Die „Trump-Doktrin“ im Iran: Bewaffnete Oppositionsgruppen wie die Kurden als Bodentruppen?

Raketen zur "Befreiung" des Iran auf dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln. Bild: U.S. Navy
Raketen zur „Befreiung“ des Iran auf dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln. Bild: U.S. Navy

Trump ist konfus, was das Ziel des Iran-Kriegs sein soll. Die Iraner sollen den Regimewechsel selbst machen, es wird aber auch damit kokettiert, die Regierung wie in Venezuela intakt zu lassen oder bewaffnete „Freiheitskämpfer“ wie die Kurden oder Belutschen zu unterstützen. Von Pahlavi hält Trump nichts.

Donald Trump hat versichert, die USA hätten eine „praktisch unbegrenzte Menge“ an Munition. Das reicht allerdings nicht, der Vorrat sei noch nie „höher und besser“ gewesen. Das sei der Grund, dass Kriege „für immer“ geführt werden könnten. Aber man sei noch nicht an der Spitze angekommen. Die USA hätten eine gute Versorgung, aber zusätzliche hochwertige Munition sei in anderen Ländern gelagert. Das sei die Schuld seines Vorgängers Biden, der “P.T. Barnum (Selenskij!) von der Ukraine alles im Wert von Hunderten von Milliarden Dollar”, ohne sich darum zu kümmern, es zu setzen.

Ganz schlau wird man daraus nicht. Haben die USA also selbst zu wenig, weil Munition an die Ukraine und in die Lager von Alliierten vergeben wurde? Oder ist sie „praktisch unbegrenzt“, um ewig Kriege zu führen. Irgendwie ist dann doch alles in Ordnung: „Die Vereinigten Staaten sind gut gerüstet und bereit, GROSS zu gewinnen!!“ Man könnte allerdings auch vermuten, dass Trump dies zur Abschreckung sagt, weil es, wenn der Iran einige Zeit durchhält und ein größeres Raketen- und Drohnenarsenal besitzt, doch knapp werden könnte mit teuren Abfangraketen der Patriot- oder THAAD-Systeme, von denen eine einzelne mehrere Millionen kostet.

Trump verkündete auch seine Doktrin, vielmehr, er ließ über die für MAGA entgiftete Washington Post von seinem Kumpel Jeff Bezos die „Trump Doktrin“ preisen und repostete entsprechende Tweets. Kolumnist Marc Thiessen feierte dort Trump, der versprochen hatte, die USA aus den endlosen Kriegen zu holen. Kritiker würden ihm vorwerfen, das Versprechen gebrochen zu haben. Doch das Gegenteil sei der Fall: Trump beende gerade durch einen Krieg einen Krieg. Das deshalb, weil der Iran seit 47 Jahren Krieg gegen die USA führt. Trump bringe jetzt diesen iranischen Terror, der auch darin bestanden habe, al-Qaida zu unterstützen, zu einem Ende. Es ist also eigentlich kein Krieg, sondern eine Militäroperation zur Beendigung eines Kriegs. Die Argumentation ist grotesk:

„Genauso wichtig wie das, was Trump tut, ist die Art und Weise, wie er es tut. Mit der Operation Epic Fury erleben wir die Geburt einer neuen Doktrin, die die globale Führungsrolle der USA im 21. Jahrhundert leiten wird: die Trump-Doktrin.

Als Trump sein Amt antrat, sah er sich einer ähnlichen Situation gegenüber wie Ronald Reagan im Jahr 1981. Nach dem Vietnamkrieg hatten die Amerikaner keine Lust mehr, US-Truppen in ferne Länder zu schicken, um dort zu kämpfen. Reagan musste einen neuen Weg finden, um auf der Weltbühne zu führen. Also schmiedete er die ‚Reagan-Doktrin‘, mit der er antikommunistische Freiheitskämpfer auf der ganzen Welt unterstützte, um die Flut des sowjetischen Kommunismus zurückzudrängen. Diese Strategie trug zum Sieg im Kalten Krieg bei.“

Unterstützt wurden bekanntlich in Afghanistan gegen Russland die Mudschaheddin, die man als Freiheitskämpfer ausgab, und die dann am Ursprung des islamistischen Terrors auch gegen die USA standen und mit den Taliban den Krieg gegen die USA und ihre Alliierten in Afghanistan gewonnen haben. „Freiheitskämpfer“ gegen die Sowjetunion, das „Reich des Bösen“) und gegen den Kommunismus wurden auch in Nicaragua, Angola oder Kambodscha unterstützt – mit ebenfalls nicht sonderlich guten Ergebnissen.

Für Thiessen ist der Kerne der Trump-Doktrin, keine Bodentruppen in Ländern zu schicken, sondern sie mit Sanktionen, Diplomatie oder militärischer Enthauptung der Führung zu unterwerfen oder einen Luftkrieg zu führen: „Und er kontrolliert die Ereignisse vor Ort durch seine Bereitschaft, diese Regime immer wieder anzugreifen, bis Führer auftauchen, die mit Amerika zusammenarbeiten werden.“ Wer ist in Venezuela aufgetaucht? Delcy Rodríguez, bis zur Verschleppung von Maduro Vizepräsidentin. Aber ist, Trump-Doktrin, bereit mit Amerika zusammenzuarbeiten.

Bodentruppen für die USA

Aber die Trump-Doktrin setzt auch auf Bodentruppen, allerdings keine US-amerikanischen. Im Iran soll das das Volk sein, wer immer das sein soll: „Es besteht kein Bedarf für eine US-Invasionsstreitmacht. Das iranische Volk ist die Bodentruppe, und das Schicksal des Landes liegt in ihren Händen. Und wenn die Dinge nicht so laufen, wie wir es uns erhoffen, und eine Regierung an die Macht kommt, die ihre feindselige Haltung gegenüber Amerika und ihr Streben nach Atomwaffen wieder aufnimmt, kann Trump auch diese beseitigen.“ Das Volk soll also schon machen, was dem MAGA-Präsidenten gefällt.

Das Wall Street Journal will von Offiziellen aus dem Weißen Haus gehört haben, dass Trump die Reagan-Doktrin übernehmen will. Er soll überlegen, bewaffnete Gruppen im Kampf gegen das iranische Regime zu unterstützen. Das ist allerdings auch etwa von Obama in Syrien mit der Unterstützung von islamistischen „Rebellen“ und von den Kurden gemacht worden. Die Islamisten sind inzwischen an der Macht, Trump hat gerade zum  zweiten Mal die syrischen Kurden fallen gelassen.

Trump soll mit Kurden und anderen Gruppen im Iran gesprochen haben. Ziemlich spät scheint der US-Regierung einzufallen, Pläne nach dem angestrebten Sturz des Mullah-Regimes zu machen. Anscheinend setzt man nicht primär darauf, mit Vertretern des Regimes einen Deal wie in Venezuela auszuhandeln, sondern schaut  auch auf die Opposition, vor allem auf bewaffnete Gruppen, wie es diese bei den Kurden oder bei den Belutschen gibt. Von Reza Pahlavi, dem Schah-Sohn, der sich an die Spitze der Opposition und einer Übergangsregierung setzen, vielleicht auch wieder die Monarchie einführen will, hält Trump nicht so viel. Allerdings sieht er, wie er auf der Pressekonferenz mit Merz sagte, das Modell Venezuela, wo “wir die Regierung total intakt ließen”, durchaus auch für den Iran als denkbar an, auch wenn die meisten Menschen schon tot seien.

Mit den kurdischen Politikern Masoud Barzani (PUK) und Bafel Talabani (KDP) hat Trump am Sonntag telefoniert, um über den Krieg gegen den Iran zu sprechen. Das soll auf den Vorschlag von Netanjahu zustande gekommen sein, der auf die irakischen Kurden und ihre Milizen (Peschmerga) zu setzen scheint, die kampferprobt seien und gute Beziehungen zu den Kurden im Iran haben. Mit den iraknischen Kurden sind die USA schon lange verbunden, auch gibt es gute Beziehungen zwischen ihnen und Israel und der Türkei. Mit den irakischen Kurden könnte man die Grenze zwischen Irak, in dem die Schiiten die Bevölkerungsmehrheit sind und es viele schiitische Milizen gibt, und Iran kontrollieren. Überdies könnten sich irakische und iranische Kurden verbinden, um gegen das Regime zu kämpfen.

Nach einem CNN-Bericht soll die CIA bereits begonnen haben, kurdische Milizen zu bewaffnen, um einen Aufstand zu unterstützen. „Eine mit den Gesprächen vertraute Person sagte“, schreibt CNN, „dass die Idee darin bestehe, dass kurdische Streitkräfte die iranischen Sicherheitskräfte angreifen und sie festnageln würden, um es unbewaffneten Iranern in den großen Städten zu erleichtern, auf die Straße zu gehen, ohne erneut massakriert zu werden, wie es während der Unruhen im Januar geschehen war.“ Aber so genau scheint der Plan nicht zu sein.

Als Warnung haben schiitische Milizen am Dienstag den Sitz der Demokratischen Partei des Iranischen Kurdistans (PDKI) in Koya mit Drohnen und Raketen angegriffen. Auch andere iranische Oppositionsgruppen und Peshmerga-Stützpunkte seien angegriffen worden. Die PDKI hat mit anderen iranische Oppositionsgruppen bereits eine „Koalition der politischen Kräfte des iranischen Kurdistan“ gegründet. Das könnte auch auf eine Abspaltung vom Iran und einen Zerfall des Landes hindeuten.

Und da ist noch die gut mit Geld ausgestattete Mojahedin-e-Khalq (MEK), auch iranische Volksmudschaheddin, unter der Präsidentin Maryam Raja-
vi, die jetzt auch ihre Chance sieht und seit vielen Jahren versucht, an Einfluss zu gewinnen bzw. diese zu kaufen. Schon am Samstag hatte der „Nationale Widerstandsrat des Iran“ (NCRI) dazu aufgerufen, dem Volk die Macht zu übergeben und eine demokratische Republik aufzubauen. Man habe dafür breite Unterstützung.

Ob die irakischen und iranischen Kurden sich von Trump als Bodentruppen einspannen lassen, steht noch in den Sternen, zumal nach den Erfahrungen in Syrien. Wenn Washington bewaffnete Gruppen im Iran unterstützen will, würde das bedeuten, dass die Folge ein Bürgerkrieg sein könnte, der die Region in Flammen versetzt, da ethnische Spannungen und Unabhängigkeitsbestrebungen nicht nur im Iran, sondern auch im Irak, in Afghanistan oder Golfländern hochkochen könnten.

Florian Rötzer

Florian Rötzer, geboren 1953, war Gründer des Online-Magazins Telepolis und von 1996 bis 2020 dessen Chefredakteur. Seit 2022 ist er Redakteur beim Overton Magazin. Er ist Autor mehrerer Bücher. In diesen Tagen erschien sein Buch In der Wüste der Gegenwart, das er zusammen mit Moshe Zuckermann geschrieben hat.
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20 Kommentare

  1. Trump ist also gar nicht so dumm, wie die hiesige Lügenpresse ihn manchmal schreibt.

    Wie Trump (und vor ihm Biden) gegen Russland bis zum letzten Ukrainer kämpft(e), kämpft er nun gegen Iran bis zum letzten Kurden.

    Das lässt auf 2 Aspekte schließen:

    1. Trump und seinen Kettenhund Satanjahu haben erkannt, dass sie Iran nur mithilfe auch von Bodentruppen zerstören können.

    2. Trump und sein Kettenhund Satanjahu stellen sich auf einen längeren Krieg ein, den sie umso länger führen können, je weniger das bei ihnen jeweils einheimische Mordgesindel losgeschickt werden und dran glauben muss.

    1. Ist es nicht eher so, dass Trump an Netanyahus Kette liegt? Es könnte doch sein, dass Israel via Epstein ( Mossad Agent?) im Besitz von sehr belastendem Material über Trump verfügt und ihn auf diese Weise erpressen kann.

      1. Das ist die alte Verschwörungstheorie, nach der in Wahrheit die Juden im Verborgenen die Strippen ziehen und die Welt lenken würden, hier zur Abwechslung mal unterfüttert mit dem Epstein-Zeug, es könnte aber auch alles andere sein (und war es ja auch vorher schon. „Die Protokolle der Weisen von Zion“ lassen grüßen.

        Eigentlich möchte ich so etwas gar nicht besprechen. Aber sei´s drum, einmal geht.

        Natürlich weiß ich nicht, ob Satanjanu belastendes Epstein-Material über Trump gesammelt hat. Kann sogar sein, dass es so ist.

        Bloß würde sich das Imperium damit nicht erpressen lassen. Trump ist nur ein Mietmaul und Staathalter des US-Kapitalismus. Würde Trump von Satanjahu erpresst und sähe das US-Kapital gleichzeitig seine Geschäfte gefährdet, würde Trump im Nu ausgewechselt werden gegen eine (bis zum Erweis des Gegenteils) blütenweiße Weste. Trump würde dann einfach mal im Cabrio in Dallas fahren gelassen.

        Wenn überhaupt Erpressungshebel, funktionieren die ausschließlich in genau gegenteiliger Richtung. Würde Satanjahu Trump erpressen, würde Trump eben Satanjahu in Tel Aviv losfahren lassen und Satanjahu käme schneller mit Walhallas 70 Jungfrauen in Kontakt, als ihm lieb sein kann, weil es in Satanjahus Alter dauert, bis nachgeladen ist und es außerdem aufs Herz schlägt.

        Zudem: Israel und Satanjahu wurden an ihrem jetzigen Standort von goods own country (mit) installiert und werden dort bereits so lange von Uncle Sam geduldet und gepäppelt, wie Satanjahu auf der Welt ist (sogar noch ein wenig länger). Wenn Trump den Schalter umlegt, ist nicht nur Satanjahu binnen Monatsfrist Geschichte, sondern auch ganz Israel.
        Dafür braucht Trump nicht mal boots on the ground. Er braucht bloß die Hilfslieferungen zu stoppen und schon vertrocknet Israel wie ein Opferlamm in der Negev-Wüste.

        Einstweilen braucht es das aber nicht. Weil Trump und Satanjahu genau dieselben imperialistischen Interessen verfolgen: Ausweitung ihrer Terrorherrschaft über ganz Nahost. Zugunsten von Groß-Israel (Satanjahu) und zugunsten von Freedom and Democracy™ (Trump).

        So herum wird ein Schuh draus. Da braucht es keine geheimen Verschwörungen mithilfe von Epstein-Kompromat. Die Verschwörung liegt offen zutage. Jeder kann das sehen.

        Der Schwanz wedelt eben nicht mit dem Hund.

  2. Die Kurden als Heimat-lose Gesellen wären in der Tat die perfekten Aspiranten für ein Söldner-Heer. Entspricht ja auch dem neuen US-Duktus: Kämpfen lassen, statt selber kämpfen. Fehlt nur die Bezahlung. Vielleicht verspricht man ihnen ein Stück Land im Iran. Das kostet den USA nichts.

  3. Spanien ist das einzige Land in der EU das diese Aggression gegen den Iran nicht unterstützt und was sagt der Orange 🍊 dazu „scheiß auf Spanien“ wir werden sie mit Sanktionen belegen.

    Merz musste natürlich in vorauseilendem Gehorsam gleich zum Orangen 🍊 reisen um seine Bereitschaft zu zeigen das er sofort in den Krieg einsteigen will wenn man ihn denn lässt.

    Ich würde sagen scheiß auf Amerika mit ihren Schwachsinnigen Kriegen (die sie jetzt nicht mehr Krieg nennen sondern Militär Operation wegen Image und so) hoffentlich bleibt ihnen irgendwann eine solche Operation im Hals stecken.

    1. @Karl

      (…) die sie jetzt nicht mehr Krieg nennen sondern Militär Operation wegen Image und so (…)

      Die regelmäßige Umbenennung ist auch deshalb nötig, weil ein „Krieg“ nur vom Kongress erklärt werden darf. Hält sich natürlich kein Präsident dran, und der Supreme Court erwies sich als handzahm.

    2. @Karl
      Ich konnte mich vor lauter Lachen nicht halten als Trump sagte Merz sei sehr beliebt in Deutschland.
      Wenn Merz Format gehabt hätte, hätte er nicht dargesessen wie ein kleiner Schuljunge SONDERN Trump die Leviten gelesen.
      Wir werden weder eure F35 Schrottflieger kaufen, noch euer dreckiges Frackinggas zu überteuerten Preisen, wir machen Nordstream auf, die defekten Leitungen reparieren wir, die Flugzeuge bauen wir in Europa, wir werden Zölle auf eure Waren erheben , wir werden uns nicht an euren völkerrechtswidrigen Kriegen beteiligen und dann sieh zu wie du mit deinen Zöllen klar kommst!. Russland, China und Indien sind für uns die Zukunftsmärkte.

  4. Überall auf der Welt verbreitet der moralisch-politisch verkommene Epstein- Westen, also die westlichen Adeligen und nicht-adeligen Kinderschänder, Chaos.
    Das Chaos begann mit Afghanistan. Hier unterstützten die USA die Taliban gegen den Hauptfeind UdSSR. Als dieser zerfiel verübten sunnitische Terroristen – oder war es ein Fak – die Anschläge auf das World-Trade-Center. Darauf zerbombten die USA Afghanistan, mußten dann aber nach 20 Jahren geschlagen abziehen und den sunnitischen Taliban die Macht überlassen. Nix Freiheit und Democracy.
    Dasselbe Spiel von Libyen bis Syrien, wo jetzt vom Westen geliebte sunnitische Halsabschneider mit türkischer Hilfe regierten.
    Die Reihe ist lang und setzt sich fort bis jetzt.

    Was wäre die Lösung: der Westen muß von seinen hohen Thron herabsteigen und seine kolonialrassistische Beherrschung der Welt beenden. Er muß seine Truppen abziehen und seine Militärstützpunkte abbauen. Diesen Abbau von US-Militärstützpunkten betreibt gerade sehr effektiv der Iran mit seinen Raketen. Ich wünsche gutes Gelingen bei der Entamerikanisierung von Middle East.
    Wer nicht hören will muß fühlen!

  5. Das ist mal wieder die typische amerikanische Bullshit-Planung, die vom Wunschdenken geprägt ist.
    Der Iran ist nicht Venezuela, sondern eine islamische Republik.
    Wenn er den Papst wegbombt, wird auch kein Regime-Change im Vatikan herbei geführt. ( Der amerikanische Papst hat übrigens seinen USA-Besuch storniert)
    Die Kurden haben zweimal erlebt, wie verlässlich die USA sind!
    Sollten die iranischen Kurden „ein Stück Land“ bekommen und dieses ein Nukleus für ein Kurdistan darstellen könnte, ist die
    Reaktion der Türkei absolut vorhersehbar.
    Das werden die nie zulassen! Da ist der nächste Konflikt schon vorprogrammiert.
    Wie ich schon mehrfach hier sagte, die Amerikaner sind der Feind, unser aller Feind, der Feind der Menschheit!
    Sie sind die Pest des Planeten!

  6. Kurdische Bodentruppen zur Unterstützung der US-/Israel Kriegsführung?
    Kann ich mir nicht vorstellen wo doch gerade auch die kurdischen Gebieten, wo zum Teil auch jüdisch stämmige Einwohner ansässig sind, von Trump und Netanyahu teilweise bombardiert werden mit vielen zivilen Opfern einschl. Kinder (ua. Schule zerstört).

  7. Ja, über diese Clownerien war zu berichten. Sie scheinen Florian immerhin peripher angenervt zu haben („Ziemlich spät scheint der US-Regierung einzufallen, Pläne nach dem angestrebten Sturz des Mullah-Regimes zu machen.“ Auch wenn hier das notorische „angeblich“ iwie entfallen ist.) Dafür mein Mitgefühl.

    1. Meine Kenntnisse über die verschiedenen Bewegungen und Formationen der Kurden in Syrien, Irak, Türkei und Iran enden 2015. Gleichwohl ist zu wenig Zeit vergangen, als daß sich folgendes sonderlich verändert haben kann:
      Die iranischen Kurden haben beständig in gelegentlich militärisch eskalierendem Kampf mit Teheran gestanden, aber Gegenstand dieser Auseinandersetzungen war im Wesentlichen die bedingte kommunale, und über den kommunalen Zusammenhalt auch regionale, Selbstverwaltung der Kurden, deren Hauptanliegen im „kleinen Grenzverkehr“ mit Irak und der Türkei bestanden hat. Dieser „kleine Grenzverkehr“ hat jede Menge chinesische und andere ostasiatische Waren in die Nachbarstaaten befördert und war die Hauptsäule regionaler Ökonomie abgesehen von der wenig lukrativen Landwirtschaft nebst Schaf- und Ziegenhaltung. Periodisch haben Iraker UND Iraner ostentativ kurdische Schmuggler und ihre Unterstützer in den Heimatorten im Dutzend abgeschossen, gelegentlich kam es darüber zu Kleinkriegen, aber summa summarum wurden diese Verhältnisse geduldet, nicht zuletzt deshalb, weil sie eine Art „Sicherheitszone“ an den Grenzen schufen – die Kurden hatten mehrheitlich ein vitales Interesse, Querelen aus internationalem Terrorismus zu meiden und zu unterbinden.

      1. Der Vollständigkeit halber: Ich vergaß kurdisches Handwerk und häusliche Industrie, die im Iran zu einiger Blüte kamen, indem sie in der Türkei und im Irak wegen Kriegs- und Fluchtbewegungen einerseits, dem Ölreichtum andererseits, zunehmend entfielen.

  8. Nichts gegen die Kurden, ich verstehe nur nicht warum die sich immer wieder für fremde Interessen mißbrauchen lassen und am Ende immer die Dummen sind. Der Westen wird den Kurden nie einen eigenen Staat zugestehen und das ist die Krux.
    Mangelt es an der Lernfähigkeit?

    1. Das verstehe ich auch nicht. Vielleicht finden sich aber auch unter den Kurden besonders viele korrupte Leute, die für Geld alles machen, auch ihre eigene Familie verraten.

    2. Oder an der Leere in der Brieftasche, bzw. im Waffenschrank einiger kurdischer Anführer?
      Oder vielleicht brauchen sie gelegentlich eine Pause und wollen nicht fortwährend von allen Seiten beschossen werden?

      Aber Fortschritte machen sie nigends, traurige Sache das…

  9. Im Grunde ist das nichts neues. Wir in Europa sollten immer im Auge haben, wie die Amerikaner uns im „Welt“krieg abgefertigt haben, nämlich nach dem gleichen Kochrezept: Die europäischen Großreiche 1918 zerschlagen, neuen Staaten zur „Selbständigkeit“ verholfen und anschließend viele Kleinstaaten gegeneinander losgehetzt, die Europäer haben die Drecksarbeit selber übernommen und für die Folgen bezahlt. (Wobei in den Geschichtsbüchern als alleinige Schuldige wir Deutschen eingetragen wurden, was auch naheliegend ist, da wir durch unsere enorme Produktivität auch problemlos die Kosten übernehmen konnten, quasi Win Win für alle.) Und weil es so schön war, haben die Europäer gleich noch 4 Jahrzehnte kalten Krieg drangehängt.

    Und: Auch damals war die Hauptstütze der militärischen Gewalt das Bomben aus der Luft. Dazu hatten die Amerikaner ab 1930 unglaubliche Kapazitäten aufgebaut und Kriegsgerät entwickelt. Als Flugzeugträger diente England, auf schwimmende flugzeugträger waren die überhaupt nicht angewiesen. Die Personalverluste auf dem europäischen Kriegsschauplatz waren, was vielen überhaupt nicht bewußt ist, für die USA sehr sehr gering. Geradezu verschwindend gering, gemessen am Nutzen, den die USA aus dem Gemetzel zogen. Jetzt läuft es wieder genau so. Und die zerstörte Region wird abermals selber die Verantwortung übernehmen und „Reparationen“ in Form von flüssigem Gold an USA zahlen. Im Übrigen glaube ich nicht, dass die Mehrheit der Iraner den Islam toll findet, er ist nur die einzige mögliche Abgrenzung vom US-geführten Teil der Welt.

  10. Das was Trump und Nethanjahu eigentlich wollen, ist das der Iran in einem Bürgerkrieg auseinander fällt und Sie dann die einzelnen Gruppierungen gegen einander ausspielen können. Daher diese mediale Unterstützung von Pahlavi, obwohl sie sich genau ausrechnen können das der nur eine geringe Unterstützung im Iran genießt.

  11. Für Linke war die Stadt Rojava mit seiner feministischen Selbstverwaltung bisher immer ein linkes Heiligtum,
    Die Linken gaben aber offen zu, die Kurden werden von den Amis gegen den IS unterstützt. Diese US-Unterstützung wurden von Linken aus taktischen Gründen zähneknirschend hingenommen mit der Behauptung, die Kurden seinen so schlau, sich von den Amis zu befreien, wenn diese ihnen nicht mehr nützen würden

    Das war eine schwere Fehleinschätzung. Wer sich mit den amerikanischen Teufeln einläßt bringt sich selbst um den die Amis kennen keine Freunde, nur nützliche Idioten.

    Die Kurden errichteten große Gefangenenlager für IS-Terroristen. Nachdem IS-ähnliche Milizen in Syrien mit türkischer Hilfe an die Macht kamen, gerieten die Kurden unter Beschuß und die „Heldenstadt“ Rojava fiel. Tausende IS-Kämpfer kamen frei, suchen neue Arbeit und könnten zu schiitischen Hilfstruppen konvertieren. Sie sind Söldner, die vom Krieg leben, sie haben nichts anderes gelernt.

    Man kann also den Kurden vorwerfen, sich mit den „großen Teufel USA“ eingelassen zu haben. Dafür müssen sie jetzt einen Preis bezahlen. Es geht um ihr Leben, überleben. Deshalb sind sie wieder geneigt sich von den US als Hilfstruppen mißbrauchen zu lassen. Das aber ist der Tod der kurdischen Sache, für die ich auch mal Sympathien hatte. Aber nichts bleibt wie es mal war!

    Besonders Linken fällt es sehr schwer eigene Fehler zu erkennen und Selbstkritik zu üben. Auch deshalb verliert die Linke Sympathien

  12. Ja, Trump handelt konfus, aber das ist Programm. Das Ziel ist nicht, einen bestimmten Plan für den Iran umzusetzen. Das Ziel ist, nicht nur in Bezug auf den Iran, jegliche geordnete Staatlichkeit zu untergraben und Regierungen, die in irgendeiner Form Reste von Souveränität verteidigen wollen, zu delegitimieren. Israel soll der einzige funktionsfähige und selbstbestimmte Staat in der Region werden, das ist der einzige Weg, die Sicherheit Israels zu gewährleisten, wenn man vermeiden möchte, dass auf andere Interessen Rücksicht genommen werden muss.

    Nicht zu vergessen, dass ein Iran, der ins Chaos gestürzt wird, China empfindlich trifft.

    Ich muss aber zugeben, dass ich so altmodisch denke, dass es mich immer noch schockiert, dass in Deutschland weder Medien noch Politik Probleme damit haben, diese fortgesetzte Missachtung eines Grundprinzips des Völkerrechts zu unterstützen.

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