die Trump nun niedergewalzt hat, waren bereits von früheren US-Regierungen aufgeweicht worden.” Am ehesten erinnere die jetztige Operation an die Invasion Panamas im Jahr 1989 und die erzwungene Kapitulation seines Machthabers unter der Regierung von George Bush. Unter George W. Bush sei die Invasion des Irak auf falscher Grundlage erfolgt, mithin die weitreichende Anwendung von Verschleppungen und Folter durch seine Regierung. Barack Obama habe es stattdessen vorgezogen, seine eigene rechtlich fragwürdige Kampagne gezielter Drohnentötungen mutmaßlicher Terroristen zu praktizieren.

Borgers Kommentar dazu: “Dies waren wohl jeweils einzelne Akte der Heuchelei früherer Präsidenten, die sich im Namen amerikanischer Interessen Ausnahmen vom Völkerrecht herausnahmen, das System der globalen Normen jedoch im Großen und Ganzen akzeptierten – im Wissen darum, dass das ‘regelbasierte System’ die USA überwiegend begünstigte.” Aber: “Trump hingegen verachtet dieses System zutiefst.” Er fahre seit seinem Amtsantritt vor einem Jahr “mit ganzen Kolonnen von Bulldozern durch dieses ohnehin zunehmend fragile Gefüge – und nun ist davon kaum mehr als ein Trümmerfeld übrig.”

Man wundert sich: Dieser Mensch, der in ein vages Radebrechen übergeht, sobald er seine Augen vom vorgefertigten Text erhebt; der seine Drohgebärden und Erpressungspraktiken zur Norm internationaler Politinteraktion erhoben hat; der sich eine Moralautarkie konstruiert hat, deren Annahme er seinen Partnern wie Widersachern kompromisslos abfordert, und sei es unter Anwendung mafiöser Methoden; der Macht und Gewalt stets mit unverhohlenem Genuß ausspielt, mitunter sich Länder und Territorien zur Einverleibung in die Vereinigten Staaten aussucht – dieser Mensch soll der Herold der neuen Weltordnung und des diesen beseelenden Zeitgeistes sein?

So verführerisch die Personalisierung sein mag, muss man erkennen, dass Trump lediglich ein Symptom darstellt. Das Neue an ihm widerspiegelt einen jetztigen Weltzustand, in welchem eine janusköpfige Doppelbewegung abläuft: Zum einen der endgültige Abschied von der “Welt von gestern”, der sich in der Digital- und KI-Revolution mit all ihren Auswirkungen und ambivalenten Zukunftsszenarien, einschließlich der finalen Lossagung vom Geist der klassischen Aufklärung, vollzieht. Zum anderen eine paradoxe Retrobewegung, in der sich eine Hinwendung zur Frühzeit des Imperialismus, mithin zum (als überwunden geglaubten) brachialen Militarismus manifestiert. Es geht nicht nur um das althergebrachte Postulat einer rigiden Macht des Stärkeren, sondern um eine hinzugekommene ruchlose Skrupellosigkeit, die die repressive Gewalt des Starken gegenüber dem Schwachen legitimiert. Nicolás Maduro, dem man nicht nachtrauern mag, ist da nur der Anfang.

Moshe Zuckermann

Moshe Zuckermann wuchs als Sohn polnisch-jüdischer Holocaust-Überlebender in Tel Aviv auf. Seine Eltern emigrierten 1960 nach Frankfurt am Main. Nach seiner Rückkehr nach Israel im Jahr 1970 studierte er an der Universität Tel Aviv, wo er am Institute for the History and Philosophy of Science and Ideas lehrte und das Institut für deutsche Geschichte leitete. 2018 wurde er emeritiert.
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67 Kommentare

  1. Moshe Zuckermann ist für mich Pflichtlektüre.
    Er spricht das Wesentliche an.
    Einfach genial.
    Wenn ich mir die Parteiveranstaltungen der Trumpanhänger,aber auch der Demokraten,anschaue,dann fühle ich mich immer zurückversetzt in die Zeit der Sportpalastreden von Goebels.
    Merkwürdig!!!

  2. Nun ja, Trump macht nicht so viel anderes als all seine Vorgänger auch. Er gebraucht seine Macht rücksichtslos. Nur spart er sich die Mühe, das noch irgendwie mit verlogenen Ausreden zu verdecken. Er ahnt da nur die israelische Politik nach. Insofern ist Trumps Politik brutal ehrlicher. Eben Gangstermethoden.

  3. Wo soll man beginnen? In einer idealen Welt, in der die Menschen nicht von sich selbst entfremdet sind, ist so etwas nicht möglich. Da würden Menschen mit narzisstischen Zügen nicht nach oben gespült, sondern therapiert.
    Im real existierenden Kapitalismus eine geradezu lächerliche Utopie. Leider.
    Und natürlich ist Trump nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Er ist einfach nochmal ne Spur drüber.

  4. Maduro hätte sich nicht mit China treffen dürfen.
    So, wie Putin den Einfluss des Westens in der Ukraine beendete und Russlands Territorium markierte, so hat Trump den Einfluss Chinas beendet und Amerikas Territorium markiert.
    Bleibt die Frage, wie China nun mit Taiwan umgehen wird, was ja völkerrechtich tatsächlich zu China gehört und von nur zwei oder drei Ländern überhaupt anerkannt wird.
    Ich sehe schon kommen, dass China dort nun ebenfalls die Pflöcke einschlagen wird und ausser Japan und vielleicht Korea niemand ernsthaft widersprechen wird.

    1. Maduro hätte sich nicht mit China treffen dürfen.
      So, wie Putin den Einfluss des Westens in der Ukraine beendete und Russlands Territorium markierte, so hat Trump den Einfluss Chinas beendet und Amerikas Territorium markiert.

      1. Vielleicht sollten Sie bei Gelegenheit mal eine Weltkarte zu Rate ziehen. Die venezuelanische Hauptstadt Caracas liegt 2.200 km vom Südzipfel des US-Territoriums, nämlich von Florida entfernt. Auf europäische Verhältnisse übertragen entspricht diese Entfernung derjenigen von Paris bis zur russischen Westgrenze (hab’s gerade nachgemessen).
      Wenn Sie also schon solche Parallelen ziehen wollen, dann müsste es nach der Entführung von Macron durch Putin heißen, dass Macron sich eben nicht mit Trump hätte treffen dürfen.

      2. Zweitens hat die RF keinen ganzen Kontinent zu ihrem Besitz erklärt (Trump: „This is ours.“). Die russische Invasion ist zwar sicher völkerrechtswidrig (Artikel 51 der UN-Charta, der das „das naturgegebene Recht zur individuellen oder kollektiven Selbstverteidigung“ anspricht, ist hier m.E. nicht anwendbar, trotz des Verweises auf den Beschuss von Donezk), aber ihr Ziel bestand ausschließlich darin, die militärpolitische Neutralität der Ukraine, so wie sie Ende 1991 in der ukrainischen Unabhängigkeitserklärung fixiert wurde, durchzusetzen.
      Das haben alle an den Verhandlungen (!) Beteiligten verlautbart und die bis April 2022 ausgehandelten und fast fertigen Verträge, die am 17.6.2024 von der NYT publiziert wurden, bestätigen das. (Der Titel des Vertragsentwurfs lautete „Vertrag über die permanente Neutralität der Ukraine“. Artikel 3 des Vertragsentwurfs erlaubte ausdrücklich die Mitgliedschaft der Ukraine in der EU und ähnlichen Organisationen.)

      3. Und da Sie weiter oben fragten: Natürlich war Honecker „viel besser als dieses Kapitalistenschwein Trump“ und zwar praktisch in jeder denkbaren Hinsicht.

      1. Es ist der US-Hinterhof, egal, wo sie da ihr Lineal anlegen.
        Und zu Honecker sage ich mal lieber gar nichts, ausser dem, was gesagt werden sollte: Im Sozialismus spült es auch Arschlöcher nach oben, das ist beileibe kein Merkmal, dass der Kapitalismus allein innehätte.

        1. Es ist der US-Hinterhof, egal, wo sie da ihr Lineal anlegen.

          Weil Sie’s sagen oder Trump sich so verhält?
          Die Vereinigten Staaten sind nicht nur Gründungsmitglied der UNO, sondern die UNO ist direkt aus der siegreichen Anti-Hitler-Koalition hervorgegangen, deren Beteiligte deshalb auch bis heute Veto-Recht in Sicherheitsrat haben. Die von der UNO 1945 verabschiedete UN-Charta hält also die Vorstellungen der Anti-Hitler-Koalition, darunter federführend die der USA, für die neue völkerrechtliche Weltordnung fest.

          Von Hinterhöfen kann man UN-Charta nichts lesen, im Gegenteil spricht Artikel 2, Abs. 1 vom „Grundsatz der souveränen Gleichheit aller Mitglieder“ der UNO.

          Es ist verrückt, dass ich hier die Charta anführen muss, welche die Truman-Regierung im Namen u.a. der USA 1945 zur internationalen Norm setzte – denn eigentlich sollten sich deren Grundsätze von selbst verstehen – während Sie das Verhalten Trumps zur Norm erklären.

          Zu Trump: Der Mann ist offenkundig psychisch krank. Deshalb forderten bereits 2017 25.000 amerikanische Psychologen, Psychiater etc. in einer Petition seine Untersuchung.
          Und dann ist da noch Trumps Nichte Mary L. Trump. Was hat die damit zu tun? Mary L. Trump ist eine promovierte Psychologin, die die Entwicklung von Trumps Krankheitsgeschichte mit eigenen Augen und aus nächster Nähe mitansehen konnte und darüber einen Bestseller verfasste.

          Die Tatsache, dass ein offenkundig psychisch Kranker wie Trump bereits zweimal gewählt wurde, zeigt vor allem, wie krank die amerikanische Gesellschaft ist.

          Und zu Honecker sage ich mal lieber gar nichts, ausser dem, was gesagt werden sollte: Im Sozialismus spült es auch Arschlöcher nach oben, das ist beileibe kein Merkmal, dass der Kapitalismus allein innehätte.

          Es verschlägt einem wirklich die Worte. Wir haben in der BRD mittlerweile 250.000 obdachlose Bundesbürger, aber derjenige, der ein Wohnungsbauprogramm auflegte und in dessen Amtszeit Obdachlosigkeit ein Fremdwort war gilt als „Arschloch“. Die BRD führt wieder Krieg gegen Russland, erklärt die Bombardierung des Iran zur „Drecksarbeit“, die gemacht werden muss, unterstützt tatkräftig den Genozid in Gaza und ihre Außenminister schütteln freudig den von ihnen unterstützten siegreichen Al-Quaida-Terroristen in Syrien die Hände. Und so weiter. Aber Honecker ist das „Arschloch“.

          Ihr seid ohne Übertreibung krank. habt anscheinend die Denkfähigkeit eingebüßt. Ihr seid, um Star Treck zu zitieren, vollkommen assimiliert und verkündet freudig: „Widerstand ist zwecklos“.

      2. Alles richtig.
        Und doch stellt sich die Frage:
        Was tun?
        Die Ohnmacht, diesem Spiel ein Ende zu bereiten, ist schmerzlich zu fühlen.
        Ich kann nur noch gegen meine Depressionen kämpfen, weil alles so unerträglich geworden ist.

    2. „Bleibt die Frage, wie China nun mit Taiwan umgehen wird, was ja völkerrechtich tatsächlich zu China gehört und von nur zwei oder drei Ländern überhaupt anerkannt wird.“

      Nanana!

      Es sind immerhin 13 Staaten! Darunter solch politische Schwergewichte wie….

      Tuvalu, die Marschallinseln, Belize und St. Lucia! Und apropos „St.“ auch die Heilige Sch…. der Heilige Stuhl erkennt diesen Hammerstaat an!

      Das ist ja das Absurde an diesen ganzen Politikerreden, wenn sie über China/Taiwan schwafeln und die „Achtung der Souveränität“ des Insellandes durch die VR einfordern – obwohl kein einziger dieser Staaten Taiwan anerkennt!

      1. Sowohl die Republik China (auf Taiwan) als auch die Volksrepublik China beanspruchen die Regierung ganz Chinas zu sein. Ja das ist legalistische Hütchenspielerei. Die Wirklichkeit kann ja jeder sehen. Eine Unabhängigkeitserklärung Taiwans hat es noch nicht gegeben weil die VRC mit Krieg droht, auch wenn ich glaube daß der gemeine Taiwaner seine Insel als eigentlich unabhängig wahrnimmt wegen der eigenen Geschichte. Insbesondere die Erringung von Demokratie in den Neunzigern gegen die alten Säcke der Kuomintang. Unter eine Ein-Parteien-Herrschaft wollen die nicht zurück. Also bleibt es bei der Ein-China-Politik.

        1. Ich bin kein Kommunist so geht´s schon mal los.
          Das sind auch immer die Argumente derjenigen, die sich sowieso kein anderes System mehr vorstellen können.
          Und die sind ja bekanntlich eh verloren.

  5. Wir leben eben in finsteren Zeiten, da mag uns Fritze noch so viel über „Komplexität“ nachsinnen, obwohl jeder Depp sehen kann, dass durch diese Glaubwürdigkeitslücke die gesamte US Armee durchmarschieren kann. Bekanntlich folgt aber auf die Aktion die Reaktion usw. Die Entwicklung zur Multipolarität ist nur durch einen großen Krieg, der aber ein Atomkrieg sein wird, aufzuhalten. Die Frage nach einer neuerlichen „Nschkriegsordnung“ stellt sich aber dann nicht mehr.

    1. Aber ja, das geht.
      Wahrscheinlich weil ich den Begriff woke unglaublich woke finde.
      Wie rechts und links und Mitte und antisemitisch und und und
      Kann er für alles und nichts verwendet werden.
      Der Moshe legt schon den Finger auf die schmerzende Stelle, oder?

  6. Im Grunde bedarf der Aufsatz von Zuckermann keines Kommentars, weil alles gesagt ist. Nur interessant, wie geht es weiter. Aber eigentlich auch nicht, denn es ist egal, ob sich die USA zuerst Grönland einverleiben oder China Taiwan, das ist alles nur bedingt wichtig. Wichtig allein wäre die Frage, ob die Menschheit nicht endlich erwacht. Aber auch diese ist nur von geringem Interesse, denn das wird nicht geschehen.

    1. Das würde ich nicht so kategorisch behaupten. Aber es wird sicher einer grundstürzenden Katastrophe bedürfen, um eine grundlegende geistige Wende zu bewirken, so wenig wünschenswert – die unmittelbaren Folgen bedenkend – das auch sein mag.

  7. „Die alte Welt liegt im Sterben. Die neue ist noch nicht geboren. Es ist die Zeit der Monster“
    Diese etwas ungenaue Übersetzung eines Ausspruchs des italienischen Marxisten vor ca. 100 Jahren dürfte doch den Marxisten Moshe Zuckermann gefallen?

    Wir leben in einer Übergangszeit. Die alte Weltordnung der totalen Hegemonie der USA zerfällt langsam aber stetig. Die neue, multipolare Weltordnung liegt in ihren Geburtswehen. Solche Übergangszeiten sind extrem gefährlich. Dies sollte man im Hinterkopf haben, wenn man die Weltlage analysiert.

    Der langsame aber stetige Niedergang der USA ist verbunden, sozusagen als Gegenbewegung, mit den langsamen Aufstieg der dekolonisierten Länder, allen voran China. China sieht sich selbst als Opfer des westlichen Imperialismus, der den Sommerpalast der chinesischen Kaisers in Beijing zweimal zerstörte. China hat den industriellen Aufstieg eigener Art hingelegt, durch einen von der KP streng überwachten Kapitalismus mit starken sozialistischen Elementen. Diese wären der verstaatlichte Bankensektor und das Staatseigentum an Grund und Boden.

    Als großer Gegenspieler zur USA ging 1991 die Sowjetunion unter, wofür der wirtschaftliche Niedergang und Nationalitätenkonflikte verantwortlich sind. Unter Jelzin wollte der Westen einen unregulierten, neoliberalen Kapitalismus installieren. Die Folgen waren Verarmung und die Lebenserwartung sank dramatisch. Damit hat Putin Schluß gemacht. Deshalb ist er in Russland so beliebt.

    Jetzt entsteht eine neue Weltordnung aus den Mächtedreieck USA – China – Russland. Während sichtbar die USA das Völkerrecht völlig über Bord geworfen hat, tritt nun China als dessen Vertreter auf. Für westlich sozialisierte Menschen ist dies schwer zu ertragen, bleibt aber dennoch Realität.

    Europa spielt in diesen Mächtedreieck keine Rolle mehr, eine Zumutung für das eurozentrische Denken. Europa hätte nur dann eine Chance, wenn es wieder billige Rohstoffe aus Russland bezieht und sich mit China gutstellt. So sagte es sinngemäß der konservative Ökonom Hans-Werner Sinn in einen Interview.

    Wir leben in einer Abstiegsgesellschaft. Diesen Abstieg gilt es so sozialverträglich wie möglich zu gestalten. Damit hat der Sinn natürlich nichts im Sinn!

    1. > Während sichtbar die USA das Völkerrecht völlig über Bord geworfen hat
      Wir doch auch. Mal zählt es, mal nicht. Niemand nimmt diesen Quatsch noch ernst.

    2. Das mit China und Russland stimmt natürlich. Was dabei fehlt, ist geistige und gemeinschaftliche Vitalität (s. Niedergang des Westens), die für einen wirklichen Neustart erforderlich wären.

  8. …………. es bedeutet einen Rückfall in “ unkultivierte “ Zeiten. All die friedlichen, kultivierten Errungenschaften, die in langen, unendlich mühevollen, von unsäglichen Opfern bgegleiteten, kleinen Schritten, die in Europa gegangen wurden, werden quasi auf 0 gestellt……. zurück aber nicht “ auf Los „. Die psychopathischen Pistoleros dort drüben hocken immer noch in
    ihrer Wagenburg und ballern alles zu Klump, was anders ist als sie. Ihre endlose Paranoia macht sie natürlich unberührbar,
    was aber eine Grundbedingung des Menschseins ist. Allein die Maxime des amerikanischen Exzeptionalismus – selbst verliehen natürlich !!! – gilt ihnen als moralischer Freibrief, überall „regimechanges“ zu veranstalten, wo immer sie wollen – und Niemandem im blöden Europa fällt da irgendetwas auf…… Aber wir sind ja die Guten!! Das ganze Theater, lieber Moshe bedeutet : wir sind am ARSCH. So einfach.

    1. “ Die psychophatischen Pistoleros dort drüben…“ Naja, ein Psychophat sitzt ja schon in New York im Knast. Oder wen meinten Sie genau ?

      1. Jetzt können Sie wieder zufrieden mit sich und der Welt zur Lektüre von BILD zurückkehren. Die auf gleicher Ebene liegende WELT dürfte für Sie trotz akademischen Nicknames bereits intellektuell sein.

        1. …………..uiuiui…..da übt noch jemand…. Beleidigungen und son Kram muss man können, außer man ist ein richtiges Arschloch und schon so geboren.

  9. „Vom Sprungbrett herab pinkeln. Die Bedeutung: 1. offene und freche Missachtung von Regeln, Normen oder anderen Menschen; 2. absichtliches und provokatives Handeln, ohne jede Scham; 3. mitunter auch eine Zurschaustellung von Macht bzw. Überlegenheit.“

    Dem ortsübliche Rustbelt-Redneck, der gerade von der Kaninchenjagd mit einem völlig überdimensionierten Pickup über die staubige Dorfstrasse zur Tanke fährt, um sich das achte Bier reinzukippen, gefällt genau das. Mit ihm sind hunderttausende oder millionen von Halbmenschen, denen das dünne Mäntelchen aus Humanismus, das über Jahrhunderte so mühsam von vielen anständigen Händen genäht wurde, zu schwer und zu lästig geworden ist.
    Und nicht nur in den USA finden wir diese Leute, nein, zunehmend auch bei uns. Interessant und grotesk ist es, dass es oft und gerade jene sind, die nach amerikanischem Vorbild für mehr Sozialdarwinismus und eine rohe Ellenbogengesellschaft eintreten, die unter den von ihnen geforderten Umständen dann selber, und sicher nicht zuletzt, unter die Räder kommen.

    Winter is coming.

    1. [quote]Dem ortsübliche Rustbelt-Redneck, der gerade von der Kaninchenjagd mit einem völlig überdimensionierten Pickup über die staubige Dorfstrasse zur Tanke fährt, um sich das achte Bier reinzukippen[/quote]
      Es wundert wirklich nicht, wie Claas Relotius für genau solchen Schmarrn mit Preisen zugeworfen werden konnte.
      Das hat schon Stürmer-Niveau.
      Sie wissen Schon: Stürmer, Angriff, Streicher und so. Alles Leute, mit denen und mit deren Publikum sie absolut nichts gemein haben.

  10. Guter Beitrag.
    Klärt vielleicht auch einiges, was die venezolanische Vizepräsidentin Delcy Rodríguez damit meinte, den Angriff und die Entführung Maduros als „zionistisch eingefärbt“ (“Zionist tinge”) zu bezeichnen.

  11. Während wir uns noch über Venezuela streiten, wird gerade der Krieg gegen den Iran vorbereitet. Amerikanische und britische Kampfflugzeuge und Tankflugzeuge werden Richtung Naher Osten verlegt. Auf den Straßen von Teheran werden (wie damals am Maidan in Kiew oder an 7/10 in Gaza) mit Hilfe westlicher Geheimdienste Aufstände angeheizt, die natürlich Hunderte Tote produzieren werden. Damit in Europa niemand „für die Mullahs“ auf die Straße geht, wenn die Bomben fallen. Und keiner in Talkshows den Mund aufmacht.

    Same procedure as every war.

    1. Eben.
      Alles endet immer da, wo es begonnen hat.
      Und „unsere“ Geschichte begann weder in Moskau noch in Peking, und schon gar nicht im Washington.

      1. Jaa und die Demonstranten werden natürlich alle vom CIA, Mossad und MI6 gesteuert. Aber keine Bange, in Berlin werden bestimmt ein paar Queere und Woke für die Freiheit der Mullahs und funktionierende Baukräne auf die Strasse gehen. Die sind genauso dumm, wie die Sozialisten, die 1979 glaubten, sie säßen mit Khomeini in einem Boot. Sie wurden zu tausenden gehängt oder an die Wand gestellt. Aus der Traum von der gemeinsamen Revolution im Namen von Lenin.

    2. Man sollte die Iraner nicht unterschätzen. Gerade in einem Blutbad verringert sich die Wahrscheinlichkeit, daß ein Reza Pahlevi jr. als Regierung eingesetzt werden kann.

      Korrigieren Sie mich bitte, falls ich falsch liege, aber so wie ich das sehe ist der Schahsohn gerade die einzige Marionette, die den USA zur Verfügung steht. Außer einer 73-jährigen, die in Paris wohnt u. von sich behauptet den Aufstand zu koordinieren. Wir erinnern uns: Khomeini kam damals ebenfalls aus Paris, aber da hatten die Europäer mitsamt den Franzosen noch wesentlich mehr zu melden….

  12. Moshe Zuckermann kotzt sich hier über Trump aus und unterstellt, der könne Omnipotenzphantasien ohne Widerstand umsetzten, quasi wie ein Gott. Das ist zuviel der Ehre, denn Trump ist kein Gott. Er ist ein nüchterner und realistischer Buchhalter, der sorgfältig darauf achtet, dass das was er tut, klappt und sich rentiert. Die Entführung Maduros war eine geniale Aktion, und Trump holte sich (wahrscheinlich schon vorher) das Einverständnis der veränderten venezolanischen Regierung ein, durch die Energiekonzerne die Ölressourcen ausbeuten zu lassen, und jetzt gab er den Konzernen Garantien für den Fall, dass ihre Investitionen Ausfälle werden.
    Und Zuckermann ist auch offensichtlich enttäuscht darüber, dass Trump verhindert, dass Israel den Gazastreifen annektiert, und sich Gedanken über die wirtschaftliche Zukunft dieses ehemaligen Homelands macht, die jenseits der Ausbeutung der Palästinenser als Gelegenheitsarbeiter für Israel liegen. Nix ist mehr mit dem Traum von Eretz Israel, zu dem nach der Bibel der Gazastreifen anscheinend nicht gehörte.
    Mir ist auch schon lange klar, was Trump meint, wenn er sagt, er wolle Grönland kaufen. 4. Januar 2025 um 11:48 Uhr schrieb ich hier: „Grönland hat nicht mal 60000 Einwohner. Wenn USA es zu einem Spottpreis von 60 Milliarden Dollar kauft, was 60000 Millionen sind, ist jeder Eskimo dort ein Millionär.“ Zur Zeit sind in den USA Einmalzahlungen von 100000 Dollar pro Person im Spiel, also Peanuts. Aber die Grönländer bekommen sicher mehr. Einer Million könnte keiner widerstehen. Und die Europäer werden sich hüten, die USA unverzüglich aus der Nato zu treiben.

      1. Ich wäre mit dem Gelächter eher vorsichtig……Man kann Trump Vieles vorwerfen, aber dumm ist er nicht….

        Schritt 1): Grönland wird unabhängig von Dänemark, was die Dänen als Deppen dastehen läßt.
        Schritt 2): Was obiger Forent vorgeschlagen hat, wäre eine geniale Lösung.

        „Ein Esel, mit Gold beladen, stürmt jede Festung“.

  13. Man sollte die Iraner nicht unterschätzen. Gerade in einem Blutbad verringert sich die Wahrscheinlichkeit, daß ein Reza Pahlevi jr. als Regierung eingesetzt werden kann.

    Korrigieren Sie mich bitte, falls ich falsch liege, aber so wie ich das sehe ist der Schahsohn gerade die einzige Marionette, die den USA zur Verfügung steht. Außer einer 73-jährigen, die in Paris wohnt u. von sich behauptet den Aufstand zu koordinieren. Wir erinnern uns: Khomeini kam damals ebenfalls aus Paris, aber da hatten die Europäer mitsamt den Franzosen noch wesentlich mehr zu melden….

  14. Auch wenn der Hegemon sich noch nie selbst an Gesetze und internationale Normen gehalten hat, vorhergehende US Regime hatten sich wenigstens noch recht viel Mühe damit gegeben ihre Gewaltverbrechen als legitim erscheinen zu lassen. Da wurden zu putschende Regierungen erst einmal lange Zeit zum 35. Hitler hochstilisiert oder aufwendig gigantische Terrorakte im eigenen Land inszeniert, nur um der eigenen Gewalt einen legitimen Anstrich zu geben. Aber Trump verzichtet komplett auf den legitimen Anstrich und pinkelt lieber für alle sichtbar und provokativ auf das Recht. Dabei vergisst er, dass die UNO und das Völkerrecht einst von den USA zu ihrem eigenen Nutzen eingerichtet worden ist. Es ist einfacher und sehr viel ertragreicher, über die Welt mittels verbindlicher Rechtsnormen zu herrschen, als sie allein immer nur durch militärische Macht kontrollieren zu müssen. Es gäbe wahrscheinlich gar kein Recht und keine Gesetze auf dieser Welt, wenn die Herrschenden nicht den größten Profit daraus ziehen würden.
    Wir befinden uns also in einer Phase der Geschichte, in der der Hegemon selbst zum Desperado wird, der weder seinen Bundesgenossen noch seinen Feinden verbindliche Zusagen und Sicherheiten geben will. Nach der Entführung Maduros ist keine Regierung auf der Welt mehr sicher, dass ihr nicht ähnliches widerfährt. Das gab es so noch nicht einmal im Mittelalter. Zwar führte man heftig Kriege gegeneinander und setzte gelegentlich auch mal den Herrscher eines verfeindeten Landes fest, um Lösegeld zu erpressen, aber man untergrub dabei niemals das angestammte Geburtsrecht eines Herrschers. Denn damit hätte man lediglich sein eigenes Machtfundament untergraben.
    Die Frage ist, wie lange die USA es schaffen wird, allein durch Stehlen und Morden die Welt zu beherrschen.
    Tatsache ist, dass das Wirtschaftssystem der USA schon lange nicht mehr funktioniert und der Reichtum den einige wenige Milliardäre damit anhäufen können von der expotenziell wachsenden Schuldenlast weit übertroffen wird. Da kann Trump soviel Geld aus seinen Verbündeten pressen wie er mag oder Länder überfallen, Kriege veranstalten und Rohstoffe klauen. Allein dadurch wird aber das kaputte neoliberale Wirtschaftssystem der USA nicht besser.
    Da die USA keine funktionierenden öffentlichen Strukturen besitzt für Bildung und Gesundheit und der einzelne im neoliberalen System derart ausgepresst wird, dass er inzwischen auf die Selbstvermarktung als Arbeits- oder Sexsklave im Internet angewiesen ist, um wenn überhaupt noch möglich, eine Wohnungsmiete bezahlen zu können, ist die USA gleichzeitig nicht mehr fähig Güter zu konkurrenzfähigen Preisen zu produzieren. Das ist der eigentliche Grund der Konfrontation. Staaten wie Russland, China oder auch Indien prosperieren, weil sie den Kapitalismus in einer ausgewogeneren Form praktizieren, während die USA mit ihrem Neoliberalismus sich am Ende befinden und inzwischen nur noch durch rohe Gewalt und offenen Terror den eigenen Niedergang aufhalten können.

    1. Das sehe ich weitgehend genauso. Allerdings bin ich nicht der Ansicht, dass das Recht nur dazu dient, Macht- und Ausbeutungsverhältnisse zu verbrämen. (Und es bleibt abzuwarten, ob eine Politik à la Trump in den USA wirklich dauerhaft zu halten ist. Niemand kann eine moderne Gesellschaft noch so beherrschen wie Nero oder Caligula das alte Rom. Solche Typen waren außerdem auch schon Auflösungserscheinungen des römischen Reichs.)
      Jede etwas größere Gemeinschaft kommt ganz schnell dazu, sich Regeln zu geben, die mehr oder weniger für alle funktionieren. Auch das Recht hat sich entwickelt, und es gibt eben auch Rückschläge, wie wir jetzt sehen können. Worin liegt der Fortschritt, alles nur noch zynisch zu sehen? Die Versuchung dazu ist heute vielleicht besonders groß, aber wohin führt das? Bestimmt nicht aus der Misere heraus. Wenn man sich nicht von den üblen gegenwärtigen Zuständen innerlich vereinnahmen lassen will, dann ist man gut beraten, eine längerfristige Perspektive einzunehmen: die Dinge können sich wieder ändern – und nicht immer nur zum Schlechten. Ich mag diesen Zynismus von manchen hier nicht teilen, dass sowieso alles übel war und ist und früher nur besser kaschiert wurde. Für mich besteht definitiv ein Unterschied zwischen der alten Bundesrepublik mit einem Kanzler Brandt oder Schmidt und der jetzigen Bananenrepublik mit ihrem seltsamen Politikerpersonal, ohne dass deswegen früher alles in Ordnung gewesen war.

  15. https://www.spiegel.de/ausland/donald-trump-will-friedensnobelpreis-von-machado-annehmen-obwohl-das-nicht-geht-a-6faddd7f-e822-4391-9654-811baa4fd62f
    Trump will Friedensnobelpreis von Machado annehmen (auch wenn das verboten ist)
    Für ihr Engagement in Venezuela wurde María Corina Machado mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Zu Unrecht, findet Donald Trump. Machado sieht das ähnlich: Schon nächste Woche könnte sie ihm den Preis weiterreichen.
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    Künftig wird wohl jeder, dem dieser Preis angetragen wird, lachend abwenden, sofern er ein wirklicher Friedensaktivist ist. So, wie der seit Jahren kompromittiert wird und zuletzt nur noch zu einem bösen Scherzartikel verkommen ist.

  16. Ein Blick auf den Globus: Europa und Russland sind Teil des eurasischen Kontinents! Es gilt, jetzt schleunigst die Konsequenzen zu ziehen! Also: Kappen aller transatlantischen Bindungen, Auflösung der NATO und ihrer US-militärischen europäischen Stützpunkte, Hinwendung zu unserem natürlichen Partner Russland unter Rücknahme sämtlicher Sanktionen, den Nazi-Spuk In der Rest-Ukraine durch deren bedingungslose Kapitulation zu beenden und den ruinösen Rüstungswahn aufzugeben! Der amerikanische Hegemon mag in seinem kontinentalen Einflussbereich wüten, wir können´s eh nicht ändern, aber weltweit (Pars pro toto in Israel oder im Iran) haben die nix zu suchen! Und die vielbeschworenen „westlichen Werte“ ? Sie sind inzwischen so relevant wie der Glaube an den Weihnachtsmann, ein realistischer Blick auf die USA und die gegenwärtigen Zustände in Europa (Brüssel!) genügt …

    1. Sag nichts gegen den Weihnachtsmann. 😉

      Ich bin da ganz bei dir, aber Tatsache seit über 100 Jahren, zwei Weltkriegen und einem kalten Krieg ist, dass es die jeweils herrschende Seemacht immer wieder erfolgreich hinbekommen hat, den Europäischen Kontinent in verfeindete Lager zu teilen. Natürlich es ist längst Zeit, dass sich das ändert. Momentan scheint ein 3. Weltkrieg aber wahrscheinlicher, als eine Hinwendung zu unserem natürlichen Partner Russland.

    2. Noch wirkt bei uns die liberale Propaganda-Hoheit von Politik und Medien auf das Volk. Dazu dürfte das Agieren von Trump anti-populistisch wirken, also zum Nachteil der AfD. Die Altparteien dürfen sich also freuen – obwohl sie im Dilemma stecken.

    3. @ Dr. Schneider : Auflösung der NATO und aller US Stützpunkte in Europa? Wirds das spielen? Die Soffjets haben Osteuropa verlassen, werden die USA
      Westeuropa friedlich verlassen?

  17. https://www.maskenfall.de/?p=15666

    “Seit Inkrafttreten der ‘Waffenruhe’ haben israelische Streitkräfte ihre Bombardierung und Beschießung des Gazastreifen fortgesetzt und dabei 422 Menschen getötet und 1.189 weitere verletzt.
Allein am 4. und 5. Januar töteten israelische Streitkräfte mindestens fünf Palästinenser in der Region Khan Yunis. Darunter ein 15-Jähriger, der beim Fischen von einem Marineschiff erschossen wurde, ein Mann, der in einem von Israel kontrollierten Gebiet jenseits der >>Gelben Linie<>Gelbe Linie<>Gelben Linie<< fort. Aktuelle Satellitenbilder zeigen Hunderte von zerstörten Gebäuden in diesem Gebiet.
Der Minenräumdienst der Vereinten Nationen schätzt, dass der Gazastreifen mit rund 7500 Tonnen Blindgängern übersät ist, die täglich zu Verletzungen von Zivilisten führen, die zwischen den Ruinen aufräumen oder suchen. Israel behindert weiterhin die Einfuhr von Ausrüstung und die Durchführung der für die Räumung notwendigen Arbeiten.
Winterstürme, Blindgänger, einstürzende Gebäude und zerstörte Infrastruktur haben den Alltag, insbesondere für Kinder, zu einem Kampf ums Überleben gemacht. Fast 1,5 Millionen Menschen leben noch immer in provisorischen Zelten oder beschädigten Gebäuden, die keinen Schutz vor Regen, Wind und Überschwemmungen bieten.”
    (B’Tselem, israelische Menschenrechtsorganisation – Tweet vom 10.1.2026, X-Kanal von B’Tselem, 10.1.2026, Übers. Maskenfall)

  18. Aus einem Artikel aus Brasilien.
    VENEZUELA | Die Zeitung The New York Times enthüllte am Abend des 6. Mai, dass das US-Justizministerium eingeräumt hat, dass die Anschuldigung, Nicolas Maduro sei Anführer eines angeblichen Drogenkartells, falsch ist. Die Zeitung enthüllte außerdem, dass laut Justizministerium das „Cartel de los Soles” schlichtweg nicht existiert.

    Diese Information entkräftet eine der wichtigsten Thesen, die Trump in den letzten Monaten in zahlreichen Erklärungen und Pressekonferenzen vorgebracht hat, um die terroristische Aktion in Caracas am 3. Mai zu legitimieren, die zur Entführung von Nicolas Maduro führte.

    Trotz dieses Umstands beschlossen die US-Staatsanwälte jedoch, die Anklage gegen den venezolanischen Präsidenten aufrechtzuerhalten und hielten an der vagen Anschuldigung fest, dass das angebliche „Cartel de los Soles” in Wirklichkeit ein „System” zum Schutz und zur finanziellen Verflechtung der venezolanischen Regierung mit dem Drogenhandel sei, Maduro jedoch keine direkte Führungsrolle in dieser Verflechtung spiele.

    Allmählich wird für die ganze Welt offensichtlich, wie schwach Trumps Anklage gegen Maduro ist, die viel mehr auf Panik, Angst und Lügen als auf konkreten Beweisen basiert.

    Es sei daran erinnert, dass Dutzende venezolanischer Schiffe unter diesem Vorwand gesprengt wurden. Und mehr noch: Zivilisten, die in der Umgebung des Miraflores-Palastes wohnten, verloren ihre Häuser bei den Angriffen, und Dutzende Kubaner, die als Wachpersonal für Maduro arbeiteten, wurden ermordet, nur um am Ende festzustellen, dass die Anschuldigungen, die diese Morde rechtfertigten, nichts als Lügen waren.

    Diejenigen, die wirklich inhaftiert werden sollten, sind Marco Rubio, Trump und Pete Hegseth.

    Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

  19. „Nicolás Maduro, dem man nicht nachtrauern mag, ist da nur der Anfang.“ Was soll dieser Satz? Hat der Autor intime Kenntnis der Person Maduro? Kennt er sich aus mit der venezolanischen Geschichte, dem Zustand des Landes bis zur Ära Chavez, der Bolivarismus-Zeit seitdem? Da sind doch erhebliche Zweifel angebracht. Da wird also ein Mann entführt, dabei eine dreistellige Anzahl Menschen getötet, ein grosses Forschungszentrum, eine auf Nieren spezialisiertes Hospital, das Mausoleum von Chavez zerbombt, und Zuckermann hat nichts besseres zu tun, als ihm ein verächtliches ‚Um dich ists nicht schade‘ zuzurufen. Gleichzeitig den Vorgang an sich abstrakt verdammend. Ist das nicht eine kognitive Dissonanz?

    Und was die internationale, insbensondere europäische Reaktion auf Tronalds faschistische Outbursts anlangt – muss man sich, wenn einer vom Sprungbrett pinkelt, auch noch unter dem Strahl positionieren?

  20. Das Bild vom Sprungbrett-Pinkler ist sicherlich treffend gewählt. Nur, was ich nicht verstehe: Was bitte soll daran falsch sein, die wahren Absichten (hier, mal wieder: Öl) nicht – bzw. nicht mehr – zu verschleiern? Das, so finde ich, ist die spannende Diskussion.

    Trumps aktueller Kommunikationsstil gegenüber Venezuela erinnert an seine „Fire and Fury“-Aussage an Kim Jong Un während seiner ersten Amtszeit. Damals dachte ich mir: Während in den frühen 90ern das amerikanische Militär daran interessiert war, von „präzisen chirurgischen Angriffen“ und möglichst geringen Todesopfern bei der irakischen Zivilbevölkerung zu sprechen – die Brutalität eines Krieges also zu verschleiern – wird nun offen mit einem brutalen Krieg gedroht. Entsprach das einer grundsätzlichen Änderung der Kommunikationsstrategie des US-Militärs und Trump ist nur der Überbringer dieser neuen, bedrohlichen Botschaft? Warum diese plötzliche Offenheit, welche Interessen stecken dahinter?

    Mathias Bröckers hat auf X einen Substack-Artikel geteilt, in welchem die These vertreten wird, diese Form der Kommunikation beschleunige den Niedergang der USA: „What happens when a nation stops telling itself it should be good?“, so fragt zurecht der Autor jenes Posts.

    Aber: Das hieße doch im Umkehrschluss, dass diejenigen, die wissen, dass es sowieso meist nur um Rohstoffe und Sicherheitspolitik geht, denjenigen etwas vorspielen müssten, die sich gerne einlullen lassen. Der Verweis auf die eigentliche Interessenlage hinter moralisierender Außenpolitik war doch einmal genuin linke Kritik am ewig gleichen US-Gebaren, siehe etwa „Kein Blut für Öl“, 1991.

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