Die Strangulierung Kubas geschieht vor aller Welt

Havanna. Bild: Antonio Schubert/CC BY-SA-2.0

Die zapatistische Bewegung ruft zur Solidarität mit der kubanischen Bevölkerung auf. In Deutschland wurde die Initiative Gewerkschafter  für Kuba gegründet.

Es ist ein dramatischer Brief, den die seit Jahren in Kuba lebende Renate Fausten kürzlich aus Havanna an die Tageszeitung junge Welt schrieb:

„Ein neuer Tag mit 15 bis 20 Stunden ohne Strom, 34 Grad Celsius im Schatten, Wasserproblemen, denn dafür braucht man auch Strom, und eine Nacht mit vielen Moskitos erwartet uns. Das ist nur das normale Elend“, beschreibt Fausten, was die ständigen Stromausfälle für das tägliche Überleben in Kuba gegenwärtig bedeuten. 

Ihr Brief schießt mit diesen Wunsch: „Gebt uns fünf Jahre ohne Blockade, fünf Jahre, in denen wir leben können wie andere, und wir wären ein prosperierendes Land mit bescheidenem Wohlstand für alle. Gebt uns eine Chance!“  Dieser Wunsch wäre gar nicht so unrealistisch. Denn mittlerweile betreibt die kubanische Regierung erzwungenermaßen den Ausstieg aus der fossilen Energie. Sie will mit Hilfe Chinas ein Solarenergieprogramm umsetzen. Schließlich kann die USA auch mit ihren stärksten Waffen die Sonne über Kuba nicht strangulieren.

Natürlich stellt sich die Frage an die Regierenden in Kuba, warum sie nicht spätestens Anfang der 1990er Jahre mit dem Ausstieg aus der fossilen Energie und den Aufbau der Solarenergie begonnen haben. Schon 1988 war beim Besuch der damaligen Vorsitzenden der Grünen Jutta Ditfurth in Kuba die ökologische Umrüstung ein Thema bei ihrem Gespräch mit Fidel Castro. Warum ist sie damals nicht angegangen worden? Dabei sollte aber nicht vergessen werden, dass die Ökolinke Ditfurth bald alle Posten bei den Grünen verlor und 1990 aus der Partei ausgetreten ist. Es wurde also nichts mit der Unterstützung einer kubanischen Energiewende  vor fast 40 Jahren. Nun stellt sich die Frage, ob die kubanische Bevölkerung tatsächlich die 5 Jahre Zeit bekommt, um doch noch diesen Entwicklungsweg zu gehen.

 US-Rechte will Rache für die kubanische Revolution

 Dass wollen die US-Rechten verhindern, die aktuell in den USA an der Macht sind. Vor allem mit dem US-Außenminister Rubio sind die Nachkommen der rechten Kubaner verbündet, die nach der Revolution 1959 in die USA ins Exil gingen. Seitdem träumten sie von der Rache und sie prophezeiten auch immer wieder, dass es bald zu Ende sein wird mit der Revolution und sie wieder die Macht auf der Insel übernehmen.

Spätestens nach dem Zerfall des nominalsozialistischen Lagers schienen sie am Ziel ihrer Träume. Doch, dass es bisher dazu nie kam, sollte nicht dazu verleiten, die aktuelle Situation zu verharmlosen. Diese Kräfte wollen die verbliebene Zeit, die die Trump-Administration noch hat, nutzen, um Rache an der kubanischen Revolution zu üben. Gerade der Misserfolg, der für die US-Regierung der Krieg gegen den Iran bisher war, könnte diese Pläne sogar beschleunigen.

Wenn man sich schon am Iran die Zähne ausgebissen hat, dann könnte man wenigstens die nahe Insel einnehmen. Das könnte die Popularität Trumps in den USA, die massiv gesunken ist, wieder erhöhen. Zumindest ist die Strangulierung Kubas, die seit dem 1. Januar 2026 massiv verschärft wurde, Teil des Planes, mit den Resten der kubanischen Revolution aufzuräumen. In den letzten Tagen wurden die Sanktionen gegen Mitglieder der Region noch weiter verschärft.

Anklage gegen Raúl Castro

Nun kommt noch die Anklage der US-Behörden gegen Raúl Castro wegen des Abschusses von Flugzeugen, die von rechten Exilkubanern im Jahr 1996 gestartet wurden. Dabei gab es vier Tote. Es ist kein Zufall, dass mit Raúl Castro noch einer der letzten Überlebenden der Protagonisten der kubanischen Revolution betroffen ist. Dem Bruder von Fidel Castro wird bescheinigt, früher als sein Bruder eine sozialistische Orientierung der kubanischen Revolution angestrebt zu haben. Es ist auch bezeichnend, wenn Trump in Kolonialherrenmanier erklärt, dass der Tod von US-Bürgern nicht unbestraft bleibt. Die kolonialistische Perspektive wird besonders deutlich, wenn man  sich erinnert, dass mindestens 30 kubanische Staatsbürger starben, als das US-Militär Anfang Januar 2026 den venezolanischen Präsidenten Maduro und seine Frau  in die USA entführten. Es waren Personenschützer von Maduro. Die Zahl der Fischer, die in den letzten Monaten von US-Waffen im angeblichen Kampf gegen Drogenschmuggel starben, ist noch nicht bekannt.

Mit der Klage gegen Raúl Castro, maßt sich eine geschwächte imperialistische Macht an, zumindest in ihrem Hinterhof noch für Friedhofsruhe zu sorgen. Geiseln dieser Politik sind die Menschen in Kuba, über deren Lebensbedingungen ohne Strom im Frühsommer Renate Fausten  einen kleinen Einblick gegeben hat .

Kaum kritische Reaktionen in Deutschland

Diese permanente Menschenrechtsverletzung durch die USA erfährt hierzulande wenig Kritik. Selbst linksliberale Medien wie die Taz, die die Strangulierung verurteilen, richten den größten Teil ihrer Kritik gegen die kubanische Regierung.  Ein Beispiel ist ein Kommentar von Bernd Pickert vom Auslandsressort. Nach einer klaren Verurteilung der Übernahmepläne der USA für Kuba und der Vorwände, die es dafür gibt, endet Pickert mit diesen Zeilen:

„Die ausschließlich auf den eigenen Machterhalt ausgerichtete Reformunfähigkeit der Partei- und Staatsführung hat Kuba in die derzeitige Lage gebracht: Was als politisch-emanzipatorisches Projekt der nationalen Souveränität deklariert war, hinterlässt heute ein vergreisendes Land in Scherben, dem mehrere Generationen junger Menschen fehlen, abhängiger von außen denn je.“ 

Warum ist für Pickert jetzt die kubanische Staatsführung für die Lage verantwortlich und nicht die Trump-Administration und die revanchistischen Miami-Boys in den USA? Hat die kubanische Staatsführung die USA bedroht und versucht sie zu strangulieren oder ist es nicht umgekehrt? Auf sozialem Gebiet versucht die kubanische Regierung bis heute die Ärmsten zu schützen, was aber bei der Totalstrangulation des Landes natürlich an seine Grenzen stößt. Wenig bekannt ist auch, dass es über Gesetzesreformen wie das Familiengesetz in der kubanischen Gesellschaft breite Diskussionen gab. Auch die neue kubanische Verfassung wurde lange auch in Einwohnerversammlungen diskutiert. In den letzten Jahrzehnten wurden auch wichtige Reformen im Umgang mit sexuellen Minderheiten auf Kuba auf den Weg gebracht. Die Abkehr der homophoben Rhetorik, die es in Kuba auch in der Regierung noch in den 1970er Jahren gab, wurde aufgearbeitet. 2010 übernahm Fidel Castro dafür die Verantwortung. Diese Aspekte gehen völlig unter, wenn nur allgemein von der kubanischen Diktatur gesprochen wird.

Zapatistas solidarisch mit der kubanischen Bevölkerung

 Das bedeutet nun nicht, die hierarchischen Aspekte in der kubanischen Gesellschaft zu verschweigen. Die zapatistische EZLN lehnt die Orientierung am Modell einer kommunistischen Partei ab und ist  in den letzten Jahrzehnten einen anderen politischen Weg gegangen. Doch das hindert sie nicht, jetzt, wo die kubanische Gesellschaft vor aller Welt stranguliert wird, solidarisch zu sein. Gemeinsam mit zahlreichen weiteren politischen Organisationen und Einzelpersonen aus Mexiko veröffentlichte die EZLN schon im Februar 2026 einen Solidaritätsaufruf mit der kubanischen Bevölkerung. Dort werden mit aller Deutlichkeit die Verantwortlichen für die Strangulierung Kubas benannt:

„Das kubanische Volk, das schon mehr als 60 Jahre durch die Regierungen der USA ökonomische, politische und militärische Aggressionen erlebt, wird nun an seine Grenzen gebracht. Schamlos erklären jene, die von oben herab der ganzen Welt den Krieg aufzwingen, ihre Ziele: das Volk von Kuba zu ersticken, um Investitionen und „Entwicklung“ zu fördern. … Auf der Insel Kuba beabsichtigt das Großkapital, ein neues Little Saint Jaimes zu errichten, die Insel von Jeffrey Epstein, auf der die Mächtigen der Welt ihr moralisches Heiligtum der Degradierung hatten. Das Kapital will keine Freiheit, sondern Sklaverei zu seiner touristischen Belustigung.“

Der Aufruf endet etwas pathetisch mit dem Worten: „Wir unterstützen das Volk Kubas und rufen die Völker der Welt dazu auf, ihre Solidarität zu zeigen und das Ersticken des kubanischen Volkes zu verhindern.“

Dieser Aufruf kommt von einer Bewegung, die in den letzten Jahren deutlich machte, dass sie einen anderen Weg als Kuba geht. Viele Menschen auch in Deutschland haben sich gerade deshalb in den 1990er Jahren mit den Zapatistas solidarisiert. Warum machen sie den Aufruf der EZLN zur Solidarität mit Kuba nicht mehr bekannt?  Ist für sie – anders als für die EZLN – die Distanz zur kubanischen Regierung wichtiger?

 Gewerkschaftler für Kuba

Natürlich gibt es seit langen Solidaritätsstrukturen mit Kuba wie das Netzwerk Cuba und die Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba. In den letzten Monaten ist noch die Initiative Gewerkschafter für Kuba dazu gekommen. Auch der ehemalige Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske gehört zu den Unterzeichnern. Zu den Zielen der Initiative gehört die „direkte Unterstützung von Betrieben in Kuba durch spendenfinanzierte Solarinstallationen inklusive aller notwendigen Betriebsmittel, um dadurch eine nachhaltige Verbesserung der Energieversorgung zu unterstützen.“ Solche Initiativen in vielen Ländern der Welt könnten tatsächlich der kubanischen Bevölkerung die 5 Jahre Zeit geben, die Renate Fausten für Kuba gefordert hat.

Peter Nowak

Peter Nowak ist freier Journalist für verschiedene Zeitungen und dokumentiert sie auf seiner Homepage. Mit Clemens Heni und Gerald Grüneklee gab er im Juni 2022 das Buch „Nie wieder Krieg ohne uns … Deutschland und die Ukraine“ im Critic Verlag heraus.
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25 Kommentare

  1. Die Mafia und die Bacardi Sippe stehen schon in den Startlöchern.

    „Bacardi wurde 1862 in Santiago de Cuba gegründet. Die ersten Schritte zur Schaffung des Imperiums wurden zu Zeiten der Prohibition in den USA (1914-1933) getan, als Bacardi riesige Mengen von Spirituosen an die Schmugglermafia der Cosa Nostra verkaufte. Die Verbindungen zwischen diesen Geschäftspartnern hielten viele Jahre und waren nicht nur kommerzieller Art. Wenige Jahre nach Beendigung der Prohibition verlegte das Unternehmen seine wichtigsten Brennereien und Abfüllfabriken nach Mexiko und Puerto Rico. 1993 zahlte Bacardi eine astronomische Summe für den Kauf der italienischen Marke Martini-Rossi. Bacardi-Martini Ltd. wurde geschaffen.“

    „Als in Kuba 1962 Bacardi und andere einheimische und ausländische Unternehmen nationalisiert wurden, verließen fast alle Mitglieder des Bacardi-Clans die Insel für immer. In den USA begannen sie unverzüglich, antikubanische, terroristische Organisationen zu bilden. Diese Organisationen erhielten Anleitung von der CIA und wurden von Bacardi finanziert. Eine dieser Organisationen, die Kubanische Vertretung im Exil, RECE, war direkt von Bacardi gegründet und finanziert worden. Von Beginn an waren bekannte Terroristen aktive Mitglieder der RECE. Bacardi und die CIA hatten die Absicht, mit Hilfe der RECE einen zweiten Invasionsversuch auf Kuba zu organisieren.“
    Quelle: https://www.soliconcuba-heidelberg.de/?page_id=9

    1. „Die Mafia und die Bacardi Sippe stehen schon in den Startlöchern.“
      nicht nur die Bacardi Sippe sondern auch die Zuckerbarone stehen bereit….
      „Die Flagge der Fanjul-Familie nach Kuba zurückbringen«“
      „Als Trump kürzlich sagte: »Ich glaube, ich werde die Ehre haben, Kuba zu übernehmen«, wurde deutlich, daß die Fanjuls hinter ihm stehen und auf ihren Moment warten, um davon zu profitieren. „

    2. „Die Mafia und die Bacardi Sippe stehen schon in den Startlöchern.“
      Und nicht nur die, die Zuckerbarone stehen ebenfalls bereit ihre Plantagen zu übernehmen.
      „Die Flagge der Fanjul-Familie nach Kuba zurückbringen«
      Als Trump kürzlich sagte: »Ich glaube, ich werde die Ehre haben, Kuba zu übernehmen«, wurde deutlich, daß die Fanjuls hinter ihm stehen und auf ihren Moment warten, um davon zu profitieren.
      https://www.zlv.lu/db/1/1416322672167/0

      (was ist denn an dem Kommentar jetzt so böse ?)

  2. Wo bleiben eigentlich die BRICS-Staaten?
    Oder ist BRICS schon wieder tot?
    Oder lieben die sich nur wenn sie gemeinsam hassen können?

    1. Moskau bekundet „volle Solidarität“ mit Havanna: Unterstützung für Kubaner wird fortgesetzt

      Nachdem die USA den kubanischen Ex-Staatschef Raúl Castro angeklagt haben, mehren sich im Inselstaat Befürchtungen, dass es bald zu einer US-Operation gegen die Führung in Havanna kommen kann. In diesem Kontext bekräftigt Russland seine Unterstützung für das kubanische Volk.

      https://freedert.online/amerika/280805-moskau-bekundet-volle-solidaritaet-mit-havanna/

  3. Auf der Münchener Sicherheitskonferenz,
    empörte man sich noch über Drohungen, Aussagen und Anspielungen, die Welt sich wenn nötig,
    auch mit Gewalt untertan und mit Kolonialpolitischen Mitteln, Geopolotische Interessen erzwingen zu wollen.
    Ungeheuerlich und Unfassbar, fand man diese Vorstellung und mögliche düstere Zukunftsvision, wie man allerdings feststellen muss, sind jene welche sich empörten, nur allzu sehr gewillt, sich Selbst, die eigenen Nationen und jene, welche sich nicht einem solchen Diktat und der Gewaltandrohung, fügen mögen, mit Zwangsmassnahmen, denen, welche die Herrschaft beanspruchen möchten, opfernd vor die Füsse zu legen. Der Drang zur Opfergabe scheint so schwer zu Wiegen, weshalb man sich den Drohungen und möglichen Konsequenzen des Widersetzens, nicht stellen vermag.
    Lieber wählt man sich den Herrschaftsansprüchen zu Fügen, sich der möglichen Unterdrückung, untertänig anzubiedern, um der Bedrohung zu weichen und Andere, solcher Konsequenzen und ggf. Machtdemonstrationen ausgesetzt zu sehen!

    Auf jedenfall fügt man sich dem Zwang zur Opfergabe und Abhängigkeit, von Empörung kaum noch etwas zu Vernehmen!

  4. Zitat:
    „…ist auch bezeichnend, wenn Trump in Kolonialherrenmanier erklärt, dass der Tod von US-Bürgern nicht unbestraft bleibt. Die kolonialistische Perspektive wird besonders deutlich, wenn man sich erinnert, dass mindestens 30 kubanische Staatsbürger starben, als das US-Militär Anfang Januar 2026 den venezolanischen Präsidenten Maduro und seine Frau in die USA entführten. Es waren Personenschützer von Maduro. “
    Ja, guter Hinweis. Warum ist noch niemand auf die Idee gekommen, daß die Begründung der Anklage gegen Raul Castro ganz ähnlich auch gegen gewisse andere Staatschefs zutreffen könnte? Mit noch wesentlich größerer faktischer und argumentativer Stärke? Immerhin sind die zwei Flugzeuge, wegen deren Abschuss er vor Gericht soll, nach illegalem Eindringen in den Luftraum über kubanischen Territorium abgeschossen worden? Und welche iranischen Flugzeuge oder Führungskräfte wurden nach illegalem Eindringen in die USA abgeschossen?
    Da öffnet sich ein weites Feld für die Tätigkeit internationaler Strafgerichtshöfe….
    Diese Demonstrationen nackter Willkür und der Gebrauch von unverhüllter Gewalt in Verbindung mit unverhohlenen Lügen sind so entsetzlich menschenverachtend, daß man an seinem eigenen Verstand zweifeln (oder verzweifeln?) könnte.
    Lügen zur propagandistischen Vorbereitung einer weiteren militärischen Gewaltaktion.

  5. Mal schauen was passiert. Das Problem mit Kuba ist, dass es so nicht weitergehen kann, das Land steckt in einer politischen und ökonomischen Sackgasse. Das ganze Problem militärisch zu lösen versuchen ist natürlich komplett idiotisch, das kann nur den sadistischen Horrorclowns einfallen, die grad das US-Regime stellen. Das wird übrigens noch witzig wenn sie einerseits Kuba erobern wollen und andererseits den Kubanern die Einreise in die USA verwehren wollen. Ich schätze mal, wenn sie das System endlich endgültig destabilisiert haben, werden sich wahrscheinlich um die 10 Millionen Kubaner Richtung Florida einschiffen.

    1. Das Problem mit Kuba ist, dass es so nicht weitergehen kann, das Land steckt in einer politischen und ökonomischen Sackgasse.

      Das kann man getrost den Kubanern überlassen. Für mich sieht es so aus, daß sie trotz immerwährender Sanktionen eine Menge geleistet haben. Die US-amerikanischen und europäischen Neokolonalisten sollten ihre schmierigen Finger wegnehmen.

      1. Das Land ist ziemlich gespalten. Für die Jugend ist die Revolution grösstenteils Folklore, die sie nur noch annervt, und die kommunistische Regierung ist in etwa so beliebt wie die SED in der DDR es war. Die Hälfte in etwa hofft auf ein Eingreifen der Amis, so wie auch die Hälfte der Iraner auf ein Eingreifen der Amis gehofft hatte, bevor die anfingen, zivile Infrastruktur zu zerbomben und damit demonstrierten, dass ihnen die Menschen schnurzegal sind.
        Was die Amis genau von Kuba wollen, ist auch etwas unklar. Bei Puerto Rico hat man öfter den Eindruck, dass sie sie am liebsten wieder rauskicken würden. Öl ist da auch keines zu holen, und wenn sies annektieren, haben sie eine gemeinsame Grenze mit Haiti statt mit Kuba, was bestimmt noch viel lustiger wird. Die Mafia verdient ihr Geld mittlerweile mit Drogen und Onlinespielchen, braucht also auch neben Las Vegas keine weiteren Kasinos mehr. Schaffen sie die Kommunsten ab, kommt wahrscheinlich eine der üblichen rechten Diktaturen, die dann den Drogenhandel nach Florida betreiben werden. Von der kubanischen Bevölkerung trauert die eine Hälfte dem vergangenen Ruhm der Revolution und Fidel Castro nach, die andere Hälfte will endlich auch Kapitalismus pur und westliche Lebensstandards, und sehr viele Leute versuchen in die USA rüberzukommen. Ich weiss von kubanischen ehemaligen Spitzenchirurgen, die jetzt in USA als Klempner besser dastehen. Der Riss geht quer durch alle Familien. Wenn die Amis nicht so bekloppt wären, würden sie einfach Geschäfte mit den Kubanern machen. Das würde innerhalb eines Jahres so ziemlich alle Schwierigkeiten beseitigen. Der Kapitalismus wird sich wohl selber beseitigen müssen. Vielleicht noch 10-20 Jahre Weiterentwicklung von KI und Robotik, und die Lohnarbeit verschwindet als dominierendes Produktionsverhältnis ganz von alleine. Das ist der Zeitpunkt,für den die Arbeiterbewegung weltweit planen und vorbereiten sollte.

          1. Erstens: Nicht alles, was die CIA von sich gibt, ist Gesabbel. Zweitens: Dieses „Antideutsch/Antiimp“-Schwachmatentum gibts nur in Dumpfland, da bin ich lange weg. Drittens: Meine Schwiegermutter wohnt in La Habana, obwohl sie mittlerweile die spanische Staatsbürgerschaft hat. Ich krieg so manches von den Diskussionen in der Familie mit, wenn auch nicht alles. Wenn plötzlich kein Klempner mehr aufzutreiben ist, weil all die guten nach Florida rübergemacht haben, krieg ich das schon mit. Nicht mal Spitzenchirurgen kriegt man dazu, in Havanna nen tropfenden Wasserhahn zu reparieren. Es hilft nichts, sich die Wahrheit schönzulügen. Ideologisches Aufhübschen bis es passt war Marx schon immer verhasst. Das muss Lenin irgendwie übersehen haben. Der gnadenlose Blick auf das, was ist, weist den Weg in die Zukunft.

  6. Wenn sich die kubanische Regierung auf die europäische Linke, also diejenigen, die sich für links halten, verlässt, ist sie verlassen, mehr als ein paar lauwarme Worte gibts nicht. Nach der Ankunft des russischen Öltankers hoffte ich auf weitere hands on-Hilfe aus Russland und China, aber seitdem kam offenbar nicht viel mehr als eine Art wütendes Gebell. Kuba könnte durchaus gerettet werden, die beiden eurasischen Kolosse könnten ein wie auch immer geartetes tit for tat ankündigen, der Tronald-Regierung klar machen, dass der Preis einer Invasion ein hoher sein würde. Aber wie gesagt, bisher nur Gebell. Kuba ist nicht Venezuela, dort waren bekanntlich die einzigen Kämpfenden ein Häuflein Kubaner. In Kuba gibts allerdings wesentlich mehr Kubaner…

  7. Warum eigentlich taten sich die sozialistischen Länder so schwer mit den Erneuerbaren? Genau da hätten sie punkten können, mit einer Technik, die im Kapitalismus wegen Unrentabilität keine Chance hat. Diese dann entwickeln und durch Massenfertigung erschwinglich machen. Genau das, was eine Planwirtschaft kann. Das wäre ein Weg gewesen, um den Westen zu überholen, ohne ihn einzuholen. Wie sie das immer formulierten.
    Das wäre durchaus möglich gewesen. Bei Windkraft schon nach dem Krieg, bei Solar so ab den frühen 70-ern. Aber sie wollten nicht. Die KP.Chefs waren fossil-atomare Betonköpfe. Castro war da keine Ausnahme.

    Weltweit zeigt sich, dass Erneuerbare die ganz große Chance für Entwicklungsländer sind. Und überdies gerade den Ärmeren ermöglicht, erstmals selbst Strom zu beziehen. Eigentlich eine soziale Technik.

  8. Solidaritätsaufrufe und -Bekundigungen hie und da. Letzte Szenen aus Das Leben des Brian. Nur ohne fröhlich Pfeifen. Demnächst wieder echte Karibikzwangshuren für das US-Kapital. Mother and daughter working for the Yankee-Dollar. Würde gerne wissen welche Autos da in 100 Jahren rum fahren.

    1. Gabbard macht sich davon, bevor die Verbrechen des Trump Regimes allzu sehr ihr Ansehen beschmutzt. Ihre letzte Nummer im Senatsausschuss war schon recht grenzwertig. Weshalb hat sie sich überhaupt zur Verfügung gestellt? Was hat sie sich von diesem Posten versprochen? Den tiefen Staat zähmen? Von Trump bin ich wenig enttäuscht, ich habe nichts anderes erwartet. Von ihr aber schon. Ich hatte sie mal für integer gehalten.

  9. Weil es ja zu diesem Thema passt:
    Warum hört man eigentlich gar nichts mehr über Venezuela und was passiert mit Maduro? Fluppt’s da auch nicht so, wie sich der orangene Fifi in Washington das erhofft hatte?

  10. In Kuba gibts nicht nur Sozialismus, sondern auch Gold, Silber, Nickel, Kupfer und vor allem extrem sehr viel Öl. Kein Wunder daß der Schurkenstaat im Norden für Kuba die „Freiheit“ bringen will.
    Auch Rubios-Drogenmafia-Verwandtschaft wird sicher bereits in den Startlöchern stehen.

    Bei der Brd muß man sich nicht wundern, auch Adenauer und Batista haben sich damals schon ihre höchsten Orden des gegenseitig Landes verliehen. Hierzulande liebte das Regime schon immer Faschisten wie Franco und Pinochet, es war noch nie anders. Seit 1933. Mindestens.

  11. Wird die kubanische Führung bis zum letzten Kubaner an der Macht festhalten? Ihre venezolanischen Pendants haben gezeigt, dass ein anderer Weg möglich ist.

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