
Ein Reporter gibt sich als russischer Geschäftsmann aus, der eine europäische Drohne kaufen will. Er schreibt einem Mann, der sich nur Dima nennt, über den Nachrichtendienst Telegram: Die Zahlung solle an einen deutschen Lieferanten gehen, und die deutsche Bank dürfe unter keinen Umständen erkennen, dass das Geld aus Russland stamme. Dima zögert nicht. Es werde keine Spur des russischen Unternehmens geben, antwortet er, und die Zahlung werde gelingen. Man sei bereit, passende Firmen auszuwählen und mit dem Bezahlen zu beginnen.
Der Austausch ist Teil einer einjährigen verdeckten Recherche des Netzwerks OCCRP mit seinen Partnern SourceMaterial und Delfi Estland, veröffentlicht am 17. Juni 2026. Er wirkt zunächst wie das, wonach er aussieht: ein Beleg für russische Findigkeit im Umgehen westlicher Sanktionen. Doch das ist nicht die eigentliche Geschichte. Denn das Konto, das Dima dem verdeckten Reporter am Ende für eine Testzahlung nennt, liegt nicht in Moskau, nicht in Dubai, nicht in einer fernen Offshore-Zone. Es liegt bei einem Institut, das die Europäische Union selbst lizenziert hat, reguliert von der Zentralbank eines EU-Mitgliedstaats. Die Festung, die Europa gegen den russischen Finanzsektor errichtet hat, ist an ihrer eigenen Mauer undicht – und die undichte Stelle trägt einen europäischen Stempel. Es brauchte keine kriminelle Meisterleistung, um sie zu finden. Es genügte, sich als das auszugeben, was Millionen legitimer Kunden sind: ein Geschäftsmann, der eine Rechnung bezahlen will. Der Rest war ein Angebot, das offen auf einer Plattform stand, die jeder mit einem Smartphone erreicht.
Dieser Text rekonstruiert, wie das Geld läuft, welche Firmen und Personen die Kette bilden, und warum eine Geldbuße über 19.000 Euro mehr über den Zustand des europäischen Sanktionsregimes verrät als jedes neue Sanktionspaket.
Die Frage hinter der Recherche
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 hat die EU Russland mit Sanktionspaket auf Sanktionspaket überzogen – bis zum Sommer 2026 waren es 21. Mehr als 70 große russische Banken wurden vom Nachrichtensystem SWIFT getrennt, über das internationale Zahlungen abgewickelt werden. Das erklärte Ziel: Russland vom internationalen Finanzsystem abzuschneiden und damit seiner Kriegsführung die Mittel zu entziehen.
Die naheliegende Frage an eine Recherche wie die des OCCRP lautet: Wie umgeht Russland diese Sanktionen? Sie ist nicht falsch, aber sie ist die kleinere Frage. Die größere lautet: Warum läuft die Umgehung durch die Institute, die Europa selbst zugelassen hat? Und was bedeutet es, wenn die zuständige Aufsicht ein solches Institut nicht schließt, sondern mit einer Summe belegt, die im Finanzverkehr kaum mehr als ein Rundungsfehler ist?
An dieser Stelle ist eine Einordnung nötig, die in der westlichen Berichterstattung meist fehlt. Ob es sich bei der beschriebenen Praxis um „Umgehung“ im rechtlichen Sinn handelt, setzt voraus, dass die Sanktionen selbst als Recht gelten. Genau das ist international umstritten. Die Sanktionen gegen Russland sind Maßnahmen der EU, der USA und Großbritanniens – nicht des UN-Sicherheitsrats. Ein großer Teil der Welt, darunter China, Indien, Brasilien und die Mehrheit der Staaten des globalen Südens, hat sich ihnen nie angeschlossen. Aus dieser Perspektive ist der Handel, den die Zahlungsdienstleister ermöglichen, kein Rechtsbruch, sondern Handel, den ein Block einseitig zu unterbinden versucht. Wir benennen beide Lesarten und überlassen die Bewertung dem Leser. Der Befund, um den es hier geht, ist von dieser Bewertung unabhängig: Die EU verspricht eine Wirkung, die ihre eigene Infrastruktur unterläuft.
Der Testweg
Die Reporter von SourceMaterial und Delfi schrieben verdeckt neun Zahlungsdienstleister an, die auf Telegram für ihre Dienste werben – jener Plattform, auf der Nutzer anonym kommunizieren können und die in Russland die meistgenutzte ist. In fünf Fällen sagten die Anbieter zu, Geld nach Europa zu leiten und dabei die russische Herkunft zu verschleiern. In jedem dieser Fälle hatten die Reporter ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Sanktionen im Weg stünden – entweder weil die Ware auf einer Sperrliste stand oder weil das russische Unternehmen selbst sanktioniert war.
Die Werbesprache lässt an Deutlichkeit wenig zu wünschen übrig. Ein inzwischen abgeschalteter Anbieter namens Fin Platform warb damit, wenn Sanktionen die Karten neu mischten, biete man echte Lösungen. Ein anderer erklärte auf seiner Website, wie man für Waren bezahlt werde, wenn der Kunde nichts mit Russland zu tun haben wolle. Die Anbieter boten „Strukturen“ an, deren Zuschnitt sich je nach Geschäft änderte – über Firmen in Hongkong, Dubai und Indonesien, die Rechnungen ausstellten, um die russische Beteiligung zu verschleiern. Das Prinzip ist so schlicht wie wirksam: Eine Mittlerfirma in einem Drittstaat stellt die Rechnung und empfängt die Zahlung, sodass in den Papieren dieser Drittstaat als Handelspartner erscheint – und nicht Russland. Der europäische Verkäufer sieht ein Konto in Kanada oder Litauen, keine Verbindung nach Moskau. Dima selbst beschrieb das fließende Wesen der Arbeit: Eine Struktur bestehe heute, eine andere morgen, weil Banken und Rechtsräume ihre Anforderungen ständig änderten. Ein Anbieter versicherte, seine Direktoren seien keine Russen, weshalb keine Spur zurückbleibe.
Bemerkenswert ist, dass die Reporter den Anbietern nie einen legitimen Handel vortäuschten. Sie sagten offen, dass es um sanktionierte Güter gehe – in einem Fall um europäische Drohnen für einen russischen Abnehmer. Fünf Anbieter erklärten sich dennoch bereit. Der Sanktionsstatus war kein Hindernis, sondern der Grund, aus dem man ihre Dienste überhaupt suchte. Genau darin liegt die Provision: nicht im Bezahlen, sondern im Verschleiern.
In mehreren Fällen übermittelten die Anbieter den Reportern konkrete Bankverbindungen von Mittlerfirmen – für Gesellschaften in Dubai, Indonesien, Kanada und Deutschland. Das deutsche Mittlerunternehmen wird in der Recherche nicht namentlich genannt; angesprochene Firmen bestritten eine Beteiligung. Auch der deutsche Drohnenlieferant im Eingangsszenario war ein Konstrukt der Reporter, keine reale, benannte Firma. Es wurde keine Zahlung ausgeführt. Wer aus diesem Setup einen konkreten deutschen Täter macht, überschreitet die Faktenlage – und das tun wir nicht.
Belegt ist etwas anderes, und es genügt vollauf: In einem der Gespräche nannte Dima für eine Testzahlung die Bankdaten eines Kontos, das eine kanadische Gesellschaft namens Grata Payments Ltd bei einem litauischen Institut namens TeslaPay unterhielt. Auf die spätere Konfrontation mit den Rechercheergebnissen antwortete Dima ausweichend, ein Teil der Formulierungen und Schlüsse sei subjektive Interpretation; man konzentriere sich ausschließlich auf die Unterstützung internationaler Zahlungen. Der Name des Instituts aber führt in den Kern der Sache.
Der Endpunkt trägt einen europäischen Stempel
TeslaPay ist kein Schattengebilde. Die Gesellschaft ist eine von der litauischen Zentralbank, der Bank of Lithuania, lizenzierte E-Geld-Institution – Lizenznummer LB000463, Firmencode 304715528, zugelassen seit dem 25. Juli 2018. Sie ist klein: Im litauischen E-Geld-Markt hält sie nach Marktdaten einen Anteil von 0,65 Prozent, im Jahr 2025 verwahrte sie rund 15 Millionen Euro Kundengelder. Und sie verfügt über den europäischen Pass, mit dem Institute aus einem Mitgliedstaat grenzüberschreitend in den übrigen tätig sein dürfen – auch in Deutschland. Das belegt Marktzugang, keine konkrete deutsche Transaktion. Aber es zeigt, dass hier kein exotisches Konstrukt am Werk ist, sondern ein regulärer Teilnehmer des europäischen Zahlungsverkehrs. Nach den Recherchen von SourceMaterial errichtete TeslaPay im Jahr 2024 zudem eine britische Filiale, die allerdings nie eine Betriebslizenz erhielt.
Und genau dieses Institut geriet ins Visier seiner eigenen Aufsicht. Am 03. Juni 2026 – gut zwei Wochen bevor OCCRP seine Recherche veröffentlichte – belegte die Bank of Lithuania TeslaPay mit einer Geldbuße von 19.000 Euro. Der amtliche Registereintrag benennt die Verstöße präzise: Mängel bei der laufenden Überwachung von Kundenbeziehungen und Transaktionen, bei den internen Verfahren gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, bei deren Anpassung an das konkrete Risiko. Zitiert werden Artikel 9, 17 und 29 des litauischen Geldwäschegesetzes sowie mehrere Punkte der Aufsichtsanweisungen der Zentralbank. Die Sanktion wurde im Rahmen einer administrativen Einigung verhängt; TeslaPay verpflichtete sich, die Mängel bis zum 01. Oktober 2026 abzustellen und bis zum 01. Dezember 2026 einen Prüfbericht vorzulegen. Nach den Regeln der litauischen Zentralbank für solche Einigungen wird eine festgesetzte Geldbuße um 20 bis 40 Prozent reduziert, wenn das Institut kooperiert und Abhilfe schafft. Der zugrunde liegende Vertrag ist vertraulich; wie hoch der Ausgangsbetrag war und wie er berechnet wurde, legte die Behörde nicht offen. Es wäre deshalb falsch, aus der geringen Summe zu schließen, die Aufsicht habe die Verstöße als geringfügig eingestuft. Was öffentlich ist, ist der Endbetrag – und der beträgt 19.000 Euro.
Hier ist Vorsicht geboten, und wir üben sie. Die Geldbuße datiert vor der Veröffentlichung der Recherche; sie kann keine Reaktion darauf sein. Aus dem veröffentlichten Beschluss geht nicht hervor, ob die Prüfung genau jene Konten oder Geschäftsbeziehungen erfasste, die in der OCCRP-Recherche auftauchen. Beides sind getrennte Vorgänge. Was sich sagen lässt, ist präziser und deshalb belastbarer: Zwei voneinander unabhängige Stränge – die gezielte Geldwäscheprüfung der Aufsicht und der verdeckte Zahlungstest der Reporter – stießen binnen weniger Wochen auf dieselbe Schwachstelle desselben Instituts, ohne voneinander zu wissen. Die eine stellte mangelhafte Überwachung von Kunden und Transaktionen amtlich fest. Der andere erhielt von einem Broker ein Konto bei ebendiesem Institut als Vehikel für sanktionsverschleiertes Geld.
TeslaPay selbst erklärte gegenüber den Reportern, man unterliege den Geldwäschevorschriften und werde von der Bank of Lithuania regelmäßig beaufsichtigt, unter anderem im Rahmen einer jüngeren Prüfung. Das ist zutreffend. Die Frage, die der Fall aufwirft, richtet sich denn auch weniger gegen ein einzelnes Institut als gegen das System: Wenn ein regulärer, lizenzierter, beaufsichtigter und geprüfter Teilnehmer des europäischen Zahlungsverkehrs mit einer Summe belegt wird, die kaum abschreckt, während er auf Telegram als Kanal für russisches Geld angeboten wird – was sagt das über die Härte der Festung? Die 19.000 Euro sind nicht der Skandal. Sie sind das Emblem.
Das Netzwerk hinter dem Konto
Bis hierhin ließe sich der Fall als Nachlässigkeit eines kleinen Instituts deuten. Doch die Verbindungen reichen tiefer, und sie lassen sich in offen zugänglichen Handelsregistern selbst nachvollziehen – nicht nur in der Darstellung des OCCRP, sondern durch eigene Prüfung britischer Registerdaten.
Der Direktor der kanadischen Grata Payments, über deren Konto die Testzahlung laufen sollte, ist ein estnischer Anwalt namens Aleksei Ratnikov. Dieselbe Person war nach den Eintragungen des britischen Registers Companies House von Juni 2021 bis zur Auflösung im Mai 2024 Direktor einer britischen Gesellschaft namens One Remit. Diese One Remit wickelte internationale Geldtransfers für eine Firma ab, die inzwischen sanktioniert ist: TGR Partners. Ein zweiter Direktor und alleiniger wirtschaftlich Berechtigter von One Remit war Andrejs Bradens, auch bekannt als Andrejs Carenoks. Und zum Zeitpunkt von Ratnikovs Bestellung gehörte die zypriotische Holdinggesellschaft von One Remit einer Frau namens Elena Chirkinyan.
One Remit war dabei kein Einzelfall, sondern Teil eines Musters. Nach den Recherchen von SourceMaterial war die Gesellschaft eine von mehreren Netzwerkfirmen, die unter einer einzigen Londoner Adresse registriert waren: einem Reihenhaus in der Riding House Street im Westen der Stadt. Solche Sammeladressen, an denen sich Dutzende Briefkastenfirmen drängen, sind das bauliche Kennzeichen einer Infrastruktur, die auf Papier existiert und nicht in Büros.
Diese Namen sind keine beliebigen. Bradens, Chirkinyan und ein dritter, George Rossi, bilden nach Darstellung der US-Sanktionsbehörde OFAC und der britischen National Crime Agency die Führung des TGR-Netzwerks – einer Struktur, die das US-Finanzministerium und die britischen Behörden als internationales Geldwäsche- und Sanktionsumgehungsnetzwerk einstufen. Nach der OFAC-Mitteilung wandelte das Netzwerk unrechtmäßige Gelder in Kryptowährung um, ermöglichte Immobilienkäufe im Westen und organisierte Bargeldübergaben; Rossi soll dabei eine Firma gesteuert haben, die die bereits sanktionierte russische Kryptobörse Garantex nutzte. Alle sechs Führungsfiguren von TGR und der eng verbundenen Gruppe Smart wurden von OFAC am 04. Dezember 2024 sanktioniert. Die zugrunde liegende Operation Destabilise der britischen Behörden führte nach deren Angaben zu 84 Festnahmen und der Beschlagnahme von über 20 Millionen Euro in Bargeld und Kryptowährung; das Netzwerk soll sich über mehr als 30 Länder erstreckt haben.
Der Befund lautet also: Der Direktor jener Firma, deren Konto ein Telegram-Broker als Vehikel anbot, saß in einer britischen Gesellschaft gemeinsam mit einer der Führungsfiguren eines Netzwerks, das 18 Monate zuvor sanktioniert worden war. Ratnikov selbst bestreitet jede Verbindung. Er habe von der CW Group keine Kenntnis, wisse nichts von Aktivitäten auf Telegram und habe keine Verbindungen zum TGR-Netzwerk; die von Dima genannten Bankdaten seien nicht Grata zuzuordnen. Zur One-Remit-Direktion erklärte er, er sei ohne seine Zustimmung als Direktor eingetragen worden – ein Opfer von Betrug -, räumte aber ein, über eine solche Rolle in Gesprächen gestanden zu haben. Das britische Register führt ihn gleichwohl über drei Jahre als Direktor. Wir halten beides fest: die dokumentierte gesellschaftsrechtliche Nähe und sein Dementi. Was wir nicht tun, ist, aus der Nähe eine Straftat abzuleiten. Ein gemeinsamer Direktorenposten belegt eine Verbindung, keine Beteiligung an den Taten des anderen.
Eine zweite Strebe führt zu TeslaPay selbst. Als Mitgründer des Instituts wird ein russischer Geschäftsmann namens Philipp Larin genannt. Larin ist zugleich – so die OCCRP-Recherche unter Berufung auf lettische Registerdaten und eine archivierte Website des TGR-Netzwerks – Vorstand und Miteigentümer einer weiteren Zahlungsagentur, der lettischen Eastern European Payment System, die zwischen 2020 und 2023 Rossi und Chirkinyan als wirtschaftlich Berechtigte geführt haben soll. Diese Angabe stammt aus der Recherche; die historische Eigentümerkette ist im frei zugänglichen lettischen Register heute nicht mehr abrufbar, weshalb wir sie ausdrücklich als Befund des OCCRP kennzeichnen und nicht als eigenen. Die eigenständig belegte Brücke – Ratnikov, Bradens, Chirkinyan über One Remit – trägt den Befund auch ohne sie.
Die größere Maschine
Die Telegram-Broker sind die unterste, sichtbarste Schicht eines Systems, das sehr viel größer ist. Wer verstehen will, warum ein einzelnes 19.000-Euro-Institut nur ein Symptom ist, muss auf die Infrastruktur schauen, die dahinter entstanden ist – und auf ihren Aufstieg und Fall im Jahr 2026.
Im Zentrum steht ein rubelgebundener Stablecoin namens A7A5, eine an den Rubel gekoppelte Kryptowährung, Anfang 2025 lanciert von der Firma A7 des moldauisch-russischen Geschäftsmanns Ilan Shor – inzwischen von Großbritannien und der EU sanktioniert – gemeinsam mit der staatlichen russischen Promsvyazbank, die nach Angaben der britischen National Crime Agency Unternehmen der russischen Rüstungsbasis unterstützte. Shor ist keine unbeschriebene Figur: In Moldau wurde er in Abwesenheit wegen eines milliardenschweren Bankbetrugs verurteilt, der das Land 2014 erschütterte; er lebt heute in Russland. Dass ein solcher Mann und eine staatliche russische Bank hinter dem Token stehen, ist für die westlichen Behörden der Beleg, dass A7A5 kein privates Finanzprodukt ist, sondern Teil einer staatsnahen Architektur. A7A5 wurde bewusst ohne Einfrier-Funktion konstruiert: Als westliche Behörden 2025 die russische Kryptobörse Garantex zerschlugen, fror der Marktführer Tether – der Herausgeber des dominierenden Dollar-Stablecoins USDT – die verbundenen Guthaben ein. Die Lehre daraus war ein Token, den keine westliche Behörde stilllegen kann, weil er nicht in Dollar, sondern in Rubel denominiert und außerhalb westlicher Kontrolle verwaltet wird. Nach Angaben seiner Betreiber soll A7A5 in nahezu 20 Prozent der internationalen Transaktionen Russlands zum Einsatz gekommen sein.
Die Zahlen, mit denen A7A5 verbunden wird, sind gewaltig – und sie verlangen Vorsicht. Nach Daten der Analysefirma Chainalysis wickelte der Token in zehn Monaten Transaktionen im Wert von 93,3 Milliarden Dollar ab; das britische Außen- und Entwicklungsministerium FCDO bezifferte das als etwa die Hälfte des russischen Jahres-Militärbudgets. Diese Einordnung stammt von einer Konfliktpartei und ist mit Bedacht zu lesen. Denn die Blockchain-Analysten von Elliptic und TRM Labs schätzen, dass rund 34 Prozent des beobachteten Volumens aus Kreisgeschäften bestehen, die dem Wash-Trading entsprechen – Transaktionen, die Volumen vortäuschen, ohne realen Handel abzubilden. Die spektakuläre Zahl ist also zu einem erheblichen Teil aufgebläht, und die Gleichsetzung mit dem halben Militärbudget ist eine politische Rahmung, kein neutraler Messwert.
Bemerkenswert ist, was danach geschah – denn es widerlegt die bequeme These vom stets unterlegenen Regulierer. Die EU verbot A7A5 mit ihrem 19. Sanktionspaket vollständig; es war das erste Mal, dass der Staatenbund einen einzelnen Krypto-Token ausdrücklich untersagte. Die zentrale Handelsplattform Grinex brach im April 2026 zusammen. Nach einer Auswertung von Elliptic vom Juli 2026 fiel das monatliche Transaktionsvolumen um bis zu 96 Prozent gegenüber dem Höhepunkt. Der Token, der als unantastbar gebaut war, wurde an seinen Rändern doch erdrosselt – nicht an der Blockchain, die weiterläuft, sondern an den Börsen, an denen er in andere Werte getauscht wird.
Wie eng diese Welten verwoben sind, zeigt ein Blick auf die Knoten. Das TGR-Netzwerk, in dessen Umfeld die litauischen und lettischen Zahlungsfirmen operieren, wurde von den britischen Behörden mit der kirgisischen Keremet-Bank in Verbindung gebracht, die ihrerseits grenzüberschreitende Zahlungen für die Promsvyazbank abgewickelt haben soll – jene staatliche russische Bank, die A7A5 mitherausgibt. Die Telegram-Broker, die EU-lizenzierten E-Geld-Institute, das sanktionierte Geldwäschenetzwerk und der rubelgebundene Stablecoin sind damit keine getrennten Phänomene, sondern Schichten desselben Systems. Die kleine litauische Kontonummer und das milliardenschwere Krypto-Vehikel gehören zusammen.
Das ist der Kern der Sache, und er ist zweischneidig. Die Behörden verlieren nicht jede Runde; die EU hat A7A5 tatsächlich totgemacht. Aber der Maulwurf kommt wieder. Vor A7A5 lief das Geschäft über Tether und Garantex; nach Garantex über Grinex; nach A7A5 über das nächste Vehikel. Ilia Shumanov von TriTrace Investigations bringt das Muster auf den Punkt: Die Zahlungssysteme seien den Regulierern ein bis zwei Jahre voraus. Es ist ein ständig mutierendes Ökosystem mit erheblichem Investitionsvolumen. Die britische Außenministerin Yvette Cooper erklärte, man gehe gegen die Infrastruktur vor, die Russlands Kriegswirtschaft stütze. Das ist ihre Rahmung; der dokumentierte Befund ist nüchterner: Jede geschlossene Tür öffnet die nächste, und die Telegram-Broker mit ihren litauischen Konten sind die Endkundenschicht genau dieses Kreislaufs.
Kasten: Deutschland als Knoten – und wer handelt
Der Fall streift Deutschland als Zieljurisdiktion, ohne ein deutsches Unternehmen zu benennen. Doch dass deutsche Firmen als Knoten russischer Beschaffung auftauchen, ist keineswegs neu – und der aufschlussreichste Teil ist, wer sie benannte.
Im Oktober 2022 sanktionierte die US-Sanktionsbehörde OFAC gemeinsam mit dem US-Justizministerium die Hamburger NDA Nord-Deutsche Industrieanlagenbau GmbH (Handelsregister HRB 102166). Nach Darstellung von OFAC beschaffte das Netzwerk um den russischen Agenten Yury Orekhov über die deutsche Firma US-Halbleiter und Mikroprozessoren für Kampfjets, ballistische Raketen und andere militärische Anwendungen; Komponenten seien in russischen Waffen in der Ukraine gefunden worden. Mehrheitseigner der Gesellschaft war den Ermittlungen zufolge Artem Uss, Sohn eines russischen Gouverneurs. Orekhov wurde im Oktober 2022 auf US-Ersuchen in Deutschland festgenommen; Uss, in Italien unter Hausarrest gestellt, entzog sich 2023 der Auslieferung durch Flucht – ein Vorgang, der die Grenzen der Durchsetzung ebenso schlaglichtartig beleuchtet wie den Zugriff. Bei den strafrechtlichen Vorwürfen handelt es sich um Anklagepunkte, nicht um rechtskräftige Urteile; es gilt die Unschuldsvermutung.
Im Mai 2023 sanktionierte OFAC die Belmagistralavtotrans Speditions GmbH aus dem rheinhessischen Alzey (Handelsregister HRB 32490 Mainz), vormals BMA Spedition. Ihr Eigentümer, der belarussische Staatsbürger Evgueni Kostiouk, organisierte laut OFAC Transporte zwischen Westeuropa, Russland und Belarus; das Unternehmen sei am Transfer von Ausrüstung an die russische Ostec-Gruppe beteiligt gewesen – einen Importeur von Elektronik und Halbleitertechnik, den OFAC dem russischen Verteidigungssektor zurechnet. Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, ein deutscher Branchenverband, griff den Fall in seinem eigenen Sanktions-Update auf und verwies auf die wachsende Zahl von Berichten über Umgehungsnetzwerke, die bis nach Deutschland reichen.
Beide Male handelte eine US-Behörde in deutscher Jurisdiktion – nicht die EU, nicht die Bundesrepublik. Es geht bei diesen Fällen um Warenbeschaffung, nicht um die Geldschiene des OCCRP-Falls; sie gehören einem anderen Glied derselben Kette an. Aber sie illustrieren dieselbe strukturelle Lücke aus einem zweiten Blickwinkel: Wo deutsche Firmen als Beschaffungsknoten identifiziert wurden, kam der Zugriff aus Washington. Die europäische Durchsetzung war abwesend.
Warum die Lücke bleibt
Warum besteht dieser Zustand fort? Die Antwort liegt nicht in einer verborgenen Absicht, die wir behaupten könnten – wir können sie nicht beweisen, also behaupten wir sie nicht. Sie liegt in einer Struktur, die sich offen beschreiben lässt, und aus der der Leser seine eigenen Schlüsse ziehen mag.
Das Muster ist an beiden Enden dasselbe. Europa hält hart, wo es billig ist, und leckt, wo es teuer ist. Auf der Geldseite läuft die Umgehung durch kleine, EU-lizenzierte Institute, die die nationalen Aufseher mit überschaubaren Bußen bedenken. Auf der Rohstoffseite zeigt sich dasselbe: Aluminiumoxid – die Vorstufe, aus der Russland sein Aluminium und daraus unter anderem Waffenbauteile fertigt – ist bis heute durch keines der Sanktionspakete beschränkt, weil ein Verbot Europas eigene Aluminiumindustrie träfe. Wie das in einem Schwesterstück zu diesem Text im Detail nachgezeichnet wird, endet Europas schärfste Waffe dort, wo ihr Einsatz dem Sanktionierer mehr schadet als dem Sanktionierten.
Dahinter steht eine allgemeinere Mechanik, die ich im „US-Materialien-Paradoxon“ für die andere Seite des Machtgefüges beschrieben habe: Nicht wer den Rohstoff im Boden hat, hält den Hebel, sondern wer die Aufbereitung, die Verarbeitung, die Infrastruktur kontrolliert. Dort ist es China, das über die Raffination der Seltenen Erden einen Hebel gegen die amerikanische Rüstung hält. Hier ist es die EU, die über die Lizenzierung der Zahlungsinstitute den Hebel gegen die Umgehung in der Hand hält – und ihn nicht betätigt. Die Festung besitzt die Schlüssel zu ihren eigenen Toren.
Wer davon profitiert, dass die Tore angelehnt bleiben, lässt sich benennen, ohne Absicht zu unterstellen: die lizenzierten Mittler, die an jeder Transaktion verdienen; die Broker, die ihre Provision nehmen; und, unbequemer, jene EU-Standorte, die ihren Fintech-Sektor auf einer betont zugänglichen Lizenzvergabe aufgebaut haben. Litauen hat sich in wenigen Jahren zu einem der größten Standorte für E-Geld-Institute in der EU entwickelt; nach dem britischen EU-Austritt verlagerten zahlreiche Zahlungsfirmen ihre Zulassung dorthin. Ein solcher Standortvorteil entsteht durch zügige, unternehmensfreundliche Aufsicht – dieselbe Eigenschaft, die eine Schwachstelle wird, sobald zwischen legitimen und verschleiernden Kunden getrennt werden muss. Der Wettbewerb um Ansiedlung und die Härte der Kontrolle ziehen in entgegengesetzte Richtungen. Auch hier gilt der Grundsatz, den ein Teil der Welt gegen das gesamte Konstrukt wendet: Wo keine gemeinsame völkerrechtliche Grundlage besteht, sondern der außenpolitische Wille eines Blocks, ist die Grenze zwischen „Durchsetzungslücke“ und „geduldeter Ausnahme“ fließend. Wir zeichnen die Struktur; die Bewertung bleibt beim Leser.
Drei Wege nach vorn
Wie könnte es weitergehen? Drei Entwicklungen zeichnen sich ab, und keine ist frei von Widersprüchen.
Im ersten Szenario bleibt alles, wie es ist. Die Einstimmigkeit aller 27 Mitgliedstaaten, die jedes Sanktionspaket verlangt, bremst entschlossene Schritte; die nationalen Aufseher bearbeiten die kleinen Institute mit kleinen Bußen weiter. Das nächste Paket trifft dann die vorletzte Umgehung, während die aktuelle bereits das nächste Vehikel gefunden hat. Dieses Szenario ist das wahrscheinlichste, solange die politische Rechnung der großen Industriestaaten so ausfällt wie bisher.
Im zweiten Szenario zieht die Aufsicht an. Die EU baut in Frankfurt eine neue Geldwäschebehörde auf, die AMLA, die seit dem 01. Juli 2025 arbeitet und zum 01. Januar 2026 die einschlägigen Mandate von der Europäischen Bankenaufsicht übernommen hat. Ihr Programm nennt ausdrücklich Kryptowerte und neue Zahlungswege als vorrangige Risiken – also genau das Phänomen, um das es hier geht. Doch der Haken sitzt im Zeitplan: Die direkte Aufsicht der AMLA beginnt erst 2028, und sie erfasst dann nur rund 40 der größten grenzüberschreitenden Institute. Ein Haus mit 0,65 Prozent Marktanteil wie TeslaPay fiele nicht darunter. Das einheitliche Regelbuch der EU-Geldwäscheverordnung greift ab dem 10. Juli 2027; verschärfte Sorgfaltspflichten für Russland-Geschäfte gelten seit Januar 2026. Für die Institute unter ihrer direkten Aufsicht kann die AMLA künftig Bußen von bis zu 10 Prozent des Jahresumsatzes verhängen – ein Vielfaches dessen, was nationale Aufseher bislang aussprachen. Der Umbau ist real – aber langsam, und er zielt auf die großen Fische, während der Kanal durch die kleinen läuft. Eine 19.000-Euro-Buße für ein Haus mit 0,65 Prozent Marktanteil bleibt bis auf Weiteres das nationale Instrument, das der Fall zeigt.
Im dritten Szenario setzt sich das Katz-und-Maus-Muster fort. Der Fall A7A5 ist die Blaupause: Ein Vehikel wird geschlossen, das nächste entsteht. Solange die Nachfrage besteht und die Rendite lockt, wird jedes gesperrte Instrument durch ein neues ersetzt, und die Behörden gewinnen einzelne Runden in einem Spiel, das strukturell weiterläuft.
Welches Szenario sich durchsetzt, hängt weniger von den technischen Möglichkeiten ab als von einer politischen Abwägung: wie viel Eigenschaden – für den eigenen Fintech-Sektor, die eigene Industrie, den eigenen Zahlungsverkehr – Europa bereit ist zu tragen, um eine Wirkung zu erzielen, die es bislang lieber verspricht als erzwingt.
Die undichte Mauer
Der Fall TeslaPay ist mehr als die Nachlässigkeit eines kleinen Instituts. Er ist ein Lehrstück über die Grenzen von Sanktionen als Instrument – und über eine Verwundbarkeit, die in der eigenen Mauer liegt, nicht in der List des Gegners.
Ein Reporter musste sich nur als russischer Geschäftsmann ausgeben, um von einem Broker das Konto eines EU-lizenzierten Instituts genannt zu bekommen – eines Instituts, dessen eigene Aufsicht es zwei Wochen zuvor wegen mangelhafter Überwachung belegt hatte, und in dessen Umfeld die Handelsregister Personen führen, die an ein längst sanktioniertes Netzwerk gebunden sind. Nichts daran erforderte besonderes Geschick. Es erforderte eine Festung, die die Schlüssel zu ihren eigenen Toren besitzt und sie nicht dreht.
Das Sanktionsregime endet dort, wo es beginnt, dem Sanktionierer selbst zu schaden – auf der Geldseite ebenso wie in der Rohstoffkette. Jedes neue Paket verlängert die Liste der verbotenen Wege; keines schließt die Tür, die im eigenen Haus offensteht. Die Behörden gewinnen Runden, und der Fall A7A5 zeigt, dass sie sie gewinnen können. Aber sie gewinnen sie gegen ein System, das schneller mutiert, als eine Union aus 27 Regierungen sich einigt – und das an den Stellen weiterläuft, an denen ein Verbot die eigene Industrie, den eigenen Zahlungsverkehr, den eigenen Standort träfe.
Was Russland tut, steht am Ende auf einem litauischen Konto. Was Europa nicht tut, steht in seinem eigenen Lizenzregister.
Michael Hollister war sechs Jahre Bundeswehrsoldat (SFOR, KFOR) und blickt hinter die Kulissen militärischer Strategien. Nach 14 Jahren im IT-Security-Bereich analysiert er primärquellenbasiert europäische Militarisierung, westliche Interventionspolitik und geopolitische Machtverschiebungen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf dem asiatischen Raum, insbesondere Südostasien, wo er strategische Abhängigkeiten, Einflusszonen und Sicherheitsarchitekturen untersucht. Hollister verbindet operative Innensicht mit kompromissloser Systemkritik – jenseits des Meinungsjournalismus. Seine Arbeiten erscheinen zweisprachig auf www.michael-hollister.com sowie in kritischen Medien im deutsch- und englischsprachigen Raum.
Quellenverzeichnis
- „There Will Be No Trace“: Russian Payment Agents Tout Sanction-Busting Services on Telegram, OCCRP – https://www.occrp.org/en/investigation/there-will-be-no-trace-russias-sanctions-busting-middlemen-tout-services-on-telegram
- ‚There will be no trace‘, SourceMaterial – https://www.source-material.org/russia-sanctions-kremlin-backed-payments-agents/
- UAB TeslaPay – amtlicher Registereintrag mit Sanktionsvermerk (Geldbuße 19.000 Euro, 03. Juni 2026), Bank of Lithuania – https://www.lb.lt/en/sfi-financial-market-participants/uab-teslapay
- Treasury Exposes Money Laundering Network Using Digital Assets to Evade Sanctions (TGR-Sanktionierung, 04. Dezember 2024), U.S. Department of the Treasury / OFAC – https://home.treasury.gov/news/press-releases/jy2735
- Operation Destabilise: NCA exposes billion-dollar money laundering network, National Crime Agency – https://www.nationalcrimeagency.gov.uk/news/operation-destabilise-nca-exposes-billion-dollar-money-laundering-network-that-purchased-bank-to-fund-russian-war-effort
- Treasury Sanctions Russian Military Technology Procurement Network (NDA Nord-Deutsche Industrieanlagenbau GmbH), OFAC, 19. Oktober 2022 – https://home.treasury.gov/news/press-releases/jy1035
- With Over 300 Sanctions, U.S. Targets Russia’s Circumvention and Evasion (BMA Spedition / Belmagistralavtotrans), OFAC, 19. Mai 2023 – https://home.treasury.gov/news/press-releases/jy1494
- The fall of A7A5: how sanctions strangled the ruble stablecoin, Elliptic, Juli 2026 – https://www.elliptic.co/blog/the-fall-of-a7a5-how-sanctions-strangled-the-ruble-stablecoin
- A7A5: Circumventing sanctions with stablecoin cryptocurrency, Centre for Information Resilience – https://www.info-res.org/reports/a7a5-circumventing-sanctions-with-stablecoin-cryptocurrency/
- Non-Dollar Stablecoins Hit $1.2 Billion As Currencies Go On-Chain (Chainalysis-Kriminalitätsbericht 2026 zu A7A5), Forbes – https://www.forbes.com/sites/boazsobrado/2026/03/30/non-dollar-stablecoins-hit-12-billion-as-local-currencies-go-on-chain/
- AMLA takes major step toward harmonised EU supervision, Authority for Anti-Money Laundering and Countering the Financing of Terrorism (AMLA) – https://www.amla.europa.eu/amla-takes-major-step-toward-harmonised-eu-supervision_en
- Sanktionsumgehung – Aktuelles aus der strafrechtlichen Praxis der Sanktionen gegen Russland, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie – https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Dossier/sanktionen.html
- OA-Update Sanktionen (BMA Spedition, Alzey), Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft – https://www.ost-ausschuss.de/sites/default/files/paragraphs/pdf/2023-12/OA-Update_Sanktionen_08.pdf
- Das US-Materialien-Paradoxon, Michael Hollister – https://www.michael-hollister.com/de/2026/02/01/das-us-materialien-paradoxon/
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Die Sanktionen sind ja zuallererst mal illegal, da nicht von der UN. Sie sind Teil der hybriden Kriegführung der NATO und EU gegen Russland.
Ansonsten wurden Waffen schon immer gern an jeden verkauft, der zahlungskräftig ist. Legal, illegal … ist dem Kapitalismus ganz egal. Wenn nur die Rendite stimmt. Und Patriotismus ist ja, wie man seit Ambrose Bierce weiß, die erste Zuflucht eines Taugenichts.