
Der Unfriede in der Welt geht überwiegend von den USA aus, wobei die bedingungslose Unterstützung Israels eine wichtige Nebenrolle spielt. Natürlich sind die radikalen Islamisten an vielen Fronten aktiv, doch ihre Angriffe sind fast immer eine Reaktion auf Einmischung der USA und der Staaten, die mitgehen.
Wenn man die islamistischen Regime in Ruhe lässt, werden sie, nach außen hin, nicht aggressiv. Das hat sich im Fall des Iran seit Jahrzehnten so gezeigt. Auch die Taliban in Afghanistan treten nicht aggressiv gegen andere Länder auf.
Zum Thema der steigenden Militärausgaben weltweit, wird oft gesagt, es gäbe drei Mächte, welche die Rüstung forcieren: USA, China und Russland. Wer so etwas behauptet, hat sich der Sicht aus Washington angeschlossen, wo man seit der Zeit der Indianerkriege behauptet, dass die eigene Expansion eine Verteidigung sei. Diese Einstellung, mit der man das riesige Land erobert und erweitert hat, findet kein Ende, bis in die heutige Zeit.
China und Russland dagegen…
Auf China trifft das Bild einer expansiven Macht absolut nicht zu. Das Reich der Mitte, wie es sich selbst genannt hat, ist immer in der Mitte geblieben und hat sich nicht wesentlich über die umgebenden Länder ausgedehnt, obwohl sie schwächer waren als das Chinesische Reich, mit seiner Geschichte von 5.000 Jahren.
Wenn Meinungsführer der USA die chinesische Rüstung als Argument für ihre militärische Präsenz in der Nähe Chinas benutzen, ist dies eine Verdrehung der Tatsachen. Man muss, um das zu widerlegen, nur die zeitliche Reihenfolge beachten.
Russland ist ein etwas komplizierter Fall. Der Militäretat der Russen ist nur ein kleiner Bruchteil desjenigen der USA und das russische Reich ist groß, weil man sich nach Sibirien und in angrenzende Steppengebiete ausgedehnt hat. Das sind Flächen, die kaum begehrenswert waren, die aber jetzt als Rohstoffquellen wertvoll geworden sind.
Die Russen haben nicht die ursprünglich dort lebenden Völker ausgerottet, weder im Norden noch im Süden und Südosten. Sie existieren noch heute und mehrere haben, nach der Auflösung der Sowjetunion, ihre eigenen Staaten, zum Beispiel Belarus, Kirgistan und das riesige Kasachstan. Auch die Ukraine gehört dazu.
In einer kurzen Phase, nach der Revolution, hatten die Bolschewisten im Kreml eine expansive Ideologie, sie wollten die ganze Welt zum Kommunismus bringen. Man beachte dabei, dass die Ideologie keine russische Erfindung war, sondern von dem deutschen Philosophen Karl Marx ausging, und dass Lenin, der die Diktatur des Proletariats ausgerufen hat, mit ausländischer Hilfe an die Macht gekommen ist.
Diese Phase der russischen Geschichte wurde von Michail Gorbatschow beendet und die SU hat sich friedlich aufgelöst. Der Höhepunkt dieser einsichtigen Politik war Einwilligung in die deutsche Wiedervereinigung und der Abzug der russischen Truppen aus der DDR. Die Vision von Michail Gorbatschow, eine friedliche Welt, ohne Atomwaffen, hat sich aber nicht erfüllt.
Hin und her in der US-Politik
In den USA hat man diese ideologische Veränderung in Moskau nicht zur Kenntnis genommen. Die Grundideen waren Glasnost und Perestroika. Das sind Begriffe, für die es bezeichnenderweise keine gängigen Übersetzungen gibt, weil man sie im Westen beinahe ignoriert hat. Die USA haben, weil sie für ihre Expansionspolitik einen äußeren Feind brauchen, das ideologische Feindbild des Kommunismus durch ein geografisches ersetzt. Der neue Feind hieß Russland.
Dieses Feindbild wurde in Europa von den sogenannten Atlantikern einfach übernommen. Vieles davon ist reine Rhetorik, die sich ständig im Kreise dreht, wo Politiker und Journalisten gegenseitig ihre Narrative nachbeten.
Mit der zweiten Wahl von Donald Trump trat eine Wende ein. Das mag daran liegen, dass Trump aus einer erst kürzlich aus Deutschland eingewanderten Familie stammt und in New York aufgewachsen ist. Mit der Eroberung des halben Kontinents hat er nichts zu tun gehabt. Vorübergehend hat sich Trump als Friedensbringer dargestellt und er wollte den Krieg in der Ukraine beenden. Doch dann geschah etwas Überraschendes:
Die willigen Finanzmänner
England, Frankreich und Deutschland stellten sich strikt gegen die Friedensbemühungen, sie wollten, dass der Krieg in der Ukraine weitergeht und wohl deshalb, weil es ein Krieg gegen Russland ist und auch, weil man Russland die alleinige Kriegsschuld zuschieben konnte. Aus Mitläufern wurden Bannerträger, die Koalition der Willigen.
Es ist kein Zufall, dass diese Willigen von drei Männern angeführt werden, die aus der Finanzwelt kommen: Emanuel Macron, Keir Starmer und Friedrich Merz. Die Finanzwelt verleitet zum Größenwahn, weil die Geldmenge unbegrenzt wächst. Wer darüber verfügt, glaubt dann, selber allmächtig zu sein. Die Finanzmacht profitiert auch gerne von Rüstung und Krieg auf vielfache Weise, sie profitiert mehr als die Rüstungsindustrie wegen der enormen Kurssteigerungen entsprechender Aktien.
Die Rüstung und der militärische Größenwahn richten sich in Europa traditionell gegen Russland, weil es das größte Land der Welt ist. Die Wahnsinnigsten waren Napoleon und Hitler.
Die kleine Berliner Koalition der Kriegstreiber
Die Verlagerung der Kriegstreiberei von den USA auf die Koalition der Willigen geht jetzt noch einen entscheidenden Schritt weiter. Friedrich Merz hat, im Namen Deutschlands und mit deutschem Geld, die Führungsrolle für die Rüstung zum Krieg gegen Russland übernommen. Mit Boris Pistorius und der SPD will er Deutschland zur Militärmacht Nr. 1 in Europa machen, was das Deutsche Reich ja schon 1914 und 1939 gewesen ist. Dass die beiden Kriege dann für Deutschland verloren gingen, wird ignoriert.
Was sich nicht ignorieren lässt, ist die Tatsache, dass der Aufstieg zur Militärmacht zwangsläufig mit einem Niedergang der zivilen Technologie und Wirtschaft verbunden ist und der ungeheure Finanzbedarf für die Kriegstreiberei stürzt weite Bereiche des Sozialstaates und große Teile der Bevölkerung ins Elend. Das ist einfach so, weil an allen Ecken und Enden das Geld fehlt, das der Staat für die eigene Rüstung und die der Ukraine gegen Russland verschleudert.
Das war vorherzusehen, auch wenn der Finanzfachmann Friedrich Merz so tut, als hätte er es nicht vorhergesehen. Vielleicht hat er geglaubt, er könne mit den Staatsfinanzen so herum jonglieren, dass die Bevölkerung nicht merkt, wie sie verschaukelt wird.
Die Endstufe: Militarismus, Revanchismus, Untertanengeist
Die USA sind jetzt, auch mit Donald Trump, immer noch der globale Kriegstreiber, aber in Europa hat Deutschland seit 2025 die führende Rolle übernommen. Diese Wendung ist nicht überraschend. Der deutsche Militarismus war nie tot und der Revanchismus der Unionsparteien ist tief verwurzelt. Auch Marcus Söder hat eifrig, wie er ist, im Namen der Christlich Sozialen Union bereits die allgemeine Wehrpflicht gefordert und Friedrich Merz lässt seinem Russen-Hass freien Lauf.
Auch der deutsche Untertanengeist ist wieder erwacht. In einer milden Form besteht er darin, dass man grundsätzlich glaubt, was das Fernsehen verkündet, und dass es besser ist, auf der Seite der Regierung zu sein. Dies gilt auch für die deutschen Medien. Die verlorenen Kriege werden gerne verdrängt.
Es gibt keine Proteste gegen die Ertüchtigung und Rüstung zum Krieg und die Medien hecheln Zustimmung auf allen Kanälen. Überraschend ist das nicht, aber für die wenigen, die klar denken können, ist es nicht nur eine Zumutung, es ist eine moralische und intellektuelle Katastrophe. Man kann nur hoffen, dass diese Ära nicht lange währt. Aber das Geld ist endgültig weg.
Diese Regierung zerstört, was das Volk in 70 Jahren aufgebaut hat.
Rob Kenius betreibt die systemkritische Webseite https://kritlit.de
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Der Unfriede in der Welt geht nicht nur von den USA aus, sie geht vor allem von der EU aus, bei der Deutschland eine Schlüsselrolle einnimmt.
Von der europäischen Bevölkerung weitgehend unbemerkt, befindet sich die EU auf dem Weg in die Kriegswirtschaft, wobei Russland stillschweigend als der Feind betrachtet wird, obwohl offiziell Frieden zwischen der EU und Russland besteht.
Wie unter Hypnose schreiten die europäischen Politiker auf einen Krieg gegen Russland zu, in einen Krieg, den weder Europa noch Russland gewinnen kann, der aber sicher das Ende Europas bedeuten wird, und wenn die USA auch darin hinein gezogen werden, dass Ende der Zivilisation.
Immerhin scheinen die verantwortlichen Politiker aus den USA klüger zu sein als ihre europäischen Kollegen, denn sie wissen was Putins Aussage: »Wozu brauchen wir eine Welt, in der es kein Russland gibt« bedeutet und sie werden sich hüten, im Falle eines Nuklearkrieges Partei zu ergreifen.
Wie der Autor richtig bemerkt, werden die dicken Profite von der Finanzwelt gemacht.
Die besagten Politiker stammen aus eben dieser Finanzwelt, sind entsprechend vernetzt und
gestalten ihre Politik als deren Büttel, sie agieren entsprechend.
Es ist der Mechanismus des „Kalten Krieges“; da wird gerüstet und gerüstet, geforscht und erneuert,
ältere gegen neuere Waffensysteme ausgetauscht, was dann die Profite generiert.
Ein kleinerer Krieg hier und da kommt der Profitmaximierung sehr entgegen, da zum einen die westlichen Systeme
überteuert sind und bei verballern von Munition der Kram überteuert ersetzt werden muss, zum anderen
ein wenig Kriegserfahrung bei der Entwicklung neuer Systeme oder der Verbesserung Älterer ausgesprochen
nützlich ist.
Kriege vom Ausmaß des Irak-, Afghanistan-, oder Vietnamkrieges haben da die richtige Größe.
Egal, ob diese Kriege dann „gewonnen“ werden oder nicht, der Finanzsektor macht seine Profite immer,
höhere in Kriegszeiten, die Rüstungsindustrie natürlich auch, aber eben diese gehört den Aktionären!
Es geht in erster Linie ums Rüsten!
Der große Krieg, vor allem der nukleare Krieg, kann nichts sein, was der Militärisch-Industrielle-Komplex anstrebt,
denn ein solcher würde zwangsläufig mit der Vernichtung der Produktionsmittel und deren benötigter Infrastruktur einhergehen.
Das die weltweite Hyperrüstung mit der Verelendung weitester Teile der Bevölkerung einhergeht, ist selbstverständlich.
Die Umverteilung von unten nach oben, die jahrzehntelange Privatisierung von Volksvermögen, der soziale Kahlschlag
sind die sich daraus ergebenen Folgen, man kriegt nicht das Eine ohne das Andere.
Im Grunde verläuft die Front so, wie Warren Bufett es klar stellte, nämlich zwischen Arm und Reich, wobei reich Arm den Krieg erklärt hätte und diesen gewinnen wird.
Die aktuelle Entwicklung zeigt dies überdeutlich!
Der Propagandaapparat ist ausgefeilt in Stellung gebracht; die Meinungsfreiheit immer weiter eingeschränkt, Andersdenkende mit Reichweite werden verfolgt.
Dennoch sollte jedem denkenden Menschen mittlerweile klar sein, was hier
läuft!
Der Krieg steht als Popanz im Raum, ja, er muss das tun, damit das Bedrohungsszenario die Ängste der Bevölkerung
soweit schürt, das von der Masse kein Widerstand gegen den kapitalistischen Raubzug ausgeht.
Solange der Ukrainekrieg andauert, kann man den Popanz Putin in den Raum stellen um munter weiter zu rüsten.
Der große Krieg hingegen ist nicht das Geschäftsmodell, sondern die Profitmaschine Rüstung schön weiter am Laufen
zu halten, darum geht es, wie ich das sehe.
Es ist natürlich nicht ausgeschlossen, das durch hirnrissige politische Maßnahmen, durch Überreaktionen oder Fehlinterpretationen ein großer Krieg ausgelöst wird. Diese Gefahr wird umso größer, je mehr gerüstet, je mehr gedroht, gelogen und je weniger geredet wird.
Aber das Ziel ist der große Krieg nicht.
Das Ziel ist die Profitmaximierung, im Grunde also der Kern des Kapitalismus.
Die Masse der Bevölkerung wird daher in eine Art rechtlosen Helotenstatus gedrückt, immer eingeschränktere Rechte, immer eingeschränktere staatliche Fürsorge, immer stärkere Entfremdung und immer stärkere Ausbeutung.
ob der Platzhirsch da auf dem Bild mal drüber nachgedacht hat, dass so etwas auch mal in Berlin bei gewissen Leuten anklopfen könnte, wenn er und seine Spießgesellen so weiter machen?
„Man beachte dabei, dass die Ideologie keine russische Erfindung war, sondern von dem deutschen Philosophen Karl Marx ausging, und dass Lenin, der die Diktatur des Proletariats ausgerufen hat.“
Grobe Unterlassung in der Gleichsetzung der Ideen von Marx und Lenin.
Marx sah in der Arbeiterklasse wegen deren Rolle als Produktivkraft die objektive gesamtgesellschaftliche Verantwortung, die führende Rolle in der Änderung der Produktionsweise, das wäre dann die Revolution gewesen, die er erhoffte und als möglich sah, zu übernehmen, aber keinesfalls die Bildung einer „revolutionären Vorhut“, die der Arbeiterklasse vorschreibt und ihr aufzwingt, was sie gefälligst zu tun hat, freiwillig oder gezwungen. Wobei Marx deutliche Zweifel hatte, ob aus einer „despotischen asiatischen Produktionsweise“ (Engels fragte das an) überhaupt eine solche Revolution erwachsen kann.
Der Leninismus indess ist genau daraus entstanden, kann also gar keine Fortsetzung der Marxschen Theorie sein, höchstens seine fatale Verfehlung.
Und die auf Grundlage des Leninismus entstandene kommunistische Bewegung kam auch nicht aus der Arbeiterklasse, sondern aus bäuerlichen und kleinbürgerlichen Orhsnisationen, die sich dann folgerichtig selbst zur Arbeiterklasse infolge der Skepsis dieser erhob. Das fand auch seinen Ausdruck in der Festlegung, daß Kinder von Funktionären zur Arbeiterklasse gezählt wurden.