Die Rückkehr der Bombe – ohne die Rückkehr der Angst

Demonstration im Bonner Hofgarten 1981 gegen Aufrüstung. Bild: Rob Bogaerts / Anefo/CC0

Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine wird offen über nukleare Abschreckung, atomare Aufrüstung und europäische Schutzschirme gesprochen. Atomwaffen sind zurück auf der Tagesordnung. Nur eines blieb aus: die Angst vor dem Atomkrieg.

Atomwaffen erleben derzeit eine Renaissance. Russland verweist auf sein Nukleararsenal, die USA investieren Milliarden in die Modernisierung ihrer Atomwaffen, und in Europa wird über nukleare Abschreckung und einen erweiterten französischen Schutzschirm diskutiert. Spätestens seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 ist der nukleare Aspekt zum festen Bestandteil internationaler Sicherheit geworden.

Dennoch unterscheidet sich die Aufmerksamkeit von jener des Kalten Krieges. Zwar wird über Atomwaffen gesprochen – allerdings vor allem in wissenschaftlichen Fachkreisen. Was verschwunden ist, ist ihre gesellschaftliche und ethnische Präsenz.

Während der Kalte Krieg von der Angst vor der nuklearen Vernichtung geprägt war, erscheinen Atomwaffen aktuell als ein abstraktes Element geopolitischer Macht. Die Bombe ist wiederaufgekommen – ohne die Rückkehr der Angst.

Als der Atomkrieg zum gesellschaftlichen Thema wurde

Für die Generationen des Kalten Krieges war ein Atomkrieg keine theoretische Überlegung. Die nukleare Konfrontation zwischen den USA und der Sowjetunion gehörte zum Alltag. Weltweite Krisen (wie die Kuba-Krise 1962) wurden stets mit dem Hintergedanken einer Eskalation zwischen den beiden Supermächten registriert.

Die atomare Bedrohung prägte das Bewusstsein ganzer Generationen. Die Vorstellung, dass Fehlentscheidungen in einer globalen Endzeit münden könnten, war allgegenwärtig. Diese Furcht spiegelte sich in der Popkultur wider. Musik, Film und Literatur griffen das nukleare Wagnis auf und machten sie der Allgemeinheit zugänglich.

Popkultur als Spiegel sozialer Ängste

Die 1980er-Jahre waren beeinflusst von einer musikalischen Verarbeitung der atomaren Gefahr. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist das 1985 veröffentlichte Lied „Russians“ von Sting. Mit der berühmten Zeile „I hope the Russians love their children too“ stellte der Sänger die gemeinsame Menschlichkeit auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs in den Fokus. Das Lied war ein Appell gegen Feindbilder und Ausdruck der Sorge, dass die Logik nuklearer Abschreckung aus den Fugen geraten könnte.

Auch das Kino beschäftigte sich intensiv mit den Folgen eines Atomkriegs. Filme wie Threads, The Day After oder WarGames erreichten ein Millionenpublikum und machten klar, dass nukleare Konflikte keine abstrakten Planspiele militärischer Strategen waren und ein reales Pulverfass für die Bevölkerung darstellten. Atomwaffen waren nicht bloß ein außenpolitischer Gegenstand. Sie waren Teil des künstlerischen Gedächtnisses westlicher Gesellschaften.

Vom Schreckensszenario zum Sicherheitsinstrument

Mit dem Ende des Kalten Krieges verschwand die atomare Gefährdung rasch aus der medialen Öffentlichkeit. Abrüstungsverträge und die Friedensdividende vermittelten den Eindruck, die nukleare Ära sei endgültig überwunden.

Andere Herausforderungen rückten in den Mittelpunkt: Terrorismus, Finanzkrisen sowie Digitalisierung bestimmten fortan die Agenda. Atomwaffen wurden als historisches Thema betrachtet.

Aber sie verschwanden keineswegs aus der internationalen Politik. Vielmehr wandelte sich ihre Wahrnehmung. Aus dem Symbol existenzieller Angst wurde staatliche Sicherheitspolitik. Atomare Diskussionen werden rein sachlich und technokratisch geführt. Die Bombe ist bagatellisiert worden.

Der Ukrainekrieg und die Rückkehr nuklearer Macht

Der russische Angriff auf die Ukraine hat veranschaulicht, dass Atomwaffen gewiss kein Relikt sind. Russland nutzt sein Nukleararsenal sowohl zur Abschreckung als auch als Druckmittel. Die nuklearen Signale aus Moskau haben die Grenzen westlicher Unterstützung für die Ukraine maßgeblich gesteuert.

Auch in den USA ist die nukleare Frage wiederaufgeflammt. Donald Trump hat bereits in seiner ersten Amtszeit mehrfach mit militärischer Eskalation und der Überlegenheit des amerikanischen Atomwaffenarsenals kokettiert. Seine Rückkehr ins Weiße Haus wirft Zweifel an der Verlässlichkeit amerikanischer Sicherheitsgarantien auf. Für die europäischen NATO-Staaten gewinnt die Auseinandersetzung über strategische Abhängigkeiten und einen europäischen Nuklearschirm an Bedeutung.

Die Entwicklung seit Anfang 2022 zeigt ebenfalls, dass die nukleare Thematik längst nicht nur die Beziehungen zwischen den Großmächten betrifft. Beim deutsch-französischen Ministerrat in Brühl haben Bundeskanzler Friedrich Merz und der französische Präsident Emmanuel Macron angekündigt, ihre militärische Zusammenarbeit weiter zu vertiefen. Erstmals sollen deutsche Streitkräfte an einer französischen Nuklearübung teilnehmen. Zudem wollen beide Länder ihre Kooperation bei der nuklearen Abschreckung und der europäischen Verteidigungsfähigkeit ausbauen. Die Kontroverse über einen europäischen Nuklearschirm, die vor Februar 2022 als unvorstellbar galt, ist derweil in der Mitte der europäischen Außenpolitik angekommen.

Bemerkenswert ist, dass all dies bislang keinen Widerstand ausgelöst hat, der mit jener der 1980er-Jahre ansatzweise vergleichbar wäre. Es gibt kaum Protestbewegungen und keinen breiten intellektuellen Disput. Damals gab es riesigen Widerstand gegen den NATO-Doppelbeschluss. Allein 300.000 Menschen demonstrieren am 10. Oktober 1981 im Hofgarten in Bonn gegen Atomwaffen.

Die Normalisierung der Bombe

Die eigentliche Veränderung liegt mitnichten in der globalen Sicherheitsordnung, sondern in unserer Einordnung der nuklearen Gefahr.

Atomwaffen sind weit weniger emotional aufgeladen als vor vierzig Jahren. Ihre Existenz erscheint vielfach schlichtweg als geopolitische Realität. Die Tatsache, dass seit 1945 keine Atomwaffen im Krieg eingesetzt wurden, hat paradoxerweise zur Gewöhnung geführt. Die nukleare Abschreckung gilt inzwischen als überaus notwendig. Dass sie auf der permanenten Möglichkeit einer globalen Katastrophe beruht, wird zweitrangig.

Die Bombe ist zurück – und wir haben uns an sie gewöhnt

Das Außergewöhnliche ist nicht die Rückkehr der Atomwaffen. Sie waren nie verschwunden. Neu ist ihre Normalisierung. Während der Kalte Krieg die Bombe zum Sinnbild der Unsicherheit machte, erscheint sie heute als außenpolitisches Mittel zum Zweck. Die kulturelle und gesellschaftliche Dimension der Kernwaffen ist verloren gegangen.

Wir leben noch immer unter dem nuklearen Damoklesschwert – wir haben lediglich aufgehört, es als solches aufzufassen.

Julia Engels

Julia Engels ist Politikwissenschaftlerin mit Schwerpunkt Sicherheits- und Abrüstungspolitik und promoviert an der RWTH Aachen zur nuklearen Abschreckung in der Internationalen Politik. Sie veröffentlicht regelmäßig Beiträge u. a. in Telepolis, Frankfurter Rundschau und der taz.
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33 Kommentare

  1. Im wesentlichen sabbelt nur Putin-Russland und seine Propaganda-Willis über Massenvernichtungswaffen und Wunderwaffen.

    Wenn man sich viel russische Propaganda rein knallt kann man schon den Eindruck verfallen als würden das alle tun.

    1. Sicherlich ist Donald der Verrückte unwesentlich. Bleibt der Fakt dass dir USA als einziges Land der Welt bisher Atimwaffen eingesetzt haben.

    2. Was soll er auch anderes tun, vom Westen ist ihm Vernichtung angesagt – es existieren bereits konkrete Pläne über die anschließende Filetierung Russlands und im Bereich konventioneller Kriegsausrüstung ist er maßlos unterlegen

    3. > Im wesentlichen sabbelt nur Putin-Russland und seine Propaganda-Willis über Massenvernichtungswaffen und Wunderwaffen.

      Da ist schon was dran. Wenn man die KI fragt, welche militärischen US-Modernisierungen es so gibt, erhält man für Deutschland die Antwort, dass die B61-Atombomben auf B61-12 aufgerüstet werden. Die B61-Atombomben sind, so erklärt die KI, Fallbomben deren Atomexplosion in einem großen Bereich eingestellt werden kann: Dial-a-Yield (Bums nach Wunsch).

      Schaut man in die Ukraine, werden dort den Fallbomben aus Sowjetbeständen Flügelchen angeschraubt, so dass die Flugzeuge sie aus sicherer Entfernung ausklinken können und nicht in der Reichweite der Flugabwehr kommen. Klingt innovativer. Genau das Gleiche ist die Innovation der B61-12, nur dass da die Flieger richtig ins Feindgebiet müssen, weil die Atombombe sonst zur Hälfte das eigene Land zerstört.

      Man wundert sich nicht mehr so sehr, dass die atomare Bedrohung scheint’s von keiner Seite mehr wirklich ernst genommen wird. Jedenfalls nicht so sehr, dass ernsthaft Abwehr- oder Schutzmöglichkeiten diskutiert werden. Zwar hat man die Luftalarm-Übungen wieder eingeführt, aber in meiner Region höre ich nur Sirenen, wenn ich mit dem Fahrrad außerhalb unterwegs bin und auf dem Land irgendwo die freiwillige Feuerwehr zu einem Einsatz gerufen wird.

      Ist ja auch naheliegend. Wie verklicker man den Leuten, dass da Luftalarm geübt wird, aber außer den heulenden Sirenen is dann nix, weil es keine Schutzräume für Zivilisten gibt, wenn nicht zufällig eine U-Bahnstation in der Nähe ist?

      Unsere Politiker reden zwar mit ernstem Gesicht von Kriegstüchtigkeit, aber außer, dass die Kids wieder zur Bundeswehr gezwungen werden und dass die Rüstungsindustrie mit Milliarden Steuergeldern beglückt wird, genießen die immer noch satt die Friedensdividende und denken im Traum nicht daran, das zu ändern. Wäre ja auch viel zu anstrengend – wie sollte man das dem freien Markt überlassen können? Die Reichen, die Lust auf Endzeitspielchen haben, sich schon lange mit Insel und Privatbunker versorgt.

    4. Unaufhörlich plappern oder auch faseln, subsummiert man unter dem netten Begriff sabbeln. Irgendwie scheint der Begriff nicht ganz auf russische Propaganda-Willis zu passen. Überhaupt sind die wohl eher auf Welt-online zu finden, nur von der anderen Propagandafraktion. Russische Propaganda-Willis werden ja grundsätzlich eher wegzensiert. Faktisch belegbar ist allerdings das der geschätzte Herr Selenskyj zuvörderst über präventive Nuklearschläge gegen Russland sinnierte, ohne über solche Waffen selbst zu verfügen. Auch der beständige Schrei nach mehr westlichem Geld und Waffen ertönt mit Eegelmäßigkeit. Die Russen-Heinis hingegen weisen etwas dezenter auf das bei ihnen verfügbare Waffenarsenal hin. Vor allem, weil man die Kriegsvorbereitungen des Westens argwöhnisch beobachtet, und der scheinbar das Vorhandensein russischer Möglichkeiten, als museales Spielzeug betrachtet. Offenbar führt das dazu, dass sich Deutschland, Polen und die Balten wehzrtechnisch nackt fühlen und nun recht intersiv über eigene atomare Möglichkeiten sinnieren, wobei Frankreich gern behilflich ist, indem es sein Eigentum auch anderswo lagern könnte und zugleich sich selbst nur den Zugriff gestattet. Immerhin hilft das den maroden Staatsfinanzen etwas auf die Beine und wer zahlt nicht gern für ein kleines bisschen mehr an Sicherheitsgefühl. Eigentlich müßte nun jeder EU-Bürger eine eigene Handgranate verlagen, um sich sicherer zu fühlen, auch wenn es sich dabei nur um Attrappen handelt. Irgendwie käme das dann auf Ähnliches hinaus. Letzendlich muss man nur den eigenen Suizid androhen, um sicher zu sein. Wer aber genug Zeit hat findet auch zu einem ganz natülichen Dahinscheiden. Warum können das so viele Leute einfach nicht abwarten?

    5. Nun, wenn nach der Wahl am 20. September die Wiederaufnahme russischer Atomtests beschlossen werden sollte, dürften die eine oder andere Diskussion und der eine oder andere Post wieder etwas realitätsnäher werden.

      1. Das ist den natürlich ganz klar eine Eskalation des Westens und Putin wird seinen Opferkult noch weiter aufblasen?

        Haben die russischen Führungsoffiziere dazu schon entsprechende Sprachregelungen verteilt?

  2. Ja, die Menschen haben keine Angst vor einem Atomkrieg, und das völlig zu recht. Denn unserePolitiker mögen vielleicht ziemlich verrückt sein, aber so verrückt nun auch nicht, dass sie es so weit kommen lassen.

    Außerdem kann man unmöglich vor allem Angst haben, Klimawandel, CO², Benzinpreise, Nazis usw. nehmen die Psyche der Menschen vollkommen in Beschlag.

    Dass sich atomare Schläge durch Russland erübrigen, weil ein Sieg der EU über Russland auch ohne solche extrem unwahrscheinlich ist, wissen sogar unserePolitiker. Aber warum investiert allein die EU 70 Milliarden jährlich in den Ukrainekrieg, zum größten Teil deutsche Steuergelder?

    Weil wir auf dem Weg in die Diktatur sind.
    So wie der Dieb „haltet den Dieb“ schreit, so schreien die Nazis „verhindert die Machtergreifung der AfD“. Sehnsüchtig warten die Anhänger der Blockparteien auf einen Angriff Russlands auf deutsche Rüstungsbetriebe, damit der Verteidigungsfall eintritt, in dem Wahlen ausgesetzt werden, wie in der Ukraine, und Merz zum Oberkommandierenden der Bundeswehr aufsteigt. Zwar werden auch die zivilen Rechte eingeschränkt, aber das ist den Anhängern der Parteien von CDU bis BSW (wenn es das dann noch gibt) ganz egal, denn die Leute glauben, das wird schon nicht so schlimm sein. Eine einzige russische Bombe genügt, um den Notstand zu installieren. Dann können die Putinfreunde von der AfD vielleicht sogar verboten werden. Aber eines sollten sich die Linken hinter die Ohren schreiben, wenn die AfD verboten wird, werden sie überflüssig. Es gibt ja genügend Gründe, sie zu verbieten, z. B. Eigentumsfrage, Demokratievorstellung (Räterepublik), innerparteiliche Demokratie usw.. Das BSW ist schon als Kaderpartei konzipiert worden und daran gescheitert, dass sich Kader wie üblich nicht an ihre Absprachen halten. Dazu kommt noch die SA ähnliche Antifa. Ich persönlich habe Angst vor dem Vierten Reich.

    1. Der Neoliberalismus und sein faschistoider evangelikaler Anhang scheitern auf ganzer Linie. Das kann in deren Denkgefängnis nicht sein. Deswegen brauchen „sie“ Angst und einen permanenten Krieg nach innen und nach außen. Insofern gebe ich Ihnen Recht. Zur Selbstauslöschung sind „sie“ zu intelligent, vor allem aber zu feige. Und das ist gut so. Wenn nicht doch das Schicksal zuschlägt…

    2. Abwarten und Tee trinken.

      Mit der Übung „Corona“ wurde trainiert, das aufmüpfige Volk zu unterdrücken.

      Was am Anfang ja auch funktioniert hat.

      Aber die Leute haben natürlich auch den zivilen Widerstand trainiert.

    3. @torwächter
      „Weil wir auf dem die Diktatur sind.“
      falsch …
      wir befinden uns bereits in der Diktatur.
      Es ist dabei wie mit dem Faschismus. Die Diktatoren schreien laut … Wir sind die Demokratie.
      Eine klassische Diktatur mit einem Diktator wird es nicht geben in Europa. Was wir gerade erleben, ist die moderne Variante.
      Wir leben, meiner Meinung nach, sogar in einer weltweiten Diktatur. Oder wie willst du sonst das weltweit gleiche Agieren der „Regierungen “ während der Coronazeit erklären?
      Nicht was geschrieben steht, oder gesagt wird, zeigt wie es ist, sondern was geschieht.

    4. > Außerdem kann man unmöglich vor allem Angst haben, Klimawandel, CO², Benzinpreise, Nazis usw.

      Alles Sachen, die sich für Public Relation und Werbe-Plakate eignen (Nazi-Thema per LGBTQ+).

      Atombomben sind problematisch. Obwohl die Bezeichnung Bikini natürlich von den dortigen Atombombentests der Amerikaner dort kommt. So lange Atomtests aber nicht stattfinden, lässt sich der Werbegag nicht so leicht wiederholen. Schon im Fall der Tests in Nevada versuchte man die Sache eher unter dem Aufmerksamkeitshorizont der Bevölkerung zu halten. Was dann dazu führte, dass viele Anlieger sogenannte „Downwinder“ und auch Western-Schauspieler, die dort drehten, verstrahlt wurden.

      KI: Insgesamt wurden dort 1021 Atombomben gezündet.
      Krebsepidemie: Die Betroffenen – bekannt als „Downwinder“ – atmeten radioaktives Jod-131 ein oder nahmen es über kontaminierte Milch und Nahrung auf. Dies führte zu einem drastischen Anstieg von Leukämie, Schilddrüsenkrebs und Tumorerkrankungen.
      Höhere Strahlendosis als Tschernobyl: Das National Cancer Institute schätzt, dass die US-Bevölkerung durch die Nevada-Tests eine radioaktive Belastung erhielt, die etwa 500-mal höher war als die durch die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl freigesetzte Dosis.
      Betroffene Filmcrews: Die Tests trafen auch Hollywood. Bei den Dreharbeiten zum Western Der Eroberer (1956) im benachbarten Utah zog radioaktiver Fallout über das Set. In den Folgejahren erkrankten 91 von 220 Crewmitgliedern an Krebs, darunter die Hauptdarsteller John Wayne und Susan Hayward.
      Verseuchtes Grundwasser: Ab 1963 wurden Tests nur noch unterirdisch durchgeführt. Dadurch gelangten riesige Mengen radioaktiver Stoffe wie Plutonium und Uran in den Boden und das tiefe Grundwasser.
      Jahrtausendelange Kontamination: Experten schätzen, dass das Grundwasser in der Region noch für Tausende von Jahren radioaktiv belastet und unbrauchbar sein wird. Das Gelände ist bis heute ein streng bewachtes Sperrgebiet.

      Nachdem, was man heute weiß, wird es wohl eher keinen zweiten Bikini geben.

      Angst vor der Bombe könnte auch die allgemeine Konsumlaune nachteilige beeinträchtigen. Das wollen weder unsere Hauptmedien noch Politiker der „regierunsgfähigen“ Parteien.

  3. Russland nutzt sein Nukleararsenal sowohl zur Abschreckung als auch als Druckmittel. Die nuklearen Signale aus Moskau haben die Grenzen westlicher Unterstützung für die Ukraine maßgeblich gesteuert.

    Das möchte ich in Frage stellen. Was man aber sagen kann, dass die USA und die mit ihren verbundenen Transatlantikern die militärische Unterstützung des Westens initiierten indem sie Russlands Angriff provozierten. Darin lag die eigentliche „Steuerung“.

    Und langläufig bekannt sollte sein, dass Russland (und auch andere) sein Nukleararsenal als Versicherung zur Bewahrung seiner Souveränität nutzt. Wer das als „Druckmittel“ ansieht, der dürfte auf Seiten der eigentlichen Imperialisten stehen.
    Die Autorin vergisst außerdem zu erwähnen, dass es die westliche Medien-Propaganda war, die die atomare Gefahr klein redete, sodass bei uns eine Normalisierung eintrat.

    1. Über diese Passage stolpere ich auch. Abschreckung ist ja irgendwie nachvollziehbar, soweit man sie als defensive Bestandssicherung der eigenen Souveränität ansieht, die Angriffe auf das eigene Land verhindert. Aber bedeutet das, dass man auch im eigenen Land diese Waffen einsetzt, um eindringende Angreifer aufzuhalten, oder nur in dem Land, das man als Angreifer bezeichnet, möglicherweise sogar in den, den Angreifenden unterstützenden Drittländern?
      Wer genau Angreifer oder Verteidiger ist, ist unklar. Wird man nicht automatisch zum Angegriffenen, wenn ein Verteidiger das Maß seiner Verteidigung überschreitet? Wo endet Selbstverteidigung?
      Unverständlich wird die Verwendung als Druckmittel. Das ist zunächst nur eine nicht belegte Behauptung. Trump hingegen hat mehrfach mit der Vernichtung des Iran gedroht, falls man sich seinem Willen nicht gefügig zeigt. Es wurde sogar über einen Angriff auf ein im Bau befindliches Kernkraftwerk berichtet. Von einem Ultimatum Russlands gegen westliche Verbündete der Ukraine ist mir allerdings nichts bekannt. Worin genau bestehen dann die russichen Druckmittel?

    2. Ich glaube, sobald westliche Truppen die russische Grenze überschreiten, setzt Russland taktische Atomwaffen ein. Kursk war eine Ausnahme, weil die Russen wussten, dass die ukrainischen Söldner da nicht mehr rauskommen.

  4. Der Artikel ist großer Stuss. Die Angst vor Atomwaffen ist kein Deut geringer geworden, ganz im Gegenteil. Aber die Protestkultur hat sich geändert. Der Protest von unten wird systematisch unterdrückt und denunziert, siehe Querdenkerdemos. Massenproteste gibt es nur noch, wenn sie von bezahlten NGOs und den gelenkten Mainstream Medien veranstaltet werden.
    Wie wurde Greta Thunberg gehyped, als sie noch für das Lieblingsthema von Politik und Medien eintrat. Klima. Jetzt wo sie für Menschen eintritt wird sie heruntergemacht und der Protest für Palästina wurde sogar kriminalisiert.

    1. Greta T. und die Lenkung der Plebejer sind ein schönes Beispiel dafür, wie die Staats- und Oligarchenmedien arbeiten.

      Wobei ich mich schon wundere, wie man auf die widersinnige Idee verfallen kann, zu einer „Demonstration“ zu gehen, die von der Obrigkeit veranstaltet oder beworben wird. Früher nannte man das Fackelumzug.

    2. Jeder Protest braucht Führung! Wo diese Führung/Leitung fehlt, da findet auch kein Protest statt.
      Das BSW war nicht stark genug, um Proteste hinreichend zu organisieren, vor allem fehlte es an öffentlicher Unterstützung durch andere gesellschaftlich relevante Gruppen (Kirchen, Gewerkschaften, NGOs …) und den Medien.
      Vielmehr sind diese zivilgesellschaftlichen Kräfte bereits politisch und medial darauf eingeschworen mögliche Proteste gegen Aufrüstung und Kriegsvorbereitung als Hindernis zu betrachten und abzulehnen.
      Andererseits kann man auch fehlenden gesellschaftlichen Druck ausmachen. Wo Rüstungsunternehmen als Wirtschaftsretter und Arbeitsplatzbereitsteller mit Wohlwollen bedacht werden, sind sie bestens gegen Wiederstände aufgestellt und höchst akzeptiert. Zudem sind die Menschen viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt und verunsichert, so dass sie eher mit anderen Nöten beschäftigt sind und die politischen Leitmotive hin zur Kiegsfähigkeit als Nebensache betrachten. Jedem ist das Hemd näher als die Jacke und das vermeintlich Unabänderliche läßt sich ohnehin nicht ändern. Warum soll man also darüber nachdenken oder gar protestieren?

    3. Ich bin ganz nahe bei Ihnen. Ich habe heute Vormittag einen Beitrag geschrieben mit einem ähnlichen Tenor, jedoch mehr auf das Verhalten von Grünen, Gewerkschaften und msm bezogen. Der Beitrag wurde nicht freigeschaltet obwohl er im Ton sehr überwiegend sachlich und nicht scharf und nicht unhöflich war. Ich frage mich schon mal ob es daran liegt, dass man einen Wirkungstreffer gelandet hat? Möchte ich eigentlich ausschließen, weil hier viele Foristen große Wirkungstreffer landen. Oder stehen die Grünen unter einem besonderen Schutz? Ist man vielleicht gelistet oder spielen „persönliche“ Animositäten eine Rolle. Oder ist es einfach die Telepolis Kultur? Man kommt ja schlecht aus seiner Haut!

      1. Ich muss mich korrigieren, mein Beitrag taucht jetzt doch auf! Hmmm….? Das Ganze verstehe ich nicht so recht jetzt, aber ok! Immerhin, wäre es nicht das erste Mal gewesen.

        1. Ich hätte mich an den den Zeitstempeln der anderen Foristen orientieren können. Aber wegen meiner dann und wann negativen Erfahrungen habe ich das versäumt. In diesem konkreten Fall bitte ich daher um Entschuldigung bei der freischaltenden Person.

  5. Bemerkenswert finde ich, die Metamorphose der Grünen. Kurz angedacht, sie sind ein von den transatlantischen Netzwerken mit Hilfe der transatlantisch gesteuerten K Gruppen gekapertes Projekt der Unentschlossenen.

    Vielleicht erklärt das ihre schon fast schizophrene Einstellung zum Nuklearen.

    Viel Angst vor friedlichen Atomkraftwerken. Keine Angst vor Atombomben. Ich meine gelesen zu haben, dass die Grünen die Munition mit abgereichertem Uran jetzt auch nicht so schlimm finden, wenn die Guten sie benutzen.

    Die Proteste gegen den Krieg und die nukleare Bewaffnung bleiben auch aus, weil die msm nicht mehr mitziehen, die Gewerkschaften als Organisatoren den Bellizismus mittragen und daher wie die Grünen organisatorisch bei Friedensdemos ausfallen.

    So wichtig Overton, Nachdenkseiten, Junge Welt, Jacobin, u.s.w. sind, sie haben nicht die Reichweite der m.s.m.

    Adenauer brauchte nur die Bildzeitung um zu regieren. Der faktischen Allparteienkoalition (AFD ausgenommen) stehen jetzt alle msm zu Diensten.

    Weiterhin sterben auch die weg, die wenigstens Krieg aus der direkten Überlieferung ihrer Eltern oder Verwandten kannten. Die kannten auch noch Kriegsschäden hier aus persönlicher Anschauung und die beiden Atombomben in Japan wirkten noch lange nach.

    Ich schätze mal, dass im Geschichtsunterricht der Schulen inzwischen ein kriegsangstfreies Curriculum Einzug gehalten hat. Die Meidung der Naturwissenschaften wirkt sich ebenfalls positiv auf die Einstellung zu Kriegen und Atomwaffen aus.. Dafür gibt es ja ein prominentes Beispiel in der Politik. Egal!

  6. Da gibt es tatsächlich Irre wie Kallas, die öffentlich von einer Zerschlagung Russlands mit anschließender Kleinstaaterei träumen.
    Nun stehen die Atomwaffen Russlands über die Fläche der gesamten RF verteilt und jeder Warlord käme unter bürgerkriegsähnlichen Zuständen in den
    Besitz dieser Waffen.
    Einige Knallköppe in Europa stehen offenbar auf multiple Erpressbarkeit.
    Die gesamte Handelskontrolle für spaltbares Material würde zusammenbrechen. Jeder krumme Gurkenkönig der Welt hätte eine A-Bombe
    im Garten stehen.

  7. Also ich finde durchaus nicht, das man Angst vor einem Atomkrieg haben sollte.
    Putin wird kommen, das wird schließlich überall und auch von der Politik her kolportiert, also wird ganz sicher was dran sein. Man weiß sogar schon, wann er kommen wird, nämlich 2029/30 und er lässt uns als fairer Sportsmann so lange Zeit, um unsere Rüstung zu komplettieren.
    Ein eventueller Atomkrieg soll uns nicht schrecken, schon Adenauer hat gewusst, das es sich bei Atomwaffen lediglich „um eine Weiterentwicklung der Artillerie“ handelt.
    Außerdem, wenn wir auf den 2+4-Vertrag schon einen Riesenhaufen gemacht haben, dann macht die Negierung des Atomwaffen-Sperrvertrages den Kohl auch nicht mehr fett.
    Zu der stärksten konventionellen Armee Europas gehört natürlich auch die Ausrüstung mit Kernwaffen, das ist als Deutschland schon eine Frage des Prestiges!
    Unsere Nachbarn werden sich freuen und erleichtert sein, wenn Deutschland nun auch militärisch den Stellenwert haben wird, der der Dominanz der deutschen Wirtschaft in Europa entspricht.
    Wadephul bringt jetzt finnisches Know-How im Bunkerbau mit, die Regierung hat schon wertvolle Tipps gegeben, wie man für 14 Tage vorsorgt, was kann da also passieren?
    Kernwaffeneinsätze über Deutschland können wir abtropfen lassen wie Regen, der Strom kommt aus der Steckdose und Supermärkte gibt es auch genug.
    Dank der vorausschauenden Politik unser Regierung besteht keinerlei Anlass, sich vor einem Atomkrieg zu fürchten!

  8. Ich gebe zu, nach der Überschrift und den auf sie folgenden zwei Absätzen mit dem Lesen des Artikels aufgehört zu haben. Bereits in diesem kurzen Teil fehlt m. M. n. exakte Recherche und die analytische Tiefe.

  9. Man muss dem „Führer“personal der Grünen zustimmen:

    Sofortige Lieferung von Taurus. Diese, direkt atomar bestückt; und natürlich ohne Reichweitenbegrenzung.

    Alles „Made in Germany“ [(aka Deutsches Reich) von dem deutsche Politiker noch 1998 festgestellt haben, dass es nie untergegangen ist und daher — wie mittlerweile überdeutlicher zu sehen ist — bis heute fortbesteht)]

    https://www.youtube.com/watch?v=AL9KKVlcDEk

  10. Also wenn schon nicht in der Pop-Kultur, so ist doch in dem, was sich gern mal ‚Kunst‘ bezeichnet einige zu sehn.
    Zum letzten Spinnereirundgang in diversen Galerien auf Leinwand / an den Wänden Atompilzvisionen, mit wahlweise davor erstarrten / staunenden Figuren.
    Das als ein überproportional häufiges Motiv: so oft wurde es in den vergangenen Jahren nicht thematisiert.
    Außerdem, letzt als ich beim Einkauf ein Radiosong:
    “…Und wir beide wissen nicht, dass es uns bald nicht mehr gibt…“
    Ich war erschrocken, zuhause gab ich das ein und erfuhr, dass diese Textzeile aus dem Song ‚Gepäckträger‘ von Haller ist.
    Sind das also merkwürdige Prognosen für die Zukunft?
    Auf die Strassen treibt es nicht die Leute; die sind ermüdet und hoffen auf die richtige Programmierung der Waffen. Millimetergenau, und das eigne Haus wird verschont bleiben.

  11. Viele Menschen hierzulande haben Angst vor einer fernen zukünftigen Klimakatastrophe, aber keine Angst vor der realen und sehr nahen Gefahr eines Atomkriegs in Europa. Ihre Ängste resultieren nicht aus einer eigenen Analyse der Lage, sondern sie haben (nur) genau die Ängste, die in den Medien geschürt werden. Atomkriegsangst gehört nicht dazu.

    Vor den russischen Atomwaffen habe ich persönlich (vorerst) keine Angst. Mehr Sorgen machen mir schon die US-Atomwaffen, vor allem vor dem Hintergrund der Unberechenbarkeit der US-Regierung.

    Schlaflose Nächte hätte ich allerdings, wenn unsere größenwahnsinnigen schwarz/rot/grünen Irren an Atomwaffen gelangen sollten. Die würden eine solche Waffe glatt in einen Taurus-ähnlichen „ukrainischen“
    Marschflugkörper packen, tief nach Russland hinein fliegen lassen und dort dann zünden. Anschließend würden sie behaupten, der Russe war es selbst.
    Aufschlussreich für deutsches Vorgehen war das abgehörte Gespräch der deutschen Luftwaffen-Offiziere zum Einsatz von Taurus gegen Russland, auf eine Art, dass Russland die deutsche Herkunft nicht nachweisen könnte (Sommer 2024).

    Vermutlich würde Russland kommende Vergeltungsschläge (wegen der deutschen Kriegbeteiligung) gegen deutsch/ukrainische Drohnenproduzenten in Deutschland zunächst nur konventionell, zB mit Oreschnik-Raketen führen.
    Putin sagte beim erstmaligen Einsatz der Oreschnik, da diese nicht abgefangen werden könne, sei es möglich, die Zivilbevölkerung vorher zu warnen und evakuieren zu lassen.

  12. Irgendwann im Laufe der nächsten paar Jahre wird irgendeine Seite eine KI-basierte strategische Gegenschlags-Alarmierungssoftware installieren, weil die Vorwarnzeiten bei Hyperschallraketen zu kurz sind. ca. 1 Stunden später wird der Planet unbewohnbar sein. Schwarmdummheit wird irgendwann bestraft. Es wird auch niemanden mehr interessieren, wessen Schuld das war.

  13. Also ich habe keine Angst vor dem Atomkrieg, der Bordstein am Gehweg vor dem Haus ist noch nicht abgesenkt und letztens konnte ich in einer Grundschule altes Spezial-Mobiliar in Form von i-Männchen Tischen ersteigern, das sind die gleichen wie in dem profunden Lehrfilm »Duck & Cover«, nur echt mit der Schildkröte.

    (Verdammt, die olivgrüne Erweckung glaubt mir doch niemand: habe ich tatsächlich vergessen »i-Männchen« zu gendern…)

  14. Interessant ist übrigens in diesem kriegerischen Zusammenhang eine Folge des „Heimatschutzes“, die die Regierung wohl (ebenfalls) noch nicht ganz bedacht hat. Sollten Unternehmen nicht mehr das Einziehen ihrer Arbeitnehmer blockieren können, wird der „Heimatschutz“ für Männer aus Unternehmenssicht letzlich das werden, was traditionell die Schwangerschaft für Frauen ist: Ein unkalkulierbares Risiko.
    Firmen werden also versuchen, deutsche junge Männer, die ja abgezogen werden könnten, gar nicht erst einzustellen. Die Gewinner: Frauen, Kriegsdienstverweigerer, Ausländer, Ältere. Vermutlich wird also jeder, der eine Karriere möchte, versuchen sich mit Händen und Füßen gegen eine Reservistenrolle zu wehren.

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