Doppelmoral: Schwache Reaktion auf türkischen Angriffskrieg auf den Irak und Syrien

 

Kurden in Rojava trauern um die bei den türkischen Angriff auf die YPG Getöteten. Bild: MazloumAbdi

Das deutsche Außenministerium mahnt an, beim völkerrechtswidrigen Angriff doch bitte das Völkerrecht zu beachten, während Erdogan eine Bodenoffensive ankündigt.

Vieles spricht dafür, dass der türkische Präsident Erdogan einmal wieder vor anstehenden Wahlen die Kurdenkarte zieht. Ausgangspunkt war der Terroranschlag am 13. November auf der belebten Istiklal-Einkaufsstraße in Istanbul, durch den 6 Menschen getötet wurden und der sofort der PKK in die Schuhe geschoben wurde. Sowohl die PKK als auch die YPG sagen, sie seien für den Anschlag nicht verantwortlich.

Vergangenen Sonntag wurden dann Luftangriffe auf zahlreiche Ziele im Nordirak gegen angebliche PKK-Stellungen, aber auch in Nordsyrien gegen YPG-Ziele geflogen. Beide sind für Ankara Terrororganisationen, die miteinander verbunden sind. Schon seit Monaten war mit Angriffen gerechnet worden, die die Türkei vermutlich auch jetzt im Windschatten des Kriegs in der Ukraine relativ ungefährdet ausführen kann. Der Luftraum in Nordsyrien wird von Russland und den USA kontrolliert. Man muss davon ausgehen, dass die türkischen Angriffe von Russland und den USA gleichermaßen zumindest geduldet werden.

 

Für den Westen sind die Angriffskriege, die auch hier als „Operation“ bezeichnet werden, auf das Territorium des Irak und Syriens ein Problem, unterstützt die Nato doch die Ukraine angeblich als Bündnis gegen Russland wegen dessen Angriffskrieg und zur Verteidigung des Völkerrechts und der Souveränität der Staaten. Schon zuvor waren die Angriff auf die Kurden im Nordirak und in Syrien geduldet worden, auch die illegale Besetzung von Teilen Nordsyriens und die Vertreibung der dort ansässigen Kurden (Afrin und das Gebiet zwischen Ras al-Ayn und Tell Abyad.

Die Türkei setzte immer darauf, seine Interessen zwischen Russland und der Nato in einer wichtigen geopolitischen Lage ausspielen zu können. Zudem kann Erdogan die EU immer mit der Drohung, Flüchtlinge nach Europa zu schicken, unter Druck setzen, was die EU allerdings erst im Fall von Belarus als „hybride Kriegsführung“ gegeißelt hat, die Türkei aber mit Geld und Entgegenkommen sowie Schweigen gegenüber den Angriffskriegen belohnte.

Sicher, jetzt ist die Türkei noch nicht wieder mit Bodentruppen nach Syrien einmarschiert, sondern hat „nur“ Luft- und Artillerieangriffe ausgeführt, während gleichzeitig der Iran mit brutaler Gewalt gegen die Aufstände in den kurdischen Gebieten vorgeht mit Drohnen und Raketen Ziele in den kurdischen Gebieten im Nordirak angreift. Letzteres wird vom Westen verurteilt, die Türkei schon weniger, man braucht sie ja als Verbündeten. Allerdings droht Erdogan auch mit dem Einmarsch von Bodentruppen. Erdogan erklärte, er habe die „Operation“ weder mit Putin noch Biden abgesprochen. Beide wüssten, „dass wir solche Dinge jederzeit ausführen können“.

Erdogan rechtfertigt die Angriffe als Selbstverteidigung, PKK und YPG seien Terrororganisationen, die die Türkei angreifen und viele Angriffe planen würden. Er fordert schon seit Jahren eine Sicherheitszone in Nordsyrien, aus der die Kurden vertrieben werden sollen, die sich gegen den von der Türkei anfangs unterstützten IS  mit der Hilfe der USA zur Wehr gesetzt hatten, jetzt noch größere Teile Syriens kontrollieren und Tausende von IS-Kämpfern und -Anhängern gefangen halten. Die USA hatten die Kurden schon einmal verraten und die türkischen Truppen nach Afrin einmarschieren lassen. Mit Russland hatte die Türkei vereinbart, dass sich die Kurden aus dem Grenzgebiet zurückziehen müssen.

Die Türkei spricht davon, dass 184 „Terroristen“ durch die Luftschläge getötet worden seien, SOHR spricht von mindestens 35 Toten in Syrien, darunter auch syrische Soldaten. Auch ein Krankenhaus bei Kobane soll bombardiert worden sein. Durch Raketenangriffe auf eine türkische Polizeistation an der Grenze sollen ein Polizist getötet und 6 weitere verletzt worden sein, am Sonntag sollen bei einem Gegenangriff in der Provinz Gaziantep drei Menschen getötet und sechs verletzt worden sein. Nach der YPG sollen 13 Zivilisten getötet worden sein, der Kommandeur kündigte Vergeltung an. Das kommt Erdogans machtpolitischen Interessen entgegen, zumal er mit einer weiteren Flüchtlingswelle drohen kann.

Die neue schwedische Regierung buckelt vor der Türkei, die bislang den Beitritt zur Nato blockierte. Der Außenminister erklärte, die Türkei habe das Recht, sich selbst zu verteidigen.  Da ist man dann halt flexibel, wenn es um die eigenen Interessen geht. Auch sonst wird die Moral, die man gegen Russland hochspielt, an die Seite gestellt.

Die wertegeleitete und feministische Außenpolitik der Grünen Annalena Barbock, die es mit der  „europäischen Friedensordnung“ hat, verlangt keinen sofortigen Stopp der Angriffe und die Achtung der Souveränität nach der UN-Charta von Syrien und dem Irak. Der Sprecher des Außenministeriums Christofer Burger sagte ganz vorsichtig: „Wir fordern die Türkei auf, verhältnismäßig zu reagieren und dabei das Völkerrecht zu achten.“ Und er meinte: „Das Recht auf Selbstverteidigung beinhaltet nicht ein Recht auf Vergeltung.“ Sanktionen werden nicht angedroht, auch nicht der Ausschluss aus der Nato. Deren Parlamentarische Versammlung hat gerade dazu aufgefordert, Russland als terroristischen Staat zu kennzeichnen. Die Türkei wäre so auch zu bezeichnen, aber da geht Realpolitik über die Moral oder es siegt die Doppelmoral nach dem Motto: Der Feind des Feindes ist immer der Freund, egal, was er macht.

 

 

 

Vieles spricht dafür, dass der türkische Präsident Erdogan einmal wieder vor anstehenden Wahlen die Kurdenkarte zieht. Ausgangspunkt war der Terroranschlag am 13. November auf der belebten Istiklal-Einkaufsstraße in Istanbul, durch den 6 Menschen getötet wurden und der sofort der PKK in die Schuhe geschoben wurde. Sowohl die PKK als auch die YPG sagen, sie seien für den Anschlag nicht verantwortlich.

Vergangenen Sonntag wurden dann Luftangriffe auf zahlreiche Ziele im Nordirak gegen angebliche PKK-Stellungen, aber auch in Nordsyrien gegen YPG-Ziele geflogen. Beide sind für Ankara Terrororganisationen, die miteinander verbunden sind. Schon seit Monaten war mit Angriffen gerechnet worden, die die Türkei vermutlich auch jetzt im Windschatten des Kriegs in der Ukraine relativ ungefährdet ausführen kann.

 

Für den Westen sind die Angriffskriege, die auch hier als „Operation“ bezeichnet werden, auf das Territorium des Irak und Syriens ein Problem, unterstützt die Nato doch die Ukraine angeblich als Bündnis gegen Russland wegen dessen Angriffskrieg und zur Verteidigung des Völkerrechts und der Souveränität der Staaten. Schon zuvor waren die Angriff auf die Kurden im Nordirak und in Syrien geduldet worden, auch die illegale Besetzung von Teilen Nordsyriens und die Vertreibung der dort ansässigen Kurden (Afrin und das Gebiet zwischen Ras al-Ayn und Tell Abyad.

Die Türkei setzte immer darauf, seine Interessen zwischen Russland und der Nato in einer wichtigen geopolitischen Lage ausspielen zu können. Zudem kann Erdogan die EU immer mit der Drohung, Flüchtlinge nach Europa zu schicken, unter Druck setzen, was die EU allerdings erst im Fall von Belarus als „hybride Kriegsführung“ gegeißelt hat, die Türkei aber mit Geld und Entgegenkommen sowie Schweigen gegenüber den Angriffskriegen belohnte.

Sicher, jetzt ist die Türkei noch nicht wieder mit Bodentruppen nach Syrien einmarschiert, sondern hat „nur“ Luft- und Artillerieangriffe ausgeführt, während gleichzeitig der Iran mit brutaler Gewalt gegen die Aufstände in den kurdischen Gebieten vorgeht mit Drohnen und Raketen Ziele in den kurdischen Gebieten im Nordirak angreift. Letzteres wird vom Westen verurteilt, die Türkei schon weniger, man braucht sie ja als Verbündeten. Allerdings droht Erdogan auch mit dem Einmarsch von Bodentruppen. Erdogan erklärte, er habe die „Operation“ weder mit Putin noch Biden abgesprochen. Beide wüssten, „dass wir solche Dinge jederzeit ausführen können“.

Erdogan rechtfertigt die Angriffe als Selbstverteidigung, PKK und YPG seien Terrororganisationen, die die Türkei angreifen und viele Angriffe planen würden. Er fordert schon seit Jahren eine Sicherheitszone in Nordsyrien, aus der die Kurden vertrieben werden sollen, die sich gegen den von der Türkei anfangs unterstützten IS  mit der Hilfe der USA zur Wehr gesetzt hatten, jetzt noch größere Teile Syriens kontrollieren und Tausende von IS-Kämpfern und -Anhängern gefangen halten. Die USA hatten die Kurden schon einmal verraten und die türkischen Truppen nach Afrin einmarschieren lassen. Mit Russland hatte die Türkei vereinbart, dass sich die Kurden aus dem Grenzgebiet zurückziehen müssen.

Die Türkei spricht davon, dass 184 „Terroristen“ durch die Luftschläge getötet worden seien, SOHR spricht von mindestens 35 Toten in Syrien, darunter auch syrische Soldaten. Auch ein Krankenhaus bei Kobane soll bombardiert worden sein. Durch Raketenangriffe auf eine türkische Polizeistation an der Grenze sollen ein Polizist getötet und 6 weitere verletzt worden sein, am Sonntag sollen bei einem Gegenangriff in der Provinz Gaziantep drei Menschen getötet und sechs verletzt worden sein. Nach der YPG sollen 13 Zivilisten getötet worden sein, der Kommandeur kündigte Vergeltung an. Das kommt Erdogans machtpolitischen Interessen entgegen, zumal er mit einer weiteren Flüchtlingswelle drohen kann.

Die neue schwedische Regierung buckelt vor der Türkei, die bislang den Beitritt zur Nato blockierte. Der Außenminister erklärte, die Türkei habe das Recht, sich selbst zu verteidigen.  Da ist man dann halt flexibel, wenn es um die eigenen Interessen geht. Auch sonst wird die Moral, die man gegen Russland hochspielt, an die Seite gestellt.

Die wertegeleitete und feministische Außenpolitik der Grünen Annalena Barbock, die es mit der  „europäischen Friedensordnung“ hat, verlangt keinen sofortigen Stopp der Angriffe und die Achtung der Souveränität nach der UN-Charta von Syrien und dem Irak. Der Sprecher des Außenministeriums Christofer Burger sagte ganz vorsichtig: „Wir fordern die Türkei auf, verhältnismäßig zu reagieren und dabei das Völkerrecht zu achten.“ Und er meinte: „Das Recht auf Selbstverteidigung beinhaltet nicht ein Recht auf Vergeltung.“ Sanktionen werden nicht angedroht, auch nicht der Ausschluss aus der Nato. Deren Parlamentarische Versammlung hat gerade dazu aufgefordert, Russland als terroristischen Staat zu kennzeichnen. Die Türkei wäre so auch zu bezeichnen, aber da geht Realpolitik über die Moral oder es siegt die Doppelmoral nach dem Motto: Der Feind des Feindes ist immer der Freund, egal, was er macht.

Ähnliche Beiträge:

Sei der erste, der diesen Beitrag teilt:

15 Kommentare

  1. Naja, so gut, dass wir ihn zwei Mal lesen müssen, ist der Artikel nun auch wieder nicht… oder ist das ein Test?

    Der Schluss ist nachgerade missraten: „Deren Parlamentarische Versammlung hat gerade dazu aufgefordert, Russland als terroristischen Staat zu kennzeichnen. Die Türkei wäre so auch zu bezeichnen, aber da geht Realpolitik über die Moral oder es siegt die Doppelmoral nach dem Motto: Der Feind des Feindes ist immer der Freund, egal, was er macht.“
    Aus der Formulierung muss man entnehmen, dass die Bezeichnung ‚terroristischer Staat‘ von Rötzer für angemessen gehalten wird, er sie bloss auch auf die Türkei angewendet sehen möchte. Mit dem Wort Terrorismus wird viel Schindluder getrieben. Wer mir nicht passt, den bezeichne ich so und das ist dann gewissermassen eine Exkommunikation oder eine Vogelfrei-Erklärung. Diese Einordnung gehört mithin in den Werkzeugkasten des Verfeinders, sie spricht dem so Bezeichneten jede Legitimation ab, ja jede Daseinsberechtigung und ist daher als solche abzulehnen.

    Und noch ein zweiter Punkt. Die Türkei ist bekanntlich gerade nicht ‚der Feind‘ des Feindes, also Russlands, sondern kooperiert mit diesem partiell. Daher passt der Spruch hier hinten und vorn nicht. Erdo nutzt die strategische Lage seines Landes, um die an sich übermächtigen Kampfhähne gegeneinander auszuspielen. Das funktioniert, auch dank einer ungemein pragmatisch agierenden russischen Regierung. Baerbock mit ihren Phrasen – feministisch-wertgeleitete Aussenpolitik – zu konfrontieren ist etwa so sinnvoll wie Procter & Gamble auf die Reinheit behaften zu wollen, die sein Waschmittel laut Werbung (früher mal) hervorbrachte.

  2. Zunächst zur Vorbeugung von Missverständnissen: Ich habe nicht vor, irgendetwas, das Erdogan/die türkische Regierung tat, tut und tun wird, zu „rechtfertigen“, sondern möchte nur darauf hinweisen, welche Funktion „die Kurden“ (mit denen viele Kurden nichts zu tun haben möchten) für den Hybridkrieg der USA haben.

    Zu „Die USA hatten die Kurden schon einmal verraten und die türkischen Truppen nach Afrin einmarschieren lassen.“:
    War das für „die Kurden“ nicht vorhersehbar, da es in Afrin ja nun mal keine Ölfelder, sondern nur Olivenbäume gibt?

    „Die Kurden“ haben den USA den Vorwand geliefert, ein Viertel Syriens, auf dem 80% der syrischen Ölquellen (und die „Kornkammer“ Syriens) liegen, mit US-Militärbasen zu beschlagnahmen und Syrien das Öl seitdem zu stehlen (66 000 Barrel pro Tag).

    Mit welchem Recht hat die Führung von „Rojava“ den Deal über das syrische Öl mit den USA unterzeichnet?
    Ihre Begründung: „The agreement has a huge political significance,” an SDF spokesman said, considering it a “recognition” of the Kurdish administration. “It also limits concerns on a possible surprise U.S. pullout from east of the Euphrates,”

    Da in Syrien Öl für die Stromproduktion unverzichtbar ist, herrschen dort seitdem in Verbindung mit den US-Sanktionen katastrophale Zustände:
    Stromversorgung nur 2-3 Std. täglich, kaum Gas zum Kochen und Brennstoff zum Heizen, nur jeden dritten Tag fließendes Wasser, nur noch 20% der landwirtschaftlichen Flächen bewässert usw.
    Entsprechend haben sich Hunger, Krankheiten wie Cholera und chronische Behinderungen ausgebreitet.

    Ungerührt davon hat die wertewestliche Linke den „Rojava“-Hype zelebriert, der sämtliche Wunschvorstellungen inklusive ganz, ganz viel „Feminismus“ bedient. Mich hat damals gewundert, dass z. B. eine besonders auffallend nach westlichem Geschmack gestylte „Kurdin“ gleichzeitig in einem Werbeprospekt von „Rojava“ als schwerbewaffnete Kämpferin in vorderster Reihe abgebildet und in einem anderen als die Leiterin der Verwaltung für den Kita-Bereich vorgestellt wurde.

    1. Kara Hermez, Sprecherin einer Assyrer-Vereinigung 2019:
      Der Nordosten Syriens, der von der syrischen Niederlassung YPG, der militanten kurdischen Gruppe PKK, übernommen wurde, sei geprägt von Mord, Unterdrückung, Ausbeutung von Kindersoldaten und ethnischen Säuberungen, schreibt Hermez.
      Die Verstöße würden von Amnesty, Human Rights Watch und anderen Menschenrechtsorganisationen dokumentiert. Unter diesem „selbsternannten PKK-Regime“, so Hermez, würden Assyrer und Araber unterdrückt – aber auch Kurden, die die separatistische Agenda der PKK nicht unterstützen. Für Sjöstedt, der Frauenrechte erwähnt habe, möge es ein Schock sein, führt Hermez weiter aus, dass Ehrenmorde hauptsächlich unter Kurden in Syrien verübt würden. Militante kurdische Gruppen hätten gelernt, das Thema der Frauenrechte auszunutzen, weil sie berechnet hätten, dass es ihnen im Westen Sympathien bringe.

      Auch die Annahme, dass die YPG den IS im Alleingang besiegt habe, entspräche nicht der Realität. Die meisten Kämpfe in Syrien seien von der syrischen Armee durchgeführt worden, so Hermez. Die kurdische Miliz sei zwar ein wichtiger Teil gewesen, der Krieg gegen den IS sei von der YPG jedoch auch als Deckmantel für den kurdischen Expansionismus verwendet worden. Für die Menschen im Nordosten Syriens sei ein Zusammenleben in einer multiethnischen Gesellschaft die einzige Lösung. Es könne kein Bestreben sein, „in eine militante, ultranationalistische kurdische Gruppe gezwungen zu werden“.

      https://nex24.news/2019/10/assyrer-sprecherin-hermez-die-kurden-sind-kein-geschenk-gottes-an-den-nahen-osten/

      1. ‚Assyrer‘ sind syrische Christen, die als (nuetzliche) Minderheit von der Assad-Regierung geschuetzt werden, nehme ich an (und hier aus dieser Richtung kritisiert werden, da die kurdische Selbstverwaltung auch einen Teil des syrischen Staatsgebietes ‚abknappst‘)?
        [Sorry wg dem Satzbau – ich versuch die Situation zu verstehen.]

        Immerhin haben die Kurden/PKK den IS bekaempft und sitzen nun mit den Lagern voll Besiegten (und Frauen/Kindern) da, wurden auch nur solang von den Amis unterstuetzt und dann haengengelassen,
        und werden nun von Tuerken (und ihren Islamisten-Freunden) wieder bombardiert.
        Keine einfache Situation.

      2. Hermez ist eine dreckige Propagandistin.
        Denn sie unterstellt, dass die PKK grundsätzlich separatistisch ist, obwohl sich diese durchaus mit einer Autonomie anfreunden würde, wenn diese einen solchen Namen substanziell auch verdient.
        Wenn die weibliche Emanzipation nicht zur ideologischen DNA der PKK gehört, was dann?
        Glaubt sie denn wirklich, dass im Nordirak oder in den Grenzwächterregionen der Türkei emanzipatorischere Ansätze gefahren werden?
        Eine Revolution ist keine Wellness-Oase und wer das nicht glaubt, braucht nur John Reed zu lesen. Zwänge bestimmen die meisten Entscheidungen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Entscheider später in gefestigteren Konstellationen Wahlfreiheit nicht als Zwang unter den Teppich zu kehren versuchen,indem unter dem Vorhalt vermeintlicher Konterrevolution Freiheitspotentiale nicht realisiert werden. Diese Gefahr besteht im Rahmen einer Kaderpartei durchaus, sollte aber nicht jenseits der Umstände missbraucht werden.

  3. Nur mal so ein Gedanke in den Raum gestellt: Leben wir nicht schon seit Jahren in einer ausgeprägten Doppelmoralgesellschaft, und zwar nicht nur beim Thema „Krieg“ und „Terrorismus“? Vielleicht schreibt Florian Rötzer mal was über unsere „Doppelmoralgesellschaft“ die dank „Ampel“-Regierung immer offensichtlicher wird? Früher, als Merkel noch regierte, fiel mir das nicht so auf, aber schon damals gab es Anzeigen für eine regelrechte „Doppelmoral“-Gesellschaft – und zwar bei der Antiterrorismus-; Kriegs- und Sozialpolitik (HarzIV-EmpfängerInnen nichts gönnen, aber reiche für Steuerbetrung und ihren Sozialchauvinismus nicht bestrafen – sogar noch belohnen während man gegen Arbeitslose als angebliche „Faulpelze“ hetzt, wenn das keine Doppelmoral ist was ist dann Doppelmoral?)

    Vielleicht schreibt hier mal einer was dazu?

    Gruß
    Bernie

    1. Hi Bernie,
      deine Frage ist schon mehrere Tausend Jahre alt!

      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Doppeldenk

      Daß ganze Thema nennt sich Selbsttäuschung durch Realitätsverschiebung. Deshalb gib lieber deine Hoffnungen auf Aufklärung Auf!! Die Büchse der Pandora enthält nämlich die Hoffnung als einziges Übel daß die Menschheit wieder Eingefangen hat.

      Gruß Prepperoni

    2. Wer nicht weiß was Moral und Anstand ist, woher soll der wissen, was Doppelmoral, Unrecht usw. ist.

      Nur ein sehr kleines Kind nimmt guten Glaubens an, dass alle Menschen auch Menschen sind.

  4. Muss man eine Inszenierung der NATO als Faktum darstellen? Glaubt der Autor tatsächlich, dass es einen Widerspruch zwischen der türkischen und der NATO -Politik gibt? Die Erfahrungen besagen, dass alle türkischen Aktionen zumindest mit den USA abgesprochen sind, wie zum Beispiel Assisi anlässlich des Militärputsches verkündete. Es ist kein Zufall, dass die USA in Nordostsyrien ebenfalls einen völkerrechtswidrigen Krieg führen, was der Autor dann logisch für seine Darstellung übergeht wie auch die Stationierung des Nahost -Hauptquartiers und türkischer Truppen in Katar.

  5. (aktueller Texthinweis zu Corona Politik in GB von The Grayzone, über die Manipulation der brit. Corona-Politik durch iSAGE :

    „The journalist-run, intelligence-linked operation that warped British pandemic policy –

    „Presented as an independent voice for “unbiased” scientific advice, iSAGE provided a channel for media spinmeisters, spies and psy-op specialists to influence Britain’s pandemic policy without accountability. Leaked internal emails show members fretting over its unethical methods.“

    by Kit Klarenberg

    https://thegrayzone.com/2022/11/21/journalist-intelligence-british-pandemic-policy/

    es gibt grad keinen aktuellen OT-Corona-Artikel, drum willkürlich von mir hier gepostet. )

  6. „Beide sind für Ankara Terrororganisationen….“

    Ein paar Fakten als Ergänzung zum Beitrag von Sabine:

    1. Die PKK steht auch auf der EU-Terrorliste.
    2. Die Türkei akzeptiert von den USA keine Beileidbekundungen zum Terroranschlag in Istanbul.
    3. „Turkish warplanes attack US center for training Kurd fighters“*
    4. „Erdogan alleged the conviction of a Turkish state banker in the federal case is the latest attempt by the FBI and
    CIA to unseat him.
    …Ankara also accuses Washington of collaborating with U.S.-based Turkish cleric Fethullah Gulen in the 2016
    failed coup that left an estimated 150 people dead.“**
    5. “ „We understand the responsibility that NATO membership implies for us,“ Mr. Kristersson told reporters. He said that his country will „live up to all the obligations made to Turkey in countering the terrorist threat.“ „***
    6. „“Türkiye does continue to suffer a legitimate terrorist threat, particularly to their south. They certainly have every right to defend themselves and their citizens,“ National Security Council coordinator for strategic communications, John Kirby, told reporters.“

    * (x)https://en.mehrnews.com/news/193942/Turkish-warplanes-attack-US-center-for-training-Kurd-fighters
    ** (x)https://www.voanews.com/a/turkish-president-accuses-us-coup-attempt/4199728.html
    ***(x)https://www.lemonde.fr/en/international/article/2022/11/09/nato-membership-erdogan-again-postpones-
    ratification-of-swedish-and-finnish-applications_6003564_4.html
    ****(x)https://www.dailysabah.com/politics/war-on-terror/turkiye-has-right-to-self-defense-against-terrorism-
    washington-says

    Wie lange das wohl noch so weitergeht?

    1. Ahem – ‚Fakten‘?
      Ich will nicht zu kleinteilig erscheinen, aber vermute mal, ‚Erklaerungen‘ oder ‚Behauptungen‘ passt auch?
      In der Tuerkei ist Wahlkampf, Erdogan muss seine Waehler einnorden und an die ‚Gefahr von aussen‘ erinnern.

      Da ist so eine Bombe schon nuetzlich … 🙁

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert