
Die Vereinigten Staaten seien plötzlich so russophil und so europafeindlich. Das ist fürwahr nicht neu. Die Amerikaner standen Europa nie besonders nahe.
Es gibt die Geschichte vom Ritt über den Bodensee, wo der Reiter erst hinterher merkt, dass sein Pferd über einen gefrorenen See galoppiert ist, und sich zu Tode erschreckt. Ähnlich ging es neulich auf der Münchner Sicherheitskonferenz zu, als alle erschrocken merkten: die Amerikaner beschützen uns nicht, und schon gar nicht vor den Russen. Die kuscheln mit Orbán, und der ist der lange, lange Arm von Putin.
Ach wirklich, das merkt ihr erst jetzt? Trump respektive seine Maga-affine Gefolgschaft kuscheln mit allen Europäern, die rechts von Prince Andrew Mountbatten-Windsor stehen; Victor Orbán, Alice Weidel, Marine Le Pen, Georgia Meloni, Geert Wilders, Nigel Farage.
Das ist nicht neu. Und dass die Immigration von Muslimen nach Europa, vor allem nach Deutschland, die amerikanischen Republikaner mehr umtreibt und ihnen mehr Wählerstimmen beschert als Putin vor den Toren von Kiew, ist ebenfalls seit 2016 so, also seit zehn Jahren. Willkommen in der Gegenwart. Wo sind die Wale?
Das Verhältnis der USA zu Russland
Die Trump-Präsidentschaft wird als Wende verkauft. Etwa so: Ein polternder Präsident vertritt plötzlich einzig amerikanische Interessen – oder was er dafür hält –, im Wechsel mit seinem ruppigen Stellvertreter JD Vance und seinem weichgespültem Außenminister Marco Rubio. Aber auch das ist nichts Neues. Neu ist nur, dass Trump daherredet, wie der Schnabel gewachsen ist.
Das Verhältnis der USA zu Russland war in den letzten 100plus Jahren die meiste Zeit besser als das Verhältnis der USA zu Deutschland. Wir erinnern uns: Der Erste Weltkrieg begann als Krieg zwischen Österreich und Serbien, darum, wer Bosnien beherrschen würde. Dann mischte sich Deutschland auf der österreichischen Seite ein und Russland auf der serbischen Seite. Mit der Kriegserklärung von Frankreich und Großbritannien wurde daraus ein europaweiter Krieg.
1917, nach der bolschewistischen Revolution streckte Russland die Waffen. Es schloss einen Friedensvertrag mit Deutschland, der Finnland, das Baltikum und die Ukraine im westlichen Einflussbereich beließ. Nicht so schnell, sagten die Amerikaner. Der anglophiler demokratische Präsident Woodrow Wilson wollte nicht, dass Großbritannien den Kürzeren zog, das Land, das drei Jahre lang kräftig Kriegspropaganda gegen Deutschland in Amerika verbreitet hatte.
Ähnlich die New York Times. Die nannte den Frieden von Brest-Litowsk „Betrug an der russischen Arbeiterklasse“, den es zu rückabzuwickeln gelte. Amerika schickte frische Truppen. Der Krieg endete mit der Niederlage von Deutschland und Österreich-Ungarn und einer Konsolidierung der Sowjetunion, wo auch das Baltikum und die Ukraine verblieben. Polen und die Tschechoslowakei wurden selbstständig.
Im Zweiten Weltkrieg alliierten sich die Amerikaner schon ein bisschen eher mit der Sowjetunion. Gemeinsam siegten sie. Als Franklin Roosevelt, ein Demokrat, starb, wurde Harry Truman sein Nachfolger. Der hatte zuvor gesagt: „Wenn Deutschland gewinnt, sollten wir Russland helfen, und wenn Russland gewinnt, sollten wir Deutschland helfen. So können beide so viele Menschen wie möglich umbringen.“
Die Großmächte und ihre Kriegsbeute
Nach dem Sieg beschlossen Amerika, Großbritannien und die Sowjetunion die Teilung von Deutschland – und Europa. Das Baltikum, Polen, die Tschechoslowakei, natürlich die Ukraine und ein paar andere Länder verblieben im Ostblock.
Letzteres tat den Amerikanern aber bald sehr leid, und sie gründeten ein paar Freiheitsradios, die den Osteuropäern Mut zusprachen. Es gab in den Folgejahren in diversen Ländern auch Aufstände gegen die Sowjetunion – Berlin, Prag, Budapest –, wo die Amerikaner viel Sympathie kommunizierten, verbal.
Beide Großmächte strengten sich schwer an, ihre Kriegsbeute zu verteidigen, wobei sie ihren Unterlingen erzählten, das sei alles zu deren Besten. Dazu diente die stete Aufrüstung im Kalten Krieg. Der begann 1948 mit der Luftbrücke, damit sich die US-Army in West-Berlin halten konnte (Westberliner konnten in der Ostzone hamstern). 1961 baute die DDR auf Befehl der Sowjetunion den antifaschistischen Schutzwall, damit nicht Massen von flüchtenden Westbürgern den Ossis die Bananen wegaßen.
Als die Mauer gebaut wurde, waren Amerika und insbesondere John F. Kennedy empört. Aber nur offiziell. Tatsächlich hatte Kennedys außenpolitischer Berater, Senator William Fulbright dazu geraten, West-Berlin angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen und der zunehmenden Kriegsgefahr abzuriegeln. Kennedy selbst sagte damals: »Eine Mauer ist verdammt noch mal besser als ein Krieg.“
Er sprach im amerikanischen Fernsehen, gemeint war es als Anweisung für Walter Ulbricht und Nikita Chruschtschow. Die Nachricht schaffte es ins Neue Deutschland. Es gab Stimmen in Amerika, die forderten, dass die in West-Berlin stationierte US-Army die Mauer mit Gewalt niederreißen sollte, aber die setzten sich nicht durch.
Gegen Russland? Das haben wir noch nie gemacht!
War das schlecht? Wie es aussieht, wenn die USA ein Land gegen die Sowjetunion verteidigen, kann man in Korea studieren – Seoul sieht noch heute platter aus als Dresden – oder in Vietnam, Laos, oder Kambodscha, wo im Nachgang zum Vietnamkrieg überdies noch Pol Pot an die Macht kam. In Vietnam finden sie heute noch Landminen, so ähnlich wie in Berlin und Wien noch Blindgänger liegen. Da nimmt man doch lieber ein paar Bananen weniger in Kauf.
1987 stellte sich Ronald Reagan vor das Brandenburger Tor und rief Mister Gorbachev dazu auf, die Mauer einzureißen. Der aber war beschäftigt: Die Sowjets waren in Afghanistan einmarschiert, mit dem Ziel, kostenlose Schulen für Mädchen zu bauen (glaube ich).
Die Amerikaner setzten zwar keine eigenen Truppen sein, sandten aber Waffen an eine wertkonservative muslimische Bewegung, die sich zunächst Mujaheddin und dann Taliban nannten. Das war eine dauernd friedenssichernde Maßnahme und gänzlich ohne irgendeinen negativen Einfluss auf die USA selber.
Ob die USA überhaupt Europa gegen Russland verteidigen würden, also so richtig mit GIs in Panzern, die schießen, darf man ohnehin bezweifeln, auch ohne Trump. Als Amerika unter George W. Bush in Afghanistan und den Irak einmarschiert ist, schickten ein paar kleinere Länder Truppen, in der Hoffnung, dass Amerika im Zweifel Schützenhilfe leisten würde, gegen, natürlich, Russland.
Das wurde in Amerika mit großem Erstaunen abgetan. Was, wir sollen für das Baltikum kämpfen? Amerikanische Soldaten sollen dafür fallen? Das haben wir noch nie gemacht. Wozu haben wir Atombomben, die fliegen heutzutage Langstrecke.
Der Hoffnungsträger Newsom?
Für die Ukraine jedenfalls werden die Amerikaner keine Soldaten gegen Russland schicken, Trump nicht, Vance nicht, Biden nicht und wen auch immer die Demokraten aufstellen, auch nicht. Auch für Deutschland nicht. Es gibt die Airbase in Rammstein, aber die dient als Drehscheibe für Flüge in den Mittleren Osten. Polen, vielleicht. Aber ob dann noch etwas von dem Land übrigbleibt, ist nicht sicher.
Übrigens, wenn es umgekehrt läuft, dann sind die Amerikaner nicht so glücklich. Wenn sich Deutschland und Russland annähern, das wird nicht so gerne gesehen. Da erinnert sich Washington wieder an Menschenrechte und wie wichtig die sind.
Seit München haben wir neue Zeiten. Europa will aufrüsten, gemeinsam. Das ist wahrscheinlich keine ganz schlechte Idee, solange das nicht in Übermut abdriftet. Nicht so schlau ist es, dass die Bundesregierung amerikanische Waffen kauft, die Washington mit einem Knopfdruck abschalten könnte, wenn Trump, oder Rubio, oder Vance Putin noch ein bisschen näherkommen. Aber ein Schritt nach dem anderen.
Einige in Deutschland hoffen darauf, dass die Sache mit der Verteidigung von der russischen Bedrohung sich verbessert, falls die Demokraten in den USA wieder an die Macht kommen sollten. Wir erinnern uns, Wilson und Roosevelt waren Demokraten.
Das bringt mich zu Gavin Newsom, der auch auf der Münchner Sicherheitskonferenz war, inoffiziell. Newsom ist der Gouverneur von Kalifornien und ein Demokrat, und er will unbedingt Präsident werden statt des Präsidenten. Jede Woche bekomme ich eine SMS von Gavin, der mein Geld braucht, damit er Präsident wird, dabei bin ich noch nicht einmal Demokratin. Oder Amerikanerin. Oder reich.
Gavin, der aus San Francisco kommt, war für Schwulenrechte, als das dort populär war, gerade aber rudert er wieder zurück. Er ist für Obdachlose, lässt aber deren Zelte in den Innenstädten abräumen. Er setzt auf Solarenergie, aber bis ein Kalifornier eine Genehmigung für ein Solardach kriegt, das dauert Jahre.
Um mit Bert Brecht zu sprechen: In mir habt ihr einen, auf den könnt ihr nicht bauen. Aber immerhin, er ist ein weißer Mann mit vollen Haaren. Wie Trump. Und sogar echte Haare. Und jünger. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
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Ein bißchen wirr das ganze???
Das fand ich auch. Das begann schon, wie ihr die Chronologie des Ersten Weltkrieges durcheinander geraten ist. Der Rest ist auch ohne Belang.
Da hat der Sarkasmus-Detektor mal wieder komplett versagt, oder? Selbiger trieft ja geradezu aus dem Artikel.
Der Detektor?
@ moto …. Schwierigkeiten mit Deutsch auf AAA + ????
OT
„WASHINGTON (AP) — Der Oberste Gerichtshof hat am Freitag die weitreichenden globalen Zölle von Präsident Donald Trump gekippt und ihm damit eine bedeutende Niederlage in einer für seine Wirtschaftspolitik entscheidenden Frage zugefügt.
Im Mittelpunkt der 6:3-Entscheidung stehen Zölle, die im Rahmen eines Notstandsgesetzes verhängt wurden, darunter die weitreichenden „Gegenzölle“, die er gegen fast alle anderen Länder verhängt hat.“
https://apnews.com/article/supreme-court-tariffs-trump-0485fcda30a7310501123e4931dba3f9
Wo se recht hat, hat se recht.
die linke eva will europa aufrüsten, auf die kann merz bauen. kriegskredite haben immer schon liberale und reaktionäre von kommunisten sauber getrennt. leider schreibt sie nicht ob die atombombe dafür schon übermütig wäre und ab welchem alter man dafür in den schützengraben steigen soll, man kann nur hoffen ein wenig älter als die verarmten russen und ukrainer weiblichen geschlechts, die sich epstein zur verteidigung seiner libido angeschafft hatte. jünger als eva müssten die aber schon sein, schliesslich düngt sich eine europäische nation ihre heilige erde nicht mit den leichen von senilen alten weibern auf der buchmesse. „links blinken, rechts abbiegen“ heisst ein buch von ihr, erschienen im westend verlag, das sie da jeweils auflegt – das ist aber nicht als selbstkritik gemeint.
Nunja, sie beschreibt das, was die Europäer machen. Ich kann da nicht ihren Herzenswunsch herauslesen, was sich vielleicht in ihrer Auslassung der A-Bombe zeigt?
Und zum Ende hin klingt Ihr Kommentar doch ein wenig misogyn, doch das ist der Text und hat sicher wenig mit Ihnen zu tun?
zum nachlesen, sicherheitsberaterin eva schreibt:
„Europa will aufrüsten, gemeinsam. Das ist wahrscheinlich keine ganz schlechte Idee, solange das nicht in Übermut abdriftet. Nicht so schlau ist es, dass die Bundesregierung amerikanische Waffen kauft, die Washington mit einem Knopfdruck abschalten könnte, wenn Trump, oder Rubio, oder Vance Putin noch ein bisschen näherkommen. Aber ein Schritt nach dem anderen.“
»keine ganz schlechte Idee«
Ist das Ihr Beleg?
Meine Übersetzung: „Das ist erst recht keine gute Idee sondern eine sch*** Idee. Aber nix für ungut.“
So habe ich es gelesen.
tja. eine ganz schlechte idee wäre dann die formulierung, nicht keine ganz schlechte idee, das ist nämlich eine ein bisschen gute idee, was sich auch aus dem weiteren kontext ergibt.
Das mit dem Sprachgefühl – dem eigenen und dem in einem fremden Text – ist so eine Sache, weil eben ein Gefühl und deswegen individuell.
Belassen wir es dabei 😉
@ El-G
Nun, die Formulierung „keine ganz schlechte Idee“ soll bei den Lesern schon eindeutig verstanden werden. Die Verwendung der rhetorische Figur Litotes durch die Autorin, hebt ja durch Untertreibung die Bedeutung hervor. Die Vita der Autorin lässt nicht vermuten, dass sie nur „daherplappert“.
Also ja, die die linke Eva spricht sich nicht gegen Rüstung aus.
Hmm, wo sehen sie denn bei »keine ganz schlechte« die Hauptbetonung?
Für mich liegt sie bei »ganz«. Und das wäre dann für mich die rhetorische Untertreibung.
Mit dem vorgestellten »wahrscheinlich« dazu…
Aber ich kann mich auch irren, wenn ich die linke Eva treffe, frage ich sie.
Nun, wenn sie im Text eine Betonung heraushören können – Respekt.
Aber ich gehe davon aus, dass die Autorin professionell mit rhetorischen Figuren arbeiten kann. Und eine solche lese ich da.
@El-G
Das ist exakt auch mein Sprachgefühl. Die Betonung liegt auf „ganz“
@Häretiker
Das ist wahrscheinlich keine schlechte Idee, solange das nicht in Übermut abdriftet.
„Das ist wahrscheinlich keine ganz schlechte Idee, solange das nicht in Übermut abdriftet.“
Für mich ‚stolpert‘ der Redefluss beim Wörtchen „ganz“.
@ Häretiker
Nun, bin mir sicher, das können sie auch, aber vielleicht lesen sie nie Texte oder Passagen einfach mal laut. Ansonsten Rhythmus, Phonetik, Anordnung von Vokalen & Konsonanten, Interpunktion…
Aber wir können uns wohl darauf einigen, dass Frau Schweitzer Europa nicht persönlich aufrüsten wird 🙂
@Dan-ke für den Support.
Btw. war ich etwas betrübt, dass Sie mir unten das »nonchalant« weggeschnappt haben und ich auf das schwächere »ungezwungenen« ausweichen musste.
„Ob die USA überhaupt Europa gegen Russland verteidigen würden, also so richtig mit GIs in Panzern, die schießen, darf man ohnehin bezweifeln“
„Für die Ukraine jedenfalls werden die Amerikaner keine Soldaten gegen Russland schicken, Trump nicht, Vance nicht, Biden nicht und wen auch immer die Demokraten aufstellen, auch nicht. Auch für Deutschland nicht.“
„Seit München haben wir neue Zeiten. Europa will aufrüsten, gemeinsam. Das ist wahrscheinlich keine ganz schlechte Idee, solange das nicht in Übermut abdriftet. Nicht so schlau ist es, dass die Bundesregierung amerikanische Waffen kauft, die Washington mit einem Knopfdruck abschalten könnte, wenn Trump, oder Rubio, oder Vance Putin noch ein bisschen näherkommen. Aber ein Schritt nach dem anderen.
Einige in Deutschland hoffen darauf, dass die Sache mit der Verteidigung von der russischen Bedrohung sich verbessert, falls die Demokraten in den USA wieder an die Macht kommen sollten. Wir erinnern uns, Wilson und Roosevelt waren Demokraten.“
hat einer von euch je einen beitrag zur eu, zur ukraine gelesen? nein? seltsam. die eu ist ja auch auf dem titelbild nicht drauf, aber bekommt von eva tipps keine ami waffen zu kaufen und sich nicht von den russen zu fürchten… wie geht der spruch?
„If it looks like a duck, swims like a duck, and quacks like a duck..“
das war aber mein letzter einwurf hier, ihr braucht dringend ein bisschen nachsitzen in textverständnis.
@ Torquemada
Das Interessante an (ironisch) uneindeutigen Texten ist nicht nur das, was Texte (nicht) sagen, sondern auch wie sie aufgefasst werden. Denn das erzählt etwas über die Rezeption.
Das funktioniert natürlich besonders gut durch die Möglichkeit der unmittelbaren Kommentierung.
Sie werden verzeihen müssen, dass Sie auch nicht für eine Nachhilfe in fortgeschrittener Hermeneutik gebucht werden.
Willkommen in der Postmoderne.
alter was laberst du mich mit deinem angelernten studi voki an, meinst du das beeindruckt mich? fühl meine betonung und versteh darunter ein rezept für ravioli…
@ Torquemada
Auch diesen Kommentar werden Sie sich selbst verzeihen müssen. Ich hoffe, der Drink hat geschmeckt und war nicht genau so illusorisch wie die verteilten Ravioli.
Guten Abend.
@El-G
Ah, Sorry. Nächstes Mal einfach ausborgen. Wer liest schon meine Kommentare 😉
@ Dan
a) Sie werden verstehen, dass ich bei einem Auftaktsatz nichts »ausborge«.
b) Ich immer wieder gerne.
@ El-G : Probleme mit Deutschauf AAA + ????
Äh? Ja?
Nein, ich korrigiere: 23?
Von einer u.s.-amerikanischen Russophilie kann keine Rede sein. Auch Tronald hat in seiner ersten Amtszeit alles getan, um die Dinge im Donbass auf den Siedepunkt zu bringen und nun unterstützt er die Ukraine, was auch immer er zum Fenster hinaus labert. Die imperiale u.s.-Aussenpolitik wird von sämtlichen u.s.-Administrationen kontinuierlich, bruchlos fortgeführt.
Jepp, ich sehe das nicht anders, weil er immer noch auf Kampf gebürstet ist.
Mir scheint, dass Frau Schweitzer die eher nur kurzen Phasen eines amerikanisch-russischen/sowjetischen Tauwetters hier etwas überbewertet.
Auch verwechselt sie den Umstand zeitweiliger Waffenbrüderschaft in den Weltkriegen mit wirklicher politischer Nähe.
Den langen Kalten Krieg behandelt sie fast überhaupt nicht.
Aber sie erhebt gar nicht den Anspruch tiefer Analyse, nie. Sie stellt ironisch auf die Narrative oberflächlicher medialer Darstellung ab, liegt aber nie falsch.
Das dürfte berechtigt sein, ist aber vor allem amüsant zu lesen. Ich mag das, mal etwas anders.
Da gehe ich mal 100% mit.
Und wenn ich in Mathe bei Prozentrechnung nicht gefehlt habe, ist das das Maximum.
👏👍
@ OberstMeyer
++++
Sind „die Russen“ nicht längst in den USA?
Wie groß ist eigentlich die russisch-amerikanische Einwanderergemeinde seit 1776 bzw. durch Auswanderer aus dem zaristischen Russland.
Oder gar seit dem Fall der UDSSR Anno 1991?
Würde mich echt einmal interessieren ☺️😉
Übrigens auch „die Chinesen“ sind ja schon immer in die USA eingewandert, Jahrhunderte vor Bestehen der VR China 🇨🇳 – noch zu Kaisers von China Zeiten – aber das ist ein anderes Thema ☺️😉
Gruß
Bernie
Unglaublich, was da abgeht. Die russischen Pro-Kreml-Medien überschlagen sich in Liebesbezeugungen und Unterwerfungsgesten gegenüber den Trump-Amis geradezu.
Brics-Währung, Verzicht auf Dollar- Entdollarsierung war gestern.
Heute Peskow: “ Russland hat den Dollar nicht aufgegeben; es waren die USA, die den Handel mit ihm eingeschränkt haben.“ Quelle Tass: https://tass.ru/politika/26439165
Der Oligarch und Halbamerikaner Kirill Dmitrijew bietet inzwischen in „Verhandlungen“ mit seinen vollamerikanisch-israelischen Oligarchen- Partnern Steven Witkoff, Jared Kushner und Joshua Gruenbaum an, US-Investoren mit Niedrigzinsen zurück nach Russland zu locken, damit diese ihre früheren Marktanteile zurückgewinnen und im Vorfeld der Duma-Wahlen am 20. September den Anschein eines Investitionsimpulses erwecken können.
Das hat bei russischen Geschäftsleuten, die ihre neue wirtschaftliche Macht durch die Übernahme ausländischer Vermögenswerte erlangt haben, die durch den Rückzug US-amerikanischer und europäischer Konzerne seit 2022 frei geworden sind, für Bestürzung gesorgt.
Na sowas aber auch.
Da geifert mal wieder ein Grünbrauner. Ich sehe in der Verlautbarung Peskows keine „Unterwerfungsgeste“. De facto bieten die US-Unterhändler eine Abkehr von der „Sanktions“-Aggressionspolitik an. Da kommt die Unterwerfung eher von der anderen Seite, falls überhaupt.
Wisch den Geifer ab. Ihr habt in Stalingrad verloren.
Dass mein Großvater schwerste Traumata – sogar im ersten Moment so schwer, dass er aus psychologischen Gründen erblindete – davon trug aus dem Krieg, in den er mit jungen 17 Jahren eingezogen wurde und gleich in den ersten Stunden miterleben musste seinen besten Freund zu verlieren, dafür mache ich nicht Russland verantworllich – er kämpfte an der Ostfront (eine Verwundung rettete ihm das Leben, weil er aufgrunddessen als einer der Letzten aus einem Kessel ausgeflogen wurde; ich meine es war sogar Stalingrad) – oder irgendwen anderes, sondern die USA. Die wollten den Krieg in Europa, allen voran Rockefeller, aber auch Andere. Dass unsere verrückte Regierung mantraartig immer wieder wiederholt hat, dass die „Freundschaft zwischen den USA und uns Deutschen unverbrüchlich sei, schließlich habe man uns die Demokratie gebracht“ – angeblich – konnte ich noch nie verstehen. Gegen das US-amerikanische Volk hege ich – unter Abstrichen (sie müssten sich dem Wahnsinn mehr entgegen stellen; kann man von uns Deutschen allerdings auch sagen) – keinen Groll. Die US-Eliten sind für mich der Teufel auf Erden. Damit möchte ich Deutschland und in gewissem Rahmen auch die Europäer aber nicht freisprechen oder ihre Schuld schmälern.
Ich sehe die USA nicht als unseren Erretter (das haben die Deutschen vom Führer, also dem Anderen, doch auch immer behauptet bzw. gedacht). Sie haben Deutschland die Klippe hinunter geschubst und sich daran bereichert. Wie gesagt… die deutsche Elite war keinen Deut besser, sie hat ja bereitwillig auf dieser Klaviatur mitgespielt. Und Demokratie haben sie uns auch nicht gebracht. Oder soll das, was wir heute haben, Demokratie sein? Die Vorgabe aus den USA war ja immer für Europa: „ihr dürft wählen, aber nichts, was man als zu weit links einordnen könnte“. Deswegen gab es in Italien beispielsweise Terroranschläge. Und auch gegen die SPD hegten die USA unmittelbar nach Kriegsende einigen Groll.
Die Tragik ist wohl: Deutschland ist MIT den USA arm dran, aber auch ohne sie, weil… das Großmachtdenken, Überheblichkeit und Rassismus, Herrenrasse-Attitüde sind in Deutschland schon stark ausgeprägt. Deswegen weiß ich nicht, was das Beste für Deutschland wäre. Ohne die USA könnte es tendenziell besser laufen, zumal die USA die rechten Tendenzen ja auch immer wieder befeuern (die den USA für Deutschland und Europa vorschwebende „Meinungsfreiheit“ und vor allem Vielfalt kann man auf (dem CIA-Asset) YouTube ganz gut beobachten: schaut man sich nur ein einziges Video, ja Short an, von einer Person, die als rechts gilt, dann wird man erschlagen mit rechten Videoinhalten; umgekehrt, wenn man sich Videos mit klar linkem Inhalt anschaut, funktioniert das nicht; dann versuchen sie trotzdem einen auf rechte Inhalte zu schubsen). Dann müsste Deutschland aber eng in ein Europa integriert sein, wo diese toxischen Verhaltensweisen in Schach gehalten werden.
Das Gute an einer Stationierung US-amerikanischer Truppen ist… das steht im Artikel… Solange sie hier sind, glaube ich ist die Kriegsgefahr nicht so groß, wie wenn sie nicht mehr hier sind, weil… die USA wollen da nicht hineingezogen werden. Dass unsere Politiker auf eine Verteidigung durch die USA pochen ist so gesehen also auch gar nicht soo verkehrt, denn… natürlich werden die USA sagen „das machen wir nicht“. Also… die USA wollen unter keinen Umständen in den Krieg gezogen werden und die Europäer wollen irgendwie nicht ohne (Zusicherungen der /) die USA in den Krieg ziehen.
Wünschenswert wäre etwas ganz Anderes, aber wünschen kann man sich Vieles… Die Wahrscheinlichkeit es zu bekommen, ist hier die Frage. Wünschenswert wäre ein Deutschland, dessen Nationalismus gerade soweit reicht, dass man nicht im Dienste fremder Mächte die Klippe runterspringen bzw. das eigene Volk dort hinunter schubsen will. Dann wäre eine gewisse Klugheit (z.B. bei der Ausgestaltung der eigenen Wirtschaft in Bezug auf den steigenden Wettbewerb auf den Weltmärkten), ein hohes Verständnis von Rechtstaatlichkeit (also das absolute Gegenteil dessen, was wir heute erleben; ua darf Krieg keine Option sein) und auch Sozialstaatlichkeit wünschenswert. Realistisch betrachtet sehe ich nicht sehr viele Optionen für Deutschland. Da kann man fast einfach nur abwarten was kommt und überlegen, ob man anderswo nicht besser klarkommt, weil in Deutschland einfach eine Grundtoxizität herrscht… Rassismus und Hass sind hier schon ganz schön ausgeprägt (ob sie nun Russen, Männer („Feminismus“), Flüchtlinge oder sonstwen hassen, ist mir ziemlich egal).
Peace…
Vielleicht sind Deutschlands Eliten ja dieses Mal auch so klug zu sagen „dieses Mal müsst Ihr, die Ihr uns in der Vergangenheit schon immer die Klippe runter geschubst habt, schon mit uns gemeinsam kämpfen“, sprich… man weiß sehr genau, was die USA vorhaben, weigert sich aber diesen letzten Schritt (in den eigenen Untergang) zu gehen.
Ich traue keinem von beiden.
Gegen diese (obige) Theorie spricht: dann lasst doch die Meinungsfreiheit zu, hört mit der Gleichschaltung der Medien etc auf und sagt den Amis einfach irgendwann „wir würden ja gerne, aber unser Volk will es nicht“. Sprich wenn sie schon selber zu feige sind klipp und klar zu sagen „wir machen das nicht“, dann sollten sie es andere – das Volk – erledigen lassen. Da sie genau das aber unterbinden und mit Repressionen versehen… da glaube ich irgendwie nicht an diese beschriebene Klugheit. Da glaube ich eher, dass sie wirklich enttäuscht von ihrem Führer aus Übersee sind, der sie zwar aufwiegelt und zu Hass anstachelt (auch zu Großmachtdenken, wie Rubio jetzt „erinnert Euch an alte Zeiten, wo von Europa noch die Kolonialisierung der Welt ausging“), aber am Ende den Schwanz einzieht, den Europäern zu verstehen geben will, dass sie erneut den Kopf hinhalten sollen, damit sie selber am Ende wieder die daraus entstehenden Reichtümer abkassieren können, sowie diverse weitere Implikationen… (ein zu Boden geworfenes Europa z.B.)
So sieht es aus… Ohne US Kapital hätte Hitler diesen Krieg nicht führen können..
»Etwas besseres als den Tod finden wir überall.«
Aus Grimms Märchen: Die Bremer Stadtmusikanten
Ansonsten braucht man, denke ich, keinen Unterschied machen zwischen irgendwelchen Eliten in kapitalistischen Gesellschaftssystemen. Es gibt da nur unterschiedliche Reichweiten.
Das würde doch heißen, dass die USA uns indirekt vor uns selbst („unseren“ Eliten) verteidigen? So krumm der Gedanke klingt, er hat was…
„Die Sowjets waren in Afghanistan einmarschiert,“
Einer der primären Gründe für den Fall des Ostblocks mit in meinen Augen..
Habe das eh nie verstanden, Bruder-Hilfe kann es nicht mehr sein wenn über die Hälfte eines Volkes aus Rebellen besteht o(
Nein, die militärische Niederlage dort war eine Folge der Zustände in der späten Sowjetunion selbst.
Das Land war völlig verottet , abgewirtschaftet und versank in einem Sumpf aus Korruption und Kriminalität.
Gorbatschow sollte so etwas wie eine Notbremse sein, was dann kam ist bekannt.
Ein Kriegveteran hat mir erzählt, dass Nachschublieferungen an Waffen und Munition dank mafiöser Strukturen oft direkt an die Mudschaheddin gingen. Innerhalb der Offizierskorps soll ein regelrechter Krieg um Drogen geführt worden sein, mit Waffengewalt,
Verrat und Morde im russischen Militär waren auf der Tagesordnung.
Eva C. Schweitzer stapelt nonchalant – wie eh und je- Sachverhalte wie Bauklötzer in freudiger Erwartung des Tipping Point (Kipppunkt).
Ich lese das gerne. Einfach zuschauen, wie die Gravitationskräfte gravitätisch ihrer Bestimmung nachkommen.
Wenn sich Trump und Putin gegen die EU oder gar Deutschland als Kernland selbst zusammen tun, bleibt dir nur die Flucht nach vorn. Auswandern gestaltet sich aber auch zunehmend schwieriger, weil der Planet immer mehr zu einer insgesamt biologisch toten Zone verkommt. Wohin sollst du da noch auswandern?
Da Frau Schweißer – in ihrem eigenen ungezwungenen Ton – mal wieder ein (für mich amüsantes) Mashup fabriziert hat, möchte ich hier ein paar Gedanken zu einem weitläufig missverstandenem Thema loswerden :
Amerika und die Freundschaft
Um es gleich vorweg zu sagen, Amerika hat keine Freunde, der Amerikaner in seinem offiziellem Selbstverständnis auch nicht. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn es ist eine Nation von Flüchtlingen, also von Menschen, die ihre Freunde – oder die sie dafür hielten – verlassen und zurückgelassen haben. Das fing bei Erik dem Roten an (gut, da war auch Verbannung wegen Mord dabei, aber für Wikinger ein Kavaliersdelikt), ging dann bei Kolumbus weiter (die Flucht vor Bedeutungslosigkeit) und wurde schließlich zum Alleinstellungsmerkmal der neuen Bevölkerung: Religiöse Marginalisierung von biblischen Autodidakten, allgemeiner Platzmangel und natürlich können die irischen Einwanderer ein unschönes Lied vom Hunger singen (the great famine; wegen der Kartoffelfäule haben sie dann auch eher auf Mais gesetzt, der Erdapfel musste erst in Streifen geschnitten, in Fett gesotten und mit einem französischen Namen ausgestattet werden, bevor er zurück durfte).
Warum die Natives Jahrtausende früher da aufschlugen, ist nicht überliefert, es gilt allerdings als gesichert, dass es keine Deutschen waren, die unter Mangel an Klopapier litten.
Nun klingt Flucht immer so gezwungen, als etwas auferlegtes und ungewolltes, deswegen wurde der Begriff durch „die Suche nach Freiheit“ substituiert, was aber auch nur meint, frei von dem Gedanken an die Angst zu sein, die die Flucht auslöste. Emotional kein großer Sprung nach vorne, klingt aber allemal besser und lässt seitdem die Amerikaner den Wert guten Marketings schätzen. Und Marketing macht – wie allseits bekannt sein dürfte – keine Freunde sondern Kunden. Da wären wir jetzt beim grundlegenden Problem, denn wenn ich statt guter Freunde zahlungswillige (mal mehr mal weniger) Kunden habe, finde ich nirgends Beistand und sehe stattdessen überall Beute.
Das Flagship des Marketings für einen fortdauernden Kampf ist da natürlich Hollywood: Im Western wird die Natur, in Kriegsfilmen die Gegner und in Filmen für die Intellektuellen wird das Selbst niedergerungen, dabei ist jedes Narrativ erlaubt, Hauptsache der Umsatz und die Botschaft stimmt: »Amerika ist kein Land, sondern ein Business.« (Aus Killing them softly)
Dass jetzt gelegentlich eine Lieblingshymne von einem schwulen Britten (»We are the champions«) oder weichgezeichneten Schweden (»The winner takes it all«) kommt, spricht für die Offenheit der Mittel oder für einen Mangel an Vorstellungskraft, dass nicht alle Amerikaner sind oder sein wollen. Das mag jeder für sich selbst entscheiden.
Manchmal ist die Beute, sorry, der Kunde nicht überzeugt und wird so zum Feind oder auch zum Gegenstand einer universellen (ok, amerikanischen) Befreiung, was wiederum die Unterwerfung oder den Kauf der zu exportierenden Angst meint, landläufig als „Flucht nach vorn“ bezeichnet. Dieser „völkische Imperativ zum Deal“ wird in den US auch seit jeher gepflegt und dem Nachwuchs durch unerbittliches Konkurrenzdenken nahe gebracht. Religiös und spirituell manifestiert im monetärem Klassendenken, vermittelt durch exzessive Sportbegeisterung (Kampf ist Krieg ist gut) für die physische Seite und in den schulischen Buchstabier- und Debattierwettberwerben (Rechthaberei) für alle anderen.
Da es keine Freunde gibt, die einen für die eigene Leistung anerkennen, müssen dann immer neue Kunden und Feinde herhalten, denen unter die Nase gerieben werden kann, wem da gerade die Angst und das immanente Fluchtbedürfnis untergejubelt wurde. Am Ende ist es so, dass jeder Amerikaner aus der Geschichte heraus weiß: „Ich brauche keine Freunde und wenn doch, dann kaufe ich mir welche.“
Im ersten Weltkrieg hat Deutschland Frankreich den Krieg erklärt, nicht umgekehrt.
Die Planung Deutschlands, der berüchtigte Schlieffenplan, hatte die Intention, aus einem Zweifrontenkrieg zwei hintereinander zu führende Einfrontenkriege zu machen. Da Frankreich als der gefährlichere Gegner galt, da man nach dem russisch-japanischen Krieg mit langsamer Mobilisierung Russlands kalkulierte ( ein Irrtum), marschierten 7 deutsche Armeen im Westen auf und nur 1 im Osten.
Deutschland hatte keinen alternativen Kriegsplan mehr, der Aufmarschplan Ost wurde nicht mehr bearbeitet, daher plante man Frankreich in wenigen Wochen militärisch zu besiegen, um dann alle Kräfte nach Osten zu verlegen.
Aufgrund der Kriegserklärung an Russland war die anschließende Kriegserklärung an Frankreich aus deutscher Sicht zwingend erforderlich.
Die ausholende Bewegung des deutschen rechten Flügels musste durch Belgien erfolgen um das französische Heer gegen die schweizer Grenze zu drücken. Dieses Manöver brachte Deutschland die Kriegserklärung Englands ein, was nicht einkalkuliert war.
Ergebnis bekannt!
Ein Lehrstück über die Planungsfähigkeit und Vorraussicht von Generalen.
Ich war Mitte der 1990-Jahre für einige Wochen in Amerika und hatte durch meinen Sohn, der damals dort lebte, viel Kontakt zu amerikanischen Bürgern. Die wussten nichts über Europa oder Deutschland, außer vielleicht Neuschwanstein, Heidelberg, Eiffelturm und eventuell noch Rom. Schöne Ausflugsziele für Reiche. Artikel in den Zeitungen über Politik oder Wirtschaft in Europa waren vielleicht mal ein Zehnzeiler auf Seite 5 oder dahinter. Im TV kam Europa so gut wie nie vor.
Und da hat sich bis heute sicher nichts zum „Positiven“ gewendet.
Wir interessieren den „Normalbürger“ nicht.
Und für die „Elite“ sind wir nur Handlanger, dafür aber sehr willig und unterwürfig!
Als ich 2001 kurz vor 9/11 in den Staaten war, hatten mich Leute im mittleren Westen ganz freundlich aber ernsthaft gefragt, ob ich mit dem Wagen hier rüber gefahren bin oder auch, und ob wir in Old Germany schon eine Wasserspülung hätten.
Ich erinnere mich jetzt nicht mehr genau an den Kontext, aber Dirk Pohlmann, ein Journalist, der vielen hier Lesenden bekannt sein könnte, zitiert gelegentlich einen mittelasiatischen Bauern, der die Frage stellte, warum wir in Deutschland glauben würden, wir wären die einzigen Menschen auf der Welt, denen die Amis nichts Böses wollten.
Ob im Osten unserer Republik dieser Glaube genau so verbreitet ist, weiß ich nicht. In den westlichen Teilen des Landes, da wo die Guten, die Klugen, die Gebildeten Ieben, die, die schon immer alles besser wussten und besser machten, ist er nur schwer zu erschüttern und ungefähr so verbreitet, wie die Überzeugung, dass Freitag, der 13. kein guter Tag ist, woran doch nun wirklich nicht zu zweifeln ist. Und wenn die Amis wieder einen Demokraten wählen, wird sowieso alles wieder gut und dann werden wir mit aller Kraft gemeinsam die russische Barbarei bekämpfen und den Fluch des deutschen Militärs beenden, dass seit der Reichsgründung jeden Krieg verloren hat.
Wie hieß es doch bei den Grimms? “ In den Zeiten, als das wünschen noch geholfen hat“